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Organspende ja oder nein, für Buddhisten?

  • shankar
  • 15. August 2014 um 14:18
  • Zum letzten Beitrag
  • shankar
    Gast
    • 15. August 2014 um 14:18
    • #1

    Ihr habt alle sicherlich im letzten Jahr die Klage über die sinkenden Organspenden, wegen der Skandale mitbekommen?
    Mit einem Freund, der zu den Gelugpa gehört kam ich ins Gespräch über dieses Thema zum Thema Bardo , und er macht mir verständlich, wieso man Organspende religiös begründet ablehnen kann. Der DalaiLama hat sich für die Organspende ausgesprochen. Wie seht ihr das. Hier ein paar Links, die das Thema genauer umreissen:

    http://www.youtube.com/watch?v=6qFxhrVZikQ

    http://www.youtube.com/watch?v=KXOj4nq2-Yg

    http://www.youtube.com/watch?v=2Uk4ruc0iLY


    _()_ Namaste

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 15. August 2014 um 14:33
    • #2

    Hatten wir schon mal:
    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=6312&p=114356

    Ich selbst habe einen Organspendeausweis. Ich habe mir allerdings nie Gedanken darüber gemacht, ob ich das religiös begründen kann oder überhaupt will.
    Ich habe auch vollstes Verständnis dafür, wenn jemand Organspende ablehnt.
    Ich denke, diese Frage kann nur jeder für sich beantworten. Da gibt es keine allgemeingültige Antwort.
    Nach der Lektüre des Buches "Endloses Bewußtsein" von Pim van Lommel ist meine Frau zum Beispiel ins Zweifeln gekommen, ob sie noch spenden will. Ich weiß nicht, wie sie sich letztendlich entscheiden wird, aber egal wie, ich werde es erstens akzeptieren und sie zweitens nicht beeinflussen. :)
    Ansonsten werde ich als Pfleger in einer Dialysepraxis täglich mit diesem Thema konfrontiert. Auch die Meinung des medizinischen Personals und sogar die der Patienten ist bei diesem Thema gespalten.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 15. August 2014 um 16:46
    • #3

    Man sieht's der Überschrift nicht an, aber dieser Thread befasst sich ausführlich mit dem Thema:
    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=15&t=13594

    Ich hab jetzt einen Organspendeausweis und stelle mich schon mal seelisch drauf ein, dass es nach meinem Tod "zur Sache" gehen wird. Das nehme ich billigend in Kauf, denn ich denke, ein paar Leute werden sich sehr über meine Organe freuen. Besser als Weihnachten! ;)
    Sollte es allerdings jemals dazu kommen, dass Menschen gegen ihren Wunsch verpflichtet werden, Organe zu spenden, dann würde ich dagegen protestieren. Denn es muss jeder selber wissen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • keks
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    • 15. August 2014 um 17:03
    • #4

    Das bleibt bei dem flauschigen Körper alles da wo es hingehört.
    Nehme ich von einer Kerze den Docht weg, ist nichts mehr da womit die noch brenende Kerze die andere anzünden könnte. Nehme ich vom Meer den Strand weg dann latschen die Wellen ewig weiter. Nenene, alles schön drin lassen da. Man weiss nie wozu es mal gut ist. :roll:

    Bubu :clown::oops:

  • shankar
    Gast
    • 15. August 2014 um 17:04
    • #5

    Danke für die Links.
    Wie sehen das aber die Bardo-Anhänger, für die der Eingriff nun mal eindeutig eine Zerstörung des Durchlaufens der Bardozustände bedeuten würde? In diesem Sinne wurde damals, wie ich nachlesen konnte, nicht diskutiert. Wie definiert sich eigentlich "hirntot" für einen Buddhisten, zumal keine dualistischen Grundlagen für diese Annahme vorhanden sind. Und wenn es richtig ist, was uns dieser Arzt hier beschreibt: http://www.youtube.com/watch?v=16Z3gpiRj50 , wie können wir dann überhaupt einer solchen Praxis zustimmen? Wie gesagt, ich habe auch meinen Ausweis, aber es scheinen auch die Fragen nach Rohstofflagern und Ausbeutungen sehr wohl ethische Fragen aufzuwerfen.


