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  2. Thorsten Hallscheidt

Beiträge von Thorsten Hallscheidt

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Thorsten Hallscheidt
    • 6. Dezember 2025 um 15:06

    Ich bin vor 56 Jahren in diese Welt, und per Zufall in diesen Wohlstand migriert... beizeiten werde ich sie wieder verlassen. Vielen Menschen geht es sehr schlecht. Je mehr Geld (und somit Kraft zur Veränderung) bei wenigen Menschen akkumuliert, desto weniger bleibt für den Rest. Das muss und sollte nicht sein. Es ist mehr als genug zum Teilen da.


    Billie Eilish redet Milliardären ins Gewissen - SRF News Videos - Play SRF
    Bei einer Veranstaltung des «The Wall Street Journal Magazine» rief die US-Sängerin Billie Eilish Milliardäre und Milliardärinnen wie Mark Zuckerberg zu mehr…
    www.srf.ch
  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Thorsten Hallscheidt
    • 3. Dezember 2025 um 12:27
    pano:

    Wer auf Grundlage des Grundgesetzes konservativ sein möchte darf das gerne und dann gibt es Debattenfenster. Die AFD öffnet dieses aber nicht. Das ist ihre Entscheidung und liegt nicht in meiner Hand.

    Das Problem ist hier gerade, dass auch von den anderen Parteien, insbesondere von den wirtschaftsnahen Parteien das Grundgesetz sagen wir "flexibel" ausgelegt wird. Ich möchte nur das Pariser Klimaschutzabkommen nennen. Dass Politiker vor der Wahl etwas komplett anderes sagen als nach der Wahl, dass sie Wahl-Versprechen in vielen Fällen einfach nicht halten, dass bestimmte Skandale, Probleme, Ungereimtheiten auch nicht aufgeklärt werden (oder wenn, dann kaum Konsequenzen zeitigen) oder zumindest von unabhängigen Kommissionen untersucht, führt auch nicht gerade dazu, dass das Vertrauen in die Demokratie gestärkt wird, ja, man hat sich einfach auch schon daran gewöhnt und er wartet gar nichts anderes mehr. Und das ist schon massiv frustrierend.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Thorsten Hallscheidt
    • 1. Dezember 2025 um 19:37
    Michael Haardt:

    Aristoteles sah Demokratie, also die zu wählen, die am Beliebtesten sind, als durchaus problematisch an

    Das ist ja nicht das Wesen der Demokratie. Ich wähle die Partei, von der ich glaube, dass sie meine Interessen, Ziele und Bedürfnisse berücksichtigt. Das klappt allerdings immer weniger, denn im globalen Kontext gibt es viel mehr Bedingungen als Spielräume für Richtungsentscheidungen, sodass sich Parteiprogramme immer seltener in reale Politik umwandeln lassen. Zudem sind die Zusammenhänge so komplex geworden, dass kleine Änderungen, zum Beispiel eines Gesetzes, weitreichende und kaum zu überblickende Auswirkungen haben. Das Wort von der Alternativlosigkeit der Politik ist leider zutreffender, als manche Leute wahrhaben wollen, die sich nach einer Alternative (für Deutschland) sehnen. Das ist kein Versagen der Politik – oder nicht nur –, sondern auch Zeichen einer strukturellen Schieflage globalen Niveaus. Merz führt die Politik von Scholz fort, nicht aus politischer Nähe, sondern aus Mangel an Optionen. Die AfD betreibt Augenwischerei, wenn sie behauptet, sie hätte Alternativen zu bieten.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Thorsten Hallscheidt
    • 1. Dezember 2025 um 18:17
    KarmaHausmeister:

    Wer ernsthaft versucht, den buddhistischen Pfad zu gehen, tut das Gegenteil von dem, wie die AFD handelt und was sie fordert. Die AfD arbeitet mit Wut, Angst und Abgrenzung. Ein Buddhist kann deshalb nie ein AFD-Sympathisant sein!

