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  1. Buddhaland Forum
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Der mittlere Weg

  • Matthias65
  • 27. September 2013 um 22:08
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Matthias65
    Gast
    • 27. September 2013 um 22:08
    • #1

    Was bedeutet das für Euch ?

    Matthias65:
    fotost:

    Der mittlere Weg bedeutet irgendwie die Berücksichtigung von Proportionen/Verhältnissen...

    Der mittlere Weg bedeutet, dass alle Phänomene leer von einer eigenständigen Existenz sind.
    Es ist weder gemeint, dass Phänomene scheinbar unabhängig von anderen existieren noch dass sie überhaupt nicht existieren (Nihilismus).

    Das was Du meinst ist schlicht "Berücksichtigung von sozialen Aspekten" bei der Auswahl von Tickets für ein Event.

    fotost:

    Da haben wir etwas unterschiedliche Einstellungen. Ich verstehe, daß der mittlere Weg Ausdruck einer grundsätzlichen Idee ist. Für mich ist er aber auch (und meist mehr) praktische Lebenshaltung, etwa auch das was Du Berücksichtigung sozialer Aspekte nennst.Den ersten Schritt auf dem buddhistischen mittleren Weg ist für mich die maßvolle Essensannahme des Siddhartha nach Jahren sinnlosen Fastens. Das kann man auch als Berücksichtigung ernährungskundlicher Erfahrungen bei der Festlegung einer Diät nennen.

    Da sprach der Erhabene zu den fünf Mönchen: "Zwei Extreme, Mön­che, gibt es, denen sich ein Hauslo­ser nicht hingeben soll­te. Welche zwei? [*] Das ist einerseits das an die Lust des Begeh­rens nach Sinnesobjekten sich hingeben, dem Niedrigen, Gemei­nen, Gewöhnli­chen, Unedlen, Sinnlosen [*]und andererseits das an die Selbstqual sich hingeben, dem Leid­vollen, Unedlen, Sinnlo­sen,diese (beiden) Extreme, Mönche, vermieden habend, hat der Vollendete den mittleren Pfad er­kannt, den Einsicht gebenden, wissend machenden, der zur Beruhi­gung, Weisheit, Erkenntnis, Nibbāna führt.Predigt von Benares - Dhammacakkappavattana-Sutta

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (27. September 2013 um 22:21)

  • fotost
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    • 27. September 2013 um 22:19
    • #2

    Nur zur Info, dieses Thema ist eine Ausgliederung von http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=14&t=12206 (wobei ich die Verantwortung auf mich nehme bei diesem Thread etwas weit von Thema abgekommen zu sein :D )

    Hallo Matthias,

    schade, daß die Formatierung beim Zitieren verlorengegangen ist. Macht die Sache etwas schwer zu lesen und stört einige Sinnzusammenhänge.

  • Elliot
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    • 27. September 2013 um 22:27
    • #3
    Matthias65:

    Was bedeutet das für Euch ?

    Der mittlere Weg bedeutet, dass alle Phänomene leer von einer eigenständigen Existenz sind. Es ist weder gemeint, dass Phänomene scheinbar unabhängig von anderen existieren noch dass sie überhaupt nicht existieren (Nihilismus).


    Das scheint mir zu sein, was der Philosoph Nagarjuna unter Mittlerem Weg versteht.

    fotost:

    Da sprach der Erhabene zu den fünf Mönchen: "Zwei Extreme, Mön­che, gibt es, denen sich ein Hauslo­ser nicht hingeben soll­te. Welche zwei? [*] Das ist einerseits das an die Lust des Begeh­rens nach Sinnesobjekten sich hingeben, dem Niedrigen, Gemei­nen, Gewöhnli­chen, Unedlen, Sinnlosen [*]und andererseits das an die Selbstqual sich hingeben, dem Leid­vollen, Unedlen, Sinnlo­sen,diese (beiden) Extreme, Mönche, vermieden habend, hat der Vollendete den mittleren Pfad er­kannt, den Einsicht gebenden, wissend machenden, der zur Beruhi­gung, Weisheit, Erkenntnis, Nibbāna führt.Predigt von Benares - Dhammacakkappavattana-Sutta


    Und das scheint mir die Definition aus dem Palikanon zu sein.

