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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Wie entsteht das Ego ?

  • Matthias65
  • 6. März 2014 um 09:11
  • Zum letzten Beitrag
  • gbg
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    • 6. März 2014 um 17:52
    • #51
    Matthias65:
    Verrückter:

    ... auf der anderen Seite etwas Größeres, das Ruhm und Applaus vom Publikum einfordert. Um diese Art von Ego geht es meiner Meinung nach wenn wir im Buddhismus von Ego sprechen.

    Gibt es einen Unterschied zwischen Bedürfniss und Begierde?
    Du sprichst von Ruhm und Applaus, Mathias65. Kann man von diesen genug bekommen wie von Essen und Trinken und Sport usw.?
    Und wie steht es mit Geld? Mit Zins wo Geld Geld "gebiert"?
    Kann man von Geld nicht nie genug bekommen? Warum ist das so?
    Warum funktioniert der Kapitalismus, wo wir doch eigentlich genug für ein "gutes Leben" hätten?
    Müssten wir nicht einfach Besitz mehr umverteilen und Arbeitszeit gleichmäßiger verteilen oder wären wir dann in unserer Freizeit alle träge und würden dahinvegetieren?
    Das Brutoinlandprodukt pro Kopf ist doch in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Warum ist die Arbeitszeit nicht entsprechend gesunken? Sind wir maßlos?
    Aber warum sind wir so maßlos?

  • Aiko
    Gast
    • 6. März 2014 um 18:35
    • #52
    Tso Wang:
    Matthias65:

    Hallo Aiko,

    Wie begründet denn die (materielle) Wissenschaft die Existenz eines Egos ?

    .

    Ein "reflektierendes Ich" kann planen und damit Handlungsvarianten in der Zukunft virtuell simulieren. Kostet zwar Zeit, aber das ist in der Natur ein "Wettbewerbsvorteil", wenn man nicht besonders stark ist, schnell laufen oder schwimmen etc. kann. ;)

    ()

    Schon mal einen Plan umgesetzt? Den Berliner Flughafen? Stuttgart 21 oder andere kleinere Projekte?
    Ich hab' grad aus meinem Garten einen kleinen Jasmin Strauch umgesetzt - das sollte nach Plan ratz-fatz gehen und mich 2 Tage gekostet und noch ein paar starke Arme - ich hätte natürlich auch einen Gärtner beauftragen können - aber das wollte ich nicht.

  • Simo
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    • 6. März 2014 um 18:47
    • #53

    fotost

    Das Kalamersutta wird gerne als Buddhas Freibrief zum kritischen Denken herumgezeigt - und das stimmt auch in gewisser Weise. Allerdings lässt sich damit nicht jede "Methode zur Überprüfung seiner Ideen außerhalb der Lehre" begründen. In dem Sutta geht es darum, dass die Kalamer verwirrt sind über die ganzen Ansichten, die sie gehört haben und nicht wissen, wem oder was sie glauben sollen. Der Buddha sagt ihnen, sie sollen letzten Endes auf ihr eigenes Urteil vertrauen, was heilsam und unheilsam ist.

    Die Wissenschaft bringt sicherlich interessante und auch nützliche Dinge hervor (gar keine Frage), aber die Buddhalehre wissenschaftlich untermauern zu wollen ist lediglich auf das Prestige der Wissenschaft zurückzuführen, welches sie heute genießt. Wissenschaft und Buddhismus haben bestimmt manche Dinge gemein, aber sie unterscheiden sich auch ganz grundlegend. Der Buddhismus stellt das leidende Individuum und seine Erfahrung in den Mittelpunkt, die Wissenschaft tut das genaue Gegenteil. Die Fakten, die sie liefern will sollen jenseits jeglicher Subjektivität liegen, sie sollen durch und durch öffentlich sein und für alle verbindlich. Die Quantenmechanik, die den Beobachter wieder einsetzten will, bestätigt das ironischerweise genau damit.

    Liebe Grüße.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Matthias65
    Gast
    • 6. März 2014 um 18:54
    • #54
    gbg:

    Du sprichst von Ruhm und Applaus, Mathias65. Kann man von diesen genug bekommen wie von Essen und Trinken und Sport usw.?Und wie steht es mit Geld? Mit Zins wo Geld Geld "gebiert"?

