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Beiträge von Bambusblatt

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 12. Juli 2016 um 12:37

    Ah, jetzt erkenne ich meinen Fehler, Sudhana.
    Ich habe nicht darüber nachgedacht, aber die Formulierung "bewirkt" ist falsch, das sehe ich ein. Steht ja auch bei Hakuin anders.
    Danke für die Erklärung (:

    Danke für den Link, Monday. Hatte ich irgendwie nicht gefunden, seltsamerweise; Oder übersehen.

    bel Okay, streichen wir diese Aussage. Ich will keine weitergehende Diskussion provozieren, da war das zu schreiben ziemlich unbedacht, zugegebenermaßen. Wir können ja einen neuen Thread aufmachen oder per pm diskutieren, falls Du willst.

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 23:58

    Sudhana,

    das mit Joshu hatte ich falsch in Erinnerung. Da mir leider Rinzais Lehren in Buchform fehlen, könntest Du vielleicht kurz zusammenfassen, was Dogen an Rinzai kritisiert?

    Außerdem bin ich mangels Beschlagenheit in den von Dir angesprochenen Gebieten etwas hilflos angesichts Deiner Erläuterung zu Alaya und kann nicht sehen, in wie weit es faktisch falsch ist, Erleuchtung als Wandel der 8. Bewusstseinsstufe anzusehen.
    The Way Of Knowing Of The Great Perfect Mirror

    Someone then asked, “What does realization all at once mean?”
    Hakuin answered that when the discriminating mind is suddenly shattered and the awakened essence immediately
    appears, the universe is filled with boundless light. This is called the way of knowing of the Great Perfect Mirror, the
    pure body of reality (Dharmakaya). This is realization all at once. At this time alaya , the eighth level of consciousness,
    is transmuted.

    Hakuin on Kensho.

    @Morpho: klar, während des Sesshins werde ich nicht im Inet rumdaddeln (;

    Festus: Danke für die freundlichen Worte (: Ehrlich gesagt finde ich es etwas amüsant, dass gemessen an dem Aufruhr und den Vorwürfen, die mein Post veranlasst hat, niemand wirklich Argumente für gegenstehende Ansichten geäußert hat.

    Adsartha: Um zumindest halb auf aufs Thema zurück zu kommen. Vor einiger Zeit warnte ein Artikel im Guardian vor Mindfulness-Training, weil dabei anscheinend einige Leute psychische Schäden davongetragen haben, bzw. offengelegt wurden. Nachdem Du drei Vipassana-Retreats hinter Dir hast, ist die Gefahr aber vermutlich gering. #randomfact
    Übrigens kann ich nach einigen Monaten recht fleißigen Zazen subtile, aber profunde positive Veränderung an mir feststellen. Sicher geht das auch anderen so; Mich würde interessieren was euch dazu einfällt.

    Gassho

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 21:37

    Langsam wird das hier echt OT. Vielleicht will ein Moderator alles nach meinem ersten Beitrag in ein anderes Thema verschieben, weil langsam geht es hier bedauerlicherweise um meine initiale Äußerung, die Reaktion darauf, meine Reaktion darauf.. etc. und nicht mehr um Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    Edit: Der Post war lang und redundant mit vielen Zitaten. Ich habe es auf den Kern gekürzt.

    Zum Konkreten: Ja, Monday, FALLS ich von Shodo Roshi als Schüler akzeptiert werde und FALLS ich den nötigen Willen, Glauben und Durchhaltevermögen habe, um zu Kensho zu gelangen, DANN lege ich in der Tat Wert darauf, dass mein Lehrer das merkt, mich testet (selbst falls ich nicht die geringsten Zweifel habe; Denn was soll es schaden? Außerdem kann er dann vielleicht besser die exakte Tiefe meiner Einsicht ausloten) und mir Anweisungen für meine Post-Satori-Praktik gibt.

    Gassho

    P.S. Bestände grundsätzlich Interesse daran, dass ich meine Eindrücke vom Samu-Sesshin bei Shodo Harada Roshi hier im Forum aufschreibe?

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 19:48

    The National Teacher was a leading disciple of the former Buddha Daikan Enō and was the outstanding good spiritual friend of celestial and human beings. Grasping the spiritual import of what the National Teacher has pointed out, you should take it as the model for your training and study. When you detect the discriminatory view of the non-Buddhist Shrenikans, do not follow it.

