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Beiträge von gbg

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 26. November 2016 um 15:55

    Warum ist Zen keine Lüge?

    Ich las einmal den Titel eines Buches: "Zen. Die größte Lüge aller Zeiten"

    [Ist Wahrheit für Geistbefreiung. Kein Affengeist mehr?
    Erkenntnis für Beobachtungsbefreiung. Kein Multitasking mehr?
    Und Leerheit dazwischen als Eintritt durch reine Wahrheit als Leerheit in reine Erkenntnis und Austritt als Fülle unter Erkenntnis als Sein in spiegelgleiche Wahrheit?]
    [Am Rande.]

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 26. November 2016 um 15:22
    Ellviral:
    Morpho:

    Schon der Mann ist weiter als du. Nicht nur wirft er sich nieder, er stellt sich auch noch existenziellen Fragen. Was willst du dich messen ?
    Die Wahrheit ist nicht "zu lehren" und sie kann auch nicht irgendwo gefunden werden, und was gäbe es rechtes zu sagen auf die Frage: Ist das Leben wirklich so ? Der Meister hat nicht ja noch nein ausgedrückt, denn es ist nicht "das Leben", das gerade "so" ist. Und ? Was läuft bei dir gerade so ?

    "Verschollen" ist übrigens ein Fake. "Schriften" auch. Da fallen die richtigen Leute drauf rein. Tao-hsin lachte herzhaft. Und er lacht immer noch.

    Sein Lachen ist die Antwort die keiner hören will.

    An euch beide, morpho und Ellviral und @ all

    Ich mache ihn mal verständnishalber kurz zum Bettler!

    Für ihn ist das Leben also nicht "leer"?

    Weil er aus der Erkenntnis, der Platoschen Sonne, wieder auf den Markt zurückgekehrt ist?
    War er nach eurer Ansicht selbst in der Erkenntnis, im Nirwana?
    Wurde dann lachender Bettler in Fülle?
    Was hat die Wahrheit damit zu tun?
    Hat die Wahrheit nicht seine Vernunft beruhigt, sein Affengeistdenken?
    So, dass er erst als Leerheit als Zögling der Wahrheit in die Erkenntnis eintauchen konnte?

    Welche Rolle spielt für euch in diesem Prozess (auch der Ochsenbilder) die Wahrheit?

    Und welche Rolle das Zurückkehren auf den Marktplatz?
    Was kann überhaupt eE gelehrt werden? Leerheit? Erkenntnis? Wahrheit? Oder was genau?

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 26. November 2016 um 15:06
    Morpho:

    Schon der Mann ist weiter als du. Nicht nur wirft er sich nieder, er stellt sich auch noch existenziellen Fragen. Was willst du dich messen ?
    Die Wahrheit ist nicht "zu lehren" und sie kann auch nicht irgendwo gefunden werden, und was gäbe es rechtes zu sagen auf die Frage: Ist das Leben wirklich so ? Der Meister hat nicht ja noch nein ausgedrückt, denn es ist nicht "das Leben", das gerade "so" ist. Und ? Was läuft bei dir gerade so ?

    Danke Morpho, ich habe es gelesen und werde es nochmals lesen!

    Nur halb vorweg:

    Ohne Münder wäre die Wahrheit grundlos und ohne Wahrheit blieben die Münder trocken.

    Die Wahrheit ist wie ein grundloser Brunnen und die Münder dürsten nach Wasser. Wenn da nicht die Erkenntnis wäre, die als Wasser dies erlaubt. Und Erkenntnis, nicht Wahrheit kann halbwegs, d.h. für die die gekostet haben wie der Geschmack von Brunnenwasser gelehrt und verstanden werden.

    Du hast also recht! Aber auch ich sprach nicht von der Lehre der Wahrheit, sondern von ihr als Vermittlerin zwischen: "Warum sollte ich das tun?" Und "Ja das solltest Du mal tun!".

    Zitat

    Was willst Du Dich messen? Die Wahrheit ist nicht "zu lehren". (Morpho; Existentielle Frage)

    Ich spreche von der Erkennntis des Einzelnen als Leerheit, als Zögling der Wahrheit.
    Siehe Platos Höhlengleichnis - die Sonne! Die Erkenntnis!