    Zorita, Du hattest irgendwann mal ein Zitat von Patrül Rinpoche im Chat zitiert. Sinngemäß lautet es: Alles was nötig ist, um zu Leben ist Essen/ Trinken/ Schlafen und Scheißen. Dies meinte er sinngemäß wohl mit dem "funktionalen Ich", wenn es eben darum geht, die Grundbedürfnisse des menschlichen Körpers zu befriedigen.

    Vom Rum und Applaus habe ich nur deshalb gesprochen, weil es zum Beispiel passte.

    P.S. Die 65 kannst Du gerne weglassen :)

  • Matthias65
    Gast
    • 6. März 2014 um 18:57
    • #55
    Verrückter:

    Weil er verstanden hat, dass sein Ego ihn beim Spielen des Klavieres nur behindert.

    Dieses Verständnis hatte er sicherlich nicht von Anfang an, es ist langsam gewachsen. Fast schon wie beim spirituellen Weg. Dieser erschließt sich häufig auch erst nach einer "längeren Zeit".

  • Verrückter
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    • 6. März 2014 um 19:15
    • #56
    Simo:

    Der Buddhismus stellt das leidende Individuum und seine Erfahrung in den Mittelpunkt, die Wissenschaft tut das genaue Gegenteil.

    Stimmt das wirklich? Zwar geht es in der Wissenschaft eben noch um materielle Dinge, jedoch findet sie langsam zu der Erkenntnis, dass es noch völlig unentdeckte Mächte (Dunkle Materie/ Dunkle Energie/ Multiversum-Theorie/ Quanten-Theorie) gibt. Außerdem ist das Ideal der Wissenschaft, dem Leben und Glück zu dienen. Damit verbinden Menschen zwar unterschiedliche Ansichten und sind auch abhängig vom Leitgedanken der reichen Länder (Profitorientierung), aber auch Buddhisten können sich irren. Ich glaube, sie haben dasselbe Ziel (welches ich nicht näher erörtern möchte).

    Zitat

    Die Fakten, die sie liefern will sollen jenseits jeglicher Subjektivität liegen, sie sollen durch und durch öffentlich sein und für alle verbindlich.

    Die besten Wissenschaftler sind sich ihrer Unwissenheit durchaus bewusst.

    Was den Buddhismus in den Augen der Leute letztendlich so erfolgreich und zu einer Alternative anderer Religionen wie dem Christentum macht, ist seine Anpassungsfähigkeit an die modernen Ansichten der Wissenschaft. Die vorbildliche Figur dazu liefert der Dalai Lama, der vorlebt, worum es im Buddhismus geht und dass dieser keiner wissenschaftlichen Beobachtung widerspricht.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 6. März 2014 um 19:46
    • #57

    OFFTOPIC

    fotost:
    MonikaMarie1:

    ...
    "Torbi will das haben, Torbi hat Hunger", als wäre Torbi jemand anders.

    Spätestens mit 13 wird sich das Gör wünschen, daß Torbi jemand anderes ist...

    Wer zu Mara nennt sein Kind Torbi? Wie wäre es mit einem Doppelnamen?

    'Kevin-Torbi! Nimm jetzt sofort Deine Förmchen und komm aus der Sandkiste! Wir gehen jetzt zum Karate Unterricht! (Mit einem Namen wie Kevin-Torbi wirst Du das dringend brauchen)'

    :lol::lol::lol: Entschuldige MM, aber die viele Sonne draußen hat einige seltsame Nebeneffekte :lol::lol:

    Ich hoffe, daß Du aus meinem letzten vernünftigen Beitrag meine echte Meinung erkennen konntest.

    Kevin-Torbi! Ich werf mich wech... :D

    Alles anzeigen

    :lol: Ja, da habe ich einen Namen genommen, mit dem ich nun so rein gar nix zu tun habe, abgeleitet übrigens von Torben. Fiel mir einfach so ein. Ich finde, der Name passt zu einem verwöhnten, überbehüteten Kind.

    Das ist übrigens gleich bei 3sat zu sehen: Verwöhnte Gören, Tyrannen ...

    Liebe Grüße
    Monika

  • fotost
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    • 6. März 2014 um 19:56
    • #58
    Simo:

    fotost

    Das Kalamersutta wird gerne als Buddhas Freibrief zum kritischen Denken herumgezeigt - und das stimmt auch in gewisser Weise. Allerdings lässt sich damit nicht jede "Methode zur Überprüfung seiner Ideen außerhalb der Lehre" begründen. In dem Sutta geht es darum, dass die Kalamer verwirrt sind über die ganzen Ansichten, die sie gehört haben und nicht wissen, wem oder was sie glauben sollen. Der Buddha sagt ihnen, sie sollen letzten Endes auf ihr eigenes Urteil vertrauen, was heilsam und unheilsam ist.

