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Beiträge von Sisyphos

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 4. August 2019 um 11:49
    mukti:
    Vedana:

    In den Lehrreden findet man keinen ursprünglich unbefleckten Geist, den es durch Verschmutzung ins Leben trieb. Dasein ist anfanglos, deswegen macht diese Frage nach einem spezifischen historischen Ereignis weniger Sinn.

    Genauer heisst es, dass ein Anfang nicht erkennbar ist:

    [lz]

    Unbekannten Anfangs, ihr Bhikkhus, ist dieser Umlauf der Geburten; nicht kennt man einen ersten Beginn bei den Wesen, die, in dem Hemmnis des Nichtwissens, in der Fessel des Durstes gefangen, (von Geburt zu Geburt) umherwandern und umherlaufen.

    S.15

    [/lz]

    Nicht erkennbar oder nicht bekannt? :?

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 21:37
    Korx:

    Eine der sympathischsten Eigenschaften des Buddhismus ist in der Tat der Verzicht aufs Missionieren! Leider aber hat deine Antwort nicht das Geringste mit meiner Frage zu tun ... oder war das eine Antwort im Sinne von "ein jeder soll nach seiner Facon selig werden"?

    Ja, ich denke ebenfalls wie Thorsten, dass es durchaus mehr als nur einen Weg gibt, glücklich, friedvoll, frei, freundlich zu werden, mehr als nur einen Weg zum Heilsamen. Doch wie du selbst meintest:

    Korx:

    diese Damen sind sehr glücklich mit ihrem Leben, besuchen Vorträge und geben ihr reichlich vorhandenes Geld für Vorträge, Bücher und wirklich abgefahrene Gerätschaften aller Art aus. Neugierig und experimentierfreudig wie Kinder. Eingebettet in ein für sie stimmiges Glaubenssystem, dass sie glücklich macht und ruhig schlafen lässt. Ähnlich ist es mit meiner Mutter, die in einem sehr altertümlichen, christlichen Weltbild, eine unglaubliche Seelenruhe gefunden hat.

    Also warum etwas beheben wollen, dass funktioniert? :grinsen: Wie war das.. never fix a running system? (:

    Natürlich kannst du auch mit glücklichen, zufriedenen Menschen über Buddhismus reden, wenn sie Lust und Laune dazu haben.. aber sollte der Buddhismus tatsächlich der richtige Weg für solche oder andere im Allgemeinen sein, werden sie ihn schon finden.. oder er findet sie :?

    _()_

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 20:12

    "Wir (das Europäische Institut für angewandten Buddhismus) sind nicht hier um zu Missionieren. Wir wollen nicht mehr Buddhisten haben, sondern mehr glückliche und friedvolle Menschen."

    - Bhikshu Thích Chân Pháp Ấn (Direktor des EIAB)

    _()_

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 18:43
    Thorsten Hallscheidt:
    [lz]

    Konstruktivismus, Solipsismus, Anti-Realismus

    [/lz]

    In jedem Fall Mus und kein Muss! (:

    Sowieso alles Schmu :lol:

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 18:35
    kilaya:
    Thorsten Hallscheidt:

    "Materie" können wir nicht unmittelbar erkennen. Wir können nur auf eine "objektive" Wirklichkeit schließen, haben aber keinen direkten Zugang dazu.

    Klingt nach Konstruktivismus ;) Ich sehr sehr grosse Überschneidungen zwischen buddhistischer Philosophie des Geistes und konstruktivistischen Theorien. (K. als Erkenntnistheorie der Systemik, nicht die Kunstrichtung usw.)

    "Wir können nur auf eine "objektive" Wirklichkeit schließen, haben aber keinen direkten Zugang dazu."

    Ich hätte eher Anti-Realismus gesagt :?

  • Was unterscheidet den Buddhisten vom Materialisten ?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 18:00

    Vielen Dank für dieses Zitat Thorsten Hallscheidt ^^_()_

  • Grund für kein dauerhaftes Bewusstsein?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 13:37
    Vedana:
    Sisyphos:

    Eine radikale Interpretation, wie sie zum Beispiel Platon darstellte, würde dazu führen, dass alles Identische ausgeschlossen würde (es gäbe nicht mal einen Grund den Fluss selbst als identisch anzusehen) und somit keine Erkenntnis mehr möglich wäre.