    In more recent times, of all our colleagues who are Abbots or Masters in the various monasteries of Great Sung China, none compares with the National Teacher. From ancient times, a spiritual friend who could equal the National Teacher has still not entered this world. And yet, ordinary, worldly people mistakenly hold the opinion that Zen Masters like Rinzai and Tokusan are the equals of the National Teacher. Fellows who hold such a view are all too many. These people, alas, are not clear-eyed Teachers.

    aus Dogens Shobogenzo, Shasta Abbey Press Translation, Kapitel 6, Soku Shin Ze Butsu, On ‘Your Very Mind Is Buddha’

    Monday,
    Mumon hat sechs lange Jahre gebraucht. Was ich jetzt denke, dass ich dann tun werde, ist möglicherweise also nicht sehr erheblich. Es hängt auch davon ab, ob ich in Sogen-ji aufgenommen werde oder als Laie praktiziere.
    Sicherlich wäre es am besten, wenn ich dann Post-Satori-Training untergehe; Halt das übliche Koan-Curriculum bis zur vollen Erleuchtung. Jetzt kann ich nicht sagen, ob ich nach Klostererfahrung nicht doch lieber mich anderem widme als dem Buddhadharma; Das ist keine leichte Sache und auch mit einigem Verzicht verbunden. Mit kensho wird sich das dann zeigen, hoffentlich. Für mich gibt es viele gute Gründe, volle Erleuchtung erlangen zu wollen; Gleichwohl, es sind 10, 20 Jahre strenges Klosterleben. Bei einem Jahr hätte ich keine Bedenken...
    Es wird sich zeigen, wenn ich Shodo Harada Roshi begnene. Und - falls - nach einem Jahr im Kloster.
    Habe ich die Frage zu Deiner Zufriedenheit beantwortet und diene Neugier beruhigt? (;
    Oh, ach, außerdem: Um die formale Anerkennung geht es mir nicht. Sollte ich den Eindruck erweckt haben: er ist falsch.

    Gassho

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 18:10

    Lieber Monday,

    ich glaube, wir diskutieren da um ein Missverständnis.
    Ursprünglich wollte ich sagen, dass es unterschiedliche Dinge sind, ob man alle Konzepte und Ideen aufgibt (um Satori zu erlangen),
    oder ob im Rahmen einer Forumsdiskussion einem nahe gelegt wird, seine Ansichten zu einem strittigem Thema aufzugeben, weil ohne dies nicht Satori möglich sei.
    Ich bin mir sicher, letzteres hast Du nicht gemeint. Ich denke also, die Angelegenheit können wir begraben.

    Nun, zur Anerkennung: Auch das ist ein Missverständnis. Das wir alle fundamental Buddhas sind und nichts anerkannt werden muss, ist mir so klar, wie es ohne kensho sein kann.
    Ich habe Dich eher so verstanden, dass es im Rinzai-Zen keine formale Anerkennung dessen gibt, dass jemand die erste Barriere passiert hat; Ebenso, dass kein inka oder der gleichen gäbe. Das wäre natürlich grob falsch.
    Da Du das offensichtlich nicht gemeint hast, sehe ich auch hier keinen strittigen Punkt.

    mit besten Grüßen
    Gassho

    P.S. Wo einige Forumsteilnehmer recht bewandert sind, hätte ich noch eine kleine OT-Frage: Im Shobogenzo macht Dogen die Bemerkung, dass Rinzai (bzw. sein Verständnis) nicht vergleichbar sei mit dem von zB. Joshu Jushin oder Nanyang Huizhong. Sicher, beide haben nach ihrem großen Erleuchtung noch lange gelebt und gelehrt, aber ist das, weshalb Dogen das sagt? Wenn jemand dazu etwas sagen kann, wäre ich dankbar

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 16:38

    Eine Diskussion über meine Ansichten auszulösen, war nicht meine Absicht und tut mir Leid. Das es geschehen ist, schreibe ich meiner Fahrlässigkeit zu. Das ist natürlich recht OT, aber ich hoffe, es wird mir verziehen, wenn ich auf die Kritik und Einwände antworte. Ich habe möglichst auf Zitate verzichtet, um es nicht noch länger zu machen.

    ---

    Lieber Sudhana,

    sollte ich arrogant gewirkt haben oder es gewesen sein, dann tut es mir Leid. Das war nicht meine Absicht.
    Ich denke, ich habe nicht verhelt, dass ich keine spirituellen Erkenntnisse vorweisen kann, sondern mir lediglich ein gewisses theoretisches Wissen und etwas Praxiserfahrung erworben habe. Dass ich nicht vor alles: "Meiner Ansicht nach..." schreibe möge mir verziehen werden, auch wenn ich zugebe, dass es an manchen Stellen gut gewesen wäre.

    Mir ist bekannt, dass Yasutanis Sanbo Kyodan eine Mischung aus Soto- und Rinzai-Zen ist; Ebenso, dass Kapleau mit Yasutani brach, bevor er das Koan-Studium vollenden konnte. Das ändert in meinen Augen nichts daran, dass das Buch empfehlenswert ist, insbesondere, da der größte Teil nicht von Kapleau kommt, sondern sich aus Teishos Yasutanis, Dokusan von Yasutani mit Schülern, Bassuis Briefen und Teisho, den Berichten von Kensho, Yaeko Iwasakis Briefen und anderem zusammensetzt.

