Steht wo im Palikanon?
Ich will ja nicht bestreiten, daß der Buddha für seine Gemeinschaft und auch für deren Erwachen der wesentliche Faktor war. Und das danach ein großes Problem bestand. Dieses wurde dann versucht, mit fiktiven Übertragungslinien, transzendentalen Buddhas etc. zu retten. Der Lehrer fingiert dann als fiktiver Buddhaersatz. Das war ja damals auch verständlich. Aber wir leben 2020. (Das man da noch an Segensübertragungen glaubt, ist schwer zu glauben).
Das andere Problem ist, daß aus meiner Sicht ein enger Zusammenhang zwischen Schulen, in denen der Lehrer überhöht wird, und Schulen, die ein großes Problem mit Mißbrauch haben, besteht.
Beiträge von Daoist
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Ich denk, du musst da sehr genau zwischen den verschiedenen Mahayana-Schulen unterscheiden. Und ich denke, daß tibetische Vajrayana (und das Tulku-System es ist ja ne tibetische Spezialität, und es sieht schon nach persönlicher Wiedergeburt aus, obwohl sie ja glauben es seien Emanationen eines transzendenten Buddhas oder Bodhisattvas - im japanischen Vajrayana gibt es so etwas nicht soviel ich weiß). Und es ist Seltsam, daß viele, die nicht an katholische Reliquien und Jungferngeburt glauben würden, mit buddh. Reliquien und Glauben an Tulkus keine Schwierigkeiten haben.
Bei den Zennies, die ich kenn, spielt die Karma und Wiedergeburt-Lehre keine Rolle. Im Shin ist die Karmalehre quasi aufgehoben. Man sollte da schon differenzieren.
Andererseits denk ich, daß auch bei den Theravadis und den neuen Schulen, die sich auf den Palikanon beziehen (Grimm, Debes) Wiedergeburt und Karma wichtig war/ist.
Bei den säkularen Buddhisten denk ich manchmal, daß es für sie entspannter wäre, sich gar nicht auf Buddha zu beziehen. Meditation und Nicht-Ich-Lehre hat ja das Label Buddha gar nicht nötig, das geht ja auch ohne. Und da muss man sich nicht so ein Konstrukt von was Buddha aus dem Hinduismus übernommen hat zurechtbasteln. (Ich hab eh so den Verdacht, daß einzige neue an Buddha war die Anatta/Anatman-Lehre). Es ist sicher entspannend, wenn die ganzen Glaubenslehren und Widersprüche nicht mitgeschleppt werden müssen. (Obwohl es mich verwundert, daß sie so Vipassana-lastig sind). -
Und im Dharma ist es so ,das der Lehrer oder im Vajrajana halt auch der Guru einfach nicht wegzudenken sind.
Im Vajrayana ist es sicher so, das man von einem Lehrer abhängig ist, Man braucht Einweihungen, Erklärungen etc.
Aber allgemein im Dharma ist es meines Wissens nicht so. Im Shin brauchst du keinen Lehrer. Auch gibt es independent Nichirengruppen und Zengruppen in der "Nachfolge" von Toni Packer, die auch ohne Lehrer auskommen. Aber ich wiederhol mich. -
(Falls das eine längere Dikussion werden sollte, sollten wir das von der Anfängerfrage abtrennen)
Ich verstehe, was Du meinst, aber ich denke, Du unterschätzt hier die Flexilibilität (oder die Komplexität) des Geistes. Was in der Praxis kultiviert wird, ist ja keine neue Eigenschaft des Geistes, es wird nur eine Eigenschaft gezielt trainiert.
Liebe Grüße,
Aravind.
Das Beobachten hat den Nachteil, das es einen Beobachtenden erschaffen/abspalten muss. Eigentlich ist es ne Form von Dissoziation. Es versucht, eine vom Leben zu unterscheiden.
Die Frage ist auch: Wieso sollte das Selbst eigentlich unvergänglich sein? Ist das ein Glauben?
