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Rime

  • 123XYZ
  • 16. Juli 2016 um 23:07
  • Zum letzten Beitrag
  • hedin02
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 11:07
    • #76
    Sherab Yönten:


    Hat hier irgendjemand das Wort "Missionierung" verwendet ?

    Nein, das nicht. Meine Interpretation deines vorigen Beitrages sollte eigentlich eine Frage sein, leider ohne Fragezeichen!

    Deshalb noch mal etwas verfeinert:

    >nach Außen „missionieren“ und im Inneren „überstülpen?“<

    Beides würde dem Status einer Religion gerecht werden.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 11:11
    • #77
    hedin02:
    Sherab Yönten:


    Hat hier irgendjemand das Wort "Missionierung" verwendet ?

    Nein, das nicht. Meine Interpretation deines vorigen Beitrages sollte eigentlich eine Frage sein, leider ohne Fragezeichen!

    Deshalb noch mal etwas verfeinert:

    >nach Außen „missionieren“ und im Inneren „überstülpen?“<

    Beides würde dem Status einer Religion gerecht werden.

    Wenn ich die Rime Bewegung richtig verstanden habe, wird hier weder "missioniert" noch etwas "übergestülpt", sondern das Wort Toleranz wird groß geschrieben. Wahrscheinlich hast Du die vorhergehenden Beiträge nicht gelesen, sonst fällt es mir schwer nachzuvollziehen wie Du lediglich anhand meines Beitrages auf solche Schlussfolgerungen kommst !

  • hedin02
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 11:45
    • #78
    Sherab Yönten:


    Meines Wissens nach bezieht sich der Rime Begriff "lediglich" auf die tibetischen Schulen, ich finde aber, es spricht nichts dagegen, diesen Begriff oder besser die Bedeutung des Begriffes auch auf andere buddhistische Richtungen auszudehnen.

    …das hast du geschrieben, an wen sollte ich mich sonst mit meiner Frage wenden?
    Wenn Toleranz die alleinige Basis der Rime Bewegung wäre, dann hättest du meine Frage „deines Wissens“ bereits beantwortet.

  • kilaya
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 11:52
    • #79

    Fragezeichen oder nicht - auch die Umformulierung zeigt, dass das kaum eine ernst gemeinte Frage sein konnte, die das Thema in irgend einer Weise weiter bringt. Wenn man sich auch nur halbwegs Mühe gibt, zu verstehen worum es geht, wird deutlich: die Rime-Bemühung um gegenseitigen Respekt ohne Sektiererei ist so ziemlich das Gegenteil davon, zu missionieren oder anderen etwas überstülpen zu wollen. Zumindest ist klar, dass die Idee, den Rime-Gedanken über Tibet hinaus auszudehnen, wie sie hier im Thread ausgesprochen wird, um eine ungezwungene Verständigung kreist.

    kilaya

  • hedin02
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 15:21
    • #80

    Ein Rime-Lama soll einmal gesagt haben: (den Namen habe ich nicht im Kopf)

    "Wenn zwei Philosophen übereinstimmen, ist einer von ihnen kein Philosoph.
    Wenn zwei Heilige uneinig sind, ist einer von ihnen kein Heiliger."

  • 123XYZ
    Gast
    • 20. Juli 2016 um 16:17
    • #81
    hedin02:

    Ein Rime-Lama soll einmal gesagt haben: (den Namen habe ich nicht im Kopf)

    "Wenn zwei Philosophen übereinstimmen, ist einer von ihnen kein Philosoph.
    Wenn zwei Heilige uneinig sind, ist einer von ihnen kein Heiliger."


    Als heilige Philosophie geht Rime den mittleren Weg der nicht-übereinstimmenden Einigkeit. ;)

  • Leon
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 09:31
    • #82

    Genau * : )

  • 123XYZ
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 17:07
    • #83
    Sherab Yönten:

    Wir haben gestern gehört, dass die historische Rime Bewegung lediglich aus drei Schulen des tibetischen Buddhismus bestand: Nämlich die Nyingma Schule, Sakya-Schule und Kagyü-Schule. Die Gelug Schule war nicht Teil dieser früheren Rime Bewegung, weil die Madhyamaka-Philosophie nach Tsongkhapas Lehrrichtung nur schwer mit den anderen drei Schulrichtungen vereinbar war.