    Zitat

    "'Man sollte nicht nach dem Glück der Sinnesvergnügen trachten, welches niedrig, gewöhnlich, grob, unedel und unheilsbringend ist; und man sollte nicht nach Selbstkasteiung trachten, welche schmerzhaft, unedel und unheilsbringend ist.' So wurde gesagt. Und wovon abhängig wurde dies gesagt?"

    "Das Trachten nach der Freude desjenigen, dessen Glück mit Sinnesgier verbunden ist - niedrig, gewöhnlich, grob, unedel und unheilsbringend - ist ein Zustand, der von Leid, Ärger, Verzweiflung und Fieber umringt ist, und es ist der falsche Weg. Loslösung vom Trachten nach der Freude desjenigen, dessen Glück mit Sinnesgier verbunden ist - niedrig, gewöhnlich, grob, unedel und unheilsbringend - ist ein Zustand, frei von Leid, Ärger, Verzweiflung und Fieber, und es ist der richtige Weg."

    "Das Trachten nach Selbstkasteiung - schmerzhaft, unedel und unheilsbringend - ist ein Zustand, der von Leid, Ärger, Verzweiflung und Fieber umringt ist, und es ist der falsche Weg. Loslösung vom Trachten nach Selbstkasteiung - schmerzhaft, unedel und unheilsbringend - ist ein Zustand, frei von Leid, Ärger, Verzweiflung und Fieber, und es ist der richtige Weg."

    "Also geschah es in Abhängigkeit von diesem, daß gesagt wurde: ' Man sollte nicht nach dem Glück der Sinnesvergnügen trachten, welches niedrig, gewöhnlich, grob, unedel und unheilsbringend ist; und man sollte nicht nach Selbstkasteiung trachten, welche schmerzhaft, unedel und unheilsbringend ist."

    "'Der Mittlere Weg, der vom Tathāgata entdeckt wurde, vermeidet beide Extreme; er gibt Schauung, gibt Wissen, er führt zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zu Nibbāna.' So wurde gesagt. Und wovon abhängig wurde dies gesagt? Es ist eben dieser Edle Achtfache Pfad; nämlich Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise, Richtige Anstrengung, Richtige Achtsamkeit, Richtige Konzentration. Also geschah es in Abhängigkeit von diesem, daß gesagt wurde: 'Der Mittlere Weg, der vom Tathāgata entdeckt wurde, vermeidet beide Extreme; er gibt Schauung, gibt Wissen, er führt zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zu Nibbāna.'"

    (MN 139)

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    Viele Grüße
    Elliot

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  • Arnold
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    • 28. September 2013 um 08:58
    • #4

    Der mittlere Weg ist wie ein Fluss, in dem sich links und rechts Steine befinden. Gerät man ausversehen, oder durch Unachtsamkeit weit nach außen, prallt man gegen Jene und man kommt vom Kurs ab.
    Indem man das abdriften (Extreme vermeiden) verhindert, bleibt man mittig und so kann man ungestört dem Flusslauf folgen.

  • Matthias65
    Gast
    • 28. September 2013 um 12:57
    • #5

    Es scheint wohl tatsächlich mehrere "mittlere Wege" zu geben.
    Nicht nur den philosophisch formulierten Weg nach Nagarjuna,
    Der Dalai Lama hat in einem Interview folgendes zum "mittleren Weg" gesagt:
    "Wenn es um den Konflikt zwischen China und Tibet geht, darf es keinen Gewinner und
    Verlierer geben, sondern es muss ein Kompromiss gefunden werden, mit denen
    beide Völker leben können" (sinngemäß zitiert).

  • fotost
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    • 28. September 2013 um 13:30
    • #6
    Matthias65:

    Es scheint wohl tatsächlich mehrere "mittlere Wege" zu geben.
    ....

