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Reinkarnation

  • DerWanderer
  • 5. Februar 2018 um 21:08
  • Zum letzten Beitrag
  • DerWanderer
    Gast
    • 5. Februar 2018 um 21:08
    • #1

    Werte Leute aus dem Forum,

    könnte mir bitte jemand die Unterschiede von den Vorgängen der Reinkarnation in den verschiedenen buddhistischen Richtungen erklären?
    Habe durch eine Audio-Belehrung erstmal erfahren, dass es im Theravada soetwas wie Bardo gar nicht gibt?! Der Übergang von einem Körper in den nächsten ist fließend.
    Wie kommen die Unterschiede zustande? Und wie genau läuft die Reinkarnation im Theravada ab? Das es dort keinen Bardo gibt irritiert mich nun ein wenig, weil ich mir den Übergang nicht richtig vorstellen kann. Die verschiedenen Zustände beim Sterben aus Sicht des tibetischen Buddhismus habe ich in etwa verstanden, doch im Hinblick auf die "Schule der Ältesten" habe ich noch Nachholbedarf. Und sind die inneren Erscheinungen beim Sterben im Theravada und tibetischen Buddhismus gleich?
    Oder kennt jemand vielleicht ein Buch über die Reinkarnation im Theravada?

    Danke für Antworten im Voraus! _/\_

  • accinca
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    • 5. Februar 2018 um 21:21
    • #2
    DerWanderer:

    Oder kennt jemand vielleicht ein Buch über die Reinkarnation im Theravada? Danke für Antworten im Voraus! _/\_


    Schade das man in den Texten nicht nach
    Reinkarnation suchen kann da es sich dabei ja um
    einen Begriff handelt der aus dem Lateinischen kommt
    und nicht etwa aus dem Pali.

  • fotost
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    • 5. Februar 2018 um 22:00
    • #3

    Ich würde eigentlich lieber den Begriff Wiedergeburt verwenden als Reinkarnation. weil Reinkarnation auch in anderen Lehren als Begriff verwendet wird, so daß Verwechslungen und Verwirrungen programmiert sind.

    Wiedergeburt in Theravada.. Hmmm, ich bin einer der Säkularen, aber jeder darf die Texte des PK nachlesen auf die sich Theravada weitgehend stützt. Und da ist die Aussage ganz klar - lass' die Finger (und Gedanken) weg davon!! Solche Grübeleien führen nur zu Entstehung neuer, schädlicher Triebe.

    Zentrale Stelle:

    Zitat

    ...
    Dies sind die Dinge, die für das Erwägen geeignet sind, die er nicht erwägt. Indem er Dinge erwägt, die für das Erwägen ungeeignet sind, und indem er Dinge nicht erwägt, die für das Erwägen geeignet sind, entstehen noch nicht entstandene Triebe in ihm, und bereits entstandene Triebe nehmen zu."

    7. "Auf solche Weise erwägt er unweise:

    'Gab es mich in der Vergangenheit?
    Gab es mich nicht in der Vergangenheit?
    Was war ich in der Vergangenheit?
    Wie war ich in der Vergangenheit?
    Was war ich, und was bin ich daraufhin in der Vergangenheit geworden?
    Wird es mich in der Zukunft geben?
    Wird es mich in der Zukunft nicht geben?
    Was werde ich in der Zukunft sein?
    Wie werde ich in der Zukunft sein?
    Was werde ich sein, und
    was werde ich daraufhin in der Zukunft werden?

    Oder ansonsten ist er über die Gegenwart verwirrt:

    'Bin ich?
    Bin ich nicht?
    Was bin ich?
    Wie bin ich?
    Wo kam dieses Wesen her?
    Wo wird es hingehen?'"

    Alles anzeigen


    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m002z.html Alle Triebe - Sabbāsava Sutta

    Niemand weiß, was mit dem, das man für 'Ich' hält nach dem Tod passiert. Die Angst der Kreatur hat da im Lauf der Jahrtausende einiges zusammenphantasiert, beweisbar ist nichts davon und der Glaube an so ein Wissen erzeugt nur neue Triebe - siehe oben.

