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  1. Buddhaland Forum
  2. Vajrakila

Beiträge von Vajrakila

  • Ordinationsformen??

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 18:03
    Benkei:

    Namaste!

    Vajrakila:

    Könnte mir einer den Untschied zwischen Vinaya-Ordinierten und Brahmajala-Ordinierten erklären? Warum unterschiedlich Ordinationsformen? Wann wurde denn die Brahmajala-Ordination eingeführt?
    Danke :D:D


    Die Vinaya-Ordination umfasst, je nach Überlieferung zwischen ca. 223 und 260 Gelübde für Bhikkhus und über 300 Gelübde für Bhikkhunis. Sie geht auf den Korb der Ordensdiziplin des buddhistischen Dreikorb zurück (z. B. im Pali-Kanon zu finden).

    Die Brahmajala-Ordination, von Dengyo Daishi Saicho auch "Mahayana-Ordination" genannt, geht auf das Brahmajala-Sutra des Mahayana-Kanon zurück, welches von Kumarajiva (343 - 413 n. Chr.) aus den Sanskrit ins Chinesische übersetzt wurde. Das Mahayana-Brahmajala-Sutra ist nicht zu verwechseln mit dem Pali-Brahmajala-Sutta.

    Die ursprüngliche Brahmajala-Ordination, bestehend aus 10 Haupt- und 48 Nebengelübden, wurde zuerst zusätzlich zur Vinaya-Ordination genommen; sie sollte wohl den Bodhisattva-Aspekt des Weges in Form von zusätzlichen Gelübden herausstreichen. Dengyo Daishi Saicho hat dann bei der Etablierung seiner japanischen Tendai-Shû, um 800 n. Chr., für seine Mönche die Brahmajala-Ordination als wesentlich angesehen, die Vinaya-Ordination war in der Tendai-Shû folglich keine Pflicht mehr, sondern konnte zusätzlich zur Brahmajala-Ordination genommen werden.

    Die anderen japanischen Schulen, wie z. B. die Shingon Shû oder die Kegon Shû gingen dann ebenfalls dazu über, die Brahmajala-Ordination als die Hauptordination zu etablieren.

    Auch die meisten "neueren" Schulen der Kamakura-Zeit übernahmen zuerst die Brahmajala-Ordination wie sie sie von der Tendai Shû, aus der ihre "Gründer" ja hervorgingen, kannten (z. B. die Rinzai Shû, die Jodo Shû oder die Nichiren Shû).

    Später wurde die Brahmajala-Ordination dann teilweise vereinfacht, so dass zumeist nur noch die 10 Hauptgelübde genommen wurden (vgl. Meister Dogen's "Shobogenzo Jukai"). Ergänzt wurden diese Gelübde dann durch die jeweiligen Tempel-/Klosterregeln.

    In den heutigen japanischen Schulen, in welchen noch ein Mönchs-Klerus besteht, spielen vordergründig die 10 Hauptgelübde des Brahmajala-Sutra (ggf. in abgewandelter Form) eine Rolle.

    Außerhalb der japanischen Traditonen nehmen die Mönche zumeist die vollständige Vinaya-Ordination in ihrer jeweiligen Form an, sie sind dann folglich Bhikkhus (bei Nonnen Bhikkhunis).

    Ich hoffe das erhellt ein wenig.

    < gasshô >

    Benkei

    Alles anzeigen


    ja prima danke...und wie heißen die 10 Hauptgelübde dieser Ordination?

  • Was genau wird wiedergeboren?

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 17:40
    BigR:

    Die frage ist natürlich jetzt- Ist Nibbana wirklich Nichts im Sinne von Nichts? Oder ist es das was wir immer waren, immer sein werden, wonach wir immer gesucht haben? Wieso aber dann Samsara? Warum ist dieses Spiel nötig und WER hat es erfunden?

    Ja BigR,
    da bin ich auch manchmal ratlos, denn auch da wechsle ich oft die Perspektiven.....
    1. Nein Nibbana ist eben nicht "Nichts"......Nibbana ist die Verwehung von etwas, was wir als Leid empfinden in seiner ursächlichen Entstehung. Statt Nibbana könntest du auch Leidversiegung, aber auch Enthebung, aber auch Verlöschung gebrauchen. Mir gefällt eher das Bild von der Pistolenkugel, die während sie fliegt, zerfällt und nichts mehr trifft.
    2. Ja es ist das, was wir ursächlich suchen, aber vor dem wir Angst haben, weil es dieses Leben und seine Verhaftungen beenden würde. Hier sag ich immer gerne, um es von der Person abzukoppeln....es sucht in uns.....auch wenn wir es nicht begreifen....
    3. Samsara wird von uns erzeugt. Samsara und Nibbana sind die zwei Seiten derselben Münze. Wer hat die Münze erfunden? Ein Bewußtsein, daß sich "Ich" nennt.