    Ist zwar OT, aber: was hat er denn da dargestellt? Dass Erkenntnis nicht möglich wäre, das ja nicht, soweit ich das weiß.

    Ich meinte Platons Heraklit-Interpretation.

    _()_

  • Grund für kein dauerhaftes Bewusstsein?

    • Sisyphos
    • 3. August 2019 um 11:07
    mukti:

    Ich mag dem Heraklit sein "alles fließt"

    Obwohl diese Formel wohl nicht direkt von ihm stammt :grinsen:


    Ellviral:

    Da fehlt mir das "Entstehen" und auch zeitweise scheinbar Stabile. "Alles fließt." ist mir zu Flüssig. Alles ist bald anders.

    Prozess: Alles ist wie es ist doch es bleibt nicht so.

    Es gibt unterschiedliche Interpretationen, manche schwächer, andere stärker. Möglich ist zum Beispiel auch, dass mit "alles fließt" lediglich gemeint ist, dass alles einer Gesetzmäßigkeit unterworfen ist. Eine radikale Interpretation, wie sie zum Beispiel Platon darstellte, würde dazu führen, dass alles Identische ausgeschlossen würde (es gäbe nicht mal einen Grund den Fluss selbst als identisch anzusehen) und somit keine Erkenntnis mehr möglich wäre.

    (dazu kann ich das Buch "Vorsokratiker" von Christof Rapp empfehlen :))

    _()_

  • Buddhistische Gemeinde in Düsseldorf?

    • Sisyphos
    • 23. Juli 2019 um 12:55

    Egal welchen Weg du für dich wählst, empfehle ich dir unbedingt einen Besuch im EKŌ-Haus. Die Shin-Buddhistische Tempel-Anlage ist die einzige ihrer Art in Europa und immer wieder schön zu betrachten. Auch der Besuch einer Zeremonie ist möglich und empfehlenswert ^^ Es ist wirklich beeindruckend so etwas mal mitzuerleben

    _()_

  • Prozess der Wiedergeburt

    • Sisyphos
    • 24. Juni 2019 um 11:30
    Vedana:

    Genau genommen ist so eine Vorstellung "Eintreten in den Mutterschoß" eine Vorstellung über einen Seelenkern (der irgendwo eintritt). Also wenn man das konsequent denkt, dann ist das schon eine Vorstellung über einen Kern der einen Körper wechselt.

    Ich weiß leider nicht mehr, wo ich das herhabe, aber ich habe irgendwo mal gelesen/gehört, dass es das "Kennen", das vijñāna sein soll, das in den Mutterschoß eintritt.

  • Buddhismus und Abtreibung

    • Sisyphos
    • 23. Mai 2019 um 12:36
    kilaya:

    Was ich noch einen wichtigen Faktor finde: die Erfahrung, die immer in der Geschichte gemacht wurden, wenn Abtreibung verboten war. Sie wurde dann nämlich im Geheimen und oft ohne entsprechende professionelle Ausbildung usw. gemacht, mit massiven gesundheitlichen Folgen. Verhindern konnte man das mit Verboten noch nie. Aufgeklärte Menschen sollten informiert werden und dann selbst entscheiden, und dann Zugang zu einwandfreier medizinischer Behandlung haben, ohne sich verstecken zu müssen.

    Wird nicht alles Verbotene im geheimen gemacht? 🤔

    Versteh mich nicht falsch, ich sehe es genau so. Üblicherweise wird dieses Argument auch angeführt wenn, es um Drogen geht und bislang fand ich das Argument auch sinnvoll. Aber gerade frage ich mich inwiefern es überhaupt etwas aussagt. Nur weil Menschen etwas im geheimen machen, weil es legal nicht geht bedeutet natürlich nicht, dass es legal sein sollte.

    Das es im Geheimen getan wird, drückt natürlich ein gewisses Bedürfnis aus, aber im Geheimen wird auch vieles getan, das (so nehme ich an und hoffe ich) nicht als "normales" Bedürfnis angesehen werden sollte, dessen Aufklärung es bedarf.