    Ich habe mal einen guten Freund gefragt, warum er Buddhist geworden ist. Er antwortet: Weil ich's nötig habe. Das kann ich nur unterschreiben. Ich hab's auch nötig... Mich treiben oft Wut und Angst um, und ich grenze mich ab (z.B. von den der AfD) – nur eben aus einer anderen, aber letztlich leider ebenso verblendeten Perspektive. Demokratie heißt Dialog und die Suche nach einem Kompromiss auch mit unliebsamen Meinungen und den Menschen, die sie vertreten. Man kann nicht 27 Prozent der Menschen eines Landes unterstellen, sie wären dumm oder böse oder beides. Es gibt Umstände und Ursachen (das wissen wir Buddhisten am besten) für das Erstarken der Rechten. Welche?

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • Thorsten Hallscheidt
    • 1. Dezember 2025 um 18:07

    AfD-Wähler wollen Leid vermeiden und Glück erlangen.

  • Kontrollverlust

    • Thorsten Hallscheidt
    • 25. November 2025 um 10:25

    Ich habe noch einen guten Vortrag gefunden, der dieses Thema ausführlich bespricht:

    https://muttodaya.org/mediathek/2013/13-07-20_ergreifen_als_weg_cattamalo.mp3

  • Kontrollverlust

    • Thorsten Hallscheidt
    • 24. November 2025 um 12:54
    Anna Panna-Sati:

    Die Fähigkeit der (radikalen) Akzeptanz dessen, was nicht zu ändern ist, der (widerstandslosen) Annahme aller Gegebenheiten, auf dem Achtpfad zu entwickeln, wird - nach und nach - dazu führen, dass der "Irrsinn" sich irgendwann graduell verändert und schließlich verflüchtigt, auflöst.... :sunny:

    Ja, dieses "schrittweise" ist ein zentraler Punkt. Wo gibt es die Möglichkeit der Kontrolle, was bedeutet: Inwiefern habe ich Spielraum, mich für Heilsames zu entscheiden? Denn das Heilsame ist die Zuflucht, von der aus ich versuchen kann, das Nicht-Kontrollierbare zunehmend zu sehen und zu akzeptieren. An den Haaren aus dem Sumpf ziehen...

  • Kontrollverlust

    • Thorsten Hallscheidt
    • 21. November 2025 um 11:00
    Qualia:

    anatta verwässern: Es gibt einen unvergänglichen, ungeborenen, alles erschaffenden Geist.

    Ja, genau, das ist so ein Konstrukt.

  • Kontrollverlust

    • Thorsten Hallscheidt
    • 21. November 2025 um 08:42

    Ich habe gemerkt, dass ein zentraler Punkt (zumindest für mich) das völlige Durchdringen und Anerkennen von Anicca ist. Solange ich auch nur unterbewusst davon ausgehe oder wünsche, dass etwas nicht veränderlich, nicht vergänglich ist, mir nicht wie Sand zwischen den Händen zerrinnen wird, ist der Versuch von Kontrolle da, denn Anhaftung oder Ablehnung sind Formen der Kontrolle oder des Wunsches danach. Die Ablehnung, die Angst vor der Möglichkeit von Unglück, großem und kleinem, von Krankheit, Krieg, Klimakatastrophe, Jobverlust, sich plötzlich anwendende Partner oder Freunde, Tod, Unfall, etc. bedeutet im Umkehrschluss Dukkha. Angst ist ein anderes Wort für das Geistesgift der Ablehnung.


    Wenn ich nun versuche, mir mit der buddhistischen Praxis einen "sicheren" Raum aus Meister, Sangha, Lehre und Ritualen zu schaffen, so ist das zumindest am Anfang auch eine Form der Abkehr von der "normalen" Welt, mit dem Ziel, dem Schrecken von Dukkha und Anicca zu entgehen. Eine Abkehr, oft aus Angst oder Frustration, ein Begehren nach Zuflucht und Sicherheit.


