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Dzogchen - kurze Frage

  • Max
  • 13. April 2016 um 21:29
  • Zum letzten Beitrag
  • Max
    Themenautor
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    • 13. April 2016 um 21:29
    • #1

    Hallo alle miteinander,

    in meiner Nähe habe ich ein Dzogchen-Zentrum und da es das einzige buddhistische Zentrum hier zu sein scheint, werde ich es wohl in näherer Zukunft mal am Informationstag "besuchen fahren". Allerdings habe ich gar keine Ahnung von Dzogchen oder dem tibetischen Buddhismus generell, deswegen bitte ich euch um ein paar Antworten. Gibt es dort so etwas wie Götter? Ich habe nur gelesen, dass es einen Medizin-Buddha und Heilmeditation gibt, das hat mich ein wenig verunsichert, da mir das schon wieder ein wenig zu "spirituell" ist. Auch eine kleine Einführung in Dzogchen wäre sehr nett, damit ich den Grundgedanken verstehe. Wie gesagt, ich habe nur ein sehr beschränktes Wissen über den tibetischen Buddhismus bzw. Dzogchen, das soll hier kein Vorwurf sein, sondern nur die Fragen eines Unwissenden.

    Danke schon mal. ^^

  • verrückter-narr
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    • 15. April 2016 um 09:47
    • #2

    bezüglich der dzogchen tradition und lehre gibt es verschiedene und unterschiedlich auffassungen. manche sehen dzogchen (maha sandhi) als eigenständige und unabhängige lehre, die unabhängig vom buddhismus (buddha-dharma) besteht und ihren ursprung in vorbuddhistischen zeiten hat und von garab dorje begründet wurde, andere sehen den ursprung eher in der alten tibetischen bön tradition, die schon vor 25.000 jahren exitiert haben soll und vom buddha shenrab miwoche begründet wurde (diesen buddha gibts es aber nur im bön und nicht in den anderen buddhistischen traditionen), und wieder andere sehen es als fortsetzung und quintessenz des buddhistischen tantra, das durch padmasambhava (guru rinpoche) erstmalig in tibet gelehrt wurde.
    einige behaupten, dzogchen gebe es nur in der nyinma und bön - tradition, aber im laufe der geschichte sind die dzogchen lehren in allen tibetisch buddhistischen tradition (auch in der gelugpa) enthalten, nur werden sie dort nicht so häufig gelehrt.
    manche lehrer lehren dzogchen deshalb auch in verbindung mit dem buddhistischen tantra und andere lehrer als eigenständiges system ohne tantrische elemente.
    auf folgenden seiten gibt es die unterschiedlichen darstellungen:

    http://www.dzogchen.de/dzogchen/lehre/
    http://www.berzinarchives.com/web/de/archive…n_dzogchen.html
    http://www.khordong.de/DE/buddhismus/dzogchen51
    http://www.simplybeing.co.uk/
    http://vajranatha.com/
    http://keithdowman.net/list-of-teachings-on-dzogchen.html
    http://arobuddhism.org/community/dzogchen.html

  • kilaya
    Gast
    • 15. April 2016 um 12:22
    • #3

    Danke lieber Narr, das ist eine gute Zusammenfassung und Übersicht! :)

    Max:

    Gibt es dort so etwas wie Götter? Ich habe nur gelesen, dass es einen Medizin-Buddha und Heilmeditation gibt, das hat mich ein wenig verunsichert, da mir das schon wieder ein wenig zu "spirituell" ist.


    Götter, wie man das hier versteht von der germanischen, römischen, griechischen Tradition her usw. gibt es nicht bzw. sie würden als karmische Wesen angesehen, die im Kreislauf gefangen sind wie Menschen auch. Es gibt innerhalb des Tantra - und oft wird Dzogchen im Verbund mit Tantra gelehrt, wie Du oben schon gelesen hast - Meditations-Gottheiten, das sind aber mehr Spiegelungen für den eigenen Geist, auf die man sich in der Meditation konzentrieren kann. Über sie verbindet man sich mit den eigenen geistigen Fähigkeiten und Potentialen. Auf der reinen Dzogchen-Ebene spielt das aber keine besondere Rolle mehr. Medizin-Buddha ist ein wichtiger Buddha in fast allen Mahayana-Schulen, das gesamte System der tibetischen Medizin baut sich um den Medizin-Buddha herum auf. Aber auch das ist auf der reinen Dzogchen-Ebene nicht mehr relevant bzw. nebensächlich. Schau halt mal, was Dir das Zentrum anbietet und versuch vielleicht ein wenig offen zu sein, auch wenn Du Sachen am Anfang vielleicht nicht verstehst oder mit westlichen Konzepten belegst, die Dir nicht gefallen.

