1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Calimero

Beiträge von Calimero

  • was ist das Besondere am Diamantweg?

    • Calimero
    • 16. Februar 2016 um 23:39

    Ich finde es gut, dass schön friedlich diskutiert wird bei diesem Thema, das so vielen nahe geht.

    Die Sache, dass Sex im tibetischen Buddhismus auch religiös genutzt werden kann, wurde schon öfter herangezogen. Weil man sich in all den exotischen Angelegenheiten der Tibeter als Deutscher nicht so sicher ist, kann einem da schon mal ein X für ein U vorgemacht werden und plötzlich wird aus dem religiösen Tantra denn doch nur mittelmäßiges Poppen. Glücklicherweise hat der Dalai Lama genau dazu ausführlich Stellung genommen:

    Zitat

    According to the Dalai Lama, only a person who views all the phenomena of cyclic existence with complete impartiality is qualified to engage in tantric sexual practices:

    »Truthfully, you can only do such practice if there is no sexual desire whatsoever. The kind of realization that is required is like this: If someone gives you a goblet of wine and a glass of urine, or a plate of wonderful food and a piece of excrement, you must be in such a state that you can eat and drink from all four and it makes no difference to you what they are. Then maybe you can do this practice.«

    When asked to name any lamas who he thought were at this level, he admitted that he could not. He mentioned that there are well-known stories of great teachers like Tilopa who had transcended all attachment to conventional thinking and so were able to engage in sexual practices without harming themselves or their students, but he added that such exceptional individuals are very rare.«

    [(John Powers, »Introduction to Tibetan Buddhism«, Snow Lion Publications, 1995, p. 252. Deutsche Übersetzung: Religion und Kultur Tibets. Das geistige Erbe eines buddhistischen Landes, O.W. Barth Verlag, 2002]

  • was ist das Besondere am Diamantweg?

    • Calimero
    • 16. Februar 2016 um 18:40

    Interessant, wie viel Moderatoren-Power sofort hier zugange ist. :D Angst, dass es zu ruppig wird?

    Void, ich glaube nicht, dass es mit einem Karmapa zu tun hat, wenn man 500 Schülerinnen aus dem eigenen Schulbetrieb ins Bett nimmt. Schüler, auch Volljährige, sind Menschen, die schon in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Schülerinnen eben. Oder würdest Du das grundsätzlich bestreiten, Void?

    Ich wage zudem zu bezweifeln, dass sein Lehrer, der 16. Karmapa, über den es ja keinen Disput gibt, dieses Verhalten "Lamas, reitet Eure knackigen Schülerinnen ruhig mal ordentlich durch" toleriert hätte. Interessant finde ich, wie sanftmütig viele Kundige, die alle mögliche Texte hier einstellen, plötzlich klingen, wenn es um Ole Nydahl geht. "Ach das ist doch schon alles so lange her...". Ha, des is mir aber Wurscht, wenn ich mir einen Lehrer suche der mich auf meinem Weg zur Erleuchtung voranbringen soll. Und um nichts weniger geht es mir! Ich will gerne raus aus Samsara, wo der nächste Kick vor dem nächsten Kick kommt. Und da zählt für mich die Auseinandersetzung mit meinem und Klärung meines Sexualtriebes und der damit vorhandenen Anhaftungen, Gedanken etc. auch eine Rolle. Der Buddhismus endet bei mir nicht auf Höhe des Bauchnabels.

    Für mich ist es so, dass die Bücher, in denen er den Dharma auslegt, durch sein Leben mit Sportwagen, Sex und Bling-Bling reichlich entwertet sind - wenngleich die Lehre stimmen mag. Selbst wenn ein Papagei den Dharma zitiert, bleibt die Lehre Buddhas ja korrekt. Aber das war für mich der Grund, mich dieser Gruppe nicht zu nähern: seine Ethik stimmt nicht mit dem überein, was ich für ethisch vertretbar halte.

  • was ist das Besondere am Diamantweg?