    Mich würde ja mal interessieren was an der Madhyamaka-Philosophie so unvereinbar mit den anderen drei Schulrichtungen war oder ist.

  • verrückter-narr
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    • 21. Juli 2016 um 18:01
    • #84
    Zitat

    Mich würde ja mal interessieren was an der Madhyamaka-Philosophie so unvereinbar mit den anderen drei Schulrichtungen war oder ist.


    http://studybuddhism.com/de/fortgeschri…hen-traditionen

    http://studybuddhism.com/web/de/archive…_tradition.html

    Zitat

    Sind es nicht eigentlich sechs Schulrichtungen? --> Bön, Nyingma, Kagyü, Jonang, Sakya, Gelug


    Nein, die Bön-Tradition wird als eigenständige, unabhängige spirituelle Tradition Tibet betrachtet. Zwar gibt es hier viele äußere Ähnlichkeiten zu den buddhistischen Tradionen Tibets, was aber an der jahrhunderte langen Unterdrückung und Benachteiligung durch die buddhistischen Traditionen liegt, aber die Lehre unterscheidet sich schon sehr stark, u.a. werden 3 der 4 buddhistischen Daseinsmerkmale wie anatta, anicca und dukkha im Bön NICHT akzeptiert, sondern nur das nirvana. Dies wird aber auch anders beschrieben.
    Weitere Infos zum Bön finden sich hier https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6n
    http://studybuddhism.com/de/fortgeschri…cher-buddhismus
    Die Jonag Tradition ist eine Unter-Tradition der Sakya-Tradition, die auf den Sakya Lama Dolpopa Sherab Gyaltsen zurückgeht, und wurde auch etliche Jahrhunderte durch die Gelug Obrigkeit aus (macht)-politischen Gründen unterdrückt.

    Manchmal werden die verschiedenen Traditionen auch in 8 Praxislinien unterteilt:
    https://enricokosmus.wordpress.com/2015/03/04/bud…t-praxislinien/
    http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue_…tion__9.de.html

    Zitat

    Wenn Du lange genug suchst, wirst Du auch noch mehr finden: z.B.


    das Zitat stammt von diesen chinesischen Webseiten
    http://www.chinaembassy.bg/eng/zgzt/zgxz/…ism/t132298.htm
    http://www.china.org.cn/china/tibet_de…nt_17357478.htm
    http://gothenburg.chineseconsulate.org/eng/zt/xzwt/t218250.htm

    Zitat

    fotost hat geschrieben:
    Dazu fällt mir ganz spontan der FWBO (Freunde westlichen Buddhismus Order) ein. Eine Organisation in Großbritannien 1967 gegründet mit der erklärten Absicht traditionelle buddhistische Konzepte (Orden, buddhistische Arbeitsgemeinschaften..) für den Westen für viele Menschen annehmbar zu machen.
    Nicht unbedingt eine säkulare Organisation aber ziemlich nahe. Die haben irgendwann mal angefangen und sind suchend, helfend, (missionierend) nach Indien gegangen und haben dort Zentren gegründet, bis sie im Kontakt mit den Leuten dort gemerkt haben, daß die den Begriff Westen (westlicher Buddhismus) gar nicht gut fanden.
    Sie haben sich dann in Triratna umbenannt. :lol:


    Die Umbenennung von FWBO in Triratna hatte wohl sicherlich andere Gründe und lag u.a. an dem skandalösen Verhalten des Gründers und einiger führenden Mitglieder der Gruppe. Auch ist die Gruppe bzw. deren Gründer nicht missionierend nach Indien gegangen, sondern wegen seines zweifelhaften Verhaltens von dort "weggegangen" worden.
    Infos hierüber
    https://medium.com/@eiselmazard/a…ia-65ed24df006d
    http://britishbuddhism.blogspot.de/2012/11/trirat…ty-friends.html
    http://a-bas-le-ciel.blogspot.de/2014/02/sangha…that-never.html
    https://vajratool.wordpress.com/2011/09/16/199…hist-community/
    https://thebuddhistcentre.com/timeline/the-t…-vajragupta.pdf
    https://vajratool.wordpress.com/2010/05/10/est…phill-struggle/

  • 123XYZ
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 20:18
    • #85
    verrückter-narr:
    Zitat

    Mich würde ja mal interessieren was an der Madhyamaka-Philosophie so unvereinbar mit den anderen drei Schulrichtungen war oder ist.

    http://studybuddhism.com/de/fortgeschri ... raditionen

    http://studybuddhism.com/web/de/archive ... ition.html


    Ach Du heilige Sch..... :oops:
    Das ist mir im Moment too much!

