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Fragen zum Umgang mit anderen Menschen.

  • youthleague
  • 18. Februar 2017 um 07:32
  • Zum letzten Beitrag
  • youthleague
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    17. Februar 2017
    • 18. Februar 2017 um 07:32
    • #1

    Hallo zusammen,

    wie ihr dem Titel entnehmen könnt habe ich einige Fragen dazu, wie man mit anderen Menschen umgehen soll während man versuchten die buddhistischen Grundsätze einzuhalten.

    So sind die meisten Unterhaltungen in der heutigen Gesellschaft auf Lästern oder Kritik über andere aufgebaut. Da ich in den letzten Tagen versucht habe die buddhistischen Umgangsregeln umzusetzen, einfach weil ich auch schon vor dem Entdecken des Buddhismus schon viele Dinge ähnlich betrachtet habe, ist mir jedoch aufgefallen, dass ich mich in vielen Gesprächen komplett raushalten muss um nicht in oben beschriebene Diskussionen zu geraten.
    Wie geht ihr damit um? Wie schafft ihr es euch trotzdem in Gesprächen zu beteiligen?
    Schwer finde ich es insgesamt, an Gesprächen zu partizipieren, denn viele Unterhaltungen sind nunmal mit egoistischen Motiven gestartet worden. Dies ist mir bewusst geworden seit ich mich zum Buddhismus informiert habe, nur rede ich mittlerweile viel weniger mit meinen Freunden, da ich viele Unterhaltungen nicht mehr führen will/kann.
    Kann mir also jemand erklären wie ich dies lösen soll?Mir ist zwar bewusst das Schweigen und Geduld enorm wichtig sind, allerdings will ich wieder mehr am sozialen Leben teilhaben, ohne dabei die buddhistischen Pfade zu verlassen.

    Vielen Dank :)

  • fotost
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    • 18. Februar 2017 um 13:07
    • #2

    Hallo youthleague,

    ich sehe Deine Schwierigkeiten. wenn es darum geht mit Menschen zu kommunizieren, mit denen Du umgehen mußt!

    Nur, bedeutet das, daß Du dich auf diese Personen zu beschränken hast?
    Bist Du Mitglied in einer RL Sangha und hast Du im Umgang mit Buddhisten ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht?

    Um es deutlich zu sagen - ich möchte unter keinen Umständen vorschlagen, Kontakte nur auf Buddhisten zu beschränken. Manchmal hilft es aber ein ergänzendes Netzwerk aufzubauen in dem man sich wohl fühlt.

  • Frieden-und-Freude
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    27. Dezember 2016
    • 18. Februar 2017 um 13:14
    • #3
    mkha':

    Hallo youthleague,

    hast Du schon versucht, in einem Gespräch einfach Deine Meinung zu sagen (ohne Dich merklich über die Aussagen der anderen zu erheben)?

    z.B.
    Person 1: "Kollege W. scheint heute mal wieder besonders gut drauf zu sein. Nicht auszuhalten!"
    Person 2 grinst: "Vielleicht hat seine Frau (Freundin) mal wieder ..." (usw. usw.)

    Du: "Ach kommt, sicher ist er muffelig, aber ist das nicht verständlich? Wie würden wir uns denn fühlen, wenn es uns so erginge? Wenn es sich wirklich so verhält, (wie Person 2 beschreibt), finde ich das eher bedauerlich. Sollte er dann nicht wenigstens hier seine Ruhe haben?"

    ...
    Du wirst sehen, je öfter Du in einer solchen Weise auf Dein Umfeld reagierst, desto einfacher funktioniert es.

    Lg mkha´

    Alles anzeigen


    Was Du da beschreibst, lieber mkha, kann im Umgang mit "Kollegen" gut funktionieren.

    Der Thread-Ersteller fragt aber, wie er sich gegenüber seinen Freunden verhalten soll, bei denen das Lästern über Außenstehende offenbar der gemeinschaftsstiftende Kommunikations-Stil ist.

    Dazu möchte ich sagen: Ja, das kann ein echtes Problem sein.
    Und wenn das Bedürfnis besteht, "dazuzugehören", ist es ein echtes Dilemma.

    Eine Patentlösung gibt es dafür nicht, fürchte ich ...