Selbst bezieht sich ja im buddh. Kontaxt auf das hinduistische atman-Konzept. Und das ist der unveränderliche Kern. Und ein Glaube.
Wenn du als Selbst freilich Gedanken, Gefühle, Empfindungen bezeichnen willst, dann ist es etwas anderes.
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[lz]
Ich verstehe, was Du meinst, aber ich denke, Du unterschätzt hier die Flexilibilität (oder die Komplexität) des Geistes. Was in der Praxis kultiviert wird, ist ja keine neue Eigenschaft des Geistes, es wird nur eine Eigenschaft gezielt trainiert.
Liebe Grüße,
Aravind.[/lz]
So du Praxis als Geistestraining siehst, schon. (Was aber auch einige phil. Probleme mit sich trägt, es müsste einen Geist hinter den Dingen geben, den man trainieren kann.)
Im Zen, in der Nembutsu-und Daimokurezitation des Buddhismus (sowie dem Sitzen und Vergessen und dem Herz-Geist-Fasten des Daoismus) eher nicht. -
Das Beobachten hat den Nachteil, das es einen Beobachtenden erschaffen/abspalten muss. Eigentlich ist es ne Form von Dissoziation. Es versucht, eine vom Leben zu unterscheiden.
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Wie also gehe ich mit sowas im Alltag richtig um?
Los lassen...mhh... okay... und wie?
Also ein Gefühl ist ja nun mal da.
kann man das beeinflussen?
Dem Gefühl ausdruck geben indem man etwas sagt?
Oder dieses Gefühl ignorieren?...ist ignorieren = los lassen?
Das Gefühl ist da, und du kannst es nicht beeinflussen. Denn du bist ja nur Gedanken, Gefühle, Empfindungen.
Aber du kannst sehen, daß da nur Gefühle etc. sind. Meist bauschen wir sie auf, nehmen sie wichtig. Sie nicht ignorieren, einfach, als das sehen, was sie sind. Letztlich ein Ausdruck von Lebendigkeit.
Es hat auch was mit Anvertrauen (um mal nen Shin-buddh. Ausdruck zu verwenden) an das Leben zu tun. Das seltsame ist: Will ich das Jetzt nur so, wie ich es mir erträume, dann steh im im Zwiespalt mit dem Leben. Akzeptier ich es erstmal so, wie es ist, verändert es sich von selbst. Mein Wollen scheint irgendwie das Leben zu blockieren. -
Es gibt ein Sitzen, um etwas zu erreichen, und ein einfach so sitzen.
Da stellt sich mir jetzt die Frage welche der beiden varianten denn die sinnvollere ist?
man meditiert ja eigentlich schon um irgendwann etwas "zu erreichen"...
Den Gedanken braucht es ja erst mal um überhaupt damit an zu fangen?
Probier einfach beides aus. Für mich hat das einfach so eine eigene Schönheit. Das Um zu ist aus meiner Sicht eher so ne Händlermentalität: Ich tu etwas, weil ich etwas dafür bekomme. Es ist bei vielen anderen Dingen ja ähnlich: Ich kann einfach so spazieren gehen oder um meine 10000 Schritte pro Tag zu erreichen. Aus meiner Sicht hat das ne verschiedene Qualität.
Denn wenn man einfach nur sitzt, dann sitzt man einfach nur. So einfach wie es klingt, so schwer ist es wirklich umzusetzen.
okay aber was ist dann der Sinn darin?
das verstehe ich noch nicht so?
Einfach sitzen... okay aber wozu?
Vielleicht hat es ja keinen Sinn. Das ist ja das schöne daran. Sinn ist ja nur ne Kategorie des Verstandes. Leben ist aber meist ohne wozu. Wie ein christlicher Mystiker mal sagte:
[lz]Die Ros' ist ohn warumb
sie blühet weil sie blühet
Sie achtt nicht jhrer selbst
fragt nicht ob man sie sihet.[/lz]
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Das Machen ist weniger das Problem imho, sondern mit welcher Haltung und welcher Absicht.