    Es ist kleinlich von mir, darauf zu antworten, aber "so" unsympathisch ist mir Muho nicht; Lediglich ausreichend, dass ich nicht sein Schüler werden will. Das heißt nicht, dass ich ihm Qualifikationen abspreche.

    Was die Soto-Praxis angeht, hast Du natürlich Recht. Ich habe es vereinfacht dargestellt. Ebenso hast Du Recht, dass streng genommen alles bis auf "ultimate, great awakening" Makyo ist. Wie Daiun Harada Roshi schreibt: "Attachment to the Dharma, however, is not a virtue, nor is this attachment easy to dissolve", was auf die Wichtigkeit von Post-Satori-Praxis hinweißt.
    Zwar ist im Soto-Zen das Erlebnis von Kensho nicht Ziel der Praxis, die Übung erfolgt im festen Glauben an die eigene Buddhanatur und das Vertrauen darauf, eines Tages sie direkt zu erkennen, aber "the dropping off of body and mind" ist dennoch notwendig; Sonst ist Soto-Zen nichts anderes als Amida-Buddhismus.
    Hakuin on Kensho, The Four Ways of Knowing, Edited with Commentary by Albert Low, Shambala:
    "One of the things that Rinzai Zen insists upon is the importance of kensho, seeing into one's true nature. Kensho is the source of the four ways of knowing; they are ultimately derived from kensho. Many Soto teachers reject this and say that kensho is not only unnecessary but is itself illusory. Nevertheless, as I said in the introduction, Zen master Keizan, who is considered to be the great patriarch of the Soto Zen Sect, said, "Even if well-versed in theory and enlightened in the Way, you are wandering until you have have gained satori, which is like the Emperor's seal on goods, proof that they are neither contraband nor poisonous." He goes on to say, "Though there is nothing to give or receive, satori should be as conclusive as knowing your face by touching the nose." [...] So we should not see Soto and Rinzai as in any Way in conflict. Provided the teacher has come to awakening, it does not matter the kind of emphasis he or she places on different aspects of the teaching. "

    Das ich Dogen zenjis Shobogenzo teilweise schwer verständlich finde, sollte Auskunft darüber geben, dass ich mit offenen Karten spiele, d.h. zugebe, noch nicht kensho erfahren zu haben und nicht eine falsche Autorität vorgebe. Ausdrücklich, ohne etwas implizieren zu wollen.

    Auch ein Buddha hat einen sterblichen menschlichen Körper. Gautama hat ja auch nicht alle "sentient beings" befreien können; zumindest aus der Sichtweise vor kensho. Es gibt mehr als eine Quelle für eine solche Aussage; aber generell machten die Aussage, dass echte Lehrer extrem schwer zu finden sind, nicht nur Hakuin, sondern auch andere Lehrer vor ihm. Klagen über den Zustand des Dharmas sind, sofern ich es überblicke, in der gesamten Geschichte des Zen-Buddhismus anzutreffen.
    Nun. "The only worry is that real teachers of Zen are extremely few and hard to find." ist ein Zitat von Hakuin aus dem oben angeführten Werk.
    "By Hakuin's time, the dharma had deteriorated considerably; and in our time, the dharma has deteriorated even more." Zitat von Albert Low aus angeführtem Werk.
    Ähnliche Aussagen kenne ich auch aus Kapleaus Buch.

    Natürlich weiß ich nicht, dass Lows Aussage stimmt. Ein leichtes Argument wäre, dass Du ebenfalls darüber kein Wissen hast, weil es sehr schwer zu erlangen sein muss. Daher mag Low recht haben oder nicht, für mich ist die Aussage aber dennoch glaubwürdig. Dies ist der Fall in Anbetracht der vielen hundert oder tausend Schüler, die zur Hochzeit des Zen in China in Klöstern lebten, den Vergehen einiger bekannter und geachteter Zen-Lehrer in den USA, auf die ich kurz in meinem ersten Post eingegangen bin, meinen eigenen Informationssuchen und meinem daraus erwachsenen subjektiven Empfinden für mich eine durchaus gerechtfertigte Aussage.
    Hättest Du anderslautendes und vertrauenswürdiges Wissen, so wäre ich ehrlich erfreut darüber.

    Ähnlich verhält es sich mit meiner Aussage, dass die meisten Zen-Lehrer keine volle Erleuchtung hätten. Es ist gleichsam eine Vermutung, die auf meinem subjektiven Eindrücken aus verschiedensten Quellen basiert. Ich könnte zB. argumentieren, dass Du auch hier nicht das Gegenteil belegen kannst, ebenso, dass Hakuins Aussagen (und die in diese Richtung von anderen) dies implizieren. Vielleicht ließen sich auch Zitate von alten oder neuen Meister finden.
    Ich gebe zu, dass ich darüber kein gesichertes Wissen habe. Des Eindrucks kann ich mich dennoch nicht erwehren.
    Sollte es mir vergönnt sein, durch eigene Anstrengung in diesem Leben zu voller Erleuchtung zu kommen, und sollte ich dann die Falschheit meiner Aussage erkennen, werde ich um Vergebung bitten und versuchen, meine Schuld gegenüber Lehrer und Patriarchen zu tilgen.

