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Was ist Metta praktisch?

  • Kaffeebohne
  • 5. Februar 2018 um 15:40
  • Zum letzten Beitrag
  • Kaffeebohne
    Gast
    • 5. Februar 2018 um 15:40
    • #1

    Hallo,

    ich versuche, meine Meditationen mit einer kurzen Metta-Meditation zu beginnen. Allerdings bleibt das bei mir Lippenbekenntnis - so wie ich das verstanden habe, soll man ja quasi positive Gefühle senden - an sich, an liebe Menschen, an neutrale Menschen bis hin zu schwierigen Menschen. In allen Meditationsanleitungen steht irgendwas wie "Liebe senden" oder Ähnliches.

    Selbst bei meinen Kindern - die ich sehr liebe - empfinde ich da aber nichts, wenn ich etwas wie "Möge XY frei sein von Leiden" sage. Nicht falsch verstehen, ich empfinde sehr viel für meine Kinder, aber eben nicht, wenn ich Metta-Sätze vergegenwärtige. Da ich das jetzt schon länger so treibe, glaube ich auch nicht, dass es eine Frage der Zeit ist. Ich bin allerdings generell nicht der Visualisierungs-Typ. Die Frage, wie ich jetzt mit Metta in der Meditation, aber auch im Alltag umgehen soll, beschäftigt mich, weil die Bedeutung von Metta so stark betont wird.

    Nun habe ich gelesen, dass manche Metta nicht mit liebender Güte, sondern einfach mit Freundlichkeit übersetzen. Das lässt sich gut praktizieren (da nicht von schwer steuerbaren Gefühlen abhängig), allerdings schlecht meditieren. Lässt sich diese Interpretation halten? Und wenn Metta-Meditation so wichtig ist, was macht man, wenn da keine liebende Güte auftaucht?

  • Aravind
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    15. September 2017
    • 5. Februar 2018 um 16:10
    • #2
    Cfant:

    Hallo,

    ich versuche, meine Meditationen mit einer kurzen Metta-Meditation zu beginnen. Allerdings bleibt das bei mir Lippenbekenntnis - so wie ich das verstanden habe, soll man ja quasi positive Gefühle senden - an sich, an liebe Menschen, an neutrale Menschen bis hin zu schwierigen Menschen. In allen Meditationsanleitungen steht irgendwas wie "Liebe senden" oder Ähnliches.

    Selbst bei meinen Kindern - die ich sehr liebe - empfinde ich da aber nichts, wenn ich etwas wie "Möge XY frei sein von Leiden" sage. Nicht falsch verstehen, ich empfinde sehr viel für meine Kinder, aber eben nicht, wenn ich Metta-Sätze vergegenwärtige. Da ich das jetzt schon länger so treibe, glaube ich auch nicht, dass es eine Frage der Zeit ist. Ich bin allerdings generell nicht der Visualisierungs-Typ. Die Frage, wie ich jetzt mit Metta in der Meditation, aber auch im Alltag umgehen soll, beschäftigt mich, weil die Bedeutung von Metta so stark betont wird.

    Nun habe ich gelesen, dass manche Metta nicht mit liebender Güte, sondern einfach mit Freundlichkeit übersetzen. Das lässt sich gut praktizieren (da nicht von schwer steuerbaren Gefühlen abhängig), allerdings schlecht meditieren. Lässt sich diese Interpretation halten? Und wenn Metta-Meditation so wichtig ist, was macht man, wenn da keine liebende Güte auftaucht?


    Lieber cfant,

    Imho ist ein wesentliches Ziel der Metta-Übung, Dein Herz aufgehen zu lassen, das Gefühl ist erst mal zentral, nicht der Text. Wenn ich nicht in Metta-Stimmung bin (beispielsweise, weil ich mich sehr stresse), dann benutze ich oft ein Bild meiner Enkel, auf dem die beiden unglaublich süß, frech und lebendig aussehen. Dabei öffnet sich mein Herz automatisch, und ich kann gute Wünsche an mich und andere senden.
    Ich habe gehört, bei manchen Leuten funktionieren auch Welpen oder Kätzchen als Einstimmung. :)

    Lieb Grüße, Aravind.