    In der Erkenntnis ist man Leerheit, aber wieder auf dem Marktplatz nach dem Erwachen als schmutziger, zerlumpter Bettler lebt man unter der Erkenntnis in der Wahrheit, der Welt "wie sie ist" in Fülle, auch, wenn das unbemerkt bleibt.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 26. November 2016 um 14:32
    kilaya:


    Ich hätte kein Problem damit, die Erfahrung des Nach-Todes-Bardo als neues Lebewesen zu interpretieren. Einige tibetische Lehrer sagen sogar, dass man gewissermaßen in jedem Augenblick stirbt und im nächsten wiedergeboren wird. Da es kein festes "Ich" gibt und auch der Körper sich ständig wandelt und austauscht, kann man auch dann gewissermaßen davon reden, dass ein Wesen stirbt und ein anderes innerhalb der "Kontinuität des Bewusstseinsstroms" wiedergeboren wird.

    Sterben wir nicht bereits kleine Tode, wenn wir etwas verlieren? Diese stiften ja Charakterbefreiung und beruhigen den Geist. Ist das Vorraussetzung für den Bardozustand? Welche gibt es (noch)? Im großen Tod verlieren wir dann unseren Körper, aber nicht unser Leben.
    Sind so die kleinen Tode, wo wir Besitz verlieren nicht immer auch schon eine gute Vorbereitung auf das Sterben des großen Todes?

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 26. November 2016 um 14:08
    Morpho:

    Auch gerade du führst mal wieder Monologe.

    Zitat

    Tao-hsin schüttelte den Kopf.

    Später sagte Tao-hsin "Ich hätte nicken sollen."

    he he...

    Nicken ist nicht tun nach: "Eine Gegenanfrage nun, warum sollte ich das tun?" oder nach "Eine Gegenantwort nun, ja das solltest Du mal tun!".

    Es geht nicht um Selbstgespräche oder nicht mE.

    Morpho, ne he lassen wir mal... :)

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 26. November 2016 um 13:52
    gbg:
    Zitat

    Erstes Koan: Ein Mann kam zu Tao-hsin, warf sich vor ihn auf den Boden und sagte "Lehre mich die Wahrheit." Tao-hsin reagierte nicht, daraufhin der Mann "Sag mir, wo ich suchen muss." Als er wieder keine Antwort bekam, flehte er "Ist das Leben den wirklich so leer?" Tao-hsin schüttelte den Kopf. Der Mann stand auf und ging.

    Es könnte auch zusätzlich so sein:

    Auf eine Antwort eine Frage stellen wäre mE im Sinne der Wahrheit.
    Auf eine Frage eine Antwort geben wäre mE auch im Sinne der Wahrheit.
    Offene oder verborgene Fragen oder Antworten.

    Denn Wahrheit zieht heran und verbindet, trennt nicht, wie bei Frage und Gegenfrage [Eine Gegenfrage nun, warum sollte ich das tun?] und stößt nicht ab, wie bei Antwort und Gegenantwort [Eine Gegenatwort nun, ja das solltest Du mal tun!].

  • Bewusstsein - Intelligenz

    • gbg
    • 25. November 2016 um 22:10

    Hallo Son

    ME liegt das größte Problem in der Landflucht. In der Trennung von erster und zweiter Familie. Hass von denen die das Land verlassen und Wut von denen die in den Großstädten ihre Häuser verlieren. Warum nicht Muslime ansiedeln als Kleinbauern, mit Großfamilie, wenn sie es wollen?

    Ständige Erreichbarkeit und Postfaktizität was ein und derselbe Zeitgeist ist zehren an den Nerven und machen einen zu einem Extremwähler und Extremsportler und Extrem... nur nicht zu einem Buddhisten.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 21:49

    Enten die anderen Enten zu nahe kommen, lasen das bisschen negatives Karma sofort nach ihrer Entfernung durch Flügelschlag wieder verpuffen. Sie speichern nur wenig Karma im Charakter.

