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  2. Stero

Beiträge von Stero

  • Geist nur beobachten oder umformen?

    • Stero
    • 4. November 2015 um 08:50
    Anandasa:

    Das ist kein Umformen, sondern ein Gegensteuern, eine Kurskorrektur. Dies führt zu einer anderen Kette von Ursache und Wirkung und dies führt wiederum zu einer Umformung durch die nun anders gestaltete Rückwirkung auf den eigenen Geist. Umformung entsteht so wie mir scheint durch anderes Verhalten und nicht durch Gedanken-Jogging. Freundlichkeit kommt aus dem Herzen und muss entwickelt werden. Es kann nicht durch Umformung von Gedanken entstehen. Gedanken kann man nicht umformen. Man kann nur verhindern, dass man an ihnen anhaftet und sie ziehen lassen sowie beobachten und erkennen.


    Von "Gedanken umformen" war auch gar nicht die Rede, sondern vom "Umformen des Geistes" was tatsächlich eine Um-Konditionierung von Strukturen im Gehirn ist.
    Und wenn du sagst "Freundlichkeit kommt aus dem Herzen und muss entwickelt werden. Es kann nicht durch Umformung von Gedanken entstehen." dann sollte das korrekt heißen: "Freundlichkeit kommt aus dem Herzen (als Redensart, weil tatsächlich kommt auch Freundlichkeit aus dem Gehirn) und muss entwickelt werden und zwar mit Hilfe von Gedanken, die diese Freundlichkeit verursachen und andere Gedanken ersetzen, die diese Freundlichkeit verhindert haben."
    Du kannst es drehen wie du willst, du wirst dein Metta nicht ohne Gedanken üben oder entwickeln können und diese Gedanken müssen notwendigerweise inhaltlich anders oder neu sein bei jemandem der erst keine Freundlichkeit hat und aber eine entwickeln will.

  • Geist nur beobachten oder umformen?

    • Stero
    • 3. November 2015 um 17:18
    vegetarier:

    Genau das verstehe ich nicht. Entweder bin ich nicht meine Gedanken und Gefühle, dann kann ich nur beobachten. Aber ich bin dann auch nicht die guten Gedanken und Gefühle, wie Metta. Oder doch?


    Was du wahrhaft bist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es geht lediglich darum, ob du dich damit identifizierst. Wenn du gleichmutig beobachtest kannst du dich gar nicht identifizieren, aber wenn deine Aufmerksamkeit nachlässt, dann machst du es eben doch. Du beobachtest z.B. wie ein Hassgefühl aufsteigt und dadurch dass du es beobachtest, kann es dich nicht "übermannen". Wenn du aber nicht aufmerksam bist, also nicht gleichmütig beobachtest, dann übermannt dich das Hassgefühl bevor du weißt wie dir geschieht. Und nicht wenige sind so schon zum Mörder geworden, wenn noch andere Bedingungen erfüllt wurden. Wenn du dir jedoch andere positive Gedanken ankonditioniert hast, dann macht es nichts, wenn du mal nicht gleichmütig beobachtest, weil du ja dann nicht Gefahr läufst, dass Hassgefühle aufsteigen.

    vegetarier:


    Ich denke ja, das unser Geist unser Gehirn verändert (Rick Hanson). Also ist blosses Betrachten doch kontraproduktiv oder gar schädlich. Wahst durum wird es überhaupt empfohlen?