    Letztlich liegt die Perspektive vermutlich eher darin, sich neue Freunde zu suchen ... und sich dann zunehmend denen zugehörig zu fühlen, die nicht ständig über andere lästern müssen.


    _()_

    Sila, Samadhi, Panna. Der Weg ist die Praxis.

  • youthleague
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    17. Februar 2017
    • 18. Februar 2017 um 13:44
    • #4
    Frieden-und-Freude:
    mkha':

    Hallo youthleague,

    hast Du schon versucht, in einem Gespräch einfach Deine Meinung zu sagen (ohne Dich merklich über die Aussagen der anderen zu erheben)?

    z.B.
    Person 1: "Kollege W. scheint heute mal wieder besonders gut drauf zu sein. Nicht auszuhalten!"
    Person 2 grinst: "Vielleicht hat seine Frau (Freundin) mal wieder ..." (usw. usw.)

    Du: "Ach kommt, sicher ist er muffelig, aber ist das nicht verständlich? Wie würden wir uns denn fühlen, wenn es uns so erginge? Wenn es sich wirklich so verhält, (wie Person 2 beschreibt), finde ich das eher bedauerlich. Sollte er dann nicht wenigstens hier seine Ruhe haben?"

    ...
    Du wirst sehen, je öfter Du in einer solchen Weise auf Dein Umfeld reagierst, desto einfacher funktioniert es.

    Lg mkha´

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    Was Du da beschreibst, lieber mkha, kann im Umgang mit "Kollegen" gut funktionieren.

    Der Thread-Ersteller fragt aber, wie er sich gegenüber seinen Freunden verhalten soll, bei denen das Lästern über Außenstehende offenbar der gemeinschaftsstiftende Kommunikations-Stil ist.

    Dazu möchte ich sagen: Ja, das kann ein echtes Problem sein.
    Und wenn das Bedürfnis besteht, "dazuzugehören", ist es ein echtes Dilemma.

    Eine Patentlösung gibt es dafür nicht, fürchte ich ...

    Letztlich liegt die Perspektive vermutlich eher darin, sich neue Freunde zu suchen ... und sich dann zunehmend denen zugehörig zu fühlen, die nicht ständig über andere lästern müssen.


    _()_

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    Danke erstmal, wichtig zu erwähnen wäre vielleicht, dass ich noch zu Schule gehe(11.Klasse) und ich mich die meiste Zeit mit meinen Freunden gut unterhalten kann und mich auch immer gut mit ihnen verstehe.
    Nur wird - wie das in der Schule nunmal so ist - viel über andere geredet/gelästert, um sein Ego zu befriedigen und sich in einem besseren Licht darzustellen. Eure Lösungsansätze sind also verständlich und nachvollziehbar, nur in meiner Situation nicht so passend :?:)
    In unserer Schule ist der Konkurrenzkampf - vor allem Notentechnisch - extrem und der Neid ist oftmals auch sehr groß.Sehr viele Dinge also die ich also überhaupt nicht leben kann/möchte.

  • Useless
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    25. Januar 2017
    • 18. Februar 2017 um 15:44
    • #5

    Lieber youthleague,

    der Versuch, alles 'richtig' zu machen, kann extrem überfordernd sein. Zudem (halte das bitte nicht für einen Vorwurf, ich kenne Dich nicht!) besteht die Gefahr des, hm, nennen wir es mal die Gefahr des 'spirituellen Hochmuts', wo wir nur noch den Splitter im Auge des Anderen sehen, statt den Balken in unserem eigenen.

    Was das 'Lästern' angeht: Das kann ja auch manchmal eher 'gutmütig' sein, vor allem, wenn es jemand tut, der sich auch selbst nicht so ernst nimmt. Und da, wo Du spürst, dass etwas Boshaftes dahintersteckt: Warum es am Anfang nicht mal mit Mitgefühl für den Lästernden versuchen (auch eine schöne Übung!)? Seine/Ihre Handlungen erwachsen oft aus Unsicherheit. Der Rat von mkha' ist sehr gut, aber vielleicht manchmal eine etwas zu 'offensive' Taktik. Es kann eine eine gute Idee sein, einfach nur aktiv das Thema zu wechseln ('Übrigens, da fällt mir ein...'): Deiner Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt...