Das gilt aber ja auch für die Meditation und Artverwandtes.Obwohl ich würde eher sagen ob mit Absicht oder einfach so. Obwohl es ja wenns gut läuft nicht mal Tun ist.
Es gibt ein Sitzen, um etwas zu erreichen, und ein einfach so sitzen. -
Eine gute Zusammenfassung von Buddhas Lehre findest du unter Wettimuny, R. G. de S. - Die Lehre des Buddha und ihre wesentliche Bedeutung. Das schöne ist, es ist kostenlos. Überhaupt ist Dhamma Dana - Dhamma Dana da eine gute Anlaufstelle. Auch Buddhadasa Bhikkhu;s "Das Kernholz des Bodhibaums – Suññata verstehen und leben" ist lesenswert und kannst du dort finden.
Da es eher Theravada-lastig ist, empfehle ich (immer wieder) als Ergänzung: Kleine Übersicht über Philosophie und Praxis einiger buddhistischer Schulen von M.B. Schiekel.
Und eigentlich ist es ganz einfach: Nichts, was es auch sei, sollte festgehalten werden. Aber nichts fällt uns so schwer wie Einfachheit. -
Es gibt eine Stelle in Buddhas Schriften, wo er gefragt wird, ob er seine Lehre in einem Satz zusammenfassen könnte. Buddha sagte: Nichts, was es auch sei, sollte festgehalten werden.
Und im Zen gibt es einen berühmten Text von Daio Kokushi, in dem es heisst:
[lz]In der Absicht, Blinde anzuziehen,
ließ Buddha seinem goldenen Munde
spielerische Worte entspringen;
seitdem sind Himmel und Erde überwuchert
mit dichtem Dornengebüsch.
O meine lieben und ehrenwerten Freunde,
die ihr hier versammelt seid:
Wenn ihr euch danach sehnt, die donnernde Stimme
des Dharma zu hören,
gebt eure Worte auf, entleert eure Gedanken,
dann kommt ihr so weit, das eine Sein zu erkennen.[/lz]
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Ich kopier mal nen Teil von einer Antwort hier rein, der mit verschoben wurde.
[lz]Das Wichtignehmen des Lehrers ist aber im Buddhismus sehr verschieden. Im Vajrayana nimmt man sogar auch Zuflucht zu Lama, Yidam und Dakini. Auch im Zen ist der Lehrer sehr wichtig. (Das sind aber auch die Schulen mit den meisten Skandalen). Obwohl Toni Packer und einige Indpendent Zen Gruppen gezeigt haben, daß es auch ohne Lehrer geht. Wie es im Theravada ist, weiß ich nicht. Ich hab aber den Eindruck, daß er dort nicht so übersteigert ist. Im Shin spielen Lehrer keine Rolle, sogar der Priester ist, wie es einer der Hauptshinpriester in Deutschland mal sagte, der der den Raum aufschliesst und die Blumen anordnet. Im Nichiren-Buddhismus ist (sieht man mal von der Verehrung von Ikeda bei Soka Gakkai ab) Daimoku und Gohonzon wesentlicher als der Lehrer, hab ich den Eindruck.[/lz]
Aus meiner Sicht ist das einzige, was ein Lehrer tun könnte, dir alles wegzunehmen, und dich auf dich zurückzuwerfen.
A la Ikkyu:„Ich würde gerne irgend etwas anbieten,
um Dir zu helfen,
aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“
Das Problem bei Lehrern ist meiner Meinung nach, daß sie eine Ausbildung genossen haben, aber nicht erwacht sind. Im Vajrayana soll man sie als Buddha sehen, aber sie sind es nicht. Vielleicht ist der einzige Ausweg da (will man wirklich noch am den Prinzip des Lehrers festhalten), es so zu sehen wie James Low: "Sieh den Lehrer als Buddha, aber vergiß nicht, daß er auch ein Arschloch ist."