    Klar wissenschaftlich betrachtet ist alles eine Frage der Aktivierung neuronaler Netze im Gehirn. Die kann man ähnlich trainieren wie Muskeln. Die trainierten Neurone, die sind es, die zünden. Das erklärt Konditionierung, Ent-Konditionierung und Um-Konditionierung. Das bloße Betrachten ist dann eben das Trainieren von Neuronen, die diese Distanz ermöglichen. Warum sollte das schädlich sein?
    Und warum es empohlen wird, ist wahrscheinlich eine Frage der Ideologie. Die eine ideologische Schule empfiehlt es, weil sie denkt "Oh bloß nicht bewerten, nur beobachten, weil bewerten gaaaanz schlecht ist" womit sie natürlich selber bewerten :lol: und die andere denkt halt, man müsse da aktiv rummanipulieren, weil sonst alles ganz schlimm oder böse ist oder falsch ist oder weil der Buddha es so aber nicht anders gesagt habe oder oder oder
    So hat die eine Schule ihre Anhänger und die andere auch. und du machst am besten was dir gefällt. Psychologisch höchst interessant ist das Phänomen der Konditionierung allemal, v.a. auch wenn man in Betracht zieht, was das z.B. hinsichtlich gesellschaftlicher Konventionen bedeutet. Höchstinteressant!

  • Sila als Technik

    • Stero
    • 3. November 2015 um 14:57
    Jojo:

    @ stero

    Frage 1: Ist für dich Unterlassen und Unterdrücken dasselbe?


    Wenn erst mal etwas ist, und dann erscheint da eine Rationale, ein überlegter Vorsatz und ich künstel dann weg, was da erst mal ist, veranlasst von dieser Rationale, dann ist das eine Form der Unterdrückung, ja.

    Jojo:


    Frage 2:

    Gehst du von der Annahme aus, dass der Wütende immer in einer unterlegenen Position ist? Was ist mit Wütenden in Machtpositionen?

    Eine Mutter, die den Impuls verspürt, ihr dauerschreiendes Kind zu schütteln und an die Wand zu knallen.
    Ein Diktator, der von seinen Untergebenen genervt ist.

    Was ist mit Wütenden, die schlicht niemals – auch durch den freiesten Ausdruck ihrer Wut – die Welt in die Richtung verändern können, die sie sich wünschen – auch wenn ihr Wunsch dazu absolut berechtigt ist? Die sich, im Gegenteil, durch den Ausdruck ihrer Wut in eine noch schlimmere Situation bringen würden?

    Ein durch einen Unfall Querschnittsgelähmter, der auf die ganze Welt wütend ist.
    Ein alter Mann, der auf Pflege angewiesen ist, und der auf seine Frau wütend ist, weil sie die einzige ist, die da ist.

    Was ist mit Wütenden, die sich irren?

    Meine Kollegin, die mich gestern anschrie, weil sie dachte, ich hätte einen Fehler gemacht – bis sie herausfand, dass sie den Fehler selbst gemacht hatte.

    Es gibt viele Situationen, in denen es fraglich ist, ob der unmittelbare, authentische Ausdruck von Wut ein kreativer und intelligenter Umgang mit einer gegebenen Situation ist.

    Alles anzeigen


    Grundsätzlich unterlasse ich Spekulationen in diesem Kontext. Hier habe ich also Unterdrückung ausgeübt. ;) Die Rationale: Ich habe festgestellt, dass es da eine Neigung gibt, so "was wäre wenn" Spielchen anzustellen oder über andere zu spekulieren etc. Dann habe ich festgestellt, dass diese Gedankenspielchen vollkommen irrelevant sind und nicht den geringsten Einfluss darauf haben wie ich mich verhalte, dass es also für mich nur wichtig ist wie ich mich in bestimmten Situationen verhalte und dabei nicht in Situationen, die ich mir spekulativ ausmale, sondern Situationen wie sie Moment für Moment sind. Dabei ist mir jegliche Lust oder Freude an solchen Gedankenspielen vergangen.
    Versteh also alles was ich sage ohne jeglichen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Ich spreche nur für mich.

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 3. November 2015 um 14:30
    hanujo:


    jede Idee von Religion und sinnsuche ist (für mich) eine Schulung der anderen Aspekte des menschenseins
    und ein philosophische Bestätigung ... für diese unbestimmte Sehnsucht .............


