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SN 12.15 Der Sproß aus dem Hause Kaccayana

  • Helmut
  • 18. Juni 2018 um 15:02
  • Zum letzten Beitrag
  • Helmut
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    • 18. Juni 2018 um 15:02
    • #1

    Hallo miteinander,

    in diesem Sutta, auch als Kaccanagotta-Sutta bekannt, heißt es zu Beginn des Verses 6:

    " Durch Aufsuchen, Erfassen und Dabeiverbleiben ist ja, Kaccayana, diese Welt zu meist gefesselt."(Übersetzung von W.Geiger)

    Was ist mit Aufsuchen, Erfassen und Dabeiverbleiben hier gemeint?

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Dawa
    Gast
    • 18. Juni 2018 um 15:52
    • #2

    Aufsuchen = man begehrt etwas, spürt Verlangen nach etwas

    Erfassen = man nimmt etwas als "existent" war

    Dabeiverbleiben = dadurch, dass man etwas, als "existent" warnimmt und es begehrt, will man es nicht wieder hergeben, loslassen, sich davon abwenden.

    So würde ich das jetzt interpretieren, ohne den weiteren Kontext zu kennen

    lg

    Dawa

  • Helmut
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    • 19. Juni 2018 um 10:49
    • #3

    Hallo Dawa,

    vielen Dank für deine Antwort.

    In SN12.15 geht es um rechte Ansicht. Kaccayana fragt den Buddha, inwieweit es rechte Ansicht gibt. Ich finde, deine Interpretation passt ganz gut in diesen Kontext, da es nim 6.Vers darum geht, dass die Menschen in dieser Welt gefesselt sind. Mit rechter Ansicht kann man die Fesseln überwinden.

    Inzwischen habe ich eine weitere Übersetzung von SN 12.15 gefunden, und zwar in dem Buch "In den Worten des Buddha" von Bhikkhu Bodhi. Dort wird die erste Zeile von Vers 6 folgendermaßen wiedergegeben:

    "Diese Welt, Kaccana, ist zum größten Teil von Ergreifen, Anhaften und Festhalten gefesselt". Diese Übersetzung finde ich verständlicher als die von W:Geiger und passt auch mit deiner Interpretation zusammen.

    Gruß Helmut

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  • Noreply
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    • 19. Juni 2018 um 19:22
    • #4

    Das entspricht ach meiner Erfahrung mit dieser Welt, heißt meiner Vorstellung der Welt. Durch Ergreifen, Anhaften, Festhalten gefesselt.

  • Helmut
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    • 25. Juni 2018 um 16:41
    • #5

    Hallo miteinander,

    weiter heißt es in dem Sutta, dass die Vorstellungen der meisten Menschen in dieser Welt von zwei Extremen gekennzeichnet ist: dem Extrem des Seins oder dem Extrem des Nicht-Seins. Diese beiden Extreme kann man auch mit westlicher Terminologie als Nihilismus und Eternalismus bezeichnen.

    Beide Extreme lehnt der Buddha ab und sagt, dass er eine Lehre der Mitte verkündet, die diese beiden Extreme negiert und die besteht in den 12 Gliedern des abhängigen Entstehens, die darin besteht, dass

    "Aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen; aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewusstsein usw. usw. Auf solche Weise kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zustande. Aus dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung des Nichtwissens erfolgt die Aufhebung der Gestaltungen; aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung des Bewusstseins usw. usw. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zu stande." (Übersetzung W.Geiger)

    Der Buddha stellte also fest, dass das Denken der meisten Menschen von diesen beiden Extremen bestimmt ist und dass die rechte Ansicht nach der Kaccayana fragt das Gegenmittel gegen diese extremen Auffassungen ist. Wir müssen also erkennen, wie wir durch die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens aufgrund unserer Unwissenheit immer wieder unfreiwillig in Samsara geboren werden und wie wir durch die Überwindung der Unwissenheit auch die Glieder, die uns an Samsara fesseln, überwinden können. So erlangen wir dann die Befreiung.