    Hmmmm. Vielleicht gibt es so viele mittlere Wege, wie es Wesen gibt?

    Ist der mittlere Weg einer Gazelle der mittlere Weg eines Löwen? (Oder biologisch korrekter einer Löwin? Löwen liegen meist nur rum und warten, bis Löwinnen etwas erbeutet haben und nehmen ihr dann das Futter weg)

    Was ist mein mittlerer Weg? Gibt es so etwas wie eine normative buddhistische Sozialethik?

    Für mich war ein Zugangsweg zum Buddhismus, daß die Verhaltensregeln (Silas) nicht als von außen kommender (göttlicher) Befehl formuliert wurden, sondern als Vorschlag, als Aufforderung zum Nachdenken oder Weiterdenken.

    Zitat


    pāṇâtipātā veramaṇī sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten.

    adinnādānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was mir nicht gegeben wird.

    kāmesu micchācāra veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszuüben.

    musāvādā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.

    surā meraya majja pamādatthānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.

    Alles anzeigen

    _()_

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 28. September 2013 um 19:59
    • #7
    fotost:


    pāṇâtipātā veramaṇī sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten.

    Wenn ich mir das so ganz ruhig anschaue, dann kann es keine verschiedenen mittleren Wege geben. Das würde bei dem 1. Sila ja bedeuten, dass ich nicht allzu viele Lebewesen töte, solange ich noch übe bleiben einige aber noch auf der Strecke.

    Oder hier

    Zitat

    adinnādānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was mir nicht gegeben wird.

    Wenn ich mich darin übe, dann nehme ich eben doch noch so einiges, was mir nicht gegeben wird, oder?

    Zitat

    kāmesu micchācāra veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszuüben.

    Hin und wieder ein bisschen ausschweifende sinnliche Handlungen, da ich ja noch übe?

    Zitat

    musāvādā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.

    surā meraya majja pamādatthānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.

    Nicht zu lügen, war schon immer mein Ideal und Wohlwollen wächst bei mir mit zunehmendem Alter. :D
    Ein kleines Glas Wein verwirrt mich noch nicht und mein Bewusstsein ist auch nicht getrübt. Ist das nicht die Mitte? :grinsen:

    Für mich bedeutet der Mittlere Weg, all diese Empfehlungen so weit bei mir durchzusetzen, wie es mir irgend möglich ist, ohne mich selbst zu drangsalieren.
    Für mich ist deshalb der Mittlere Weg immer noch ein hoch angesetzter Weg, der schwer zu gehen ist, wenn er konsequent gelebt werden soll. Er bedeutet Entschlossenheit und Aufrichtigkeit.

    Matthias:
    Was die Aussage des Dalai Lama betrifft, ist das ja nichts Anderes als Diplomatie. Die ist sowieso notwendig, denn weder werden die Amerikaner in Tibet einmarschieren, um sie vor China zu retten, noch werden die westlichen Industrienationen auf den chinesischen Markt verzichten wollen.

    _()_ Monika

  • Jikjisa
    Gast
    • 28. September 2013 um 21:25
    • #8

    Moni, es gibt ja ganz viele Laien. Üben ist da nicht das Schlechteste.
    Ich kenn einige, die zerfressen sich mit Schuldgefühlen weil sie die 5 Sila nicht einhalten können.
    Da kommen auch manchmal noch ganz andere verquere Haltungen an den Tag.
    Es gibt z.B. Leute mit denen man kein Wort über Dritte sprechen kann, selbst wenn es für Vierte durch Dritte
    zu Gewalt u.ä. kommt. Man kann also nicht einmal ein Vorgehen in dieser Sache besprechen.
    Durch "äußerlichen" Dogmatismus wird viel Schaden angerichtet.