    Schön fand ich u.a. folgendes Zitat:

    Zitat

    Je mehr wir über die verschiedenen Traditionen erfahren, umso mehr erkennen wir, wie sie alle zueinander passen, selbst wenn sie die Dinge oft unterschiedlich beschreiben. Auf diese Weise können wir die Lehren aller Überlieferungslinien respektieren.

    Was ich extrem simplifiziert beim schnellen Drüberlesen verstanden zu haben glaube ist das die Gelugpas die konventionelle Realität obwohl letztlich abhängig entstanden und somit illusorisch und leer als trotz dieser Erkenntnis weiterhin existent betonen während die anderen drei Schulen diese als rein illusorisch definieren??
    Wollte und will man durch diese differente Sicht (vorausgesetzt ich habe das nicht falsch verstanden) ein Abgleiten der Praktizierenden in nihilistisches Denken verhindern um mehr Engagement im konventionellen/weltlichen herbeizuführen?
    Also eine erneute Reform zur Förderung von Mitgefühl im Weltlichen wie bereits Jahrhunderte vorab mit der Mahayana-Schule?

    Wenn ich mir die verstärkte Betonung des Studiums der Lehre, der Tugendhaftigkeit und obige Sicht bei den Gelugpas ansehe gewinne ich den Eindruck vor den Reformen Tsonkhapas scheint es erhebliche Probleme mit falschem Verständnis von Leerheit, Untugendhaftem Verhalten und Weltabgewandtheit gegeben zu haben.

  • kilaya
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 21:10
    • #86

    Eigentlich ist die Madhyamaka-Philosophie teilweise auch in den anderen Schulen philosophische Grundlage. Beim Mahamudra in der Kagyü-Schule ist das jedenfalls der Fall. Für mein Denken ist Madhyamaka essentiell auch in Verbindung mit Essenz-Mahamudra und Dzogchen.

    kilaya

  • 123XYZ
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 21:27
    • #87

    Madhyamaka an sich scheint ja auch von allen Schulen akzeptiert zu werden:

    Zitat

    Alle vier Traditionen stimmen darin überein, dass die Erklärung der Leere – der Leerheit von wahrhaft begründeter Existenz –, die in den Texten der Madhyamaka-Philosophie gegeben werden, am tiefgründigsten sind. Die Traditionen unterscheiden sich jedoch darin, wie sie die Madhyamaka-Philosophie in Unterschulen einteilen und wie diese Schulen sich voneinander unterscheiden. Das Ziel ist letztlich, eine von Begriffen freie Erkenntnis der Leerheit zu erlangen – und zwar mit einem gröberen Geisteszustand im Rahmen des Sutra und mit dem subtilsten Geisteszustand des klaren Lichts bzw. dem reinen Gewahrsein von Rigpa im höchsten Tantra. Das bedeutet, dass man sowohl einen bestimmten Geisteszustand als auch ein bestimmtes Objekt, nämlich Leerheit, als dessen Inhalt erlangt. Die Gelugpas betonen in der Meditation die Seite des Objekts, während die Sakyapas, Kagyüpas und Nyingmapas dabei die Seite des Geistes hervorheben.


    (aus: Wodurch unterscheiden sich die tibetisch-buddhistischen Traditionen?)

    Der Text "Besondere Merkmale der Gelug-Tradition" ist mir momentan etwas zu komplex, mir ist nur dieses Zitat zur Frage ins Auge gesprungen (weiß nicht ob es unbedingt des beste ist)

    Zitat

    Die nicht-Gelug Traditionen besagen, dass gültige nichtkonzeptuelle Wahrnehmung, da sie keine allgemein verständlichen Objekte wahrnimmt, eine unentschiedene Wahrnehmung dessen ist, was ihr erscheint (tib. snang-la ma-nges-pa). Sie bestimmt es nicht als „dieses“ und „nicht jenes“. Dies ist ein wichtiger Punkt hinsichtlich ihrer Betonung der nichtkonzeptuellen Meditation. Für die Gelug-Schule ist unentschiedene Wahrnehmung von etwas Erscheinendem niemals eine gültige Wahrnehmung. Für die nicht-Gelug Schulen kann sie eine gültige Wahrnehmung sein.