    _()_ Namaste

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 15. August 2014 um 19:07
    • #6
    shankar:

    ...Wie definiert sich eigentlich "hirntot" für einen Buddhisten, zumal keine dualistischen Grundlagen für diese Annahme vorhanden sind. ...

    Der Begriff "Hirntod" ist eine medizinische Definition und keine religiöse. Sie gilt für alle Menschen, die in einem Land leben, in dem diese Definition anerkannt ist.
    Deine Frage müsste eigentlich lauten, "welche Definition für Tod gibt es im Buddhismus?" oder "gibt es eine Definition für Tod im Buddhismus?".

    Außerdem ist es ja so, wie dieser Arzt im Film schon sagt. Wir entnehmen im Grunde Sterbenden die Organe. Hirntod ist eine Definition, die erst im Zusammenhang mit der Transplantation aufgekommen ist. Würden wir warten, bis sich im Körper wirklich nichts mehr regt, währen auch die Organe irreversibel geschädigt und nicht mehr zu gebrauchen. Deshalb werden in einigen Ländern die Hirntoten narkotisiert, bevor Organe entnommen werden.
    Das heißt z.B., ein Argument von Gegnern der Organspende ist, dass die Organentnahme selbst erst zum Tode des Patienten führt.

    shankar:

    ...Und wenn es richtig ist, was uns dieser Arzt hier beschreibt: http://www.youtube.com/watch?v=16Z3gpiRj50 , wie können wir dann überhaupt einer solchen Praxis zustimmen? ...


    Wir können ihr zustimmen, wenn wir uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen haben, wenn wir uns informiert haben. Wir können ihr auch so, aus dem Bauch heraus zustimmen, aber das führt früher oder später zu Problemen.

    shankar:

    ... aber es scheinen auch die Fragen nach Rohstofflagern und Ausbeutungen sehr wohl ethische Fragen aufzuwerfen...

    Und ja, ein Argument für die Spende, auch wenn da nicht gerne darüber gesprochen wird, ist Geld. Auf Dauer ist eine Spende billiger als eine Behandlung. Wenn ich richtig informiert bin liegt die Dialysepauschale bei nicht ganz 500€/Woche.
    Ein Jahr Dialyse kostet zwischen 25 und 30.000€ pro Jahr und Patient.
    Da fangen die Kassen schon mal an zu rechnen.

  • shankar
    Gast
    • 15. August 2014 um 20:11
    • #7
    Ji'un Ken:

    Und ja, ein Argument für die Spende, auch wenn da nicht gerne darüber gesprochen wird, ist Geld. Auf Dauer ist eine Spende billiger als eine Behandlung. Wenn ich richtig informiert bin liegt die Dialysepauschale bei nicht ganz 500€/Woche.
    Ein Jahr Dialyse kostet zwischen 25 und 30.000€ pro Jahr und Patient.
    Da fangen die Kassen schon mal an zu rechnen.


    Hast Du die Kosten für Immunsupressiva mit eingerechnet, die im Monat bei 700 Euro liegen, oder hast Du miteingerechnet, daß jede zweite Operation durch Abstossung daneben geht, oder hast Du miteingerechnet, daß nach 3 Jahren nur noch 25 % aller verpflanzten Organe gesund sind und Folgekosten verursachen und nach 7 Jahren nur noch 10% und das jeder Organempfänger mit durchschnittlich drei Transplantationen rechnen muß?
    Ich meine dass nicht kämpferisch, sondern rational. Was bedeutet das für die Leidvermeidung, wenn summa summarum mehr Leid erzeugt wird, als vermieden? Wo sind in diesen Bilanzen das Leid derjenigen miteingerechnet, die nichts bekommen, aber einen geliebten Menschen hingeben? Und mal vom persönlichen Leid abgesehen, hat nicht die Organspendetechnik letztlich auch den Organhandel ausgelöst?
    Der "Hirntod" ist nur eine Definition, nicht mal eine medizinische, sondern eine, die C.B. einführte, um nicht wegen Mordes in Südafrika vor Gericht zu landen und seine Kollegen in der Welt den Weg zu ebnen. Hier mal ein Arzt, der Klartext spricht: http://www.youtube.com/watch?v=YpSDBg84xf4

    Danke für Deine Bereitschaft.