    • Calimero
    • 16. Februar 2016 um 16:26

    Ich finde, als Anfänger, dass man sich in Ruhe und ohne Bashing und ohne eigene Gefühlsaufwallungen den überall aufgeworfenen Fragen und offensichtlich bestehenden Konflikten zu dem Thema durchaus nähern darf. Ich habe das getan und bin mit mir im Reinen. Ich habe Ole Nydahl nicht verurteilt und werde das auch nicht tun.

    Man sollte die Diskussion in einer respektvollen Haltung führen, und anerkennen, dass man selber nicht unfehlbar ist und in einer Position wie Herr Nydahl möglicherweise ähnlich handeln würde. Aber wenn man die Sache für sich aufarbeitet, dann darf man auch nicht Tabu-Zonen errichten. Ich sehe ja selber täglich in meinem Zentrum, wie Schüler ihre Lamas schätzen, schützen und verehren.

    Den Beitrag unter http://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html finde ich persönlich sehr erhellend. Er hat mir ein wenig Hintergrund gegeben - ohne dass ich Ole oder seine Anhänger deswegen verurteile. Es ist einfach nur Text mit Inhalt, der mich nicht weiter in Aufregung versetzt. Es ist einfach Ruhe und Sachlichkeit, die bei dem Thema manchmal fehlt. Aber um das Thema mit Samtpfötchen herumzutändeln finde ich genausowenig angebracht. Es gibt nichts zu verstecken und nichts zu bashen für mich.

  • was ist das Besondere am Diamantweg?

    • Calimero
    • 16. Februar 2016 um 14:26

    Ich bin selber totaler Anfänger und interessiert am tibetischen Buddhismus. Für mich war das Besondere am Diamantweg, dass der Gründer selber sagt, dass er mit mehr als 500 Frauen geschlafen hat. Fand ich total krass ohne es aber bewerten zu wollen. 500. Das traue ich sonst nur Mick Jagger zu. Ich selber wäre da wohl überfordert... :) Es scheint mir also ein sehr freier und offener und irgendwie auch moderner Verbund zu sein. Also Ole ist nicht nur für seine Bücher bekannt, sondern auch für ein ziemlich energiegeladenes Leben. Kann sein, dass das eine moderne Ausrichtung des tibetischen Buddhismus ist und schadt mir ja auch nicht.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 12. Februar 2016 um 19:33

    Wenn Du vor jemanden trittst und es Dir vor Augen steht, dass Du von etwas Abstand genommen hast, oder von allem Abstand genommen hast, dann bemerkst du noch immer den Wert dessen, was du getan hast. Erst wenn Du das auch aufgibst und den Akt des Abstehens ebenfalls ablegst, und es Dir gar nichts mehr bedeutet, hast Du all das, was Du bereits nicht mehr festhältst, endgültig losgelassen. Solange Du aber den Akt des Abstehens erwähnenswert findest und darüber gar noch eine Einschätzung eines Meisters, gar ein Lob einholen möchtest, ist Akt der Abstehens noch nicht abgeschlossen und es besteht immer noch eine Verbindung von Dir zu all dem, von dem Du Abstand genommen hast.

    Fazit: Das Abstandnehmen von weltlichen Dingen hat der Mönch in eine andere "Währung", in geistliche Währung umgemünzt. Somit besitzt er es noch.

    So verstehe ich das.

    PS: Schade, dass Du das kleine Zen-Geschichtchen so schnell entfernt hast. Vielleicht magst Du es noch mal einstellen.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 12. Februar 2016 um 13:03
    accinca:
    sati-zen:

    Sich mit Texten Anderer auseinandersetzen
    ist schön und gut, eine kurzweilige Beschäftigung...


