1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhistische Schulen/Strömungen
  3. Theravada-Buddhismus

Geisteskontinuum im parinibbana

  • CLK93
  • 25. Juni 2019 um 18:08
  • Zum letzten Beitrag
  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 28. Juni 2019 um 07:47
    • #26
    CLK93:

    Egal ob man den Begriff Götter auf die eine oder andere Weise versteht, wenn er von Göttern redet, dann meint er da ja wohl nichts metaphorisches. Und da keiner weiß, ob es Götter gibt oder nicht, ist auch die Aussage des Buddhas hierzu dementsprechend nur reine Spekulation.

    Nach Aussage des Buddha (und anderen) ist es doch eindeutig das es höhere Wesen (Götter,Engel) gibt.

    Für dich ist es vielleicht Spekulation, aber nicht für den Buddha. Er macht da doch eine

    eindeutige klare Ansage. Nur weil du von Spekulation sprichst bedeutet das doch nichts.

  • Thorsten Hallscheidt
    Reaktionen
    4.379
    Punkte
    18.574
    Beiträge
    2.763
    Mitglied seit
    2. März 2019
    • 28. Juni 2019 um 08:51
    • Offizieller Beitrag
    • #27

    Viele Dinge, über die im Buddhismus die Rede ist, sind sprachlich – wenn überhaupt – nur sehr schwer zu fassen, weil es um Erfahrungswirklichkeiten geht. Daher gibt es viele Textpassagen, die vage sind, metaphorisch, bildhaft, wie Gleichnisse. Sie können eine Richtung weisen, eine Ahnung vermitteln. Eindeutige und klare Aussagen sind nur auf dem Bereich der Sprache möglich – und daher immer auch zweifelhaft, weil die Wirklichkeit, auf die sich die Sprache bezieht und die Sprache selbst zwei völlig unterschiedliche Kategorien sind. Die Sprache erzeugt Vorstellungen, die nie mit der Wirklichkeit übereinstimmen können. Erfahrungen versucht man in Worte zu fassen, doch nie werden Worte die Einfachheit der Erfahrung in ihrer totalen Komplexität transportieren können.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
    • Nächster offizieller Beitrag
  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 28. Juni 2019 um 13:06
    • #28

    S.44.4

    Spock:

    OT: accinca das ist total schön was du da gebastelt hast, aber achte bitte beim Zitieren auf die Quellenangabe.

    S.44.4

  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (46)
    • 28. Juni 2019 um 13:27
    • #29
    Thorsten Hallscheidt:

    Viele Dinge, über die im Buddhismus die Rede ist, sind sprachlich – wenn überhaupt – nur sehr schwer zu fassen, weil es um Erfahrungswirklichkeiten geht.

    Es geht ja hier in dem Thread nicht darum, worüber in einem Buddhismus die Rede ist. Sondern eher was in den Lehrreden steht, also welche Worte man dem Buddha oder anderen Sprechern darin zuschreibt.

    Es fällt mir schwer den Begriff "Erfahrungswirklichkeit" zu verstehen. Etwas was erfahren wird, wird (wirklich) erfahren.

    In den Lehrreden geht es nicht um "Erfahrungswirklichkeiten", sondern u.a. darum, was eine (Sinnes -) Erfahrung nur sein kann, wodurch bedingt (Sinnes-) Erfahrungen sind.

    Thorsten Hallscheidt:

    Daher gibt es viele Textpassagen, die vage sind, metaphorisch, bildhaft, wie Gleichnisse.

    Für dich sind vielleicht viele Passagen (in den Lehrreden?) vage. Für andere sind es in diesen Fällen vielleicht vorsichtige Formulierungen, die unter grösster Achtsamkeit ausgesprochen wurden. Kannst du eine solche "vage Textpassage" zitieren?

    Mit Gleichnissen versucht man allgemein die Welt zu beschreiben. Schaue dir zB Gleichungen der Physik an. Das sind Gleichnisse.

    Thorsten Hallscheidt:

    Eindeutige und klare Aussagen sind nur auf dem Bereich der Sprache möglich – und daher immer auch zweifelhaft, weil die Wirklichkeit, auf die sich die Sprache bezieht und die Sprache selbst zwei völlig unterschiedliche Kategorien sind.

