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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von Tim1

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 2. Januar 2026 um 07:46

    Der Tonfall im Forum passt sich wohl dem Ton in der Gesellschaft an. Keine Spur von rechter Rede oder anders ausgedrückt respektvolle Kommunikation. Befremdlich. Und wenn das Andere nicht so sehen auch gut, dann sehe es wohl nur ich so, befremdlich.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 21. Dezember 2025 um 14:54

    Der Kern meiner Aussagen, der sich wie ein roter Faden durch meine Beiträge gezogen hat, ist:


    "Ich beobachte eine zunehmende Verhärtung im Umgang der Menschen miteinander und ziehe daraus Konsequenzen für mein eigenes Leben."


    Ich bin auf einem Punkt, wo Worte nicht mehr etwas sortieren, sondern beschreiben, was entschieden ist.

    Jetzt ist auch der Punkt erreicht, wo ich das nicht mehr möchte!


    Es ist keine Verbitterung, sondern ich möchte einfach viel Neues ausprobieren. Ich brauche Menschen, wie Ärzte, Handwerker, die konstruktive Zusammenarbeit in der Arbeit, aber sonst wird sich so ziemlich alles ändern.


    Das ist keine ad hoc Entscheidung sondern eine lange gereifte bewusste Veränderung.


    Schön endlich eine Form von Freiheit zu spüren.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 18. Dezember 2025 um 20:11

    Hallo zusammen,


    dieser Beitrag ist kein positiver.


    Die letzten Wochen haben mich in meinen Begegnungen mit Menschen nachdenklich und ehrlich gesagt auch traurig gemacht. Ich erlebe viel Aggression, wenig Zuhören und kaum Bereitschaft, selbst sachliche Kritik anzunehmen. Gespräche kippen schnell in Abwehr.


    Für mich bestätigt sich dadurch etwas, das ich zunehmend übe: Weniger Worte, mehr Schweigen.


    Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Klarheit. Zu viel Erklären, Rechtfertigen oder Offenheit führt derzeit eher zu Distanz als zu Verständnis. Kürze ist für mich zu einer Form von Selbstschutz geworden.


    Ich habe mich schon lange zurückgezogen, reduziere nun aber weiter auf das Notwendige. Auch im beruflichen Umfeld spüre ich mehr Kälte. Ich registriere das ohne Drama, aber nicht ohne Betroffenheit.


    Was mich irritiert: Wie wenig darüber gesprochen wird, wie stark sich der Umgang miteinander in kurzer Zeit verändert hat. Positives nehme ich kaum wahr. Über vieles lässt sich ohnehin nicht offen sprechen. Meine Haltung bleibt dabei unverändert: unpolitisch, Extremismus fern, am Menschenmaß orientiert.


    Der Buddhismus ist für mich ein Weg von Klarheit, Ruhe und innerer Ordnung. Vielleicht zeigt sich gerade jetzt, wie sehr diese Ruhe im Inneren verankert sein muss – weil sie im Außen kaum noch zu finden ist.

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 9. Dezember 2025 um 20:49

    Ich mache sehr viele Dinge, die fern ab der Lehre sind, aber ich bin halt auch Mensch. Ich mache es nicht Absicht, entgegen meinem Glauben, aber wenn ich etwas habe, was mir noch ein Stück Freude ins Leben bringt, dann tue ich es, da stehe ich aber voll dazu.


    Ich habe das letztens schon geschrieben jegliche Form von Extremismus ob in Politik, in Gesellschaft, im Handeln, in Religionen usw. lehne ich ab.


    Was ich dezidiert nicht mache ist mit meinen Handlungen anderen schaden, aber ich weiß natürlich dass die Lehre es nicht gut heißen würde oder doch? Aber es zählt doch das Handeln und wenn das Handeln ausschließlich auf den Schalter "gut" ausgerichtet ist, dann habe ich kein schlechtes Gewissen.


    Denn wenn ich was mache, was man vielleicht nicht gut finden würde, dann schade ich hoffentlich Niemanden.


    Liebe Grüße Tim

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Tim1
    • 7. Dezember 2025 um 17:09

    Ich möchte nur kurz ergänzen, dass ich persönlich keinerlei Form von Extremismus unterstütze – weder politisch, religiös noch gesellschaftlich. Mir geht es nicht darum, eine bestimmte Partei zu verteidigen oder anzugreifen.