    ---

    Lieber Monday,

    wie gesagt, streng genommen ist alles bis auf "ultimate, great awakening" Makyo. Dennoch ist kensho essentiell; Keiner der Patriarchen oder großen Meister der Vergangenheit hatte kein kensho. Das das Festhalten an bestimmten Ansichten sehr hinderlich sein kann ist mir bewusst. Ich hoffe, ich werde, wenn ich Harada Roshi treffe, in der Lage sein, meine Ansichten und Konzepte von mir zu werfen. However, ich halte es für vollkommen fair, dass ich nach meinem besten Wissen und Gewissen die Ansichten von Autoritäten wiedergebe; Und ein Kernpunkt Hakuins (und generell des Rinzai-Zens) ist die Insistenz auf kensho. Ebenso habe ich wiederholt Bezüge zur Post-Satori-Praktik gemacht und sogar Hakuin zitiert, mir ist also die Wichtigkeit der Aussage von Daiun Harada Roshi (oben) durchaus bewusst.

    Pardon, aber ich finde es leicht unredlich, mir zu sagen, meine Ansichten würden ein Problem bei der Realisierung des großen Weges werden. Dies kannst Du nicht nur nicht wissen, es wirkt auf mich auch so, als solle es bezwecken, dass ich meine Ansichten dazu aufgebe.

    Nicht nur, dass ich a) auf Zen-Meister Bezug nehme und nicht auf die Idee komme, Dogen, Hakuin oder Bassui zu widersprechen (Sollte ich den Eindruck gemacht haben, Dogen wegen meiner Aussagen über die Soto-Schule zu widersprechen, so war das nicht meine Absicht. Es ist halt nicht jeder Soto-Lehrer Dogen; Und nicht jeder Rinzai-Lehrer Hakuin. Ich persönlich ziehe dennoch die Rinzai-Schule aus verschiedenen Gründen vor). Auch weist Du das nicht b), und ich finde es unschön, dass Deine Aussage durchaus gedacht sein könnte, meinen Glauben an die Realisierbarkeit der großen Sache zu schwächen. Und c) glaube ich nicht, dass das so stimmt. Ich hoffe, es irgendwann unter Beweis stellen zu können.

    Zu Deiner weiteren Aussage: Wenn es mein Karma ist, hoffe ich, in Sogen-ji aufgenommen zu werden. Selbst wenn nicht: Koun Yamada war auch lange Jahre Laie. Ebenso wie Iwasaki. Auch wenn ich nicht deren Wille und Glauben habe, ist Laiendasein per se nicht schlecht oder macht kensho oder volle Erleuchtung unmöglich.
    Du sagst:"und niemand wird dir sowas wie Erleuchtung bestätigen. Und wenn doch, dann ist es ein Scharlatan, denn die Erleuchtung ist spurlos. Sie hat keine Merkmale."
    Falls Shodo Harada Roshi mich als Schüler akzeptiert und Falls ich Mu oder ähnliches passiere, wird er, gemäß Rinzai-Tradition, das anerkennen und mir zweifelsfrei mitteilen. Das die beim kensho auftretende Freude eine Art Wahnsinn ist und nicht der angestrebte Zustand des Nirvanas, habe ich, glaube ich, erwähnt; Ebenso wie die notwendige Post-Satori-Praktik.

    ----

    Lieber bel,

    8. Bewusstseinsstufe ist meine Übersetzung für "8th class of consciousness" ka Alaya. Ich habe nicht die Autorität, darüber etwas zu sagen, aber in Kapleaus Buch findet sich im Anhang eine kurze Erläuterung zu den Bewusstseinsklassen nach buddhistischem Verständnis. Hakuin nimmt auch hin und wieder Bezug dazu; Und sicherlich viele andere Lehrer, deren Schriften ich nicht oder nur schlecht kenne. Thich Nhat Hanh ist außerdem Autor eines Artikels auf Lionsroar.com, der die buddhistische Psychologie näher erläutert, ich habe aber leider keinen Link. Durch Internetsuche wirst Du aber sicher einiges finden.

    Zu dem Zitat aus Kapleaus Buch: Meines Wissens nach ist das aus den "Yasutani's Introductory Letters", also von Kapleau nur aufgezeichnet und keineswegs verfasst. Yasutani war ja von der Soto-Sekte, es ist für mich deshalb anzunehmen, dass seine Aussage dazu stimmt. Andererseits hat sein Lehrer Daiun Harada Soto- und Rinzai-Traditionen vermischt, ich halte es daher für glaubhaft, dass seine Aussage wahr ist. Letztendlich fallen mir auch keine Widersprüche zu Behauptungen anderer Quellen ein. Meines Wissens nach ist also durchaus korrekt, was er sagt: Durch Hakuin legt die Rinzai-Schule wieder stark Wert auf die Koan-Schulung, während die Soto-Schule (auch als Reaktion auf Hakuin) begann, sich sehr stark auf Dogen zu berufen und Shikantaza stark hervorzuheben. Dogen ging ja selbst durch 8 Jahre Koanschulung in Japan, afaik.

