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Buddhistische Philosophie

  • Milou
  • 18. April 2013 um 23:12
  • Zum letzten Beitrag
  • Milou
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    • 18. April 2013 um 23:12
    • #1

    Hallo,

    ich beschäftige mich gerade mit buddhistischer Philosophie. Vieles davon scheint mir weltfremd und wirr zu sein, auch wenn es Parallelen zum aktuellen Wissensstand gibt. Hier nun meine Einschätzung des ganzen mit Bitte um Kommentare:

    Vor 2500 - 2000 Jahren war Religion auch immer Wissenschaft und Philosophie. Wissenschaft in heutigem Sinne gibt es ja erst seit der Aufklärung. Speziell die buddhistische Philosophie stellt damit den Stand des Weltverstehens vor ca. 2500 Jahren dar. Aus dem damaligen Weltverständnis leitet sich (im Falle des Buddhismus) auf "natürliche" Weise die buddhistische Religion ab.

    Heute, 2500 Jahre danach sind Wissenschaft und Religion getrennt. Religion ergänzt klassische Wissenschaft in verschiedenen Bereichen und ist aufgrund ihres nicht wissenschaftlichen Charakters je nach religiöser Richtung immernoch aktuell und hilfreich, den Menschen bei der Bewältigung ihres Lebens zu helfen. Die ursprüngliche (hier) buddhistische Philosophie wurde durch die aktuelle Wissenschaft aber größtenteiles widerlegt oder erheblich detailliert. Meiner Meinung macht es daher keinen Sinn, buddhistische Philosophie durch die Erkenntnisse heutiger Wissenschaft zu bestätigen oder als bewiesen zu definieren, was m.E. aber immer wieder getan wird.

    Es ist sinnvoll, buddhistische Philosophie zum Verständnis der Hintergründe und Motivationen der Religion des Buddhismus zu studieren. Diese aber heute noch zur (metaphysischen?) Erklärung der Welt zu verwenden, scheint mir völliger Unsinn zu sein.

    "... Wer jedoch nur Ochsenscheiße hat im Geist, der sieht nur Ochsenscheiße überall."

  • nibbuti
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    • 18. April 2013 um 23:49
    • #2

    So ähnlich sehe ich das auch Milou.

    Es ist sinnvoll, Buddhas Lehre zum Verständnis zu studieren. Diese aber für Weltenentstehung oder Schöpfungsmythen verwenden scheint Unsinn zu sein.

    Das ist jedoch eine natürliche Neigung in der Welt. Damit können wir heute wie damals rechnen.

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • accinca
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    • 19. April 2013 um 02:04
    • #3
    Milou:

    Es ist sinnvoll, buddhistische Philosophie zum Verständnis der Hintergründe und Motivationen der Religion des Buddhismus zu studieren. Diese aber heute noch zur (metaphysischen?) Erklärung der Welt zu verwenden, scheint mir völliger Unsinn zu sein.


    Insbesondere wenn der Begriff "Welt" auf die Menschenwelt beschränkt ist.
    Vom Buddhismus aus gesehen handelt es sich bei der Menschenwelt ja nur um
    einen ganz kleinen flüchtigen Teil der Welt. Das ist ein völlig anderer Ansatz.

  • Onda
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    • 19. April 2013 um 06:13
    • #4
    Milou:

    Es ist sinnvoll, buddhistische Philosophie zum Verständnis der Hintergründe und Motivationen der Religion des Buddhismus zu studieren. Diese aber heute noch zur (metaphysischen?) Erklärung der Welt zu verwenden, scheint mir völliger Unsinn zu sein.

    Dem würde auch der Buddha beipflichten. Sein Projekt war nicht Welterklärung, sondern die Überwindung von dukkha. Buddha-Dharma ist eine pragmatische Lehre der Geistesschulung. "Welt" wird nur soweit erklärt, wie es dieser Geistesschulung förderlich ist. Darum gibt es z.B. keinen Schöpfungsmythos im Buddhismus.

    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • accinca
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    • 19. April 2013 um 06:35
    • #5
    Onda:

    Dem würde auch der Buddha beipflichten. Sein Projekt war nicht Welterklärung, sondern die Überwindung von dukkha. Buddha-Dharma ist eine pragmatische Lehre der Geistesschulung. "Welt" wird nur soweit erklärt, wie es dieser Geistesschulung förderlich ist. Darum gibt es z.B. keinen Schöpfungsmythos im Buddhismus.


    Wäre ja auch komisch beim anfangslosen Leiden im Samsaro einen Anfang zu haben.

  • Karnataka
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    • 19. April 2013 um 11:16
    • #6

    ich schreib noch mal meine Ansicht dazu, wohl wissend, dass wir unsere Einstellungen ohnehin nicht ändern werden :)

    ich würde das eher als Spannungsfeld sehen. Dinge, die klar und deutlich im Widerspruch zu einem aufgeklärten Weltbild stehen, gehören adaptiert oder sogar fallen gelassen.

    Ebenso wichtig ist es aber zu erkennen, wohin Wissenschaft kaum gelangen kann. Eine Erfahrungswissenschaft kann schwer erklären, was Geist ist. Auch wenn wir unsere Schädeldecke öffnen, sehen wir keine Gedanken dort. Eine einfache, verblüffenden Tatsache! Was Leben angeht, ist es eindeutig mehr als die Summe einzelner Funktionen, auch hier scheint ein Begreifen und wissenschaftliches Erforschen schwer möglich. Ich bin recht sicher, diese prinzipielle Problematik gilt auch für die physikalischen Grundlagen. Es geht also um Grundlagen.

