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Sutren "Auflösung des Leides aus lieb, angenehm erscheinendem"

  • Bhavanga
  • 1. Juni 2020 um 15:13
  • Zum letzten Beitrag
  • Bhavanga
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    • 1. Juni 2020 um 15:13
    • #1

    Ich tue mich gerade mit dem richtigen Verständnis einer Kernaussage etwas schwer. Vielleicht könnt ihr mir auf die Sprünge helfen?

    Es geht um die Auflösung des Leids aus Dingen, die lieblich und angenehm erscheinen:


    [lz]

    Digha Nikaya 22, Satipatthana Sutta

    ...

    Was ist aber, ihr Mönche, die heilige Wahrheit von der Leidensauflösung?

    Es ist eben dieses Durstes vollkommen restlose Auflösung, ihn abstoßen, austreiben, fällen, vertilgen.

    Dieser Durst nun aber, ihr Mönche, woraus wird der aufgehoben und vertrieben, wo aufgelöst und zerstört? Was in der Welt lieb erscheint, angenehm erscheint, daraus wird dieser Durst aufgehoben und vertrieben, da wird er aufgelöst und zerstört. Was aber in der Welt erscheint lieb, erscheint angenehm? Das Gesicht in der Welt erscheint lieb, erscheint angenehm, daraus wird dieser Durst aufgehoben und vertrieben, da wird er aufgelöst und zerstört. Das Gehör, der Geruch, der Geschmack, das Getast, das Gedenken in der Welt erscheint lieb, erscheint angenehm, daraus wird dieser Durst aufgehoben und vertrieben, da wird er aufgelöst und zerstört.

    ...[/lz]

    Wie ist dies richtig zu verstehen? Bedeutet es, dass der Geist zu den lieblichen Dingen hingezogen ist, und aufgrund seines Durstes sich in Verwicklungen entfängt, die ihm diesen durch Leid austreiben? Oder eher so herum: dass es Dinge gibt, die lieblicher, angenehmer, heilsamer Natur sind, die den Durst stillen, und ihn so löschen, dass anschliessend kein Durst mehr nach unheilsamen Dingen besteht? Oder noch anders? Wie ist das "Gesicht" zu verstehen - als die Dinge eben, die man in der Welt wahrnimmt, bzw. was sie wahrnimmt, und in dessen (richtiger) Nährung der Durst schwinden kann?

  • Aravind
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    • 1. Juni 2020 um 16:09
    • #2

    Mein Verständnis:

    Bhavanga:

    Bedeutet es, dass der Geist zu den lieblichen Dingen hingezogen ist, und aufgrund seines Durstes sich in Verwicklungen entfängt,

    entfängt= verfängt? Dann: ja. Aus dem Durst danach entsteht Leid.

    Bhavanga:

    die ihm diesen durch Leid austreiben?

    Nein, man selbst treibt den Durst (=Anhaftungen) durch die Übungen und den Achtfachen Pfad (im Sutta weiter unten) aus den Wahrnehmungen aus und vermeidet dadurch das entstehende Leid.

    Gesicht = (altmodisch) für Sehen, oder wahrscheinlich besser für den Inhalt des Sehens. Ebenso "Getast".

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Bhavanga
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    • 5. Juni 2020 um 14:46
    • #3

    Danke für den Hinweis. So habe ich die Lehre bis jetzt auch verstanden, nur die Aussagen im von mir zitierten Text haben mich etwas verwirrt, wie sie richtig zu verstehen sind.

    Mir ist gerade noch eingefallen, dass man sie auch so sehen könnte: Der Durst findet (vorrübergehende) Auflösung in der Befriedigung durch angenehmes, das ja durchaus auch Teil des Leidens sein kann. Das sucht man ja auch als leidender durstiger, das angenehme, erwünschte, die Erfüllung der Begierden. Da die Befriedigung jedoch auch Leiden und Anhaftungen nährt, entsteht schnell durch das "Trinken" von angenehmem neues Leid bzw. Anhaftungen, ein Teufelskreis. Erst wenn der Durst überwunden wird, nährt man auch nicht mehr die Anhaftungen, und kann sich nach und nach befreien.

    Dann gibt es aber noch heilsame Dinge, die in ihrer Qualität durchaus angenehm sind. Etwa das Nirvana: als der Buddha es erlangte, verweilte er erst einmal 7 Tage darin, wohl unter anderem die Linderung geniessend. Ist es dann nicht auch so, dass diese Dinge sich meist im Grunde dem Durst (und der Anhaftung) entziehen, da sie nur durch Gierlosigkeit, also nicht durch Ergreifen bzw. "Trinken" erlangt werden, sondern sich als Konsequenz von heilsamen Handlungen ergeben?

    Anmerkungen und Richtigstellungen dazu sind willkommen. Ich sehe, ich habe was diese Lehre angeht noch viel zu lernen und viel wirres Verständnis zu überwinde.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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