    Das ist nitpicking, deswegen kurz: Mit "ohne direkte Absicht" meinte ich so etwas wie: "Ich glaube, es ist irgendwie gut" oder "Du/er/sie meditiert, da wollte ich das auch machen". Bompu-Zen ist ohne Frage dem vorzuziehen.

    ---

    Während ich geschrieben habe, gab es anscheinend neue Beiträge. Dazu kurz:

    Lieber Sudhana,
    ich kann nicht behaupten, ein großes Wissen über Buddhismus zu haben. Falls ich etwas "falsches" geschrieben habe in Bezug auf Alaya & Co, dann sind auch einige Aussagen in Kapleaus Buch und von Hakuin zweifelhaft, ich habe es lediglich widergegeben. Es gibt mehr Zen-Lehrer, die Bezug auf diese Bewusstseinsstufen genommen haben, aber ich könnte nicht schnell dazu Quellen finden; In Kapleau und Hakuin kenne ich mich halt gerade einigermaßen aus.
    Ohnehin ist mir spirituelles Fortkommen wichtiger als feinsinnige Scholastik (no offense, Du magst weiter sein als ich).
    Falls Du die anscheinend bestehenden (?) Unstimmigkeiten kurz erläutern kannst, wäre ich dankbar; Ich würde ungern falschen Ansichten anhängen und Nicht-Zen-Meinung vertreten.

    ---

    So. Ich hoffe, ich konnte dazu beitragen, diese Sache zu klären. Liebe Adsartha, ich wollte das Thema nicht so kapern, aber ich hoffe, es ist nicht allzu schlimm.

    Wie dem auch sei: Mit besten Wünschen
    Gassho

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 11. Juli 2016 um 00:41

    bel, bezieht sich das auf die Fragestellerin oder auf mich? Immerhin hat sie nicht ihr Ziel genannt.
    Falls Du mich meinst:

    bel:"In der Tat, ausgesprochen komisch find ich, daß iwas angestrebt wird, wovon man nicht weiß, was es ist. "
    Die Essenz von Kensho ist ja gerade, dass es einen fundamentalen Wandel der achten Bewusstseinsstufe bewirkt. In dem Sinne kann tatsächlich vorher nicht gewusst werden, was angestrebt wird.
    Ob Kensho angestrebt wird, ist ja eher eine Rinzai und Soto-Sache; Das es irgendwann eintreten muss, kann aber nicht bestritten werden.

    bel:"Das ist weder ein guter Einstieg noch ein verlässlicher Wegbegleiter."
    Zazen praktizieren ohne direkte Absicht ist tatsächlich fragwürdig. Es kann gesund sein, aber das sind andere Tätigkeiten auch. Keiho zenji hat ja eine Klassifikation der Absichten erstellt. Dennoch kann schon bompu Zen begrüßenswert sein, denn vielleicht beginnt der Praktizierende durch die positiven Auswirkungen ein Interesse oder Glauben an die buddhistischen Lehren zu entwickeln.
    Der Wunsch, Kensho zu erfahren, speist sich bei den Betroffenen natürlich aus den unterschiedlichsten Motivationen. Wenn diese ausreichend sind, wird die betroffene Person sicherlich durch Training dazu kommen. Die grundlegenden Motive bestimmen also, inwieweit es ein verlässlicher Begleiter ist.

    bel:"Und noch weniger kann man beurteilen, ob jemand "erleuchtet ist"."
    Ich kann es nicht. Aber andere. Wenn Du im Dokusan vor den Lehrer trittst und Dein Verständnis eines Koans präsentiert, dann wird er, wenn er gut ist, nicht auf die Worte allein achten. Natürlich, ein flaches Kensho ist schwerer zu erkennen, aber ein guter Lehrer kann durchaus beurteilen, welchen Geisteszustand jemand vor ihm hat.
    Warum Du "erleuchtet ist" allerdings in Anführungszeichen setzt, ist mir nicht klar. Natürlich, fundamental sind wir alle Buddhas; aber das sind geborgte Worte ohne direkte Erkenntnis. Dass "erleuchtet sein" sich aufteilt in zahllose Abstufung vom flachen Kensho eines Anfängers bis zur integrierten, perfekten Erkenntnis Siddharthas, ist unbestritten. Ebensowenig, dass die Erkenntnis in Essenz das Gleiche ist. Dennoch gibt es den Punkt an dem die Barriere durchbrochen wird, und dieser Unterschied ist zweifelsfrei entscheidend.
    Um Hakuin zu zitieren:
    "Someone asked Hakuin: “Are the three bodies and four ways of knowing inherent, or are they brought into being by our
    coming to awakening? Furthermore, are they realized suddenly, all at once, or, with practice, do they come gradually?”