    Ich habe über die Jahre viele politische Strömungen erlebt und für mich festgestellt, dass Extreme – egal von welcher Seite – nicht meinem Verständnis von einem friedlichen, respektvollen Miteinander entsprechen.


    Ich selbst sehe mich heute als eher wertorientiert und ohne klare parteipolitische Bindung. Manche Aspekte früherer Zeiten sprechen mich persönlich an, aber das bedeutet für mich keine politische Haltung, sondern lediglich individuelle Vorlieben und Erfahrungen aus meinem eigenen Lebensweg.


    Mir ist wichtig, dass wir miteinander im Gespräch bleiben, ohne Feindbilder oder Abwertungen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 29. November 2025 um 21:33

    void
    Danke für deine Worte.

    Manchmal formuliere ich hier etwas zurückhaltender, weil mein berufliches Umfeld generell einen achtsamen Umgang mit öffentlichen Äußerungen erfordert. Das ist nichts Dramatisches – ich möchte nur sicherstellen, dass ich Verantwortung für meinen Arbeitsplatz und meine eigene Situation übernehme. Darum schreibe ich manchmal vorsichtiger, als es vielleicht notwendig erscheint.


    Was mich im Alltag stärker prägt, sind gesundheitliche Einschränkungen und der Umstand, dass ich vieles allein stemmen muss. Das lässt mich manche Dinge sensibler wahrnehmen. Es ist aber keine Opferhaltung – eher eine Lebenssituation, in der ich stetig versuche, ruhig und klar zu bleiben.


    Was politische Themen betrifft: Ich fühle mich keiner Richtung verbunden und meide extreme Positionen. Meine Werte sind ganz allgemein menschlich – Respekt, Fairness, friedliches Miteinander –, nicht politisch motiviert.


    Monikamarie
    Deine Worte haben mich im ersten Moment überrascht, weil ich mich darin nicht wiedererkannt habe. Aber ich weiß, dass du es nie böse meinst, und ich nehme dir nichts übel. Es ist leicht, bei geschriebenen Worten etwas hineinzuinterpretieren, was gar nicht so gemeint war – das passiert uns allen.


    Mir ist nur wichtig klarzustellen, dass meine Sichtweisen keine politische Grundlage haben. Sie entstehen aus meinen persönlichen Erfahrungen und aus der Art, wie ich die Welt wahrnehme. Mehr steckt da nicht dahinter.


    Ich schätze unsere Gespräche hier sehr, gerade weil sie meist von gegenseitigem Verständnis geprägt sind.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 29. November 2025 um 18:18

    Monikamarie
    Monika, ich möchte nur ein kleines Missverständnis aufklären.

    Übrigens ich arbeite seit über 40 Jahren durchgehend, also dein Vergleich mit Menschen, die den Staat benötigen verstehe ich nicht ganz.


    Ich habe keinerlei politische Tendenz oder Nähe zu irgendeiner Fraktion. Politik spielt in meinem Leben keine Rolle mehr, und ich möchte auch nicht in politische Kategorien eingeordnet werden. Meine Haltung zu Themen ist rein persönlich und aus meinem eigenen Lebensweg entstanden, nicht aus einer Ideologie.


    Meine Werte sind schlicht menschlich: Respekt, Frieden, Gleichberechtigung, Fairness und ein gutes Miteinander. Ich habe nichts gegen andere Herkunft, andere Lebensweisen oder andere Meinungen.


    Wenn ich bestimmte Entwicklungen kritisch wahrnehme, dann aus persönlicher Betroffenheit – nicht aus einem politischen Blickwinkel.


    Ich wünsche mir daher einfach, dass wir uns gegenseitig ohne solche Zuschreibungen begegnen. Man kann unterschiedliche Erfahrungen haben, ohne dass dahinter eine politische Haltung stehen muss.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 29. November 2025 um 13:10

    Samadhi1876
    Ich finde deine Gedanken sehr hilfreich, weil sie etwas ansprechen, das in der modernen Lebensrealität oft übersehen wird. Die Lehre bleibt zeitlos – aber die Rahmenbedingungen, unter denen wir praktizieren, könnten unterschiedlicher kaum sein.