    6. Anders als in den Chittamatra- und Yogachara Svatantrika-Systemen nimmt gültige nichtkonzeptuelle Sinneswahrnehmung externe Objekte (tib. phyi-don) wahr: Das geschieht indem sie vollständig transparente geistige Erscheinungsbilder (tib. rnam-pa) entwickelt, die externe Objekte repräsentieren (ähnlich mentaler Hologramme), um diese wahrzunehmen. Die nicht-Gelug Schulen besagen, das die gültige nichtkonzeptuelle Sinneswahrnehmung nur unklare geistige Erscheinungsbilder wahrnimmt, die die externen Objekte repräsentieren. Anders als im Chittamatra-System nimmt sie externe Objekte nur indirekt wahr, da der Augenblick externer Objekte, der ihre sinnliche Wahrnehmung verursacht, in dem Moment, in dem die Wahrnehmung entsteht, bereits nicht mehr existiert. Deshalb sind alle geistigen Erscheinungsbilder unklar.

    Den Unterschied scheint wohl Chittamatra- und Yogachara Svatantrika Madhyamaka vs Prasangika Madhyamaka (Gelug) zu machen?!?
    Wie gesagt, ist mir eigentlich momentan zu hoch!

  • hedin02
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 21:29
    • #88
    Thomas23:


    Was ich extrem simplifiziert beim schnellen Drüberlesen verstanden zu haben glaube ist das die Gelugpas die konventionelle Realität obwohl letztlich abhängig entstanden und somit illusorisch und leer als trotz dieser Erkenntnis weiterhin existent betonen während die anderen drei Schulen diese als rein illusorisch definieren??

    Dr. Alexander Berzin hat m.E. hierzu sehr interessante Beschreibung geliefert.

    "Einige wesentliche Unterschiede in den Erklärungen, die die vier Traditionen zu den Lehren geben, sind auf die Art und Weise zurückzuführen, wie sie die Fachbegriffe definieren und verwenden, sowie darauf, dass sie den Dharma unter unterschiedlichen Gesichtspunkten darstellen.
    Wenn die Gelugpas sagen, dass der Geist unbeständig ist, meinen sie damit die Tatsache, dass unser Geist sich in jedem Augenblick verschiedener Objekte gewahr und daher nicht statisch ist.
    Wenn es in der Kagyü- und Nyingma-Tradition heißt, der Geist sei beständig, so ist damit die Tatsache gemeint, dass die Natur des Geistes sich nicht ändert und dass er weder Anfang noch Ende hat.
    Beide Seiten stimmen jedoch der Position der jeweils anderen zu, obwohl diese bezüglich der Aussage, ob der Geist beständig oder unbeständig ist, oberflächlich betrachtet genau entgegengesetzt zu sein scheint.

    Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Gelugpas den Dharma vom Gesichtspunkt gewöhnlicher Wesen aus erklären, die Sakyapas vom Gesichtspunkt der auf dem Weg weit fortgeschrittenen Aryas und die Kagyüpas und Nyingmapas vom Gesichtspunkt erleuchteter Wesen.
    Deswegen heißt es beispielsweise in der Gelug-Tradition, dass im subtilsten Geisteszustand noch Gewohnheiten vorhanden sind, die aus der Unwissenheit stammen, nämlich z.B. im Geisteszustand zur Zeit des Todes.
    Die Sakyapas sagen, der subtilste Geisteszustand sei ein glückseliger, nämlich so wie der Geisteszustand, der auf dem Pfad hervorgebracht wird. Und die Kagyüpas und Nyingmapas erklären, dass in ihm alles bereits vollständig und vollkommen ist wie im Falle der Buddhas.
    Außerdem werden die Erklärungen in der Gelug-und Sakya-Tradition im Hinblick darauf gegeben, dass die Praktizierenden allmählich und stufenweise fortschreiten, während in der Kagyü- und Nyingma-Tradition der Pfad oft so dargestellt wird, wie er für die recht seltenen Praktizierenden verläuft, für die „alles gleichzeitig geschieht“.

    Die Tibetischen Tradizionen erklären also den Dharma ausgehend von verschiedenen Ebenen.

