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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von Anandasa

  • positive Motivation und Antrieb im Buddhismus

    • Anandasa
    • 4. April 2022 um 17:16

    Ich halte den Punkt, den Abdurchdiemitte hier aufführt, für sehr berechtigt. Ich habe mich auch mal genau mit dieser Frage beschäftigt als ich mal eine Durststrecke überwinden musste und mal Zusatzenergie benötigte. Ich erinnere mich an einen Vortrag von Tenzin Peljor, bei dem er nebenbei von "freudiger Geschätigkeit" sprach. Er habe einem Mit-Mönchen bei irgendeiner Arbeit zugeschaut und eine positive Bemerkung zu diesem gemacht wie prima das bei ihm laufen würde. Der Mit-Mönch habe dann geantwortet, dass dies "freudige Geschäftigkeit" sei. Tenzin Peljor habe dann etwas gestutzt und dann zu sich hinein gesagt: "Ja, genau, das ist es: freudige Geschätigkeit".

    Es scheint von Natur aus ein gewisser natürlicher Schaffensdrang und Freude an der Arbeit vorzuliegen. Problem ist aber, dass sich negative Dinge heranbilden können, die einem die Freude nehmen. Ich denke hier kommt dann der Punkt, an dem der Buddhismus hilfreich ist um zu optimieren. Ich habe schon Leute unter 40 gesehen, die der Arbeit in ihrem Beruf wie in Trance nachjagen als würde es nichts anderes in der Welt geben. Anhaftung in seiner klassischen Form. Folgt man den Lehren Buddhas, tut man etwas um achtsam zu bleiben, bleibt man von sowas verschont.

    Ich würde sagen, dass es zu einem gewissen Maß eine "natürliche Anhaftung" gibt, die dann auch da ist, wenn man mal für einen Spurt besonders viel Energie braucht. Wer um sein Kind besorgt ist, wird es merken, wenn es über die Straße laufen will ohne zu schauen, ob da ein Auto kommt, und dann kommt dann auch noch wirklich ein Auto! Hier ist eine gewisse natürliche Anhaftung an das Kind da, die dem Überleben dient. Ich denke in gleichem Sinne ist das für die Existenzsicherung im Beruf auch in Ordnung. Es ist halt manchmal nur ein haarbreiter Unterschied und schon ist es nicht mehr "natürliche Anhaftung", sondern schon unheilsame. Deswegen muss man immer sehr aufpassen. Ah ja, jetzt fällt mir der buddhistische Begriff ein: "Hingabe".

  • Trauer, wie ging Buddha damit um, was lehrte er dazu ?

    • Anandasa
    • 23. März 2022 um 19:21

    Es gibt auf Youtube ein Video von Rodrigo Gonzalez Zimmerling, in dem er eine Geschichte erzählt wie Buddha einem Vater geantwortet haben soll, der um seinen verstorbenen Sohn getrauert haben soll. Auch wenn es hier im Forum schon Diksussion um den Herrn Zimmerling gegeben hat, glaube ich schon, dass er diese Geschichte aus dem Palikanon oder irgendwelchen seriösen Schriften hat:

    Im alten Indien stirb der einzige Sohn einer Familie. Das bedeutet das Aussterben der Familie was im alten Indien besonders schlimm war. In seiner Trauer kommt dieser Vater zu Buddha und erzählt ihm sein Leid. Der Buddha soll dem Vater geantwortet haben: "Ja, wenn besonders lieb gewonnene Menschen sterben, schmerzt es ganz besonders.". Ich würde das so verstehen, dass es gegen den Schmerz kein Mittel gibt und man ihn einfach annehmen muss.

    Das kann man als eine "harte Antwort" sehen, die den Trauernden alleine ohne wirkliche Hilfe lässt die Trauer zu verarbeiten. Aber sie enthält die Mitteilung, dass man sich nie aufhören wird zu grämen, dass der einzige Sohn gestorben ist, wenn man sich nicht sagt, dass der Tod besonders liebgewonnener Menschen besonders schmerzt, und das so annimmt.

  • Abbau der Angst vor dem Tod

    • Anandasa
    • 4. März 2022 um 10:57

    Hier ist noch ein guter Artikel zur Problematik des Dorje Shugden Kults von einem Professor für Indologie an der Uni in München:

    Dordsche Schugden und die Religionsfreiheit: Anmerkungen zu einem Konflikt von Jens-Uwe Hartmann | Dalai Lama | Panorama

    Das Thema Dorje Shugden ist hier schon einmal besprochen worden in diesem Thread:

    Dorje Shugden- "false Dalai Lama"

  • Abbau der Angst vor dem Tod

    • Anandasa
    • 3. März 2022 um 14:03
    Tara79:

    Vielleicht war es ja auch diese Schutz-Gottheit Shugden, die mir u.a. so gruselig vorkam. Ich weiß darüber nichts.