    Verstehe ich glaub ich. Ich sehe das im Prinzip auch so. Ich entwickle daraus die Idee der Kreativität.
    Allerdings sehe ich es so, dass man es sowohl positiv als auch negativ interpretieren kann. Negativ interpretiert würde man vielleicht den Begriff "Ignoranz" verwenden.
    Zumindest sind die Übergänge zwischen positiv schöpferischer Kreativität und Ignoranz fließend.

    hanujo:


    was ich mich frage - wie das Bewusstsein als gesamtes damit zusammenhängt - der geist der körper Gefühle und alles was sonnst noch da ist
    für mich hat es den anschein das dieses licht diese liebe und Sehnsucht - transzendent zum Bewusstsein steht aber darin stadtfindet ......


    Ich tendiere hier eher zu den Begrifflichkeiten der Wissenschaft, wenn ich darüber rede. Diese passen besser zur Rationalität, sind dem Intellekt zugänglich. Diese Begrifflichkeiten wirken zwar ernüchternd für jemanden, der sich gerne Schwärmereien hingibt, aber genau das ist auch beabsichtigt. ;)

  • Geist nur beobachten oder umformen?

    • Stero
    • 3. November 2015 um 14:16
    vegetarier:

    Blick irgendwie nicht durch. Habe Bücher von Kornfield, Thich Nhat Hanh und Zinn. Dort wird gesagt, man soll die Gedanken und Gefühle mit gleichmut lediglich beobachten.


    Das führt zur De-Identifikation "ich bin das nicht".

    vegetarier:

    Dann gibt es aber auch Verweise auf Buddha der gesagt haben soll, dass man Unheilsame Geistesinhalte umformen soll. Mit einem Flock den anderen Flock raustreiben, Gedanken wie Müll raustragen etc.


    Das führt zu Um-Konditionierung. Altes, als "schlecht" Erkanntes durch neues, als "besser" Erkanntes ersetzen.

    vegetarier:


    Was ist nun zu tun? Nur boebachten oder den Geist mit heilsamen Geisteszuständen umformen?


    Wenn du es fertigbringst immer und ohne Unterbrechung nur zu beobachten, dann musst du nichts "umformen". Realistischerweise kannst du aber wohl davon ausgehen, dass dir ersteres nicht gelingt und so willst du vielleicht (?) mit "umformen" "vorsorgen".

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 3. November 2015 um 13:42
    hanujo:

    man kann diesen funken im herzen spühren - selten
    er scheint von anderer Natur zu sein - alls alles gewöhnliche


    Ich nehme mal "man kann diesen funken im herzen spühren" als "ich spüre eine Regung in meinem Körper/in meiner Brust" und kann dir sagen, dass ich sowas auch spüre.

    Dein "er scheint von anderer Natur zu sein - alls alles gewöhnliche" nehme ich als sprachlichen Ausdruck von der Sehnsucht, dass da doch etwas anderes, etwas Besonderes sein möge. Dazu kann ich dir sagen, dass ich diese Sehnsucht kenne und sie mich schon zu allerlei Narreteien veranlasst hat. ;)

    hanujo:


    zum Rationalismus muss ich sagen
    die welt ist nicht rational


    Die Welt sicher nicht, aber wenn du es wärst, wäre schon viel gewonnen.

    hanujo:

    Rationalität hält in den engen grenzen gefangen
    aber hat sicher auch ihren sinn -


    Wenn du mit " hält in den engen grenzen gefangen" meinst, dass sie die Luft aus den durch Sehnsüchten entstandenen aufgeblasenen Narreteien herauslässt, dann kann ich dir zustimmen. Sie wirkt bzgl. aller Narreteien sehr ernüchternd. :)

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 3. November 2015 um 01:41
    Sunu:
    Zitat


    das Lebewesen ist ein winzige funken seiner höheren Natur


    eigentlich dient es ihm aber ist auch nur er selbst
    er dient sich selbst um ........

    ach was weiß den ich ..... xD
    is nur ein gedanke von mir

    Ich finde das ist ein wirklich interessanter Gedanke, der alles andere als dumm ist. Spinn den doch ruhig mal weiter.
    Funken sind nicht zu unterschätzen, auch wenn sie zunächst winzig sind.