    Rilke drückte es mal in der 8. Elegie so aus:

    Zitat

    Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene.
    Nur unsre Augen sind wie umgekehrt
    und ganz um sie gestellt als Fallen,
    rings um ihren freien Ausgang.
    Was draußen ist, wir wissens aus des Tiers Antlitz allein; denn schon das frühe Kind
    wenden wir um und zwingens, daß es rückwärts Gestaltung sehe, nicht das Offne, das
    im Tiergesicht so tief ist.
    Frei von Tod. .....................................

    Und wir:
    Zuschauer, immer, überall,
    dem allen zugewandt und nie hinaus!
    Uns überfüllts.
    Wir ordnens.
    Es zerfällt.

    Wir ordnens wieder
    und zerfallen selbst.
    Wer hat uns also umgedreht, daß wir,
    was wir auch tun, in jener Haltung sind
    von einem, welcher fortgeht ?

    Wie er auf dem letzten Hügel,
    der ihm ganz sein Tal
    noch einmal zeigt, sich wendet, anhält, weilt,
    so leben wir und nehmen immer Abschied ...

    Alles anzeigen

    Diese Worte geben mir Trost. Rilke schrieb sie, als er elendig an Leukämie krepierte.

  • Was genau wird wiedergeboren?

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 17:27
    Shanti:

    Hi Vajrakila,

    ich hab Deinen Blog bereits gelesen. Ich zieh den Hut vor Dir. Meine Familie geht durch soetwas aehnliches, nur das es meine Mutter ist. Sie lebt so wie Du auch in Berlin. Man kann natuerlich versuchen zu verarbeiten, aber ich kenne es noch so, vielleicht weil ich ja auch christlich erzogen wurde, dass alles ja halb so schlimm ist und man sieht sich auf der "anderen" Seite. Der Buddhismus gefaellt mir so gut, aber ich stosse da an diese Sache, wahrscheinlich weil es mein derzeitiges Thema ist, der Tod, der Verlust einer geliebten Person ist eines der Leiden, die wohl am staerksten sind, so empfinde ich es derzeit, man sucht den Trost im Dhamma, aber ich bin noch am Anfang, also daher auch die Fragen.

    Alles Liebe,

    Shanti

    Nun liebe Shanti,
    Trost ist, was tröstlich ist. Wenn Du wüßtest, daß Du den Tod nicht abwenden könntest von einem geliebten Menschen, welcher Gedanke, welche Tat, welches Verhalten gäbe Dir dann Kraft, spendete Trost? Dies solltest Du auch tun, egal ob es aus der oder der Religion stammt.

    Eine Legende über Buddha besagt, daß eines Tages eine tief trauernde Frau zu Ihm kam. Er sollte Ihre Tochter wieder zum Leben erwecken. Buddha sagte, daß er dies gerne für sie tun würde, wenn sie ihm ein Senfkorn aus einem Haushalt besorge, in dem noch nie jemand gestorben sei. Die Frau begriff und war wieder frei von Trauer.

    Die Gesetze der modernen Physik haben auch etwas tröstliches. Ich verweise hier auf die Thermodynamik.

    Der erste Hauptsatz der Thermodynamik besagt, daß keine Energie erzeugt und keine verloren geht.
    Der zweite Hauptsatz sagt, daß alles von einer höheren zu einer niederen Ordnung zerfällt.

    Also, obwohl alles zerfällt, geht nichts verloren. Daß ist natürlich nur eine Entlehnung...aber dieses Gefühl, daß nichts aber auch rein gar nichts in diesem Universum verloren geht noch umsonst zerfällt, hat für mich etwas tröstliches.

  • Was genau wird wiedergeboren?

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 16:56
    Shanti:

    Hi the cap,

    Dank Dir, dass hab ich jetzt auch verstanden. Ja der Weg ist noch weit und das Anhaften an ein "Ich" und das Loslassen nicht wirklich leicht. Meine Frage ist, wie geht ihr mit dem Tod einer geliebten Person um, wenn sie jetzt stirbt, dann versucht z.B. das Christentum zu troesten, man sieht sich im Himmel wieder, sowas gibt es natuerlich nicht im Buddhismus, wie also geht ihr in dem Fall dann mit dem Verlust einer geliebten Person um, denn sehen wird man sich dann eher nicht mehr, zumindestens nicht als das was man hier auf Erden darstellen zu glauben scheint.

