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  1. Buddhaland Forum
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Gleichgültigkeit oder Gleichmut

  • toba
  • 26. März 2014 um 00:45
  • Zum letzten Beitrag
  • toba
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    26. März 2014
    • 26. März 2014 um 00:45
    • #1

    hallo forum, ich beschäftige mich seit kurzer zeit mit dem buddhismus. ich habe mehrere praktizierende buddhisten in meinem näheren kreis. was mir mehrfach widerfahren ist und mir probleme bereitet sind streitfälle oder konfliktsituationen. in konfliktsituationen versuche ich meine gefühle zu schildern ohne den anderen mit hineinzuziehen oder die gefühle zu übertragen, das gelingt leider nicht immer. in meinen erlebnissen habe ich es, in den von mir angesprochenen fällen mit mitstreitern zu tun, die sehr gelassen bleiben, für mich fast kalt, sich weder entschuldigt noch rechtfertigt oder konstruktive vorschläge macht, sondern nur zuhört. dieses zuhören macht auf mich einen nicht empathischen eindruck sondern ich verstehe es statt als gleichmut als gleichgültigkeit, zumal meine mitstreiter sehr stark bei sich bleiben, für mein empfinden zu stark, so daß ich kein mitgefühl für meine situation (auch für mein drama) empfange sondern eine ablehnung spüre. so entsteht eine polarität mit der ich nicht gut umgehe und die mich in verwirrung führt. es ist unklar ob es sich dabei um einen buddhistischen gleichmut handelt oder ob ich einfach imaginiere/projeziere. es beschäftigt mich doch so stark das ich die frage hier einmal stellen möchte.

    wie versteht der buddhismus konflikte ? wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    wie kann ich gleichgültigkeit und gleichmut unterscheiden ?

    vielen dank

  • Jikjisa
    Gast
    • 27. März 2014 um 00:39
    • #2

    @ toba:

    Zitat

    wie versteht der buddhismus konflikte ? wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    wie kann ich gleichgültigkeit und gleichmut unterscheiden ?

    Gleichgültigkeit ist Gleichgültigkeit - also Ignoranz, Schweigen, Nicht-Nachfragen, kalte Schulter...
    Gleichmut heißt für mich-idealerweise-mit jeder Situation klar zu kommen, das heißt auch: ich weiche Gesprächen nicht aus, nehme Gefühle und Aussagen wahr, wende mich zu, vertraue, frage nach, bin um eine konstruktive Lösung bemüht. Ich denke im Allgemeinen nicht darüber nach. Ich versuch einfach da zu sein und wenn nötig zu helfen, die Situation beidseitig zu sehen, zu befrieden, auszugleichen. Oft genügt es ja jemandem nur zuzuhören, also sich zuzuwenden und einfach einen anderen Menschen in seinen Gefühlen und Gedanken ernst zu nehmen. Dann entscheide ich was ich tue oder nicht tue. Worauf ich mich einlasse, worauf nicht. Dabei achte ich auf meine Grenzen. Letzteres ist für mich mit Respekt verbunden. Gleichgültigkeit dagegen nicht .
    Leider ist mir eine Art Passivität aus "der Szene" gut bekannt, d.h. Leute weichen Gefühlen, ihren eigenen und denen von anderen aus und auch Konflikten, insbesondere wenn ein Hauch von Unmut, Verwirrung und Trauer darin ist. Manchmal wird auch der andere abgewertet durch Nicht-Ernst-Nehmen, Ironie; jeder spontane Ausdruck wird als Unkontrolliertheit gesehen. Ich sehe da ein grundsätzliches Misstrauen eben dem Körperlichen, den Gefühlen und Gedanken gegenüber. Und halte das nicht für eine buddhistische gleichmütige Haltung, eher für eine Fehlhaltung. Sie ist feige. Unaufrichtig .

    MFG

  • fotost
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    • 27. März 2014 um 00:52
    • #3

    Hallo toba,

    ich kann nichts zu Deiner Frage beitragen, weil ich kaum direkte Kontakte zu anderen Buddhisten habe.

