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Streben vs Anhaftung

  • dovah
  • 24. Oktober 2012 um 12:20
  • Zum letzten Beitrag
  • dovah
    Themenautor
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    24. Mai 2012
    • 24. Oktober 2012 um 12:20
    • #1

    Hallo,

    über Folgendes denke ich immer wieder nach. Es erscheint mir als Widerspruch:

    In allem, was der Mensch tut, strebt er die Vermeidung von Leid an. Vom niederen, instinktiven Verhalten, vor einem wilden Tier wegzulaufen oder die Hand von der heißen Herdplatte wegzuziehen über die Beschaffung von Nahrung bis hin zu hochgesteckten Zielen wie Karriere- und Familienplanung dient letztlich alles, was ich an menschlichem Verhalten sehen kann, doch über kurz oder lang dem Vermeiden von Leid oder dem Anstreben von Glück.

    Nun sieht der Buddhist aber Gier/Anhaftung als ein Geistesgift an, dass letztlich zu Leid führt. Wie passt nun diese Ablehnung der Anhaftung zu dem beschriebenen menschlichen Verhalten ? Gibt es ein Streben ohne Anhaftung ? Oder anders gesagt: Führt ein Loslassen der Anhaftung nicht in einen Zustand, in dem einem alles egal ist und man nur noch so durchs Leben dümpelt ? Wie kann ein Buddhist, der Anhaftung vermeiden will, die Motivation aufbringen, in seinem Alltag sich für irgendwelche persönlichen Ziele einzusetzen ? :(

    Mich würde sehr interessieren, wie ihr diese Frage für euch beantwortet. :idea:

  • Elliot
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    5. Oktober 2010
    • 24. Oktober 2012 um 13:09
    • #2
    dovah:

    Oder anders gesagt: Führt ein Loslassen der Anhaftung nicht in einen Zustand, in dem einem alles egal ist und man nur noch so durchs Leben dümpelt ?


    Nein, nicht unbedingt. Was gibt es für Arten der Anhaftung?

    Zitat

    "Und was ist Anhaften, was ist der Ursprung des Anhaftens, was ist das Aufhören des Anhaftens, was ist der Weg, der zum Aufhören des Anhaftens führt? Es gibt diese vier Arten des Anhaftens: Anhaften an Sinneserleben, Anhaften an Ansichten, Anhaften an Regeln und Ritualen, und Anhaften an einer Lehre über ein Selbst. Mit dem Ursprung von Begehren ist der Ursprung des Anhaftens. Mit dem Aufhören von Begehren ist das Aufhören des Anhaftens. Der Weg, der zum Aufhören des Anhaftens führt, ist eben dieser Edle Achtfache Pfad; nämlich Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise, Richtige Anstrengung, Richtige Achtsamkeit, Richtige Konzentration." (Majjhima Nikāya 9: Richtige Ansicht - Sammādiṭṭhi Sutta)


    Richtige Sammlung (Konzentration) löst also das Anhaften an beispielsweise Sinneserleben:

    Zitat

    "...wenn ein edler Schüler der Wirklichkeit entsprechend mit angemessener Weisheit deutlich gesehen hat, wie wenig Befriedigung die Sinnesvergnügen bieten, aber wieviel Leid und wieviel Verzweiflung, und wie groß die Gefahr ist, die in ihnen steckt; und wenn er die Verzückung und Glückseligkeit erlangt, die von Sinnesvergnügen abgetrennt sind, abgetrennt von unheilsamen Geisteszuständen, oder etwas noch friedvolleres, dann wird er nicht mehr zu Sinnesvergnügen hingezogen." (Majjhima Nikāya 14: Die kürzere Lehrrede über die Masse von Dukkha - Cūḷadukkhakkhandha Sutta)


    Aber das ist nicht schlimm, man dümpelt deswegen dann nicht einfach so durchs Leben, im Gegenteil. Wenn ein Kind beispielweise ein ganz tolles Feuerwehrauto hat und sich nicht vorstellen kann, jemals einen Tag ohne dieses Feuerwehrauto verbringen zu können, dann wird doch irgendwann der Tag kommen, wo jemand vielleicht auf dem Dachboden ein Feuerwehrauto findet und sich daran zurückerinnert, dass es mal eine Zeit gab, wo das Leben sinnlos erschien ohne dieses Feuerwehrauto.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • bunterball
    Gast
    • 24. Oktober 2012 um 17:08
    • #3
    dovah:

    Hallo,

    über Folgendes denke ich immer wieder nach. Es erscheint mir als Widerspruch:

    In allem, was der Mensch tut, strebt er die Vermeidung von Leid an. Vom niederen, instinktiven Verhalten, vor einem wilden Tier wegzulaufen oder die Hand von der heißen Herdplatte wegzuziehen über die Beschaffung von Nahrung bis hin zu hochgesteckten Zielen wie Karriere- und Familienplanung dient letztlich alles, was ich an menschlichem Verhalten sehen kann, doch über kurz oder lang dem Vermeiden von Leid oder dem Anstreben von Glück.

    Nun sieht der Buddhist aber Gier/Anhaftung als ein Geistesgift an, dass letztlich zu Leid führt. Wie passt nun diese Ablehnung der Anhaftung zu dem beschriebenen menschlichen Verhalten ? Gibt es ein Streben ohne Anhaftung ? Oder anders gesagt: Führt ein Loslassen der Anhaftung nicht in einen Zustand, in dem einem alles egal ist und man nur noch so durchs Leben dümpelt ? Wie kann ein Buddhist, der Anhaftung vermeiden will, die Motivation aufbringen, in seinem Alltag sich für irgendwelche persönlichen Ziele einzusetzen ? :(

    Mich würde sehr interessieren, wie ihr diese Frage für euch beantwortet. :idea:

    Den Körper gut zu behandeln und Schaden von ihm abzuwenden scheint mir zunächst einmal tatsächlich heilsam.

    Anders sehe ich die "hochgesteckten Ziele" wie du es formulierst:
    Das Anhaften an Konzepte wie Karriere oder das Anhaften bzw. Besitzen-Wollen der Liebsten (Familie, Ehepartner...) ist m. E. eher der Gier (Habenwollen bzw. Nicht-Habenwollen) geschuldet, als dass es dazu dient Leid zu verhindern. Denn all das ist vergänglich und das Anhaften daran bringt langfristig eher neues Leid, als dass es heilsam wirkt.

    Loslasssen heißt für mich auf der relativen, alltäglichen Ebene nicht, dass ich keine Zielsetzung habe, dass ich keine Karriere machen soll oder keine Familie haben soll. Es heißt nur, dass ich daran nicht anhafte, dass mir bewusst ist, dass all das vergänglich ist und ich mein Herz nicht daran hängen sollte.

  • Maybe Buddha
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    Mitglied seit
    6. August 2011
    • 25. Oktober 2012 um 06:58
    • #4

    Das Problem ist ja nicht das selbe Ziel (der Leid-vermeidung), sondern die Unwissenheit wie man das erreicht.

    "Normale" Menschen versuchen Leid zu vermeiden und Glück zu schaffen, werden aber dennnoch immer enttäuscht, weil sie den falschen Weg gehen.

    Wer leckere Kekse backen will, aber Jahr für Jahr immer wieder das falsche Rezept benutzt, muss sich nicht wundern wenn die Kekse immer nicht schmecken.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Onyx9
    Gast
    • 25. Oktober 2012 um 09:59
    • #5

    Gierlosigkeit = Verzicht, Entsagung, Wunschlosigkeit, Loslösung, Reinheit;
    Haßlosigkeit = Wohlwollen, Versöhnlichkeit, All-Güte;
    Wahnlosigkeit = Besonnenheit, Wissen, Erkenntnis, Weisheit.

    geht nicht ohne Streben:

    Der achtfache Pfad wird auch häufig in folgende drei Gruppen eingeteilt:

    Sittlichkeit: Rechte Rede - rechtes Tun - rechter Lebensunterhalt;
    Sammlung: Rechte Achtsamkeit - rechtes Streben - rechte Sammlung;
    Weisheit: Rechte Erkenntnis - rechte Gesinnung.

    Alles Gute !

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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