    Gruß Helmut

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  • Sunu
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    • 25. Juni 2018 um 17:01
    • #6

    Manchmal wird von Unwissenheit geredet und manchmal von Verblendung. Ist eigentlich Eins...und doch passender vlt., wenn man dem Nihilismus verfällt von Unwissenheit zu reden...und wenn man dem Eternalismus verfällt von Verblendung. Bei dem einen fehlt etwas, bei dem anderen ist etwas zu viel... Ist nur so ein Gedanke, der mir dazu gekommen ist.

  • Noreply
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    • 25. Juni 2018 um 17:37
    • #7

    Unwissenheit ist das nicht wissen können wer oder was ICH ist.

    Verblendung ist das glauben wollen das ich bin, weil ich meine Unwissenheit nicht beseitigen will.

    Alles ist unpersönlich und jedes Persönliche ist Verblendung des nicht Wissen Könnens und damit ein Weg um das: "Das weiß ich nicht!" zu erfinden.

    Wer sagt schon gerne auf die Frage:

    Wer bist Du? "Ich weiß es nicht!"

    Woher kommst Du? "Ich weiß es nicht!"

    Was bist Du? "Ich weiß es nicht!"

  • Alephant
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    • 25. Juni 2018 um 22:32
    • #8

    In dieser Sutte wird nicht

    Nihilismus <> Eternalität besprochen, sondern Glaube an eine NichtExistenz der Dinge <> Glaube an ein Atta, also: Glaube daran, dass die Dinge und die Menschen wie sie erscheinen (abgetrennt voneinander & damit mit Eigennatur) wirklich sind.


    [lz]

    Mit dem Begriff Nihilismus (lateinisch nihil, „nichts“) wird allgemein eine Weltsicht bezeichnet, die die Möglichkeit jeglicher objektiven Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung verneint[/lz]

    Nihilismus – Wikipedia

    "Der Nihilismus" behauptet in der Regel eher nicht, dass da nichts existieren würde. "Er" sagt nur, es gäbe keinen Sinn hinter der offensichtlichen Existenz.


    [lz]

    Der Ausdruck Eternalismus bezieht sich auf Positionen, die eine Ewigkeit, d. h. ein Nichtvergehen oder einen Nichtwandel in der Zeit, bestimmter Objekte oder Strukturen postulieren, was sich je nach Kontext auf verschiedenes beziehen kann.[/lz]

    Eternalismus – Wikipedia

    Auch mit diesem Begriff ist nur zum Teil angezeigt um welche extreme Ansicht es hier geht.

    Deswegen ist es nicht so, dass man die in dieser Sutte genannte Extreme irgendwie zuverlässig

    Helmut:

    mit westlicher Terminologie als Nihilismus und Eternalismus bezeichnen

    könnte.

    Aus dem Atta-Glauben ("Die Dinge existieren") geht zweifacher Glaube hervor

    a) Ewigkeitsglaube

    b) Vernichtungsglaube

    Was hier also aufgezeigt wird sind die zwei zu vermeidenden extremen Ansichten: Da ist kein Ding <> da ist ein Ding/Da ist ein Selbst <> Da ist kein Selbst.

    --

    Der Buddha stellte zu seiner Zeit eher fest, dass da bestimmte Sekten einen VernichtungsGlauben lehrten (dem auch heutzutage viele Menschen angehören, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass es lediglich ein Glaube ist) oder einen Ewigkeitsglauben lehrten (dem heutzutage auch einige Leute angehören, ohne sich dessen bewusst zu sein). Beides also Ausprägungen eines Glaubens an ein wirkliches Ding. Was eben so gedacht da sein kann. Oder so gedacht nicht da sein kann.

    Die Sekten, die die KomplettVernichtung eines ICHs propagierten, mussten eben notwendigerweise auch daran glauben, dass es möglich wäre, dass da irgendwie Nichts sein könnte.