  • Matthias65
    Gast
    • 28. September 2013 um 22:35
    • #9
    MonikaMarie1:

    Was die Aussage des Dalai Lama betrifft, ist das ja nichts Anderes als Diplomatie

    Ja, wobei Diplomatie voraussetzt, dass ein Dialog stattfindet, was zur Zeit ja nicht der Fall ist (jedenfalls nicht auf höchster Ebene).
    Wirkliche Diplomatie wäre dann in der Tat ein "mittlerer Weg" (die Mitte zwischen gar nicht miteinander reden und Krieg führen.

  • Tarik
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    15. September 2013
    • 29. September 2013 um 09:17
    • #10
    MonikaMarie1:
    fotost:


    pāṇâtipātā veramaṇī sikkhāpadaṃ samādiyāmi

    Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten.

    Wenn ich mir das so ganz ruhig anschaue, dann kann es keine verschiedenen mittleren Wege geben. Das würde bei dem 1. Sila ja bedeuten, dass ich nicht allzu viele Lebewesen töte, solange ich noch übe bleiben einige aber noch auf der Strecke.

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieser (englische) Link so funktioniert: http://books.google.de/books?id=8cbrS…epage&q&f=false
    Falls nicht und als kurze deutsch Zusammenfassung: Es gibt eine Geschichte in der Buddha in einer früheren Inkarnation Kapitän von einem Schiff ist, welches von einem Piraten angegriffen worden ist. Der hat gedroht alle 500 Personen an Bord umzubringen. Er hat sich dazu entschieden den Piraten zu töten (und hat damit gegen das 1. Sila verstoßen) um die anderen Personen zu retten.

    Es gibt verschiedene solche Geschichten, welche zeigen, dass es kaum eine Regel gibt, welche ohne Ausnahme befolgt werden sollte und dass Extreme in der Regel nicht hilfreich sind.

    Vielleicht geht es bei Konfliktlösung auch nicht so sehr um Gewinner und Verlierer sondern um das finden einer friedlichen Lösung. Wenn jede Seite nur Beschuldigungen gegen die andere hervorbringt klappt das nicht, sondern steigert nur Aggressionen und/oder Ängste. Ich könnte mir schon vorstellen, dass der Dalai Lama das wirklich genau so meint wie er es gesagt hat. Das bedeutet nicht, dass er ignoriert was passiert ist, aber für die Zukunft hilft es nicht Gewalt, Zerstörung oder Verleumdung in den Vordergrund zu stellen.

    Jikjisa:

    Durch "äußerlichen" Dogmatismus wird viel Schaden angerichtet.

    Grad bei Religion oder Themen bei denen es um Ethik geht entsteht oft so etwas wie eine "religiöse Arroganz". Religiöse Hausierer, welche alle vor der Hölle bewahren wollen. Vegetarier, welche alle anderen um jeden Preis zu Vegetarier machen wollen. Hard-Core energiesparer, welche über alle schimpfen, welche im Winter keinen Wollpulover tragen und die Heizung runter drehen usw.

    Immer wenn ein Gefühl von Selbstgerechtigkeit (stimmt das Wort so? self-righteousness...) aufkommt ist das ein gutes Zeichen, dass man den mittleren Weg verlassen hat.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 09:41
    • #11
    Jikjisa:

    Moni, es gibt ja ganz viele Laien. Üben ist da nicht das Schlechteste.
    Ich kenn einige, die zerfressen sich mit Schuldgefühlen weil sie die 5 Sila nicht einhalten können.
    Da kommen auch manchmal noch ganz andere verquere Haltungen an den Tag.
    Es gibt z.B. Leute mit denen man kein Wort über Dritte sprechen kann, selbst wenn es für Vierte durch Dritte
    zu Gewalt u.ä. kommt. Man kann also nicht einmal ein Vorgehen in dieser Sache besprechen.
    Durch "äußerlichen" Dogmatismus wird viel Schaden angerichtet.