  • 123XYZ
    Gast
    • 21. Juli 2016 um 21:34
    • #89
    hedin02:

    Die Tibetischen Tradizionen erklären also den Dharma ausgehend von verschiedenen Ebenen.


    Das fand ich auch interessant.
    Wobei aus meiner gewöhnlich-wesenhaften Sicht ein hin- und herswitchen und kombinieren dieser Perspektiven gewinnbringend sein kann.. vorausgesetzt man versteht aus welcher Perspektive gerade gelehrt wird sonst kann es natürlich auch verwirrend sein.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 22. Juli 2016 um 07:11
    • #90
    Thomas23:
    Sherab Yönten:

    Wir haben gestern gehört, dass die historische Rime Bewegung lediglich aus drei Schulen des tibetischen Buddhismus bestand: Nämlich die Nyingma Schule, Sakya-Schule und Kagyü-Schule. Die Gelug Schule war nicht Teil dieser früheren Rime Bewegung, weil die Madhyamaka-Philosophie nach Tsongkhapas Lehrrichtung nur schwer mit den anderen drei Schulrichtungen vereinbar war.


    Mich würde ja mal interessieren was an der Madhyamaka-Philosophie so unvereinbar mit den anderen drei Schulrichtungen war oder ist.

    Die Madhyamaka-Philosophie erklärt die Leerheit mit Hilfe der Logik. Aus allen möglichen Perspektiven. Wer die Grenzen der Logik sprengen möchte (Jenseits der Konzepte, jenseits von Debatten und Worte), der praktiziert entweder Tantra oder Dzogchen bzw. Mahamudra, Wir haben jetzt in 4 Tagen sehr inspirierende Texte von Shabkar Rinpoche besprochen (wird im Dezember im Tibethaus angeboten, kann ich nur empfehlen !), der zu Lebzeiten Lieder über die große Vollendung (Dzogchen) geschrieben hat.

    Es wurde gesagt, dass um Dzogchen bzw. Mahamudra praktizieren zu können, natürlich vorbereitende Übungen notwendig wären, aber auch eine Einführung in die Natur des Geistes. Diese explizite Einführung in die Natur des Geistes bietet die Madhyamaka-Philosophie nicht. Gelugpa können sie aber im Tantra indirekt bei jeder Einweihung erfahren, auch wenn dies nicht explizit angekündigt wird.

    hedin02:

    Die Tibetischen Tradizionen erklären also den Dharma ausgehend von verschiedenen Ebenen.

    Nein, das würde ich so nicht formulieren (siehe oben).

  • 123XYZ
    Gast
    • 22. Juli 2016 um 17:11
    • #91

    Hallo Sherab,

    ich denke wir sind jetzt an einem Punkt wo wir schon einmal in Deinem Thread Buddhanatur (Mahayana-Uttaratantra-Shastra) angekommen waren nämlich verschiedene Kommentare zu Grundlagentexten aus verschiedenen Schulen.
    Die Madhyamaka-Philosophie wird in allen Schulen gelehrt, nur die Auslegung scheint eine andere zu sein. Die Gelugpas scheinen die Yogacara-Philosophie eher abzulehnen, die zB bei den Nyingmapas auch in der Kommentierung von Madhyamaka eine große Rolle spielt.

    Man müsste mal die Texte von verrückter-narr in Ruhe lesen um das besser zu verstehen. Was ich bislang aufgeschnappt habe ist zB die Aussage die Gelugpas würden den Stufenweg stärker betonen und zunächst konzeptuelles Denken weiter beibehalten um dieses erst in den hohen Tantra-Klassen und Mahamudra oder Dzogchen aufzulösen (also Perspektive vom Laien aus) während zB bei den Nyingmapas von Anbeginn an die Natur des Geistes Rigpa gelehrt wird (Perspektive vom Ziel aus).
    ***keine Ahnung ob das so richtig ist.. ist mir eigentlich zu hoch ;) ***

  • 123XYZ
    Gast
    • 22. Juli 2016 um 22:42
    • #92
    Lucy:

    Thomas, jede Linie ist in sich vollständig.
    Es genügt rauszufinden, wo man gut hinpasst und das dann zu praktizieren.