    Eine unmittelbare (Sinnes-) Erfahrung und eine Vorstellung mitHilfe von Formulierungen (auch eine SinnesErfahrung) - das sind zwei verschiedene SinnesErfahrungen.

    Nehmen wir das Wort "Gefühl". Das Wort wird gesprochen, weil es Gefühl gibt.

    Man kann sowohl über das Wort sprechen, als auch über das Gefühl. Das macht die Sache kompliziert. Worüber spricht man nun eigentlich? Über das Gefühl und wie es wirklich entsteht, oder spricht man nur über durch Unwissenheit aufrechterhaltene und gebildete Vorstellungen/Begriffe?

    Deswegen werden in den Lehrreden x Ansichtsarten vorgestellt, es wird hier also auch über das Wort und die zugrundeliegenden nicht erkannten Annahmen, also Geistrübungen gesprochen.

    Thorsten Hallscheidt:

    Die Sprache erzeugt Vorstellungen, die nie mit der Wirklichkeit übereinstimmen können

    Formulierungen werden in Abhängigkeit aufgefasst. Sprechen heisst: Vorstellungsentstehung bewirken zu wollen. Eine Vorstellung, also (auch) der Begriff (das kommt von ergreifen) stimmt mit den anderen Gegenständen einer so verstandenen Wirklichkeit insofern absolut darin überein, als er ebenso vergänglich (wie andere Entstehungen der Welt) ist und nicht das ist, was man zumeist von ihnen annimmt.

    Konkret: eine Sprache ist nicht etwas, was Vorstellungen erzeugt. So einfach ist es sicher nicht.

    Thorsten Hallscheidt:

    Erfahrungen versucht man in Worte zu fassen, doch nie werden Worte die Einfachheit der Erfahrung in ihrer totalen Komplexität transportieren können.

    Jetzt gibt es Künstler und heutzutage auch Wissenschaftler die ohne es zu wissen eigentlich eine Kunst betreiben. Die versuchen (zB in der Phänomenologie) schon Erfahrungen in einer "totalen Komplexität" (die gar nicht so komplex ist, denn die Erfahrungsmöglichkeiten sind beschränkt) abzubilden.

    Dann gibt es Gelehrte. Die wollen keine Erfahrungen transportieren, sondern ein Wissen vermitteln. Es geht hier also gar nicht darum, Erfahrungen in Worte zu fassen (obwohl man ohne Erfahrungen natürlich nichts sagen könnte). Es geht darum, eine Erfahrung des Verstehens zu ermöglichen. Und nicht darum, eine relativ beliebige Nachempfindung einer eigenen sozusagen nur privaten Erfahrung zu ermöglichen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Alephant (28. Juni 2019 um 13:39)

  • CLK93
    Themenautor
    Reaktionen
    5
    Punkte
    540
    Beiträge
    90
    Mitglied seit
    20. Mai 2019
    • 28. Juni 2019 um 22:47
    • #30
    accinca:

    Und was ist, Bruder, der Anlaß, was ist der Grund, daß sich der Erhabene darüber nicht geäußert hat?"

    "Wenn Bruder, die Form, das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein nicht der Wirklichkeit gemäß erkannt und gesehen werden, ihr Entstehen, ihre Auflösung und das zu ihrer Auflösung führende Vorgehen, dann denkt man:


    'Der Vollendete besteht nach dem Tode, der Vollendete besteht nicht nach dem Tode, der Vollendete besteht sowohl als auch nicht nach dem Tode, der Vollendete besteht weder-noch besteht er nicht nach dem Tode'.


    Wird aber, Bruder, die Form, das Gefühl die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein der Wirklichkeit gemäß erkannt und gesehen, ihr Entstehen, ihre Auflösung und das zu ihrer Auflösung führende Vorgehen, dann denkt man nicht:


    'Der Vollendete besteht nach dem Tode, der Vollendete besteht nicht nach dem Tode, der Vollendete besteht sowohl als auch nicht nach dem Tode, der Vollendete besteht weder-noch besteht er nicht nach dem Tode'.