    Die Wissenschaft bringt sicherlich interessante und auch nützliche Dinge hervor (gar keine Frage), aber die Buddhalehre wissenschaftlich untermauern zu wollen ist lediglich auf das Prestige der Wissenschaft zurückzuführen, welches sie heute genießt. Wissenschaft und Buddhismus haben bestimmt manche Dinge gemein, aber sie unterscheiden sich auch ganz grundlegend. Der Buddhismus stellt das leidende Individuum und seine Erfahrung in den Mittelpunkt, die Wissenschaft tut das genaue Gegenteil. Die Fakten, die sie liefern will sollen jenseits jeglicher Subjektivität liegen, sie sollen durch und durch öffentlich sein und für alle verbindlich. Die Quantenmechanik, die den Beobachter wieder einsetzten will, bestätigt das ironischerweise genau damit.

    Liebe Grüße.

    Hallo Simo,

    wahrscheinlich liegen wir mit unserer Betrachtung völlig nahe und es geht wieder einmal nur um die Darstellung.

    • Die Kalamer Rede erlaubt eine Überprüfung buddhistischer Inhalte mit Methoden außerhalb der Lehre. Nicht jede Methode ist dabei gleich.
    • Wissenschaft und Buddhalehre haben unterschiedliche Ziele, Inhalte und Methoden.
    • Die Buddhalehre ist nicht neutral, sie ist wertend. Die Verminderung menschlichen Leidens ist ein absoluter Wert.
    • Die Wissenschaft kennt absolute Ergebnisse, aber keine absoluten Werte im Sinne der Buddhalehre.
    • Die buddhistische Philosophie ermöglicht Aussagen über die 'wirkliche' Welt, diese Aussagen überschneiden sich teilweise mit Aussagen der Wissenschaft. In den Schnittmengenbereichen sollten keine Widersprüche bestehen.
    • Quantenmechanik ist merkwürdig
  • Matthias65
    Gast
    • 6. März 2014 um 20:08
    • #59

    Wie wäre es, dieses Thema in einem neuen Thread zu vertiefen ?

  • Matthias65
    Gast
    • 6. März 2014 um 22:05
    • #60

    Ich fasse mal einige Ansichten dazu als kleines Fazit zusammen:

    Das hat mit der frühkindlichen Entwicklung zu tun und ist erstmal eine Notwendigkeit.

    Der Buddhadhamma unterscheidet da verschiedene Grade macht aber deutlich, dass sie alle letztlich von avijja (Unwissen) abhängen und von Begehren, welches zu Ergreifen führt.

    Ich würde sagen, Unwissen und dadurch auch Begehren und Festhalten sind vorhanden wenn Bewusstsein vorhanden ist, die Frage ist also, wann Bewusstsein im Mutterleib entsteht

    Für mich entsteht das "Ego" mit der Geburt des Menschen.
    Das Hinausfallen aus der Einheit, in die Dualität.

    Ich glaube das Ich fängt an wenn der erste Atemzug gemacht wird.

    ich verstehe den Beginn des Ego als den Moment, in dem das Kind mit ca. 2 Jahren den Unterschied begreift, trotzig wird und "ich will aber haben" schreit.

    Unser Ego ist so wie eine russische Matrjoschka-Puppe, bei der die raffinierten Formen auf der Basis der einfacheren Formen aufbauen.

    Weiterführende Literaturempfehlung:
    "Spirituellen Materialismus durchschneiden" von ChögyamTrungpa

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 6. März 2014 um 22:33
    • #61

    :)


    (Quelle: http://www.benefind.de/image.php?q=Ego )

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  • Merkur-Uranus
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    • 6. März 2014 um 22:39
    • #62

    Ego lässt sich auch ganz simpel als "Gewohnheiten" definieren. Und die Ursachen dieser Gewohnheiten - die keine eigene Identität besitzen, sondern aus unzähligen Bedingungen heraus entstanden sind - kann man bis zur Geburt (und für die Wiedergeburtsanhänger) bis an den Anfang aller Welten zurück verfolgen.

  • Verrückter
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    • 6. März 2014 um 22:49
    • #63
    Merkur-Uranus:

    Ego lässt sich auch ganz simpel als "Gewohnheiten" definieren.

    Ich glaube das trifft es nicht so richtig. Man kann Gewohnheiten m.E. auch unabhängig von Ego haben.