    In der Praxis wird aber irgendwann deutlich, dass der buddhistische Weg Anicca und Dukkha nicht beseitigen kann, im Gegenteil. Denn sie sind neben Anatta die zentralen Charakteristika der Grundfesten der Wirklichkeit, denen man nicht entkommen kann. Man nimmt also Zuflucht in ein System, um vielleicht etwas Schutz und Kontrolle gegenüber den disruptiven Eigenschaften der Vergänglichkeit zu finden, Schutz vor Dukkha, um dann zu erkennen, dass es keinen Schutz geben kann, solange Kontakt zur Wirklichkeit besteht, die von den fünf Skandha gebildet werden. Solange ich versuche, Glück oder Sicherheit oder Frieden in irgendeiner Weise auf den Skandha zu gründen – und sie sind die ganze Welt, mit allen Dingen, Gefühlen, Gedanken, Motivationen – werde ich immer wieder scheitern. In diesem Sinne ist die Welt hoffnungslos, denn Anicca ist nicht einfach nur „Unbeständigkeit“, sondern die Unmöglichkeit, irgendeinen Zustand zu stabilisieren.


    Aber es gibt einen Punkt, an dem diese vollkommene Hoffnungslosigkeit (m.E. ein anderes Wort für existenzielles, totales Loslassen oder Aufgeben oder Hingeben) umkippt – von einem Dagegen-Stemmen in ein Fließen: Der Kampf hört auf, der Versuch, sich gegen Anicca zu stellen, all das Streben, Eifern, Wollen, Schützen, Vorsorgen, Absichern, Planen, Festhalten etc. endet, und Ruhe kehrt ein. Die Wirklichkeit wird sehr klar und deutlich, und der Wunsch nach dauerhafter Sicherheit oder dauerhaftem Glück oder Frieden in der Welt verschwindet komplett, ohne Bedauern zurückzulassen. Nach ein paar Minuten geht der Irrsinn in alter Frische wieder los.

  • Wie meditiert ihr über Vergänglichkeit ? Habt ihr Tipps ?

    • Thorsten Hallscheidt
    • 15. November 2025 um 09:01

    Relevante Vergänglichkeit bemerke ich daran, dass ich bewusst oder unbewusst versuche, ihr auszuweichen, einen blinden Fleck an dieser Stelle habe oder sie nur theoretisch, nicht aber praktisch als Wirklichkeit akzeptieren kann. Relevante Vergänglichkeit nehme ich an den Geistesgiften wahr, die sie erzeugt, weil ich an diesem oder jenem anhafte oder dieses oder jenes ablehne.

  • Herz

    • Thorsten Hallscheidt
    • 14. November 2025 um 11:05

    Auf Zeichen achten, die das Herz verändern.

    Weich werden und friedlich.

    Den Weg einschlagen, der das Herz freundlich und friedlich macht.


    Hier ein Vortrag dazu.

  • Nichts erreichen vs. Disziplin und Ziele

    • Thorsten Hallscheidt
    • 11. November 2025 um 10:04

    Hier noch ein Kapitel aus einem Hörbuch mit Vorträgen von Ajahn Chah, das meiner Ansicht nach gut zu diesem Thema hier passt.

    https://muttodaya.org/mediathek/Ajahn_Chah-Erfahrbare_Freiheit/09_Bestaendige_Praxis-richtige_Praxis.mp3

  • Nichts erreichen vs. Disziplin und Ziele

    • Thorsten Hallscheidt
    • 9. November 2025 um 09:08
    muk4455:

    Wenn von meiner Existenz eh nichts übrig bleibt, dann kann ich doch einfach nur sein und überhaupt nichts erreichen?