    Hi Jikjisa, mir ging es nicht darum, die Formulierung "übt sich" zu kritisieren, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass diese freundliche Formulierung keineswegs zu Halbherzigkeit führen darf, sondern sehr ernst gemeint ist. Es könnte jemand auf die Idee kommen, dass das alles gar nicht "so schlimm ist" und sich innerhalb dieser Halbherzigkeit noch einen "Mittleren Weg" zu suchen. Wenn der Buddha in anderen Lehrreden darauf hinweist, dass Hölle, schreckliche Tiergeburten oder sonstwas auf uns warten, wenn wir gegen die Silas verstoßen, dann kann es für mich keinen Mittleren-Schmuse-Weg geben. Und gerade Anfänger sind häufig auf Askese "scharf" bis sie merken, ob das was für sie ist oder nicht. So jedenfalls meine Erlebnisse mit Anfängern, die sich geißeln bis zum "geht nicht mehr".

    Der Mittlere Weg bezieht sich auf die Extreme zwischen Askese und natürlicher sinnvoller Praxis.
    _()_ Monika

  • Jikjisa
    Gast
    • 29. September 2013 um 13:29
    • #12
    Zitat

    sich innerhalb dieser Halbherzigkeit noch einen "Mittleren Weg" zu suchen

    Weiß ich doch, daß Du das so gemeint hast :)
    "Bei uns" heißt es generell: I vow to.../ I vow abstain from...
    z.b: I vow to honor the sutras and moral codes

    oder: I vow to abstain from violence and vengefulness


    Zitat

    12. "Cunda, nun sollte Selbstentsagung von dir so geübt werden:

    "Andere werden grausam sein; da wollen wir nicht grausam sein [4]': so sollte Selbstentsagung geübt werden."

    "Der Geist sollte so geneigt sein: 'Andere werden grausam sein; da wollen wir nicht grausam sein."

    "Jemand, der der Grausamkeit verfallen ist, kann sie mit Nicht-Grausamkeit vermeiden."

    "Jemand, der der Grausamkeit verfallen ist, kann sie mit Nicht-Grausamkeit auslöschen"

    Alles nicht so einfach, was ? --- besonders für HaushälterInnen.
    Ohne Medi gehts eh nicht. Siehe: Mara s Köder im Sutten-Forum.

    Liebe Grüße
    "Jikjisa"

  • Matthias65
    Gast
    • 29. September 2013 um 13:53
    • #13
    MonikaMarie1:

    Der Mittlere Weg bezieht sich auf die Extreme zwischen Askese und natürlicher sinnvoller Praxis.

    Wobei die Askese das eine Extrem ist und gar nicht zu praktizieren das andere Extrem.

  • BhuddaDerNormale
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    29. September 2013
    • 29. September 2013 um 14:44
    • #14

    man kanns auch übertreiben, heißt das für mich

  • boehnchen
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    • 29. September 2013 um 15:48
    • #15

    Wenn du unsicher bist was den mittleren Weg anbelangt - dann versuche einfach den Dalai Lama zu kopieren, zu modellieren - in deinem Geist; dann spürst sofort was mit 'mittlerer Weg' gemeint ist.
    oder?

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 16:02
    • #16
    Tarik:

    [
    ...
    Falls nicht und als kurze deutsch Zusammenfassung: Es gibt eine Geschichte in der Buddha in einer früheren Inkarnation Kapitän von einem Schiff ist, welches von einem Piraten angegriffen worden ist. Der hat gedroht alle 500 Personen an Bord umzubringen. Er hat sich dazu entschieden den Piraten zu töten (und hat damit gegen das 1. Sila verstoßen) um die anderen Personen zu retten.

    Es gibt verschiedene solche Geschichten, welche zeigen, dass es kaum eine Regel gibt, welche ohne Ausnahme befolgt werden sollte und dass Extreme in der Regel nicht hilfreich sind.

    Da diese Geschichte nicht von Buddha kommt (nehme ich an), hat sie für mich auch nichts mit dem zu tun, was Buddha den "Mittleren Weg" meinte. Was Andere da hineininterpretieren oder welche Ausnahmen für sie gelten mögen, ist kein Beweis für ihre Berechtigung. Das ist für mich Verwässerung. Und insofern muss das ja jeder für sich selbst entscheiden.

