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tiefgehende buddhistische Fachliteratur gesucht

  • ticav
  • 22. Juni 2013 um 02:54
  • Zum letzten Beitrag
  • Tashili
    Gast
    • 30. Juni 2013 um 12:25
    • #26

    Oh, wie schön, ein Familienthema :)

    Warum hast du wieder Kontakt zu deiner Familie? Das scheint dich ziemlich herauszufordern.

    Gnädiger mit sich selbst sein heißt manchmal, sich zu lösen von Verstrickungen, die einem schaden.

    Viel gutes wünsche ich dir auf deinem weg!!

  • Mirco
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    5. September 2011
    • 1. Juli 2013 um 08:16
    • #27
    ticav:


    Also: ich werde jedes Jahr zu Weihnachten und zum Geburtstag von meinen Omas, meiner Mutter + ihrem Mann beschenkt. Gerade zu Weihnachten gibt es alljährlich viel Gestreite mit meiner Mutter drum. Habe ihr schon oft gesagt, dass ich darauf lieber verzichten würde, und das man doch bitte schön an gemeinnützige Organisationen spenden soll. Habe darüber auch mal direkt mit der einen Oma, die schon fast 90 Jahre ist, gesprochen, die aber meinte, es wäre ihr egal, wofür ihre Enkelkinder das verwenden, und sie hätte nichts dagegen, wenn ich das spende, fände das sogar toll. Meine Mutter meint, meine Oma würde das nicht mehr mit ihren 90 Jahren verstehen, und eigentlich nicht wollen. Ich denke mal, wenn das so ist, wie meine Mutter sagt, ist das so, weil sie das seit x Jahrzehnten so macht und nicht damit klarkommt, wenn einer jetzt diese diese Traditionen ablehnt (ist aber IMHO nur ne Vermutung von ihr).
    Und ja, das ist auch, weil ich dieses alljährliche Geschenkeverteilen, diesen Konsumrausch ohne Grund kritisch siehe (vernünftiger Grund ist für mich z. B. einfach mal danke sagen, s. o., aber nicht jedes Jahr und auch nicht nur dann wenn grade Weihnachten ist, sondern einfach mal so – wenn das so ritual ist, ist das für mich nicht “einfach mal danke sagen” bzw. nur nebensächlich; oder eben aus einem besonderen Grund, wie wenn man jemand bei einer Abschiebung geholfen hat).
    Kritisch sehe ich auch, jemand Geld in den Arsch reinzuschieben – 50 €, bei 11 Enkelkindern, zu Weihnachten und Geburtstag – , ohne das man dafür was tut. Andere haben es wesentlich nötiger als ich, auch wenn ich selbst sicherlich immer eine Verwendung dafür finde.

    So, das ist das eine. Dazu kommt noch, dass ich zu dem Mann meiner Mutter, den ich aber emotional nicht als Vater ansehe, vor 7 Jahren bis vor einem Jahr den Kontakt abgebrochen habe, kein gutes Verhältnis habe, u. a. aufgrund von starker körperlicher Gewalt (ich hatte wirklich einmal- oder zweimal Todesangst vor ihm, was nicht der Auslöser dafür war, aber ein Grund, dass ich es lange Zeit dabei gelassen hatte, den Kontakt abzubrechen) und verbaler Gewalt (keine dauernden Beschimpfungen, nur manchmal, aber permanente dumme Sprüche in Bezug auf alles mögliche, von ihm als Witze angesehen). Das ist der Sohn von meiner fast 90-jährigen Oma.
    Meine Mutter wirft mir vor, dass ich etwaige Weihnachtsgeschenke von der Oma aus diesem Grund ablehnen würde, also weil es ihr Sohn ist.
    Ich verleihe diese Geschenke als Mikrokredit an bedürftige Menschen in Entwicklungsländern (im Namen meiner Oma, so dass ich sie nicht als angenommen betrachte), auch wenn das meiner Mutter nicht passt. Ich hatte letztes Jahr mal überlegt, diese zunächst zu behalten, als "Kredit an mich selbst" zu betrachten und später zu spenden/verleihen, weil der Oma es angeblich nicht recht sei, s. o. (obwohl sie mir selbst gesagt hat, dass es ihr recht ist), das werde ich aber (nicht mehr/doch nicht) tun. Das entspräche auch nicht meiner Philosophie vom wegen dem "Geld in den Arsch schieben", denn dann wird es einem doch in den Arsch geschoben, weil man in dem Moment, wo man es kriegt, nichts dafür tut (im Unterschied zum Kredit, wo man Sicherheiten dafür hat und den wirklich zurückzahlen muss).
    Ich muss auch sagen, dass ich damit nachlässig geworden bin, das für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Eben weil ich es in der Vergangenheit zunächst selbst verwendet habe, und dann schon gar nicht mehr weiß, ob ich es dann später gespendet habe oder nicht; werde da genau nachschauen und -rechnen müssen, wieviel ich jetzt als Mikrokredit verliehen habe. Da hab ich schon ein schlechtes Gewissen vor mir selber und habe vor, da in Zukunft nicht so schlampig zu sein, auch weil ich mich sonst einfach schlecht fühle.
    Tatsache ist auch, dass ich vor 5,5 Jahren entschieden habe, sämtliche Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke von beliebigen Verwandten zu spenden. Ich hatte damals ein ¾-Jahr vorher auch den Kontakt zu allen anderen Verwandten inkl. meiner Mutter abgebrochen.
    Ich sah damals durch eine Kontaktaufnahme zu meiner Mutter meine persönliche Sicherheit gefährdet, da ich der Ansicht war, dass sie nicht in der Lage ist, diese Gefahr durch Gewalt für mich und vor allem die Intensität dieser zu erkennen.
    Die Entscheidung, alle Arten von Geschenken abzulehnen, traf ich, um eine mögliche versuchte Beeinflussung zu vermeiden.