    _()_ Namaste

  • keks
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    • 15. August 2014 um 21:00
    • #8

    https://www.youtube.com/watch?v=hSC7nXTUMTs lasst es sein Freunde ;)

    Bubu :clown::oops:

  • shankar
    Gast
    • 15. August 2014 um 21:06
    • #9
    keks:

    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    lasst es sein Freunde ;)

    https://www.youtube.com/watch?v=5PnQhuQXwho :D

  • keks
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    • 15. August 2014 um 21:11
    • #10

    Gehen wir nur mal von der Logik aus. Wenn das EEG etwas anzeigt dann ist da noch Leben.
    Wo Leben ist sind Schmerzen.
    Viel Spass beim öffnen des Körpers.
    Meinen flauschigen Dingens fasst keiner an, basta.

    Bubu :clown::oops:

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 15. August 2014 um 21:31
    • #11
    shankar:

    ...Was bedeutet das für die Leidvermeidung, wenn summa summarum mehr Leid erzeugt wird, als vermieden?.....


    Das ist zu allgemein, Shankar.
    Wenn ich mich mit ehemaligen Transplantierten unterhalte, so würden sich 95% wieder transplantieren lassen. Trotz allem Leid, das sie während der Abstoßung erfahren haben. Es ist es ihnen wert. Auch dass die Tumorrate auf Grund der Immunsupressiva immens hoch ist, wird von ihnen in Kauf genommen. Eine unserer Pat., sie ist deutlich jünger als ich, hat gerade ihre vierte Niere verloren und will wieder auf die Liste. Sie leidet unter der Dialyse mehr, als unter den Transplatationen und den Abstoßungen.
    Andere Pat. entscheiden sich von Anfang an gegen eine Transplantation. Sie kommen mit der Dialyse gut zurecht.

    Es ist wie bei sechs Richtigen im Lotto, jeder hofft, das es ihn trifft, dass alles gut geht und nichts passiert.

    Es gibt keine Leid-Bilanzen, genauso wenig wie es Glück-Bilanzen gibt.
    Natürlich gibt es mit der Möglichkeit der Organtransplantation auch die Möglichkeit des Organhandels. Genau so wie es mit Religion die Möglichkeit von Religionkriegen gibt. Eines löst das andere nicht aus aber es trägt dazu bei, es möglich zu machen. Wir haben diese Thematik auch im Thread "Wenn Buddhisten töten".

    Es gibt aus meiner Sicht keine allgemeingültige Pro oder Contra Antwort.

  • shankar
    Gast
    • 28. August 2014 um 18:18
    • #12

    http://www.3sat.de/page/?source=/…4419/index.html

  • bodhidharma600
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    • 15. September 2014 um 16:56
    • #13

    Die Frage ist für mich eine andere: Bin ich wirklich bereit, von meiner Existenz zu lassen? Wenn ja, kann man nach dem irreversiblen Hirntod mit meinem Körper machen, was man will. Wenn es Leute gibt, die meinen, Organe von mir brauchen zu können - bitteschön! Es kann ja nichts mehr leiden, wenn ich das Leiden überwunden habe, irgendwelche Spekulationen über ein Bewusstsein, dass noch nach dem Hirntod bestehen könnte, sind damit hinfällig, wenn es ein solches gäbe, bin ich davon überzeugt, dass es mit der Organentnahme kein Problem hätte. Für mich geht es da also nicht um Statistiken der Sinnhaftigkeit einer Spende, sondern darum, dass ich mit der Bereitschaft zur Organspende demonstriere, wie sehr ich bereits losgelassen habe. Auch von irgendwelchen Kalkulationen.

