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  1. Buddhaland Forum
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Substanzlosigkeit / Leerheit erahnen

  • Andi
  • 26. Dezember 2014 um 07:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Andi
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    • 26. Dezember 2014 um 07:20
    • #1

    Mir ist gestern ein Zitat bzw. Gleichnis über den Weg gelaufen, was für mich die Leerheit meiner Gedanken mal ganz praktisch vor Augen führte...und das mit Humor:

    Zitat

    Nach einem Vortrag über Raum und Zeit sagte einmal ein Teilnehmer zu Albert Einstein: „Nach meinem gesunden Menschenverstand kann es nur das geben, was man sehen und überprüfen kann!“ Einstein lächelte und erwiderte: „Dann kommen Sie doch mal nach vorne und legen Ihren gesunden Menschenverstand auf den Tisch!“

    Beinhaltet für mich sehr viel, gesunder Menschenverstand liese sich auch direkt mit Ego oder "Ich" ersetzen. Verstehen kann man diesen Widerspruch des eigenen Denkens nicht wirklich, aber ist ne Art von Ahnen und Fühlen dass die ganzen Gedanken....tja...halt irgendwie leer sind :D
    Ich glaub gerade diese elementare Erkenntnis des Buddha, sollte man mit Humor angehen. Vorwurfsvoll sein Ich in Frage stellen soll man ja nicht, ganz objektiv macht einem der Gedanke kein "Ich" zu besitzen irgendwie auch wieder Angst, mit Humor aus einer weiteren Perspektive heraus kann ich ihn wie gesagt "erahnen" oder ein wenig spüren.

  • Monikamarie
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    • 26. Dezember 2014 um 09:32
    • #2

    Guten Morgen Andi,
    kein "Ich" zu "besitzen" bedeutet ja nicht, dass da nichts ist. Dieses Ich ist eine "gesunde" und sinnvolle "Einrichtung", damit wir überhaupt kommunizieren können. Auch der Buddha kommunizierte. Aber es ist eben nichts Feststehendes bei genauer Betrachtung. Es ändert sich je nach Perspektive und Einstellung. Einer, der heute über das Verhalten Verliebter lacht, benimmt sich morgen vielleicht genau so. Ich kann nicht sagen, was ich irgendwann einmal tun werde, denn da ist dieses Ich schon wieder etwas anders. Aber meine Ideale mögen immer noch dieselben sein. Es sind Konzepte, so wie ich sein möchte oder wie ich befürchte, gewesen zu sein. Was wirklich war oder sein wird, kann kein Mensch wirklich sagen oder beweisen. Meine Vergangenheit als Mutter sieht anders aus als die Vergangenheit meiner Tochter mit mir als Mutter. Was ich fühlte, kann sie mir nur glauben, wissen kann sie es nicht.

    Das Beispiel von Einstein entstammt der östlichen Philosophie. Und es ist ein gutes Beispiel. Ich begreife das Ich so wie es beschrieben ist als zusammengesetztes Etwas - wie ein Auto. Ein Auto ist nur dann ein Auto, wenn es nicht in seine Einzelteile zerlegt wird. Werde ich in Einzelteile zerlegt, wo ist dann das Ich?

    Außerdem verstehe ich, dass alles, was ich denke, Erziehung und Erfahrung entspringt, alles habe ich irgendwann gehört und gelesen - von klein auf an geprägt. Es gibt keinen eigenen Gedanken, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Alles sind Zusammensetzungen, Konstrukte, die mir in den Kram passen, die irgendwie meinem Wesen entsprechen. Ich habe mir eben genau das ausgesucht, was ich für das Sinnvollste in meinem Leben erachte. Dabei stoße ich immer an Grenzen, die ich irgendwann überwunden habe oder noch überwinden will. Ohne dieses eingebildete ICH wäre das gar nicht möglich. Und deshalb habe ich diesem ICH einen Platz zugewiesen (kopfkratz) - u.a. gesunder Menschenverstand. Ich habe begriffen, dass dieser Unter-Tan beschäftigt werden muss, um nicht die Macht zu übernehmen. Und zwar mit der Aufgabe, ständig loszulassen, sich stille zu verhalten, nur zu sprechen, wenn er gefragt ist, das zu tun, was als richtig erkannt wurde, sich immer wieder neu zu justieren - jeder Tag guter Tag.

    _()_ Monika

  • mukti
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    16. September 2010
    • 26. Dezember 2014 um 16:51
    • #3
    Andi:

    Vorwurfsvoll sein Ich in Frage stellen soll man ja nicht, ganz objektiv macht einem der Gedanke kein "Ich" zu besitzen irgendwie auch wieder Angst, mit Humor aus einer weiteren Perspektive heraus kann ich ihn wie gesagt "erahnen" oder ein wenig spüren.

    Überhaupt wenn sich heitere Gelassenheit durch Loslösung, bzw. Auflösung des starrsinnigen "Ich" von selber einstellt.

    Mit Metta, mukti.


  • Spacy
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    • 27. Dezember 2014 um 13:34
    • #4

    mukti: Du meinst so etwas wie Fatalismus?
    @Monikadie4.: Stimmt. Ohne ein "ICH" sagt niemand etwas. Was sollte es auch zu sagen geben... Hast du dich schon mal mit dem Konzept des "Mem" beschäftigt? http://de.wikipedia.org/wiki/Mem
    Daraus ergeben sich einige sehr interessante Gesichtspunkte in unserem Denken. ;)

  • mukti
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    • 27. Dezember 2014 um 15:32
    • #5
    Spacy:

    mukti: Du meinst so etwas wie Fatalismus?

    Ich weiß jetzt nicht genau was du unter Fatalismus verstehst aber ich meine überhaupt kein Anhängen an irgendwelche "Ismen", oder Gedankenkonstrukte. Sondern die Dinge so zu sehen wie sie sind, nämlich vergänglich und veränderlich, weshalb da nirgends ein Halt oder eine Grundlage für ein Ich ist.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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