    Ich finde das ist ein blödsinniger Gedanke und würde gerne an die Rationalität appellieren :)

  • Sila als Technik

    • Stero
    • 2. November 2015 um 23:58
    Jojo:

    Pianisten machen Fingerübungen.
    Auch sehr gute Pianisten machen täglich Fingerübungen.

    Sogar Meisterpianisten machen täglich Fingerübungen: Erst SEEEEHR langsam, mit genauem Spüren auf die Qualität jedes einzelnen Anschlags, dann schneller und streng rhythmisch, mit Betonung auf bestimmte Schläge, schließlich im Fluss, ohne auf die Einzelheiten zu achten, mit Blick auf die gesamte Körperbewegung.


    ja, das ist sehr gut, denn Perfektion des Ausdrucks resultiert aus Übung der Ausdrucksmittel.

    Jojo:


    Ich betrachte die Sila als eine Art „Fingerübung“.


    Ich finde der Vergleich hinkt, weil Sila nicht Ausdruck ist, sondern Unterlassen von Ausdruck, Verhindern des Ausdruckes, Disziplinierung von Kreativität statt Förderung von Kreativität und Perfektionierung.

    Jojo:


    Sie bieten mir was, woran sich mein Geist aufhängen und worin er sich verbeißen kann. Manchmal, wenn es nicht so gut läuft im Alltag, checke ich die Silas ab und suche mir eine aus, die ich dann verstärkt übe.

    Sozusagen in allen Einzelheiten, wie ein Pianist eine Fingerübung.


    Was kommt rüber dabei? Nichts! Ein Pianist kann andere bewegen, du bewegst ja nicht mal dich geschweige denn andere.

    Jojo:


    Gerade überlege ich, sind Sila vielleicht schon mehr als eine Fingerübung, sozusagen eine Etüde?
    Die Fingerübung ist vielleicht das Sitzen *grübel*
    Obwohl, nein, das Sitzen ist mehr als eine Fingerübung *grübel, grübel*


    Nur wenn der Tod vollkommener Ausdruck ist. Aber wer weiß, vielleicht ist er das für jene, die nicht gelernt haben sich auszudrücken, oder keine fördernden Umstände vorgefunden haben, für diese ist vielleicht der Tod der Klimax, das i-Pünktchen auf die eigene Bedeutungslosigkeit ;)

  • Welche buddhistische Lehre ist die Beste? ;-)

    • Stero
    • 2. November 2015 um 21:34
    sakko:


    Hallo,
    ich hätte da eine Idee, dass wir einfach die Lehre von Gotam Buddho übernehmen, dann dürften die meisten Probleme beseitigt sein.


    Ja, das haben die auch alle gedacht damals :lol:

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 2. November 2015 um 19:20
    hanujo:

    aber ich bin mir nicht sicher ob Unwissenheit die Ursache für die Entstehung der welt/Kosmos ist


    Kannst dir sicher sein, weil Materie dumm ist. Ohne Materie keine Welt und ohne Materie kein Mensch und ohne Mensch keine Welt (denn irgendwer muss sie ja wahrnehmen, damit sie ist ;) ).

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 2. November 2015 um 10:20
    Stero:
    mukti:

    ... das Wesen des Ich, ist das schon anders ... Nämlich je mehr die Finger als Ich und Mein betrachtet werden ...


    Es gibt kein Ich. Aber es gibt mich. Was soll die Verhunzung ("das Ich") der konventionellen Sprache?

    Was ich damit sagen will: In dem Maße, in dem man sich sprachlich suggestiv etwas vormacht, in genau dem gleichen Maße weicht man der eigentlichen Fragestellung aus. Deswegen ist das ganze Gerede über "das Ich" bloß der Versuch seinem eigenen Schatten zu entkommen. ;)

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 2. November 2015 um 10:12
    mukti:

    ... das Wesen des Ich, ist das schon anders ... Nämlich je mehr die Finger als Ich und Mein betrachtet werden ...


    Es gibt kein Ich. Aber es gibt mich. Was soll die Verhunzung ("das Ich") der konventionellen Sprache?