    Der Shugden-Kult wird ja vom Dalai Lama abgelehnt, siehe z.B. diesen Artikel darüber und diesen Artikel, weil die Anbetung der Shugden für den Dalai Lama nicht mit dem Buddhismus zusammenpasst.

    "Er (also der Dalai Lama) begann, sich öffentlich gegen die Verehrung von Dorje Shugden auszusprechen. Nach seinen Aussagen liegt in der Shugden-Verehrung zum einen die Gefahr, dass „der tibetische Buddhismus zu einer Geisterverehrung verkommt (...)“. Siehe Artikel auf Wikipedia.

  • Abbau der Angst vor dem Tod

    • Anandasa
    • 23. Februar 2022 um 11:56
    Aravind:
    Anandasa:

    Was ist eigentlich mit jemanden, der mit Freude und Hingabe Samba tanzt oder eine Fremdsprache lernt, die ihn fasziniert? Läuft so jemand Gefahr vor Begeisterung zu vergessen, dass er sterblich ist und jederzeit sterben kann?

    Bei mir persönlich ist der Effekt gerade anders rum: Genieße es jetzt, vielleicht bist Du beim nächsten Event schon tot.

    Ja, genau das ist es :-). Danke _()_

  • Abbau der Angst vor dem Tod

    • Anandasa
    • 22. Februar 2022 um 00:08

    Ich bin mir nicht so sicher, ob ich vor dem Tod keine Angst habe. Bin mir nicht sicher, dass das Gefühl, dass es nun absolut vorbei ist, so leicht zu ertragen sein wird. Wenn man ganz alt ist, kaum noch was sieht und hört, und man nur noch vom Krankenpfleger im Rollstuhl herumgefahren werden kann, vom Leben gar nichts mehr hat - dass man dan keine Angst mehr vor dem Tod hat, glaube ich schon.

    Ich habe aber Angst vor einem langen qualvollen Sterben unter Schmerzen. Nicht jeder hat das Glück, dass es schnell geht oder relativ schmerzfrei abläuft. Schön wäre es ja.

    Elke:

    Ich habe schon Angst vor dem Tod. Ich glaube nicht an ein Weiterleben in irgendeiner Art oder an ein Wiedersehen mit jenen, die man verloren hat. Wenn ich tot bin, bin ich tot, das glaube ich und ich denke mir natürlich, dass ich davon eh nichts merke. Aber jetzt schon zu wissen, dass mein Bewusstsein irgendwann ausgeschaltet wird sozusagen, ist dennoch ein gruseliger Gedanke.

    Das sehe ich auch so. Sieht man sich an wie das Leben auf der Erde entstanden ist, sieht man, dass es nichts übergeordnetes gibt und kein Lebewesen irgendwas Höheres ist. Der Mensch hat ein weit entwickeltes Gehirn, ist aber genau gleich schrittweise aus einfacheren Formen entstanden wie alle anderen Lebewesen auch. Auch wenn der Mensch stirbt, ist er einfach tot - genau wie ein Einzeller, Virus, Fisch oder Schimpanse.

    Ich halte die Idee von Wiedergeburt aber eventuell für einen "psychologisch sinnvollen Trick" um im Leben weniger Stress vor dem Tod zu haben und somit das Leben besser zu nutzen, besser mit den Mitmenschen zusammen zu leben, und weniger Angst vor dem Tod zu haben. Ich meine hier Wiedergeburt im Sinne des tibetischen Buddhismus.

    Was ist eigentlich mit jemanden, der mit Freude und Hingabe Samba tanzt oder eine Fremdsprache lernt, die ihn fasziniert? Läuft so jemand Gefahr vor Begeisterung zu vergessen, dass er sterblich ist und jederzeit sterben kann? Ich kann mich noch nicht so ganz damit abfinden, dass ich quasi bei jedem Atemzug an den Tod denken sollte, weil ich sonst zu leichtfertig bin. Ich würde schon mal gerne für eine Zeitlang unbeschwert rumhopsen, mal nach Rio oder nach Shanghai - und dabei riskieren, dass es mich in einem Moment erwischen könnte, in dem ich ausgelassen bin und nicht an ein plötzliches Ende denke.

    Hm, bin ich jetzt hier nur Mara aufgesessen und habe mich blenden lassen? Tja, vielleicht hilft hier der psychologische Trick mit der Wiedergeburt um sich einzufangen und "konstant" zu halten, verdienstvolle Taten zu sammeln statt um die Welt zu düsen. Frage mich, ob ich auch als Haushälter den irdischen Dingen abschwören sollte bis auf "ruhige" Dinge, bei denen ich die Beobachtung meines Geistes beibehalten kann wie ein Theaterstück ansehen und es aber mit Samba vorbei ist. Tja, er quält sich noch ;-).

  • LehrmeisterInnen aus dem Alltag

    • Anandasa
    • 15. Januar 2022 um 20:28
    Igor07:
    Anandasa ... Wow, meine Katze wolllte deine kennelernen, wenn du nichst dagegen hast, narürlich....