  • Merkur-Uranus
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    • 6. März 2014 um 22:54
    • #64
    Verrückter:
    Merkur-Uranus:

    Ego lässt sich auch ganz simpel als "Gewohnheiten" definieren.

    Ich glaube das trifft es nicht so richtig. Man kann Gewohnheiten m.E. auch unabhängig von Ego haben.

    Was an der Definition von Ego als Gewohnheiten hilfreich ist: Man kommt ab von der Vorstellung, etwas zu sein, oder etwas in sich zu haben (mein Ego; ich egoistischer Mensch). Stattdessen kann man sich als ein Bündel karmisch bedingter Gewohnheiten sehen, die einfach nur ihr Ding machen wollen. Und sobald die Gewohnheiten überwunden sind, durchschaut und abgelegt, entsteht Befreiung; das Ende des Durstes.

  • Lirum Larum
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    • 7. März 2014 um 08:00
    • #65

    Wenn man hier die Definition von "Gewohnheiten" einengt, stimme ich zu. Es ist nur eine bestimmte Gewohnheit, die das Ego "entstehen" lässt. (Gänsefüßchen, weil es nicht entstanden sondern eingebildet ist.)
    Und zwar die Gewohnheit einer Annahme wie: "Da ist irgendwo ein völlig unabhängiges, eigenständiges, ewig währendes ICH, das hier in meinem Körper sitzt und im Falle des Todes dann irgendwo hin schwebt. Es ist das Wichtigste und Schützenswerteste, was es hier gibt."
    Vielleicht hängen einige andere Gewohnheiten mit dieser Sichtweise zusammen.
    Es gibt aber auch andererseits die Gewohnheit, die man aufnehmen kann , diese verblendete Sichtweise mittels Meditationsmethoden zu knacken.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Matthias65
    Gast
    • 7. März 2014 um 08:23
    • #66
    Losang Lamo:

    Wenn man hier die Definition von "Gewohnheiten" einengt, stimme ich zu. Es ist nur eine bestimmte Gewohnheit, die das Ego "entstehen" lässt. (Gänsefüßchen, weil es nicht entstanden sondern eingebildet ist.)

    Stimm. Die Gänsefüßchen hätte ich auch schon bei der Überschrift des Threads machen müssen.

    Losang Lamo:

    Es gibt aber auch andererseits die Gewohnheit, die man aufnehmen kann , diese verblendete Sichtweise mittels Meditationsmethoden zu knacken.

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, die wörtliche Übersetzung des tibetischen Begriffes "Meditation" ist: "sich an etwas gewöhnen, bzw. sich an etwas erinnern".

  • Simo
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    • 7. März 2014 um 09:12
    • #67
    Losang Lamo:

    Wenn man hier die Definition von "Gewohnheiten" einengt, stimme ich zu. Es ist nur eine bestimmte Gewohnheit, die das Ego "entstehen" lässt. (Gänsefüßchen, weil es nicht entstanden sondern eingebildet ist.)
    Und zwar die Gewohnheit einer Annahme wie: "Da ist irgendwo ein völlig unabhängiges, eigenständiges, ewig währendes ICH, das hier in meinem Körper sitzt und im Falle des Todes dann irgendwo hin schwebt. Es ist das Wichtigste und Schützenswerteste, was es hier gibt."
    Vielleicht hängen einige andere Gewohnheiten mit dieser Sichtweise zusammen.
    Es gibt aber auch andererseits die Gewohnheit, die man aufnehmen kann , diese verblendete Sichtweise mittels Meditationsmethoden zu knacken.

    Hallo Losi,

    es scheint wohl (zumindest laut den Suttas), dass unter dieser von Dir beschriebenen Sichtweise (attavadupadana) eine noch grundlegendere liegt, der (Ich-)bin-Dünkel, den man auch als ganz feines "Aroma" der Subjektivität verstehen kann. Dieser geht erst bei arahatta, attavadupadana allerdings schon viel früher.
    Auch Letzteres sollte nicht einfach als eine Ansicht oder ein Glaube verstanden werden, den man nach Gutdünken annehmen oder ablegen könnte. Avijja ist in erster Linie affektiv und wenn das nicht verstanden wird, dann könnte man meinen, dass allein schon die Überzeugung "dass diese fünf Gruppen des Anhanges kein Selbst sind" bedeute, man sei frei vom Festhalten eines Glaubens an ein Selbst. :)

    Liebe Grüße.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Aiko
    Gast
    • 7. März 2014 um 09:52
    • #68

    "Alle Wesen bestehen durch Nahrung" - so entsteht und besteht auch dieses Wesen (Ich) durch Nahrung. Ob das als Gewohnheit bezeichnet wird, macht die Sache nicht klarer. Jeder muss Essen und Trinken, daher endet der Hunger und Durst mit dem Tod des Einzelnen. Aber es ist ja eine Nahrungskette. Und mit jeder Geburt kommt ein Kettenglied in diese Nahrungskette hinein.