    Aber wie gesagt, Abtreibung gehört für mich dazu. Ich wollte nur (für mich?) sagen, dass das Argument (Leute tun es, auch wenn es illegal ist -> Leute wollen es tun -> Leute sollten es tun dürfen -> es sollte legal sein) nicht ganz so einfach ist, wie es sich durch manche Fälle darstellt.

    Hoffentlich war es verständlich :grinsen: Wenn nicht, auch nicht wichtig.. war ja mehr was formales als inhaltliches.. :grinsen:

    _()_

  • D.T. Suzuki noch lesenswert?

    • Sisyphos
    • 21. Mai 2019 um 13:18

    "Ur-Erfahrung und Ur-Wissen: die Quintessenz des Buddhismus" fand ich persönlich sehr lesenswert :)

    _()_

  • Unterschiede Zen und Theravada, Vajrayana?

    • Sisyphos
    • 15. April 2019 um 20:51

    _()_

  • Huayan und Ekayana

    • Sisyphos
    • 31. März 2019 um 20:10

    Vielen Dank für deine Antwort, Benkei! _()_

    Leider hatte ich diesen Thread etwas vergessen - entschuldige! :nosee:

    Nachdem mein Interesse gestern wieder mehr auf dieses Thema gelenkt wurde, habe ich nun glücklicherweise diesen Thread wiedergefunden und hätte tatsächlich ein etwas genaueres Anliegen :)

    Kannst du mir eventuell das Verhältnis der Huayan-zong zur Tiantai-zong (auch bezüglich Ekayāna) erläutern?

    Soweit ich bisher verstehe, sieht zumindest die Tendai-shu durchaus die Huayan-Lehre als Lehre des reinen Mahāyāna und somit als fast vollkommene Lehre, die in der eigenen Ekayāna-Lehre gipfelt.

    Mich würde nun interessieren, wie die Huayan-zong dazu steht.

    Weiterhin scheint die Ekayāna-Lehre in der Tiantai-zong zentraler als in der Huayan-zong zu sein, was an den verschiedenen Sūtren liegen dürfte, die als Bezug/Grundlage dienen. Daher würde ich gerne wissen, welche Rolle Ekayāna in der Lehre der Huayan-zong spielt bzw. ob Ekayāna schlicht als eine Folge der dharmadhatu-pratityasamutpada-Lehre / der Lehre der Interprenetation aller Dharmas/Phänomene gesehen wird und weniger Teil der eigenen Lehre selbst ist.

    Kannst du dazu etwas sagen? :)


    Mit freundlichen Grüßen

    Sisyphos _()_

  • upāttah

    • Sisyphos
    • 16. März 2019 um 22:41

    Vielen Dank, das ist sehr hilfreich :)

    Dann hätte ich ja doch einfach im Lexikon unter upādāna gucken können:erleichtert: Linguistisches Wissen kann schon von Vorteil sein ^^

    Was upāttah - upāttaḥ angeht, muss ich gestehen, habe ich falsch zitiert, da dieses diakritische Zeichen aktuell nicht Teil der Eingabesprachen meines Handys ist


    _()_

  • upāttah

    • Sisyphos
    • 16. März 2019 um 15:25

    Seid gegrüßt :)

    Kann mir jemand eventuell upāttah erläutern?

    In Erich Frauwallners "Die Philosophie des Buddhismus" steht in einem Ausschnitt aus Vasubandhus Pudgalapratisedhaprakaranam (Widerlegeung der Person): "Man kann vielmehr nur gestützt auf die inneren, der Gegenwart angehörigen und angeeigneten (upāttah)^2 Gruppen von einer Person sprechen. [...]

    [...]

    ^2 Angeeignet nennt der Buddhist die Organe samt der dazugehörigen Materie, die einem Persönlichkeitsstrom angehören."

    Bedeutet upāttah lediglich angeeignet oder speziell diese Organe? Welche Organe sind damit gemeint? Und ist mit Persönlichkeitsstrom Skandhasamtānah (Strom von Gruppen) gemeint? :erleichtert:

    _()_

  • Dinge, die ich nicht verstehe...