    Ja, mach das doch. Aber wahrscheinlich ist es nicht so einfach, oder? Außerdem gibt es eine starke Strömung, eine innere Zwangslage, die immer irgendetwas will oder ablehnt, die befürchtet, etwas zu verlieren oder möchte, dass etwas anders ist als es ist. Alter, Krankheit und Tod in Bezug auf die eigene Person und in Bezug auf andere, machen es schwer, einfach nur zu sein oder nichts zu wollen, zumindest möchte ich ja nicht leiden, und ich möchte auch nicht, dass andere leiden. Nicht zu reden von all den anderen Dingen, von denen ich glaube, ich brauchte sie unbedingt und müsste die erreichen, um endlich mal "einfach nur sein zu können".


    Wie komme ich da raus? Der erste Schritt: Sich Klarheit verschaffen, die Wirklichkeit wahrnehmen und begreifen, wie sie ist. Die Wirklichkeit meines Seins, die Wirklichkeit meiner Gewohnheiten und Ansichten, die Wirklichkeit meiner Wünsche und Ängste, die Wirklichkeit von Ursache und Wirkung, die Wirklichkeit der Vergänglichkeit. Das erfordert sehr genaues Hinschauen und Hinfühlen. Das erfordert einen gewissen Abstand, einen gewissen konzentrierten Blick, der nicht so leicht zu finden ist, wenn man von starken Begierden, Neid, schlechtem Gewissen, Wut, und Ängsten dauernd hin und hergeworfen wird. Also versuche ich, das Leben etwas zu beruhigen, damit ich einen klaren Kopf zumindest von Zeit zu Zeit bekommen kann. Ich wende den Blick nach innen, um mal einen Blick auf das zu werfen, was da eigentlich los ist. Disziplin (oder ethisches Verhalten) und Meditation können gute Wege dazu sein, sich Klarheit zu verschaffen: Was ist das Leiden? Was sind die Ursachen des Leidens? Gibt es einen Ausweg? Und wenn ja, wie sieht dieser Ausweg konkret aus.


    Es gibt nichts zu erreichen, aber ist nicht so leicht und bedarf einiger Erkenntnis und Wandlung des Herzens, das wirklich zu begreifen.

  • Ohne Einübung der Sila gibt es keine buddhistische Praxis

    • Thorsten Hallscheidt
    • 27. Juli 2025 um 09:07

    Wenn ich meine eigene tägliche Verwirrung und Verblendung betrachte, die dauernd wechselnden Zustände und Stimmungen, mal von dem einen, mal von dem anderen Geistesgift getragen, so sind die Sila ein guter Kompass, mit dem ich – wenn es gelingt – in diesen Situationen meinen Geist etwas heilsamer für mich und andere ausrichten kann. Damit kann ich im Laufer der Jahre langsam neue Gewohnheiten etablieren und alte Gewohnheiten, wenn möglich, ablegen. Zudem habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Gesellschaft und das Miteinander, ganz konkret im nächsten Umfeld, Familie, Freunde, etc., umso besser funktioniert, je stärker die Sila das Denken, Reden und Tun von allen Beteiligten durchdringen. Man kann einfach nicht davon ausgehen, dass wir alle auch nur mittelfristig erwachen werden, also sind die Geistesgifte, also ist Samsara das, womit wir wohl oder übel umgehen müssen.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 25. Juli 2025 um 11:51
    Jetzt:

    Zugegeben über diese Formulieren muss ich etwas raten. Es müsste doch heißen: Außer man bildet sich die Meisterschaft ein.

    Nein, nein... Ist schon richtig: Die Meisterschaft ist einfacher als das Praktikum, wenn man (sofern man) sich die Meisterschaft einbildet. Es ist sehr leicht, sich alles Mögliche einzubilden. Am Ende fällt das dann oft zusammen wie ein Berg aus Schaum, z.B. wenn sich Widerstände auftun, z.B. Alter, Krankheit, Tod, Verlust oder ein paar kräftige unheilsame Geistesfaktoren.

