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Gast und Gastgeber in der Zen Tradition Teil 1

  • Ji'un Ken
  • 4. Februar 2015 um 11:11
  • Zum letzten Beitrag
  • Ji'un Ken
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 11:11
    • #1

    http://choka-sangha.de/z0014-gastgebe…-1/#t=37:24.782

    Zitat

    3.12.2014
    Lehrer- und Schüler-Rollen in der spirituellen Schulung
    “Gastgeber und Gast” in der Zen-Tradition TEIL 1

    Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über die Rollen des „Gastgebers“ und des „Gastes“ in der Begegnung zwischen Praktizierenden des Zen. Als „Gastgeber“ wird bei Meister Rinzai derjenige Aspekt oder diejenige Person bezeichnet, der bzw. die sich auskennt, die Übersicht hat und die Situation durchschaut. „Gast“ ist der, der unsicher ist, etwas lernen möchte und die Situation noch nicht durchschaut.
    Auch im Sinne der Frage, wer ist mit der Essenz im Kontakt und wer nicht, begegnen sich „Gastgeber und Gast“.

    In modernen Seminaren wird von der Rolle des Facilitators gesprochen. Die Rollen von „Gastgeber und Gast“ oder von „facilitator“ wechseln dabei, je nach Situation und Anlass und sind nicht an Personen gebunden.

    In den Begegnungen zweier Zen-Praktizierender, z.B. in einem „Mondo“, also einem Gespräch oder Austausch, wird jeweils festgestellt, wer ist wer. Rinzai stellt vier mögliche Konstellationen solcher Begegnungen dar. In der Zen-Tradition wird hier Wert darauf gelegt, jeweils auch klar zu stellen, wo bei einem „Gastgeber“, also einem Lehrer, noch blinde Flecken vorhanden sind und diese auch klar zu benennen. Wem die Umstände, ob nun die inneren oder die äußeren fremd sind, nimmt jeweils die Rolle des „Gastes“ ein. Die Umstände können dann unsere „Gastgeber“ sein. Aber auch eigene innere Reaktionen, die wir haben, können uns, in der Rolle des Gastes, als „Gastgeber“ dienlich sein. Und in der Rolle des Gastes können wir, mit offenen Augen, durch ein Tor der Wahrheit gehen…

  • Aiko
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 11:17
    • #2

    Sag' mal deinem Kollegen, dass er da den Linji im Kapitel 26 des Linji-Roku völlig falsch versteht.

    Es gibt das Modell von Herr und Gast bzw. Hausherr, Gastgeber und Gast, als Modell der Begegnung im Zen, aber es steht nicht von vornhinein fest, wer nun da sich "auskennt". Denn Linji unterscheidet 4 Fälle - und da gibt es eben
    1. wissender Gastgeber und ignoranter Gast
    2. wissender Gastgeber und wissender Gast
    3. ignoranter Gastgeber und wissender Gast
    4. ignoranter Gastgeber und ignoranter Gast

    Geht man vom 4. Modell aus, in dem beide ignorant sind, sich aber sicher prächtig verstehen, dann sitzen sie eben beide in der Falle ihrer Einbildung.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 12:05
    • #3

    Als ich gesehen habe , das du online bist, wusste ich, dass es keine fünf Minuten dauert, bis du reagierst.
    Du hast den Vortrag noch nicht einmal gehört, aber hast schon eine Meinung dazu. Wie berechenbar. :grinsen:

  • Aiko
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 12:32
    • #4
    Ji'un Ken:

    Als ich gesehen habe , das du online bist, wusste ich, dass es keine fünf Minuten dauert, bis du reagierst.
    Du hast den Vortrag noch nicht einmal gehört, aber hast schon eine Meinung dazu. Wie berechenbar. :grinsen:

    Da solltest du dich mal nicht verrechnen. Ich habe den Vortrag schon gehört. Ich kenne auch das Thema recht ausführlich. Was Hatlapa da von sich gibt, das ist sowas von daneben - da kann ich nur sagen - da ist keine wahre Einsicht. Da gibt es ja nichts zu lernen, so wie er das sich zurecht bastelt - der Gastgeber als der Lehrer und der Gast als der Lernende und manchmal ist man das und manchmal dies. Und alle sind auf dem Weg zum Ziel - wie er sagt.

    Ich sag's mal anders - du nutzt hier deine Funktion und diese Platform zur Werbung für deine Linie. Das ist legitim - und dagegen habe ich nichts. Aber das "Gasthaus" für das du Werbung machst, kann auch vom Restauranttester begutachtet werden - vom Gast. Und da gibt es eben nur wenig zu verdauen, alles ziemlich vorgekaut und nicht viel zu beißen.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 13:11
    • #5

    Aiko, ich setze einen Vortrag rein. Ich mache keine Werbung. Wenn ich Vorträge von anderen finde, setze ich sie auch rein. Die von Christoph bekomme ich nun mal per Mail.

    Mit deiner Meinung dazu kann ich gut leben.

  • blue_apricot
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 13:19
    • #6
    Zitat

    In modernen Seminaren wird von der Rolle des Facilitators gesprochen.