    Igor07: Dass dein Profilbild sehr ähnlich ist, habe ich schon mal entdeckt. Katzen wissen sich zu entspannen ;)

    Igor07:
    Aber erlaube mir so wie die Gegenfrage... Das Phänomen war schon vor mehr als 50 Jahren genug durchgekaut. Warum es dich einfach wundert? In Ansgesichts des eigenen Todes es passiert echt sehr oft...genau das.

    Ich sehe diese Erfahrung der Motorradfahrerin nicht nur als eine Episode zum Thema Nahtod-Erfahrungen. Es geht um die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist. Es bis jetzt nur nicht erkannt worden. Man kann dann richtig loslassen und ist im Kopf viel ruhiger und gelassener. Es bedeutet nicht, dass es nun nichts mehr zu tun gibt. Man muss sich beruflich wohl weiterhin Mühe geben um seine Existenz zu sichern. Wenn man älter ist, muss man sich im Kopf fit halten und hat vielleicht beginnende Krankheiten des Alters. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, kann man diese ohne dieses Gefühl angehen, etwas erreichen zu müssen. Dann will man sich auch schnell etwas reinziehen.

    Mir geht es darum die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, in den Alltag rüberzuretten und zu halten. So wie man versucht die geistige Haltung beim Meditieren nach der Meditation in den Tag mitzunehmen. Ellviral schrieb schon ganz richtig: "Wer erkennt schon sein gutes Leben, wenn irgendjemand einem erzählt, dass das andere Ufer viel besser ist?". Da fängt die Erkenntnis, dass man mit seinem Leben zufrieden ist, wieder zu zerbröseln an. Jemand anderes hat mehr und all das fängt wieder an. Dann geht die Geistesruhe wieder verloren. Mir geht es darum diese zu behalten: Wenn ich jetzt sterben müsste, wäre ich mit meinem Leben zufrieden, und könnte in Ruhe sterben? Falls ja, dann hast du die Geistesruhe noch. Wenn nein, was müsste anders sein?

    Angenommen man hat im Leben etwas wichtiges nicht erreicht, was jeder im Leben gerne schaffen möchte, wie ein Kind haben oder einen Lebenspartner finden. Es ist irgendwann zu spät, weil man zu alt ist. Jetzt kann man sich ewig grämen, weil das Ziel sich nicht mehr erreichen lässt oder man stellt fest, dass man ein schönes Leben hatte und man zufrieden ist. Das Leben ist auch schön, wenn einige Dinge nicht erreicht werden konnten. Diese Einsicht kann man auch ohne Nahtoderfahrung gewinnen.

    Eine Frage stelle ich mir noch wie das bei Menschen ist, die wirlich unverschuldet kein gutes Leben hatten, etwa in einem sehr armen Land geboren mit viel Kriminalität, Hunger ohne Perspektive. Ein Menschen, der es nie schön hatte, immer kämpfen musste. Hier gibt es u.U. keinen Weg mit seinem Leben zufrieden zu sein. Was machen solche Menschen? Sie sind einfach froh, wenn es irgendwann nicht mehr ist?

    Lilli:
    Ich stelle mir das so vor, wenn kurz vorm Tod das Gefühl hochkommt, dass alles gut war, wie es war, dann bereut man auch nichts. Wenn aber das Gegenteil hochkommt, denkt man vielleicht an die verpassten Chancen im Leben und es wird einem klar, dass es nun zu spät ist, und man bereut...

    Ich denke auch, dass es viel mit der Einstellung zu tun hat, ob man im Leben positiv oder negativ eingestellt gewesen ist oder zumindest in den Jahren vor dem Tod. Ob man zufrieden ist, wenn es soweit ist oder nicht, ist eine karmische Folge sozusagen. Von nichts komt nichts, man muss sein Leben mit einer positiven Einstellung meistern, um dorthin zu kommen.

    Cfant schrieb hier dazu schon passen: "Auch der Buddha sagt ja, ein Vorteil des tugendhaften Lebens sei die Reuelosigkeit.".

    Ellviral:
    Gendern: Es war doch eine Motorradfahrerin, oder nicht?

    Wegen des Titels "LehrmeisterInnen ..."

  • LehrmeisterInnen aus dem Alltag

    • Anandasa
    • 12. Januar 2022 um 16:28

    Hallo,

    in verschiedenen buddhistischen Richtungen gibt es das Vorgehen sich einen Lehrmeister zu suchen, von dem man möglichst viel lernt. Ich bin da eher etwas zurückhaltend. Höre mir gerne Vorträge an oder lese was und mache mir dann meine eigenen Gedanken. Wie dem auch sei, jetzt las ich in einer Online-Zeitung einen Artikel über eine Frau, die einen Motorrad-Unfall erlitt. Was sie nach dem Unfall sagte, war wie eine buddhistische Lehrrede für mich. Ich war ganz baff.