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 2. November 2015 um 09:59
    mukti:
    Bakram:


    Ich sagte ja das "Ich" sei leer. Dennoch existiert ein Zusammengesetztes, Abgegrenztes, Unterschidbares. Mukti ist abgrenz- und unterscheidbar von Bakram und auch von allem Anderen des Universums.

    Alles ist von was anderem unterscheidbar, das bedeutet nicht dass irgendwas davon ein Ich wäre. Was du mit einem leeren Ich meinst weiß ich nicht, vielleicht dass es nur als eine Vorstellung existiert.


    Bei all dem weisen Gerede über "das Ich" möchte ich dennoch bemerken, dass wenn ich eine heiße Herdplatte anfasse, dass dann ich es dann bin, der sich die Finger verbrennt, und nicht etwa ihr. Was also mich betrifft, so sehe ich nicht, welche Relevanz eine Aussage "das bedeutet nicht dass irgendwas davon ein Ich wäre", dafür haben könnte, dass bestimmte Wirkungen bestimmter Aktivitäten all meiner Aktivitäten ausschließlich auf mich begrenzt sind wie ich mit dem Beispiel des Anfassens einer heißen Herdplatte zu illustrieren versucht habe.

  • Individuen oder nicht?

    • Stero
    • 1. November 2015 um 14:26
    Sprite:
    Zitat

    Da hat jemand, hier Sprite, eine Vorstellung, eine Idee und sagt aus, dass diese Idee, die er zuvor sprachlich ausgedrückt hat, als solche "wahr" sei, und mit dem "wahr Sein" ist gemeint, dass das Vorgestellte, die Idee, nicht etwa im Gehirn des so Sprechenden entstanden sei, sondern dem Gegenstand der Debatte innewohnen würde, also ihm 'inhärent' sei, also "in der Natur der Sache" läge, sein Wesen, seine Natur ausmache.

    Schulweisheit hoch 10.

    Woher weißt du denn so genau, dass eine Idee im Gehirn entsteht?

    Du kommst dir zwar schlau vor in deiner Argumentation, aber das ist alles angelesen, nachgeplappert, deine ganzen -ismen mit denen du rumschmeißt. Du bist intellektuell Stero. Jetzt kannst du entscheiden - mithilfe deiner gelobten Rationalität ob das jetzt ein Kompliment war.


    Hättest mal in der Schule aufgepasst, dann müsstest dich heute nicht in esoterische Irrationalitäten flüchten. ;)

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 1. November 2015 um 01:16
    mukti:
    Stero:

    Die Erzählungen beinhalten durchaus, dass er das Personalpronomen 1. Person Singular verwendet hat. Wenn er also sich selbst nicht als vorhanden gesehen hat, warum sollte er "ich" sagen?

    Hier wäre eine Erklärung dazu:

    http://www.palikanon.com/wtb/paramattha.html


    Gut, aber das tue ich dann auch. Ich bediene mich der " zwecks gegenseitiger Verständigung im gewöhnlichen Verkehr gebräuchlichen 'konventionellen Ausdrucksweise'". ich verstehe nicht, warum accinca dann ein Problem draus macht, wenn ich es tue, aber nicht, wenn der Buddha der Erzählungen das tut.

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 1. November 2015 um 00:43
    Stero:

    "Das ich" ist sicher nicht vorhanden, aber du bist vorhanden und ich bin vorhanden. :)

    accinca:


    Genau das - so der Buddha ist das Problem, nämlich zu verstehen das es genau so nicht ist.

    Stero:


    Als so ein Narr wird er aber in den Erzählungen nicht dargestellt, denn da redet er durchaus von sich. :lol:

    accinca:


    Ich hatte auch nicht behauptet, das der Buddha ein "Narr" sei und
    ich weiß auch nicht von welchen "Erzählungen" du sprichst.
    Da aber alle Dinge der Vergänglichkeit und damit der Leidhaftigkeit unterliegen,
    hat er natürlich Erklärt diese Dinge aufzugeben. Und dazu gehört natürlich auch
    die Empfindung und sie Ansicht da zu sein. So sagt der Buddha:


    Das interessiert in diesem Kontext nicht. Die Erzählungen beinhalten durchaus, dass er das Personalpronomen 1. Person Singular verwendet hat. Wenn er also sich selbst nicht als vorhanden gesehen hat, warum sollte er "ich" sagen?