  • MartinS1978
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    • 25. September 2014 um 01:37
    • #14

    Derzeit arbeite ich in einem Bestattungsinstitut. Der Tod ist für mich also soetwas wie eine Tatsache, der ich mich jeden Tag von Neuem stellen muss. Ich habe einen Organspende-Ausweis. Das Leben wird eines Tages enden. Es wird passieren, jeder hier im Forum muss sterben. Man kann nicht "auf sicher gehen" und sich damit für unverwundbar oder unbesiegbar halten. Jetzt, morgen, in 45 Jahren... ? Fast täglich kann ich mich mit Angehörigen über das Leben und die letzten Tage der Verstorbenen unterhalten. Besonders bei langer Krankheit erleichtert das Loslassen am Ende (wie auch bei Kübler-Ross beschrieben) das Sterben. Eher hätte ich die Befürchtung, dass Klammern am Leben den Übergang in eine - wie auch immer geartete oder genannte - nächste Phase des Bewußtseins/Seele o.ä. erschweren wird.
    Da es passieren wird, ist es für mich ok, dass der Tod mit dem "Individualtod/Hirntod" festgelegt ist. (Denn irgendwo muss die Grenze gezogen werden + Der Hirntod ist irreversibel.) Wenn meine Organe noch brauchbar sein würden, kann gerne ein anderer Mensch noch ein paar Jahre geschenkt bekommen. Was auch immer sie/er damit dann anfangen will - am Ende geht jeder Körper den "Weg allen Irdischen".

    "Die Lösung des Problems, das Du im Leben siehst, ist eine Art zu leben, die das Problemhafte zum Verschwinden bringt."
    Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen, 1937

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 25. September 2014 um 07:59
    • #15

    Dazu fand ich die Perspektive dieses kleinen tapferen Mädchens, das auf ein passendes Spenderherz wartet, sehr erhellend:

    http://www.ndr.de/fernsehen/send…inuten1366.html

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Vogel
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    • 25. September 2014 um 11:51
    • #16

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie meine Haltung zu diesem Thema ist. Einerseits beängstigt mich der Gedanke, unvollständig den Bardo zu durchlaufen.
    Auf der anderen Seite wäre eine Spende und damit der Verzicht auf meine Vollständigkeit im Bardo ja eigentlich purer Altruismus, worin ich durchaus einen gewissen Sinn sehe.

    Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich meine Entscheidung noch vor meinem Tod treffen kann 8)

    Liebe Grüße vom Niederrhein,

    Der Vogel

  • Noreply
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    • 25. September 2014 um 11:58
    • #17
    MartinS1978:

    Derzeit arbeite ich in einem Bestattungsinstitut. Der Tod ist für mich also soetwas wie eine Tatsache, der ich mich jeden Tag von Neuem stellen muss. Ich habe einen Organspende-Ausweis. Das Leben wird eines Tages enden. Es wird passieren, jeder hier im Forum muss sterben. Man kann nicht "auf sicher gehen" und sich damit für unverwundbar oder unbesiegbar halten. Jetzt, morgen, in 45 Jahren... ? Fast täglich kann ich mich mit Angehörigen über das Leben und die letzten Tage der Verstorbenen unterhalten. Besonders bei langer Krankheit erleichtert das Loslassen am Ende (wie auch bei Kübler-Ross beschrieben) das Sterben. Eher hätte ich die Befürchtung, dass Klammern am Leben den Übergang in eine - wie auch immer geartete oder genannte - nächste Phase des Bewußtseins/Seele o.ä. erschweren wird.
    Da es passieren wird, ist es für mich ok, dass der Tod mit dem "Individualtod/Hirntod" festgelegt ist. (Denn irgendwo muss die Grenze gezogen werden + Der Hirntod ist irreversibel.) Wenn meine Organe noch brauchbar sein würden, kann gerne ein anderer Mensch noch ein paar Jahre geschenkt bekommen. Was auch immer sie/er damit dann anfangen will - am Ende geht jeder Körper den "Weg allen Irdischen".


