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  1. Buddhaland Forum
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Himmel und Hölle?

  • xJonaXthanx
  • 24. Mai 2009 um 01:34
  • Zum letzten Beitrag
  • xJonaXthanx
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 01:34
    • #1

    Guten Tag,
    Ich lese zzt. das Buch "Der Buddhismus - Eine kurze Einführung" von Damien Keown, und jetz werfen sich mir(als Buddhismus Neuling) sofort Fragen auf.
    Im Kapitel "Karma und Wiedergeburt" werden die 31 Buddhistischen Wiedergeburtsstufen erklärt, somit ist das erste Glied im Rat des lebens die Hölle, danach die Geister- und Tierstufe, darauf folgen die Titanen und danach die Menschen und darauf dann "Götter"(und letzte Stufe die Erleuchtung). Nun stellt sich mir als jemand der den Buddhismus stehts als Gott und Himmel und Höllen los erklärt bekam die Frage... "Was?!" xD
    Ich frage mich wie das alles kommt, ist das nur in manchen "Schulen" der Buddhismus so oder überall? Oder ist das wohlmöglich nur ein Überbleibsel einer gescheiterten Missionierung aus Europa?
    Ich wusste ja das es im Tibetanischen Buddhismus (aus vor Buddhistischen Zeiten übernommene) Götter gibt aber das dass im allgemeinen so ist war mir nicht bekannt...

    hoffe auf antwort,
    lg xJonaXthanx ^^

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (24. Mai 2009 um 14:43)

  • Dhammika
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 06:45
    • #2
    xJonaXthanx:

    1 Buddhistischen Wiedergeburtsstufen

    Es handelt sich hier nicht um "Stufen"
    So wie man lebt, so stößt man nach dem Tod eine neue Existenz an.
    Es geht rauf und runter, runter und rauf.

    xJonaXthanx:

    Götter"(und letzte Stufe die Erleuchtung).

    Auch "Götter" sind vergänglich und danach geht es meistens wieder "berg"-ab (bzw. "berg"-auf je nach Perspektive)

    Zitat

    "Die Daseinsformen der Wesen
    oder der Versuch, buddhistische Kosmologie zu veranschaulichen"

    http://www.satinanda.de/thema-01/kosmologie.html

    Das kann man aber alles erst einmal nur als Arbeits-hypothese stehen lassen.

    Als Mensch hast Du die beste Möglichkeit Erkenntnisse zu erlangen.
    Das Leben ist meist ausgewogen mit Freud und Leid.
    Man kennt beides.

    In Götterwelten geht es einem so gut, dass man gar nicht auf die Idee kommt sich mit "Leid-Aufhebeung" zu beschäftigen. Grob gesagt. (Auch da kann man Erleuchtung erlangen, wenn es karmisch passt)

    In "niederen" Welten hat man nur mit Leid zu kämpfen und nicht die "Muße" bzw. auch nicht die Kapazitäten um sich mit "Erwachen" auseinander zu setzen.

    Deswegen ist eine menschliche Existenz auch so wertvoll.

    Mit Metta
    Dhammika

  • melong
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    • 24. Mai 2009 um 07:25
    • #3

    Der "Himmel", der von anderen Religionen beschrieben wird, ist höchstwahrscheinlich nichts anderes als die untersten Götterbereiche, die der Buddhismus beschreibt, welche vergänglich sind und innerhalb des samsarischen Kreislaufes liegen.
    Buddhismus und andere Religionen stimmen darin überein, dass diese Bereiche durch ein ethisches Leben erlangt werden können.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

    Einmal editiert, zuletzt von melong (24. Mai 2009 um 07:28)

  • Dhammika
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 07:28
    • #4

    Alle Götterwelten sind vergänglich.
    Nicht nur die "unteren"

  • melong
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    20. März 2009
    • 24. Mai 2009 um 07:28
    • #5
    Dhammika:

    Alle Götterwelten sind vergänglich.
    Nicht nur die "unteren"


    Na klar. Ich habe aber nur von den untersten gesprochen.

    Die Ausdrucksweisen der Buddhas sind ohne Grenzen, vielfältig ihre Sprachen.

  • Isis
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    • 24. Mai 2009 um 08:56
    • #6
    xJonaXthanx:

    Nun stellt sich mir als jemand der den Buddhismus stehts als Gott und Himmel und Höllen los erklärt bekam die Frage... "Was?!" xD
    Ich frage mich wie das alles kommt, ist das nur in manchen "Schulen" der Buddhismus so oder überall?


    Hi!
    Vielleicht hilft dir dieser Text weiter.