    Das ist der Anlaß, Bruder, das ist der Grund, daß sich der Erhabene darüber nicht geäußert hat".

    Alles anzeigen

    Was soll mir das nun sagen? 🤔

    Letztendlich geht es hier ja nur darum, dass es zwei Ansichten gibt. Die erste, dass man an Leid und Verblendung festhält und an eine Existenz nach dem Tod glaubt. Und die zweite, dass man Leid und Verblendung loslässt und sich erst garnicht mit solchen Fragen auseinandersetzt, ob es eine Existenz nach dem Tod gibt, unabhängig davon ob es wirklich etwas nach dem Tod gibt oder eben nicht.

    Hier gibt der Buddha also auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach der Existenz nach dem Tod, sondern stellt nur die beiden Seiten da.

    accinca:
    CLK93:

    Egal ob man den Begriff Götter auf die eine oder andere Weise versteht, wenn er von Göttern redet, dann meint er da ja wohl nichts metaphorisches. Und da keiner weiß, ob es Götter gibt oder nicht, ist auch die Aussage des Buddhas hierzu dementsprechend nur reine Spekulation.

    Nach Aussage des Buddha (und anderen) ist es doch eindeutig das es höhere Wesen (Götter,Engel) gibt.

    Für dich ist es vielleicht Spekulation, aber nicht für den Buddha. Er macht da doch eine

    eindeutige klare Ansage. Nur weil du von Spekulation sprichst bedeutet das doch nichts.

    OK, ich gebe dir zum Teil Recht. Unzwar deshalb, weil es für Buddha eindeutig war, das es Götter gibt bzw gab. Aber auf der anderen Seite muss man sagen, daß er und die Anderen wohl die einzigen waren, deren Erzählung in den Pali Kanon übernommen wurden. Somit steht der Wahrheitsgehalt wohl noch aus, wahrscheinlich auch deshalb, weil nach ihnen, keiner mehr Kontakt zu den Göttern hatte (oder vielleicht doch?)

    accinca:
    Thorsten Hallscheidt:

    Glücklicherweise gehört der Buddha nicht dazu. Zu vielen Dingen, die in Spekulationen enden würden, hat er einfach geschwiegen.

    So kann man es sich auch erklären wenn man will und

    genau das werde ich jetzt auch machen. Beim Schweigen

    kann ja jeder eben glauben was er will bzw. glaubt glauben zu müssen

    und das sage ich nicht um jemand anderen abzuwerten

    obwohl ich nicht glaube das deine Ansicht beim Buddha zutreffend ist.

    Woraus sich ergibt, das der Buddha schweigen konnte wenn Worte

    sinnlos waren.

    Alles anzeigen


    Ich hab ja gestern, wie du vielleicht gesehen hast, eine lange Auflistung von Zitaten erbracht, die von einer Spekulationssicht des Buddhas ausgehen. Lag ich damit etwa falsch?

    Worauf stützt du deine Meinung, dass der Buddha lediglich geschwiegen hat, weil Worte sinnlos waren und er sich somit nicht in Spekulationen verwickeln wollte? Hast du Quellen, wo man nachlesen kann oder ist es eher eine Interpretation deinerseits?

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 28. Juni 2019 um 23:03
    • #31
    CLK93:

    Hier gibt der Buddha also auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach der Existenz nach dem Tod, sondern stellt nur die beiden Seiten da

    Die Sutte beginnt mit den Worten:

    "Und was ist, Bruder, der Anlaß, was ist der Grund, daß sich der Erhabene darüber nicht geäußert hat?"

    Danach besteht die Absicht der Sutte darin, zu erklären warum der Buddha sich dazu nicht geäußert hat.

    Es gibt aber keine Absicht oder Grund sich zu äußern, sondern nur zu erklären warum er sich nicht geäußert hat.

    CLK93:

    Hier gibt der Buddha also auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach der Existenz nach dem Tod, sondern stellt nur die beiden Seiten da.

    Dazu gibt es ja genug andere Lehrreden mit völlig eindeutigen Antworten.