    Als sie kurz vor dem Zusammenprall auf dem Motorrad sitzend wie vor Schreck gelähmt auf das plötzlich auftauchende Auto zufuhr, dachte sie an 3 Dingen:

    1. Jetzt sterbe ich

    2. Sie dachte an ihre Eltern

    3. Kurz vor dem Aufprall dachte sie: Ich hatte ein schönes Leben gehabt. Ich bin zufrieden.

    Im Artikel steht: "Und dann, kurz vor dem Aufprall, dachte sie "Ich bin zufrieden." Rückblickend sagt sie: "Das hat mich so erleichtert, ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.".

    Tja, dieses "Ich hatte ein schönes Leben gehabt. Ich bin zufrieden" gab mir zu denken. Ich hatte auch ein schönes Leben, aber ich bin nicht zufrieden. Dann habe ich das ein wenig auf mich wirken lassen und dachte mir dann: "Du hast überhaupt keinen Grund nicht zufrieden zu sein.". Ich war wieder völlig baff, weil es stimmte. Vielleicht hatte ich auch schon ein wenig das Denken dieser Motorrad-Fahrerin aufgenommen. Ich muss gar nicht noch das und das werden. Ich kann zufrieden sein und einfach mein schönes Leben weiterführen. Plötzlich war ich erleichtert wie ich es eigentlich noch nicht gekannt hatte.

    "Ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.". Ich kann das sogar nachvollziehen. Und das, obwohl ich mich die letzten Jahre immer wieder mit dem Sterben beschäftigt hatte und keine Lösung hatte für das Problem, dass die Zeit dann plötzlich vorbei ist. Aber das hier ist es wirklich: "Ich bin zufrieden. Das hat mich so erleichtert, ich hatte keine Angst mehr vor dem Sterben.". Irgendwelche Dinge lassen sich nicht mehr erreichen und dafür fandt ich keine Lösung. Gemäß Artikel hat die Motorrad-Fahrerin keine eigene Familie und lebt von ihrem langjährigem Freund getrennt. Tja, da habe ich sogar sozusagen "besser" als sie. Aber ich bin immer unzufrieden gewesen.

    Vielen Dank an die verunfallte Motorrad-Fahrerin, dass sie sich interviewen ließ. Ich hätte das vermutlich nicht gemacht, weil die Sache mir zu peinlich gewesen wäre. Aber für sie war es kein Problem. Hier wieder was gelernt von meiner "buddhistischen" Lehrerin aus dem Alltag ;-).


    P.S.: Ich habe nichts gegen das Gendern. Ich finde nur die Lösung mit * sprachlich nicht gut.

  • Ein spiritueller Deckmantel: Umgang mit dem Ego

    • Anandasa
    • 22. Dezember 2021 um 10:21

    A propos, denke dass durch Meditieren das über die letzten Stunden aufgebaute Ego wieder reduziert wird. Das dürfte auch ein Sinn von Meditation sein. Der Geist ist dann wieder frisch. Das spürt man manchmal auch.

  • Ein spiritueller Deckmantel: Umgang mit dem Ego

    • Anandasa
    • 21. Dezember 2021 um 14:34
    Igor07:

    Wow, danke, das war echt toll!

    Genau mein Ding!

    Es stimmt, liebe(r)? Anandasa ( entschuldigung ), das Leiden passiert, es wurde verursacht , / ausgelöst/ durch das "Ego"...

    Aber das "Ego" man kann als das Produkt von den bestimmnten Ursachen, Umständen, Bedingungen, Benennungen, ..... betrachten....

    Unter diesem Aspekt das Ego ist bar der eigenen Existenz.... Nichts "in-härent". Das Ego kommt zustande bedingt durch meine Skandhas,

    Freut mich, dass es jemand nachvollziehen kann. Durch die Lehre Buddhas und das Meditieren habe ich ein bisschen gelernt die Gedanken zu beobachten. Ich bin darauf echt selbst gekommen ohne was gelesen zu haben, was mir Zuversicht gibt, mit dem Betrachten der Gedanken weiter zu machen. "Zum Glück" habe ich meine Problemchen gehabt, für das ich das Beobachten der Gedanken benötigt habe um mich da rauszuarbeiten. Aus Spaß an der Freude die Gedanken betrachten hätte ich wohl sonst nicht so lange durchgehalten um sowas mal schaffen zu können.

    Das mit den Skandas ist ein guter Punkt. Das habe ich zwar gewusst, aber es gibt so viele Sachen, die man dann wieder aus den Augen verliert. Selbst etwas erkennen ist enorm viel mehr wert als etwas gelesen zu haben, dass man schlüssig findet. Das ist eine Lehre für mich aus dem Ganzen mit dem Ego in diesem Thread.

    Igor07:
    das erinnert mich S.Aurobindo.... der verfasste enrme Zahl von Büchern mit dem so wie Supramentalem Bewusstsein...

