Klingt hart
Ist es auch
Anfangs
Weil man anfangs noch vor „dem nichts steht“
Immer wieder wissen, das ich vor dem Nichts stehe, ist der Anfängergeist.
Lehrer und Schüler sind dann „Ich lebe“, wenn der Lehrer erkennt, dass auch der Schüler gerade jetzt erfährt, vor dem Nichts zustehen. Es kann auch sein, das der Lehrer erst durch den Schüler erfährt, was es wirklich heißt, „vor dem Nichts zu stehen“.
Lehrer, die Schüler missbrauchen, müssen ihr Lehrer-sein mit Buße tun niederlegen. Schüler, die Schüler oder Lehrer missbrauchen, müssen als solche öffentlich aus der Sangha verbannt werden.
Vor dem Nichts stehen heißt: Da, wo ich stehe, ist alles ohne zu viel oder zu wenig.
Alles Vergangene hat Einfluss auf mein Handeln, auch auf dieses nur hier vor dem Nichts stehen.
Vor der Zukunft stehen ist vor dem Nichts stehen.
Ich habe so viel Erfahrung aus meinem bisher gelebten Leben.
All das hat mich zum Ich-bin-hier-im-Nichts-zu-viel-und-nicht-zu-wenig-Stehen gebracht. Ich bin ein Ich, wenn ich glaube, dass ich zu viel oder zu wenig habe.
Ich lebe.
Der Anfängergeist, der erkannt hat, dass nichts aus dem Vergangenen oder Gegenwärtigen mir das Nichts der Zukunft erhellt. Alle Vorhersagen, Dogmen, Gesetze, die nicht Gebotenes sind, sind Fesselungen. Wenn man ihnen folgen will oder glaubt, ihnen folgen zu müssen, scheitert man an den Erscheinungen aus dem Nichts, der Zukunft. Man gibt seine freie Entscheidung auf und glaubt an den Willen von Vorhersagen, Dogmen, Gesetzen.
Vor dem Nichts stehen ist von Augenblick zu Augenblick gleich, das ist die Befreiung von allem Leiden.
Mit diesem Wissen kann ich diese Befreiung jederzeit verlassen und wieder betreten. Es gibt nichts mehr an meinen Handlungen zu rechtfertigen oder zu erklären. Mache ich das, dann verlasse ich die Befreiung.