  • Waldler
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    • 6. Februar 2018 um 14:39
    • #3
    Cfant:


    Selbst bei meinen Kindern - die ich sehr liebe - empfinde ich da aber nichts, wenn ich etwas wie "Möge XY frei sein von Leiden" sage.

    Da würde ich wohl auch nichts empfinden... ;)

    Ich formuliere solche Sätze stets für mich um, z.B. bei der Metta-Meditation, wenn ich an meine Frau denke, dann denke ich "Ich wünsche XYZ, dass es ihr gut geht, und dass ich in meinem Herzen nur Gutes, Liebes für sie empfinde..." Das klappt dann schon besser. Jedenfalls bei mir.

    Vor allem habe ich mich die ersten Monate, ach, fast ein Jahr, nur mit den Menschen "metta-mässig" beschäftigt, die ich wirklich mag, gern habe, liebe. Die anderen, Bekannte, Kollegen, Nachbarn und solche, die ich gar nicht mag, kamen erst viel später dran. Bei denen, die ich nicht mag, schaffe ich es bis heute nicht wirklich, jedenfalls nicht immer tief empfunden (manchmal gelingt mir ein Anflug von Metta für meine "Spezies" zu empfinden, das sind dann fast Feiertage ;) ).

    Die Metta-Übung ist meine "Haupt-Meditation", eigentlich meine einzige (hin und wieder mache ich auch eine Atem-Meditation, aber nichts geht mir so nahe wie die Metta-Meditation).

    Zitat

    Und wenn Metta-Meditation so wichtig ist, was macht man, wenn da keine liebende Güte auftaucht?

    Üben, üben, üben... Wie lange machst Du das schon? Ich fast 30 Jahre lang, mehr oder weniger regelmässig...

    Schönen Gruss

    DW

  • Kaffeebohne
    Gast
    • 7. Februar 2018 um 15:36
    • #4

    Danke für eure Rückmeldungen. Warum ausgerechnet bei der Metta-Meditation bei mir keine Gefühle kommen ist mir ein Rätsel :grinsen: Aber na gut, üben wir eben weiter. :)

  • accinca
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    • 7. Februar 2018 um 23:31
    • #5
    Cfant:

    Warum ausgerechnet bei der Metta-Meditation bei mir keine Gefühle kommen ist mir ein Rätsel


    Das liegt vielleicht an deiner Erwartungshaltung.
    Also bei Metta-Meditation müssen nicht unbedingt Gefühle kommen.
    Es ist auch ein Erfolg der Metta-Meditation wenn keine Gefühle kommen.
    Z.B. keine Haß-Gefühle oder wenn aggressive oder sonstige schlechte
    Gefühle schwinden. Darüber kann man dann erfreut sein und schlechte
    Gefühle schwinden. Fühlt man sich dann dabei wohl ist das Gefühl genug.

  • Spacy
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    • 9. Februar 2018 um 19:15
    • #6

    Es geht nicht darum, das eine zu lassen und das andere zu befeuern.
    Es geht nicht darum, sich gut zu fühlen, weil man nicht mehr schlecht empfinden würde.

    Man kann das gute vergessen, ohne das Böse zu sein.

  • accinca
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    • 9. Februar 2018 um 22:35
    • #7
    Spacy:

    Es geht nicht darum, das eine zu lassen und das andere zu befeuern.
    Es geht nicht darum, sich gut zu fühlen, weil man nicht mehr schlecht empfinden würde.Man kann das gute vergessen, ohne das Böse zu sein.


    Was auch immer, sehr nach dem Buddha hört sich das nicht an.
    In der Praxis geht es jedenfalls zunächst darum das Gefühl
    durch Abnahme von Gier und Haß zu verbessern.

  • Spacy
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    • 10. Februar 2018 um 18:59
    • #8
    accinca:
    Spacy:

    Es geht nicht darum, das eine zu lassen und das andere zu befeuern.
    Es geht nicht darum, sich gut zu fühlen, weil man nicht mehr schlecht empfinden würde.Man kann das gute vergessen, ohne das Böse zu sein.