    Der Buddha hatte Rückzugsmöglichkeiten, eine unterstützende Gemeinschaft und einen Lebensstil, der – trotz der damaligen Härten – eine klare Ausrichtung erlaubte.


    Viele Menschen heute leben dagegen in einer Welt, die stark verdichtet ist: hohe berufliche und gesellschaftliche Anforderungen, wenig Raum für Stille, zunehmende soziale Härte, wirtschaftlicher Druck und nicht selten gesundheitliche Einschränkungen oder alte Verletzungen, die mitgetragen werden müssen.


    Wenn man zugleich in Strukturen eingebunden ist, in denen man wenig Gestaltungsspielraum hat und große Verantwortung trägt, aber kaum darüber sprechen darf oder kann, entsteht eine Art innerer Stau. Dieser Stau ist nicht „Jammern“, sondern ein realer Teil des menschlichen Erlebens. Er wirkt sich auf Körper, Geist und Herz aus. Und er lässt sich nicht einfach „abschalten“, nur weil man buddhistische Prinzipien kennt.


    Gerade dann wird deutlich, wie anspruchsvoll Achtsamkeit und Gleichmut in unserer Zeit geworden sind. Für manche ist es ein täglicher Kraftakt, überhaupt inneren Abstand zu finden – besonders wenn chronische Krankheit, Einsamkeit oder ökonomischer Druck mitschwingen. Die Welt verändert sich schnell, oft rau, und es fühlt sich manchmal an, als würden die feinen Fäden des Mitgefühls in der Gesellschaft dünner werden.


    Daher finde ich es wichtig, dass man anderen nicht vorschnell vorwirft, sie würden „übertreiben“. Die äußeren Bedingungen sind eben nicht für alle gleich. Was für den einen eine kleine Welle ist, kann für den anderen ein Sturm sein, weil die Ressourcen unterschiedlich sind.


    Und manchmal bleibt einem nur, unter schwierigen Umständen so würdevoll wie möglich weiterzugehen – mit der Praxis als Orientierungshilfe, auch wenn die Schritte schwer sind.


    Gerade deshalb ist Austausch wertvoll: nicht um sich zu beklagen, sondern um zu verstehen, wie unterschiedlich die Belastungen sein können. Das schafft Mitgefühl – und genau davon bräuchte die Welt aktuell wieder mehr.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 25. November 2025 um 22:40

    void

    Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen, dass sich manche Dinge für mich anders anfühlen als noch vor Kurzem. Nicht besser oder schlechter – einfach anders.


    Wenn ich heute frage, was wirklich wichtig ist, dann merke ich: Vieles von dem, worüber ich früher geschrieben habe – Gesellschaft, Politik, all die großen Debatten – berührt mich nicht mehr so wie früher. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil ich spüre, dass diese Dinge für meinen eigenen Weg kaum Bedeutung haben.


    Meine „Weltsicht“ war ohnehin nie nur meine eigene. Sie war ein Produkt von Einflüssen, Erwartungen, Erfahrungen – und letztlich oft auch Verwirrung. Jetzt sehe ich deutlicher, dass das, was wirklich Bestand hat, in mir selbst liegt: Fähigkeiten, die ich nicht gelernt habe, sondern die einfach Teil meines Wesens sind.


    Ich habe mich lange mit Themen beschäftigt, die mich eher erschöpft haben als genährt. Ich habe gegen Windmühlen gekämpft, mich an Dingen festgebissen, die ich weder verstehe noch beeinflussen kann. Und ja, ich bin müde davon. Nicht resigniert, sondern einfach ausgebrannt von einem Weg, der nicht meiner war.


    Darum rückt für mich jetzt etwas anderes in den Vordergrund: Selbstfürsorge. Nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als Rückkehr zu mir selbst. Der äußere Lärm ist für mein Leben nicht mehr entscheidend. Ich möchte Schritt für Schritt mehr inneren Frieden finden und mich von dem lösen, was mich unnötig belastet.


    Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich vieles selbst entscheiden kann, ohne mich ständig an anderen zu orientieren. Und genau das gibt mir Ruhe. Die Welt wird ihren Weg gehen – und ich meinen. Ich habe keine Angst davor, was kommt, weil ich gelernt habe, dass das Einzige, das wirklich trägt, die eigene innere Klarheit ist.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 25. November 2025 um 21:19

    Es ist alles korrekt, was ihr anmerkt, auch dass vor 500 Jahren, die Dinge noch schlimmer gewesen sein mögen, mag stimmen. Ich kann immer nur meine Lebensspanne beurteilen da mache ich keinen Hehl daraus, die Entwicklungen gefallen mir nicht, aber da es außer mir Niemand scheinbar so wahrnimmt ist es mein Thema allein.


    Jeder zieht für sich seine Konsequenzen aus dem was er erlebt. Ich nehme zur Kenntnis, dass Viele Dinge anders sehen, ich opponiere nicht dagegen. Ich möchte so nicht leben, daher habe ich mich für einen anderen Weg für mich entschieden.


    Ich kann nur Schritt für Schritt gehen, wobei ich gehe nicht zu etwas sondern weg von etwas. Der Buddhismus ist der beste Weg, denn ich kennenlernen durfte und er wird mich begleiten.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 24. November 2025 um 20:44

    Samadhi1876 Wunderschöner Text - Danke.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 24. November 2025 um 20:23

    Manche werden sich denken: „Jetzt übertreibt er aber – so oft muss man wirklich nicht schreiben. Gerade als Buddhist sollte man doch mehr in sich gehen.“


    Stimmt schon. Mach ich. Aber 24 Stunden am Tag „in sich gehen“ ist auch irgendwann anstrengend.


    In letzter Zeit fühle ich mich manchmal, als wäre ich fünf Jahre im Koma gewesen. Wenn ich dann rausgehe, kommt mir vieles vor wie ein Sturm aus Eindrücken, dem ich kaum trauen kann. Nicht als Kritik gemeint – oder vielleicht doch ein bisschen? Ich weiß es nicht. Und eigentlich muss ich ja auch nicht alles verstehen, was ich wahrnehme.


    Vielleicht ist „Überforderung“ das ehrlichste Wort. Es ist einfach viel: die täglichen Eindrücke, die Absurditäten, der sogenannte „normale Wahnsinn“, wie ich es nenne. Und ich ertappe mich ständig dabei, Wege zu suchen, dem auszuweichen oder es irgendwie zu ordnen.


    Ein Bekannter hat kürzlich einen Artikel darüber geschrieben, dass die Welt verrückt geworden sei. Da habe ich mich gefragt: Bin ich es, der verrückt ist? Oder sind es die anderen? Oder ist das einfach die Welt, wie sie ist – und ich stolpere nur gerade ein bisschen mehr als sonst?


    Ich weiß nicht einmal genau, was ich mit all dem sagen will. Es geht mir einfach viel durch den Kopf, und über vieles darf ich nicht sprechen. Das macht es nicht leichter.


    Liebe Grüße
    Tim


    PS: Das hier war ein spontaner Text. Ohne 30-mal drüberlesen, ohne Feinschliff. Und nein, es ist keine Klage. Worüber sollte ich noch klagen? Der normale Wahnsinn ist nun mal… normal.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 18. November 2025 um 19:30

    Samadhi1876

    Glaub mir, bevor ich einen Beitrag hier reinstelle, überlege ich mir sehr genau, was ich schreibe, das sagt wohl Einiges aus oder? Wobei das nichts mit dem Buddha Land zu tun hat, sondern mit anderen Dingen, wie du sagst Veränderungen in der Gesellschaft und der Welt.

    Danke für deine positiven Ablenkungen!!!

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 17. November 2025 um 16:46

    Für mich hängt der Buddhismus immer auch mit dem zusammen, was draußen passiert. Darum tauchen in meinen Beiträgen manchmal gesellschaftliche Beobachtungen auf – einfach das, was mich beschäftigt.


    Ich achte aber sehr darauf, wie ich Dinge formuliere. Nicht, weil ich mich verstecken möchte, sondern weil ich keine Diskussionen lostreten will. Manche Themen polarisieren schnell, und dafür habe ich weder Zeit noch Energie. Deshalb versuche ich, meine Gedanken so auszudrücken, dass sie ruhig bleiben und niemanden angreifen.