    Lucy, mein Interesse an einer Kombination hat durchaus natürlich gewachsene Ursachen.
    Ich habe Meditation bei Rigpa (Nyingma) gelernt. Das Erkennen der und Ruhen in der Natur unseres Geistes (Rigpa) wurde mir dort vermittelt. Ich finde diese Methode gut. Ich habe über Rigpa bereits einiges über die Natur unseres Geistes lernen können.

    Nun bin ich in einem Gelug-Zentrum aktiv, wo diese Form der Meditation nicht gelehrt wird.
    Ich möchte diese nun angeeignete Methode aber deshalb nicht verwerfen und weiter praktizieren.

    Grundsätzlich neige ich nicht dazu zwangsweise mischen zu wollen und möchte dem Lehrer in seiner Art der Vermittlung der Lehre folgen und vertrauen.
    Um etwas mehr Sicherheit hinsichtlich dieser Methodenkombination und etwaiger nicht-absehbarer Folgen zu haben interessiere ich mich für die Unterschiede zwischen den Schulen.

    Abgesehen von genannten Gründen interessiert es mich aber auch generell.

    Auch halte ich es für sinnvoll die Unterschiede verstanden zu haben um ohne Verwirrungsrisiko auch an Unterweisungen von Meistern/Meisterinnen anderer Linien bei Interesse teilzunehmen.

    Und wer weiss schon was passiert? Vielleicht muss ich irgendwann einmal den Wohnort wechseln und habe kein Gelug-Zentrum, sondern zB ein Kagyü-Zentrum in meiner Nähe?

    Der Thread hier ist aber nicht als persönliche Orientierungshilfe für mich gedacht sondern als allgemeine Diskussionsmöglichkeit über alles rund um Rime.

  • Yeshe
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    7. Juli 2016
    • 22. Juli 2016 um 23:02
    • #93
    Sherab Yönten:

    Es wurde gesagt, dass um Dzogchen bzw. Mahamudra praktizieren zu können, natürlich vorbereitende Übungen notwendig wären, aber auch eine Einführung in die Natur des Geistes. Diese explizite Einführung in die Natur des Geistes bietet die Madhyamaka-Philosophie nicht. Gelugpa können sie aber im Tantra indirekt bei jeder Einweihung erfahren, auch wenn dies nicht explizit angekündigt wird.
    .

    Um Dzogchen zu praktizieren, sind (theoretisch) keine Vorbereitungen notwendig. Die erste Aussage von Garab Dorje lautet "Erkenne Rigpa durch direkte Einführung!" und nicht "Mache erstmal Vorbereitungen!". Wenn das dann mit dem Erkennen von Ripgpa nicht so richtig klappen will, tja dann...
    Bei einer formellen Einweihung in die inneren Tantras gemäß der Nyingma-Tradition wird Dzogchen (=Ati-Yoga) als 4. Einweihung eingeführt. In der Regel werden in der Nyingma-Tradition die drei inneren Tantras (= Maha-, Anu- und Ati-Yoga) innerhalb einer Sadhana praktiziert.

    Yeshe

    Wenn ich eine Frage stelle, ist das immer als echte Frage gemeint! :vajra:

  • Lucky Luke
    Gast
    • 23. Juli 2016 um 13:40
    • #94
    mkha':

    Kannst Du mir Näheres zu dieser bei den Gelugpa nicht verfügbaren "Einführung in die Natur des Geistes" mitteilen?

    Das waren nicht meine Worte ;)

    Ich habe geschrieben, dass die Madhyamaka-Philosophie nicht in die Natur des Geistes einführt, weil sie noch das Instrument der Logik und Worte nutzt.

    Ferner habe ich geschrieben, dass Gelupga Praktizierende Tantra praktizieren müssten, um eine implizite Einführung in die Natur des Geistes zu bekommen. Dabei wird nach meinen bisherigen Erfahrungen bei Einweihungen (der Kryia Tantra Klasse) aber nie explizit erwähnt, dass die Schüler durch eine tantrische Einweihung in die Natur des Geistes eingeführt werden.

  • 123XYZ
    Gast
    • 28. Juli 2016 um 17:38
    • #95
    Zitat

    RIME-BEWEGUNG
    ab dem 19.Jahrhundert wiederbelebt.

