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Linien im tibetischen Buddhismus

  • Tendzin
  • 10. Juli 2013 um 20:08
  • Zum letzten Beitrag
  • VOOM108
    Gast
    • 11. Juli 2013 um 19:36
    • #26
    Zitat

    zur korrektur noch: erleuchtung heißt nicht kein karma zu haben, sondern kein neues anzuhäufen. interessant ist aber, dass man zu dem weg dorthin heilvolles karma benötigt. kurz gefasst: nur ein glücklicher geist hat die fähigkeit sich selbst zu erkennen.


    Hmm, das sehe ich teilweise anders... ;)

    Zitat

    erleuchtung heißt nicht kein karma zu haben, sondern kein neues anzuhäufen.


    Das ganze Konzept von Karma ist an einen Kondensationspunkt namens "Ich" gebunden. Wo kein "Ich" ist, ist auch kein Karma. Deswegen ist ein Buddha frei von Karma. Das heisst aber nicht, dass er vom Ursache-Wirkungs-Prinzip ausgenommen wäre. Es ist nur niemand mehr da, der das persönlich nehmen könnte ;) Ein weiterer Punkt ist, dass so die Handlung eines Buddha frei ist von "Ich tue etwas für Dich" oder "Ich tue etwas mit Dir". Es ist einfach ein Fluss von Handlungen, die aus sich selbst heraus nützlich sind, weil sie nicht von einem Ich ausgehen sondern vom Raum selbst - auch wenn das für Aussenstehende nicht immer zu erkennen ist.

    Zitat

    kurz gefasst: nur ein glücklicher geist hat die fähigkeit sich selbst zu erkennen


    Grundsätzlich ist es sicher schon richtig, dass es so leichter ist, als wenn man alle Hände voll zu tun hat, die Dämonen abzuwehren. Aber wenn man zu viel gutes Karma hat, ist das auch nicht gut. Götter haben es sogar eher schwerer mit der Erleuchtung, als z.B. ein Hungergeist, weil sie keine Motivation haben, etwas an ihrer Situation zu verändern. Ideal ist aber eben gerade der menschliche Zustand, und auch dann nur, wenn es eine vernünftige Balance gibt zwischen guten Bedingungen und Leidensdruck.

    Es gibt nun einen sehr langen und einen sehr schnellen Weg, frei von Karma zu werden. Der lange ist, von der Ebene des Karmas her zu arbeiten. Der kurze Weg ist, das "Ich" aus dem Weg zu räumen, auf den sich das Karma bezieht. Arbeitet man mit dem Karma, gibt es eigentlich kein Ende, da kommt immer was nach, und wenn es nicht mehr individuell ist, dann rückt kollektives Karma nach. Löst man aber das "Ich" als Bezugspunkt auf, ist SOFORT alles Karma bedeutungslos, weil es keinen Kondensationsmittelpunkt mehr findet.

  • Angulimala
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    98
    Mitglied seit
    17. April 2013
    • 12. Juli 2013 um 11:20
    • #27
    Zitat

    Der kurze Weg ist, das "Ich" aus dem Weg zu räumen, auf den sich das Karma bezieht. Arbeitet man mit dem Karma, gibt es eigentlich kein Ende, da kommt immer was nach, und wenn es nicht mehr individuell ist, dann rückt kollektives Karma nach. Löst man aber das "Ich" als Bezugspunkt auf, ist SOFORT alles Karma bedeutungslos, weil es keinen Kondensationsmittelpunkt mehr findet.