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (28. Juni 2019 um 23:08)

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 28. Juni 2019 um 23:16
    • #32
    CLK93:

    Worauf stützt du deine Meinung, dass der Buddha lediglich geschwiegen hat, weil Worte sinnlos waren und er sich somit nicht in Spekulationen verwickeln wollte? Hast du Quellen, wo man nachlesen kann oder ist es eher eine Interpretation deinerseits?

    Es gibt unterschiedliche Grunde warum ein Buddha schweigt.

    Einer davon ist das eine es nicht heilsam wäre. Das ist nicht meine

    Interpretation sondern kann kann man nachlesen in der Lehre.

  • CLK93
    Themenautor
    Reaktionen
    5
    Punkte
    540
    Beiträge
    90
    Mitglied seit
    20. Mai 2019
    • 29. Juni 2019 um 00:14
    • #33
    accinca:
    CLK93:

    Hier gibt der Buddha also auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach der Existenz nach dem Tod, sondern stellt nur die beiden Seiten da

    Die Sutte beginnt mit den Worten:

    "Und was ist, Bruder, der Anlaß, was ist der Grund, daß sich der Erhabene darüber nicht geäußert hat?"

    Danach besteht die Absicht der Sutte darin, zu erklären warum der Buddha sich dazu nicht geäußert hat.

    Es gibt aber keine Absicht oder Grund sich zu äußern, sondern nur zu erklären warum er sich nicht geäußert hat.

    Ja, er hat sich dazu nicht geäußert, weil es einige gibt, die so denken und andere die so denken. Er verfolgt den mittleren Weg und nicht die Extremen.

    accinca:
    CLK93:

    Hier gibt der Buddha also auch keine endgültige Antwort auf die Frage nach der Existenz nach dem Tod, sondern stellt nur die beiden Seiten da.

    Dazu gibt es ja genug andere Lehrreden mit völlig eindeutigen Antworten.

    Sicherlich, aber nicht in Bezug auf unsere Diskussion hier gerade, oder etwa doch? Wenn ja, wären Quellen echt nett!

    accinca:
    CLK93:

    Worauf stützt du deine Meinung, dass der Buddha lediglich geschwiegen hat, weil Worte sinnlos waren und er sich somit nicht in Spekulationen verwickeln wollte? Hast du Quellen, wo man nachlesen kann oder ist es eher eine Interpretation deinerseits?

    Es gibt unterschiedliche Grunde warum ein Buddha schweigt.

    Einer davon ist das eine es nicht heilsam wäre. Das ist nicht meine

    Interpretation sondern kann kann man nachlesen in der Lehre.

    Hast du denn aber konkret Anhaltspunkte, wo ich mal durchstöbern kann?

    Das würde sehr helfen!

    2 Mal editiert, zuletzt von CLK93 (29. Juni 2019 um 00:24)

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 29. Juni 2019 um 02:11
    • #34
    CLK93:

    Ja, er hat sich dazu nicht geäußert, weil es einige gibt, die so denken und andere die so denken. Er verfolgt den mittleren Weg und nicht die Extremen.

    Naja wie du denkst ist ja deine Sache.

    Der Buddha sagt ja eben dazu, dass diejenigen, die die Form,

    das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen,das Bewußtsein

    nicht der Wirklichkeit gemäß erkannt und ihr Entstehen, ihre Auflösung

    und das zu ihrer Auflösung führende Vorgehen, deswegen entweder denken würden:

    'Der Vollendete besteht nach dem Tode,

    oder

    der Vollendete besteht nicht nach dem Tode,

    oder

    der Vollendete besteht sowohl als auch nicht nach dem Tode,

    oder

    der Vollendete besteht weder-noch besteht er nicht nach dem Tode'.

    Diese könnten nicht anderes darüber denken als nur so. Nur diejenigen

    die es der Wirklichkeit gemäß erkannt hätten könnten so nicht denken.