    Aber mukti hat das noch besser ausgedrückt

    mukti:

    Man muss halt aufpassen, dass man nicht vom Verstand ausgetrickst wird und vorzeitig in geistige Pension geht.

    Vom Verstand, dem Narzissmus oder der Einbildung würde ich ergänzen.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 25. Juli 2025 um 10:29
    Jetzt:

    Die Meisterschaft (Essenz) ist einfacher als das Praktikum.

    Richtig: sofern man sich die Meisterschaft einbildet.

  • Ohne Einübung der Sila gibt es keine buddhistische Praxis

    • Thorsten Hallscheidt
    • 25. Juli 2025 um 06:51
    Zitat

    "Möge mir der Erhabene die Lehre in Kurze zeigen, möge mir der Willkommene die Lehre in Kürze zeigen. Vielleicht werde ich den Sinn der Lehre verstehen. Vielleicht werde ich doch noch ein Erbe des vom Erhabenen Gesprochenen werden."

    "Da hast du denn, o Mönch, dich von Anfang an in den heilsamen Dingen zu läutern. Und was ist der Anfang der heilsamen Dinge? Gut geläuterte Tugend und gradlinige Ansicht. Und wenn, o Mönch, deine Tugend gut geläutert sein wird und deine Ansicht gradlinig, dann magst du, auf Tugend gestützt, in den Tugenden gefestigt, die vier Pfeiler der Achtsamkeit in dreifacher Weise entfalten. Welche vier?

    Da wache, o Mönch,

    • beim Körper über den Körper,
    • bei den Gefühlen über die Gefühle,
    • beim Bewusstsein über das Bewusstsein,
    • bei den Geistesformationen über die Geistesformationen,

    und zwar nach innen, nach außen, nach innen und außen: Unermüdlich, klar bewußt, achtsam, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Trübsinns. Wenn du, o Mönch, auf Tugend gestützt, in den Tugenden gefestigt, diese vier Pfeiler der Achtsamkeit derart dreifach entfaltest, dann ist bei dir, o Mönch, bei Tag und Nacht ein Wachsen heilsamer Dinge zu erwarten, kein Rückfall".

    Quelle

    Dazu noch ein Text von Bhikkhu Bodhi:

    Zitat

    Unser heutiger Begriff von der Moral und ihrer Auslegung, gibt eine Deutung von Verpflichtungen und Zwängen, die dem buddhistischen Begriff sila fremd ist. Diese Deutung entstand wahrscheinlich auf dem schöpfergottgläubigen Hintergrund der westlichen Ethik. Frei von diesem Hintergrund, gründet sich die Ethik des Buddhismus nicht in Begriffen des Gehorsams, sondern in denen der Harmonie. Tatsächlich sagt eine andere Auslegung der Kommentare zum Begriff sila im Pali samadhana, was soviel bedeutet wie „Harmonie" oder „Gleichordnung."

    Die Einhaltung der silas führt auf verschiedenen Ebenen zur Harmonie: sozial, psychologisch, karmisch und kontemplativ. In sozialer Hinsicht verhelfen die Regeln der silas zu harmonischen zwischenmenschlichen Beziehungen; die Mengen an verschiedenen Interessen von anerkannten Mitglieder einer Gesellschaft, mit ihren eigenen privaten Vorlieben und Zielen, werden eingefügt in eine zusammenhängende soziale Ordnung, wodurch Konflikte, falls nicht gänzlich vernichtet, so doch reduziert werden. Auf der psychologischen Ebene bringen die silas Harmonie in den Geist und schützen vor innerer Zerrissenheit, die durch Schuldgefühle und Gewissensbisse über moralisches Fehlverhalten entsteht.