    Was durch den Buddhismus hier unterbrochen wird, durch den Einzelnen, ist die Unwissenheit bezogen auf diesen Zusammenhang. Und so wird es dann möglich bewusst mit dieser "Gewohnheit" umzugehen und vor allem den Geltungsrieb, der ja ein Überlebenstrieb ist, zu beschneiden.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 7. März 2014 um 09:56
    • #69

    Lieber Simo,
    ein guter Hinweis. Denn oft wird in buddhistischen Kreisen der Ich-Dünkel als etwas "Unanständiges" hingestellt, dabei ist es etwas ganz Natürliches, das erst ein Verwirklichter ganz und gar überwunden haben kann. Dies zu überwinden ist natürlich das angestrebte Ziel, aber Unzulänglichkeiten auf dem Weg dahin sind keine "Sünde" sondern normaler Schmutz, dem man beim Putzen halt begegnet.
    Wer also behauptet "Ich habe keinen Dünkel mehr", sagt damit durch die Blume "Ich bin ein Arahant." *räusper*

    Die Bezeichnung "Gewohnheit" wird dadurch aber nicht falsch, denn auch eine Gewohnheit legt man nicht durch intellektuelles Verständnis ab. Allerdings ist das Verständnis eine Grundlage für die ersten Schritte. Dass man die Notwendigkeit überhaupt versteht.

    Liebe Grüße zurück.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Aiko
    Gast
    • 7. März 2014 um 11:05
    • #70
    Losang Lamo:


    Wer also behauptet "Ich habe keinen Dünkel mehr", sagt damit durch die Blume "Ich bin ein Arahant." *räusper*


    Das behauptet ja keiner - aber es gibt eben Leute, die behaupten sie hätten es verwirklicht und seien Arhat.
    Daniel Ingram z.B. und andere aus dieser Szene der Arhats.

    Zitat


    Die Bezeichnung "Gewohnheit" wird dadurch aber nicht falsch, denn auch eine Gewohnheit legt man nicht durch intellektuelles Verständnis ab. Allerdings ist das Verständnis eine Grundlage für die ersten Schritte. Dass man die Notwendigkeit überhaupt versteht.

    Nun - weder kann man die Gewohnheit des Denkens oder des Atmens ablegen - also hilft dieser Begriff auch nicht weiter.

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 7. März 2014 um 11:19
    • #71
    Zitat

    Nun - weder kann man die Gewohnheit des Denkens oder des Atmens ablegen - also hilft dieser Begriff auch nicht weiter.


    Stimmt. Er bringt es einfach noch nicht auf den Punkt.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • accinca
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    • 7. März 2014 um 11:19
    • #72
    Aiko:

    Nun - weder kann man die Gewohnheit des Denkens oder des Atmens ablegen -


    Und warum nicht?

  • Matthias65
    Gast
    • 7. März 2014 um 11:28
    • #73
    accinca:
    Aiko:

    Nun - weder kann man die Gewohnheit des Denkens oder des Atmens ablegen -


    Und warum nicht?


    Man kann es nur dann nicht wenn man als "menschliches Wesen" lebt.

  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 7. März 2014 um 11:28
    • #74
    accinca:
    Aiko:

    Nun - weder kann man die Gewohnheit des Denkens oder des Atmens ablegen -


    Und warum nicht?


    nicht fragen...tun, wenn du zweifel hast das es nicht stimmt was Aiko schreibt, dann weisst du es....wahrscheinlich wirst du es uns aber nie verraten können :D

    _()_
    .

  • accinca
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    • 7. März 2014 um 12:21
    • #75
    Matthias65:
    accinca:


    Und warum nicht?


    Man kann es nur dann nicht wenn man als "menschliches Wesen" lebt.


    Wie kommst du denn auf die Idee?
    Denken und Atmen ist durchaus auch ohne Gewohnheit denkbar oder nicht?
    Und Essen und vieles andere übrigens auch.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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