    Hakuin answered by saying that although the three bodies and four ways of knowing are originally inherent and complete
    in everyone, unless they are brought to light they cannot be realized. After you have become strong through study
    and practice, and the awakened nature suddenly manifests, you realize the essence of inner reality all at once. When
    one way of knowing is realized, all are realized. However, although you reach the level of Buddhahood suddenly, and
    without passing through steps and degrees, if you do not practice gradually, you cannot reach the pure, unobstructed
    knowing and ultimate great awakening."

    aus Hakuin on Kensho - The Four Ways of Knowing, übersetzt von Albert Low.

    bel:"Übrigens auch ein Diskurs-Thema zwischen Kapleau und seinem Lehrer Haku'un Yasutani, mit der Folge, daß Kapleau die Lehrbefugnis entzogen wurde."
    Es gab wohl mehrere. Kapleau mochte anscheinend Eido Shimano nicht, aber er wäre ihm untergeordnet gewesen; Auch soll Yasutani darauf bestanden haben, die Sutren nur auf Japanisch zu singen.
    Sein Buch ist dennoch in meinen Augen sehr gut. Auch wenn Koun Yamada und noch jemand anderes sehr erbittert darüber waren, dass ihre Arbeit, zB. in der Übersetzung, nicht ausreichend gewürdigt wurde.

    gbg:die Christen kennen ja die Hoffnung. Bin selbst kein Christ. Sondern ein spirituell Interessierter.
    Hoffnung ist erwähnenswert als Stimmung, die die Zukunft - manche würden sagen, ein Stück weit vorwegnimmt. Mal ist es viellleicht so mit einem, dass man sagen möchte jetzt habe ich sie aber die Erleuchtung. Und dann war es doch "nur" eine Stimmung?

    gbg, ich glaube zur Frage der Hoffnung lässt sich viel philosophieren. Übrigens, Alan Watts erwähnte ja auch hin und wieder diese "divine grace", diese "göttliche Gnade", die sich eben nicht durch einen Akt des bewussten Verstandes hervorrufen lässt. Ebenso soll man, wenn man Zazen macht, ja nicht versuchen vorauszusagen, wann einen Kensho trifft; Es ist immer unerwartet, und der Versuch der Vorhersage ist dabei sehr kontraproduktiv.
    Dass man eine Stimmung für Erleuchtung halten kann, stimmt. Das ist natürlich gefährlich. Bassui schreibt dazu irgendwo sinngemäß, dass Leute, die sich für erleuchtet halten, es aber nur bis kurz vor das Dharmator geschafft haben, "gerade wie ein Pfeil in die Hölle fliegen".
    In Kapleaus Buch wird auch jemand erwähnt, der nur einmal im Jahr zum Sesshin ging. Während der Zwischenzeit hatte er Kensho, aber weil es flach war und nicht von großer Freude begleitet, merkte er es nicht.
    Als Daiun Harada Roshi ihn dann am nächsten Sesshin zum Dokusan empfing, konnte der Schüler die Fragen zufriedenstellend beantworten. Das ist enorm hilfreich, weil es auch für den Schüler zweifelsfrei etabliert, dass er oder sie Kensho hat.
    Daher ist ein tief erleuchteter Lehrer auch unverzichtbar: Dass er die Schüler vor Illusionen schützt.
    Es passiert zB. hin und wieder, dass ein Schüler zum Lehrer kommt und davon erzählt, durchs Universum geflogen zu sein, Buddhas gesehen zu haben oder dergleichen. Was natürlich alles nur Makyo ist.
    Ich kenne das auch von mir selbst: Vor nicht allzu langer Zeit saß ich sehr intensiv mehrere Stunden am Tag für eine Woche; am fünften Tag am Abend war ich in tiefes Samadhi versunken und spürte ein gewaltige Freude. Es war ein schönes Erlebnis, aber sicher nicht Erleuchung.

  • Wohin gehöre ich? Wie fandet ihr euren Weg?

    • Bambusblatt
    • 10. Juli 2016 um 03:50

    Liebe Adsartha,

    natürlich musst Du am Ende Deine eigene Entscheidung treffen, und dabei kann es nur helfen, sich mit Buddhismus auszukennen. Letztendlich ersetzt aber nichts das Treffen eines Lehres. Es heißt, man erkennt seinen Lehrer, wenn man ihn sieht.
    Als Anfänger kann ich Dir nur ein paar Sachen sagen oder verlinken, die ich interessant finde und erzählen, wie ich zum Zen komme. Vielleicht hilft Dir das etwas weiter oder ist zumindest interessant zu lesen (;

    - Zuerst aber Hallo an Alle (: Ich bin neu hier, angemeldet wegen dieses Themas.