    Um zu erklären wie ich das meine, versuche ich mal kurz etwas auszuholen:

    Viele herausragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst oder sonstwas sind wohl ziemlich sicher erbracht worden über den Aufbau eines Egos als Motivator. Zunächst wollte man z.B. nur den Eltern gegenüber das liefern, was sie wollten. Dann begann eine Anhaftung an das schöne Gefühl Anerkennung zu bekommen. Das schöne Gefühl wird zum neuen Motivator und es wird ständig versucht das schöne Gefühl aufs neue zu erzeugen. Der Eintritt ins Leiden beginnt in einem neuen Kreislauf. Verhindert werden kann es so nicht, da dabei die Achtsamkeit verloren gegangen ist.

    Vielleicht ist aber die Erkenntnis von Einstein über Raumzeit und damit zur Entwicklung der Relativitätstheorie ohne Aufbau eines Egos entstanden, sondern indem er seinen Geist arbeiten ließ. Möglich, dass er das Genie dafür hatte, und er nur seinen Geist arbeiten ließ. So meine ich das.

    Ich suche an der Arbeit aktuell nach einem verwickelten Fehler in einer Software. Ein Ego würde mir dabei null helfen. Der Edle Achtfache Pfad hilft hier wohl am Meisten neben einem seriösen schrittweisen Vorgehen. Das Ego hilft manchmal bis irgendwann nach einem Fehler gesucht werden muss, der so schwer zu finden ist, dass man dann nur anfängt an seinem Ego zu zweifeln, statt einfach schrittweise vorzugehen und sich den Kopf nicht eintrüben zu lassen. Die Leute, die viel auf ihr Ego setzen, fangen dann in solchen Situationen an auf andere abzuschieben, andere zu attackieren statt mit dem Ego aufzuhören und neu anzufangen.

    Für normale Sterbliche so wie mich kann es an der Arbeit sinnvoll sein Karrierepläne begraben oder zurückzustellen um nicht so oft ins Ego zu fallen. Habe Glück in meinem Beruf wohl bis zur Rente Arbeit zu haben auch wenn ich nicht mit 50+ zum Chef aufgestiegen bin. Für jemand normal Talentiertem wie mich und vermutlich für manch anderen lohnt sich das auf jeden Fall. Es gibt ja nicht nur die Arbeit, sondern muss sein ganzen Leben mit allen Aspekten sehen.

  • Ein spiritueller Deckmantel: Umgang mit dem Ego

    • Anandasa
    • 20. Dezember 2021 um 23:52
    Igor07:

    Mir hatte , persönlich, enorm geholfen, als ich es einfach erkannt hatte.... Mein "Ego" bleibt immer bei mir , mit mir, denn so mehr ich würde es mich bemühen, "es" loszuwerden, desto mehr es würde mich beherrschen...

    Das Ego erzeugt das Leiden. Das Ego entsteht durch das Ergreifen von Dingen, die man haben möchte, um sich aufzuwerten, um von anderen anerkannt oder gemocht zu werden, um die Dinge zu haben, von denen man glaubt, dass sie das Leben mit Inhalt füllen, dass Verrinnen der Lebenszeit stoppen kann.

    Sobald der Wunsch entsteht etwas zu ergreifen ist der leidfreie freundlich betrachtende Geist verloren gegangen, weil schon in diesem kurzen Moment durch das Ego ausgetauscht und verschwunden.

    Igor07:

    Man braucht das "Ego", um einfach zu überleben, genau wie man den Verstand und die Sprache braucht um es abzutippen. Aber das "Ego" bleibt nur das "Werkzeug".

    Das habe ich bis heute Abend auch immer so in der Art gedacht: Das Ego wird gebraucht um das Überleben zu sichern, um seine Arbeit zu machen, seine Zukunft zu sichern. Klang auch immer plausibel.

    Wir haben heute Abend im Fernsehen einen alten Hollywood-Klassiker gesehen. Irgendwann während des Films wurde mir klar, was ich im Absatz oben geschrieben habe. Dann dachte ich an meine Wut wegen einer Sache im letzten Jahr in der Firma. Diese Wut entsteht auch durch das Ego. Es war auch ärgerlich, aber die Wut, die mir bis heute manchmal nachläuft, ist Folge des Egos. Die Fähigkeit etwas neutral zu betrachten ging verloren.

    Also: Auch an der Arbeit geht der freundlich betrachtende Geist nicht verloren, wenn er die Dinge nur betrachtet wie sie sind. An der Arbeit ein Ego zu bilden ist auch nicht gut. Die Wut führt zu einer schlechteren Arbeitsleistung, Unmut zu Hause, etc.

    Und: Der Geist braucht an der Arbeit das Ego nicht um eine gute Leistung zu erbringen, um sein Einkommen und die Zukunft sichern zu können. Der Geist kann das auch ohne das Ego. Der Geist funktioniert völlig wunderbar ohne das Ego. Man kann komplizierte Rechnungen ohne das Ego vornehmen. Motivation ist keine Sache des Egos. Der Geist arbeitet von selbst. Die Gedanken, die die Lösung bringen steigen von selbst auf, weil der Gedankenapparat ständig arbeitet. Man muss natürlich eine Arbeit machen, die dem eigenem Naturell liegt. Man braucht ein Umfeld, das den Geist nicht negativ belastet. Sonst kann er halt nicht gut arbeiten.