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 1. November 2015 um 00:22
    accinca:
    Stero:

    "Das ich" ist sicher nicht vorhanden, aber du bist vorhanden und ich bin vorhanden. :)


    Genau das - so der Buddha ist das Problem, nämlich zu verstehen das es genau so nicht ist.


    Als so ein Narr wird er aber in den Erzählungen nicht dargestellt, denn da redet er durchaus von sich. :lol:

  • Frage zur Aussage des Dalai Lama

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 20:19
    Herzsutra:

    Der Dalai Lama hat öfters schon gesagt, dass wir an die Religionen unseres Kulturkreises gewöhnt sind. Deshalb sagt er, sei es schwierig, eine neue Religion anzunehmen....


    ich finde ja schon die Grundannahme, dass jeder eine Religion hat oder braucht vollkommen abwegig für unseren Kulturkreis. Schließlich gab es die europäische Aufklärung mit ihren anti-religiösen Ausprägungen, die sich heutzutage großflächig durchgesetzt haben. Das erklärt doch auch den Trend zu einem sog. "säkularen" Buddhismus.

  • LEBEN ist Leiden.

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 18:41
    keks:

    Das ich kann man nicht auflösen da es nicht vorhanden ist ;)


    "Das ich" ist sicher nicht vorhanden, aber du bist vorhanden und ich bin vorhanden. :)

  • Individuen oder nicht?

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 13:52
    Sunu:


    Es hat seinen Sinn in der Welt von unterschiedlichen Dingen zu sprechen, weil sie dort wirklich bzw. von unseren Sinnen unterscheidbar sind. Sie sind dort aber nur in gegenseitiger Abhängigkeit existent.
    Von Dieser Perspektive aus ( nämlich das sie nur in Abhängigkeit existieren) betrachtet, macht es aber wiederum tatsächlich keinen Sinn von unterschiedlichen Dingen zu sprechen bzw. Unterscheidungen zu treffen, weil eine Unterscheidung der Dinge so nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es letztendlich sprachlich und gedanklich nicht möglich die " absolute Wahrheit" zu erfassen, zumal es ja nichts zu erfassen gibt....Schließlich befindet sich alles im Fluss D.h. Verändert sich von Moment zu Moment und damit auch die Wirklichkeit... Auch ist es hier problematisch von Veränderung zu sprechen, weil es dann auch etwas Unveränderliches geben müsste... Das ist mir bewusst.. Die Sprache erlaubt eben bestenfalls eine Annäherung an die "Wahrheit".
    Es ist einfach alles so, wie es ist... Von Moment zu Moment..... Da ist nichts Verstecktes...kein dahinter und nichts davor, daneben, darunter oder darüber.


    Ich stimme deinen Formulierungen größtenteils nicht zu, aber mehr will ich dazu auch nicht sagen. Würde ich aber gar nichts sagen, so könnte vielleicht der falsche Eindruck entstehen, ich stimmte deinen Formulierungen zu.
    Wie man sich sprachlich ausdrückt, hängt immer davon ab, aus welchen Quellen man selbst inspiriert wurde und wird und welche Quellen Gewissheit verursacht haben.

  • Individuen oder nicht?