    Auf das Forum bin ich gestoßen, weil ich Hinnerk Polenski gesuchmaschint habe; Ich habe gerade eben ein Video von ihm gesehen und er wirkte irgendwie unsouverän; daher wollte ich erfahren, was denn sein Ausbildungshintergrund ist.
    Ich halte es für durchaus möglich, dass er Satori erfahren hat, aber mehr..? Aber das nur am Rande -

    Wie komme ich zum Zen?
    Mein Bujinkan-Lehrer meditierte mit seinen Schülern, auf Nachfrage empfahl er mir Tom Brown Jr. (Ganz wunderbar, falls einen Schamanentum und übersinnliche Fähigkeiten interessieren).
    Jemand im Training hatte auch irgendwann ein Buch von Hayes über Vajrayana dabei, ich probierte eine darin erläuterte Meditation und war davon beeindruckt. Es war mein erstes richtiges Erlebnis von Samadhi, wenn auch nur ein Hauch.
    Außerdem empfahl mir ein Freund mal Eckhart Tolle. Anfangs war ich begeistert, aber mit der Zeit wurde ich misstrauisch.
    Irgendwann laß ich mich auf Wikipedia zu Zen ein (was durch Alan Watts (anhören!) unterstützt wurde) und bestellte Philip Kapleaus Three Pillars of Zen. Das Buch verdient eine klare Leseempfehlung, sicherlich eines der besten einführenden Bücher über Zen am Markt.
    Irgendwann stieß ich auf Shodo Harada Roshi, einen japanischen Zen-Meister der Rinzai-Schule, der in Deutschland regelmäßig Sesshins hält. Von ihm bin ich sehr beeindruckt; im Oktober gehe ich also auf mein erstes Sesshin bei ihm.

    Warum Rinzai-Zen?
    Die Berichte von Leuten, die Kensho hatten (in Kapleaus Buch) beeindruckten mich schwer. Daher fing ich auch erst mit Zazen an; Um Kensho, später Satori und irgendwann volle Erleuchtung zu erlangen.

    Und hier stellt sich Dir eine Frage: Was ist dein Ziel?

    Natürlich ist Zazen gesund und alles, aber das absolut entscheidende im Buddhismus ist Kensho, ist das initiale Erwachen.
    Mir persönlich sagt Rinzai-Zen mehr zu, Yasutani-Roshi (in Kapleaus Buch) meint, heutzutage seien nur wenige Soto-Praktizierende erleuchtet, auch weil es in der Soto-Doktrin nicht direkt Ziel ist.
    Für mich stellt sich Rinzai-Zen unter einem geeigneten und voll erleuchtetem Meister also als beste, schnellste und zuverlässigste Möglichkeit dar, volle Erleuchtung zu erlangen.
    Wobei es natürlich durchaus Soto-Meister gibt, die Koans nutzen, und hoffentlich sind sie auch komplett erleuchtet.
    Die Unterschiede zwischen den Zen-Schulen, ihre Geschichte und Meister sind also durchaus wichtig.

    Die nächste Frage ist: Was willst Du dafür opfern?

    Klingt hart, aber Erleuchtung zu erlangen ist nicht einfach, umso tiefer, umso schwerer. Ohne Frage ist es am besten, in das Kloster des Meisters Deiner Wahl zu gehen und zu leben, sofern Du überzeugt bist, dass er komplett erleuchtet ist.
    Auf der anderen Hand: Viele Leute haben Familien, Partner, etc. Bindungen, die man nicht aufgeben will.
    Auch als Laie kann man sehr beeindruckende EInsicht erlangen (siehe zB. Yaeko Iwasaki; Yamada Koun, beide näher in Kapleau erleutert), aber es sicherlich schwerer.

    So. Hier nun ein paar Empfehlungen, was Zen angeht.
    - Kapleaus Three Pillars of Zen.
    - Die Website http://terebess.hu/zen/index.html hat unheimlich viel zu allen möglichen Zen-Meistern.
    Darunter (einfach suchmaschinen) z.B. die empfehlenswerten Texte:
    - Hakuins Four Cognitions / Four Ways of Knowing (beschreibt Stufen der Erleuchtung; In dem Zusammenhang sind auch die zehn Oxherding Pixtures (dazu gleich mehr) oder Tozans fünf Stufen interessant); sehr lesenwert
    - Takuan Sohos The Unfettered Mind (für Nicht-Kampfkünstler ist vermutlich Teil zwei: The Clear Sound of Jewels, oder Teil drei, The Annals of the Sword Taia eher interessant, die Empfehlung ist aber eher da, weil ich das mag, weniger, weil ich denke, es könnte hilfreich sein :D)
    - Zu den Oxherding Pictures hat Shodo Harada Roshi mal ein Teisho gehalten (falls man sich nicht das Buch seines Lehres dazu kaufen will; ich habe es nicht) : http://terebess.hu/zen/mesterek/T…hodo-Harada.pdf
    - Natürlich Eihei Dogen zenjis Shobogenzo. Es gibt eine kostenlose Version irgendwo im Netz, die sich gut lesen lässt (bzw, ich glaube, mehr konnten die Übersetzer bei Dogens Stil halt nicht machen. Allerdings glaube ich kaum, dass Du sofort großes Interesse daran haben wirst, es ist teilweise über uninteressante Themen oder recht unverständlich, auch wenn es ohne Zweifel ein großes Werk ist)
    - Auf Youtube gibt es ein sehr nettes Video von Shodo Harada Roshi, in dem er die Zazen-Praktik erläutert. https://www.youtube.com/watch?v=LL2XUTeoUsM

    Das ist so erstmal alles, was mir dazu einfällt.