    Auf der karmischen Ebene stellen die silas den harmonischen Gleichklang mit dem Gesetz des kamma sicher und verhelfen damit zu einem besserem Wirken, das zu helleren Daseinsformen im unendlichen Kreislauf der Wiedergeburten führt, Und auf der vierten, der kontemplativen Ebene, verhelfen die silas dazu, die eingeleitete Reinigung des Geistes zu vervollständigen, auf einem tieferen und vollkommeneren Weg, in der methodischen Entwicklung von Ruhe und Einsicht.

    Quelle: Bhikkhu Bodhi, Der achtgliedrige Heilsweg, S. 59

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 14. Juli 2025 um 17:19
    ykxjbk1:

    Wenn es also nur darum geht, ist es genau wie beim E-Auto fahren, ganz darauf verzichten. Landwirtschaft ab jetzt in Sensenmanier. Denn das Tierleid bleibt bei einer Umstellung auf reine oder mehr Landwirtschaft, was der Nachfragedeckung beim Verzicht auf Tiere oder Einschränkung derer die Konsequenz wäre, wird garantiert nicht weniger. Weitere Konsequenz wäre das verschwinden von Menschen und/oder Tieren aufgrund von fehlendem Angebot oder eben Nachfrage, gerade beim verstärkten Bio-Aufgebot. Auch unklar ist es wie sich eine solche Ernährungsumstellung auf den Menschen auswirkt, da man auf gewisse Vitamine angewiesen ist.

    Man merkt an diesen Aussagen, dass Du nur ganz wenig Ahnung hast und Dich mit diesen Themen auch nicht ernsthaft beschäftigen willst. Hast Du wenigstens die in Nature veröffentlichte Studie gelesen? An dem gemessen, was Du oben geschrieben hast, vermutlich nicht. Egal.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 14. Juli 2025 um 16:16
    ykxjbk1:

    Was du nicht verstehst ist, dass das auch bedeutet, indirekt Leben zu nehmen, denn um solche Lebensweisen realistisch umzusetzen braucht es auch weniger Menschen, weil sonst die Nachfrage nicht gedeckt werden kann.

    1 Drittel weniger Fleisch und weniger Lebensmittelverschwendung, und mal könnte auch 9 Milliarden Menschen ernähren:

    https://www.nature.com/articles/s41467-017-01410-w.pdf

    Von den ungefähr fünf Milliarden Hektar weltweit verfügbarer landwirtschaftlicher Nutzfläche werden etwa 80 Prozent in Form von Weide- oder Ackerland allein für die Tierhaltung in Anspruch genommen. Und es wird immer mehr Land benötigt - mit gravierenden Auswirkungen auf natürliche Lebensräume.

    Der Appetit auf Fleisch und seine Folgen
    Die massenhafte Fleischproduktion hat enorme Auswirkungen auf das Klima. Wie viel Fleisch können wir uns in Zukunft noch erlauben?
    www.wwf.de

    Biologische Landwirtschaft hilft, die Artenvielfalt zu erhalten, denn ohne die ist auch die konventionelle Landwirtschaft bald am Ende. Es wird eh nie alles Bio sein. Aber jedes bisschen hilft die Ökosysteme stabil zu halten. Das ist der Punkt, nicht, dass JEDER Bio kauft.

    Bio vs konventionell - Rodale Institute
    Erfahren Sie den Unterschied zwischen traditionellem und ökologischem Landbau und warum die Vorteile des ökologischen Landbaus einen solchen Einfluss auf…
    rodaleinstitute.org

    Mit der Natur, nicht gegen die Natur. Es ist genug für alle da.

    Wir werden eh zu Lebzeiten noch die Konsequenzen unseres derzeitigen Handelns zu spüren bekommen. Darum ist es müßig, hier rumzudiskutieren: Wer möchte, mag sich einfach informieren. Es gibt mehr als genug seriöse Quellen.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 11. Juli 2025 um 18:24

    Anna Panna-Sati

    Ich finde, dass dieses Emoji ein bisschen so aussieht, als würde es sich das Lachen verkneifen. Dabei versuchte es, die Contenance zu bewahren. Dieses Lachen kann unterschiedliche Qualitäten haben: ein heiteres, ein böses, ein depressives Lachen. Hier ist es eher ein gutmütiges Schmunzeln.