    Natürlich kann es nötig sein, das eigene Umfeld zu wechseln: Wer erkennt, dass er Probleme mit Alkohol hat, sollte vielleicht einen Freundeskreis, der sich jeden Abend zum Saufen in der Kneipe trifft, meiden. Aber das sollte ein letzter Ausweg sein. Vielleicht bist Du ja einmal eine Zeitlang bloß ein gutes Vorbild. Das wirkt manchmal Wunder.

    Sei froh, dass Du zur Schule gehst und nimm das als Deinen Übungsweg an: Das ist die Zeit, in der wir alle (im Idealfall!) lernen, mit Gruppendruck umzugehen (oder eben auch nicht!). Tue bloß eins nicht: Jetzt Deine Schulsituation (mit Notendruck usw.) auf den 'Buddhismus' zu übertragen und zu fürchten, Du könntest Dir durch mangelndes Befolgen von ethischen Regeln quasi Dein 'Abitur im Buddhismus' versauen... :). Du hast jetzt auch Zeit und Gelegenheit zu lernen, wie man ab und zu scheitert.

  • Monikamarie
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    • 18. Februar 2017 um 16:48
    • #6
    mkha':


    z.B.
    Person 1: "Kollege W. scheint heute mal wieder besonders gut drauf zu sein. Nicht auszuhalten!"
    Person 2 grinst: "Vielleicht hat seine Frau (Freundin) mal wieder ..." (usw. usw.)

    Du: "Ach kommt, sicher ist er muffelig, aber ist das nicht verständlich? Wie würden wir uns denn fühlen, wenn es uns so erginge? Wenn es sich wirklich so verhält, (wie Person 2 beschreibt), finde ich das eher bedauerlich. Sollte er dann nicht wenigstens hier seine Ruhe haben?"

    ...
    Du wirst sehen, je öfter Du in einer solchen Weise auf Dein Umfeld reagierst, desto einfacher funktioniert es.

    Nun haben wir ja inzwischen erfahren, dass youthleague noch Schüler ist, deshalb meine eigenen Erfahrung aus der Jugend/Kindheit.

    Lieber Youthleague.
    Ich habe immer Außenseiterinnen, "Schwächere" verteidigt, da hatte ich überhaupt noch keine Ahnung von Buddhismus. Mich hat damals und noch Jahrzehnte später die Haltung Jesu inspiriert. Wegen meiner Meinung habe ich dann auch des öfteren "Kloppe" bezogen. Auch ich wurde immer wieder zur Außenseiterin, habe mich aber irgendwie nie so gefühlt und mich weiter behauptet. Es ist gut gegangen. Ich hatte mein Leben lang viele gute Freundinnen und Freunde, habe eine jahrzehntelange Suche hinter mir, viele großartige Erfahrungen machen dürfen, bin auch mal in Hochgefühle abgedriftet, habe immer wieder auch andere "belehrt" und bin sicher so manchem auf den Geist gegangen, auf jeden Fall immer meine Meinung gesagt, mich notfalls von Freundinnen und Freunden getrennt, immer wieder auch "neue" gefunden.

    Ob es also gut geht oder nicht, kann ich Dir nicht beantworten. Aber wichtig erscheint mir, authentisch zu sein, sich z.B. durch entsprechende Literatur und möglicherweise einen buddhistischen Lehrer Kraft und Stärke zu holen, immer wieder in "guter Gesellschaft" (das Sutta vom Nashorn) aufzutanken und Schritt für Schritt inmitten dieser Gesellschaft mit all ihren Hindernissen und Verführungen den eigenen Weg zu finden.

    Zitat

    Wenn einen weisen Freund man findet,
    Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll,
    Jedwede Widrigkeiten überwindend,
    Mag wandern man mit ihm, beglückt und achtsam.