    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=90#p482

    Gruß, Isis

    _()_
    Das aber verkünde ich, o Freund: in eben diesem klafterhohen, mit Wahrnehmung und Bewusstsein versehenen Körper, da ist die Welt enthalten, der Welt Entstehung, der Welt Ende und der zu der Welt Ende führende Pfad.
    BUDDHA

  • Isis
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    • 24. Mai 2009 um 10:26
    • #7

    ... und hier noch zwei erhellende Diskussionen zum Thema:
    ;)
    Die Buddhistische Idee des Himmels (Paradiese)
    Buddhistische Idee der Hölle

    _()_
    Das aber verkünde ich, o Freund: in eben diesem klafterhohen, mit Wahrnehmung und Bewusstsein versehenen Körper, da ist die Welt enthalten, der Welt Entstehung, der Welt Ende und der zu der Welt Ende führende Pfad.
    BUDDHA

  • xJonaXthanx
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 13:54
    • #8

    Also kann ich das so verstehen das sich das Christentum und der Buddhismus in soweit überschneiden das sie die selbe Hölle und den selben Himmel kennen, aber die "Götter" sind einfach verstorbene Menschen? Also besteht der unterschied hierin das das Christentum einfach keinen so weiten Horizont hat?!

  • Dhammika
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 14:00
    • #9
    xJonaXthanx:

    lso kann ich das so verstehen das sich das Christentum und der Buddhismus in soweit überschneiden das sie die selbe Hölle und den selben Himmel kennen

    Ähnlich, ja. Aber im Buddhismus gibt es mehrere Höllen- und Himmelsbereiche

    xJonaXthanx:

    aber die "Götter" sind einfach verstorbene Menschen?

    Sehr grob gesagt ja, obwohl es keine "direkte" Wiedergeburt gibt. Es gibt keine überdauernde ewige Seele.
    Das ist der große Unterschied zu den anderen Religionen. Alles was entstanden ist, vergeht auch wieder.

    Aber das ist ein anderes Thema und schon oft im Forum diskutiert worden

    xJonaXthanx:

    Also besteht der unterschied hierin das das Christentum einfach keinen so weiten Horizont hat?!

    Schön formuliert :D

    mit Metta
    Dhammika

  • xJonaXthanx
    Gast
    • 24. Mai 2009 um 14:29
    • #10

    Ich glaube ich verstehe langsam, jedoch kann ich mir die Hölle trotz der vielen Themen nicht so vorstellen, was zB. sollen die Höllenwächter sein? Auf ewig verdammte oder Göttliche Wesen? Schließlich wird sich deren Karma ja nie verbessern...

    Mein Gedanke zur Hölle war eigendlich immer vielmehr das sich dort die ganzen schlechten Taten die man in seinem Leben getan hat nochmal wiederholen so das man einsicht erlangt und Wiedergeboren werden kann... aber das überschneidet sich ja nicht im Geringsten mit der buddh. Hölle... oder ist dies nur ein Sinnbild?

    lg

  • Benkei
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    • 27. Mai 2009 um 17:12
    • #11

    Namaste!

    Ich poste hier mal ein paar Gedanken, die ich mir vor geraumer Zeit zum Thema gemacht und verfasst habe:

    Benkei:


    Die Sechs Bereiche
    In den buddhistischen Traditionen stellt man sich die Welt in Form der Sechs Daseinsbereiche vor. Man unterscheidet die „Höllenbereiche“, die „Bereiche der Pretas“, den „Bereich der Tiere“, den „Bereich der Menschen“, die „Bereiche der Titanen“ und „die Himmlischen Bereiche“. Für jedem dieser Bereiche sind bestimmte Leiden charakteristisch; so zeichnen sich beispielsweise die Höllenbereiche durch nahezu endlose Qualen und Schmerzen aus.
    Bereits T’ien-t’ai Chih-i (1) erklärte „Ichinen-Sanzen“ (2) – das Prinzip der „gegenseitigen Präsenz der Zehn Welten“. Dieses Prinzip wurde später von Meister Miao-lo (3) und von Nichiren Shonin (4) aufgegriffen und vervollständigt. Im Kontext von Ichinen-Sanzen entsprechen die Sechs Bereiche den ersten sechs der „Zehn Welten“.
    Je nach Tradition werden die Sechs Bereiche als mehr oder weniger faktisch existent angesehen. Der einfache Gläubige sieht den Umstand als gegeben an, dass er nach seinem jetzigen Dasein in einen der Sechs Bereiche wiedergeboren wird.
    Für einen gebildeten Menschen der Neuzeit mag das auf den ersten Blick wie Aberglaube oder blanker Unfug aussehen, doch das ist es keineswegs. Es ist schlicht und einfach ein Bewusstmachen und Akzeptieren dessen, was möglich wäre. Und wenn man auch nicht an die nachtodliche Existenz der Sechs Bereiche glaubt, so zeigen doch beide, das Prinzip von Ichinen-Sanzen und auch unsere eigenen Erfahrungen, dass die Tendenzen der Sechs Welten alle im menschlichen Leben zu finden sind.