    Mir kommt da gerade eine eigenartige Idee.
    Ein Spenderausweis würde helfen ein endloses Maschinenleben schnell zu beenden. Wenn der Hirntod oder ein irreversibler Schaden festgestellt wird, würde mich die Gier nach meinen Organen aus den Fängen der Lebensrettenden "Ärzte" befreien. Gier kann also sehr nützlich sein. Das gibt mir genau das Argument einen Ausweis bei mir zu tragen. Ein Organrettungsarzt wird alles tun um mich um die Ecke zu bringen.

  • Noreply
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    • 25. September 2014 um 12:04
    • #18
    Vogel:

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie meine Haltung zu diesem Thema ist. Einerseits beängstigt mich der Gedanke, unvollständig den Bardo zu durchlaufen.
    Auf der anderen Seite wäre eine Spende und damit der Verzicht auf meine Vollständigkeit im Bardo ja eigentlich purer Altruismus, worin ich durchaus einen gewissen Sinn sehe.

    Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich meine Entscheidung noch vor meinem Tod treffen kann 8)


    Vorsicht Sitcom! Du meine Güte unvollständig im Irgendwo, was sollen die Vollständigen denken?

  • Vogel
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    • 25. September 2014 um 12:20
    • #19
    Zitat

    Vorsicht Sitcom! Du meine Güte unvollständig im Irgendwo, was sollen die Vollständigen denken?

    Hm, danke für Deine Reaktion auf meine Sorgen/Gedanken. Persönlich würde ich den Begriff Sitcom eher vermeiden, denn ich glaube an das Irgenwo, wie Du den Bardo so schön umschreibst.
    Ich sehe, dass Du Deine Entscheidung getroffen hast und beglückwünsche Dich dazu. Die Frage, was die Vollständigen über die Unvollst"ndigen denken sollen, stellt sich mir nicht, da sie mir zu dualistisch geprägt ist.
    Das Beobachten der hier geposteten Gedanken zu diesem Thema finde ich außerordentlich hilfreich, und auch den von Dir formulierten werde ich in meine Erwägungen einbeziehen. ;)

    Liebe Grüße vom Niederrhein,

    Der Vogel

  • Noreply
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    • 25. September 2014 um 12:38
    • #20
    Vogel:
    Zitat

    Vorsicht Sitcom! Du meine Güte unvollständig im Irgendwo, was sollen die Vollständigen denken?

    Hm, danke für Deine Reaktion auf meine Sorgen/Gedanken. Persönlich würde ich den Begriff Sitcom eher vermeiden, denn ich glaube an das Irgenwo, wie Du den Bardo so schön umschreibst.
    Ich sehe, dass Du Deine Entscheidung getroffen hast und beglückwünsche Dich dazu. Die Frage, was die Vollständigen über die Unvollst"ndigen denken sollen, stellt sich mir nicht, da sie mir zu dualistisch geprägt ist.
    Das Beobachten der hier geposteten Gedanken zu diesem Thema finde ich außerordentlich hilfreich, und auch den von Dir formulierten werde ich in meine Erwägungen einbeziehen. ;)


    Sitcom deshalb weil ich mir erlaube mal schräg bis Quer zu denken. Ich bin mir nicht sicher und ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Ich bin nach all den Jahren fast davon überzeugt das nur ein "nicht ich" die Entscheidung treffen kann.
    liebe Grüße
    Helmut

  • Vogel
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    • 25. September 2014 um 12:42
    • #21
    Zitat

    Ich bin nach all den Jahren fast davon überzeugt das nur ein "nicht ich" die Entscheidung treffen kann

    Das finde ich einen guten Gedanken. Den möchte ich gerne weiterdenken.

    Liebe Grüße vom Niederrhein,

    Der Vogel

  • keks
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    • 25. September 2014 um 13:19
    • #22
    Ellviral:

    Ich bin nach all den Jahren fast davon überzeugt das nur ein "nicht ich" die Entscheidung treffen kann.


    Hallo Helmut,

    trifft das nicht-ich deiner Meinung nach nicht sowieso alle Entscheidungen ?