    Eigentlich wollte ich auch nur schreiben - willkommen im Forum :)

  • boehnchen
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    • 27. März 2014 um 09:14
    • #4
    toba:

    hallo forum, ich beschäftige mich seit kurzer zeit mit dem buddhismus. ich habe mehrere praktizierende buddhisten in meinem näheren kreis. was mir mehrfach widerfahren ist und mir probleme bereitet sind streitfälle oder konfliktsituationen. in konfliktsituationen versuche ich meine gefühle zu schildern ohne den anderen mit hineinzuziehen oder die gefühle zu übertragen, das gelingt leider nicht immer. in meinen erlebnissen habe ich es, in den von mir angesprochenen fällen mit mitstreitern zu tun, die sehr gelassen bleiben, für mich fast kalt, sich weder entschuldigt noch rechtfertigt oder konstruktive vorschläge macht, sondern nur zuhört. dieses zuhören macht auf mich einen nicht empathischen eindruck sondern ich verstehe es statt als gleichmut als gleichgültigkeit, zumal meine mitstreiter sehr stark bei sich bleiben, für mein empfinden zu stark, so daß ich kein mitgefühl für meine situation (auch für mein drama) empfange sondern eine ablehnung spüre. so entsteht eine polarität mit der ich nicht gut umgehe und die mich in verwirrung führt. es ist unklar ob es sich dabei um einen buddhistischen gleichmut handelt oder ob ich einfach imaginiere/projeziere. es beschäftigt mich doch so stark das ich die frage hier einmal stellen möchte.

    wie versteht der buddhismus konflikte ? wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    wie kann ich gleichgültigkeit und gleichmut unterscheiden ?

    vielen dank

    Grüß Dich toba,
    du hast dein posting sehr klar formuliert. Hast du das mit deinen Mitbuddhisten - vielleicht am besten in der Gruppe in einem geordneten Gespräch - auch schon so klar anzusprechen versucht?
    Das könnte Klärung bringen.

  • Jojo
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    • 27. März 2014 um 18:02
    • #5
    toba:

    (...) ich habe mehrere praktizierende buddhisten in meinem näheren kreis. was mir mehrfach widerfahren ist und mir probleme bereitet sind streitfälle oder konfliktsituationen. (...) in meinen erlebnissen habe ich es, in den von mir angesprochenen fällen mit mitstreitern zu tun, die sehr gelassen bleiben, für mich fast kalt, sich weder entschuldigt noch rechtfertigt oder konstruktive vorschläge macht, sondern nur zuhört. dieses zuhören macht auf mich einen nicht empathischen eindruck sondern ich verstehe es statt als gleichmut als gleichgültigkeit, zumal meine mitstreiter sehr stark bei sich bleiben, für mein empfinden zu stark, so daß ich kein mitgefühl für meine situation (auch für mein drama) empfange sondern eine ablehnung spüre. (...)

    wie kann ich gleichgültigkeit und gleichmut unterscheiden ?(...)


    Dazu müsste man Euch in der Situation beobachten. Aus der Ferne kann man dazu nichts sagen. Vor allem ist unklar, was Du als "Drama" bezeichnest, und ob die Haltung Deiner Mitstreiter in deinem Fall konstruktiv oder destruktiv ist.

    Zitat

    wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?


    Gute Frage. Die stelle ich mir im Moment auch.

  • accinca
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    • 27. März 2014 um 21:39
    • #6

    Das ist mir jetzt völlig Gleichgültig.......

  • toba
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    • 27. März 2014 um 21:58
    • #7

    hallo ihr Mitbuddhisten, vielen dank für eure Antworten !

    ja ein Misstrauen einem spontan Ausdruck gegenüber habe ich auch schon erlebt, es ist vielleicht die Frage, auch bei meinem Posting ob dieses Ausdrucks meines Egos ist, also ein Bestätigung suchendes oder ob sie von anderem Ursprung sind, eher einer Neugier oder im Falle des spontanen Ausdrucks der Lebenfreude oder Lebendigkeit sind- vielleicht ein bischen von beidem möchte ich vermuten.

    ich habe so etwas schon mal anzusprechen versucht. In einer Konfliktsituation hat das nicht so gut funktioniert, da waren wir schon so verkeilt das eine Metaebene nicht mehr möglich war. Ich wurde dann darauf verwiesen das ich anhafte weil ich eine Empathie grundsätzlich erwarte, und nicht den Dingen ihren Lauf lasse mich also unabhängig von einer möglichen Empathie verhalte - gleichmütig.

    als ´Drama´ bezeichne ich eine bedingte emotionale Involviertheit, eine Haftung an den eigenen Gefühlen, die mein Gegenüber ignorieren oder durch Empathie sanft in ruhige Gewässer steuern kann - jedoch ist die Einbeziehung einer weiteren Person in die Lösung meines inneren Dramas sicher nicht so gut - ihr seht schon heute Abend Fragen und Zweifel ;)

    wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    könnte die Kernfrage sein - Ansätze und Kommentare willkommen !