    Kommt darauf an ob sie von einem Buddha kommen oder nicht.
    Darüber hinaus sollten spezielle eigene Erfahrungen auf dem gelehrten
    achtfachen rechten Weg, die in Ablösung vom Anhaften münden, hinzu kommen.
    -


    Da gebe ich Dir von ganzem Herzen recht, accinca. Auch die Worte eines Buddhas können einen zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinausgehen ohne eine Gravitationswelle verursacht zu haben. Die bloße Kenntnis einer Lehre oder eines Textes kann ein chronifiziertes unheilsames Verhalten nicht bessern.

    Das habe ich erkannt und das war für mich der Grund, dem tibetischen Buddhismus zu folgen, denn in diesem werden die Texte wohl gekannt, gelehrt und geachtet. Aber die Praxis, das Leben unter den Vorgaben des Buddha, braucht eine beständige und dauerhafte Schulung. Mit meinem Kopf voller Unrat (der dort von Eltern, Gesellschaft, Werbung, Umfeld und selbst abgelagert wurde) und einem Leben, das diesem folgt, wird es für mich schwer Erleuchtung zu erlangen. Mir ist es wichtiger, eine einzige Anhaftung durch Erkenntnis zu lösen, als alle Sutren des Pali Kanon auswendig zu kennen, denn das, was da drin steht ist doch kein Geheimnis. Es ist das, was ich selber finde, sobald ich ein bisschen der Kippe beräumt habe.

  • Entwicklung des Mitgefühls

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 18:51
    Jo-Jo:

    Manchmal perlt das aber komischerweise alles an mir ab.
    Ihre Stimme flattert vorbei wie die klappernde Mühle am rauschenden Bach, ich sage Ja Ja und Nein Nein, die Welt ist in Ordnung, und wir verbringen drei wunderbare Tage.
    Keine Ahnung, warum.

    Wenn Du herausgefunden hast, woran das liegt, könntest Du es mich wissen lassen?

    Es gibt viele solcher Momente, oder? Wenn man Texte liest und das sofort alles klar ist und an anderen Tagen ist das selbe Zeug beinahe unverständlich... Wenn man einmal meditieren kann wie ein Weltmeister und Tags drauf sitzt man wieder da und es stellt sich wirklich nichts ein, außer ein leichter Druck hintenunten. Mal kann ich... Mal kann ich nicht. Mal will ich... Mal will ich nicht... möglicherweise liegt es daran, dass ich die Situation schon von vornherein ziemlich dualistisch "aufbaue", so nach dem Motto es ist erfolgreich, wenn das, das und das dabei rumkommt, und nicht erfolgreich, wenn das und das ausgeblieben ist. Dabei war es vielleicht nur schon ein Erfolg, dass der Asphalt heute mal nicht herhalten musste. :) (ich habe auch so ne Mutter und ich schaffe definitiv noch keine anderthalb Tage, bleibe aber in Übung!).

  • Entwicklung des Mitgefühls

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 12:35
    Sunu:

    Hi Maik,

    hast du dich schonmal gefragt, warum
    Du dein " Mitgefühl" entwickeln willst? Was ist überhaupt deine Motivation dabei?

    Liebe Grüße zurück


    Wir hatten dazu gestern Lehre. Dort wurde gesagt, dass das Mitgefühl wie ein Muskel ist, der sehr verkümmert sein kann. Wie ein Muskel lässt sich das Mitgefühl aber trainieren. Es gibt keinen Weisen, der nicht voller Liebe und voller Mitgefühl wäre. Also scheint es für mich schon sinnvoll zu sein, wenn ich mein Mitgefühl trainiere und damit auch mir selber verinnerliche, dass wir alle miteinander verbunden sind. Kannst Du damit was anfangen, Sunu?

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 12:17
    bel:

    Hey Engelbert - ich denke du bist kein Dummer - aber trotzdem liest du nicht was im Sutta steht, sondern was du dir denkst.