    Alles Liebe,

    Shanti


    Liebe Shanti,
    lies mal meinen Blog...dann hast DU z.b. einen Vorschlag, wie man damit umgehen kann.....

  • Was genau wird wiedergeboren?

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 16:35
    Shanti:

    Hallo,

    also nicht in der Hinsicht ein Koerpertausch. Wenn man tot ist, dann ist man tot und kommt auch nicht wieder, es kommt etwas anderes anstelle von "Shanti" wieder, aber auf gar keinen Fall Shanti?

    Alles Liebe,

    Shanti


    Ja, sehr richtig...aber das was Wiederkommt ist jetzt auch in Shanti....es ist nur keine Seele, kein Seelenkügelchen.....es ist eine inpersonelle Bewegung, die sich erneut zur Person "kristallisiert"! Wichtig ist, daß Du begreifst, daß alles, was Du als "Shanti" empfindest und"erlebst"letztlich oszillierend und vergänglich ist. Dieses "Erleben" befreit von jeder Angst (Angst ist ein Umstand der Gefühlsverwirrtheit, aber selber keine Existenz, noch Substanz) ist der Anfang von Nibbana.

  • Was genau wird wiedergeboren?

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 16:18

    Metempsychose und Reinkarnation sind falsche Begriffe für jenes, was der Sakya meinte. Auch Wiedergeburt ist fehlgeleitet übersetzt, weil es letztlich im Buddhismus um das "Anhalten des Rades" geht.

    Also statt Wiedergeburt könnte man sagen, erneut Erstehen/Entstehen oder aber auch "Weiterdrehen des Rades". Wenn du zu Lebzeiten erkennst, daß es Dich als Person gar nicht gibt, wirst du auch verstehen, was sich da durch die Zeit von Entstehung zu Entstehung fortpflanzt. Der Sakya sagte, es sei die "Tat"...ich sage, es ist der Widerhall, das Begehren, der Impuls, das Unbefriedigte, das Sehnsüchtige, das sich selbst Suchende, das sich selbst Erfüllen-wollende, die Imagination einer Existenz und Innenwelt, die letztlich nur Schein ist: Schmerz, Leid, Kummer..........Not........

  • Ordinationsformen??

    • Vajrakila
    • 23. Juli 2010 um 10:19

    http://www.buddhaland.de/posting.php?mode=edit&f=22&p=77821

    Könnte mir einer den Untschied zwischen Vinaya-Ordinierten und Brahmajala-Ordinierten erklären? Warum unterschiedlich Ordinationsformen? Wann wurde denn die Brahmajala-Ordination eingeführt?
    Danke :D:D

  • Fragen zur Stellung Buddhas und seiner Lehre

    • Vajrakila
    • 22. Juli 2010 um 20:26
    bel:


    Im Chogye wird nicht geheiratet, das sind Vinaya-Leute.

    Höflicher Weise hab ich v""eln und heiraten nicht voneinander getrennt. Alles andere ist eine Frage der Alimente, die in Korea nicht Pflicht sind für Ordinierte. Dennoch hat jeder Tempel eine Kasse...

    Zitat

    Und Soto-Ordinierte sind nur keine Bikkhus

    Ja, sie sind Laien....

    Zitat

    was sie auch nicht in Anspruch nehmen, nicht Vinnaya-ordiniert, sondern nach Brahmajala. Und sie sind natürlich nicht zwangsläufig verheiratet.


    Sollten wir hier v""eln und heiraten wieder zusammenführen? Ist Brahmajala eine Ordination? :D Erklär doch das bitte.Interessiert doch bestimmt auch andere, worin der Unterschied besteht.


    Zitat

    Wieso, sind doch auch nur Meinungen und ohne jede Auswirkungen auf die gelebten Traditionen.

    Wie, es geht bei der Stellung Buddhas zum Dharma nur um Meinungen?

    Zitat


    So, und nun sollten wir aber nicht weiter Privatgespräche führen, das kann man ja anderswo machen, sondern den Fragen des OP Vorrang geben

    Ich frage nur, um mich zu bilden.........

  • Fragen zur Stellung Buddhas und seiner Lehre

    • Vajrakila
    • 22. Juli 2010 um 19:21
    bel:


    Nur zur Richtigstellung, ohne mit Dir hier darüber diskutieren zu wollen: Die Antworten waren die eines Zens (meine, unter Berücksichtigung der Traditionslinien, die ich kenne) und nicht die "des Zen", darauf gibts natürlich, wie schon bei "Buddhismus", auch kein Copyright.


    Dann muß ich das wohl mißverstanden haben....was ist ein "Zen"? :?