  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (46)
    • 29. Juni 2019 um 03:42
    • #35

    So wie man denken kann:

    ein Selbst besteht (nach dem Tod),

    oder es besteht nicht (nach dem Tod)

    oder es besteht sowohl als auch nicht (nach dem Tod),

    oder weder besteht es (nach dem Tod) noch besteht es nicht

  • Thorsten Hallscheidt
    Reaktionen
    4.379
    Punkte
    18.574
    Beiträge
    2.763
    Mitglied seit
    2. März 2019
    • 29. Juni 2019 um 11:34
    • Offizieller Beitrag
    • #36

    Hallo Vedana.

    Hier ein Beispiel einer vagen Formulierung. (Lies den Palikanon, dann wirst Du selbst noch viele Beispiele finden.)


    S.56.20. Sosein - Tatha Sutta


    [lz]

    Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders. Welche vier? Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen. Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders.[/lz]


    [lz]

    Erfahrungswirklichkeit[/lz]

    Es gibt auch Erfahrungen, die andere Menschen haben und davon berichten. Die Erfahrungen sind vorhanden, für mich aber nicht so wirklich / wirksam wie es die eigene Erfahrung wäre. Die buddhistische Lehre wird oft mit einer Landkarte verglichen. Man kann die Landkarte (die Lehre) auswendig lernen, wie man auch die Lehre des Buddha auswendig lernen kann, das Land selbst zu durchwandern, die Lehre im eigenen Leben nachzuvollziehen, ist etwas komplett anderes. Ebenso ist es ein Unterschied, ob man von Erfahrungen hört oder sie selbst macht.


    [lz]

    Schaue dir zB Gleichungen der Physik an. Das sind Gleichnisse.[/lz]

    Nein, das sind Modelle. Ein Gleichniss ist das hier.


    [lz]

    Nehmen wir das Wort "Gefühl". Das Wort wird gesprochen, weil es Gefühl gibt.[/lz]

    Klar. Dennoch ist das Wort Baum nicht der Baum selbst.


    [lz]

    Über das Gefühl und wie es wirklich entsteht, oder spricht man nur über durch Unwissenheit aufrechterhaltene und gebildete Vorstellungen/Begriffe?[/lz]

    Der Buddha spricht über das, was Leiden erzeugt: Begierde, Hass und Unwissenheit. Alle drei sind auch bei Menschen (bei Wesen) aktiv, die keinen Begriff davon haben.


    [lz]

    Eine Vorstellung, also (auch) der Begriff (das kommt von ergreifen) stimmt mit den anderen Gegenständen einer so verstandenen Wirklichkeit insofern absolut darin überein, als er ebenso vergänglich (wie andere Entstehungen der Welt) ist und nicht das ist, was man zumeist von ihnen annimmt.[/lz]

    Begriffe sind nicht unbeständig. Das Wort Haus kann nicht verfallen. Das Wort Apfel nicht verfaulen. (siehe -> Der Unterschied zwischen statischen und nicht-statischen Phänomenen)


    [lz]

    Konkret: eine Sprache ist nicht etwas, was Vorstellungen erzeugt.[/lz]

    Wenn ich ein Buch lese, erzeugt das in mir Vorstellungen. Bei Dir nicht?


    [lz]

    die gar nicht so komplex ist, denn die Erfahrungsmöglichkeiten sind beschränkt[/lz]

    Komplexität von Erfahrung hat nichts mit der Begrenztheit von Erfahrung zu tun. Denk mal an das Schachspiel oder an die Menge der natürlichen Zahlen zwischen 0 und 1, oder den Umfang Großbritaniens (Messung von Küstenlängen). Spätestens in der Meditation wird klar, wie weit Du mit Sprache kommst, wenn es um die Vermittlung von Erfahrung geht. Aber auch bei alltäglichen Erfahrungen:

    Versuch mal, das visuelle, haptische und akkustische Erlebnis "sommerlicher Baumes bei Wind und Sonne" komplett zu beschreiben. Es gibt dazu einige genial gescheiterte Versuche in der Literaturgeschichte. Oder versuche einmal zu beschreiben, welche Ursache-Wirkung-Verkettungen die Kurve eines Blattes beeinflusst, das im Herbst von einem Baum fällt. Mit Gefühlen und Erfahrungen ist es ebenso, nur noch sehr viel komplexer.