    Die Höllenbereiche
    Der Buddhismus kennt viele verschiedene Höllen. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass die Wesen die in ihnen leben unerträgliche körperliche Schmerzen und Qualen erleiden, nach dem Tod wiedererweckt werden um dann erneut denselben Qualen ausgesetzt zu werden. Dies wiederholt sich dann zahllose Leben hindurch, scheinbar unermesslich lange Zeit.
    Auch den monotheistischen Religionen sind Höllen (oder die Hölle) nicht fremd. Schon von den alten Griechen wurde uns die Unterwelt in Form des Hades überliefert, den man nach dem Tod betritt. Besonders anschaulich gestaltete sich dann im Mittelalter die Höllenvision in Dante’s „Inferno“ , die noch heute das Höllenbild des Abendlandes prägt.
    Allen Höllen-Versionen ist gemein, dass die Sünder dort entsprechend ihrer üblen Taten bestraft werden, dass es kaum ein Entrinnen aus den Höllen gibt und dass dort für Sühne keine Chance mehr besteht.
    Um das Leid entsprechend dem Höllenbereich zu erahnen brauchen wir uns allerdings nicht in alte buddhistische Texte zu vertiefen oder mit Dante’s „Inferno“ (5) vertraut zu machen. Hier, in unserer Welt, geschieht tagtäglich ähnliches Leid, wenn auch zumeist nicht über einen entsprechend langen Zeitraum hinweg. Bei Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalttaten erleiden Menschen tagtäglich schlimmste körperliche Qualen. Das letzte Jahrhundert hat sogar zwei Weltkriege und viele andere Konflikte hervorgebracht in denen das Dasein für die Beteiligten über längere Zeiträume hinweg kaum anders ausgesehen haben mag wie für manchen Gläubigen seine Höllenvisionen. Auch der Holocaust und andere Genozide wie in Kambodscha oder im Sudan haben gezeigt, dass es dem Menschen möglich ist, die Hölle auf Erden zu erschaffen.
    Wir müssen nicht erst eine Höllen-Version der altüberlieferten Traditionen annehmen um zu erkennen, dass „Höllen“ Teil der Realität sind. So lässt sich Nichirens Konzept vom „Höllenzustand“, der ersten der Zehn Welten, damit auch wie folgt zusammenfassen (6): „Man befindet sich in einem Zustand tiefer Leiden und Schmerzen, wie sie durch Krankheit, extreme Armut, Verzweiflung usw. hervorgerufen werden. Man sieht keine Hoffnung und fühlt sich wie mit einer Kette in einer dunklen Kammer gefesselt.“

    Der Bereich der Pretas
    Der Begriff „Pretas“ wird in der Regel mit „Hungrige Geister“ oder „Hungergeister“ übersetzt. Es handelt sich um Wesen, die ihr Dasein auf der ständigen Suche nach etwas bestimmten verbringen, diesem Ding stets nah sind, es aber trotzdem nicht erhalten oder nutzen können. Im Allgemeinen stellt man sich Pretas als nach Nahrung gierende Wesen vor. Der Sinn ihrer Existenz scheint im Streben nach Nahrung zu liegen. Wenn sie dann allerdings die Nahrung bekommen haben, können sie diese nicht genießen: entweder ist ihr Mund zu schmal, ihr Hals zu dünn oder ihr Magen zu klein, so dass sie die Nahrung nicht aufnehmen oder verwerten können. So leben sie in ständiger Unerfülltheit, in ständigem Hunger. Es handelt sich, wie gesagt, um die allgemeine Vorstellung. Der Preta-Bereich ist nicht nur auf die Nahrungssuche beschränkt. Man stellt sich die Pretas zumeist als Wesen der Zwischenwelt vor, als Geister eben, die von den anderen Bewohnern des Diesseits – Menschen und Tieren – nicht wahrgenommen werden können. Sie ähneln darin sehr der abendländischen Vorstellung von Gespenstern, die Orte oder Menschen heimsuchen, weil in ihrem Leben etwas unerfüllt geblieben ist. Auch von diese Gespenster wird angenommen, dass sie ein Dasein in ständiger Unerfülltheit fristen, bis dann irgendwann das Unerfüllte mit Hilfe von anderen Wesen erfüllt wird.
    Für Nichiren sah der „Hungerzustand“ wie folgt aus: „Man wird von ständigen Begierden vollkommen beherrscht und fühlt dauernd und immer mehr Verlangen, z. B. nach Essen, Reichtum, Ruhm, usw., kann aber niemals befriedigt werden.“
    Natürlich müssen wir nicht erst Nichirens Konzept heranziehen oder gar den Bereich des Okkulten betreten, um uns Pretas oder Gespenster vorzustellen. Auch in unserer Welt und sogar um uns herum scheinen Menschen ein ähnliches Dasein zu fristen.
    Ich denke jetzt einerseits an die vielen Menschen denen der regelmäßige Zugang zu Nahrung und Wasser nicht ermöglicht wird. Obwohl es grundsätzlich genügend Lebensmittel und Wasser für alle Menschen auf diesem Planeten gibt, verhungern und verdursten noch immer täglich zahlreiche Menschen.
    Zum anderen denke ich an Menschen, die ihr Dasein als Sklaven einer Sucht fristen. Sie gieren täglich nach Drogen, Alkohol oder Nikotin, oder sind aufgrund ihrer Sucht nach körperlicher Vollkommenheit magersüchtig. Ihr Leiden scheint gelindert, wenn sie sich eine neue Dosis Drogen verabreichen können, eine weitere Flasche Fusel genehmigen oder eine Zigarette nach der anderen anstecken können; die Magersüchtige schein befriedigt, wenn sie ihr „Idealgewicht“ dann erreicht hat. Aber das ist alles nur eine trügerische Linderung. Das Leid wird nur aufgeschoben und dadurch verstärkt. Wirkliche, endgültige Befriedigung wird niemals erreicht, und irgendwann kommt der Zusammenbruch. Die Überdosis, das Delirium oder die Demenz, die Diagnosen „Lungenkrebs“ oder „Raucherbein“ oder, im Falle der Magersucht der irreparable körperliche Verfall, stellen die Endpunkte dieser Daseinsformen dar.
    Wir müssen deshalb zugeben, dass der Bereich der Pretas keineswegs als Mysterium abgetan werden kann, sondern uns alle direkt oder indirekt betreffen kann.