Wir denken oft, Lehrer seien aber doch schon ein wenig schwanger, zu mindest ein wenig mehr schwanger als wir, aber ein bißchen schwanger gibt es nicht. Sie sind genauso unerwacht wie wir. Blinde, die Blinde führen. -
Aber ein vielleicht auch zeitgebundener Unterschied ist, daß für Buddha die Ordinierung sehr wichtig war, der westliche Buddhismus aber im Großen und Ganzen ein Laienbuddhismus ist. (Was aber Leute wie der Dalai Lama durchaus bemängeln).
Das Wichtignehmen des Lehrers ist aber im Buddhismus sehr verschieden. Im Vajrayana nimmt man sogar auch Zuflucht zu Lama, Yidam und Dakini. Auch im Zen ist der Lehrer sehr wichtig. (Das sind aber auch die Schulen mit den meisten Skandalen). Obwohl Toni Packer und einige Indpendent Zen Gruppen gezeigt haben, daß es auch ohne Lehrer geht. Wie es im Theravada ist, weiß ich nicht. Ich hab aber den Eindruck, daß er dort nicht so übersteigert ist. Im Shin spielen Lehrer keine Rolle, sogar der Priester ist, wie es einer der Hauptshinpriester in Deutschland mal sagte, der der den Raum aufschliesst und die Blumen anordnet. Im Nichiren-Buddhismus ist (sieht man mal von der Verehrung von Ikeda bei Soka Gakkai ab) Daimoku und Gohonzon wesentlicher als der Lehrer, hab ich den Eindruck.
Ansonsten hab ich schon den Eindruck, daß es in Asien schon einen hierarchischen Unterschied zwischen Mönchen und Nonnen gibt. Alle wichtigen Ämter begleiten Männer. -
Der Guru, der spirituelle Lehrer, ist und bleibt zeitgemäß. Warum sollen wir denn auf einen spirituellen Lehrer verzichten, wenn wir ja schon Lehrer brauchen, nur um Schreiben. Lesen und Rechnen zu erlernen?
Weil das eigentliche nicht gelehrt werden kann. Das ist es ja, worauf Toni Packer und die beiden Krishnamurtis stets hinwiesen. Aber auch im Daoismus kannte man das schon. Nur bedingtes ist lehrbar. Und selbst das nicht immer ganz. Im Zhuangzi beschreibt ein Radmacher, das selbst der Kern des Radmachens nicht wirklich gelehrt werden kann.
[lz]Einst las Fürst Huan (Mächtig) [von Qi] oben im Saal ein Buch; Radmacher Bian (Inschrift) baute ein Rad in der Halle darunter, legte Hammer und
Stemmeisen nieder, ging hinauf und fragte Fürst Huan: »Darf ich Hoheit fragen, was du liest?«
Der Fürst sprach: »Die Sprüche eines Weisen.«
Bian fragte: »Lebt dieser Weise noch?«
Der Fürst sprach: »Er ist schon gestorben.«
Bian sprach: »Wenn das stimmt, dann liest Hoheit Überbleibsel und Seelenkram der Menschen des Altertums!«
Fürst Huan sprach: »Wenn meine Wenigkeit ein Buch liest, wie kommt der Radmacher dazu, mit mir zu streiten! Sage mir einen Grund, dann sei es direrlaubt, wenn nicht, musst du sterben.«
Radmacher Bian sprach: »Dein Diener betrachtet die Sache mit den Augen eines Dieners. Wenn ich, um ein Rad zu bauen, langsam vorgehe und nur leicht hämmere, dann wird es nicht fest; gehe ich schnell voran und hämmere zu stark, dann passen sie nicht hinein. Weder zu langsam noch zu schnell – ob es gelingt, liegt in meiner Hand, und ob es meiner Vorstellung entspricht; doch mit dem Mund kann ich es nicht in Worte fassen, das Geheimnis liegt irgendwo dazwischen. Ich kann es nicht einmal meinem Sohn erklären, mein Sohn kann es von mir nicht erlernen; so bin ich nun 70 Jahre alt geworden und baue in meinem Alter immer noch Räder. Auch im Altertum konnten die Menschen das Wesentliche nicht weitergeben, wenn sie starben; so liest du, Hoheit, Überbleibsel und Seelenkram der Menschen des Altertums!«[/lz]
Und Laozi sagte: Den Weg, den man weisen kann, ist nicht der wirkliche, natürliche Weg.