    Wenn keinen weisen Freund man findet,
    Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll,
    Gleich einem König, der besiegtes Land verläßt,
    Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    Ja wahrlich, preisen wollen wir das Glück der Freundschaft
    Die besser oder gleich, solch Freunde soll man wählen.
    Kann solche man nicht finden, tadelfrei dann lebend,
    Allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    SUTTA-NIPĀTA, Lehr-Dichtungen
    I.3. Das Nashorn (Khaggavisāna-Sutta)

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    Ich wünsche Dir alles Gute
    _()_ Monika

  • Son
    Gast
    • 9. März 2017 um 21:28
    • #7

    Hi,

    ich kenne diese Problematik sehr gut, ich lese mir oft den 8-Fachen Pfad durch, der erinnert mich wieder an die Basics meines Glaubens. Ich versuche mich nicht an Gesprächen zu beteiligen, wo es in negativer Weise um andere geht, was ja häufig der Fall ist, ich werfe dann mal ein, gibt es auch was Gutes zu sagen, dann sind eh meist alle böse und schauen mich verwundert an, daher halte ich mich oft fern und bin halt eher allein in meiner Firma und in meinem Arbeitsbereich versuche ich zu helfen, weil man kann seine Arbeit so oder so machen, so erfühle ich doch meine Aufgabe gut denk ich.

    Ich lebe nicht streng nach buddhistischen Gesetzen, das wäre mir zu anstrengend, ich denke auch nicht dauernd nach sondern versuche eher weniger nachzudenken, wenn ich alleine bin gar nicht, das ist Entspannung und ich versuche mich immer auf eine Sache zu konzentrieren. Thich Nhat Hanh hat eine tollen Vortrag auf Youtube über Achtsamkeit - der mittlere Weg im Jahr 1998 in Wien gehalten - da redet er über das alltägliche Leben und unser Leben und den fand ich wirklich gut - vor allem sehr realitätsbezogen, wobei ich mag diesen spirituellen Führer auch sonst sehr.

    Rechte Rede und Achtsamkeit sollte dir schon helfen und ich denke nicht, dass man gar nicht mehr kommunizieren kann, ich spreche mit Menschen die mir gut tun, die anderen meide ich, wobei wenn sie Hilfe brauchen helfe ich, ich muss sie ja nicht liebhaben, aber eben auch ihre Weltsicht respektieren, alles Gute Son

  • Varadinno
    Gast
    • 11. März 2017 um 10:05
    • #8

    Was mir hilft: ich beobachte meine Reaktionen auf das, was passiert. Wenn jemand lästert: wie fühlt sich das für mich - meinen Geist und Körper - an? Ist da vielleicht die Motivation mitzulästern? Oder fühle ich Verachtung? Trauer? Abscheu? Also: was macht das mit mir? So habe ich eine Perspektive auf das Geschehen - anstatt mich darin (und meinen Reaktionsmustern) zu verlieren. Alles kann ein Lehrer oder eine Lehre sein.
    Manchmal ist es auch hilfreich, die eigene Wahrnehmung - eigene Gefühle - mitzuteilen. Das alles ist kontextabhängig und extrem subjektiv. Es gibt nicht DIE Lösung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich manche Freunde verloren habe auf meinem Weg. Man entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen. Dafür habe ich neue Freunde gefunden. Aber prinzipiell ist es hilfreich, "sila" zu praktizieren: in Form der 5 Tugendregeln. Nicht als Gebote oder Verbote, sondern als Ratgeber: "was sagt die buddhistische Ethik dazu?"

  • Tai
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    6. April 2015
    • 11. März 2017 um 15:14
    • #9

    Hallo youthleague,

    Lästern hat auch viel mit einer bestimmten Art von Humor zu tun und damit, den Unsinn, den wir alle ständig verzapfen, nicht immer allzu ernst zu nehmen. Wenn über mich gelästert wird (oder wurde), kann das ein guter Anlass sein, mich mit meinem eigenen Ego auseinanderzusetzen. Manchmal erscheint das Lästern auch als ein Ventil für Leute, die sich nicht trauen, das, was sie stört, demjenigen zu sagen, den es wirklich betrifft.

    Unter einer buddhistischen Haltung verstehe ich, je nach Situation zu entscheiden, wie du darauf reagieren willst: Mal mischt du beim Lästern munter mit; mal schweigst du; mal drehst du den Spieß um und sagst dem Lästerer auf humorvolle Weise, was als Moralpredigt nie ankommen würde; mal machst du dich über dich selbst lustig und mal schlägst du dem Lästerer vor, sein Problem vielleicht doch einmal mit Person XY zu besprechen - was dir im jeweiligen Augenblick eben gerade angemessen erscheint.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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