    Lieber bel, ich habe Dich gerne. Du schreibst meist mit einer gewissen Tongue-in-Cheek. Ich mag das gerne. Was ist denn an den Sutten so besonders? Was erzählen sie Dir Neues, dass Du so vorher noch nie erkannt hast? Ich habe mittlerweile etliche Sutten gelesen - nichts Neues. Ich falle da nicht vor Überraschung vom Sofa. Wie sollte es auch neu sein? Die Sutten sind nicht inadhärent, sondern selbstverständlich mit uns verbunden. Die Werte dort decken sich zu nahezu einhundert Prozent mit den Werten, die wir alle bereits kennen. Wenn da jetzt stünde "bestehle Deine Eltern". Das wäre ein Ding! :)

    Aber eines ist interessant: auch islamische Fundamentalisten oder fundamentalistische Christen werden dir immer wieder sagen, dass du ihre Schrift nicht richtig oder nicht ausführlich genug liest oder verstehst und deswegen ihre Religion auch nicht verstehen kannst.

    Wir sind Konvertiten, mein Freund, und wir sollten uns nicht so ganz dramatisch verhalten: Sehr engagiert, sehr gläubig, sehr hart an den Gesetzen. :) Richtig... Falsch... Schau Dir an, wie relaxt diejenigen sind, die im Buddhismus aufgewachsen sind.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 11:52

    Void, für mich ist es so, dass Menschen, die ein unheilsames Leben führen häufig zu unheilsamen Gedankenwegen tendieren.

    Während die einen heilsame und mitfühlende Texte zu Haufe finden, und vortragen, fokussiert sich bei anderen der Blick auf Schädliches, auch hypothetisch Schädliches und dieses wird solange verfolgt, bis an einer Stelle angelangt wird, an dem der Weg der Befreiung schließlich auch Selbsttötung vorsieht. Da klemmt erneut der innere Kompass.

    Interessant ist, dass der buddhistische Selbstmörder auch in diesem Fall eben nicht befreit war, sondern verblendet. Im allerletzten Augenblick hat er das wohl erkannt und (vielleicht) noch reparieren können. Vielleicht aber auch nicht. Der letzte Satz ist reine Verklärung.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 11:02
    Zitat

    Hast Du das Zitat vollständig gelesen, Engelbert ?
    Es ging primär um den Umgang mit chronischen Schmerzen im Zusammenhang mit dukka.


    Leute, die leiden, die lesen selten Zitate vollständig. Wenn ich davon einen Screenshot mache und diesen an das ARD Magazin Panorama sende, werden die das auch nicht vollständig lesen, sondern sie lesen das, was da geschrieben steht. Es wird Weg aufgezeigt, an dessen Ende Befreiung und Selbsttötung steht.

    Und dann werden sie sagen: Aha, möglicherweise haben wir hier es mit einer Gefahr zu tun, denn wieso würde ein Buddhist in einem buddhistischen Anfängerforum solche Sachen propagieren?

    Es ist nicht hilfreich, sich umzubringen. Vielleicht kannst Du Dich auf diese generelle Sichtweise einlassen?

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 11. Februar 2016 um 10:21

    Über Nacht wurde er Thread zu einem wahren Anschauungsstück, einem Juwel.

    Anstatt eine freundliche und liebende Haltung einzunehmen, wird eine Ausnahme diskutiert, die offenbar Selbsttötung als probates Mittel erscheinen läßt. Das mag Warnung für jeden Anfänger sein, nicht jedem alles abzunehmen:

    Zitat

    Ich meine, in dem von mir zitierten Sutta einen Auseinandersetzungsprozess (sowohl mit der Krankheit als auch dem WEG) zu erkennen, an dessen Ende Befreiung und Selbsttötung steht

    Ich habe in diesem Forum schon mit Leuten gechattet, die mir gesagt haben, dass sie die Arhatschaft erreicht haben. Bitte, liebe Arhats, bringt Euch nicht gleich um, nur weil ihr erleuchtet seid und sich das hier jetzt wie eine besonders gute Idee anhört. Es ist für niemanden eine besonders gute Idee, sich selber zu töten.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 10. Februar 2016 um 15:20