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 10:15
    blue_aprico:

    du hälst also nix für wahr und wirklich, stero ? oder doch nicht etwa "rationale weltsicht" ? die wird doch nicht etwa bar inhärenter existenz sein, vorläufig wahr - für dich ? :D


    So wie es zahllose Individuen gibt, so gibt es zahllose Vorstellungen, die mit den Zeichenfolgen "wahr" und "wirklich" verbunden werden. Woher sollte ich also wissen, nach was du mich fragst?
    Wenn ich auch rationales Denken bevorzuge, so fehlt mir doch die Vorstellung, was eine "rationale Weltsicht" sein sollte. Und wenn du von "inhärenter Existenz" sprichst, was weiß ich, was du dir drunter vorstellst?
    Wenn wir jedoch der gleichen Konvention der Verwendung dieser Worte folgen würden, dann könnten wir uns darüber unterhalten ohne aneinander vorbeizureden. Jedoch ist es mir bislang nicht evident, dass wir der gleichen Konvention folgen würden.

  • Individuen oder nicht?

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 07:56
    Sunu:

    Ein Individuum existiert also nicht ohne ein anderes Individuum.....Das heißt aber auch, dass es genau deswegen, letztendlich gar keinen Sinn mehr macht von Individuen zu sprechen.


    Alle Objekte des Wissens existieren in Abhängigkeit von anderen Dingen, aber macht es denn deswegen keinen Sinn mehr von ihnen zu reden? Wenn du in eine Bäckerei gehst und ein Brötchen willst, dann gibt es das Brötchen in Abhängigkeit von allem was nicht "Brötchen" genannt wird. Warum sollte es dann nicht Sinn machen zu sagen "Brötchen", wenn du gefragt wirst was du haben willst?
    Wenn Peter ein anderes Individuum ist als Paul, dann nennst du sie natürlich nicht "Indivduum", sondern sprichst sie mit Peter oder Paul an. Aber wenn du dir überlegst wie du beiden eine Freude machen kannst, dann ist es am besten, wenn du ihre individuellen Vorlieben kennst, weil sie Individuem sind und der eine nicht ein Clon des anderen. Was das eine Individuum erfreut, erfreut nicht notwendigerweise auch das andere.
    Oder du willst jemandem was erklären. Dann kommt deine Erklärung am ehesten so an, wird so verstanden wie du sie verstanden haben willst, wenn du auf die individuellen Neigungen und Fähigkeiten eingehen kannst. Dazu musst du aber anerkennen, dass es Individuuen gibt, denn sonst erzählst du jedem ohne Rücksicht auf seine individuellen Befähigungen das Gleiche und nur sehr wenige verstehen zufällig, was du meinst.

    Du bist nicht alleine auf der Welt. So wie du willst, dass auf deine individuellen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird, so solltest du auf die der anderen Individuen Rücksicht nehmen. Ein Leugnen von Individuen ist da nicht angemessen.
    Und wenn du also zu dir selbst als Individuum stehst, also Selbstvertrauen hast und weißt dass du am besten weißt, was gut für dich ist, und damit das verkörperst, was ich als Individualist bezeichne, dann gestehst du ganz natürlich anderen ebenso ihren Individualismus zu, genau weil du als Individuum nicht ohne andere Individuen existierst und genau weil es Sinn macht von Individuen zu reden.

    Wenn du sagst

    Zitat

    Das heißt aber auch, dass es genau deswegen, letztendlich gar keinen Sinn mehr macht von Individuen zu sprechen.


    "letztendlich" hervorgehoben, betont - dann kannst du das nicht nur auf den Begriff "Individuen" beschränken, sondern musst sagen:
    "Das heißt aber auch, dass wenn es letztendlich gar keinen Sinn mehr macht von Individuen zu sprechen, dass es es genau deswegen letztendlich auch gar keinen Sinn mehr macht überhaupt zu sprechen."
    Denn wenn du die Sinnhaftigkeit sprachlichen Ausdrucks von "Letztendlichkeit" abhängig machen willst, dann verliert natürlich jeglicher sprachliche Ausdruck seinen Sinn, weil in oder hinter oder neben oder über oder unter oder zwischen den Zeichen und Lauten der Zeichen- und Lautfolgen von Sprache "letztendlich" nichts zu finden ist.

  • Individuen oder nicht?

    • Stero
    • 31. Oktober 2015 um 07:36
    blue_aprico:

    ... Das liegt in der Natur der Sache, hier: des Dharma als universellem Prinzip,...