    • Sisyphos
    • 14. Januar 2019 um 11:28

    Hallo Philan :)

    Falsch bist du hier sicher nicht, wenn du Interesse an der buddhistischen Lehre hast, auch wenn es nur bestimmte Aspekte sind

    Ich beschäftige mich selber noch nicht so lange mit dem Buddhismus, deswegen kann ich dir leider nicht alle Fragen beantworten aber vielleicht kann ich dir ja trotzdem irgendwie helfen :) ansonsten warte einfach noch weitere Antworten ab :D

    Zu 2.: Es werden viel mehr heilsame und unheilsame Taten unterschieden als gute und schlechte. Was heilsam und was unheilsam ist sagt dir im Prinzip der Dharma. Dieser lehrt selbst, dass du nicht blind befolgen sollst, was dort gelehrt wird. Vielmehr sollte man mit Vertrauen an die Sache rangehen und beobachten, ob es wirklich heilsam ist.

    Natürlich gibt es viele Meinungen zu den Auswirkungen verschiedener Taten. Aber letztendlich wird jemand, der unheilsames sät unheilsames ernten :D

    zu 3.: Ja, das kenne ich gut. Ich denke der Schlüssel ist es, sich an Dingen erfreuen zu können ohne sie gewollt zu haben oder sie festzuhalten. Man muss keine "Lust" am Leben, keinen "Durst" auf etwas haben, um sich daran zu erfreuen.

    Aber das werden dir andere vielleicht noch besser erklären können ^^

    zu 4.: Es gibt neben den Höllenwesen ja auch Götter im Buddhismus. Ich würde mir darüber allerdings weniger Gedanken machen, da ich es persönlich als spekulativ abtue. Letztendlich kannst "du" als Gott in einer der Götterwelten oder als ein Höllenwesen wiedergeboren werden aber das Erwachen sollten selbst Götter anstreben.

    Zu 5.: Die Lehre Buddhas ist ja zu einer ganz anderen Zeit entstanden. Natürlich passt sie nicht wirklich in unsere Zeit. Aber gerade durch ihre Anpassungsfähigkeit hat sie die Jahrtausende überlebt und sich verbreitet.

    Der Kapitalismus ist nicht gerade die beste Umwelt für den Buddhismus würde ich behaupten.

    Andererseits glaube ich, dass man auch ein guter Buddhist sein kann ohne auf der Straße oder im Kloster zu leben. Unsere Mitwelt ist wie gesagt eine andere als damals aber damals wie heute muss man einfach Achtsam mit ihr umgehen. Das ist nur genau das, was der Kapitalismus nicht tut.

    In Fight Club heißt es: Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.

    Solange das nicht passiert kann man auch im besitz und konsumorientierten Kapitalismus heilsam leben. Für die einen ist es sicherlich schwieriger als für die anderen sich nicht von den vielen Dingen ablenken oder verführen zu lassen..

    Die Vier Wahrheiten und der achtfache Pfad bilden zusammen mit dem bedingten Entstehen den Kern des Buddhismus. Also wenn dich das begeistert, kann ich dir nur empfehlen frohen Mutes weiter zu suchen :)


    Sisyphos :zen:

    _()_

  • Sotoshu - Offizielle Website (?)

    • Sisyphos
    • 11. Januar 2019 um 22:46

    Danke fürs Teilen der Seite :)

    _()_

  • Erste Frage - Das Leben nach dem Tod

    • Sisyphos
    • 21. Oktober 2018 um 20:09

    Danke _()_

    :zen:

  • Erste Frage - Das Leben nach dem Tod

    • Sisyphos
    • 21. Oktober 2018 um 14:37

    Gekürzt :grinsen: :

    Die Frage, was nach dem Tod geschieht, kann mit Reinkarnation oder dem Eintreten ins Nirwana beantwortet werden.

    Wiedergeboren wird, wer Karma sammelt.

