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Meditieren im Theravada

  • Stawrogin
  • 25. November 2016 um 17:33
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  • Stawrogin
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    • 25. November 2016 um 17:33
    • #1

    Hallo Liebes Forum,

    Wenn ich an Meditation denke, stelle ich mir die Körperhaltung des Zazen vor. Mir ist aufgefallen, das ich im Pali Kanon, keine Beschreibung finden konnte, WIE man meditiert. Also welche Körperhaltung. Mich interessiert gerade das "Satipatthana-Sutta"

    http://www.palikanon.com/diverses/satip…atipatt_10.html

    Da gibt es folgendes:

    Zitat

    c) Die vier Körperhaltungen

    Und weiter noch, o Mönche: Gehend weiß da der Mönch: <Ich gehe>; stehend weiß er: <Ich stehe>; sitzend weiß er: <Ich sitze>; liegend weiß er: <Ich liege>. Wie auch immer seine Körperstellung ist, so eben weiß er es. So weilt er nach innen beim eigenen Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper (anderer) in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. <Ein Körper ist da>, so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

    So auch, o Mönche, weilt der Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers.

    Also, spielt es keine Rolle wie im Zen, das eine genaue Körperhaltung eingenommen wird. Ich könnte theoretisch halb liegend am Sofa meditieren? Und wie ist es mit denn Augen? Schliessen, halb offen oder komplett offen? Und wie lange sollte man meditieren? Im Zen wird ja oft gesagt, das die Zazen Körperhaltung denn Körper in einen art "Wacheren und empfänglicheren" Zustand "versetzt". Und ist es im Theravada nicht so? Und ist es in der "Vipassana Meditation" ebenso gleichgültig welche Sitzhaltung man einnimmt?


    Vielen Dank
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    • 25. November 2016 um 17:50
    • #2

    Die Sitzhaltung ist im Theravada nicht festgelegt wie im Soto-Zen. Man macht sich allerdings selbst ein gefallen, sich damit vertraut zu machen. Ob nun der volle, viertel oder halbe Lotus Sitz spielt erst mal nicht die große Rolle. Wichtig ist die Stabilität, eine ausgeglichene Körperstellung, die längere Sitzungen ermöglicht. Daneben gibt es noch andere Vorteile der Zen Sitzhaltung.

    Das ganze ist jedoch nicht in Stein gemeißelt, eine Bank oder abgewandelte Sitzhaltungen bringen die gleichen Ergebnisse hervor. Ordinierte aus dem Theravada mit denen ich bisher Kontakt hatte, haben alle im vollen Lotus gesessen. Vielleicht nicht ganz so, als wenn sie einen Stock verschluckt hätten, aber schon sehr aufrecht.

    Der Buddha sagte: übt im gehen, stehen, liegen und sitzen. Das ist alles.Es gibt unterschiedliche Strömungen im Theravada in bezug auf mit offenen oder geschlossenen Augen meditieren. Die Tendenz geht zu geschlossenen Augen. Abseits vom Theravada macht es jede Tradition anders, von geschlossen bis weit aufgerissen.

  • Stawrogin
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    • 25. November 2016 um 18:05
    • #3

    Vielen Dank für diese ausführliche Antwort :)

  • mukti
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    • 25. November 2016 um 21:05
    • #4
    Hund:

    Hallo Liebes Forum,

    Wenn ich an Meditation denke, stelle ich mir die Körperhaltung des Zazen vor. Mir ist aufgefallen, das ich im Pali Kanon, keine Beschreibung finden konnte, WIE man meditiert. Also welche Körperhaltung. Mich interessiert gerade das "Satipatthana-Sutta"

    http://www.palikanon.com/diverses/satip…atipatt_10.html

    Da steht ja gleich am Anfang im Satipatthana-Sutta:

    Zitat

    Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder in eine leere Klause, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus.

    Oder "Mit gekreuzten Beinen setzt er sich nieder, den Körper gerade aufgerichtet, die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig haltend". Das kommt öfter vor im Palikanon.

    Mit Metta, mukti.