    Denn ihre Vernunft ist nicht an ihren Charakter gebunden! So schütteln sie es einfach ab, ohne Gefahr.

    Sie müssen also nicht erst, wie wir Menschen durch die Wahrheit in Passivität befreit werden.

    Enten sind charakterfrei, somit äußerst nett.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 21:36

    Negatives Karma wird am besten "wegexplodiert" ohne ausagieren.
    Sonst entsteht neues!

    Durch meine Krankheit war ich an den Stuhl (Stühle) einschließlich Reise nach Jerusalem gefesselt.
    Heute würde ich es 24 Stunden aushalten ohne zu denken. Habs aber noch nicht probiert.

    Ohne Gewähr.

    Der Lohn ist ständige Zufriedenheit als zwischen den Wippenteilen Glückseligkeit und Frieden auf dem Kinderspielplatz gesunde Psyche unter der Freiheit des Himmels Wahrheit.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 21:25
    gbg:

    Wenn ich mich gegen den Porsche und für den Bettler entscheide habe ich wie im Umkehrfall Karma angehäuft, was nichts anderes bedeutet als meinen Charakter verändert.

    Die Charakteränderung zusammen mit der Vernunft als Affengeist ist das e= m * c°2 der Physik, so explosiv ist das Ganze, wie Nitro und Glyzerin getrennt werdend bei positivem Karma und vereint werdend bei negativem Karma.

    Was das Gute ist. Wir können jetzt schon, noch unerwacht die Bombe immer wieder entschärfen, durch die Lehre Buddhas, den Zünder entfernen.

    Durch im Hier und Jetzt ankommen.

    Langfristig hilft nur Passivität und warten mit Geduld auf Befreiung.
    Denn wo Wahrheit ist ist keine Aktivität und wo Aktivität ist ist keine Wahrheit.
    Und nur Wahrheit macht frei.

    Das sieht man an sich totstellenden Tieren.

    Als ich schwer krank war war ich über Monate die Passivität selbst.

    Was Passivität ist ist ein Thema für sich. Es ist nicht Nichtstun gemeint!
    Achtsamkeit ist ein wichtiges Schlüsselelement. Meditation ist nur Ziehen des Zünders.
    Ich selbst habe nie meditiert.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 21:18

    Wenn ich mich gegen den Porsche und für den Bettler entscheide habe ich wie im Umkehrfall Karma angehäuft, was nichts anderes bedeutet als meinen Charakter verändert.

    Die Charakteränderung zusammen mit der Vernunft als Affengeist ist das e= m * c°2 der Physik, so explosiv ist das Ganze, wie Nitro und Glyzerin getrennt werdend bei positivem Karma und vereint werdend bei negativem Karma.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 20:53
    mukti:
    gbg:


    Wird die Frucht einer Handlung, VIPAKA in einem "Karmaspeicher" abgelegt?
    Wenn ja, wo befindet der sich?

    Die Frucht wird nicht abgespeichert denke ich mal, die wird genossen oder erlitten.
    Was aufgespeichert wird hat in den Yogalehren die Bezeichnung "Sanchita Karma". Ist zwar nicht buddhistisch, aber irgendwie auch ganz interessant finde ich.
    Hier steht was drüber: http://wiki.yoga-vidya.de/Sanchita_Karma

    Hallo mukti,

    Was ist mit dem Charakter, mukti, er böte sich doch an für die Speicherung von Karma und für die Wiedergeburt in der Eizelle?
    In der Samenzelle würde dann die Vernunft wiedergeboren.

    Die Vernunft im Sinne Heraklits als affengeistgleiche Flamme sehe ich als nicht realisierte Buddhanatur.

    Nirwana bedeutet für mich das vollständige Erlöschen dieser Flamme, so dass die Vernunft die Wahrheit, die Welt wie sie ist unter dem Schein der Erkenntnis zunächst verliert.
    Allerdings erst, wenn sie als Flamme erlischt, wenn der Affengeist nicht mehr ist, wenn sie aus der Höhle unmittelbar in der Sonne, der Erkenntnis, im Nirwana aufwacht.