    Zitat

    Vielleicht geht es bei Konfliktlösung auch nicht so sehr um Gewinner und Verlierer sondern um das finden einer friedlichen Lösung. Wenn jede Seite nur Beschuldigungen gegen die andere hervorbringt klappt das nicht, sondern steigert nur Aggressionen und/oder Ängste. Ich könnte mir schon vorstellen, dass der Dalai Lama das wirklich genau so meint wie er es gesagt hat. Das bedeutet nicht, dass er ignoriert was passiert ist, aber für die Zukunft hilft es nicht Gewalt, Zerstörung oder Verleumdung in den Vordergrund zu stellen.

    Der Dalai Lama fühlt sich seinem leidenden Volk verpflichtet. Er erfüllt deren Erwartungen. Ich respektiere ihn. Um ihn geht es mir auch gar nicht. Aber für die friedvolle Lösung von Problemen auf der Welt gibt es genügend Friedensforscher, Friedensstifter, Friedenspolitiker, Friedensorganisationen. Dazu braucht es die Lehre vom Mittleren Weg nicht. Die ist auch ohne den Buddhismus bekannt. Das nennt sich dann Kompromisse schließen, aus Vernunft Zugeständnisse machen, Geduld, Warten.

    Zitat

    Immer wenn ein Gefühl von Selbstgerechtigkeit (stimmt das Wort so? self-righteousness...) aufkommt ist das ein gutes Zeichen, dass man den mittleren Weg verlassen hat.

    Wann und wo erscheint dieses Gefühl? Das kann auch nur jeder mit sich selbst abmachen. Auf jeden Fall hat der Buddha klare Aussagen gemacht. Der Mittlere Weg bezieht sich nur auf jene, die übertrieben die Praxis aufnehmen, also gerichtet an Asketen und Mönche und Nonnen, nicht aber an Haushälter, denn die müssten ja dann Haus und Hof verlassen, ungesund fasten und sich womöglich geißeln. Aber dann sind es keine Haushälter mehr.

    _()_ Monika

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 16:06
    • #17
    Matthias65:
    MonikaMarie1:

    Der Mittlere Weg bezieht sich auf die Extreme zwischen Askese und natürlicher sinnvoller Praxis.

    Wobei die Askese das eine Extrem ist und gar nicht zu praktizieren das andere Extrem.

    Och, Völlerei - also das andere Extrem - wird auch praktiziert - sogar von Mönchen, gesoffen und gehurt, Kinder geschändet ...
    _()_

  • Tarik
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    15. September 2013
    • 29. September 2013 um 16:52
    • #18

    @Monika Ich war mir nicht sicher, ob ich dich verärgert habe. Falls das so ist möchte ich mich entschuldigen. Es war keinesfalls gegen dich gerichtet oder als Angriff gemeint.

    MonikaMarie1:


    Da diese Geschichte nicht von Buddha kommt (nehme ich an), hat sie für mich auch nichts mit dem zu tun, was Buddha den "Mittleren Weg" meinte.

    Ich nehme an du meinst damit, dass es nicht aus dem Pali-Kanon stamt. Das stimmt wohl, alle weiteren Interpreationen zum mittleren Weg sind wohl nur Mahayana-Stuff (wie es an anderer Stelle mal formuliert worden ist ;)) Du kannst es also getrost ignorieren. Nochmals Entschuldigung wenn ich dich verärgert habe.

  • Matthias65
    Gast
    • 29. September 2013 um 17:43
    • #19
    MonikaMarie1:

    Och, Völlerei - also das andere Extrem - wird auch praktiziert - sogar von Mönchen, gesoffen und gehurt, Kinder geschändet ...

    Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von dem Wort "Praktizieren".
    Wenn ich von Praktizieren rede, meine ich die buddhistische Praxis.
    "Völlerei" ist für mich daher gleichbedeutend mit "gar nicht praktizieren".