    Der Bereich der Tiere
    Der Tierbereich scheint uns Menschen im Hinblick auf die anderen Bereiche am nächsten zu stehen. Tiere teilen mit uns die Welt in der wir leben und sie sind, im Gegensatz zu den Bewohnern der anderen Bereiche keine mystischen, für uns unsichtbaren, Wesen.
    Tiere verfügen zwar ebenso wie wir über ein Bewusstsein, empfinden Leid oder Befriedigung, aber sie sind zu komplexem Denken oder gar zur Selbstreflektion nicht befähigt. Ihre Fähigkeiten sind eher dem Instinkt, der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung oder auch der Dressur unterworfen.
    Das Leid der Tiere scheint immer mehr mit dem Verhalten der Menschen verknüpft zu sein. Hieß es vor ein paar Jahrhunderten noch für die Mehrzahl der Tiere „Fressen und Gefressen werden“, so scheint die Existenz der meisten von ihnen heute von der Gnade des Menschen abzuhängen.
    Manche Menschen empfinden die Szenen, die in Tierfilmen gezeigt werden, als grausam: wenn der Jäger die Beute reißt, oder wenn aufgrund ausbleibendem Regen die Tiere verhungern und verdursten, dann scheint sich Mutter Natur von ihrer grausamsten Seite zu zeigen. Dies ist das Leid der Tiere, die in freier Wildbahn leben.
    Haben es aber die Tiere, die unter unserem direkten Einfluss stehen besser? Sicher, wenn ich mir unseren Hund ansehe, dann führt er ein scheinbar paradiesisches Leben. Er bekommt genügend Nahrung, für seinen Auslauf ist gesorgt und auch sonst wird viel getan, damit er ein sorgenfreies Leben führen kann. Aber machen wir uns nichts vor, niemand von uns würde wirklich mit einem Hund, auch wenn es diesem noch so gut geht, tauschen wollen. Haustiere sind unfrei; sie sind der Gnade ihrer Herrchen ausgeliefert und können längst nicht tun und lassen, wonach es ihnen beliebt, oder was ihre Artgenossen in freier Wildbahn tun können.
    Sind schon Haustiere derartigen Beschränkungen ausgesetzt, wie muss man dann erst das Leben von Nutzvieh ansehen? Diese Tiere werden häufig eher als Ware oder Rohstoff angesehen denn als lebende Wesen. Sie werden auf dem Rücken des Profits geopfert und fristen praktisch in dessen Namen ihr gesamtes Dasein. Durch künstliche Befruchtung oder mit Hilfe von Brutkästen ins Leben gerufen, fristen sie ein Dasein auf engstem Raum das nur der Mast oder der Produktion von Nachkommen gewidmet ist. Das natürliche Lebensende erreichen die wenigsten Nutztiere; die Weiterverarbeitung zu Fleischwaren oder ein qualvolles Ende wegen unhygienischen Lebensbedingungen, Seuchen oder Überzüchtung markieren zumeist den Endpunkt. Was dann den Schlachthof anbelangt, so drängt sich ein Vergleich mit dem Höllenbereich geradezu auf, so wie in manchen Betrieben der Tod am laufenden Band seine Ernte einfährt.
    Und nicht nur die Haus- und Nutztiere sind ja von uns abhängig. Mittlerweile haben wir es in der Hand, über den Fortbestand nahezu jeder Art zu entscheiden. Elefanten, Nashörner, Tiger, Gorillas oder Wale existieren einzig und allein deshalb noch, weil wir uns entschieden haben, die sinnlose Jagd auf diese Spezies aufzugeben oder zeitweise einzustellen.
    So liegt das Leid der Tiere nicht nur in ihrer Unfähigkeit zu komplexem Denken, sondern auch in ihrer Abhängigkeit vom Menschen.
    Nach Nichirens logischer Betrachtung hat allerdings auch die menschliche Existenz das Potential einen „Zustand der Animalität“ zu verkörpern: „Man hat Vernunft und Ethik fallengelassen und folgt nur noch blind seinen Instinkten. In diesem Zustand herrscht das Gesetz des Dschungel: Die Schwachen werden zu Opfern, die Starken werden gefürchtet.“ Bei diesen Ausführungen muss man wohl zwangsläufig sofort an tyrannisierende Jugendbanden und Gangs in den Slums der großen Metropolen denken. Auch Krisengebiete, in denen während oder nach einem (Bürger-)Krieg Anarchie herrscht, kommen einem in den Sinn.