    Was auch immer, sehr nach dem Buddha hört sich das nicht an.
    In der Praxis geht es jedenfalls zunächst darum das Gefühl
    durch Abnahme von Gier und Haß zu verbessern.

    Ist es nicht schön, dass es sich nicht nach "Buddha" anhört?
    Was ist das denn, deine "Praxis"?
    In der Praxis geht es nur ums Überleben.

  • Samten
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    • 10. Februar 2018 um 22:10
    • #9

    's steht halt nich genau so in seinem "Rezeptbuch"...und dann begreift er's nicht..... :rainbow:

  • accinca
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    • 10. Februar 2018 um 22:58
    • #10
    Spacy:
    accinca:


    sehr nach dem Buddha hört sich das nicht an.
    In der Praxis geht es jedenfalls zunächst darum das Gefühl
    durch Abnahme von Gier und Haß zu verbessern.


    Ist es nicht schön, dass es sich nicht nach "Buddha" anhört?
    Was ist das denn, deine "Praxis"?
    In der Praxis geht es nur ums Überleben.

    Alles anzeigen


    In der Buddhalehre geht es eigentlich um die Überwindung
    des Leidens. Das Leben durch immer wieder neues Leben zu
    über-leben ist allerdings nicht die endgültige Praxis der Buddhalehre.

  • Spacy
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    • 10. Februar 2018 um 23:06
    • #11

    Wenn du diese Lehre so wie eine Bockspringübung aus der Schule ansiehst, wird dir sicherlich Erfolg gegönnt.

    Jedoch hat weder das eine noch das andere etwas mit selbigem zu tun.

    Schau doch nur der Löwenzahn !!! Die Schmetterlinge...
    Siehst du... ? Da

  • accinca
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    • 10. Februar 2018 um 23:23
    • #12
    Spacy:

    Schau doch nur der Löwenzahn !!! Die Schmetterlinge...
    Siehst du... ? Da


    Naiver geht's nimmer. Jedenfalls ist die Buddhalehre
    kein Biologieunterricht für kleine Kinder.

  • Spacy
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    • 10. Februar 2018 um 23:27
    • #13
    accinca:
    Spacy:

    Schau doch nur der Löwenzahn !!! Die Schmetterlinge...
    Siehst du... ? Da


    Naiver geht's nimmer. Jedenfalls ist die Buddhalehre
    kein Biologieunterricht für kleine Kinder.


    Sondern

  • Spacy
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    • 10. Februar 2018 um 23:35
    • #14

    Du bist nur ein weiterer Vertreter der Orthodoxie.
    Ob es dir hilft? Egal. Lauf... .
    Man muss erkennen wollen, bevor man erkennen kann.

  • accinca
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    • 11. Februar 2018 um 10:31
    • #15
    Spacy:

    Man muss erkennen wollen, bevor man erkennen kann.


    Soviel Selbsterkenntnis hätte ich dir fast nicht zugetraut.

  • Spacy
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    • 12. Februar 2018 um 18:00
    • #16
    accinca:
    Spacy:

    Man muss erkennen wollen, bevor man erkennen kann.


    Soviel Selbsterkenntnis hätte ich dir fast nicht zugetraut.


    Du würdest dich wundern, ...

  • accinca
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    • 12. Februar 2018 um 22:38
    • #17
    Spacy:
    accinca:


    Soviel Selbsterkenntnis hätte ich dir fast nicht zugetraut.


    Du würdest dich wundern, ...


    In der Tat aber wer will das schon wollen.
    Kennst du jemand - du vielleicht?

  • Spacy
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    • 16. Februar 2018 um 00:09
    • #18

    Ja - ich bin da.
    Was bisr du? Das da? 8)

  • accinca
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    • 16. Februar 2018 um 14:55
    • #19
    Spacy:

    Ja - ich bin da.
    Was bisr du? Das da? 8)


    Dolle Sache.

  • Spacy
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    • 17. Februar 2018 um 20:48
    • #20

    Das implizierte kluge ist immer anders.
    Bist du anders?
    (Sowieso - explizierte Antwort)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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