    Man kann völlig planlos in den Tag hineinleben ohne irgendwas zu wollen, dennoch trifft irgendwas immer die richtigen oder auch falschen Entscheidungen. Wir "funktionieren" auch so ohne dass wir irgendetwas vorrausplanen müssen. Ich kann zwar sagen "ich möchte keine Organe spenden" aber dennoch kommt es dann doch ganz anders. Wenn ich die volle Verantwortung in das nicht-ich lege muss sich der Mensch Tom gar keine Gedanken mehr machen was nun nötig ist zu tun.

    Bubu :clown::oops:

  • Noreply
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    • 25. September 2014 um 13:47
    • #23
    keks:
    Ellviral:

    Ich bin nach all den Jahren fast davon überzeugt das nur ein "nicht ich" die Entscheidung treffen kann.


    Hallo Helmut,

    trifft das nicht-ich deiner Meinung nach nicht sowieso alle Entscheidungen ?

    Man kann völlig planlos in den Tag hineinleben ohne irgendwas zu wollen, dennoch trifft irgendwas immer die richtigen oder auch falschen Entscheidungen. Wir "funktionieren" auch so ohne dass wir irgendetwas vorrausplanen müssen. Ich kann zwar sagen "ich möchte keine Organe spenden" aber dennoch kommt es dann doch ganz anders. Wenn ich die volle Verantwortung in das nicht-ich lege muss sich der Mensch Tom gar keine Gedanken mehr machen was nun nötig ist zu tun.


    Diese Entscheidung, Organspende ja oder nein kann ich ja nur treffen wenn ich das Entscheiden kann. Wenn die letztgültige Entscheidung getroffen werden muss bin ich nicht mehr in der Lage zu entscheiden dann muss ein "nicht-ich" entscheiden. Mein Umfeld entscheidet, wenn kein Angehöriger da ist entscheidet der Spenderausweis. Wenn ein Angehöriger da ist wird der auch nochmal gefragt. Im besten Fall entscheidet eben der Ausweis, ein "nicht-mehr-ich". also was immer Du sagst, die Entscheidung triffst auf garkeinen Fall Du sondern immer ein Ich das bei Bewusstsein ist und entscheiden kann. Der Ausweis ist ein Dokument eines bei Bewusstsein seiendes Wesen auch wenn dieses jetzt nicht bei Bewusstsein ist.
    Jemand der einigermaßen bei Verstand ist wird nicht bereit sein seine Entscheidungsmacht ganz an ein "nicht-ich" abzugeben. Doch! Dogmatiker, Fanatiker, Gläubige. Da ist Hopfen und Malz verloren, das heilige Wesen wird es schon hinbekommen.

  • Sôhei
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    • 28. September 2014 um 07:21
    • #24

    Wohl ca 20 Jahre lang war ein Organspender-Ausweis keine Option für mich, habe immer nur oberflächlich darüber nachgedacht und mich mit einem ominösen "Gefühl" (+ ein paar konstruierte Argumente, die tatsächlich gegen Organspende sprechen könnten) zufrieden gegeben. Letztlich war es glaube ich schon einfach irgendeine Art des Anhangens. Dann hat sich das geändert, und mittlerweile sehe ich absolut nichts, was von diesem Körper noch von Bedeutung für "mich" sein sollte, wenn er nicht mehr in seiner Leib-Geist-Einheit tätig ist. Einfach verrottende Biomasse. Jetzt habe ich einen Ausweis, aber noch nicht ausgefüllt. Mal sehen wann ich das mache. Bei einer Gesetzesänderung dahingehend, dass jeder Spender ist der nicht widerruft, würde ich jetzt wohl nichts mehr unternehmen und mich so bequem zum Spender machen lassen.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 28. September 2014 um 10:06
    • #25
    Lobsang Soepa:

    Der Übergang vom Leben zum Tod ist fließend. Es gibt keinen Punkt, von dem an man tot ist. Ein solcher Punkt wurde vor den späten 1960er Jahren im Westen beim Herzstillstand angenommen. Der endgültige Tod wurde und wird auf Grund von Verletzungen, die mit dem Leben nicht vereinbar sind oder auf Grund sicherer Todeszeiten angenommen (Leichenstarre, Leichenflecken, Verwesung etc.).