    Oh, ein Kunstgriff. Jetzt weiß ich endlich wofür sie sich bezahlen lassen. Aber wenn ich per Definition auch Gastgeber bin, will ich ab sofort Tandiemen.

    Wenn ich Mondo mit Rinzai lese, dann misst sich da nur "Meister" mit "Meister". Rinzai war da unerhört "frech" zugange, ein knallharter Bodhisattva. :)

  • keks
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    • 4. Februar 2015 um 13:51
    • #7
    Aiko:


    Es gibt das Modell

    Aha, ich mag das Minimalistische ohne Modelle und angehänkte Schnörkel.
    Der Gastgeber sollte gutes Essen und Tee machen können und ich sollte mich bei ihm wohlfühlen, der Rest ist erstmal egal 8)

    Bubu :clown::oops:

  • Aiko
    Gast
    • 4. Februar 2015 um 14:06
    • #8
    keks:


    Der Gastgeber sollte gutes Essen und Tee machen können und ich sollte mich bei ihm wohlfühlen, der Rest ist erstmal egal 8)

    Seh' ich genauso. Und Vorträge beim Essen mag ich nicht. :D Gespräche schon eher. Wenn man die Hauslosigkeit gewählt hat, dann ist man sowieso nur noch Gast. Und als Haushälter übt man Gastfreundschaft, d.h. man bewirtet seine Gäste und achtet darauf, dass sie bald wieder weiter ziehen. Ansonsten werden sie ja in den Hausstand eingegliedert und verlieren ihren Gaststatus.
    Linjis Beispiel hat ja mit der Seßhaftigkeit des Buddhismus was zu tun - obwohl ja die einzige Seßhaftigkeit die Übung des Zazen ist - und die üben eben Gast wie Gastgeber gleichermaßen in aller Unvollkommenheit bzw. Ignoranz (Verblendung).

    Dogen hat das im Genjokoan so ausgedrückt:

    Zitat

    Wenn alle Dinge Buddhalehre sind, dann gibt es Verirren und Erwachen, Übung, Leben und Tod, alle Buddhas und leidende Wesen. Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch leidende Wesen, weder Entstehen noch Vergehen. Da der Buddhaweg von Grund auf Überfluss und Mangel entspringt, gibt es Entstehen und Vergehen, Verirren und Erwachen, leidende Wesen und Buddhas. Doch obgleich sich dies sagen lässt, fallen die Blüten in sehnsüchtiger Liebe, und das Unkraut sprießt zu unserem Ärger, und das ist alles.

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 14. Februar 2015 um 19:49
    • #9

    Teil 2 des Vortrags:

    Zitat

    Lehrer- und Schüler-Rollen in der spirituellen Schulung
    “Gastgeber und Gast” in der Zen-Tradition TEIL 2
    (Fortsetzung des Vortrags vom 3.12.2014)

    Wenn ein Schüler und ein Meister sich gegenseitig verstehen: Beide vertrauen in ihre Unabhängigkeit. Im Zen wird dann davon gesprochen, dass Dieb auf Dieb trifft. Ein anderer Ausdruck für diese Verbindung ist: Der große Gastgeber. Dann, so Rinzai „…können die Umstände uns nicht von dort vertreiben, wo wir stehen“. Und wir können auch nachträglich noch, durch Übernahme der Verantwortung für das, was wir erlebt haben, zu unserer Befreiung beitragen.

    Wir können, so führt Christoph Rei Ho Hatlapa aus, in jeder Situation, in jeder Begegnung, nach dem Muster von Rinzai, überprüfen, wer jeweils Gast und Gastgeber ist. Oder ob tatsächlich beide Gastgeber sind.

    Und Rinzai fordert uns immer wieder auf, unserer eigenen Unabhängigkeit zu vertrauen, wenn wir mit anderen in Beziehung treten. Wenn dagegen, mit Rinzais Ausdruck, Gast auf Gast trifft, dann beginnen allzu leicht unsere Schatten uns zu regieren. Wir geraten in Ärger, weil wir vom Gegenüber ein bestimmtes Verhalten verlangen, und uns so von ihm abhängig machen. Und die Zen-Praxis der stillen Meditation kann uns dazu verhelfen aus der Gast-Rolle in die Gastgeber-Rolle zu kommen und dann kann eine leiderzeugende gegenseitige Verstrickung eine neue Wendung nehmen
    http://choka-sangha.de/episoden/zen00…ile=zen0015.m4a

  • blue_apricot
    Gast
    • 14. Februar 2015 um 23:50
    • #10
    Zitat

    Wir können, so führt Christoph Rei Ho Hatlapa aus, in jeder Situation, in jeder Begegnung, nach dem Muster von Rinzai, überprüfen, wer jeweils Gast und Gastgeber ist. Oder ob tatsächlich beide Gastgeber sind.


    Wie kann der Gast das überprüfen ? Wenn er das könnte wäre er Gastgeber.
    Rinzai hatte kein Muster. Kein Konzept. Wie könnten wir da übernehmen ? Wenn Rei Ho Hatlapa `Wir` sagt, schwant mir was.
    Seung Sahn sagt jedenfalls zum Gast : "Mach dir keine Vorstellungen, halte an nichts fest, überprüfe nichts."