    :sunny:

    3 Mal editiert, zuletzt von Alephant (25. Juni 2018 um 23:06)

  • Alephant
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    • 25. Juni 2018 um 23:35
    • #9

    Es geht hier eben auch darum, ein wirkliches, sich veränderndes, aber trotzdem irgendwie mit sich selbst identisches und darum wirkliches Ding als unmöglich annehmbar zu kennzeichnen.

    Weder ist da ein Stift, noch ist da kein Stift. Weder ist da ein ewiger Stift noch ist da kein ewiger Stift.

    Weder ist da ein sich langsam verändernder Stift, noch ist da kein sich langsam verändernder Stift.

    Weil da kein Stift im wirklichen Sinne ist, kann er auch nicht wirklich vernichtet werden. Weil da kein Stift im wirklichen Sinne ist, kann er auch nicht ewig sein.

    Grundsätzlich aber ist da kein Stift für sich - also in dem Sinne wie man ihn denkt (ein vom Rest abgetrenntes Ding, mit lediglich ein paar nennbaren spezifischen Entstehungsbedingungen). Noch ist da eben kein Stift, in dem Sinne, dass man da kein BedingungsGesetz, keinen allgemein formulierbaren Grund für diese Erscheinung aussagen könnte.


    :sunny:

  • accinca
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    • 26. Juni 2018 um 10:54
    • #10
    Ellviral:

    Unwissenheit ist das nicht wissen können wer oder was ICH ist.

    Ohne ein ICH ist es keine Unwissenheit nicht zu wissen wer oder was ICH ist.

    Unwissenheit liegt wohl eher darin zu glauben das es ein ICH geben würde.

  • Noreply
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    • 26. Juni 2018 um 11:05
    • #11
    accinca:
    Ellviral:

    Unwissenheit ist das nicht wissen können wer oder was ICH ist.

    Ohne ein ICH ist es keine Unwissenheit nicht zu wissen wer oder was ICH ist.

    Unwissenheit liegt wohl eher darin zu glauben das es ein ICH geben würde.

    Das ist die am leichtesten zu erkennende Schranke: Da ist kein Ich, doch die ist auch sehr schwer zu durchdringen. Ich habe viele erlebt die mit stolzer Brust erklärten: Da ist kein ICH!

  • Noreply
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    • 26. Juni 2018 um 11:08
    • #12
    pops:

    Es geht hier eben auch darum, ein wirkliches, sich veränderndes, aber trotzdem irgendwie mit sich selbst identisches und darum wirkliches Ding als unmöglich annehmbar zu kennzeichnen.

    Weder ist da ein Stift, noch ist da kein Stift. Weder ist da ein ewiger Stift noch ist da kein ewiger Stift.

    Weder ist da ein sich langsam verändernder Stift, noch ist da kein sich langsam verändernder Stift.

    Weil da kein Stift im wirklichen Sinne ist, kann er auch nicht wirklich vernichtet werden. Weil da kein Stift im wirklichen Sinne ist, kann er auch nicht ewig sein.

    Grundsätzlich aber ist da kein Stift für sich - also in dem Sinne wie man ihn denkt (ein vom Rest abgetrenntes Ding, mit lediglich ein paar nennbaren spezifischen Entstehungsbedingungen). Noch ist da eben kein Stift, in dem Sinne, dass man da kein BedingungsGesetz, keinen allgemein formulierbaren Grund für diese Erscheinung aussagen könnte.


    :sunny:

    Alles anzeigen

    Und nun das Ganze statt dem Wort Stift mit dem Wort Ich. Dann kann ich Dir endlich vorwerfen das Du von Buddha abgeschrieben hast.:):lol::rofl:

    Ps oder von Nagarjuna, oder Dogen?

  • Helmut
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    • 26. Juni 2018 um 11:27
    • #13

    Hallo pops,

    da gebe ich dir Recht. In SN 12.15 sind nicht die beiden Extreme das Thema. Diese werden im 4. und 7.Vers (Übersetzung W.Geiger) ledig benannt, aber nicht erklärt.