    Karma bedeutet übersetzt erst einmal nur "Handlung". Gutes Handeln bewirkt gutes Karma, schlechtes Handeln schlechtes Karma und beeinflusst die Wiedergeburt. Dieser Kreislauf der Wiedergeburt wird Samsara genannt. Wer es schafft, sich von allen Begierden, Wunschvorstellungen (auch die des Ich-seins/des Selbst), Bindungen zu befreien und Erkenntnis erlangt hat - kein Karma mehr sammelt -, der erfährt Erleuchtung (eigentlich Erwachen (Buddha = der Erwachte)) und erreicht den Zustand des Nirwana.

    :zen:

  • Erste Frage - Das Leben nach dem Tod

    • Sisyphos
    • 17. Oktober 2018 um 22:18

    Danke für deine Antwort :)

    Ich stimme dir zu. Bei den Aufzählungen und dem Sanskrit hab ich auch etwas mit mir gerungen, wollte es dann aber für mich drin haben. Wie gesagt meine Schwester wird es sicher kürzen.

    Ich werde sie dann auch nochmal darauf hinweisen, dass das bedingte Entstehen eventuell nicht notwendig zur Erklärung ist ^^

    Ich tue mich immer schwer solche komplexen Themen einfach zu erklären, weil ich oft das Gefühl bekomme, dass diese einfachen Erklärungen dem Sachverhalt nicht gerecht wird oder schlichtweg in ihrer Einfachheit nicht korrekt sind.

    Aber ich werde mich bemühen die kommenden Fragen simpler zu beantworten ^^

    :zen:

  • Erste Frage - Das Leben nach dem Tod

    • Sisyphos
    • 17. Oktober 2018 um 20:48

    Seid gegrüßt :)

    Meine Schwester möchte demnächst ein kurzes Referat über Buddhismus in ihrer 10. Klassen halten. Sie hat mich daher gefragt, ob ich ihr bei der Beantwortung einiger Fragen helfen könne. Um mir auch selbst bewusst zu machen, was ich glaube zu wissen und zu verstehen möchte ich meine Antworten auf ihre Fragen hier teilen. Schließlich möchte ich ihr auch nichts unsinniges erzählen.

    Die erste Frage lautete also: Was geschieht, nach dem buddhistschen Glauben, nach dem Tod?


    Um zu verstehen, was im Buddhismus nach dem Tod geschieht, muss man zuerst drei buddhistische Lehren verstehen: die Lehre von Anatta bzw. vom Nicht-Ich/Nicht-Selbst, die Karma-Lehre und die Lehre vom bedingten Entstehen.

    Anatta

    Einfach ausgedrückt bedeutet anatta bzw. Nicht-Selbst, dass es keine beständige, unabhängige Seele gibt, da sich alles gegenseitig beeinflusst und verändert. Das Konzept eines Ich/einer Ich-Wesenheit, einer Persönlichkeit, eines Selbst oder einer Seele ist somit /nur/ ein Konzept bzw. eine Täuschung und entspricht nicht der Realität. Vielmehr ist diese so genannte Seele ein ständig im Wandel begriffenes Zusammenspiel aus Körper, Wahrnehmung, Empfindung, Geist (Wille, Wünsche, Absichten, etc.) und Bewusstsein, den fünf Daseins-Gruppen.

    Karma

    Alles Handeln und Denken bewirkt Karma. Dabei werden Arten anhand der Zeit des Eintritts der Wirkung (vipaka) - zu Lebzeiten reifendes, im nächsten Leben reifendes, im späteren Leben reifendes Karma - und anhand der Auswirkung - Wiedergeburt erzeugendes Karma, unterstützendes, unterdrückendes, zerstörendes Karma - unterschieden.

    Ersteres bedingt im jetzigen und den folgenden Leben eben jene fünf Daseins-Gruppen und somit die Form der Wiedergeburt. Diese kann in folgenden so genannten Daseins-Bereichen geschehen: Bereich der Götter, Bereich der eifersüchtigen Götter, Bereich der Menschen, Bereich der Tiere, Bereich der hungrigen Dämonen, Bereich der Hölle.

    Dabei ist zu beachten, dass die Wiedergeburt als Gott nicht die Erleuchtung, also das Eintreten ins Nirwana darstellt.