    :|

    Ich glaube, dass Künstler zu Depressionen neigen, liegt vor allem daran, dass ihre Imagination zu stark ausgeprägt ist. Wenn man sich alles vorstellen kann und muss, was an üblen Dingen passiert und passieren könnte, kann die Welt die Leichtigkeit schnell verlieren. Auch Angstpatienten können ein Lied davon singen. Das mag aber auch daran liegen, dass Künstler nicht selten über ein zu sensitives Sensorium verfügen, das schon Schmerzen bereitet, wo andere noch das Leben feiern. Zudem gibt es Abgründe, die große Verwirrung stiften, bis man merkt, dass man selbst dieser Abgrund ist. Diese Verwirrung bedarf der Kontrolle, zumindest scheint es so. Hier kann der Buddhismus ein schönes Framework bieten, über die Abgründe hinweg zu meditieren. Mittelfristig ist es natürlich zum Scheitern verurteilt. Denn dann zerschießen dir die Abgründe dein schönes, heiles Buddhistendasein. Letzteres ist wahrscheinlich das Wertvollste an dieser Praxis.

    Der Eingangs zitierte Satz hat mich, trotz aller möglicher Fehleinschätzungen anderer Ursache, kalt erwischt, weil er mir die Janusköpfigkeit meiner Praxis sichtbar gemacht hat. Wenn mein Denken und Fühlen "einrastet", und sich der Alltag nur noch um wenige schlimme Dinge dreht, denen die reale Grundlage fehlt oder zumindest zu fehlen scheint, wird die Praxis zum Gefängnis. Das Einrasten, das ins Stocken geraten der lebendigen Quellen, scheint Kontrolle umso wichtiger zu machen, damit das, was da vor sich hin tobt – ungesehen und ungefühlt, aber schon wetterleuchtend am Rande des Bewusstseins – nicht an die Oberfläche kommt. Diesen Hang zur Kontrolle habe ich schon häufiger bei Praktizierenden des Zen beobachtet. Die daraus resultierende, fehlende Lebenslust wird dann als weise Abkehr von den Schleiern der Maya fehlgedeutet. Der Buddhismus in seiner pessimistischen Fehlinterpretation bietet ideale Wachstumsbedingungen für solche Sackgassen. Darauf wollte ich hinweisen.

    Kurz: die buddhistische Praxis kann die Lebensfreude rauben und depressive Zustände verstärken, weil und wenn sie als Instrument der Kontrolle wo Loslassen geboten wäre missbraucht wird.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 9. Juli 2025 um 07:21
    MaKaZen:

    Heute mache fast ausschliesslich instrumentale Stücke mit SUNO.

    Verstehe.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 9. Juli 2025 um 07:06

    Und offenbar auch mit Band:

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    Macht ihr auch Auftritte?

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 8. Juli 2025 um 18:28
    MaKaZen:

    Als Musiker

    Welche Musik machst Du denn? Hast Du Beispiele?

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 1. Juli 2025 um 07:09
    MaKaZen:

    Es fällt mir auf, dass du auf manche Beiträge achtsam eingehst, während andere scheinbar von dir mit avijjā (Unwissenheit) oder vielleicht mit einer Form von dosa (Abneigung) übersehen werden. Im Geist von sati (Achtsamkeit) und samma-vācā (rechter Rede) möchte ich dich einladen, auch den Stimmen Gehör zu schenken, die vielleicht nicht sofort mit deinen Ansichten in Einklang stehen.

    Im Sangha ist es eine wertvolle Praxis, mit upekkhā (Gleichmut) und mettā (liebender Güte) allen Beiträgen offen zu begegnen, um gemeinsam Weisheit (prajñā) zu entfalten und nicht in selektiver Wahrnehmung oder Anhaftung an eigene Sichtweisen (ditthi-upādāna) zu verharren.