    Qed

    Stero:

    Das ist Essentialismus wie er im Buddhismus und auch außerhalb weit verbreitet ist.

    Da hat jemand, hier blue_aprico, eine Vorstellung, eine Idee und sagt aus, dass diese Idee, die er zuvor sprachlich ausgedrückt hat, als solche "wahr" sei, und mit dem "wahr Sein" ist gemeint, dass das Vorgestellte, die Idee, nicht etwa im Gehirn des so Sprechenden entstanden sei, sondern dem Gegenstand der Debatte innewohnen würde, also ihm 'inhärent' sei, also "in der Natur der Sache" läge, sein Wesen, seine Natur ausmache. Kurz: Der Gegenstand der Debatte existiere also inhärent, von seiner eigenen objektiven Seite her, als die Idee, die im Gehirn des Sprechers abhängig entstanden ist. Das ist Essentialismus wie er im Buddhismus und auch außerhalb weit verbreitet ist.

  • Anfänger in sachen Meditation

    • Stero
    • 30. Oktober 2015 um 20:24
    Elke:

    Gut: Einigen wir uns auf "Meditation für Skeptiker" - das kenn ich auch. Hauptsache, du gibst Ruhe. :P


    Da gibt's nichts zu einigen. Mir ging's nur um ausgewogene Info. :)

  • Anfänger in sachen Meditation

    • Stero
    • 30. Oktober 2015 um 19:53
    Elke:

    ... und das Buch ist nicht religiös ausgerichtet.


    Ich kenne das Buch nicht, aber der vollständigkeit halber dann doch eine Rezension, die deiner Einschätzung etwas widerspricht:

    Zitat

    ... Einerseits beinhaltet es eine Fülle an Meditationstechniken und -praktiken, die jedem Leser mit "experimenteller Natur" das Herz aufgehen lässt. Andererseits ist es von vorne bis hinten mit religiös-esoterischem Irrsinn durchsetzt. So scheut sich der Autor beispielsweise nicht, die Entwicklung von telekinetischen und hellseherischen Fähigkeiten als mögliche Folgen der Meditationspraxis anzupreisen - von dem ständigen Gerede über Chakren, kosmische Energien, das Göttliche, Engel, spirituelle Wesen, das wahre Selbst, die ultimative Wahrheit und dergleichen ganz abgesehen. Dazu kommt dann auch noch die bei Esoterikern immer wieder anzutreffende Doppelmoral in Sachen Wissenschaft: Kann die Wissenschaft, die alle diese aus reinem Wunschdenken geborenen "Dinge" wie wohlwollende Energien usw. (indirekt) leugnet - und deshalb nichts als böse ist! -, positive physiologische oder psychologische Wirkungen der jeweiligen Praktiken (die bei Meditation in Form von Stressreduktion, Aufmerksamkeitssteigerung usw. zweifelsohne vorhanden sind) nachweisen, wird sie dann auf einmal doch als Gewährsmann herangezogen. Intellektuelle Unredlichkeit in Reinkultur! ...


    dann hat er eine Alternativ-Empfehlung parat ;)

    Zitat

    Wer also seine selbstbetrügerischen Illusionen und sein Wunschdenken aufgeben (bzw. erst gar nicht damit anfangen), nicht belogen werden und seine eigenen meditativen Erlebnisse im Sinne einer ehrlichen und echten Selbsterforschung nicht durch einen vorgefertigten und von außen aufgesetzten Filter erfahren möchte, der macht besser einen weiten Bogen um dieses Buch und greift zu Ulrich Otts Werk: Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst.


    Um es schließlich doch recht gut zu finden :lol:

    Zitat

    Wer sich allerdings eine gewisse ironische Distanz zu esoterischem Blödsinn bewahren kann, den erwartet - und das sei noch einmal ausdrücklich betont! - ein überragendes Praxis-Handbuch, das (in dieser Hinsicht) seinesgleichen sucht!


    http://www.amazon.de/gp/customer-re…#R2I679HS1PJEOD

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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