Und Jiddu Krishnamurti: Jeder Wunsch nach einer Methode verrät den Wunsch, vor etwas zu fliehen.
U.G. Krishnamurti: Niemand kann etwas über Erleuchtung durch eine Autorität, einen Lehrer oder Führer lernen.
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Zum Plural nochmal Wiki:
[lz]Interpretation des Plural
Frühere christliche Exegeten deuteten die Pluralform „Elohim“ in Verbindung mit Verben im Singular oft als versteckten Hinweis auf eine Dreieinigkeit (Trinität) des Gottes. Von konservativen Theologen heute wird sie eher als Ausdruck der Macht und Würdigung Gottes (pluralis maiestatis) verstanden.[3]
Dass die Namen Elohim und JHWH im Pentateuch in verschiedenen Zusammenhängen genannt werden, war entscheidender Anhalts- und Ausgangspunkt für die Urkundenhypothese der alttestamentlichen Exegese im 19. Jahrhundert: Sie behauptete, dass der Pentateuch literarisch aus zwei bis vier unabhängig voneinander verfassten Quellenschriften zusammengesetzt wurde. Den vermuteten Autor der Textstränge, die Gott durchgängig Elohim nennen, nannte man den Elohisten im Unterschied zum Jahwisten, dem man die ausschließliche Verwendung des Eigennamens JHWH zuschrieb. Die von Julius Wellhausen klassisch formulierte Hypothese der Pentateuchquellen gilt als überholt.[4]
Religionshistoriker hingegen sehen darin hier ein „noch bewusstes oder schon verdrängtes Relikt des Polytheismus kanaanäischer Provenienz“.[5] Der Allgemeinbegriff „Elohim“ stammt aus der polytheistischen Götterwelt Kanaans, in deren Zentrum der kanaanäisch-syrische Hauptgott El steht. So wurden etwa in Ugarit Tontafeln mit zahlreichen Götternamen gefunden, darunter der „El Aeljon“, der dort die männliche Schöpfergottheit bezeichnet. In Gen 14,18-20 EU (erkennbar ein Texteinschub) könnte eine Erinnerung daran vorliegen, dass dieser Schöpfergott von den Israeliten früh anerkannt und später mit JHWH, dem Befreier aus ägyptischer Sklaverei identifiziert wurde (Ex 3,6-14 EU). Dabei wurde offenbar die Pluralform gewählt, um die Vielheit der Götter in der einen Person des einzigen Gottes zusammenzuziehen. Im Psalm 82 (Ps 82 EU), der eine Gerichtsversammlung beschreibt, taucht der Begriff Elohim mehrfach auf und kann teilweise mit „Richter“ übersetzt werden. Auch in der späten Apokalyptik Daniels (um 170 v. Chr.) erscheint der Begriff im Zusammenhang der Vision vom Endgericht (Dan 7,1-14 EU): „Throne wurden aufgestellt“ heißt es dort in Vers 9, so dass auch hier noch eine späte Erinnerung an einen „Götterrat“ vorliegen könnte.[/lz]
Zum Thema Adam und Eva. Man sollte nicht vergessen, daß der zweite Schöpfungsbericht erst sehr spät entstand, wohl erst in der babylonischen Gefangenschaft. Also zu einer Zeit, wo der Name JHWH (so man das als einen Namen erachtet - Ich bin, der ich bin bzw. Ich werde sein, der ich sein werde bzw. Ich bin (für euch) da scheint mir eher eine Aussage als ein Name zu sein) schon etabliert war.
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[lz]
Bei der Erschaffung der Welt schwebte der Geist Gottes - nicht sein Körper - über dem Wasser, laut Genesis 1,2.
Das hebräische Wort für Geist lautet lautet ruach.