    Mögen wir alle im Austausch wachsen und voneinander lernen.

    Da bekommt man ja gleich noch einen Nachhilfekurs in buddhistischer Terminologie. Vielen Dank!

    _()_

    Ich habe Deinen Beitrag (vacana) nicht übersehen (anavalokita) und wollte damit auch keine Missachtung (tiraskṛti) zum Ausdruck bringen. Da es mir manchmal an Zeit (kāla-abhāvaḥ) fehlt oder aber ich nachdenken (cintayati) muss, um eine angemessene Antwort (uttara) zu finden, kann es manchmal etwas dauern. Aber es kommt auch vor, dass ich nichts zu erwidern (virodhayati) habe.

    :|

    Was Deinen Beitrag angeht. Hm, was soll ich dazu sagen? Mir sind diese Fakten schon lange bekannt. Allerdings ging es mir in diesem Thread mehr darum, die unter religiöser Praxis verborgene Depression zu besprechen, die mir nicht selten im buddhistischen Kontext, nicht zuletzt auch in Bezug auf meine eigene Person immer wieder mal begegnet ist. Depression als allgemeines Phänomen ist auch interessant, hier soll es aber um die Gefahr gehen, buddhistische Texte im Falle einer depressiven Grundverfassung misszudeuten. Zum Beispiel das hier:


    [lz]

    Wird dem Begehrlichen zuteil, was er begehrt,

    Gewiß ist er dann frohgestimmt,

    Wenn, was er wünscht, der Sterbliche erlangt.

    Doch wenn dem Lüstenden, erfüllt von Willensdrang,

    Die Gegenstände seiner Lust entschwinden,

    Gleichwie vom Pfeil durchbohrt, so ist er dann gequält.

    Wer Lüste, wie der Fuß den Schlangenkopf, vermeidet,

    Das Hängen an der Welt wird achtsam er verwinden.

    Nach Feldern, Land und Schätzen, nach Rindern, Pferden, Dienervolk,

    Nach Frauen, Freunden, vielen Lustobjekten wer da giert,

    Was machtlos scheint, das übermächtigt ihn, die Fährnisse bezwingen ihn.

    Hieraus dringt Leiden in ihn ein, wie Wasser in ein leckes Schiff.

    Daher soll, achtsam stets, der Mensch die Lüste meiden,

    Hat er sie aufgegeben, kreuzen kann er dann die Flut,

    Wie man hinübersetzt auf ausgeschöpftem Schiff.

    Quelle[/lz]

    Die Haltung, schöne und lustvolle Dinge zu meiden aus Angst vor dem Pfeil des Verlustes führt in eine enge, ängstliche Haltung der Welt gegenüber. Zugleich ist die Analyse, die sich in diesem Vers bietet, richtig. Sobald ich mein Herz an etwas hänge, laufe ich Gefahr, Leid zu erfahren. Wenn ich aber mein Herz an nichts hänge, höre ich in gewissen Maßen auch auf zu leben. Hier liegen die Untiefen, die ich in den Jahren der Praxis immer wieder einmal wahrgenommen habe, die auch den Anlass für diese Diskussion gegeben haben. Im Zustand der Freiheit (oder was ich dafür halte) fließen Lust, Freude, Angst und Leid, ohne ins Stocken zu geraten. Das Stocken, dieses Nicht-Mehr-Fließen assoziiere ich mit depressiven Episoden. Und die können sehr tugendsam wirken – nach außen wie nach innen. Ein Trugschluss.

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 30. Juni 2025 um 09:56
    MaKaZen:

    obwohl eigentlich klar sein müsste, dass da was Grundlegendes nicht stimmt.

    Dieses Gefühl lässt sich sehr leicht als "Dukkha" deuten.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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