    Gleichzeitig akzeptiere ich natürlich andere Sichtweisen und sehe auch keinen Sinn darin, über jede Differenz zu diskutieren. Schweigen ist manchmal die bessere Wahl.


    Der Buddhismus ist Teil meines inneren Weges, aber auch meines äußeren Lebens. Ich beobachte, lerne, ziehe mich zurück, wenn es nötig ist – einfach um meinen Seelenfrieden nicht zu verlieren.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 10. November 2025 um 09:02

    Einmal ein anderer Zugang, sehr gut.:)

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 14:38

    Aravind

    Ich verstehe deinen Einwand, aber in der Praxis ist es gar nicht so einfach, sich dem allen zu entziehen.


    Ich habe nur normales Fernsehen – keine Zusatzpakete. Und was dort läuft, ist meist seichte Unterhaltung oder immer wieder die gleichen Nachrichten. Nur wenige Sender wie 3sat oder Arte bieten Inhalte, die wirklich Tiefe haben.


    Am Arbeitsplatz ist mein Browser so vor eingestellt, dass automatisch msn.com startet – das kann ich nicht ändern, und dort erscheinen ständig Schlagzeilen, oft mit sehr ähnlicher Ausrichtung.


    Selbst wenn ich versuche, mich fernzuhalten, werde ich von einem Strom negativer Meldungen erreicht – und das zermürbt auf Dauer.


    Dazu kommt, dass sich die Gesellschaft stark verändert. Die Töne sind rauer geworden, das Mitgefühl seltener. Ich spüre diese Umbrüche im Alltag, im Beruf, eigentlich überall.


    Monikamarie

    In der Theorie klingt es leicht, einfach weniger aufzunehmen – in der Realität ist das kaum möglich.


    Meine Arbeit bringt viele belastende Eindrücke mit sich, und Diskussionen lassen sich nicht immer vermeiden.


    Ein Kollege zum Beispiel, sehr freundlich, aber stark religiös geprägt, versucht oft, mich von seiner Sicht zu überzeugen. Ich versuche dann, ruhig die buddhistische Haltung einzubringen – doch meist habe ich das Gefühl, dass er gar nicht wirklich zuhört.


    Da empfinde ich großen Respekt für den buddhistischen Weg:
    Er missioniert nicht. Er versucht nicht zu überzeugen.
    Er erinnert nur still daran, achtsam zu bleiben – auch dann, wenn die Welt laut ist.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 11:03

    void


    Ja, das stimmt – was du über die Zeugen Jehovas sagst, habe ich ganz ähnlich erlebt. Da ist man chancenlos, sobald man versucht, eine sachliche Diskussion zu führen.


    Ich nehme die Ausgrenzung heute nur stärker wahr, weil sich die Welt verändert hat. Früher gab es weniger Medien und weniger ständige Reize – heute wird man beinahe überflutet davon.


    Dadurch fällt vieles deutlicher auf und manches wirkt extremer, auch wenn es das vielleicht gar nicht mehr ist als früher.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 10:56

    Liebe Monika,


    ich weiß, dass auch du in deinem Berufsleben schwere Zeiten hattest – mit Mobbing, Ungerechtigkeiten und vielem, was einen innerlich erschüttern kann.


    Und du hast etwas sehr Wichtiges gesagt: dass diese Zeit dich im Rückblick wachsen ließ. Das empfinde ich ähnlich. Die schwierigsten Phasen sind oft die lehrreichsten, weil sie uns zeigen, wer wir wirklich sind und was in uns trägt.


    Mit Alter, Krankheit und Tod bin auch ich konfrontiert – wenn auch ein paar Jahre jünger als du. Ich habe ebenfalls schmerzhafte Verluste erlebt und lebe schon lange mit gesundheitlichen Einschränkungen. In letzter Zeit spüre ich das Älterwerden stärker und frage mich manchmal, wie die kommenden Jahre wohl sein werden.


    Doch immer öfter halte ich mich an den Gedanken: Es gibt keine wirkliche Zukunft – nur diesen Moment. Und aus ihm versuche ich das Beste zu machen.


    Ich weiß, dass dein Leben kein leichtes war und dass der Verlust deines Partners dich tief getroffen hat. Das tut mir sehr leid. Auch wenn die Lehre des Buddha hilft, mit dem Leid zu gehen, bleibt die Trauer doch ein stiller Begleiter.


    Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, sehe ich ebenfalls vieles, wofür ich dankbar bin – auch meine Arbeit, die mir seit fast 30 Jahren ein sicheres Auskommen ermöglicht hat, trotz der schwierigen Umstände. Dafür empfinde ich heute große Wertschätzung.


    Alles Gute weiterhin, liebe Monika.


    Ich weiß, dein Weg war nie einfach – und gerade deshalb bist du für mich ein Beispiel von Stärke und innerer Reife.


    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 07:46

    void
    Ob es immer schon so war, kann ich nicht sicher sagen. Vielleicht hat sich nicht die Welt verändert, sondern nur unsere Wahrnehmung – weil heute alles unmittelbarer auf uns einströmt.


    Was mir auffällt, ist die Einseitigkeit vieler öffentlicher Diskussionen. Wer Dinge hinterfragt, wird schnell in eine Schublade gesteckt, und das empfinde ich als Verlust von Vielfalt und Offenheit.


    Mir fehlt oft die ruhige Stimme der Vernunft – der Raum, in dem unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander bestehen dürfen, ohne gleich bewertet zu werden.


    Vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn wir wieder lernen würden, einfach nur zuzuhören.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 07:41

    Liebe Monika,


    ich verstehe gut, dass du das aus deiner Erfahrung und deiner jetzigen Lebenssituation anders siehst. Du hast die Möglichkeit, dich mit Themen zu beschäftigen, die wirklich nähren und frei machen – und das ist etwas sehr Kostbares.

    Ich freue mich ehrlich, dass du das leben kannst.


    Bei mir ist es anders, weil ich noch mitten in einer Welt stehe, in der ich funktionieren und mit Menschen zusammenarbeiten muss, die oft ganz andere Werte vertreten. Ich kann mir mein Umfeld nicht aussuchen, und genau dort liegt für mich die tägliche Übung – im Aushalten, im Prüfen, im Loslassen, wo es möglich ist.


    Kritik nehme ich durchaus an, ich prüfe sie, und wenn sie berechtigt ist, bin ich dankbar dafür. Aber wenn Worte ungerecht oder verletzend sind, dann bleibt es eine Herausforderung, ruhig zu bleiben. Verbale Angriffe sind real – auch wenn man sie nicht sieht.


    Was du schreibst über das Nicht-Hängen an Meinungen und Rechthaberei, das teile ich vollkommen. Ich versuche, das in meinem Leben umzusetzen, so gut ich kann. Nur dort, wo weltliche Regeln mich zwingen, Stellung zu beziehen, kann ich mich nicht einfach entziehen – und das kostet manchmal Kraft.


    Ich schätze deine Sichtweise sehr, Monika, weil sie mich immer wieder daran erinnert, wohin der Weg führt: zu mehr Frieden im Inneren. Ich bin noch unterwegs dorthin – mitten im Lärm der Welt.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 8. November 2025 um 07:35

    Anna Panna-Sati
    Danke, Anna, für die schönen Zitate und die Erklärung dazu.


    Ich sehe das ähnlich – Worte brauchen nicht nur Wahrheit, sondern auch den richtigen Moment und die innere Haltung dahinter.


    Mir fällt oft auf, dass selbst wahre Worte verletzen können, wenn sie nicht aus Ruhe und Mitgefühl kommen. Dann wird das Gesagte schnell zur Waffe, auch wenn es nicht so gemeint war.


    Darum versuche ich, bevor ich spreche, kurz innezuhalten und zu spüren, ob es hilfreich ist oder nur mein Bedürfnis, recht zu haben.


    So gesehen ist Schweigen manchmal die ehrlichste Form der Rede.


    Liebe Grüße,
    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 7. November 2025 um 11:02
    Zitat

    Aravind
    Das widerspricht etwas Deiner ersten Aussage. Du willst alles aus Deiner Sicht sagen können, ohne dass es Konsequenzen hat. Das wäre doch etwas viel verlangt. Das ist ja Deine persönlich Sicht, "das etwas falsch läuft". Andere haben natürlicherweise eine andere Position. Völlig unabhängig davon, was jeweils richtig oder falsch ist, und ob es in der Situation überhaupt richtig oder falsch gibt.