Zur genaueren Bedeutung:
Ruach – Wikipedia[/lz]
Ruach heisst aber auch Hauch, Atem. Es hat aber auch eine ähnliche Bedeutung wie Prana in Indien und Qi in China. (Sagt übrigens auch wiki) Hat also auch einen energetischen Aspekt. Aber sowohl Atem als auch Lebensenergie seh ich stärker mit dem Körper als mit dem Geist verbunden. Außerdem steht da (im ersten Schöpfungsbericht, es gibt ja zwei) eigentlich nicht Gott, sondern Elohim, was eigentlich eine Pluralform ist. Es ist also durchaus wahrscheinlich, das der Ein-Gott Glaube erst eine spätere Entwicklung war.Man könnte es also auch mit "Der Atem der Götter schwebte über den Wassern" übersetzen. Aber auch später wird berichtet, daß der Anblick Gottes nur schwer zu verkraften war. Auch da scheint es mir ein körperliches Wesen zu sein. Es heisst auch, daß er mit Moses von Angesicht zu Angesicht sprach. Man kann also durchaus von einer Vergeistigung Gottes als spätere Entwicklung ausgehen, vermute ich.
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Die Anthropologin Mary Douglas hat nachvollzogen, dass in der jüdischen Vorstellung Gott noch sehr körperlich gedacht wurde ( es gibt wohl sogar eine Stelle wo Donnergrollen als das Magenknurren Gottes gedeutet wurde ) während er über die Jahrhunderte hinweg immer mehr auf den geistigen Aspekt reduziert wurde. Von daher stellt das Johannesevangelium den Endpunkt einer Entwicklung dar.
Es gibt einige Theologen (Bultmann z.B.) die in der Betonung des Logos gnostische Einflüsse sahen. Zum anderen ist das Johannes-Evangelium erst recht spät entstanden (90 - 100 n. Chr.), Bibelwissenschaftler glauben, daß es im griechischen Raum durch einem hellenistischen Juden entstand. Das es auch eher Predigt als nur Bericht sei.Zum anderen hatte man durch die Betonung des Logos eine Anschlussmöglichkeit an die griechische Philosophie, gerade an Platon.
(Kleiner Funfact zu Weihnachten am Rande. Die Weihnachtsgeschichte mit Hirten und Könige gibt es so in keinem Evangelium. Bei zwei Evangelisten gibt es sogar gar keine Weihnachtsgeschichte. Bei Matthäus gibt es die Könige (und sie endet sozusagen im Kindermord zu Bethlehem, also gar nicht so friedlich), bei Markus die Hirten. Die Weihnachtsgeschichte ist praktisch ein frühes Mashup) -
Ich wollte mit dem biblischen Zitat auf Gemeinsamkeiten zwischen allen Religionen aufmerksam machen,
vielleicht wird es Zeit Gemeinsamkeiten egal ob religiös oder kulturell etc. zu betonen anstatt Unterschiede zu und Trennungen zu bilden.
Das ist ja sehr ehrenwert, aber es ist die Frage, ob es so ist.
Im Daodejing des Laozi (Daoismus) heisst es z.B.
[lz]Ein Dao, von dem man reden kann, ist nicht ein beständiges Dao. Ein Name, den man nennen kann, ist nicht ein beständiger Name. Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde. Das Benannte ist die Mutter der "zehntausend Dinge".[/lz]
"
Und bei Zhuangzi ist diese Wort-, Sprach- und Wissenskritik noch stärker ausgefeilt.
Ich finde, daß Unterschiede nicht schlimm sind. Machen Unterschiede nicht gerade die Schönheit aus? Ein Tannenbaum sieht anders aus als die Birke.
Auch Buddha hat ja seine Lehre von den Lehren anderer unterschieden.
Aber selbst wenn man von der Einheit des Seins ausgeht, denke ich nicht, daß man daß als Einheitsbrei ohne Unterschiede sehn muss. Aus meiner Sicht sind nicht die Unterschiede oft das Problem, sondern ihre Bewertungen.