    Der Bereich der Menschen
    Die unterschiedlichsten Leiden der Menschen wurden bereits vorher eingehend dargestellt. Es sei allerdings noch darauf hingewiesen, dass der Großteil der Menschen weniger Leid erfährt wie die Wesen in den vorgenannten drei Bereichen, welche deshalb gemeinhin als die Niederen Bereiche benannt werden. Die drei Bereiche der Menschen, der Titanen und der Himmlischen Wesen stellen im Gegensatz dazu die Höheren Bereiche dar.
    Durch ihre Fähigkeit zu komplexem Denken und zur Selbstreflektion, sowie dem Umstand, dass sie für gewöhnlich weder übermäßiges Leid noch übermäßiges Glück empfinden haben Menschen die besten Anlagen zur spirituelle Entwicklung. Für Nichiren ist dies der „Zustand der Ruhe“: „Man ist ausgeglichen und bewahrt ausgeglichene Ruhe“. Durch diese Fähigkeiten, gepaart mit der Hauptantriebskraft des Menschen, dem Begehren, sind sie allerdings wie keine anderen Wesen in der Lage, ihre Umwelt sowohl in ein Paradies als auch in eine Hölle zu verwandeln. So kann man Aspekte der anderen fünf Bereiche, wie schon anhand der Niederen Bereiche verdeutlicht, häufig auch im Bereich der Menschen antreffen.

    Der Bereich der Titanen
    Die gemeinhin übliche Übersetzung des Sanskritwortes Asura ist „Halbgott“. Es handelt sich der indischen Mythologie nach um machtvolle Wesen, die zu Füßen des Baums des Lebens wohnen und seine Wurzeln wässern müssen, während über ihnen, im Baumgipfel, die Himmlischen Wesen ohne Mühe die Früchte genießen können. Die Asuras sind deshalb eifersüchtig und neidisch auf die Himmlischen Wesen und führen Krieg gegen diese; den Sieg tragen sie allerdings nie davon.
    Da es sich bei den Asuras nicht um einen Hybrid aus Mensch und Himmlischen Wesen handelt, erscheint mir die Bezeichnung Halbgott doch irreführend. Die Übersetzung mit dem Wort „Titan“ erscheint mir da gerechtfertigter, weil auch die Titanen der griechischen Mythologie gegen die Götter des Olymp aufbegehrten und diesen im Krieg unterlegen waren.
    Das Leben der Titanen stellt sich folglich aus einer ständigen Abfolge von Kriegen dar. Obwohl es sich bei den Titanen, im Gegensatz zu Menschen, um machtvolle Wesen handelt, sind sie keineswegs zufrieden, sondern können nur eifersüchtig auf die noch etwas machtvolleren und glücklicheren Himmlischen Wesen blicken. Ihr Leiden ist folglich die nie endende Unzufriedenheit und die damit verbundene sinnlose Mühe des ständigen Rüstens und Bekriegens, sowie der Umstand, dass sie nie den Sieg davontragen.
    Nichiren sah den Zustand der Titanen wohl als niederer als den der Menschen an; so stehen sie für die Vierte Welt „Ärgerzustand“, während die Menschen für die Fünfte Welt standen: „Ärgerzustand: Mit dem Ärger oder der Wut sind Arroganz und selbstsüchtiges Verlangen nach Anerkennung gemeint. Man fühlt sich in ständiger Konkurrenz zu anderen und versucht, andere zu übertrumpfen.“
    Auch in unserer Welt kann man ein solches Verhalten beobachten, wenn man sich Karrieristen ansieht, die eifersüchtig auf Menschen blicken, die es noch etwas weiter gebracht haben und die stetig versuchen, einen noch höheren Rang einzunehmen. Auch Staatsmänner, die neidvoll auf ihre wohlhabenderen Nachbarländer blicken und diese dann mit Krieg überziehen sind Titanen nicht unähnlich.