    Das eigentliche Thema des Suttas ist die rechte Einsicht, denn Kaccayana fragt den Buddha ja "In wie weit, Herr, gibt es nun rechte Einsicht" (Vers 3). Die beiden genannten Extreme vermeidend erklärt der Buddha seine Lehre, die in der Mitte ist. Eine Lehre, die so in der Mitte ist, und aufzeigt, wie man immer wieder unfreiwillig ins Samsara gerät, und wie man die gesamte Masse des Leidens aufheben kann, vermittelt dann rechte Einsicht (Vers 8).

    So verstehe ich die Antwort des Buddha auf Kaccayanas Frage.

    Gruß Helmut

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  • Sunu
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    • 26. Juni 2018 um 12:21
    • #14

    Stimmt...und anmerk...ich denke die Aussage " Alles ist nicht", als nihilstisch zu bezeichnen ist schon korrekt. Was sonst soll das sein, wenn nicht nihilistisch?

    Worte..Worte... nur...aber man weiß schon was da mit Nihilismus gemeint ist...


    [lz]

    7. ,Alles Ist', das, Kaccāyana, ist das eine Ende. ,Alles ist nicht, das ist das andere Ende. Diese beiden Enden vermeidend, verkündet in der Mitte der Tathāgata seine Lehre:[/lz]

  • Alephant
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    • 26. Juni 2018 um 13:06
    • #15
    Helmut:

    Hallo pops,

    da gebe ich dir Recht. In SN 12.15 sind nicht die beiden Extreme das Thema. Diese werden im 4. und 7.Vers (Übersetzung W.Geiger) ledig benannt, aber nicht erklärt.

    Das eigentliche Thema des Suttas ist die rechte Einsicht, denn Kaccayana fragt den Buddha ja "In wie weit, Herr, gibt es nun rechte Einsicht" (Vers 3). Die beiden genannten Extreme vermeidend erklärt der Buddha seine Lehre, die in der Mitte ist. Eine Lehre, die so in der Mitte ist, und aufzeigt, wie man immer wieder unfreiwillig ins Samsara gerät, und wie man die gesamte Masse des Leidens aufheben kann, vermittelt dann rechte Einsicht (Vers 8).

    So verstehe ich die Antwort des Buddha auf Kaccayanas Frage.

    Gruß Helmut

    Das eigentliche Thema ist die Einsicht darin, das da zwei extreme Sichtweisen sind, die es zu überwinden gilt ja. (Mein Begriff: Glaube, also: NichtWissen)

    Da ist ein Ding <> Da st kein Ding

    Mir war es wichtig, mitHilfe meines Posts zu ergänzen, dass es hier im Kern nicht um die extremen Ansicht "Ewigkeit" geht. Denn diese Ansicht ergibt sich erst aus der Ansicht, dass da ein wirkliches Ding wäre. Und diese Ansicht soll man eben als einen blossen Glauben erkennen.


    :sunny:

  • Noreply
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    • 26. Juni 2018 um 13:36
    • #16

    Da ist ein Ding <> Da ist kein Ding.

    Alle Dinge die ich erkennen kann sind von sich aus Namenlos. Da ist ein Ding das auch kein Ding ist, weil Ding schon ein Begriff ist.

    Da ist kein Ding das meinem Erkennen als der Begriff den ich davon habe entspricht. Nichtmal "Ding".

    Ist aber philosophischer Blödsinn. Jeden Menschen den ich frage was da ist sagt das was das ist mit dem Begriff den wie beide verstehen. Frage ich ob das Ding da wirklich ist zeigt der mir den Vogel.

  • Alephant
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    • 26. Juni 2018 um 14:07
    • #17
    Ellviral:

    Da ist ein Ding <> Da ist kein Ding.

    Alle Dinge die ich erkennen kann sind von sich aus Namenlos. Da ist ein Ding das auch kein Ding ist, weil Ding schon ein Begriff ist.