    Allerdings ist die Begrenztheit wissenschaftlicher Erkenntnis auch wieder zu hinterfragen. Wer hätte beispielsweise gedacht, was für eine geniale Theorie Einstein zu Raum, Zeit und Lichtbewegung aufstellt? Zum anderen sieht man gerade hier, wie sich wissenschaftliche Erklärungen grundlegend ändern und es auch in Zukunft tun werden, obgleich die Berechnungen stimmen.

    So wäre es einfach ein Vorurteil, beispielsweise die christliche Kritik an der Evolutionstheorie, ohne sich damit zu befassen, als Unsinn abzutun. Doch ich beschäftige mich nicht mit diesem Thema (und bin einer fachlichen Diskussion nicht wirklich gewachsen). Ich weiß aber, dass aufgrund einer bestimmten Weltanschauung, die jene oben geschilderte Begrenztheit eher nicht zugestehen will, für manche Menschen „Metaphysik“ als ein Schimpfwort gilt. Was ist also von buddhistischer Metaphysik zu halten?

    Intuitiv würde ich sagen, dass die moderne Physik mit Paradoxien zu tun hat, die vielleicht schon seit dem Altertum bekannt sind und aus dem reinen Denken erkannt wurden. Ich würde daher das reine Denken für die Erkenntnis nicht abtun. (Für menschliche Zusammenhänge ist ja ohnehin klar, dass sie widersprüchlich zu beurteilen sind.) Wenn Metaphysik also dieses reine Denken und die meditative Erfahrung angeht, so ist die Philosophie der Leerheit, wie sie vom Mahayana unterrichtet wird, nicht von Vornherein als Unsinn abzutun.

    Was war vor dem Urknall, wieso tritt die Welt jetzt in ihr Erscheinen, wieso ist es überhaupt möglich, eine Außenwelt wahrzunehmen, wenn sie so anders wäre als unser Geist? Keine Ahnung :) .

    Was mich tatsächlich interessiert: was wird aus uns, wenn wir tot sind? Speziell was diese letzte Frage angeht, glaube ich, dass der Reduktionismus der Naturwissenschaft buchstäblich tödlich wirkt!
    Und er ist falsch.

  • Sophie
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    • 12. Mai 2013 um 14:39
    • #7

    Lieber Milou, ich stimme Dir zu. Aber es lohnt sich, Nagarjuna zu lesen, im Original! Sein Ringen um Erkenntnis...Es gibt keine gültigen Erkenntnisse, keine gültige Wahrheit, sagt er, und verneigt sich tief vor dem Buddha, dem Sieger.

  • Sophie
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    • 12. Mai 2013 um 20:48
    • #8

    Karnataka hat geschrieben:"Was mich tatsächlich interessiert: Was wird aus uns wenn wir tot sind....Er (d.h.der Reduktionismus der Naturwissenschaft) ist falsch." Und wenn er doch nicht falsch ist, wenn also nichts von uns überlebt, außer den Spuren, die wir in der Psyche anderer hinterlassen haben? Der Baum des Lebens wächst weiter, eine Zeitlang haben wir als "Blatt" zu seiner Ernährung beigetragen, bezw. als "Frucht" zu seiner Kontinuität. Reicht das nicht? Gehört es nicht zur Reife, unsere Endlichkeit ganz zu bejahen?? Auch wenn diese Erkenntnis zunächst sehr schmerzlich ist.

  • Karnataka
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    • 12. Mai 2013 um 21:33
    • #9
    Sophie:

    Lieber Milou, ich stimme Dir zu. Aber es lohnt sich, Nagarjuna zu lesen, im Original! Sein Ringen um Erkenntnis...Es gibt keine gültigen Erkenntnisse, keine gültige Wahrheit, sagt er, und verneigt sich tief vor dem Buddha, dem Sieger.

    ...lese gerade „Die Welt in einem einzigen Atom“ vom D L.

    Es geht u.a. um die Phänomene der Quantenmechanik und um die Frage nach dem physikalischen „Wesenskern“. Hier würden sich Wissenschafter schizophren verhalten und, solange sie sich im Labor aufhalten, von Photonen und Elektronen sprechen, sobald sie jedoch in eine philosophische Diskussion über die Grundlagen der Quantenmechanik verwickelt werden, würden die meisten behaupten, ohne die Messapparate, die die Eigenschaften der Dinge definieren, existiere nichts wirklich.

    Der D L bringt dies in Zusammenhang mit der Theorie einer konventionellen und einer absoluten Wahrheit und der Lehrheitsphilosophie von Nagarjuna.

    Für mich stellt sich darüber hinaus jedoch auch die uralte Frage nach der Dualität von Geist und Materie. Wenn die Beobachtung für die Eigenschaft eines Dings tatsächlich von Bedeutung ist, könnte das nicht bedeuten, dass plötzlich ein geistiger Aspekt in den physikalischen Wesenskern tritt?

    ...schon klar, dass viel und gern "eleganter Unsinn" mit der modernen Physik getrieben wird. :)

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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