Ansonsten finde ich den Begriff des Absoluten schwierig. Das ist so die Idee einer Platonischen Hinterwelt, etwas hinter den Dingen. Aber ist da nicht nur ein immer sich veränderndes Jetzt? (Und auch Erfahrungen von einem Absoluten sind nur Erfahrungen eines Jetzt, die vergehen, und später als absolutes interpretiert werden). Vielleicht ist ja das Problem, daß wir das Ich und seine Erfahrungen für zu wichtig nehmen. -
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Daher kann ich nicht bestätigen, ob der Weg das Ziel ist. Vielleicht ist ja auch das Ziel der Weg? - Ist mir wurscht.
....
Mit dem sogenannten "Reinen Land" im Mahayana/Vajrayana-Buddhismus kann ich mich nicht richtig anfreunden.
Falls es doch so etwas gäbe, dann würde es kaum eine Sekunde existieren, da es heißt, dass es in diesem Zustand keine Hindernisse gibt.
Also kann man auch gleich darauf verzichten.
Aber der Gedanke, ein Bestandteil des unendlichen Universums zu sein, egal in welcher Form, löst alle Unruhe auf und sagt mir: hier bin ich zu Hause. Ganz unabhängig von jeglicher Religion, jedwedem Pfad.
Amdap
"Der Weg ist das Ziel" ist eine schlampige Übersetzung einer Stelle aus dem Lunyu von Konfuzius. Eigentlich heisst es da: „Richte Deinen Willen auf den Weg, […]“ (Lunyu 7.6)
Unter DER WEG IST DAS ZIEL...aber wo führt er hin? findet man dazu folgenden Kommentar:
[lz]Erinnern wie uns an Konfuzius’ Ideal: Bildung sei der richtige Weg, um ein edler Mensch zu werden. Deshalb sagt Konfuzius hier, Bildung selbst solle zum Ziel (des Willens) gemacht werden. Aber das grundlegende Ziel ist nach wie vor: ein edler Mensch zu sein.
Anscheinend meinte der Satz ursprünglich: Wenn wir ein höheres Ziel nur durch Arbeit an uns selbst erreichen können (durch Bildung), dann ist dieser Weg der Bildung selbst ein wichtiges Ziel. Daraus wurde irgendwie der bekannte Spruch, der Weg sei das Ziel.[/lz]
Zum Thema Reines Land. Die Sichtweise darauf ist ja auch im Mahayana-Buddhismus nicht einheitlich. Siehe z.B. im Shin:
[lz]Für ihn (Shinran) war Amida nicht einfach ein Buddha unter vielen, sondern Shinran sah in ihm den Dharmakaya-als-Mitgefühl, verstanden quasi als das ‚Gesicht des Nirvana‘. Er verabsolutierte Amida und sah in ihm nicht mehr eine bloße Figur, die durch Aussehen, Form, Größe etc. als ‚Wesen‘ bestimmt wurde, das in einem real existierenden ‚Land im Westen‘ residierte (was eben die alte, traditionelle Vorstellung war), sondern für ihn war Amida die absolut existierende Buddhanatur in uns und gleichzeitig die Verkörperung der letztlich unbedingten – ultimativen – Realität. Das ‚Reine Land‘ wurde zu einer allgegenwärtigen Präsenz dieser Buddhanatur und als positive Beschreibung des Nirvana aufgefasst, im Gegensatz etwa zu den negierenden Termini im Theravada, die das Nirvana beschreiben, indem sie sagen, was es alles nicht ist. Vorher galt das Reine Land als ‚Durchgangsort‘ und ’notwendiger Schritt‘ zum Nirvana, im Volksglauben verstanden, als ein paradiesischer Ort in unserem Universum, eine Dimension der Existenz, wo man leichter den Dharma praktizieren kann, weil es die schlechten Bedingungen wie auf der Erde dort nicht gibt.[/lz]
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Für den der englisch kann, recht interessant: Writings | Association Horai
Einige Artikel von Saizo Zuiken Inagaki und Hisao Zuio Inagaki. -
Auch Interessant (Aber auch kein Zen-Buch) ist Nothing Transcended An examination of the metaphysical implications of interdependence. Dort gibt es ein Kapitel namens No-mind , in dem Justin Shimeld u.a. ausführt, daß Mushin die Verschmelzung von Anatman und Wu Wei sei. Insgesamt ist das Kapitel recht interessant, es weisst von Huineng bis zu der Kyoto Schule einerseits, aber auch bis zu Shinran und Honen und Taoismus andererseits.