    Die Himmlischen Bereiche
    Die Bewohner dieser Bereiche werden als „Devas“ bezeichnet. Das Wort Deva wird oft als „Gott“ übersetzt. Da es sich aber nicht um allmächtige, weltschöpfende Wesen handelt, und ein Deva keineswegs mit dem monotheistischen Gottbild vereinbar ist, liegt vielleicht ein Vergleich mit den dort bekannten Engeln näher. Ich verwende allerdings lieber die Bezeichnung „Himmlische Wesen“. Häufig werden die Himmlischen Bereiche, in aufsteigender Reihenfolge, in den „Bereich der Begierde“ (dem auch die zuvor genannten fünf Bereiche angehören), dem „Bereich der Form“ und dem „Formlosen Bereich“ untergliedert. Während die niederen Himmlischen Wesen zeitweise von den Asuras mit Krieg überzogen werden, welchen sie allerdings immer gewinnen, verbringen die höheren Himmlischen Wesen ihr Dasein gänzlich ohne Mühen; es ist ganz dem Genuss körperlicher und sinnlicher (im Formlosen Bereich natürlich nur letzterer) Freuden gewidmet. Allen Himmlischen Wesen ist ein sorgloses und sehr langes Leben gemein. Da ein Leben in den Himmlischen Bereichen als Lohn für gute Taten angesehen wird, empfinden alle Himmlischen Wesen übermäßigen Stolz auf sich selbst und die eigenen Taten. Ihr Stolz und ihre Sorglosigkeit angesichts der Fülle von Genüssen, denen sie frönen können, machen sie einerseits für Erfahrungen wie Leid unempfänglich und verhindern andererseits, dass sie sich sinnvollen Tätigkeiten hingeben. Die Bewohner der Himmlischen Bereiche sind keineswegs unsterblich; obwohl sie nicht altern kommt der Tag, an dem sie plötzlich zu verfallen scheinen und dann ihr Dasein aushauchen. Da derartige Erscheinungen die Sorglosigkeit der anderen Himmlischen Wesen gefährden, werden die Verfallenden von den anderen Wesen ausgestoßen und verlassen das Leben in Einsamkeit. Da die Früchte ihrer guten Taten dann aufgebraucht sind fallen sie dann in niedere Bereiche.
    Die Reichen und die Schönen der High Society sind die irdische Entsprechung der Himmlischen Wesen. Auch sie führen ein nahezu sorgloses Dasein, tingeln von einer Party zur nächsten, können sich alle nur erdenklichen Dinge leisten und versuchen sich ewige Jugend zu eigen zu machen. Wenn dann der Zeitpunkt kommt, da ein Problem auftaucht oder der Reichtum oder die (gefühlte) Jugend abhanden kommt, dann lassen die anderen Reichen und Schönen den nicht mehr ganz so Reichen und Schönen im Stich; dieser ist dann ganz auf sich allein gestellt – aus der Traum von der High Society.
    Nichiren schreibt den Himmlischen Wesen die Sechste Welt, den „Zustand des Entzückens“ zu: „Dieser Zustand tritt durch die Befriedigung einer Begierde oder eines Wunsches ein und verschwindet wieder schnell, wenn man z. B. Enttäuschung erlebt."
    --------------------------------
    Anmerkungen:
    (1) T’ien-t’ai Chih-i (manchmal auch T’ien-t’ai Zhiyi, jap. Tendai Chigi) lebte von 538 bis 597 n. Chr. und gründete auf dem namensgebenden Berg T’ien-t’ai die gleichnamige Schule des Mahayanabuddhismus. Er teilte den buddhistischen Kanon erstmals nach der Bedeutung der Schriften ein und verstand das Lotos-Sutra als wichtigste Schrift des Mahayana. Die Schule wurde von Dengyo Daishi Saicho unter dem Namen Tendai-Shû nach Japan überliefert.
    (2) Ichinen-Sanzen (jap.) bedeutet wörtlich: „Dreitausend Lebensumstände in einem Augenblick“. Dieses Prinzip besagt, dass jeder einzelne Lebensumstand gleichzeitig das Potential aller anderen Lebensumstände enthält. Jede einzelne, der im folgenden erläuterten Zehn Welten, enthält gleichzeitig alle übrigen neun – sie durchdringen und bedingen sich.
    (3) Der sechste chinesische Patriarch der T’ien-t’ai-Schule lebte von 711 bis 782 n. Chr. und wird auch Chan-jan genannt (in Japan: Myoraku).
    (4) Der Tendai-Mönch Nichiren (1222 – 1282) sah sich selbst als Nachfolger von T’ien-t’ai, Miao-lo und Saicho. Er verstand sich als Ausübenden des Lotos-Sutra in der Endzeit des Dharma. Seine Absicht, die Tendai-Shû zu reformieren und die japanische Nation auf den Pfad des Lotos-Sutra zu führen, konnte er nicht verwirklichen. Stattdessen gründete er eine neue Tradition, den Nichiren-Buddhismus, der sich nach seinem Tod in verschiedene kleinere Sekten spaltete. Allgemein wird seinem Namen der Ehrentitel „Shonin“ (Heiliger, Weiser) beigestellt, von den Anhängern der Nichiren-Shôshû und der Soka Gakkai wird er als Buddha verehrt und deshalb als Daishonin (Großer Heiliger, -Weiser) betitelt.
    (5) Dante Alighieri (1265 – 1321) war ein italienischer Dichter und Philosoph. Sein Hauptwerk, „Die göttliche Komödie“ stellt seine eigene geistige Reise durch die drei Nachwelten „Inferno“ (Hölle), „Purgatorio“ (Läuterungsberg) und „Paradiso“ (Himmel) dar.
    (6) Die folgenden Erklärungen zu den „Zehn Welten“ entstammen alle dem Werk „Nichiren – Der Ausübende des Lotos-Sutra“ von Yukio Matsudo, Kapitel 2-2.1.4.2.