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 15. Februar 2015 um 00:05
    • #11
    blue_apricot:
    Zitat

    Wir können, so führt Christoph Rei Ho Hatlapa aus, in jeder Situation, in jeder Begegnung, nach dem Muster von Rinzai, überprüfen, wer jeweils Gast und Gastgeber ist. Oder ob tatsächlich beide Gastgeber sind.


    Wie kann der Gast das überprüfen ? Wenn er das könnte wäre er Gastgeber.
    Rinzai hatte kein Muster. Kein Konzept. Wie könnten wir da übernehmen ? Wenn Rei Ho Hatlapa `Wir` sagt, schwant mir was.
    Seung Sahn sagt jedenfalls zum Gast : "Mach dir keine Vorstellungen, halte an nichts fest, überprüfe nichts."

    Und? Hältst du an dem fest, was Seung Sahn sagt? Machst du dir Vorstellungen, wenn dir etwas schwant?

  • blue_apricot
    Gast
    • 15. Februar 2015 um 00:24
    • #12

    Jiun Ken:

    Zitat

    Und? Hältst du an dem fest, was Seung Sahn sagt?


    Naja, er hat es so oft wiederholt, dass es wohl einen gewissen Sinn haben muss ?

    Zitat

    Machst du dir Vorstellungen, wenn dir etwas schwant?


    Weiß nicht. Erst die Intuition, dann die Vorstellung. Impliziert ja kein ( persönliches ) Urteil, auch wenn dir so schwanen mag.
    Ich habe jedenfalls nix gegen Christoph Rei Ho Hatlapa . Aber er spricht vom `Überprüfen`, dann sollte es wohl recht sein.

  • blue_apricot
    Gast
    • 15. Februar 2015 um 12:18
    • #13

    "Mach dir keine Vorstellungen, halte an nichts fest, überprüfe nichts."

    Das bedeutet den eigenen Zustand/Umstand nicht zu überprüfen.
    Ich sage es dir noch einmal:"Überprüfe deine Gefühle nicht, überprüfe deinen Geist nicht, überprüfe dein Verständnis nicht, und halte nicht an irgendwas fest..."
    Da ist das klar mit Gast und Gastgeber. Da kann ich drauf vertrauen.

    Danke für das Teilen des Podcast.

  • Aiko
    Gast
    • 15. Februar 2015 um 13:11
    • #14

    Der Meister wandte sich an seine Zuhörer und sprach: "Schüler: Das Gesetz Buddhas bedarf keiner Mühe. Es besteht im Alltäglichen und hat kein Ziel: scheißen, pissen, sich anziehen, essen und schlafen, wenn man müde ist.
    Die Einfältigen mögen mich auslachen - die Weisen wissen Bescheid. Die Alten pflegten zu sagen: "Wer sich nach außen abmüht, bleibt immer ein Tölpel." Seid ihr aber Herr der Lage, so seid ihr auch überall am rechten Ort. Was dann auch immer auf euch zukommt, es kann euch nicht verwirren, und selbst die schlechten Gewohnheiten und die fünf Hauptsünden werden von selbst zu einem Meer der Befreiung.
    Doch die heutigen Lernenden haben keine Ahnung vom Gesetz. Wie Schafe, die mit der Nase auf etwas stoßen, nehmen sie alles, was sie antreffen, ins Maul.
    Sie machen keinen Unterschied zwischen Herr und Knecht, halten Gast und Gastgeber nicht auseinander. Diese Sorte von Leuten will mit falschem Herzen ins Dao dringen, aber wo sie eindringen, ist nur Lärm. Man kann wirklich nicht sagen, sie wären aus der Familie ausgetreten, wo sie doch ganz der Welt der Gewöhnlichen angehören."


    "Meine Ansicht ist einfach: Bleibt wie ihr seid, kleidet euch und eßt, und verbringt die Zeit mit Nichtstun.
    Von Überall kommt ihr her, jeder guten Willens Buddha und das Gesetz zu suchen. Ihr sucht Befreiung, wollt die Dreifache Welt verlassen. Schwachköpfe! Sie verlassen, um dann wohin zu gehen? Buddha und die Alten Meister sind nur Begriffe, die ihr bewundert.
    Wollt ihr die Dreifache Welt kennenlernen, braucht ihr den Boden des Geístes, der jetzt meine Worte hört, nicht zu verlassen. Ein Augenblick der Begierde, da ist die Welt der Lust. Ein Anflug von Zorn, da ist die Welt der Substanz. Ein verrückter Gedanke, und da ist auch die Welt ohne Form. Es sind Möbelstücke eures eigenen Hauses. Die Dreifache Welt sagt nicht von sich, "ich bin die Dreifache Welt". Sondern ihr, Schüler des Dao, die ihr jetzt und hier lebendig seid, alles erleuchtend und die Welt abwägend, ihr habt der Dreifachen Welt ihren Namen aufgesetzt."

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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