  • toba
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    • 27. März 2014 um 22:03
    • #8

    Oder mal auf die Spitze getrieben - ist eine persönliche Grenze per se Ausdruck des Egos ?

  • Mirco
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    • 27. März 2014 um 22:05
    • #9
    toba:

    in meinen erlebnissen habe ich es, in den von mir angesprochenen fällen mit mitstreitern zu tun, die sehr gelassen bleiben, für mich fast kalt, sich weder entschuldigt noch rechtfertigt oder konstruktive vorschläge macht, sondern nur zuhört. dieses zuhören macht auf mich einen nicht empathischen eindruck sondern ich verstehe es statt als gleichmut als gleichgültigkeit, zumal meine mitstreiter sehr stark bei sich bleiben, für mein empfinden zu stark, so daß ich kein mitgefühl für meine situation (auch für mein drama) empfange sondern eine ablehnung spüre.


    Also, erst mal denke ich: wow, klasse, da bleibt jemand bei sich und geht nicht mit Deinem Drama mit. Gut für ihn.
    Dann kommt mir in den Sinn: ist es nicht vielleicht Deine (überzogene?) Erwartung nach "mitgehen-in-Deinem-Drama", welche aus dem einfachen Dir zuhören (teilnehmen) eine (evtl. nicht vorhandene) Ablehnung bastelt.
    Zu alle dem weiß ich aber nicht, wie es tatsächlich abläuft, denn ich war ja nicht dabei :) ! Hier steht nur Deine Version. Die Sichtweise der anderen Person würde mich interessieren, vielleicht lädst Du sie zu diesem Gespräch hier ein!?

    Zitat

    so entsteht eine Polarität mit der ich nicht gut umgehe und die mich in verwirrung führt. es ist unklar ob es sich dabei um einen buddhistischen Gleichmut handelt oder ob ich einfach imaginiere/projeziere.


    Ja, das fragte ich mich ja auch oben. Haha. Naja, ich habe gelernt, solche Sachen zu vergessen oder aufzuklären, indem ich den anderen direkt dazu befrage. Mutmaßungen über das, was in anderen abläuft, habe ich mir abgewöhnt. Ansonsten ist mein Tipp, innerlich zurück zu treten und zu beobachten: was ist da eigentlich los, innerlich. Interesse für den inneren Vorgang entwickeln.

    Zitat

    wie kann ich Gleichgültigkeit und Gleichmut unterscheiden


    Bei Dir oder bei Anderen?
    Bei Anderen: Ega! Es geht um Dich. Bleib bei Dir.
    Bei Dir: Gleichmut ist weich, warm und spendend. Gleichgültigkeit ist kalt, hart und zerrend.

    Gruß :)

  • toba
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    26. März 2014
    • 27. März 2014 um 22:51
    • #10

    danke Mirco, das bringt mir Klarheit auf der persönlichen Ebene und ich denke du hast die Situation gut benannt.

  • fluid
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    • 27. März 2014 um 22:55
    • #11
    toba:

    wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    könnte die Kernfrage sein - Ansätze und Kommentare willkommen !


    Hi toba,

    was genau willst du denn begrenzen oder ausgrenzen?