    Es ist wohl so, dass alle Menschen von ihrer Natur her nicht im gleichen Maße widerständig gegen Leid sind. Selbst als kleines Kind war ich zwar sehr ungehalten, wenn ich etwas als leidvoll erfahren habe, aber ich habe, das haben meine Eltern oft erzählt, sobald jemand gelacht hat, wieder mitgelacht. Bis heute hafte ich nicht so fest am Leid an. Ich bin dadurch z.B. auch sehr, sehr wenig nachtragend. Das ist hilfreich. Diese Muster ändern sich auch nicht durch die Geschwindigkeit oder Größe des Pfeils. Es gibt andere, die haben ein Schmerzgedächtnis wie ein Elefant. Denen entgeht kein bisschen Schmerz. :) Die sammeln das, wie andere Leute stattdessen gute Momente sammeln und denken offensichtlich gern und oft daran zurück. Eine Scheiß-Sammlung halt. :D

    Was ich bedenkenswert finde ist, dass wir den Buddha oft von dem Zeitpunkt seiner Erleuchtung her betrachten und vergessen, was er auf seinem Weg hin zum Bodhibaum so alles mitgenommen hat. Von seiner dem Stand entsprechenden Schule - als Angehöriger der Kriegerkaste konnte er mit allen gängigen Waffen umgehen, war in Taktik geschult und hat sicher Verwundungen kennen gelernt - der Hauslosigkeit, über das strenge, indische Yoga bis zum alle Körperlichkeit ablehnenden Asketentum, mit dem der Körper praktisch ertaubte und an den Rande seiner Existenz gebracht wurde, hat Buddha all diese Erfahrungen - und das damit einhergehende Training - mit in sein erleuchtetes Leben gebracht. Er war wohl aus seinem Leben im Palast sicher diplomatisch geschult (was man an der späteren Unterstützung vieler Fürsten sieht), war ein Meister des Yoga, war die Härte des Asketentums gewohnt... Buddha hatte wirklich viele Qualitäten, die es im Umgang mit Menschen - auch im Umgang mit sich selber als Mensch - brauchte.

  • Frage zur Überwindung des Leidens

    • Calimero
    • 10. Februar 2016 um 14:47

    Das klingt, als ob jemand eine sehr gute Idee davon hat, wie sich das mit Leid verhält. Das ist das eine. Eine gute, verlässliche Quelle zu finden. Der Pali Kanon ist sehr verlässlich. Aber so richtig pesönlich erfahren ist das nicht, oder "Void"? Es sind fremde Worte zu einem Thema, zu dem man sich gerne eine Meinung anlegen möchte. Wie macht man sich fremde Worte zu eigen? Wie wird dann aus einer eigenen Meinung gelebte Praxis?

    Für mich ist und bleibt es eine Frage der Praxis. Was der Mensch tut, das hinterlässt, einmal getan, nur wenige Spuren im Gehirn. Tut er es immer wieder, gräbt es sich ein. Wer also Leid überwinden möchte, und das will ich, wird immer wieder kleine Überwindungen praktizieren. Kleine Anhaftungen loswerden. Sich den kleinen heilsamen Übungen widmen. Das gräbt sich mit der Zeit tief ins Bewusstsein ein und damit auch ins kontinuierliche Bewußtsein.

    Mkha' hat mir hierzu vor einer Woche einen recht interessanten Bericht zukommen lassen:

    http://www.tibetswiss.ch/Das_Bewusstsei…des_Tantra.html

    Der Kracher ist für mich der letzte Satz daraus: Der Buddha lehrte Methoden, die bei fortgesetzter Anwendung dazu führen, dass diese Verblendungen nicht immer wieder entstehen und dass sich alle getäuschten Bewusstseinszustände endgültig in die reine Sphäre des Klaren Lichts auflösen.

    Da steht mein Lieblingswort: Fortgesetzte Anwendung. :) Ganz praktisch anwenden. Immerzu anwenden. Das ist für mich meine Lösung.

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 21:30
    Zitat

    Wir können unser Handeln nicht vom Handeln anderer abkoppeln.