  • Beziehungen als Irrweg

    • Anandasa
    • 17. Dezember 2021 um 11:22
    Lucy:
    (...)


    Das Beziehungsthema finde ich auch schwierig, es hat sich aber im Laufe der Jahre beruhigt. Das Alter hilft sicher auch dabei.

    (...)

    Ich habe meine Frau mit 42 kennengelernt. Ich hattte es eigentlich nach dem letzten Misserfolg aufgegeben. Ich dachte mir nur, dass man ja mal schauen kann, wenn da jemand interessiert zu sein scheint. Aber erwartet habe ich nichts. War auch mittlerweile viel zu kaputt um was zu erwarten. Das hat genau diese Situation herbeigeführt, dass man findet, wenn man gar nicht sucht. Und da hat es dann funktioniert. Das Suchen macht einen verrückt. Das Nicht-Suchen funktioniert viel besser, ist aber sehr schwierig wegen der Gier des Menschen, die ihn ständig ungeduldig und hibbelig macht. Ständig muss es irgendeine bestimmte Person sein. Die Dinge nehmen wie sie sind, ist dann versperrt.

  • Beziehungen als Irrweg

    • Anandasa
    • 15. Dezember 2021 um 19:14
    Rainer Klarname:

    Anandasa Genau,nur dass man der Illusion unterliegt, dass man in der Zwischenzeit so an sich gearbeitet hätte, dass sich sowas nicht nochmal wiederholt, aber es wiederholt sich leider trotzdem.

    Meistens hat man irgendwann nur Glück mal jemanden zu treffen, der tolerant ist oder auf andere eingehen kann. Deswegen kommt glücklich sein von Glück ... ;-).

  • Beziehungen als Irrweg

    • Anandasa
    • 15. Dezember 2021 um 17:50
    Festus:

    Das reicht nicht. Dein Partner muss alle deine Seiten kennenlernen und lieben lernen. Wenn er das nicht kann oder wenigstens versucht, schieß ihn in den Wind.

    Wenn er/sie das nicht kann, wird manchmal versucht das von der eigenen Seite gegenzukompensieren, in dem man diese Arbeit quasi für den Anderen erledigen will, damit es doch was wird. Das führt dann aber nur zu Erschöpfung. Hat sich dies mit verschiedenen Menschen einige Male wiederholt, kommt man zum Schluss, dass es mit den Männern/den Frauen nicht klappt.

    Für einige Zeit will man darauf seine Ruhe haben, aber die Einsamkeit ist dann irgendwann doch nicht einfach auszuhalten und so macht man einen neuen Versuch. Hat man die alten Muster inzwischen nicht erkannt, wiederholt sich wieder alles. Samsara ... ;)

  • Was hilft?

    • Anandasa
    • 19. November 2021 um 01:06
    Martin1980:
    (...)

    Warum ist meine Familie, und mein Umfeld so gespalten und teilweise aggressiv in Bezug auf das Thema.?

    Was kann man in der Situation tun?

    Seine Antwort (zusammengefasst) :

    Angst.

    Dass es viel mit Angst zu tun hat, denke ich auch. Wenn aus verschiedenen Gründen schon eine Angst vorhanden ist, macht Corona und dass man an Corona sterben kann die Angst groß. Ich habe in meinem Umfeld auch so einen Fall. Traurige Kindheit mit lieblosen Eltern. Scheinbar aus dieser Zeit ein Gefühl der Fremdbestimmung. Sich impfen lassen zu müssen scheint das Gefühl der Fremdbestimmung aus der Kindheit wieder aufkommen zu lassen.

  • Buddhistische Bahn?

    • Anandasa
    • 31. Oktober 2021 um 23:01

    Kann ich gut nachvollziehen, Thom. Schön erzählt :-). Ich bin mal vor Jahren an der Arbeit gesessen und habe durchs Fenster gesehen wie an einem windigen Herbsttag die Blätter von den Bäumen fielen und durch den Wind herumgeweht wurden. Das war wie im Kino sitzen und der Vergänglichkeit zuschauen. Schönes Erlebnis. Wunderbar, wenn man es bewusst erlebt so wie du auch wie du es in deinem Beitrag beschreibst. Dann hat man in dieser Zeit wirklich gelebt ;-).