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    Sorry, ist etwas viel Text, aber ggf. hilfreich für den, der sich dafür interessiert.
    < gasshô >

    Benkei

    (Alle Rechte vorbehalten!)

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Akuma
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    10. September 2008
    • 27. Mai 2009 um 18:57
    • #12
    xJonaXthanx:

    Ich glaube ich verstehe langsam, jedoch kann ich mir die Hölle trotz der vielen Themen nicht so vorstellen, was zB. sollen die Höllenwächter sein? Auf ewig verdammte oder Göttliche Wesen? Schließlich wird sich deren Karma ja nie verbessern...

    Mein Gedanke zur Hölle war eigendlich immer vielmehr das sich dort die ganzen schlechten Taten die man in seinem Leben getan hat nochmal wiederholen so das man einsicht erlangt und Wiedergeboren werden kann... aber das überschneidet sich ja nicht im Geringsten mit der buddh. Hölle... oder ist dies nur ein Sinnbild?

    lg

    Die karmische Wirkung dreht sich praktisch gegen den Wirker. Entsprechend erlebst Du in einem Höllenzustand eine sehr massive Form und Menge von negativen karmischen Reaktionen - in Eishöllen manifestiert sich dabei akkumulierter Hass zB oder in Feuerhöllen akkumulierter Zorn.
    Höllenwächter können sowohl selber Lebewesen sein die aufgrund von karmischen Wirkungen in dieser Form wiedergeboren werden und ebenfalls aufgrund der Begrenztheit karmischer Ursachen ihr Dasein in dieser Art auch wieder verlassen oder reine karmische Projektionen des "Erleiders". Die Interpretationen sind dort unterschiedlich.
    Was das verbessern angeht - Karma ist wenn man die Zeit mal als linear denkt praktisch in die Vergangenheit gehend unendlich. Karma-Formationen "verblassen" allerdings nach gewisser Zeit, genau wie auch mentale Zustände, Gedanken, Erinnerungen und materielle Dinge mit der Zeit sich auflösen.
    In einem Vortrag hat ein Geshe (tibetischer Buddhismus) mal erklärt, dass zB aufgrund der Menge und Massivität des Verbrauchs positiver karmischer Energie in den Himmelsbereichen oftmals Wiedergeburten in der Hölle stattfinden, wenn das Leben im Himmel beendet ist und vice versa.
    Eine genaue Analyse karmischer Zusammenhänge ist aber aufgrund der Komplexität von Umständen, mentalen Formationen usw. nicht möglich.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 27. Mai 2009 um 21:13
    • #13

    Grüsst Euch Ganz recht herzlich,

    Na, das ist doch der Einfachhalberkeit ausgedrückt als, Handlung und Handelnder
    "existieren" nicht getrennt voneinander und so erfährt der Handelnde in gewisser
    Hinsicht (aufgrund falscher Vorstellungen) die entsprechende Wirkung (durch die Handlung) seiner von ihm durch falsche Vorstellung gesäte Ursachen/[Samen u. Frucht] (Handelnde/er).Ich würde hier aber gerne noch erwähnen das die Motivation, als das motiviert sein, der Handlung von (Körper Rede und Geist) eine ausschlaggebende Rolle spielt, da sie der Treibstoff ist, der zur jeweiligen entsprechenden zeitlich begrenzten Wiederverkörperung führt.

    Mit Ganz lieben und freundlichen Grüssen
    Dorje Sema

  • Bishafu
    Gast
    • 28. Mai 2009 um 08:37
    • #14
    xJonaXthanx:

    Ich glaube ich verstehe langsam, jedoch kann ich mir die Hölle trotz der vielen Themen nicht so vorstellen, was zB. sollen die Höllenwächter sein? Auf ewig verdammte oder Göttliche Wesen? Schließlich wird sich deren Karma ja nie verbessern...

    Mein Gedanke zur Hölle war eigendlich immer vielmehr das sich dort die ganzen schlechten Taten die man in seinem Leben getan hat nochmal wiederholen so das man einsicht erlangt und Wiedergeboren werden kann... aber das überschneidet sich ja nicht im Geringsten mit der buddh. Hölle... oder ist dies nur ein Sinnbild?

    lg

    Hallo xJonaXthanx,
    ich kann mit Hölle gar nichts anfangen und mir nichts drunter vorstellen, nicht im buddhistischen noch in einem christlichen Kontext.
    Was ist allerdings sehe, ist dasss die meisten Menschen sich ihre eigene Hölle in und durch ihre Gedanken im Hier und Jetzt schaffen. Es braucht keinen Höllenwächter und auch keinen Teufel und sonstige miese Kreaturen die uns Menschen knechten und foltern. Das können wir sehr gut selbst :lol:
    Liebe Grüße
    Bishafu

  • Dhammika
    Gast
    • 28. Mai 2009 um 08:42
    • #15
    Bishafu:

    Es braucht keinen Höllenwächter und auch keinen Teufel und sonstige miese Kreaturen die uns Menschen knechten und foltern. Das können wir sehr gut selbst :lol:

    Wie wahr, wie wahr!