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Die Frage ist ja: Nach welcher Meditationsmethode hat der historische Buddha praktiziert? Vor seinem Erwachen hat er erst unter zwei Lehrern praktiziert, deren Methoden ihn aber nicht zum Erwachen führten. Dann hat er Askese praktiziert, die ihn aber nicht zum Erwachen führte. Dann erinnerte sich, daß er als Jugendlicher einfach so unter einem Baum saß, und tat das wieder. Ob er da ne Methode praktizierte, ist IMHO unsicher. Er tat das allerdings nicht lang, weil er nach ner Nacht erwachte.
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Es gibt ne Doktorarbeit "SATORI UND ALETHEIA EIN INTERKULTURELLER VERGLEICH DES WAHRHEITSVERSTÄNDNISSES IM JAPANISCHEN ZEN-BUDDHISMUS MIT DEM ANTIPLATONISCHEN PHILOSOPHIEREN MARTIN HEIDEGGERS UND HENRI BERGSONS" von Florian Seidl (also kein zenbuch im engeren Sinn), indem es ein Kapitel zu Munen und Mushin gibt. Auch gibt es ein Buch von DT Suzuki "Mushin – Die Zen-Lehre vom Nicht-Bewusstsein". In der Doktorarbeit wird an anderer Stelle Suzuki zitiert:
[lz]Mushin sei, so Suzuki, ursprünglich von Muga (Chin. wu-wo, Skt. anâtman), also „Nicht-Ich“ abgeleitet, einem der zentralen Begriffe aller buddhistischen Schulen, der bereits in den ältesten Texten des Buddhismus erscheint und von Buddha Shakyamuni selbst stammen dürfte.[/lz]
Mich erinnert es aber auch an das Fasten des Herz-Geistes bei Zhuangzi.
Ansonsten erwähnt Deshimaru beides kurz in seinem "Zazen - die Praxis des Zen" :[lz]Beim Zazen tauchen Gedanken auf. Durch lange Übung erreicht man allmählich — unbewußt, automatisch, natürlich und spontan — den reinen Geist, man ist ohne Denken (mushin), jenseits des Denkens (hishiryo). Das Ich ist aufgegeben, man lebt in absoluter Harmonie mit dem Universum.[/lz]
Japanese Zen Buddhist Philosophy (Stanford Encyclopedia of Philosophy) führt zu mushin aus:
[lz]It often uses the phrase “no-mind” (mushin) to generally designate the above experiential dimension. However, Zen does not mean it to be a mindless state, much less losing the mind. Nor does it mean a disappearance of the mind. Rather it designates a dimension of experience in which the ego-logically discriminatory activity of the mind disappears. This may be illustrated in terms of seeing things that occurs in a deep state of meditative absorption, where “seeing” means becoming visible as mentioned above./[/lz]
Vielleicht auch interessant. Mushin | Zen Buddhism und Hishiryo | Zen Buddhism -
An Literatur ist Volker Zotz - Geschichte der buddhistischen Philosophie noch recht umfassend. Kriegt man aber glaub ich nur noch antiquarisch oder per Fernleihe.
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Zur Übersicht empfehle ich wie immer Kleine Übersicht über Philosophie und Praxis einiger buddhistischer Schulen von M.B. Schiekel . Ausgehend von dem kann man sich dann intensiver mit den einzelnen Traditionen auseinandersetzen.
Das Berzin-Archive ist aus meiner Sicht durchaus interessant, gibt aber vorwiegend die Sichtweise einer kleinen Schule innerhalb des Buddhismus, eben des tibetischen Buddhismus (wobei da vorwiegend die der Gelugpas) wieder. Es leistet für diese Schule viel, aber es ist meiner Meinung nach kein Überblick über den Buddhismus als Ganzem.