    Zur Konfliktlösung, wenn ein Konflikt schon richtig im Gange ist, dann ist es schwierig ihn zu beheben.
    Aber zu dem Zeitpunkt, wo der Konflikt gerade erst beginnt zu entstehen, kannst du (meistens) viel leichter verhindern, dass es überhaupt zum Konflikt kommt.
    Dafür ist es hilfreich zu untersuchen, wann/wie/warum ein Konflikt entsteht bzw. entstanden ist und dann in Zukunft darauf zu achten, den Zeitpunkt immer früher zu erkennen. Dann wird die benötigte Energie zur Lösung des Konfliktes immer geringer.

    fluid

  • toba
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    • 27. März 2014 um 23:11
    • #12

    fluid
    interessante Frage finde ich - das aufschreiben beleuchtet die Dinge neu:
    ich möchte persönliche Grenzen ziehen können ohne in einen inneren konflikt zu geraten, dh im Zusammenleben, in der Freundschaft oder Beziehung Dinge ausschliessen die ich nicht mag oder möchte und das auch artikulieren. wo beginne ich mich zu verschliessen und neuem gegenüber nicht offen zu sein oder das gegenüber zu begrenzen, wo urteile ich - aber auch wo schütze ich mich und gebe auf mich acht und bleibe bei mir. was bedeutet dann freiheit und gelassenheit?

  • Jikjisa
    Gast
    • 28. März 2014 um 00:15
    • #13

    @ toba:

    Zitat

    ja ein Misstrauen einem spontan Ausdruck gegenüber habe ich auch schon erlebt, es ist vielleicht die Frage, auch bei meinem Posting ob dieses Ausdrucks meines Egos ist, also ein Bestätigung suchendes oder ob sie von anderem Ursprung sind, eher einer Neugier oder im Falle des spontanen Ausdrucks der Lebenfreude oder Lebendigkeit sind- vielleicht ein bischen von beidem möchte ich vermuten.

    das ist doch wurscht. ego ist es mehr oder weniger immer. bei dir und bei anderen. oder sind das erwachte ?

    Zitat

    ich habe so etwas schon mal anzusprechen versucht. In einer Konfliktsituation hat das nicht so gut funktioniert, da waren wir schon so verkeilt das eine Metaebene nicht mehr möglich war. Ich wurde dann darauf verwiesen das ich anhafte weil ich eine Empathie grundsätzlich erwarte, und nicht den Dingen ihren Lauf lasse mich also unabhängig von einer möglichen Empathie verhalte - gleichmütig.


    ich finde von "freunden" kann man emphatie erwarten, gerade von buddhistischen, sonst sinds halt keine .

    Zitat

    «Mich selbst werde ich schützen, so sind die Grundlagen der Achtsamkeit zu üben. Den Anderen werde ich schützen, so sind die Grundlagen der Achtsamkeit zu üben. Sich selbst schützend, schützt man den Anderen; den Anderen schützend, schützt man sich selbst.

    Und wie, o Mönche, schützt man, indem man sich selber schützt, den Anderen? Durch regelmäßige Übung, durch Geistes-Entfaltung, durch ihre häufige Betätigung.

    Und wie, o Mönche, schützt man sich selber, indem man den anderen schützt? Durch Geduld, Gewaltlosigkeit, Güte und Mitleid.»

    (Samyutta Nikāya 47, 19)

    Zitat

    als ´Drama´ bezeichne ich eine bedingte emotionale Involviertheit, eine Haftung an den eigenen Gefühlen, die mein Gegenüber ignorieren oder durch Empathie sanft in ruhige Gewässer steuern kann - jedoch ist die Einbeziehung einer weiteren Person in die Lösung meines inneren Dramas sicher nicht so gut - ihr seht schon heute Abend Fragen und Zweifel ;)

    womöglich bist du halt einfach ein emotionaler typ. und die anderen womöglich eher verstandes-typen. die kopflastigen nehmen ja häufig nicht mal ihre gefühle war. ein unterdrücken ist dann auch "weiter unten" angesiedelt.

    Zitat

    wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ? könnte die Kernfrage sein - Ansätze und Kommentare willkommen !

    durch achtsamkeit und besonnenheit . wenn du aber öfters gekränkt bist im umgang mit diesen leuten, dann hat das seine berechtigung; dann ist es vielleicht kein "guter umgang".http://suttacentral.net/an1.98-113/de

    musst du entscheiden.

  • Mirco
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    • 28. März 2014 um 11:17
    • #14

    Hallöchen, mir fällt zu dem Thema noch folgendes ein:

    anstelle mich in egal welcher Beziehung auf die Nehmer-Seite zu stellen und zu erwarten, was andere Menschen mir die Bedürfnisse nach was auch immer erfüllen, kann ich auch die Seite wechseln und schauen, was ich tun kann, was ich geben kann. Denn in Erwartung zu verharren führt ja nun mal zu nichts.