    Wenn das nur jeder erkennen würde, dass wir uns selbst das Leiden machen und niemand oder irgend etwas von außen.

  • catflap08
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    • 29. Mai 2009 um 16:41
    • #16
    Zitat

    ... Stattdessen gründete er eine neue Tradition, den Nichiren-Buddhismus, der sich nach seinem Tod in verschiedene kleinere Sekten spaltete. Allgemein wird seinem Namen der Ehrentitel „Shonin“ (Heiliger, Weiser) beigestellt, von den Anhängern der Nichiren-Shôshû und der Soka Gakkai wird er als Buddha verehrt und deshalb als Daishonin (Großer Heiliger, -Weiser) betitelt.

    Hallo Benkei,


    leider ist Dir ein winzig kleiner Fehler unterlaufen. Zwar führten Nichiren Shonins Lehren zur Formierung von Schulen, die sich auf Nichiren Shonin berufen (bei manchen auch bekannt als Nichiren Daishonin), aber selbst hat er nie eine Schule geründet. Er legte selbst nie die Roben des Tendai ab.

    Es ist auch anzunehmen, dass sich seine Schüler anfangs mehrheitlich in einer (kritsichen) Tradition des Tendai sahen.

    In den Jahrhunderten nach seinem Tod gab es eine ganze Zeit lang eben nur Tempel die sich den Lehren Nichiren Shonins verpflichtet fühlten – mehr nicht.

    Wenngleich die einzelnen Tempel teilweise mehr als 750 Jahre alt sind (Beispiel der Kuon-Ji Tempel), formierte sich die Nichiren Shu als ordentliche Schule erst im 19. Jahrhundert. Zuvor zeichneten sich diese Tempel dadurch aus das sie sich größtenteils nicht den staatlich verordneten Gebeten zum Wohl des Landes anschließen mochten -somit eben auch ein zwiespältiges Verhältnis zur Regierung bzw. Shogunat..

    Selbst die Nichiren Shoshu wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. Interessanterweise wollten die Tempel die sich auf den Nichiren Schüler Nikko berufen zu einer eigenen separaten Schule vereinigen, der Taiseki-ji-Tempel fürchtete jedoch um seine Vormacht innerhalb der Nikko-Tempel und somit bestand die Nichiren Shoshu lediglich aus dem Taiseki-ji inklusive seiner Außenstellen.


    Gassho

    Catflap

  • Benkei
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    • 29. Mai 2009 um 20:00
    • #17

    Namaste!

    Sorry - ist ein bisschen OT.

    Hallo catflap08,

    catflap08:

    Hallo Benkei,
    leider ist Dir ein winzig kleiner Fehler unterlaufen. Zwar führten Nichiren Shonins Lehren zur Formierung von Schulen, die sich auf Nichiren Shonin berufen (bei manchen auch bekannt als Nichiren Daishonin), aber selbst hat er nie eine Schule geründet. Er legte selbst nie die Roben des Tendai ab.


    Ja und Nein.

    Es ist so eine Sache mit den "Gründern" und "Übermittlern" religiöser Traditionen: sie selbst sehen sich meistens nicht als Schöpfer von etwas Neuem, sondern wollen das Alte, Ursprüngliche aus dem sie stammen -und dem sie ja auch meist einiges zu verdanken haben- verbessern oder ggf. auch reformieren.

    Kaum ein Religionsstifter errichtete faktisch zu Lebzeiten eine neue eigenständige Religion. Nichiren sah sich tatsächlich als Tendai-Mönch in der Nachfolge Saichos, Mian-los und Chih-Is, ebenso wie sich wahrscheinlich auch Honen und Eisai als Tendai-Mönche ansahen (wobei letzterer wohl ein schlechteres Beispiel ist). Auch Jesus wird ja als Religionsstifter des Christentums angesehen, obwohl man frühestens mit Paulus von einer eigenenständigen Tradition sprechen kann. Jesus war ganz klar jüdischen Glaubens.

    Vielleicht sollte ich meinen Satz also umformulieren und schreiben: "Stattdessen stiftete (oder "verursachte") er eine neue Tradition".

    Nix für Ungut und meinen Dank für die aufschlussreichen Zusatzinfos :D

    < gasshô >

    Benkei

    - Na'Myoho Renge-kyo -

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • catflap08
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    • 30. Mai 2009 um 04:20
    • #18
    Zitat

    Vielleicht sollte ich meinen Satz also umformulieren und schreiben: "Stattdessen stiftete (oder "verursachte") er eine neue Tradition"

    Naja also zumindets hier im Forum musst nicht mehr umformulieren :)

    Liegt eben auch daran, dass die in Deutschland verbreiteten Infos meist nur von einer grossen Nichiren-Schule stammen, da wird leider meist was weggelassen.
    Gassho
    catflap

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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