  • Stawrogin
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    • 26. November 2016 um 14:11
    • #5
    mukti:
    Hund:

    Hallo Liebes Forum,

    Wenn ich an Meditation denke, stelle ich mir die Körperhaltung des Zazen vor. Mir ist aufgefallen, das ich im Pali Kanon, keine Beschreibung finden konnte, WIE man meditiert. Also welche Körperhaltung. Mich interessiert gerade das "Satipatthana-Sutta"

    http://www.palikanon.com/diverses/satip…atipatt_10.html

    Da steht ja gleich am Anfang im Satipatthana-Sutta:

    Zitat

    Da begibt sich, ihr Mönche, der Mönch ins Innere des Waldes oder unter einen großen Baum oder in eine leere Klause, setzt sich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht. Bedächtig atmet er ein, bedächtig atmet er aus.

    Oder "Mit gekreuzten Beinen setzt er sich nieder, den Körper gerade aufgerichtet, die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig haltend". Das kommt öfter vor im Palikanon.

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    Ja ist mir auch gerade aufgefallen. Stimmt. :nosee:
    Aber da steht ja trotzdem nicht solche Sachen wie, Augen ganz zu oder auf oder unter gekreuzten Beinen kann man ja vieles verstehen, da steht ja nicht, halber lotos oder voller usw.

  • Freeman reloaded
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    • 26. November 2016 um 14:26
    • #6

    Also ich lasse die Augen ganz entspannt geöffnet, dadurch bleibt die Umgebung präsent und man schweift nicht so schnell in Tagträume/Gedanken ab. Ich empfehle Dir auf jeden Fall, bei Gelegenheit, zB im Buddha Haus in München oder sonstwo, Dir eine kleine Einführung in das Sitzen geben zu lassen.

    " Die Vertreter der Substanz sind wie Kühe, die Vertreter der Leere noch schlimmer."

    - Saraha
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    " Beides vergaß ich, das Ich und das Nicht-Ich."

    - Huang-po

  • mukti
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    • 26. November 2016 um 19:01
    • #7
    Hund:


    Aber da steht ja trotzdem nicht solche Sachen wie, Augen ganz zu oder auf oder unter gekreuzten Beinen kann man ja vieles verstehen, da steht ja nicht, halber lotos oder voller usw.

    Ja das wird im den Sutten nicht so genau beschrieben. Die Inder sitzen ja auch im weltlichen Leben bis heute mit gekreuzten Beinen am Boden, im Yoga ist das dann weiter entwickelt worden. Wichtig ist vor allem dass der Rücken gerade ist, irgendwo im PK steht auch dass die Wirbel aufeinanderruhen sollen wie Perlen auf einer Schnur oder so ähnlich.
    Im Yoga sind die Augen halb geschlossen, im Buddhismus höre ich immer das bleibt dem Einzelnen überlassen, wie man sich halt leichter tut.

    Mit Metta, mukti.


  • Freeman reloaded
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    • 27. November 2016 um 03:57
    • #8
    mukti:
    Hund:


    Aber da steht ja trotzdem nicht solche Sachen wie, Augen ganz zu oder auf oder unter gekreuzten Beinen kann man ja vieles verstehen, da steht ja nicht, halber lotos oder voller usw.

    Ja das wird im den Sutten nicht so genau beschrieben. Die Inder sitzen ja auch im weltlichen Leben bis heute mit gekreuzten Beinen am Boden, im Yoga ist das dann weiter entwickelt worden. Wichtig ist vor allem dass der Rücken gerade ist, irgendwo im PK steht auch dass die Wirbel aufeinanderruhen sollen wie Perlen auf einer Schnur oder so ähnlich.
    Im Yoga sind die Augen halb geschlossen, im Buddhismus höre ich immer das bleibt dem Einzelnen überlassen, wie man sich halt leichter tut.

    Eine grade Haltung ist auf jeden Fall ein sehr wichtiger Punkt. Daher hatte ich auch eine kurze Einführung bei jemandem, der schon längere Erfahrung hat, empfohlen. Da kann man dann auf diese haltungsmässigen Aspekte im Detail eingehen. Falls zB im halben oder vollen Lotusitz ständig ein Bein einschläft oder schmerzt, kann man sich mit einer gefalteten Decke oder einem flachen Kissen behelfen, das man stützend unter das entsprechende Bein legt. Wichtig ist auch, dass der Kopf leicht gesenkt ist (also nicht starr geradeaus starren), das verhindert Spannungen im Nackenbereich. Es kann auch hilfreich sein, längere Sitzphasen mit Kinhin zu unterbrechen, also langsam und entspanntes im Kreis gehen, wenn das Zimmer zu klein dafür ist, ruhig mal nach 30 Minuten oder so kurz aufstehn und den Körper lockern.

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Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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