    Rime ist eine traditionsübergreifende Erneuerungsbewegung, die die verbindenden Elemente des tibetischen Buddhismus betont. Die heutige Rime-Bewegung sucht den Dialog mit den Wissenschaften, die Integration der buddhistischen Lehren in westliche Kulturkreise, den Linien und Schulen übergreifenden innerbuddhistischen Dialog und eine Dharma-Praxis frei von sektiererischen Tendenzen.

    Der 14. Dalai Lama betont ausdrücklich die heutige Bedeutung des Rime-Ansatzes für den tibetischen Buddhismus: „Es ist nicht angebracht, große Unterschiede zwischen den Traditionen zu machen, da sie alle auf das Gleiche hinauslaufen … Es wäre falsch sektiererisch an einer Tradition festzuhalten und andere abzulehnen … Jede Tradition hat ihre Besonderheit und Ihren Wert.“


    (Quelle: http://pauenhof.de/blog/pauenhof/buddha-dharma-sangha/)

    Hier wird Rime weiter definiert als nur auf Tibet bezogen.

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    • 28. Juli 2016 um 18:56
    • #96

    Das wäre wohl eine Beschreibung, die auch die meisten säkularen Buddhisten annehmen könnten.

    Mir persönlich würde es in einem Punkt sogar zu weit gehen, Ich möchte eigentlich überhaupt nicht, daß buddhistischen Lehren in westliche Kulturkreise integriert werden.
    Das hätte für mich den Geschmack von (wie hieß das früher mal) Kulturimperialismus :lol:

    Wenn der größte Teil der buddhistischen Weltgemeinde im Osten lebt, soll doch für sie bitte die Lehre in ihren (weltlichen) Umgebungen integriert bleiben.

    Mir würden da schon einfachere Dinge reichen. Die uneingeschränkte Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte etwa, die für mich sowieso weitestgehend mit fast allen buddhistischen Schulen zu vereinbaren ist. Eine Aufforderung zur Zusammenarbeit mit Menschen guten Willens über den buddhistischen Zaun hinaus etc. Eine Auseinandersetzung mit dem europäischen Humanismus...

    Wenn man im letzten Absatz einmal Buddhismus durch andere große Denksysteme ersetzt ist deutlich, was ich meine.

  • 123XYZ
    Gast
    • 28. Juli 2016 um 19:23
    • #97

    fotost: Das ich mit säkularem Buddhismus nichts anfangen kann sagte ich ja bereits.
    Was Du jetzt punkto "Kultur" geschrieben hast trifft noch weniger meine Denke.
    Na dann weiterhin alles Gute auf dem Pluto, ich zieh mich wieder zurück auf meinem kuschligen Merkur ;)

  • 123XYZ
    Gast
    • 30. Juli 2016 um 13:51
    • #98

    Hier findet sich ein Artikel von Ringu Tulku Rinpoche aus dem Jahr 1995 zu Rime:
    Die Rimé-Bewegung von Jamgon Kongtrul dem Großen

    Zitate:

    Zitat

    Jemand, der sich dem Weg des Rimé verschrieben hat, folgt ziemlich sicher einer Linie für seine oder ihre Haupt-Praxis. Er oder sie sagt sich nicht von der Schule los, von der er oder sie geprägt worden ist.

    Zitat

    Rimé dient nicht der Vereinigung verschiedener Schulen und Linien durch Betonung ihrer Gemeinsamkeiten. Es ist im Grunde eine Wertschätzung der Unterschiede und ein Anerkennen der Wichtigkeit solcher Vielfalt zum Wohle der Praktizierenden mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Rimé-Lehrer achten deshalb sehr sorgfältig darauf, dass die Lehren der einzelnen Linien sowie deren einzigartiger Stil und ihre jeweiligen Methoden erhalten und nicht mit anderen Linien vermischt werden. Das Bewahren des ursprünglichen Stils und der Original-Methoden sichert die Kraft, die in den Erfahrungen einer Übertragungslinie steckt. Kongtrul und Khentse bemühten sich sehr, den ureigenen “Geschmack” einer jeden Belehrung zu erhalten und sie dennoch vielen Menschen zugänglich zu machen.

  • 123XYZ
    Gast
    • 30. Juli 2016 um 14:43
    • #99

    @Lucy: Nunja.. sagen wir besser kooperative Gesamtschule.
    Die gemeinsamen zB in den "Fünf grossen Schätzen" beschriebenen Lehrinhalte können auch gemeinsam gelehrt und praktiziert werden und es spricht nichts dagegen auch Belehrungen anderer Linien zu erhalten während man der eigenen Hauptlinie weiter folgt.