  • Wenn das Ego sich meldet

    • Anandasa
    • 13. Oktober 2021 um 18:30

    Ich denke das ist auch ein Problem davon, das manche Leute einfach kein Ende finden können wegen mangelnder Achtsamkeit. Bei Bewerbungsgesprächen wird man gerne gefragt, ob man auch irgendeine Schwäche hat. Man darf da natürlich nicht sagen, dass man keine hat, sondern muss irgendwas unverfängliches bereitgelegt haben. Sagt man aber etwas, woran sich die nächste Frage anknüpfen lässt, finden manche Personalleute oder sonstige Teilnehmer am Bewerbungsgespräch manchmal einfach keine Ende und müssen immer weitermachen: Ja, und warum haben sie dann diese Schwäche und warum diese? Kommt man in so eine Situation hinein, muss man irgendwann pseudo-selbstbewusst irgendwas sagen, was dann als selbstbewusst verstanden wird, und dann hat das Nachfragen ein Ende.

    Wer bei Bewerbungsgesprächen oder sonst oft im Beruf ständig erzählt, dass er ganz toll ist und alles kann, hat dagegen keine Probleme. So jemand bietet keine Angriffspunkte. Viele Chefs fallen dann auch gerne auf solche Leute rein, weil sie immer auf jemanden hoffen, der alles kann, und der alles hinkriegt. Ich habe bei mir im Geschäft so jemand, der das als sein Erfolgsmodell entdeckt hat: Er attackiert oft andere und erzählt ständig was er alles kann und alles macht und was er alles weiß. Der Chef ist mächtig beeindruckt. Sowas bringt dann beruflichen Erfolg, aber solche Leute sind dann bald in einen Wahn drin, der immer schlimmer wird. Die Achtsamkeit ist weg und es geht geistig immer weiter in den Keller runter. Möchte nicht in deren Haut stecken, denn irgendwann funktioniert dieses Erfolgsmodell nicht mehr und dann beginnen die Leiden, weil man kennt nur den einen Weg, der aber irgendwann das Fass vollaufen lässt. Vorher ist man schon vereinsamt, weil niemand einen mehr leiden kann.

    Man sieht sowas auch immer wieder bei Talk-Shows mit Politikern. Ein Politiker, der versucht etwas sachlich anzuschauen, kriegt von den Moderatoren schnell das Wort weggenommen, sobald eine Denkpause kommt. Die kommt natürlich irgendwann, wenn man nicht nur labert, sondern über eine Sache nachdenkt und nicht bzgl. dieser Sache in jedem Punkte vorbereitet ist.

    Diese Problematik ist heute virulenter als früher, denke ich. Weil die Leute heute fahriger sind im Zeitalter mit Handies und allen möglichen äußeren Reizen, die über alle möglichen Medien oder Geschehnisse ständig reingeflogen kommen.

    Man kann da nicht viel machen als solchen Leuten wenig Angriffsfläche zu bieten, würde ich sagen. Dann genau schauen, wer mit ständigem Nachhaken nicht aufhören kann und dann solchen fahrigen Geister keine Nahrung geben und am besten meiden.

  • Ich kann mir den Tod nicht vorstellen.

    • Anandasa
    • 6. September 2021 um 23:40
    Monikadie4.:
    Ich war auf einmal völlig frei und losgelöst und fühlte mich herrlich sorglos wie mit 11 Jahren, kurz vor der Pubertät, aber noch ohne ihre unangenehmen Auswirkungen. Diese Erinnerung war der Beginn meiner Schritte in die Freiheit - keine Erwartungshaltung, kein besonderes spirituelles Ereignis, kein ausfüllendes Hobby oder was auch immer, das ich mit Sinn bezeichnen würde.

    Ja, die Jugendzeit ist sehr wichtig. Mit Berufsausbildung und Beruf beginnen die großen Fallen von Gier und Anhaftungen, vermute ich mal. Für jemand Unwissendes nicht zu erkennen und dann ist nach einiger Zeit ein Haufen Schutt da, denn man wieder wegschaffen muss. Die guten Erinnerungen aus der Jugendzeit helfen zu wissen, ewas unter dem Schutt wieder hervorkommen sollte ;-).

    Igor7:
    Aslo, ich bin älter als du. Ich denke, Loslassen ist die einzige Lösung. Und die absolute Hingabe, so wie die vorbehaltlose Akzeptanz. Das Leben ist doch das Wunder, das Mysterium des Seins, eher wir sollten es erleben, als den Sinn dahinter zu suchen. Man beginnt nur dann , manchmal, das Leben wertzuschätzen, wenn man so verliert, was so als ob selbstverständlich wäre.

    Na, da scheine ich ja auf der richtigen Spur zu sein :-). Ich bin mal auf dieses Zitat vom Dalai Lama gestoßen: "Meine Philosophie ist Freundlichkeit". Das ist ein kluger Satz, dachte ich damals. Ich will das versuchen mit der Freundlichkeit. Seitdem bin ich mind. 100 Mal wieder davon rausgefallen wegen Wut und Ärger. Aber Freundlichkeit ist ein allgemeines Prinzip, da kann mir der Ärger über einzelne Leute egal sein. Wie dumm von mir.