    Say what? Natürlich können wir. Wenn jemand handelt, dann kann er das tun. Ob mich das dann meinerseits zu einer Handlung motiviert, und wenn ja dann zu was für eine, das liegt aber auch sowas von in meiner Entscheidung! Was Dir helfen würde, wäre sicher das Ho'oponopono Ritual. Das kannst Du auch ganz für Dich alleine machen. Wirkt gut. Das bringt Dich aus Deiner Opferrolle und macht Dich handlungsfähig. Aber wollen wir das wirklich unter dem Namen dieses Threads diskutieren? Herzlich, Engelbert

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 21:12
    son:

    was kommt bei mir als Botschaft in meinem Fall an? "Ich" werde bestohlen, betrogen, es wird die Unwahrheit gesagt, Vereinbarungen werden nicht eingehalten, Beweismittel wie Urkunden usw. verschwinden, was eine Straftat darstellt, ich bin dagegen nicht vorgegangen.

    Hmmm. Wirst Du nicht bestohlen und betrogen, wenn Du laut jammerst? Dann würde ich Dir raten, viel und laut zu jammern, damit du nicht bestohlen und betrogen wirst. Wenn Du aber bestohlen und betrogen wirst trotz jammern, dann kannst Du es eigentlich aufhören, denn es hilft ja nüscht bei der Lösung.

    Anwälte können auch ganz ohne Dein Zutun arbeiten. Zumeist stören die Mandanten nur - weil sie jammern. Gebe das ganze an einen Anwalt ab, mache ein Ritual, gehe zwei Wochen in ein Retreat und verabschiede Dich von dieser doch sehr schmerzhaften Situation. Aber ich kann Dir nicht wirklich helfen, denn Du bist nicht ich.

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 20:02
    Son:

    PS: Engelbert, wie würdest du denn damit umgehen, wenn deine eigene Familie wirklich sehr viel Negative Dinge getan hat und mit dir auch gar nichts mehr zu tun haben will

    Lieber Son,

    die Antwort darauf wird Dir nicht nützen, denn wir sind unterschiedliche Menschen. Ich bin sehr analytisch veranlagt und kann daher, wenn ich eine vorher gut analysierte Situation dann auflöse, hart gegen mich zuerst und alles andere ebenso sein. Ich weiß nicht, was ich machen würde. Vermutlich würde mich das nicht allzusehr aufregen, wenn meine Familie mich abweist oder negative Dinge tut. Ich halte einen lockeren Kontakt zu meiner Familie. Einmal haben mich meine Eltern geärgert, da haben sie zwei Jahre nichts mehr von mir gehört. Alle anderen in der Familie hatten regen Austausch mit mir. Für meine Eltern war die Kasse geschlossen. Als ich mich dann wieder gemeldet habe, haben sie wieder normal funktioniert.

    Kümmere Dich um Dein Leben. Lass Deine Familie für ihr Leben sorgen. So ist für alle gesorgt.

  • Blaue, weiße, grüne Buddhas... Gibt es einen Katalog?

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 13:52

    Das kann ich mir gut vorstellen. In den 90er Jahren war ich etliche Male am Karakoram Highway. Dort hat die Universität Heidelberg unter Prof. Hauptmann die uralten Zeichen erforscht, die die Handelsfahrer über Jahrtausende in die Steine gekratzt haben, die durch die UV Strahlung eine Patina besitzen, die ganz schwarz ist. http://www.uni-heidelberg.de/institute/sons…ra/welcome.html

    Die Reisenden haben dort u.a. auch Bilder ihrer (Schutz)Götter, deren und ihre Namen und andere, teilweise ihnen wichtige Nachrichten hinterlassen. Ist es nicht denkbar, dass die Götter einer Kultur, wenn nicht bewußt, so doch später in einer Meditation oder in einem Traum, wohl Eingang in eine andere Religion gefunden haben? Das muss nicht unbedingt ein direkter Austausch gewesen sein, sondern ganz fließend als "selber erkannt".