    Oben hattest Du aber vergessen, das andere Extrem überhaupt zu erwähnen. Darauf wollte ich eigentlich hinaus.

  • Jikjisa
    Gast
    • 29. September 2013 um 18:03
    • #20

    Tarik:

    Zitat

    Immer wenn ein Gefühl von Selbstgerechtigkeit (stimmt das Wort so? self-righteousness...) aufkommt ist das ein gutes Zeichen, dass man den mittleren Weg verlassen hat.

    Auf jeden Fall. Man könnte auch von Trägheit sprechen-oder Nachlässigkeit.

    Welche Jātakam nun stimmen oder nicht, ob im Mahayana oder Theravada, düfte sich unserer Kenntnis entziehen und ist auch ziemlich egal - jedenfalls für Sati-Sila-Samadhi. Hier sollte man wirklich eine gewisse Schlichtheit und Pragmatismus bewahren, allerdings unter dem Betrachtungsmodus. Dafür allerdings braucht es viel Ruhe und Konzentration und Klarheit.

    Mit freundlichen Grüßen !

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 19:10
    • #21
    Tarik:

    @Monika Ich war mir nicht sicher, ob ich dich verärgert habe. Falls das so ist möchte ich mich entschuldigen. Es war keinesfalls gegen dich gerichtet oder als Angriff gemeint.

    ... Nochmals Entschuldigung wenn ich dich verärgert habe.

    Oh nein, auf keinen Fall hast Du mich verärgert, Tarik. Es tut mir leid, wenn ich den An-Schein erwecke. Ich re-agiere nur mit meinen Gedankengängen auf das Geschriebene, wenn ich das für wichtig halte. Das ist alles :D
    _()_ Monika

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 19:13
    • #22
    Matthias65:

    Oben hattest Du aber vergessen, das andere Extrem überhaupt zu erwähnen. Darauf wollte ich eigentlich hinaus.

    Ich hatte das nicht vergessen, ich wusste nur zu dem Zeitpunkt nicht, wie ich das andere Extrem formulieren soll :D
    Dennoch ist der Mittlere Weg eben nicht zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt, sondern zwischen extrem lasch praktizieren (ein bisschen zu meditieren, ohne tiefer einzudringen) und extrem hart praktizieren (sich sehr quälen, um egolos zu werden). Und ich bleibe dabei: es betrifft nicht die Hausleute, sondern die Rede war an die Asketen gerichtet.

    _()_ Monika

  • Matthias65
    Gast
    • 29. September 2013 um 19:21
    • #23
    MonikaMarie1:

    Dennoch ist der Mittlere Weg eben nicht zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt, sondern zwischen extrem lasch praktizieren (ein bisschen zu meditieren, ohne tiefer einzudringen) und extrem hart praktizieren (sich sehr quälen, um egolos zu werden).

    Kannst Du Dich nicht damit anfreunden, dass es mehrere "mittlere Wege" geben könnte und nicht nur den, den Du beschreibst ?

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. September 2013 um 21:28
    • #24
    Matthias65:


    Kannst Du Dich nicht damit anfreunden, dass es mehrere "mittlere Wege" geben könnte und nicht nur den, den Du beschreibst ?


    Hi Matthias,
    warum soll ich mich damit anfreunden? Ich kann aber akzeptieren, dass Du und andere dies anders sehen und den Buddha da anders interpretieren als ich.
    Damit hab ich kein Problem :D
    Es können doch mehrere verschiedene Antworten nebeneinander bestehen bleiben, oder?

    Schließlich stellst Du doch eine Frage http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?…=235355#p235259
    und darauf hab ich geantwortet.
    _()_ Monika

  • Matthias65
    Gast
    • 30. September 2013 um 07:07
    • #25
    MonikaMarie1:

    Es können doch mehrere verschiedene Antworten nebeneinander bestehen bleiben, oder?

    Ja, das hast Du besser formuliert. Jeder muss für sich seine Antwort suchen und finden, was für ihn der mittlere Weg bedeutet.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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