    Der Buddha schweigt zu vielen Themen, weil es nicht darum geht, woher der Pfeil gekommen ist, wer ihn abgeschossen und wer ihn gemacht hat. Es geht darum, den Pfeil möglichst schnell zu entfernen.

    Viele Grüße

    Thorsten

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 29. Juni 2019 um 11:45
    • #37
    Zitat

    Wenn nun, o Mönch, einer sagte: 'Außerhalb von Körperlichkeit,

    Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen

    will ich des Bewusstseins Kommen oder Gehen,

    Schwinden oder Entstehen, Wachstum, Entwicklung,

    Fülle verkünden' – so besteht keine Möglichkeit dafür. S.22.55

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 29. Juni 2019 um 12:20
    • #38
    Zitat

    Was meinst du, Anurādha,

    betrachtest du die Körperlichkeit als den Vollendeten?" – "Wahrlich nicht, o Herr." –

    "Betrachtest du das Gefühl –

    die Wahrnehmung –

    die Gestaltungen –

    das Bewusstsein als den Vollendeten?" – "Wahrlich nicht, o Herr."

    "Was meinst du, Anurādha:

    "Betrachtest du den Vollendeten als in der Körperlichkeit?" – "Wahrlich nicht, o Herr." –

    "Betrachtest du den Vollendeten als im Gefühl – in der Wahrnehmung – in den Gestaltungen – im Bewusstsein?" -

    "Wahrlich nicht, o Herr."

    "Betrachtest du den Vollendeten als außerhalb der Körperlichkeit?" –

    "Wahrlich nicht, o Herr." –

    "Betrachtest du den Vollendeten als außerhalb von Gefühl –

    als außerhalb von Wahrnehmung – von Gestaltungen - von Bewusstsein?" –

    "Wahrlich nicht, o Herr."

    "Was meinst du, Anurādha:

    Betrachtest du Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewusstsein (zusammen) als den Vollendeten?" - "Wahrlich nicht, o Herr."

    21. "Was meinst du, Anurādha:

    Einen, der ohne Körperlichkeit ist, ohne Gefühl, ohne Wahrnehmung, ohne Gestaltungen und ohne Bewusstsein, betrachtest du den als den Vollendeten?" - "Wahrlich nicht, o Herr."

    22. "Da nun also von dir, o Anurādha, der Vollendete nicht einmal bei Lebzeiten wirklich und wahrhaft aufgefunden werden kann, ist dann deine Behauptung angebracht:

    'Der da der Vollendete ist, das höchste Wesen, das edelste Wesen, der das höchste Ziel erreicht hat; soll ein solcher Vollendeter bezeichnet werden, dann wird er es außerhalb dieser vier Möglichkeiten:

    • Der Vollendete besteht nach dem Tode
    • der Vollendete besteht nicht nach dem Tode
    • der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode
    • der Vollendete besteht weder noch besteht er nicht nach dem Tode."

    "Wahrlich nicht, o Herr."

    "Gut, gut, Anurādha! Dies nur, o Anurādha, verkünde ich, früher wie heute: das Leiden und des Leidens Aufhebung."

    S 22, 86

    Alles anzeigen
  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (46)
    • 29. Juni 2019 um 12:45
    • #39

    [lz]

    S.56.20. Sosein - Tatha Sutta

    Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders. Welche vier? Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen. Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders.[/lz]

    Samyutta Nikaya 56

    Ein Blick in S. 56. 19 könnte diese Erklärung weniger vage erscheinen lassen.


    [lz]

    S.56.19. Erläuterungen - Saṅkāsana Sutta

    • Das ist die edle Wahrheit vom Leiden, das ist, ihr Mönche, von mir aufgezeigt worden.
    • Das ist die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung,
    • der Leidensauflösung,
    • von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen', das ist, ihr Mönche von mir aufgezeigt worden.

    Sonst wären

    • unermeßlich die Schattierungen,
    • unermeßlich die Bestimmungen,
    • unermeßlich die Erläuterungen

    für 'Dies ist die edle Wahrheit vom Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

    Daher hast du dich, o Mönch, anzustrengen, um zu erkennen:

    • Das ist das Leiden,
    • das die Leidensentwicklung,
    • das die Leidensauflösung,
    • das das zu Leidensauflösung führende Vorgehen'".