    Folgende Rede ist zwar an Mönche adressiert, doch ich denke, die aufgezählten Eigenschaften sind in jeder Beziehung von großem Nutzen für beide Seiten:

    Zitat

    Paṭhama-mitta Sutta - Vom wahren Freund

    Einen Mönch, der sieben Eigenschaften besitzt, den mag man sich, ihr Mönche, zum Freunde wählen.
    Welches sind diese sieben Eigenschaften?

    Er gibt, was schwierig zu geben ist;
    tut, was schwierig zu tun ist;
    erträgt, was schwer zu ertragen ist;
    seine Geheimnisse vertraut er einem an;
    die ihm anvertrauten Geheimnisse behält er für sich;
    er verlässt einen nicht im Unglück;
    er verachtet einen nicht, wenn es einem schlecht geht.

    Alles anzeigen

    So nehme ich mir für heute vor, so zu sein und zu handeln.

    Gruß

  • boehnchen
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    • 28. März 2014 um 12:08
    • #15
    toba:

    hallo ihr Mitbuddhisten, vielen dank für eure Antworten !

    ja ein Misstrauen einem spontan Ausdruck gegenüber habe ich auch schon erlebt, es ist vielleicht die Frage, auch bei meinem Posting ob dieses Ausdrucks meines Egos ist, also ein Bestätigung suchendes oder ob sie von anderem Ursprung sind, eher einer Neugier oder im Falle des spontanen Ausdrucks der Lebenfreude oder Lebendigkeit sind- vielleicht ein bischen von beidem möchte ich vermuten.

    ich habe so etwas schon mal anzusprechen versucht. In einer Konfliktsituation hat das nicht so gut funktioniert, da waren wir schon so verkeilt das eine Metaebene nicht mehr möglich war. Ich wurde dann darauf verwiesen das ich anhafte weil ich eine Empathie grundsätzlich erwarte, und nicht den Dingen ihren Lauf lasse mich also unabhängig von einer möglichen Empathie verhalte - gleichmütig.

    als ´Drama´ bezeichne ich eine bedingte emotionale Involviertheit, eine Haftung an den eigenen Gefühlen, die mein Gegenüber ignorieren oder durch Empathie sanft in ruhige Gewässer steuern kann - jedoch ist die Einbeziehung einer weiteren Person in die Lösung meines inneren Dramas sicher nicht so gut - ihr seht schon heute Abend Fragen und Zweifel ;)

    wie kann man buddistisch grenzen ziehen und bei weiteren konflikten auch reagieren ohne sich emotional zu verstricken ?
    könnte die Kernfrage sein - Ansätze und Kommentare willkommen !


    ich denke, das ego rumort und regt sich immer, so realistisch muss man schon sein - bei dir und genauso bei deinen Mitbuddhisten. Und es tut weh, wenn da drin gerührt wird; die emotionalen Altlasten abzutragen ist oft mit Gegenwehr und Schmerz verbunden. Ich denke ihr seid euch einig, dass ihr alle nicht erleuchet seid (das kann man ja auch mal in der Gruppe festmachen) und dass somit mit Reibereien zu rechnen ist. Die Frage ist, wie ihr damit umgehen wollt. Und da müsste jeder befragt werden - also ein Konsens gefunden werden (falls eure Gruppe oft gemeinsam agiert), WIE aufkommende Emotionen handzuhaben sind... man könnte sie zb übergehen (und stattdessen in eine passende Übung, zb Umwandlung von Gefühlen, gehen), man könnte sie schriftlich auf einen allen zugänglichen Zettel/Buch schreiben und in regelmäßigen Abständen ausdiskutieren, man könnte die inneren Unausgeglichenheiten Teil der Gesamtübung sein lassen und recht normal dynamisch und alltäglich damit umgehen.
    Werdet euch einig.

    Wenn einer (oder mehrere) der Mitbuddhisten gerade nichts mit Emotionen und Zwischenmenschlichem zu tun haben will (weil es zb nicht zu seiner konkreten Praxis passt), sollte er sich in Rückzug begeben; dafür sind Retreats, Berge und Täler, Einsiedelein etc da. Sich in nahem Kontakt zu befinden und dann wegzuschieben finde ich persönlich nicht so gut. Aber wie gesagt, man müsste da offen reden und sich einigen.