    Um dann, wie ein schmutziger, zerlumpter Bettler, wieder auf den Markt unter den Leuten aufzutreten, indem sie unter ihnen, alles wie es ist in seiner Schönheit, gleichwohl Unvollendetheit, dem ganzen Schmerz jenseits von Ästhetik erkennt.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 20:22
    Freeman reloaded:


    Wenn Du die Welt als eine einzige Blume siehst, gibt es dann einen Widerspruch zwischen uns?

    :)

    Nicht, weil ich auch in der Ästhetik die Differenz und in der Schönheit die Einheit erkenne.
    Eigentlich ist die Welt nur für die Vernunft. Uneigentlich für die Erkenntnis.

    Die Blume ist als Symbol der Wahrheit ein Symbol für uns Buddhanaturen, realisierte und nicht realisierte, als mehr als unsere Summe.

    Ist die Welt schön, so spiegelt sie nur die Schönheit der Einheit aller Buddhanaturen wider.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 20:06
    Freeman reloaded:

    gbg

    Das Höhlengleichnis ist mir bekannt, es erinnert ja auch stark an die Lehre des Buddha, überhaupt ist dieses Gleichnis der indischen Philosophie sehr ähnlich, die ja von "Maya" als dem "Schleier der Wahrnehmung" spricht. "Maya" entstammt übrigens derselben Wortwurzel wie auch "Mater", "Mutter", "Materie", "Matrix". Es gelingt nicht, diesen Schleier mit dem Intellekt zu durchschauen, da stimme ich Dir zu.

    Man kann das Nirvana erfahren, aber darüber reden bringt kaum etwas. Falls Du angekommen bist, freue ich mich für Dich.

    Versuche es selbst! Schaffe es, durch Passivität Deine Gedanken abzutöten ohne sie zu verletzen und Du siehst die Welt als eine einzige Blume.

    Deshalb sagt man Zen sei die größte Lüge aller Zeiten:

    Denn die Erkenntnis verändert die Welt nicht, sondern lässt sie nur erstrahlen.

    Damit gewinnt die Welt an Bedeutung.

    Böcke/Schafe
    Vernunft/Wahrheit.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 19:53
    Freeman reloaded:

    @kylia

    " Eine Unterscheidung in "Gut" oder "Schlecht" kann nur das erlebende dualistische Bewusstsein treffen."

    Was allerdings im Alltag äusserst wichtig sein kann. Wenn jemand zB meint (Karma), es gäbe kein Gut und kein Schlecht und springt aus dem 3. Stock (noch mehr Karma) und bricht sich beide Beine und die Wirbelsäule und sitzt anschliessend im Rollstuhl (fettes Vipaka), dann wird es ihn einige Mühe kosten, das dann nicht als "Schlecht" zu bezeichnen^^ Aber natürlich möge jeder, dem die Begriffe "Gut" und "Schlecht" nicht behagen, weil er sie evt SCHLECHT findet, dann kann er zB auch die Begriffe "Heilsam" und "Unheilsam" verwenden

    Erst mal: Kennst Du das Höhlengleichnis von Plato, Freeman reloaded?

    Ist es schlecht, wenn Dinge, die hinter einer Mauer vorübergetragen werden im Lichte der Vernunft dem Schein des Feuers, vor der Mauer, trotz oder gerade wegen des Willens, der Dunkelheit in der Höhle, Schatten werfen an der Wand des eigenen Charakters, vor der man gefesselt mit anderen sitzt als Schatten auftauchen?

    Was bedeutet das alles?

    Dass die Vernunft flackert analog eines sprunghaften Affengeistes und dass dem schattenwerfenden Verstand nicht zu trauen ist und dass der Wille blind ist, davon gehe ich aus wollte Plato uns berichten.

    Die Schatten der anderen sind wohl ihre Körper im Lichte der Vernunft, vom Verstand her betrachtet ohne nachgewiesenes Leben und durch den Willen doch sichtbar.
    Wie die Dinge die hinter der Mauer ihre Schatten werfen!

    Weil wir glauben wollen, dass andere Leben könnte man ausrufen, glauben wir an das Leben!