    Das bedingte Entstehen

    Das bedingte Entstehen wird durch eine zwölfgliedrige Kette beschrieben:

    Nicht-Wissen/Ignoranz

    bedingt

    Tatabsichten (Sankhara)

    bedingt

    Bewusstsein

    bedingt

    Geistigkeit und Körperlichkeit

    bedingt

    Die sechs Sinnestore (5 Sinne + Denken)

    bedingt

    Kontakt (mit der Mitwelt/Umwelt)

    bedingt

    Empfindung

    bedingt

    Begehren/Verlangen

    bedingt

    Anhaften/Identifitieren (Meinungen, Vorstellungen, Gedanken, Konzepte, Ideen)

    bedingt

    Werdeprozesse (karmische Handlung, Wirkung)

    bedingt

    Geburt

    bedingt

    Alter, Leid, Tod

    Die Wiedergeburt geschieht also nur in Folge des bedingten Entstehens bzw. des Nicht-Wissens und wird vom Karma beeinflusst, welches sich dann in Form der Wiedergeburt äußert. Weder vergeht somit beim Tod ein Leben, noch entsteht ein neues bei der Geburt.


    Ich habe versucht, es möglichst prägnant zu erklären aber ob mir das so gut gelungen ist.. :erleichtert:

    Meine Schwester wird es wohl etwas kürzen, ich hätte manches lieber noch ausführlicher beschrieben und das ist nun das Ergebnis.

    Auf eine Differenzierung bezüglich verschiedener Strömungen habe ich offensichtlich auch verzichtet aber ich hoffe, dass wenigstens das bisschen, was da nun steht, seine Richtigkeit hat und in etwa wiederspiegelt, was gelehrt wird.

    Bevor ich es vergesse: ist Reinkarnation verwendbar für den buddhistischen Wiedergeburtsglauben oder impliziert der Begriff eine Seele?


    _()_

    :zen:

  • Kloster auf Zeit/ einfaches Retreat in einem buddhistischen Zentrum?

    • Sisyphos
    • 16. September 2018 um 21:12

    Ich war noch nicht persönlich beim Daishin Zen-Kloster aber Zen-Meister Hinnerk Polenski betreibt einen YouTube-Channel. Vielleicht kannst du dir ja darüber einen kleinen Einblick verschaffen, zumindest über seine Ansichten/Lehre :)

    https://www.youtube.com/channel/uckxpfzz8a04qhxcqaxgkefg

    :zen:

    P.S.: Ich sehe gerade, dass es in der Playlist "Zen-Kloster" das Video "Shiroto - Als Laie im Zen-Kloster" gibt.

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  • Schrein und Bilder

    • Sisyphos
    • 11. September 2018 um 19:18

    sehr gut 👍:lol:

    :zen:

  • Umgang mit Obdachlosen

    • Sisyphos
    • 10. September 2018 um 15:37
    Turmalin:

    man kann soweit ich weiß bei Amazon z. B. einen Schlafsack bestellen und als Lieferadresse schreiben: An den Menschen unter der Brücke/ Ecke XY Straße, Postleitzahl XY. In den USA funktioniert das. Ob Amazon in Europa damit auch schon klar kommt weiß ich nicht.

    ( Ja ich weiß Amazon ist aus anderen Gründen unmoralisch). Vom Prinzip her müsste das aber klappen, wenn der Mensch z. B. in der Innenstadt sitzt an einer klar zu bezeichnenden Straßenecke und fähig ist aufzunehmen dass er in zwei Tagen am gleichen Ort sein soll bzw da bleiben bis die Spende da ist.

    Eine interessante Idee.

    Wenn es um gemeinnützige Organisationen geht, habe ich schon das ein oder andere Mal den Zweifel gehört, ob Spenden denn überhaupt ankommen würden. Wenn man es so gestalten würde, dass der Spender einen Ort angibt, wo das gespendete hin soll, gäbe es vielleicht weniger Skepsis :? Gut den meisten geht es wohl um Geldspenden, die eventuell nicht ankommen..

    Aber an sich... Vielleicht sollte man so einen Spenden-Lieferservice mal überdenken :D

    :zen:

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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