Saṁyutta Nikaya 22
Khandha-Saṃyutta
22.22. Die Last
(wie S 22.5.1–2: Der Erhabene in Sāvatthī)
„Die Last will ich euch zeigen, ihr Mönche, den Träger der Last, der Last Aufladen und der Last Abwerfen. So höret und achtet wohl auf! Ich werde sprechen.
Was nun, ihr Mönche, ist die Last? ‚Die fünf Gruppen des Anhangens‘, so wäre zu antworten. Welche fünf? Es sind dies die Gruppen des Anhangens: Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein. Das, ihr Mönche, wird die ‚Last‘ genannt.
Und was, ihr Mönche, ist der Träger der Last? Das ‚Individuum‘, so wäre zu antworten; nämlich dieser oder jener Ehrenwerte solchen Namens, solchen Geschlechtes. Das, ihr Mönche, wird ‚Träger der Last‘ genannt.
Und was, ihr Mönche, ist das Aufladen der Last? Es ist dieses Begehren, das Wiedergeburt erzeugende, mit Lust-Gier verbundene, hier und dort sich ergötzende, nämlich das Begehren nach Sinnlichkeit, nach Dasein, nach Nichtsein. Das, ihr Mönche, wird ‚Aufladen der Last‘ genannt.
Und was, ihr Mönche, ist das Abwerfen der Last? Es ist eben dieses Begehrens restlose Aufhebung und Vernichtung, die Entsagung, Entäußerung, Erlösung, die Haftensfreiheit. Das, ihr Mönche, wird ‚Abwerfen der Last‘ genannt“.
So sprach der Erhabene. Und nachdem der Gesegnete so geredet hatte, sprach der Meister noch dieses:
„Die Fünfer-Gruppe, wahrlich, ist die Last,
und der sie trägt, das ist der Mensch.
Das Leiden in der Welt heißt ‚Tragen dieser Last‘,
der Last entledigt sein, das ist das Glück.
! Ist abgeworfen schwere Last,
nicht nimmt er irgend andere an.
Entwurzelt wenn Begehren ist,
dann ist gestillt er, ganz erlöst“.
Bearbeitet von Qualia:
„Die Last/Bürde will ich euch zeigen. Den Träger der Last, wie das Lastaufladen und Abwerfen geschieht.“
„Was nun ist die Bürde, das Belastende? ‚Das Anhaften an den fünf Anhäufungen‘, so wäre zu antworten. Welche fünf? Es sind dies die Gruppe der Anhäufungen, Skandha: Körperlichkeit, Wahrnehmung, Gefühl, Bewusstsein, Absichts-Gestaltungen. Das Anhaften daran als mein wird die ‚Last, Bürde‘ genannt.
Und was ist der Träger der Last? Das ‚Individuum, die Person‘, so wäre zu antworten. Dieser oder jener Mensch mit einem Namen, Geschlecht oder Status. Das wird ‚Träger der Last‘ genannt.
Und was ist das Aufladen der Last? Es ist dieses Verlangen, mit Lust und Gier verbundene, hier und dort beglückende. Das Verlangen nach Sinnlichkeit, nach Darin-sein, nach Nicht-hier-sein, das die Wiedergeburt des ehemals Beglückenden und doch Belastenden erzeugt. Das wird ‚Aufladen der Last: Sich festhalten an Sinnesfreude und Sinnesleiden‘ genannt.
Und was ist das Abwerfen der Last? Es ist eben dieses Verlangen nach vergangenen Sinnesfreuden und Sinnesleiden, restlos aufgeben und vernichten, damit ihre Wiedergeburt verhindert wird. Das Verlangen nach zukünftigen Sinnesfreuden erkennen und die Gier nach Beglückung vermeiden. Das dem Verlangen an vergangenen und zukünftig geglaubten Sinnesfreuden und Sinnesleiden entsagen, entäußern, loslassen, die Freiheit vom Festhalten an dem – so muss es kommen. Das wird ‚Abwerfen der Last‘ genannt“.
So sprach der Meister. Und nachdem er so geredet hatte, sprach er noch dieses:
„Die Fünfer-Gruppe als mein und ich zu meinen,
ist die Last und ihr Träger, das ist die Person.
Das Leiden in der Welt heißt ‚Tragen dieser Last‘,
der Last entledigt sein, das ist das Glück.
Ist abgeworfen, schwere Last,
nicht nimmt er irgend andere auf.
Wenn das Verlangen entwurzelt ist,
dann ist gestillt er, ganz erlöst“.