alles in eine schale zu tun, halte ich für unnötige kasteiung. essen sollte auch schmecken, weil das wichtig ist für die bekömmlichkeit. genau dafür haben wir die geschmacksnerven, sie schützen uns und helfen bei der auswahl der nahrung, die ungiftig und gesund ist.
ZitatMönche, lehnt nichts ab und nehmt nichts an, nur weil ihr eine Abneigung oder Zuneigung habt. Stillt einfach Euren Hunger und erhaltet Eure Körper.
So ähnlich ( aber dem Sinn nach genau ) steht es in einer Lehrrede des Erhabenen.
Werte Doris, wie war noch die Stellung des Buddhismus zum Körper ?
was sagt der dalai lama: auch nach der erleuchtung schmeckt scheiße noch nach scheiße.
abneigung und zuneigung, wenn damit gemeint ist, man soll auch dinge essen, vor denen man sich ekelt oder die uns durch ihren geschmack anzeigen, dass sie schädlich, verdorben und gar giftig sind? soll das der mitfühlende rat des buddha sein? das kann ich nicht glauben.
ich denke eher, dass es dabei darum geht, sich nicht zu verkünsteln. also zu meckern, wenn es spaghetti gibt statt der bevorzugten tortellini. oder aus den klosterküchen gourmettempel zu machen. wenn ich irgendwo zu gast bin und erhalte nur reis, dann soll ich damit zufrieden sein und nicht nach sauce verlangen oder mich darüber beschweren, dass es nicht der kostbarste basmati ist.
es gehört zur gesunderhaltung, dass wir dinge essen, die den speichelfluss anregen, also die geschmacksnerven zumindest nicht beleidigen.
über bestimmte gelüste werden vom körper auch signale ausgesendet, welche bestandteile einer nahrung er benötigt. nicht umsonst kommt es vor, dass schwangere unbändigen appetit auf steine haben ja kalk von den wänden kratzen. ihr körper signalisiert einen mangel und sagt instinktiv, was gebraucht wird. bevor meine schilddrüsenunterfunktion von den ärzten erkannt wurde, hatte ich ein unstillbares verlangen nach fisch. gekocht, roh, ungewürzt, war egal, am besten dauernd. das hörte sofort auf, als ich gut eingestellt war. kinder lehnen oft lange bestimmte lebensmittel ab. das ist ein angeborener instinkt, der sie davor bewahrt giftiges zu essen. allergiker haben oft einen ekel vor den nahrungsmitteln, die sie nicht vertragen.
ich verstehe den dharma so, dass er uns zu bescheidenheit und mäßigung auffordert, nicht zur kasteiung. zur erhaltung des körpers gehört auch die angemessene ernährung. es darf schmecken. aber es soll nicht ständig gegessen werden ohne not, nur weil es gerade schmeckt und die gier so groß wird. wann die gier ins spiel kommt, dass muss jeder für sich durch achtsamkeit erkennen.