    Gut. Dann hier noch wenige Anmerkungen:
    1. Jemand (Du?) erwähntest, der Lehrer habe geraucht. Das wäre für mich allein für sich okay. Hakuin, ein großer Meister, der ohne Frage perfekte Erleuchtung erlangt hat, hat auch geraucht. Und getrunken. Und er mochte Süßes (es wird spekuliert, dass zu seinem Tod mit 84 auch Diabetes beigetragen hat). Was ich damit sagen will: Nahezu alle spirituellen Meister vollfüllen nicht alle an sie gestellten Erwartungen von wegen perfektes Wesen.
    Allerdings, für mich ist so eine ungesunde Praktik, selbst ohne Anhaftung, schon ein Negativpunkt. Und wenn dann Zweifel an seiner Qualifikation auftreten...

    2. Jemand hatte das Kloster Antaiji verlingt. Afaik ist das ein Soto-Kloster und der Leitung des deutschen Abtes Muho. Es liegt in Japan, ist sehr abgeschieden und hat strenge Aufnahmeregeln. Es gibt (gab?) auf Youtube ein Interview von Muho.
    Mir persönlich ist er unsympathisch, und dazu Soto. Wollte ich nur anmerken.

    3. Hakuin meint: "echte Zen-Lehrer sind extrem selten und schwer zu finden". Wenn dies zu seiner Zeit (ca. 1700) wahr war, ist es heute umso mehr wahr.

    Ich möchte kurz erwähnen, dass sich einige Zen-Lehrer (insbesondere in den USA) auf überaus schändliche Weise hervorgehoben haben. Eido Shimano, Joshu Sasaki, etc.
    Wenn man sich die Geschichte des amerikanischen Zen ansieht, ist eine erschreckende Anzahl der pionierenden Lehrer moralisch äußerst fragwürdig; Das geht teilweise bis nach Japan (Soen Nakagawa zB., der Eido Shimano nicht sanktionierte). Selbst Shunryu Zuzuki hatte wohl sehr deutliche Fehler.
    Das ist ein sehr ernüchtender Bericht über einige sehr bekannte und geachtete Lehrer: http://www.thezensite.com/ZenEssays/Crit…in_America.html
    (und ich habe nicht genauer die Quellen überprüft, die der Autor anführt, aber ich habe wenige Zweifel, dass stimmt, was er sagt; man suchmaschine zB. "Zen and the art of seduction" oder "the zen predator of upper east side")

    Allerdings - und das ist mir sehr wichtig - bin ich überzeugt davon, dass es viele hervorragende Zen-Meister und -Schüler gibt, die sich vorbildlich verhalten (Robert Aitken zB. ist recht vorbildlich, die Sache mit Eido Shimano kann ihm am wenigsten angelastet werden). Außerdem soll es durchaus sehr verdammenswerte Taten außerhalb Zen-Zirkeln geben, also im gesamten amerikanischen Buddhismus.
    Ich will also nicht Zen schlechtreden (bitte, denkt das auf keinen Fall, ich bin überzeugter Rinzai-Zen-Anhänger), aber ich will auf die Gefahren einer Idolisierung hinweisen.

    Worauf ich hinaus will: Die überwältigende Mehrheit der Lehrer hat keine volle Erleuchtung, einige wenige bereichern sich schändlich und schaden anderen in ihrem Egoismus zutiefst, und wenige sind wahre Meister.
    Und dann muss man sie finden, treffen und erkennen...

    Letztlich hebt Hakuin immer die Wichtigkeit von Post-Satori-Training hervor: Es genügt nicht, das Dharma-Auge zu erlangen, man muss sich auf von seinen karmischen Gewohnheiten, Reflexen, Bürden und Ansichten befreien. Um volle Erleuchtung zu erlangen, muss man mit großer Entschlossenheit und Glauben an den Buddhismus an sich arbeiten, bis
    man schlussendlich das Tor zum Nirvana passiert.
    (Und selbst dann blieb Dogen noch zwei Jahre bei seinem Meister und lernte).

    Phew. Sorry für den langen Post. Wie dem auch sei:
    Ich wünsche Dir (und allen anderen, for that matter) den erwünschten spirituellen Erfolg, Glück, Freude und Frieden.
    Gassho

    (P.S. Ich hoffe, das wird kein Doppelpost. Irgendwie will die Technik gerade nicht...)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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