    Die Diagnose "Hirntod" wurde im Westen nach der ersten geglückten Herztransplantation (Christiaan Barnard, Kapstadt, 1967) eingeführt. Sie sollte Ärzten ermöglichen, aus einem lebenden Menschen Organe zu entnehmen. Diese Diagnose war unter Neurologen, die zuvorderst für die Feststellung des Hirntods zuständig sind, stets umstritten. Manche Menschen, die nicht als Organspender fungierten, aber die diagnostischen Kriterien des Hirntods erfüllten (z. B. zwei Nulllinien-EEGs über 30 Minuten Dauer im Abstand von 24 Stunden), wurden dann auf einmal doch wieder wach. Daher wurde das diagnostische Arsenal immer mehr verfeinert, z. B. auch durch Angiographie der Hirngefäße (kein Fluss des Kontrastmittels mehr zu Gehirn wurde als Hirntod angesehen). Diese Methode hatte aber den Nachteil, dass ein sowieso schon schlechtes Hirn hierdurch evtl. in den Hirntod geschoben werden konnte. Nun ja, einfach gesagt, es gibt bis heute keine exakte Methode.

    Am entlarvendsten fand ich den Satz eines Hirntoddiagnostikers aus Stuttgart in der Zeitung "Die Zeit". Er sagte, ihm sei kein Fall zu Ohren gekommen, bei dem bei der Hirntodfeststellung eine Fehldiagnose vorgelegen hätte. Das ist geradezu grotesk, wenn man bedenkt, dass nach der Hirntodfeststellung die Organentnahme stattfindet und damit der Mensch dann sozusagen richtig tot ist. Das Beweismaterial für die Feststellung einer Fehldiagnose ist somit nicht mehr existent.

    Letztlich muss man in Bezug auf eine Organentnahme festhalten, dass der Mensch noch lebt. Einer Leiche können keine Organe entnommen werden. Die Annahme, dass der Geist einzig und alleine im Hirn wohnt und dieses zum Zeitpunkt der Diagnose Hirntod verlassen hat, ist fragwürdig. Wir im Westen glauben, dass es so ist. Nicht mehr und nicht weniger. Aber selbst die großen Kapazitäten auf dem Gebiet des Buddhismus und auch der Theologie legen sich nicht fest. Wir können allemal sagen, dass wir Geist über großen, arbeitenden, neuronalen Netzwerken beobachten können.

    Schaut man auf den tibetischen Buddhismus, dann muss man ganz klar sagen, dass der Übergang in den Bardo durch eine Gewalttat verletzt wird. Der friedvolle Tod ist ein hohes Ziel und viele meditative Übungen dienen einzig und alleine der Vorbereitung auf diesen Zeitraum.

    Insofern kann ich mich für Organspende (aus Gründen der Entsagung) und auch für Organempfang (aus Gründen des Mitgefühls) nicht erwärmen und habe dieses durch entsprechende notarielle Vollmacht und Patientenverfügung eindeutig festgelegt. Zudem trage ich einen Nichtspenderausweis bei mir.

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    Ja, danke. Da haben wir der Ausgewogenheit halber mal noch die Hardcore-Gegenansicht hier. Ist okay.

    Wenn ich meinen Organspendeausweis bei mir trage, ist mir schon klar, dass die Organe entnommen werden, bevor ich den ganzen Bardo durchlaufen habe. Es ist eine bewusste Entscheidung: ich will die Organe dann, z.B. nach einem schweren Autounfall o.ä. nicht mehr haben, ich will sie verschenken - so frisch wie möglich. Von Herzen gern.

    Meiner Meinung nach ist es für mein Vermögen, durch den Bardo heile durchzukommen, noch wichtiger, wie meine Praxis zu Lebzeiten aussah - nicht ob ich friedlich genug aufgebahrt werde.
    So meine Überzeugung.
    Denn auch im Alltag brauche ich nicht die perfekte störungsfreie Atmosphäre für eine tiefe Meditation. So meine Übung hier. Ich kann tiefe Meditationen in der Bewegung haben und unzulängliche, abgelenkte Meditationen in der Klausur.
    Das Außen ist nicht das Ausschlaggebende, sondern das Innen.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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