    Für einen Buddha gelten solche Regeln nicht, weil dieser die Triebe lange überwunden hat, aber wer ist das schon :grinsen:

  • mukti
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    • 5. Februar 2018 um 23:53
    • #4
    mkha':


    Wiedergeburt war nicht das Thema, mit dem der Buddha sich auseinandersetzte. Ihm ging es offenbar nicht um Abstraktes, sondern eher ums Hier und Jetzt. … Meines Wissens existieren auch keine Beschreibungen geistiger Erscheinungen während des Sterbens (oder darüber hinaus).

    Zuvorderst war ihm daran gelegen, zu erklären, weshalb die Menschen leiden, worauf das Leid beruht, dass es einen Weg gebe, das Leid zu beenden, und wie dieser Weg beschaffen sei.

    (Weshalb es Sutren gibt, in denen Buddha von der „Wiedergeburt“ spricht, und wie dies ausgelegt wird, etc., mag vorzugsweise ein in den Theravada-Schriften Bewanderter erklären.)


    Zu diesem Punkt würde ich schon sagen dass sich der Buddha mit Wiedergeburt auseinandergesetzt hat. Schon bei seiner Erleuchtung hat er in der ersten Nachtwache den Geist auf die Erinnerung seiner vergangenen Leben gerichtet, in der zweiten Nachtwache auf das Sterben und Wiedererscheinen der Wesen, wie sie gemäß ihrer Handlungen nach dem Tod an einen entsprechenden Ort gelangen. Nachzulesen in M.19 und M.36.
    Deshalb gibt es auch viele Lehrreden darüber um klarzustellen welche Folgen unheilsames oder heilsames Handeln hat. Das letztliche Ziel der Lehre ist freilich das Wandern von Geburt zu Geburt im Samsara zu beenden durch Nibbana.

    Ein Theravada-Text dazu: http://www.palikanon.com/diverses/licht…cht_lehre04.htm

    Mit Metta, mukti.


  • accinca
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    • 6. Februar 2018 um 10:33
    • #5
    mkha':

    Wiedergeburt war nicht das Thema, mit dem der Buddha sich auseinandersetzte. Ihm ging es offenbar nicht um Abstraktes, sondern eher
    ums Hier und Jetzt.


    Für jemand der nicht ein völlig Abgelöster ist gibt es das
    Hier und Jetzt nicht ohne Geburt hat er festgestellt. Und
    Geburt gibt es nicht ohne Tod. Da nutzt es nicht nur auf das
    Hier und Jetzt zu sehen sondern auch was unweigerlich dadurch
    bedingt in Zukunft daraus wird mit Alter und Tod.
    Wer das einfach ignorierte versucht damit seine Zukunft zu verdrängen.
    Nur deswegen, eben wegen der Wiedergeburt und wieder Sterben,
    hat der Buddha einen Weg gesucht dem ein Ende zu machen und
    dieses Ende der Wiedergeburt, das nannte er Nibbanam.
    Daher ist nur ein Abgelöster, ein Befreiter einer der keine weiteren
    Wiedergeburt mehr erleiden muß. Und daher die Überwindung des
    Leidens von Geburt, Alter und Tod der Inhalt der Buddhalehre.

  • Sunu
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    • 6. Februar 2018 um 17:45
    • #6
    Zitat

    Drei Glaubensstandpunkte (*1) gibt es, ihr Mönche. Werden sie von Verständigen geprüft, untersucht und gründlich vorgenommen, dann ergibt sich, daß sie, selbst wenn man ihnen bloß der Tradition wegen (*2) folgt, in Untätigkeit (*3) enden. Welches sind diese drei Glaubensstandpunkte?

    Es gibt einige Asketen und Priester, die da behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles bedingt sei durch frühere [vorgeburtliche] Tat.
    Es gibt einige Asketen und Priester, die da behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles bedingt sei durch Gottes (*4) Schöpfung.
    Und es gibt einige Asketen und Priester, die behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles ohne Ursache und Grund geschieht.
    Jene Asketen und Priester nun, die da behaupten und der Ansicht sind, daß alles bedingt sei durch frühere Tat, diese habe ich aufgesucht und also gefragt:

    »Ist es wahr, Verehrte, daß ihr, wie es heißt, behauptet und der Ansicht seid: was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles bedingt ist durch frühere Tat?« (*5) Derart von mir befragt, stimmten jene mit »Ja« bei. Ich aber sprach zu ihnen: »Demnach also, Verehrte, würden die Menschen infolge früherer [vorgeburtlicher] Tat zu Mördern, Dieben, Unkeuschen, Lügnern, Zuträgern, Schimpfbolden, Schwätzern, Habgierigen, Gehässigen und Irrgläubigen?« (*6) Wahrlich, ihr Mönche, denjenigen, die sich auf frühere Tat als das Entscheidende berufen, fehlt es an Willensantrieb und Tatkraft und [an einem Anlaß] dieses zu tun oder jenes zu lassen. Weil sich nun aber hieraus wirklich und gewiß keine Notwendigkeit ergibt für ein [bestimmtes] Tun oder Lassen, so verdienen solche geistig Unklare und unbeherrscht Lebende nicht die Bezeichnung als Asketen. Dies ist mein erster begründeter Vorwurf gegen jene Asketen und Priester, die solches behaupten, solcher Ansicht sind........

    .

    Um so eine Art Wiedergeburt ging es dem Buddha also nicht..
    Es ging ihm um das Befreien von Anhaftung, um schließlich Wiedergeburt und Leid zu beenden.
    Mit der Aufhebung des Nichtwissens geht es los... indem die Dinge als vergänglich, leidvoll und unpersönlich erkannt werden. Tut man das nicht, dann bleibt man eben im Wiedergeburtsglauben gefangen( oder im Gottesglauben oder im Zufallsglauben)...handelt dementsprechend gierig, was wiederum das " Ego" bestärkt und kommt nicht aus diesem "Teufelskreislauf" hinaus.


    Zitat

    ..........Was aber, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Erlöschung des Leidens (*16)? Durch die restlose Aufhebung und Erlöschung des Nichtwissens kommt es zum Erlöschen der karmischen Bildekräfte; durch Erlöschen der karmischen Bildekräfte kommt es zum Erlöschen des [Wiedergeburts-] Bewußtseins; durch Erlöschung des Bewußtseins kommt es zum Erlöschen des Geistigen und Körperlichen; durch Erlöschen des Geistigen und Körperlichen kommt es zum Erlöschen der sechs Sinnengrundlagen; durch Erlöschen der sechs Sinnengrundlagen kommt es zum Erlöschen des Sinneneindrucks; durch Erlöschen des Sinneneindrucks kommt es zum Erlöschen des Gefühls; durch Erlöschen des Gefühls kommt es zum Erlöschen des Begehrens; durch Erlöschen des Begehrens kommt es zum Erlöschen des Anhaftens; durch Erlöschen des Anhaftens kommt es zum Erlöschen des Werdeprozesses; durch Erlöschen des Werdeprozesses kommt es zum Erlöschen der Wiedergeburt; durch Erlöschen der Wiedergeburt erlöschen Altern und Sterben, Sorge, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. So kommt es zum Erlöschen dieser ganzen Leidensfülle. Das, ihr Mönche, nennt man die edle Wahrheit von der Erlöschung des Leidens.

    Was aber, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidenserlöschung führenden Pfad? Eben dieser edle achtfache Pfad ist es, nämlich: rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung. Das, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidenserlöschung führenden Pfad.

    Wurde es gesagt, daß ich die Lehre von den vier edlen Wahrheiten verkündet habe, so wurde das eben mit Bezug hierauf gesagt.


    http://www.palikanon.com/angutt/a03_062-066.html#f6

  • Max Schenzle
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    • 22. Februar 2018 um 19:22
    • #7

    Hi,
    außer den von dir angeführten buddhistische. Richtungen, gibt es als literarischen Beleg für die Lehre Gotamo Buddhos, den Pali-Kanon.
    Ich bin auch in keiner buddh. Vereinigung und habe mich autodidaktische damit beschäftigt.
    Diese Übersetzungen sind von Dr. ind. Karl-Eugen Neumann.
    Mein Meister war Gotamo Buddho höchstpersönlich. Das stimmt alles was darin steht und das kann ich sagen weil ich selbst so weit kam.
    Reinkarnation ist die Wiederverkörperung eines Licht- und Leuchtwesens, das aus dem Jenseits stammt. Nach dem körperlichen Tod kehrt dieses Wesen wieder ins Jenseits zurück. Wie lange es da im Bardo verweilt, ist mir leider nicht erschließbar aber in den Bardo komme ich schon.
    Die Erkenntnisse früherer Existenzen erscheinen als eine Art von Nebenprodukt bei der Vertiefung des Achtfachen Weges.
    Ich befreie auch "blaue Seelen" und bereite sie auf ihre Wiederverkörperung vor.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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