  • Karma Punktesystem?

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 11:59

    Meinst Du so ein Punktesystem wie dieses hier:

    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=15303&p=310654

    Ja, das gibt es. Wir bewerten dann Dein Karma für Dich. :D

  • wolkenloser Himmel

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 09:46

    Kannst Du nachlesen, da brauchst Du nichts wahrzunehmen, Stero.

    Und diese Diskussionen, an denen ich mich dummerweise auch noch beteilige, sind echt schade. Sie hinterlassen nur angepisste Leute. Das geht so weit, dass zwei Buddhisten, die in Berlin leben, sich nicht mal mehr auf einen Tee treffen wollen, weil sie sich im "Buddhaland" an den Karren gefahren sind.

    Und wird jetzt auch sofort wieder zitiert und zurückgeschossen, anstatt dass einer sagt "Jo, stimmt. Eigentlich ziemlich leidvoll, dieses Buddhaland" :) Hahahahahaha.

  • wolkenloser Himmel

    • Calimero
    • 9. Februar 2016 um 09:36

    Liebe Blue,

    ich habe mir diesen Thread einfach mal gut durchgelesen und auf mich wirken lassen. Du hast einen wunderbaren ersten Beitrag geschrieben. Der mich wirklich inspiriert hat.

    Mir ist aufgefallen dass danach, egal welches Thema oder welche These aufgestellt wurde, Deine Beiträge alle mit "Nein" oder "Ist nicht richtig" oder "Kann ja nicht" oder anderweitig verneinend beginnen. Alle! Kein einziges Mal ist etwas auch nur halbwegs akzeptables für dich dabei. Danach wurde es immer hektischer und gefühlsbeladener. Das fällt mir auch in all Deinen anderen Antworten in anderen Threads auf. Immer und als Grundsatz "Nein", "Nein", "Nein".

    Das ist schon sehr merkwürdig. Wie soll man so diskutieren, wenn man immer grundsätzlich sofort ein "Nein" als Antwort bekommt? :D Ich kann mit beiden Bildern gut Leben. Wolkenloser Himmel, Welle im Ozean... Wenn man sich das vom Mond aus anschaut ist eh alles nur eine blaue Perle im weiten Nix.

    Lieben Gruß.

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Calimero
    • 8. Februar 2016 um 13:45

    Wenn wir Glück haben, dann kommt Sudhana und untermauert das ein wenig mit buddhistischer Erkenntnis, damit wir lernen können, wie es sich wirklich verhält.

  • Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen

    • Calimero
    • 8. Februar 2016 um 12:31
    Son:

    Mein Stiefvater ... seine Persönlichkeit ... meine Mutter ... negative Dinge ... der Rest "meiner Familie" ... andere Menschen...

    Das ist jetzt ein unfairer Excerpt aus Deinem Beitrag, aber er zeigt, wo das Problem liegen könnte, ohne dass ich Dich nun kenne. Du orientierst Dich in Deinem Verhalten grundsätzlich an anderen. Und wenn die sich dann ändern, dann passt Du Dein Verhalten eben erneut an. So kommt keine Ruhe in Dein Leben.

    Ich versuche durch den Buddhismus diesen Knoten zu zerschlagen. Es kann doch nicht sein, dass ich meine Stabilität und mein Wohlergehen an eine sich wandelnde Welt knüpfe. Da werde ich ja irrsinnig, wenn ich jeder Bewegung in dieser Welt nachsinnen und mit einer Veränderung meinerseits darauf reagieren muss, um mich selber wieder in meine Komfortzone zurückzuverbringen. Das habe ich ja bisher so gemacht, es funktioniert nur eben nicht, weil sich immer irgendwo etwas verändert. Es gibt immer einen Ar*** der meine Heiligkeit stört.