    Zitat

    Wie Du auf "Verallgemeinerung einer Laienbewegung" darf hier Dein Geheimnis bleiben, Soto und Chogye sind jedenfalls keine "Laienbewegungen"


    Ganz klassisch, wo geheiratet und ge""gelt werden darf, ist in Abgrenzung zum Mönchstum Laientum am Werk. Soto und Chogye sind wirklich professionelle Laien, zugegeben. Damit ist auch keine Herabwürdigung des Laien impliziert.

    Zitat

    und bei "World Fellowship of Buddhists" lautet die Antwort : "The page cannot be displayed" - wüßte eh nicht, was das für ne Relevanz haben sollte.

    Weiß nicht, was damit gemeint ist...aber es hat Relevanz zur Bewertung von Laien, Mönchen und belegten Traditionen.


    Zitat

    Für uns eine Frage der Praxis, also der Orthopraxie - nicht der der Orthodoxie.

    Ist das der Versuch einer "Orthopädie"? :?

  • Fragen zur Stellung Buddhas und seiner Lehre

    • Vajrakila
    • 22. Juli 2010 um 18:43
    bel:

    1. Ist der Buddha Shakyamuni nur ein Erleuchteter von vielen, oder nimmt er eine Sonderrolle ein?

    4. welche Rolle spielt die Person des Lehrers im Leben von Buddhisten? Welche Abhängigkeit besteht von dieser Person?
    5. Ist die buddhistische Lehre nur ein Vehikel, ein Mittel zum Erreichen eines Zwecks, oder an sich "heilig"?

    8. Und wie entscheidend ist die "Reinhaltung" dieser Lehre?

    .... wer eigentlich definiert, was "Buddhismus" ist und welche Lehrer und Autoren sich noch mit Recht "Buddhisten" nennen können oder eben nicht mehr - und wer also autorisiert ist, zu lehren.

    10.Inwiefern werden im Buddhismus die Texte auch bspw. des Pali-Kanons historisch-kritisch untersucht und hinterfragt?


    12. Warum - also: aus welchem Grund und zu welchem Zweck - bist Du Buddhist (geworden)?


    13. Glaubst Du an alle religiösen Anteile des Buddhismus (Karma, Wiedergeburt, etc. -


    _()_

    Alles anzeigen


    Der Sakya hat mit Buddhismus soviel zu tun, wie Trauben mit dem Wein. Die Praxis des Sakyas ist nicht die Praxen der Traditionslinien. Schriftlich ist von der Praxis überhaupt nichts überliefert worden. Alle Überlieferungen der Praxen fanden didaktisch im Kloster statt.Darum ist die Identifizierung des Sakyas zwar als Religionsstifters sehr wohl möglich, nicht aber als die des Praxisgebers, es sei denn, wir beziehen uns auf Grundpraktiken wie des Bettelgangs oder der Freigiebigkeit.(Geht jemand betteln?) Diese Praktiken umfaßten auch sogenannte Geheimlehren bzw. Erweiterungen anderer Lehrer. Die erste Bemühung der Reinerhaltung der Lehre führte zum ersten Schisma im Buddhismus. Darum wird die Frage nach der Authentizität des Dharmas von den unterschiedlichen Traditionslinien unterschiedlich gewertet. Die Frage nach der "Reinen, wahren Lehre" ist immer fundamentalistischer Natur. Ich finde die Fragen interessant, Danke.....aber die Antwort ist nicht die des ZENs......das setzt eine Verallgemeinerung einer Laienbewegung voraus, die religionswissenschaftlich gesehen soviele unterschiedliche "Wege" (Konventionen der Praxis)hervorgebracht hat, daß man nicht von der Einheit des ZEN sprechen könnte(meiner Meinung nach), die es erlaubt im "Sinne des ZEN" diese Fragen überhaupt beantworten zu können. Hier würde ich die Präambel des World Fellowship of Buddhists, WFB von 1950 noch einmal vorgeben.

  • Fleischeslust

    • Vajrakila
    • 20. Juli 2010 um 13:06
    unkraut:
    Vajrakila:

    Askese soll doch Lust bereiten, oder? :oops:

    Ich glaube, durchschnittlich sind Buddhisten nicht "wirkliche" Asketen.
    Weil es im Buddhismus nicht im qualvollen Verzicht geht.


    (Wenn eine Qual zur Lust wird, dann vermutlich, weil der Körper es nicht mehr aushält und körpereigene Opiate ausschüttet um dem Zustand zu entfliehen. Ich glaube das ist weniger ein Ziel hier ^^)

    Und ich dachte immer Askese verfolge einen Zweck? :shock:

  • Fleischeslust

    • Vajrakila
    • 19. Juli 2010 um 23:29

    Askese soll doch Lust bereiten, oder? :oops:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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