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Dilemma

  • fotost
  • 10. Januar 2014 um 12:58
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1. offizieller Beitrag
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    • 10. Januar 2014 um 12:58
    • #1
    wiki:

    Ein Dilemma (griechisch δί-λημμα ‚zweigliedrige Annahme‘, Plural Dilemmas oder Dilemmata), auch Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Resultat führen.

    Mir fiel beim Lesen in der letzten Zeit auf, daß in Sutten häufiger Unterscheidungskriterien wie 'förderlich - nicht förderlich', 'hilfreich - nicht hilfreich' 'nützlich - nicht nützlich' verwendet werden als Unterscheidungen in 'gut - böse', 'richtig - falsch'.

    Das kann man bestimmt als eine Hinwendung zum Pragmatischen sehen. Was meint ihr - gehen Buddhisten anders als nicht-Buddhisten mit Situationen um, in denen beide (oder alle) Entscheidungen in einer Situation ähnlich unerwünschte Resultate haben?

    Beispiele für solche Situationen, gibt es im täglichen Leben oder im Drama, wissenschaftlich zugänglich wurden sie in der Neuzeit, wichtiges Gedankenexperiment dazu war das 'Mann auf der Bücke' Gedankenexperiment von Hauser Moral Sense Test.


    Zitat


    "Gleichwie etwa, Malunkyaputto, wenn ein Mann von einem Pfeile getroffen wäre, dessen Spitze mit Gift bestrichen wurde, und seine Freunde und Genossen, Verwandte und Vettern bestellten ihm einen heilkundigen Arzt; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich nicht weiß, wer jener Mann ist, der mich getroffen hat, ob es ein Krieger oder ein Priester, ein Bürger oder ein Bauer ist'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich nicht weiß, wer jener Mann ist, der mich getroffen hat, wie er heißt, woher er stammt oder hingehört': er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich nicht weiß, wer jener Mann ist, der mich getroffen hat, ob es ein großer oder ein kleiner oder ein mittlerer Mensch ist'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich nicht weiß, wer jener Mann ist, der mich getroffen hat, ob seine Hautfarbe schwarz oder braun oder gelb ist'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich nicht weiß, wer jener Mann ist, der mich getroffen hat, in welchem Dorf oder welcher Burg oder welcher Stadt er zu Hause ist'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich den Bogen nicht kenne, der mich getroffen hat, ob es der kurze oder der lange gewesen'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich die Sehne nicht kenne, die mich getroffen hat, ob es eine Saite, ein Draht oder eine Flechse, ob es Schnur oder Bast war'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich den Schaft nicht kenne, der mich getroffen hat, ob er aus Rohr oder Binsen ist'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich den Schaft nicht kenne, der mich getroffen hat, mit was für Federn er versehn ist, ob mit Geierfedern oder Reiherfedern, mit Rabenfedern, Pfauenfedern oder Schnepfenfedern'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich den Schaft nicht kenne, der mich getroffen hat, mit was für Leder er umwickelt ist, mit Rindleder oder Büffelleder, mit Hirschleder oder Löwenleder'; er aber spräche:
    'Nicht eher will ich diesen Pfeil herausziehn bevor ich die Spitze nicht kenne, die mich getroffen hat, ob sie gerade oder krumm oder hakenförmig ist, oder ob sie wie ein Kalbzahn oder wie ein Oleanderblatt aussieht':
    nicht genug könnte, Malunkyaputto, dieser Mann erfahren: denn er stürbe hinweg.

    Alles anzeigen

    [Das Gleichnis von einem Pfeil Getroffenen] M. 63. (VII,3) Cūlamālunkya Sutta, http://www.palikanon.com/majjhima/m063n.htm

    Manchmal muss man sich entscheiden. Und bevor die Frage kommt, wie ich mich entscheiden würde - ich bin mir nicht sicher. Wahrscheinlich würde ich mich in der Situation des moral sense test in beiden Fällen für das Überleben der größeren Gruppe entscheiden.