    [/lz]

    Samyutta Nikaya 56

    Das heisst (dein obiges Beispiel für eine "vage Textpassage" betreffend). Es gibt Leid. Das ist genau bestimmbar. Es gibt Leidentwicklung. Die ist genau aufzeigbar/bestimmbar. Es gibt die Auflösung des Leides. Das ist eindeutig aufzeigbar. Und auch der Weg dahin, welcher ebenso eindeutig und nur so ist und auch erklärbar ist.

    Thorsten Hallscheidt:

    Nein, das sind Modelle. Ein Gleichniss ist das hier.

    Schau genau auf das Gleichheitszeichen mathematischer Gleichungen. Da kannst du die Gleichnisse besser erkennen. Das ist aber gar nicht so mein Punkt. Der Hinweis war, dass man allgemein die Welt mitHilfe von Gleichnissen zu beschreiben sucht. Nicht nur und nicht ohne erkennbare verschiedene Ordnungen (Dein Begriff "Modell"?).

    Um auf deinen Punkt besser einzugehen. Ich sträubte mich gegen die Behauptung von dir: "da sind vage Textpassagen". Du findest die vage. Andere nicht. Vielleicht findest du dein Beispiel zu so einer vagen/schwerer verständlichen Aussage nun nicht mehr so vage.

    Thorsten Hallscheidt:

    Begriffe sind nicht unbeständig. Das Wort Haus kann nicht verfallen. Das Wort Apfel nicht verfaulen. (siehe -> Der Unterschied zwischen statischen und nicht-statischen Phänomenen)

    Doch das sind sie: unbeständig. Im einfachen Fall einer Begründung braucht man nur auf untergegangene, nicht mehr gesprochene Sprachen zu verweisen oder auf "Bedeutungsverschiebungen".

    Thorsten Hallscheidt:

    Wenn ich ein Buch lese, erzeugt das in mir Vorstellungen. Bei Dir nicht?

    Doch klar. Ich versuchte dir nur zu zeigen, dass es eben von dir eine vage Aussage ist: Sprache erzeugt Vorstellungen. Denn es erzeugt keine Sprache Vorstellungen. Ich schrieb dir widersprechend, weil ich den Eindruck hatte, dass du in der Sprache etwas Unveränderliches, Stabiles, aus sich allein heraus Wirkungsmächtiges, also Etwas vom Rest Abgetrenntes siehst (Geisteskontinuum im parinibbana). Und hierauf weitere Ansichten zu stützen suchst. Ebenso hattest du auf meine Entgegnung geantwortet, in dem du nun schriebst, dass Begriffe nicht unbeständig wären.

    Thorsten Hallscheidt:

    Versuch mal, das visuelle, haptische und akkustische Erlebnis "sommerlicher Baumes bei Wind und Sonne" komplett zu beschreiben. Es gibt dazu einige genial gescheiterte Versuche in der Literaturgeschichte. Oder versuche einmal zu beschreiben, welche Ursache-Wirkung-Verkettungen die Kurve eines Blattes beeinflusst, das im Herbst von einem Baum fällt. Mit Gefühlen und Erfahrungen ist es ebenso, nur noch sehr viel komplexer.

    Eben solche Versuche entspringen dem Ich-Dünkel. Und je mehr man das erkennt, dass all diese Versuche, sinnliche Erfahrungen zu beschreiben (und nicht eine Lehre darzulegen) eher dazu führen Neigungen zu stärken oder zu bilden, desto weniger werden die Versuche, zB "Ursache-Wirkung-Verkettungen" einer Flugkurve eines vom Baum gewehten Blattes anzunehmen und erklären zu wollen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Alephant (29. Juni 2019 um 13:01)

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 29. Juni 2019 um 13:47
    • #40
    Vedana:

    Doch klar. Ich versuchte dir nur zu zeigen, dass es eben von dir eine vage Aussage ist: Sprache erzeugt Vorstellungen. Denn es erzeugt keine Sprache Vorstellungen. Ich schrieb dir widersprechend, weil ich den Eindruck hatte, dass du in der Sprache etwas Unveränderliches, Stabiles, aus sich allein heraus Wirkungsmächtiges, also Etwas vom Rest Abgetrenntes siehst (Geisteskontinuum im parinibbana). Und hierauf weitere Ansichten zu stützen suchst. Ebenso hattest du auf meine Entgegnung geantwortet, in dem du nun schriebst, dass Begriffe nicht unbeständig wären.