    Hier nochmal eine Rime-Definition einer anderen Seite zum Vergleich:

    Zitat

    Erweiterung des Rime-Ansatzes heute

    Der tibetische Buddhismus kam nach Jahrhunderten der Isolation durch das erzwungene Exil mit anderen Kulturen, Religionen und der modernen Wissenschaft in Kontakt. Man kann, so meine ich, dieser neuen Situation nur dann konstruktiv begegnen, wenn man einen ausgeprägten und erweiterten Rime-Ansatz folgt. Erweiterungen des Rime-Gedankens könnten u.a. folgende Aspekte beinhalten:

    - Dialog mit den Wissenschaften: Der Buddhismus, welcher grundsätzlich der Wahrheitssuche verpflichtet ist und dabei logisch-analytische wie pragmatisch-experimentelle Elemente betont, ist unter den Weltreligionen besonders dazu prädestiniert, einen intensiven Dialog mit den Wissenschaften zu führen.

    - Integration in andere Kulturkreise: Bei der Übertragung, Integration und Assimilation der Dharma-Lehren in andere Kulturkreise kann die Rime-Haltung genutzt werden, um zu überprüfen, was die essenziellen Inhalte des Buddhismus sind und welche Aspekte nur äußeres Beiwerk darstellen. Einige führende Buddhisten im Westen sehen in dem nicht-sektiererischen Ansatz eine Voraussetzung dafür, dass der Buddhismus in anderen Kulturkreisen eine adäquate Form finden kann.

    - Innerbuddhistische Dialoge: Wahrscheinlich gibt es mehr interreligiöse Dialoge (beispielsweise von buddhistischen und christlichen Ordensleuten) als innerbuddhistische Gespräche. Nicht nur wären Dialoge zwischen den einzelnen tibetischen Schulen förderlich, sondern auch zwischen Theravāda- und Mahāyāna-Vertretern. Der innerbuddhistische Austausch könnte auch im Rahmen von speziellen Studien- und Praxiseinrichtungen gefördert werden.

    - Rime und die persönliche Dharma-Praxis: Fundamentalistisch-sektiererische Tendenzen sind Ausdruck von Verblendung, Selbstsucht und Anhaftung an Ich und Mein, gepaart mit Abneigung gegen das scheinbar Antagonistische und Andersartige. Rime ist das genaue Gegenteil von ignoranter Parteilichkeit und bildet eine gesunde Basis für das richtige Verständnis und die korrekte Anwendung des Dharma.

    Alles anzeigen

    ABER auch punkto diesen beschriebenen erweiterten Ansatzes gilt:

    Zitat

    „Ri-me bedeutet …, Methoden aller Schulen und Traditionen zu schätzen und nichts als minderwertig zurückzuweisen. Es bedeutet aber auch, authentische Praxismethoden nicht zu vermischen, sondern für ihren klaren und sauberen Erhalt zu sorgen. In unserer Zeit ist dies sehr wichtig geworden, um bei all dem „Dharma-Angebot“ den modernen Praxis-Konsum eines buddhistischen Supermarktes zu verhindern. Bedeutende Meister haben sich bereits energisch gegen das moderne „Dharma-Shopping“ ausgesprochen.“


    (Quelle: http://info-buddhismus.de/Rime-Bewegung-Manshardt.html)

    Konnte auch Rime-Organisationen in Deutschland beim Stöbern finden:
    http://www.rime-lhakang-muenchen.de/
    http://rime-zentrum.jimdo.com/

  • 123XYZ
    Gast
    • 30. Juli 2016 um 15:12
    • #100

    Punkto Gemeinsamkeiten und Unterschiede bieten sich auch verschiedene ausgearbeitete Baumstrukturen zu Religionen und Buddhismus an.

    Ich konnte hier einige gute Bilder finden.

    Stammbaum der "Religionen"
    Der hier bereits angesprochene säkulare Humanismus wird hier abseits der Dharma-Wurzel unter "Atheistisch-Theoretisch" in unmittelbarer Nachbarschaft zu LaVeyan Satanismus, Kommunismus und Sikh eingeteilt.

    Allgemeiner buddhistischer Stammbaum

    Allgemeiner buddhistischer Stammbaum2

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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