    -------------------

    Und Yeah - gerade gesehen: Ich bin heute 4 Jahre hier im Forum! Geburtstag :lol::lol::lol:

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    • 10. Januar 2014 um 13:37
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    • #2

    Hier das Trolley-Problem von Pippin Barr

    • Nächster offizieller Beitrag
  • Aiko
    Gast
    • 10. Januar 2014 um 13:47
    • #3

    Mein tipp - http://de.wikipedia.org/wiki/Schnelles…angsames_Denken

  • fotost
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    • 10. Januar 2014 um 14:01
    • #4

    Danke, ihr habt euch zwar um persönliche Antworten herumgedrückt aber das ist ok...

    Hi void - ist es nicht merkwürdig, wieviele Probleme dieser Art im Bereich Eisenbahnen formuliert werden? Wahrscheinlich haben viele Moralphilosophen sehr viel Zeit auf Bahnhöfen bei Warten auf Züge, die zu spät kommen gewartet.

    Hi Aiko - guter Link.

    Zitat

    Und bevor die Frage kommt, wie ich mich entscheiden würde - ich bin mir nicht sicher.

    Vielleicht hatte ich da ganz ähnliche Ideen im Hinterkopf.

  • Online
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    • 10. Januar 2014 um 14:23
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    • #5
    fotost:

    Das kann man bestimmt als eine Hinwendung zum Pragmatischen sehen. Was meint ihr - gehen Buddhisten anders als nicht-Buddhisten mit Situationen um, in denen beide (oder alle) Entscheidungen in einer Situation ähnlich unerwünschte Resultate haben?

    In dem von dir zitierten Artikel zum "Moral Sense Test" heisst es:

      Hauser zog aus der Tatsache, dass die Ergebnisse der Befragungen bei allen Völkern, Altersstufen und Bildungsschichten nahezu gleich waren, den weitreichenden Schluss, dass es in jedem Menschen ein Grundgerüst moralischer Werte geben muss, das ihn dazu bringt, gleichen moralischen Grundsätzen zu folgen, ohne dass seine Erziehung dabei eine Rolle spielt.

    Das verstehe ich so, dass sich laut Hauser, Buddhisten und Nicht-Buddhisten bei dem Test nicht signifikant unterschieden haben. Im Gegensatz zu Leute mit Stirnlappen-Problemen. Das erinnert mich ein wenig an den Voigt-Kampff-Test mit dem in dem Film Bladerunner Menschen von Androiden unterscheiden werden.

    Zitat

    Und bevor die Frage kommt, wie ich mich entscheiden würde - ich bin mir nicht sicher.
    Danke, ihr habt euch zwar um persönliche Antworten herumgedrückt aber das ist ok...

    Ich finde es geradezu das Wesen eines Dilemma, das man nicht richtig entscheiden kann. Das geht es mit genauso wie dir. Beiden Entscheidungen führen zu Leid. Villeicht lässt sich Buddhas erste edle Wahrheit auch so formulieren, dass das Leben ein Dilemma ist.

    fotost:

    Hi void - ist es nicht merkwürdig, wieviele Probleme dieser Art im Bereich Eisenbahnen formuliert werden? Wahrscheinlich haben viele Moralphilosophen sehr viel Zeit auf Bahnhöfen bei Warten auf Züge, die zu spät kommen gewartet.

    Das liegt ja daran, dass es sich um exakt das gleiche Problem handelt. Nur wird in dem "Moral Sense" Artikel, auf Marc Hauser Bezug genommen, der das Problem im Jahr 2005 zu einem Test formaliiserte. Während sich das Trolley-Problem auf die ursprüngliche, philosophische Formulierung von 1976/78 stützt.

    Douglas Adams hatte mal die Therie, dass die Offenbarung des Johannes mit ihren apokalytischen Visionen wohl entsantenden sein müssen, als der Evangelist auf eine griechische Fähre wartete. Er meinte die gleichen Stadien aufkeimender Verzewiflung darin ausmachen zu können, die auch er von solchen Anlässen her kennt.

    • Vorheriger offizieller Beitrag

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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