    Der einzige Fall, wo das so funktioniert, ist, wenn Du Deinem Gegenüber völlig egal bist, und er/sie Dich ignoriert.

    Da will ich Dir nicht widersprechen. Menschen, wo ich weiß, sie ignorieren mich, da vermeide ich Konversation, denn es interessiert sie ohnedies nicht.

    Liebe Grüße

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 7. November 2025 um 10:58

    pano
    Immer die Wahrheit zu sagen ist wie du richtig anmerkst, schwer, es kann anderen Menschen schaden.


    Dein Beispiel aus der Arbeitswelt ist gut, das sehe ich mittlerweile ähnlich. Dort ist die Sinnlosigkeit jeglicher Form von Wortspende umsonst und verändert genau Nichts.


    Das ist mein schwierigstes Übungsfeld, denn ich werde den ganzen Tag genau mit diesem Klagen konfrontiert.


    Wie du korrekt erwähnt hast, egal ob Dinge nun richtig oder falsch sind, es ändert sich nichts, daher versuche ich zu schweigen. (Wiederholung von oben).


    Wenn ich die Wahrheit ausspreche, schade ich anderen Menschen und das möchte ich nicht, ob sie nun richtig oder falsch handeln. Das ist nicht mein Thema.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 7. November 2025 um 10:46

    Qualia
    Interessant, was du schreibst, Qualia.


    Ich verstehe, was du meinst mit dem Sprechen in der Höhle. Vielleicht reden wir alle von dort aus, nur mit unterschiedlichem Echo.


    Manchmal glaube ich, dass nicht das Schweigen das Problem ist, sondern die Erwartung, dass Worte etwas bewegen müssen.


    Ich habe für mich gelernt, dass Kommunikation nicht unbedingt Austausch bedeutet. Oft ist sie nur ein Spiegel – jeder sieht, was er sehen kann.


    Das Schweigen, von dem ich sprach, ist daher kein Verstummen, sondern eher ein inneres Zurücktreten, um den Klang der eigenen Worte nicht zu überschreien.


    Du sagst, Schweigen sei dir unmöglich, weil du ein Mensch bist.


    Ich denke, gerade darin liegt das Üben: menschlich zu bleiben, auch wenn man schweigt.
    Vielleicht ist das der Punkt, an dem Reden und Schweigen gar keine Gegensätze mehr sind.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 7. November 2025 um 06:58

    Meine Beiträge sind teils inhaltlich sehr ähnlich, das fällt mir selbst auf. Aber es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, daher bitte um Verständnis, dass es durchaus zu Wiederholungen kommen kann, weil ich Pausen mache und nur dann schreibe, wenn ich das Gefühl habe, da ist kein anderer Platz, wo ich was sagen kann.

    Mir fällt in letzter Zeit immer stärker auf, dass man vieles nicht mehr sagen kann, ohne dass es gleich Konsequenzen hat.


    Ob im Beruf oder privat – wer ehrlich ist, steht schnell allein da.


    Ich habe das akzeptiert, ohne Groll, aber manchmal ist es schon eigenartig, in so einer Welt zu leben.


    Man darf ja reden, aber nicht alles sagen, und wenn man’s tut, zahlt man halt den Preis.


    Ich merke, dass Schweigen oft mehr bewirkt als Reden. Nicht, weil man Angst hat, sondern weil man versteht, dass Worte nur dann Sinn haben, wenn jemand sie wirklich hören will.
    Und das ist selten geworden.


    Gleichzeitig weiß ich, dass ich viele Dinge nicht ändern kann, auch wenn ich sehe, dass sie falsch laufen.


    Das schmerzt manchmal, aber dauernd dagegen anzugehen, macht einen nur müde und hart.
    Darum konzentriere ich mich auf das, was ich beeinflussen kann – ruhig zu bleiben, meinen Teil gut zu machen, Mitgefühl zu bewahren, wo es geht.


    Alles andere lasse ich laufen, so wie es eben läuft.


    Der Buddhismus hilft mir, das zu verstehen: Wahrhaftigkeit und Gelassenheit schließen sich nicht aus.


    Man kann ehrlich bleiben, auch wenn man schweigt. Und man kann das Herz offen halten, selbst wenn man das Außen nicht verändern kann.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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