    Da ist kein Ding das meinem Erkennen als der Begriff den ich davon habe entspricht. Nichtmal "Ding".

    Ist aber philosophischer Blödsinn. Jeden Menschen den ich frage was da ist sagt das was das ist mit dem Begriff den wie beide verstehen. Frage ich ob das Ding da wirklich ist zeigt der mir den Vogel.

    Ein wahrgenommenes Ding wird zumeist (falsch) begriffen als aus sich und oder anderen hervorgehend.

    Weder gibt es ein solches Ding. Noch kann es ein so gedachtes Ding nicht geben.

    Es geht hier um eine Art des Verständnisses. Nicht darum, ob da eine Erscheinung ist oder nicht. Die ist ja da.

    Es gibt keinen Stift der (nur) deswegen existiert, weil da eine Fabrik existiert und "da rausgekommen" ist. Es gibt keinen Stift der deswegen existiert, weil da eine Fabrik ist und da Maschinen sind und da Angestellte sind. Es gibt keinen Stift der deswegen existiert ....... weil da ein Urknall war.

    Es ist kein philosophischer Blödsinn sondern eine hohe buddhistische Wahrheit. Dass viele damit nix anfangen können, es falsch verstehen und ignorant nen Vogel zeigen, ist klar.


    :sunny:


    Viele verschieben das Problem. Sagen dann: da wäre dann ein sich veränderndes Ding, oder ein zusammengesetztes Ding. Und damit hätte man den hier in dieser Sutte angezeigten Aspekt mit drin. Aber das ist nicht so.

  • Helmut
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    • 26. Juni 2018 um 15:35
    • #18

    Hallo miteinander,

    in der Frage Kaccayanas "Rechte Einsicht, rechte Einsicht, Herr, sagt man. Inwieweit, Herr, gibt es nun rechte Einsicht?" (Übersetzung W.Geiger) steckt ja durchaus ein Zweifel. Die Menschen sprechen zwar von rechter Einsicht, aber kann es sie tatsächlich geben, gibt es sie in der Welt.

    Buddhas Antwort "Auf zweierlei Möglichkeit kommt, Kaccayana, diese Welt zumeist hinaus, auf Sein und auf Nichtsein", könnte diesen Zweifel bestätigen und verstärken. Aber der Buddha sagt, zumeist kommt die Welt auf Sein und Nichtsein hinaus. Also haben nicht alle Menschen die Vorstellung von Sein und Nichtsein.

    Deshalb sagt der Buddha dann ja auch im 5.Vers, dass diejenigen Menschen, die die Wirklichkeit mit richtigem Verständnis betrachten, weder die Vorstellung von Sein noch von Nichtsein besitzen. Solche Menschen gibt es und deshalb ist auch rechte Einsicht in der Welt gegeben.

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

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  • Alephant
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    • 26. Juni 2018 um 17:32
    • #19

    Zur Sicherheit nochmal:


    [lz]

    "By & large, Kaccayana, this world is supported by (takes as its object) a polarity, that of existence & non-existence. But when one sees the origination of the world as it actually is with right discernment, 'non-existence' with reference to the world does not occur to one. When one sees the cessation of the world as it actually is with right discernment, 'existence' with reference to the world does not occur to one.[/lz]

    Kaccayanagotta Sutta: To Kaccayana Gotta (on Right View)

    Es gibt eben eine falsche Anschauung von "Sein" und damit auch eine falsche Vorstellung vom "Nichtsein".

    Natürlich ist Samsara da. Aber eben nicht in der Weise, wie man das denken mag: Ein Ding ist da, weil da ein anderes Ding ist, was das erste aus sich heraus bewirkt. Ein Ding ist nicht da, weil da dieses andere Ding, was normalerweise aus sich allein heraus bewirkt, dass das erste da ist, auch nicht da ist.


    :sunny:

    Einmal editiert, zuletzt von Alephant (26. Juni 2018 um 17:43)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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