    Doch was ist Leben anderes als Möglichkeit?
    Was bedeutet es aus der Höhle herauszutreten ans Licht?
    Akzeptanz des Erlöschens der Vernunft!

    In die Wahrheit treten!

    Was ist Wahrheit?
    Die Welt wie sie ist unter dem Blickwinkel der Sonne, unter dem Blickwinkel der Erkenntnis, im Blick aus der Sonne in reiner Transparenz die uns blendet, wenn wir sie in Augenschein nehmen und uns leuchtet, wenn wir aus dieser Leerheit, aus diesem Nirwana heraus wirken.

    Nirwana, Leerheit bedeutet Erkenntnis und Wahrheit bedeutet gemäß dem Zen, die Welt zu erkennen wie sie ist.

    Ohne Vernunft!

    Das ist der Ganze Sinn, die Vernunft, das Gedankenkarussell gestoppt zu bekommen!

    Dann sieht man die Welt als Wahrheit, als eine einzige Blume.

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 19:04
    kilaya:

    Ich weiss nicht, ob die zwei Fragen so gemeint waren, wenn nicht, stelle ich sie in der Form neu:

    "Wo befindet sich der Speicher, aus dem die Frucht hervorgeht?"

    Diese Frage bleibt eigentlich unbeantwortet. Es ist zwar buddhistisch gesehen klar, dass es ein Speicherbewusstsein mit karmischen Eindrücken gibt, aus dem Vipaka-Früchte hervorgehen. Aber aus wissenschaftlicher Sicht ist kein solcher Ort nachgewiesen. Das gilt natürlich für viele Dinge, die es offensichtlich zu geben scheint. Das muss also nicht heissen, dass das nicht existiert.

    Es gibt wilde Ideen, eine z.B. von Rupert Sheldrake, dem "Erfinder" der Theorie morph(ogenet)ischen Felder. Neuerdings überlegt er, ob diese Felder vielleicht nicht "an einem bestimmten Ort" gepeichert sind, sondern vielmehr die Verbindung zwischen Tat und Wirkung über das zeit- und ortlose eine direkte "Begegnung" ist: Tat und Frucht sind auf der Ebene des "ewigen Jetzt" eine (auch zeitlich) untrennbare Einheit. Es ist schwer, das treffend zu formulieren, obwohl ich die Idee halbwegs glaube verstanden zu haben. Ich bin auch nicht unbedingt Anhänger der Theorie, finde den Ansatz aber spannend.

    "Woher weiss Karma, was gut ist"

    Karma / Vipaka weiss gar nichts, und es gibt auch keine Unterscheidung in Gut oder Böse. Die Qualität der Tat und der Bewusstseinszustand des Erlebers bedingen die Qualität des Erlebens, während der Inhalt der Frucht aus der Art des Samens hervorgeht. Eine Unterscheidung in "Gut" oder "Schlecht" kann nur das erlebende dualistische Bewusstsein treffen.

    Alles anzeigen

    Ich fang mal selbst rückwärts an, kilaya.

    Ist was Karma nicht weiß, die Qualität des Erlebens, als Schatten in der Höhle (Verstandesillusionen), und die Qualität der Tat, als Dunkelheit der Höhle (Willenseinsicht) das was Vernunft, als als Bewusstseinszustand des Erlebenden, als flackerndes Feuer des Heraklit in der Höhle des Plato nicht weiß immer schon sich im Charakter befindend, in der Höhle selbst als Speicher der Wärme, der Emotionen und des Lichtes der Angstüberblendung in dem es nicht verlöschen mag ins Nirwana hinein?

    Was sind die Gefesselten, was sind die Dinge die vorübergetragen werden und und und ...

    Danke, ihr habt mir überaus freundlich geholfen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlengleichnis

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 18:42
    gbg:


    Für die Vernunft ist es vermutlich ein "try and error"-Prozess? Ohne jede Absicht und ohne jede Zustimmung!

