Ich sehe deinen Punkt etwas anders. Aus buddhistischer Sicht greift es zu kurz, psychotisches Erleben ausschließlich als medizinisches Problem zu betrachten. Der Buddha würde wohl eher fragen: Unter welchen Bedingungen entsteht dieses Erleben, woran wird festgehalten und was führt zu mehr oder weniger Leiden?
Das bedeutet nicht, eine Psychose zu verklären oder psychiatrische Behandlung abzulehnen. Aber gerade die buddhistische Lehre vom bedingten Entstehen zeigt, dass Körper, Geist, Umwelt und Wahrnehmung nicht einfach voneinander getrennt betrachtet werden können. In diesem Sinne finde ich deine Sicht etwas zu einseitig: Medizin kann Symptome behandeln – aber damit ist die Frage nach dem Erleben und seinen Bedingungen noch längst nicht beantwortet.