    Dazu möchte ich auch noch etwas sagen, was vielleicht einigen Mißverständnissen vorbeugt:

    In der Tat sind es doch oftmals die Begriffe, Namen, Vorstellungen die eine viel größere

    Stabilität und Langlebigkeit vortäuschen und dadurch der Illusion einer mehr dauerhafteren Welt

    erzeugen. Also kann man sagen viel dauerhafter als die Dinge die sie beschreiben sind oft die Begriffe.

    Denn obwohl sich alles ständig verändert sind die Bezeichnungen oft viel langlebiger - innerhalb

    bestimmter Parameter versteht sich. So sagt man auch das der Fluß und der Name lange gleich

    bleiben, obwohl das Wasser des Fußes ständig ein anderes ist.

  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (46)
    • 29. Juni 2019 um 13:54
    • #41

    Genau das hatte ich mir nachträglich auch gedacht und wollte es schreiben :)

    Dann sind mir andere stabilere Erscheinungen eingefallen und mir war das zu kompliziert das auszuführen. Aber der Punkt ist schon wichtig. Es wird ja noch leidend an Vorstellungen angehangen, wenn das Objekt schon längst nicht mehr ist.

  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (46)
    • 29. Juni 2019 um 15:01
    • #42

    Der Punkt ist noch viel tiefer zu sehen.

    Zum Zusammenhang von Namensgebung, Berührung und (Namens-)Ding:


    [lz]

    20. 'Durch Name und Materie bedingt ist Berührung', wenn das so gesagt wird, soll man, Ānanda, das in dieser Weise verstehen, wie Berührung durch Name und Materie bedingt ist: Wenn durch die Benennung, Ānanda, ein Name entsteht, durch welche Charakteristika, durch welche Merkmale, durch welche Zeichen, durch welche Symbole auch immer, wenn diese Charakteristika, diese Merkmale, diese Zeichen, diese Symbole überhaupt nicht wären, könnte man dann Materie durch eine Benennung erfassen?" - "Nein, das nicht, Verehrungswürdiger." -

    "Wenn durch die Benennung, Ānanda, eine Materie erscheint, durch welche Charakteristika, durch welche Merkmale, durch welche Zeichen, durch welche Symbole auch immer, wenn diese Charakteristika, diese Merkmale, diese Zeichen, diese Symbole überhaupt nicht wären, könnte man dann durch Benennung eine Materie erfahren?" - "Nein, das nicht, Verehrungswürdiger."

    "Wenn durch die Benennung, Ānanda, Name und Materie erscheinen, durch welche Charakteristika, durch welche Merkmale, durch welche Zeichen, durch welche Symbole auch immer, wenn diese Charakteristika, diese Merkmale, diese Zeichen, diese Symbole überhaupt nicht wären, könnte man dann durch Benennung Name und Materie erfahren?" - "Nein, das nicht, Verehrungswürdiger."

    "Wenn durch die Benennung, Ānanda, Name-Materie (ein Individuum) erscheint, durch welche Charakteristika, durch welche Merkmale, durch welche Zeichen, durch welche Symbole auch immer, wenn diese Charakteristika, diese Merkmale, diese Zeichen, diese Symbole überhaupt nicht wären, könnte dann Berührung stattfinden?" - "Nein, das nicht, Verehrungswürdiger." - "Daher, Ānanda, ist dies der Grund, ist dies die Ursache, ist dies die Entstehung, ist dies die Bedingung für die Berührung, nämlich Name und Materie (ein Individuum)."[/lz]

    Lehrrede über die Ursachen

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • Prozess der Wiedergeburt

    • CLK93
    • 20. Juni 2019 um 00:16
    • Theravada-Buddhismus
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.19
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download