    Max:

    Auch eine kleine Einführung in Dzogchen wäre sehr nett, damit ich den Grundgedanken verstehe. Wie gesagt, ich habe nur ein sehr beschränktes Wissen über den tibetischen Buddhismus bzw. Dzogchen


    Der wichtigste Grundgedanke ist wohl, dass alles schon erleuchtet ist, dass alle Wesen Buddhas sind und alle Phänomene rein und klar, blos weil sie existieren. Diese Sicht übt man - mit verschiedenen Methoden oder ohne Methoden - bis sie zur stabilen Erfahrung geworden ist. Einer der häufigsten Fehler beim Dzogchen ist, das muss man an dieser Stelle eigentlich gleich mit dazu sagen, dass man meint "prima, dann brauche ich mir ja keine Mühe zu geben" und es ganz sein lässt. Andere meinen mitten auf dem Weg, dass alles, was sie an Mist verzapfen, ja "rein und klar" sein, also ihre Fehltritte damit entschuldigen. Beides hat mit Dzogchen nicht viel zu tun. Das Spannungsfeld, das entsteht, wenn man einerseits weiss, dass alles erleuchtet ist, inkl. einem selbst, aber andererseits auch weiss: ich erfahre das noch gar nicht wirklich, vielleicht mal als Aufblitzen im Alltag oder in der Gegenwart eines Dzogchen-Meisters, ist so schwierig, dass das sog. "radikale Dzogchen" das ganz ohne Methoden auskommen will, im Prinzip gar nicht mehr gelehrt wird. Die Methoden sollen helfen, das Pferd von zwei Seiten aufzuzäumen: die Sicht lässt einen die Dinge vom Standpunkt des Ziels aus betrachten, was einen "zieht" - gleichzeitig praktiziert man Tantra, um eine konzepthafte Ethik zu verinnerlichen (die man am Ziel wieder loslassen kann) und eventuelle Störungen und schwierige Neigungen die man hat, für den Alltag umzuwandeln.

    kilaya

  • Lux
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    • 15. April 2016 um 16:19
    • #4

    Gute Zusammenstellung v-n!

    Es ist wie Kilaya schon sagte. Dzogchen wird meistens in Verbindung mit Tantra gelehrt. Es gibt verschiedene Klassen von Tantra. Am Anfang steht die Praxis mit den äußeren Tantras. Dzogchen steht nicht am Anfang der Praxis für Beginner. Es ist also am Start und mittendrin schon etwas spirituell. Wenn hier gewisse Abneigungen bestehen sollten, ist es sehr hilfreich die Spiritualität im Bereich Tantra/Dzogchen verstehen zu lernen. Um dieses spirituelle Paket im Buddhismus kommst du nur sehr schwer vorbei. Mit der Praxis des Dzogchen heben sich diese Dinge jedoch auf, wenn man möchte.

    „Der Flug des Garuda“ von Keith Dowman ist nach meinem Empfinden ein sehr gutes Werk zum Dzogchen. Eventuell am Anfang nicht einfach zu durchblicken.

  • Max
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    12. März 2016
    • 22. April 2016 um 15:20
    • #5

    Vielen Dank euch allen, nun habe ich schon ein etwas klareres Bild, was Dzogchen ist und das klingt ja schon mal gar nicht schlecht. Ich bin schon gespannt auf den Besuch im Zentrum. :)

  • Spacy
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    29. Oktober 2014
    • 22. April 2016 um 20:26
    • #6
    Max:

    Vielen Dank euch allen, nun habe ich schon ein etwas klareres Bild, was Dzogchen ist und das klingt ja schon mal gar nicht schlecht. Ich bin schon gespannt auf den Besuch im Zentrum. :)


    Dann geh doch dahin http://www.rigpa.de/lang-de/compon…out=edit&id=617 - du pöse Entität (wobei, das ist ja noch nicht mal deren Sprache), ähhm, du pöses Tu tu.
    Verlaß doch den Pfad der Erkenntnis und folge den Gurus.
    Mach doch.... *heul*
    Aber, du wirst schon sehen, was du davon hast! Und komm mir ja nicht zurück - ich werde dann nicht mehr dasein (oder da sein, da Sein - ich bin verwirrt)

  • kilaya
    Gast
    • 22. April 2016 um 23:26
    • #7

    Spacy ich kann Deinen Kommentar und den Link nicht in Verbindung bringen, auf der Seite steht:

    Zitat

    Die natürliche Freiheit des Geistes

    Die Weisheit und das Mitgefühl unserer wahren Natur erwecken

    Retreat und Vorträge mit Sogyal Rinpoche

    Wenn wir unseren Geist in seiner wahren Natur ruhen lassen, entdecken wir eine natürliche, uns innewohnende Freiheit des Geistes, die schon immer da war, unberührt von Stress, Verwirrung und turbulenten Emotionen. Wenn sich unser Geist und Herz öffnen, werden unsere innewohnende Weisheit und unser Mitgefühl auf alles ausstrahlen, was wir tun und auf jeden, dem wir begegnen. Integrieren wir die Weisheit der Lehren vollständig in unseren Alltag, werden wir wahrhaft lebendig – zuversichtlich, offen und entspannt in jeder Situation.

    Sogyal Rinpoche wird ein Verständnis des Geistes und der Weisheit der Meditation vermitteln, basierend auf den außergewöhnlichen Belehrungen über Dzogchen – die Große Vollkommenheit –, welche die höchste Weisheit der tibetisch-buddhistischen Tradition ist.

    Menschen überall auf der Welt berichten von Sogyal Rinpoches Fähigkeit, eine Atmosphäre zu schaffen, die unsere innere Weisheit ganz natürlich zum Vorschein bringt. Die Kraft der buddhistischen Lehren und seine mitreißende und lebendige Wachheit können bewirken, dass wir uns und die Welt mit neuen Augen sehen.

    http://www.rigpa.de/lang-de/compon…out=edit&id=617

    Alles anzeigen

    kilaya

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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