    Zurück zu den Geschenken:
    wie gesagt, hatte ich vor 5,5 Jahren entschieden, alle Arten von Geschenken von Angehörigen abzulehnen (Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke).
    Heute lehne ich das nicht mehr grundsätzlich ab, nur noch bei der 90-jährigen Oma, deren Sohn der Mann meiner Mutter ist (aber nur bei Geldgeschenken; bei Sachwerten ist das anders, wenn sie auch selten sowas verschenkt, und wenn, dann ist es geringwertig). Und da weiß ich nicht mehr, wieso ich damals so entschieden habe, dass es nur bei dieser Oma so ist, das ist mein Problem; und auch nicht mehr, ob ich das nur für Weihnachts- oder auch Geburtstagsgeschenke so entschieden habe. Da bin ich ziemlich bürokratisch nach dem Motto "ich weiß nicht, mehr wieso ich das so entschieden habe, also bleibt es so". Vielleicht hab ich es damals auch für alle so entschieden (später, also nach den 5,5 Jahren, wo ich es auf jeden Fall für alle so entschieden hatte). Logisch gesehen halte ich es ja für sinnvoll, unabhängig davon, was ich früher entschieden habe und nicht mehr weiß, alle Arten von (Geld)Geschenken an Weihnachten zu spenden, unabhängig vom Schenkenden, denn das macht ja keinen Unterschied; oder z. B. auch alle insgesamt nur zur Hälfte oder ähnlich, damit andere jedenfalls zum Teil was davon haben
    .
    Gleichzeitig sage ich aber auch, dass Weihnachtsgeschenke von allen unerwünscht sind (handel aber anders in den Taten).
    Ich spende also derzeit die Geschenke meiner fast 90-jährigen Oma, die die Mutter des Mannes meiner Mutter ist, und von anderen nehme ich sie an.
    Das kann aber auch daran liegen, dass andere (nach meiner Erinnerung) gar kein Geld mehr schenken, sondern Sachwerte. Sachwerte nehme ich ja bei der Oma ebenfalls an, wenngleich sie geringwertig sind; und von anderen sie hingegen nicht geringwertig sind. Da ist mein Problem, dass man sie schlecht ablehnen kann, weil man sie dann zurückschicken müsste.
    Ich bin also quasi gezwungen, solcher Art Geschenke anzunehmen, weil mir schon von anderen gar kein Geld mehr geschenkt wird. Denn das kann man viel leichter ablehnen (oder spenden) als Sachwerte, wo das viel schwieriger ist, denn die müsste man zurückschicken oder man kann sie gar nicht zurückgeben, wenn es im Laden gekauft wird.
    Ich könnte auch ganz hart sagen "Nehme ich nicht an, basta!", – von allen, ob Sachwerte oder nicht –, aber das fällt mir dann doch schwer. Wenn, dann wäre es aber nur einmal, danach bekäme ich nicht wieder was geschenkt, weil sie dann vergrault wären, was das betrifft.

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    vielen Dank für Deine Offenheit.

    So aus der Ferne schaut das für mich aus, als ob der Streit um die Geschenke nur ein Anlass ist, um etwas anderes auszutragen, was nicht in Ordnung ist. Als wenn Du Deiner Familie etwas nach trägst, etwas, das sie getan haben, das für Dich nicht in Ordnung war. Teilweise hast Du es ja bereits erwähnt. Meiner Ansicht nach liegt im Streit um die Geschenkkultur liegt keine Lösung für das, was da gärt.

    Das scheint ein echt großes Thema zu sein. Nun bin ich weder spiritueller Lehrer noch Therapeut noch Gruppe, auch wenn ich mit diesen Arten von Heilern schon viel erarbeiten durfte. Deshalb liegt es mir fern, Dir so aus der Ferne Ratschläge zu erteilen.

    Um mal ganz kurz und recht allgemein von mir zu Berichten: seitdem ich sechzehn war, habe ich mir nun zwanzig Jahre lang ständig Anlässe gesucht, um mit meinem Vater zu streiten und meine Familie abzulehnen. Dahinter stand etwas anderes, das ich jetzt erst zu verstehen begann. Das Ablehnen und Streiten hat dabei nie zu einer Lösung von dem geführt, was bei mir nicht in Ordnung war/ist. Andere verändern zu wollen war nur ein Ausagieren von dem, was in mir nicht rund läuft. Das heißt nicht, dass andere nicht an dem Beteiligt waren, was dazu geführt hat, dass ich zu dem geworden bin, der ich bin. Sicherlich hat sich meine Herkunftsfamilie mir gegenüber alles andere als Ideal verhalten. Beim wem war nicht so. Die Lösung liegt aber bei mir selber, ebenso so wie die Verantwortung, sie zu finden und anzuwenden*. Viele kleine Schritte, spirituelle, innere und äussere Arbeit, unter anderem buddhistisch, und vor allem viel Geduld haben und lassen mich nun aber die Teile von mir annehmen die ich bisher bekämpft hatte.

    So, ich hoffe, es ist in der Kürze etwas dabei für Dich.

    Liebe Grüße,
    Mirco

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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