Das ich ist ein Konstrukt meines Hirns. Es entsteht dadurch dass im Hirn nur Wahrnehmungen über die Sinnesorgane ankommen. Es ist also letztlich die Konsequenz eines großen Informationsfilters, einem biologischen Zensor.
Du meinst also, dass das Hirn die materielle Basis für das Ich darstellt? Und die Wahrnehmungen sind der Stoff, aus dem das Hirn dann das Konstrukt "Ich" schafft?
Ich mache auch mal einen Versuch einer Definition:
Frei nach Kant ist das "Ich" eine Vorstellung, die alle meine Gedanken, Gefühle und Empfindungen begleitet. Ich bin es, der der dies denkt, fühlt und empfindet. In diesem Sinn ist es das Zentrum oder die Perspektive aus der ich die Welt erlebe. Man könnte das auch als eine raumzeitliche Positionalität bezeichnen. Ich bin hier und nicht dort. Ich bin jetzt und nicht vergangen oder zukünftig.
Dazu kommt für mich auch die biographische Gewordenheit des Selbst. Ich bin das Selbst, das durch meine Erfahrungen und Lebensgeschichte bestimmt und geprägt wurde. Das vergegenständlichte Selbst meiner Erfahrungen, Überzeugungen, Ansichten, biologisch-leiblichen Reifung und Krankheit, usw...
Für eine Unterscheidung zu einem selbst sehe ich wenig Anlass. Interessanter wäre die Frage wie sich das ich zum „Du“ verhält, und wie es sich zum „wir“ verhält.
Das "Ich" und das "Du" stehen sich erstmal undurchsichtig gegenüber. Sie brauchen die Sprache und den körperlichen Ausdruck, um sich überhaupt verstehen zu können.
Das "Wir" ist eine Ansammlung von "Ichs", in denen das einzelne "Ich" aufgehen kann. Mit dem es sich identifizieren kann.