  • Chamäleon
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    • 29. März 2014 um 16:23
    • #16

    Dies ist mein erster Beitrag und im Sinne des Buddhismus bin ich ein absoluter Anfänger. Bisher habe ich mir meine Gedanken selber zurecht gelegt. Zu dem Thema stelle ich mir eine einfache Frage: Warum sollte ich mich über Dinge aufregen, die ich nicht ändern kann?

    Nach meiner Erfahrung sind Taten besser als Worte. Wenn ich einem Freund helfen kann, dann tue ich das. Wenn ich dagegen lang und breit erkläre, warum ich nichts tun kann, dann schwankt die Stimmung zwischen Frust und Langeweile. Also schweige ich zu gewissen Dingen, an denen ich auch nichts ändern kann. :|

    Es gibt keine Freiheit ohne Wahrheit. Es gibt aber auch keine Wahrheit ohne Freiheit.

  • gbg
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    • 29. März 2014 um 17:06
    • #17
    Chamäleon:

    Dies ist mein erster Beitrag und im Sinne des Buddhismus bin ich ein absoluter Anfänger. Bisher habe ich mir meine Gedanken selber zurecht gelegt. Zu dem Thema stelle ich mir eine einfache Frage: Warum sollte ich mich über Dinge aufregen, die ich nicht ändern kann?

    Nach meiner Erfahrung sind Taten besser als Worte. Wenn ich einem Freund helfen kann, dann tue ich das. Wenn ich dagegen lang und breit erkläre, warum ich nichts tun kann, dann schwankt die Stimmung zwischen Frust und Langeweile. Also schweige ich zu gewissen Dingen, an denen ich auch nichts ändern kann. :|

    Hallo Chamäleon,

    vielleicht liegt das daran, dass Dein Gegenüber erst einmal denkt: "Jetzt kommt der schon wieder, möchte mich mal wieder belehren, aber nicht mit mir!".
    Viele Menschen können mit Ratschlägen nicht gut umgehen, weil sie noch nicht wissen, was der Rat für sie selbst und ihre Familie und Freunde aber auch ihre Feinde, die sie durch die Annahme dieses Rates vielleicht zu Freunden machen könnten bedeuten könnte. Jeder schätzt grundsätzlich mal sein Ego, wenn es spitz auf Knopf kommt höher ein als ein Gegenüber. Und diese Urangst, der Gegenüber könnte ja ein Wolf im Schafspelz sein, findet ihren Ausdruck auch in der kleinen Angst wo man sich sagt: Erstmal muss er sich meines Vertrauens würdig erweisen.
    Da hilft aber gerade Kommunikation auf Augenhöhe, noch mehr ein freundschaftlicher Händedruck oder bei besserem Bekanntsein auch ein freundlicher Klaps auf die Schultern.
    Ich denke man sollte den Menschen mehr vertrauen, als sie vertrauen in sich selbst, in ihre vom Dharma gegebene Möglichkeit zur Offenheit haben.

    _()_

    P.S.: Gelassenheit ist auch mE tatsächlich der Kern der Buddhistischen Lehre. :)

  • Chamäleon
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    • 29. März 2014 um 19:54
    • #18
    gbg:


    Hallo Chamäleon,

    vielleicht liegt das daran, dass Dein Gegenüber erst einmal denkt: "Jetzt kommt der schon wieder, möchte mich mal wieder belehren, aber nicht mit mir!".

    P.S.: Gelassenheit ist auch mE tatsächlich der Kern der Buddhistischen Lehre. :)

    Solche Aussagen kenne ich zur Genüge. Zwar bin ich Anfänger im Sinne der buddhistischen Lehre, doch im Alter von 61 Jahren habe ich ein gewisses Maß an Lebensweisheit und Menschenkenntnis. Somit ist Gelassenheit auch eine Form von Bescheidenheit. Im Sinne des Buddhismus möchte ich mal untertreiben und sage mit Sokrates: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    Es gibt keine Freiheit ohne Wahrheit. Es gibt aber auch keine Wahrheit ohne Freiheit.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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