    Entweder Du lebst für Dein Umfeld - dann sei aber nicht bedrückt, wenn dieses tut, was es will, und Dich auf eine wilde Fahrt mitnimmt. Oder Du setzt selber die Maßstäbe, Deine Maßstäbe, ins Zentrum Deines Lebens, und löst Dich ganz bewußt von den Einflüssen Deines Umfeldes.

    Solange du überlegst, was Dein Stiefvater tut oder nicht tut, und dies bei Dir zu Konflikten führt, sind da Verbindungen zwischen Dir und ihm, die es Dir nicht erlauben, frei zu handeln. Aus dieser Abhängigkeits-Situation kann kein Wohlergehen wachsen, denn Abhängigkeit, selbst die schönste und süßeste Abhängigkeit, ist immer mit Freiheitsentzug verbunden. Obwohl ich keine große Ahnung von all den vielen Texten des Buddhismus habe, ist wohl doch die Freiheit der Urzustand, zu dem wir uns hingezogen fühlen.

    Herzliche Grüße

    Engelbert

  • Rechter Lebenserwerb

    • Calimero
    • 8. Februar 2016 um 11:15
    Zitat

    Das ist keine "einfache Frage", denn man verbringt ziemlich viele Stunden des Tages ( oder der Nacht ) in "Erwerbstätigkeit", und alles hat Auswirkungen

    Niemand braucht Furcht vor Auswirkungen zu haben. Du hast den überwiegenden Teil Deines Lebens gelebt, ohne auch nur an die Auswirkungen zu denken, Blue. Und Du hast dabei nicht nur negatives Karma angehäuft, sondern auch viel, viel Gutes. Der Mensch tut, wenn er nicht kaputt ist, überwiegend Gutes, denn die Erziehung der Eltern ist ja bereits ein kleiner Pali Kanon. :D

    Ein weiser Lehrer würde, meine ich, die Fragen auch ganz anders beantworten als jener, der über wenig Erfahrung verfügt.

    Er würde vermutlich nicht darauf abheben, womit ich der Welt am wenigsten Schäden zufügen kann, sondern er würde mit mir überlegen, an welcher Stelle ich mir und den Wesen um mich herum am besten nutzen und helfen kann, sodass möglichst viele gute Eindrücke im Bewusstseinskontinuum hinterlassen werden und wir insgesamt zu einer heileren Verfassung kommen.

    Und dann würde er mir vermutlich sagen, dass ich nicht selbstgerecht sein soll, sondern anderer Menschen Meinungen auch gerne reflektieren darf, um daraus das Gute herauszuziehen. Kein Beitrag hier ist so schlecht, dass er sogleich verworfen werden müsste... ;)

  • Rechter Lebenserwerb

    • Calimero
    • 8. Februar 2016 um 00:35
    Zitat

    Also in "meiner Szene" referieren durchaus Leute, wenn auch nicht ausschließlich, Themen auf Basis des Kanon. Da hat sich die Tage keiner lustig gemacht. Wär ja noch schöner."

    Sicher nicht. Ich habe mich ein wenig rüpelig ausgedrückt. Sorry dafür. Wir haben hier aber kein verzwicktes "Thema auf Basis des Kanon" referiert, sondern eine einfache Fragestellung aus dem normalen Leben eines normalen Menschen vor uns. Eine Bread-and-Butter Frage sozusagen aus dem Alltag eines Deutschen.

    Wenn ich mit einer so einfachen Frage zu einem Deiner Lehrer gehe ("was soll ich arbeiten"), dann hört der sich das an und dann gibt er mir keine Geschichte aus Mittelerde, sondern eine vernünftige und plausible Antwort und zwar eine, die sich aus vielen Quellen speist. Je größer die Lehrer sind, desto einfacher und klarer werden übrigens die Worte. Oder glaubst Du, er würde mir sagen: Bertl, das Handeln mit Giften sei Dir verboten (das sieht das LKA dann übrigens sehr ähnlich).

    Wenn er mir doch sagt, dass das Handeln mit Gift mir nicht erlaubt sei, dann würde ich vermutlich grinsen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.16
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download