    Das ist zwar OT,
    dennoch:
    Im Falle deiner hoffentlich baldigen Erleuchtung ;-), bleiben dir die mit den Skandhas verbundenen karmischen Aktivitäten erhalten. Sie erlöschen erst mit deren Zerfall, also dem physischen Tod. Wie auch immer der aussehen wird. Beim historischen Buddha kamen noch einige Dinge nach. Krankheit, Alter und Tod zB. Beim Buddha spricht man von starken Rückenschmerzen und mehreren schweren Krankheiten, die allesamt altes Karma waren. Sein geistiger Zustand war zwar soweit, daß er sich nicht mehr damit identifizierte, sprich, er konnte nicht mehr daran Leiden. Aber die Ursachen dafür waren in seinem Geiststrom enthalten. Das hat er mehrmals betont. Das bedeutet auch, daß Karma sich nicht auf ein Ego bezieht, sondern es kommt aus dem Speicherbewusstsein.
    Alles in Samsara ist Karma. Solange Kontakt zu Samsara besteht, wirkt auch Ursache/Wirkung. Auch befreite Menschen, die also die Egoillusion überwunden haben, unterliegen noch einigen karmischen Schleiern. Aus tib. -Buddhistischer Sicht ist Befreiung die Arhatschaft, und das bedeutet die das Ego als Illusion zu erkennen. Erleuchtung bedeutet darüber hinaus, auch die Illusion der äusseren Objekte zu erkennen.
    Aber es stimmt, daß ab der Befreiung kein negatives Karma mehr angehäuft wird, die bereits vorhandenen karmischen Schleier bleiben aber durchaus bestehen und müssen weiter beseitigt werden. Da durchläuft man dann die verschiedenen Bhumis, bzw Bodhisattvastufen, wo spezifische Hindernisse überwunden werden.

    Von einem kollektivem Karma, habe ich im Dharma bisher noch nie was gehört. Das wäre auch unlogisch, denn sonst könnten wir uns ja gar nicht individuell Erleuchten, sondern wir müssten dann ja auf alle anderen warten. Oder was meinst du mit kollegtivem Karma?
    Ich kann mir vorstellen, daß es Karmas gibt, wo viele Wesen mit sehr ähnlichen geistigen Eindrücken eng miteinander verstrickt sind. Zb in einem Fischschwarm oder Zwillinge etc. Aber genau genommen, sind das immer Einzelkarmas.

  • VOOM108
    Gast
    • 12. Juli 2013 um 12:14
    • #28
    Zitat

    Alles in Samsara ist Karma. Solange Kontakt zu Samsara besteht, wirkt auch Ursache/Wirkung.


    Schau mal, was ich oben geschrieben habe ;)
    "Deswegen ist ein Buddha frei von Karma. Das heisst aber nicht, dass er vom Ursache-Wirkungs-Prinzip ausgenommen wäre. Es ist nur niemand mehr da, der das persönlich nehmen könnte"

    Aber Du schreibst von Samsara... Ich rede von der Ebene: Samsara und Nirvana sind ungetrennt...

    Zitat

    Aber es stimmt, daß ab der Befreiung kein negatives Karma mehr angehäuft wird, die bereits vorhandenen karmischen Schleier bleiben aber durchaus bestehen und müssen weiter beseitigt werden. Da durchläuft man dann die verschiedenen Bhumis, bzw Bodhisattvastufen, wo spezifische Hindernisse überwunden werden.


    Das ist der stufenweise Weg; im Sinne von Mahamudra oder Dzogchen sieht das aber ganz anders aus. Das ist das, worauf ich mich bezogen habe. Indem ich direkt auf die Essenz oder Natur der Dinge schaue, erkenne ich deren Leerheit; ist das "Ding", auf das ich schaue, mein "Ich", erkenne ich auch dessen Leerheit. In aller Konsequenz bedeutet das auch, dass es keine Hindernisse mehr gibt. Nur selbst-befreite Erscheinungen. Wenn Du mal in Gampopas "Juwelenschmuck der Befreiung" schaust, dann ist die Idee der Bodhisattva-Stufen nicht die höchstmögliche Sicht. Unendliche Kalpas von Bodhisattva-Aktivität können nicht einen kurzen Augenblick wirklicher reiner Sicht ersetzen.
    Von einem gewissen Standpunkt aus machen Konzepte wie Bhumis Sinn. Aber es bleiben Konzepte. Man kann die Bhumis auch im Bruchteil einer Sekunde hoch und wieder runter durchlaufen oder gleich von der ersten auf die 10. hüpfen ;)

    Zitat

    Von einem kollektivem Karma, habe ich im Dharma bisher noch nie was gehört. Das wäre auch unlogisch, denn sonst könnten wir uns ja gar nicht individuell Erleuchten, sondern wir müssten dann ja auf alle anderen warten. Oder was meinst du mit kollegtivem Karma?