    Die Vernunft ist für Heraklit die Wahrheit, die stets flackert.
    Sie enthält nach ihm als logos Aussage und Gegenaussage immer schon gemeinsam, lässt aber selbst flackernd, affengeistgleich nur eine verlauten. Wie ein Bogen, saitenschwingend immer nur einen Pfeil (Blitz) gleichzeitig abschießen kann. Denn nach ihm ist ja der Krieg der Vater aller Dinge (Gedanken).

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 18:25
    Freeman reloaded:

    Kleine Anmerkung zwischendurch:

    Das Unangenehme an der Wechselwirkung von Karma und Vipaka ist die Tatsache, dass Handlungsprozesse (Karma) und deren Früchte (Vipaka) oftmals unauflöslich ineinander verschränkt sind und das Feedback zwischen Karma und Vipaka oftmals rasend schnell, in Sekundenbruchteilen geschieht. Daher baucht es einiges an Achtsamkeit und Übung, um diese Prozesse zu erkennen und gegebenenfalls in heilsame Bahnen zu lenken. Fakt ist:

    JEDE Tat hat Folgen. Das verstehen in der Regel schon Kleinkinder.

    Was geht einer Handlung vorraus, wenn man sich in der (Form-)/Gestaltlosigkeit befindet? Eine Absicht?
    Was geht einer Frucht vorraus, wenn man sich in der (Begriffs-)/Gedankenlosigkeit befindet? Eine Zustimmung?

    Vielleicht, hat ja die Leerheit bei einem Buddha, in der er sich befindet als Nirwana, zu einer Handlung ihre Absicht und stimmt gleichzeitig (*) zu ihrer Frucht zu, was nur möglich wäre, weil die Leerheit als Summe ohne Symmetriebruch, aus Begriffs- und Formlosigkeit schon bescheid weiß, was sie bewirkt, noch bevor sie es durch den Buddha tut?

    Das wäre die Wahrheit, die einen frei macht von der Jesus sprach.

    Für die Vernunft ist es vermutlich ein "try and error"-Prozess? Ohne jede Absicht und ohne jede Zustimmung!

    Zitat

    (*) "Ohne Anfang und Ende" ist ein Kriterium der Vorsokratiker für die Arche (Leerheit!).

    Daneben Unbewegtheit (Gestaltlosigkeit!) und Ungeschaffenheit (Gedankenlosigkeit!).

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 17:59

    Woher weiß das Karma was gut ist?
    Vom Tao ist ja bekannt, dass es herrscht ohne zu handeln, so könnte es doch über seinen "rechten Arm", das Karma bescheid wissen?
    Könnte man hier im Sinne des Zen das Tao nicht in die buddhistische Sichtweise vom Karma integrieren?

    Was heist hier herrschen ohne zu handeln?
    Ist das korrekt wiedergegeben?

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 25. November 2016 um 17:37

    Man kann sich doch über den Beitrag der Formlosigkeit verständigen!?

    Formlos, werden zum Beispiel keine Verträge aufgesetzt!
    Warum eigentlich?
    Ist hier das Vertrauen gegenüber der Formlosigkeit bereits verloren?

    Formlosigkeit ist für mich Losgelöstheit, Freiheit und dennoch einen Blick für die Formen haben.
    Wie ist dieser Blick gestaltet? Ist es ein 360° Blick? Wohl nur metaphorisch.
    Aber wie dann?
    Sieht man schon etwas passend und handelt deswegen korrekt, noch bevor man registriert hat, dass es passt? Oder?

    Ist Formlosigkeit = Leerheit :?:

    Oder kommt hier noch die Begriffslosigkeit hinzu?
    Was ist Leerheit :?:

    Oder habt ihr ganz andere Vorstellungen?

    Zitat

    Was ist ist hier gemeint mit "Ist das Leben den wirklich so leer?"? s. Startbeitrag

    Auch redet man doch immer "in Front" und erfährt erst hinterher, dass das Geredete sinnvoll war?
    Erst, wenn von der Grammatik her alles am rechten Ort platziert wurde, beim Punkt?

  • Karma und Vipaka- ein Naturgesetz, dem niemand entgeht

    • gbg
    • 25. November 2016 um 17:27
    Freeman reloaded:

    Dennoch, hier nochmal die einfache Definition von Karma und Vipaka:

    KARMA bedeutet Tun, Handeln, Tatwille, Tatimpuls.