    Nein, das meine ich nicht mit kollektivem Karma. Das wäre in der Tat nicht nur buddhistisch gesehen falsch, sondern auch schlichtweg unlogisch.
    Es geht mir mehr um den Punkt der Identifikation. Wenn ich als Tropfen im Ozean mich nicht mehr mit dem Tropfen identifiziere, sondern mit dem Ozean, dann bin ich eins mit unzähligen Tropfen, aber immer noch an Ursache und Wirkung gebunden. Natürlich führt ein ganz individueller Weg genau diesen Tropfen in genau der Zusammensetzung genau da in diesen Ozean. Als Nächstes könnte sich der frühere Tropfen mit "Wasser" identifizieren. Dann ist er auf einmal überall im Universum in verschiedener Ausdrucksform präsent - aber immer noch mit einem begrenzten Prinzip verbunden. Erst wenn "Identifikation" komplett aufhört gibt es keinen Kondensationspunkt mehr für Karma jeglicher Art.
    Wenn ich einen menschlichen Körper habe und behalte, ist dieser Ursache-Wirkungs-Prinzipien "kollektiver Art" unterworfen. Er ist zusammengesetzt, also fällt er auch wieder auseinander. Aber wenn der darin wohnende Buddha sich mit dem Ganzen identifiziert bzw. gar nicht mehr identifiziert, dann ist dieser Fluss von Veränderungen nicht in dem Sinne "karmisch" weil da kein Ich ist, das diese Veränderungen auf sich beziehen könnte.

  • Angulimala
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    17. April 2013
    • 12. Juli 2013 um 13:10
    • #29

    Ach so meinst du das. Gut, dann sind wir uns einig.

  • Kalden Yungdrung
    Gast
    • 6. Dezember 2013 um 09:15
    • #30
    Tendzin:

    Wenn ein bedeutender tibetischer Lama z.B. ein Karmapa wiedergeboren wird, wird dann vermutet, dass der "neue" Lama die gleiche Person ist, wie der "alte" Lama oder würde man eher sagen, dass die Person, die seine Nachfolge antritt (in weiser Vorausschau des vorherigen Lamas) am besten für seine Aufgaben geeignet sind?


    Tashi delek Tenzin,

    Wir nennen so etwas Tulku und es ist einen Nirmanaka Form.

    Nirmanakayas sind auch emantionen von einem Sambhogakaya Form.
    Die meisten hohen tibetischen Rinpoches sind meistens emanationen von Chenrezig oder Avaloketeshvara = Compassion
    Aber Jampal Djang / Manjushri ist auch sehr beliebt, es ist the Wisdom Aspekt

    Es ist der Geist Aspekt was hier reinkarniert im Körper. Der Körper vergeht aber der Geist geht immer weiter. Dies weil Chenrezig dies sich vorgenommen hatte, es so zu machen.

    Die Tulkus suchen sich schon im Leben eine Familie aus wo sie finden das es am besten ist um wieder da zu sein.

    Es wieder aber fleissig gemogelt und getrixt in die tibetische Traditionen mit Tulku hier und da.
    Grund so wie immer unter die Tibeter:

    - Politik
    - Strategie
    - Diplomatie


    Ein Beispiel:

    Die Gelug hatte mal den Panchen lama innerhalb eines Bön Clan "reinkarnieren lassen" :shock:
    Jetst hat Bón und der Panchen Lama wirklich damals wenig miteinander am Hut.
    Der Clan glaube es war den Shen clan, (wir haben 5 clans) verweigerte seitdem die Ünterstutzung an diesem Kloster.

    Die Gelug hatte Jonang Tarantha wieder zwischen die Kalmuk Mongolen gefunden. Diese Mongolen waren sehr gut befreundet mit Gelug. Es waren die gelug die diese und andere Mongolen zur Vajrayana hatten bekehrt. Man sollte auch wissen das die Gelug alle Jonang Kloster hatten konfiskiert weil Jonagn Shentong und nicht Rangtong als filosofie hatten. Gelug pushed with violence Prasangika Madyamika (Rangtong).

    So sieht man mal wieder das Tulku und Tulku 2 oder mehr ist. :shock:


    Source: Alaya Vinjana - Tibetan allgemeine Geschichte
    Author: Mind

    Mutusg marro
    KY

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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