    VIPAKA bedeutet die Frucht einer Handlung.

    Falls irgendetwas daran unklar sein sollte oder jemand Fragen dazu hat, dieser Thread hier soll Gelegenheit dazu bieten.

    Schönes Thema, Freeman reloaded.
    Ich hätte da gleich mal zwei Fragen an wer mag:

    Bedeutet Karma nicht bereits Absicht?
    Denn habe ich etwas scheinbar gutes getan, zum Beispiel als Bäcker billig Brötchen verkauft, kann ja auch die Absicht dahinterstecken, damit Konkurrenten kurzfristig auszustechen, um eine Monopolstelllung zu erreichen. Wirkt das trotzdem karmisch günstig auf mich?

    Wird die Frucht einer Handlung, VIPAKA in einem "Karmaspeicher" abgelegt?
    Wenn ja, wo befindet der sich?

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 25. November 2016 um 17:15

    Danke void!

    Frage an die Runde:

    Sollten wir anders vorgehen und wirkliche Koans besprechen?
    Hat jemand Quellen parrat, oder ein Buch mit Koans zuhause?
    Sonst können wir hier weiter machen.

    Grüße

  • Die verschollenen Schriften von Tao-hsin

    • gbg
    • 25. November 2016 um 16:47

    http://www.raizen.org/schriften.html

    Ich würde gern ganz gemütlich mit euch gemeinsam Koans von obiger Seite nach und nach durchgehen.
    Wenn einer oder mehrere weiter gehen möchten zum nächsten Koan, dann gehen wir weiter.

    Dies sollte streng nach der Lehre des Zen-Buddhismus vor sich gehen.
    Mit der einzigen Ausnahme, dass wir die Annäherung gemeinsam so versuchen.

    Erstes Koan:

    Zitat

    Ein Mann kam zu Tao-hsin, warf sich vor ihn auf den Boden und sagte "Lehre mich die Wahrheit." Tao-hsin reagierte nicht, daraufhin der Mann "Sag mir, wo ich suchen muss." Als er wieder keine Antwort bekam, flehte er "Ist das Leben den wirklich so leer?" Tao-hsin schüttelte den Kopf. Der Mann stand auf und ging.

    Später sagte Tao-hsin "Ich hätte nicken sollen."

    Was ist ist hier gemeint mit "Ist das Leben den wirklich so leer?"?

    Warum sollte das Leben leer sein, frage ich mich?
    Hat das etwas mit der Art zu tun, wie wir das Leben leben, mit der Sichtweise auf das Leben oder mit dem Leben selbst?

    Wie können wir das Koan verstehen?

  • Welche Rolle spielt der Pali-Kanon im Zen

    • gbg
    • 3. November 2016 um 07:59

    Könnte man die Frage "Welche Rolle spielt der Pali-Kanon im Zen?" herunterbrechen auf die Frage "Was steht im Palikanon über no mind und Gegenwärtigkeit und was ist seine Ethik?" :?:

  • "Ist heute eigentlich Gewitter?"

    • gbg
    • 3. November 2016 um 07:42
    Lucy:

    ..............und du kennst samtens Praxis so genau?

    Innerhalb der Tradition wird wie fast überall mit Meditation mit einem Objekt begonnen, dann kann man den kompletten vajrayana durchmachen um bei der Meditation im Sinne von mahamudra zu landen.
    Oder man praktiziert 'einfach' immer weiter ohne die vajrayana schleife, wie es zennies machen - und landet, Überraschung, ebenfalls dort.

    Was ist überhaupt so toll daran, sich über die Praxis anderer den Kopf zu machen - hättest du das gerne über dich?

    Geht es bei allen Meditationen im Grunde genommen nicht immer nur um zwei Dinge, nämlich um no mind und Gegenwärtigkeit?
    Gegenwärtigkeit erlangt man mE durch im Hier und Jetzt sein unterstützt durch Objektmeditation. No mind über sein im inneren Körper unterstützt durch Atmung.
    Sind das für euch auch schon die "Mönchswege"?

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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