    Ich werde mit der Freundlichkeit wieder neu anfangen. In meiner Anfangszeit mit dem Buddhismus habe ich immer meine Gedanken bewacht nach Gier, v.a. Anhaftungen, Wut und Ärger. Jetzt mache ich weiter, indem ich meine Gedanken bewache, ob sie auf Freundlichkeit beruhen und versuche weiter Freundlichkeit zu entwickeln.

    Ich muss dabei noch viel besser aufpassen, um nicht wieder aus der Freundlichkeit rauszufallen. Es ist scheinbar viel schwieriger als auf Gier, Anhaftungen, Wut, Hass zu achten. Der Drang nach Geltung und Selbstwert versteckt sich ständig und überall, ist viel raffinierter, und schon ist man aus der Freundlichkeit wieder rausgefallen. Damit habe ich etwas zu tun für mein Leben, das Sinn macht :-). Es wird sicher etwas sinnvolles bei rauskommen und die Zeit wird gut genutzt sein. Bei allen anderen Dingen drehe ich mich ja eh nur im Kreis, meine mit neuen Anstrengungen was erreichen zu können und habe wieder nur Lebenszeit vergeudet.

  • Ich kann mir den Tod nicht vorstellen.

    • Anandasa
    • 4. September 2021 um 11:52
    Igor07:

    wenn man den Sinn im eigenem Leben gefunden und entsprechend "aus-" gelebt hatte, dann man sei imstande die Unausweichlichkeit des Todes zu akzeptieren.

    Ja, das sehe ich auch so. Ist einleuchtend. Nur bin ich jetzt 52 Jahre alt und habe immer noch keine Ahnung was der Sinn in meinem Leben ist. Wir haben jetzt ein Häuschen gekauft in der Nähe von meinem Heimatort. Ich hatte dort eine sehr schöne Jugendzeit. Dann mussten wir wegziehen wegen der Arbeit meines Vaters. Dann begann eine sehr anstrengende lange Zeit im Ausland. Jetzt wieder an manchen Wochenendtagen einen Ausflug in meinen Heimatort zu machen mit all den schönen Erinnerungen an die Jugendzeit ist für mich wie ein Aufenthalt in einer riesen Kurklinik für die Psyche. Tut mir sehr gut, komme wieder zu mir selbst.

    Sinn im Leben finden muss danach als nächstes kommen. Sehr schwierig, weil ich immer losgestürmt bin und versucht habe mir alle möglichen Sachen anzueignen. Damit kann man dann nach so langer Zeit kaum mit aufhören. Denke darüber viel nach, drehe mich aber nur im Kreis. Zu lanfge Konzentration auf den Beruf haben Denkgewohnheiten geschaffen. Nicht leicht von wegzukommen. Naja, würde sagen erst mal so richtig entspannen und loslassen. Dann kommt mit fortschreitenden Loslassen auch langsam irgendeine richtungsweisende Eingebung.

  • Ich kann mir den Tod nicht vorstellen.

    • Anandasa
    • 4. September 2021 um 01:11

    Vor einigen Wochen bin ich morgens aufgewacht und hat einen starken stechenden Schmerz etwas seitlich neben dem Herz. Ich hatte schon ziemlich Unbehaben, weil der Schmerz nicht weit weg vom Herz war. Aber wenn es etwas mit dem Herz ist, müsste es schon in einem viel ernsterem Zustand sein, dachte ich mir. Die Ärztin meinte, dass es eh nicht das Herz ist. Sie hörte noch mein Herz ab und es sei in Ordnung. Dann gab sie mir Schmerzmittel und ich solle zum HNO gehen. Der sagte mir, dass das Rachensegel sich im Schlaf wohl vor die Öffnung zur Luftröhre gelegt habe. Irgendwann ab 40 würde es ausleiern und dann sei sowas möglich, wenn man im Schlaf auf dem Rücken liegt. Das klang plausibel und ich war beruhigt. Seitdem schlafe ich auf der Seite und das Problem ist nicht zurückgekommen.

    Diese Schmerzen nicht weit weg vom Herz dauerten eine Woche und es tat die meiste Zeit wirklich weh. Manchmal dachte ich mir: Okay, wenn ich jetzt einen Herzinfarkt kriege, dann war es das wohl. Aber wenn dann diese Schmnerzen aufhören, soll es mir recht sein. Ich will nur dass diese Schmerzen aufhören.

    Das fandt ich sehr lehrreich. So um den Dreh wird der Tod vermutlich sein: Er ist plötzlich da und unabwendbar. Es tut so weh, dass ich einfach nur froh bin, wenn es vorbei ist. Das ganze heroische Gerede wie man bewusst in die nächste Existenz hinübergleitet und das Gedöns, das auch hier im Forum manchmal geredet wird, wird plötzlich nur Luft sein und zu nichts Nütze sein: Es war nie was anderes als eitles Gerede.

    In ein Krankenhaus gehen und sich dort anschauen wie dort gestorben wird. Aus theoretische Gedankenspielen, wie sie so gerne gemacht werden als intellektuelle Form um in Wirklichkeit in eine heile Welt davonzulaufen, kann man in Wirklichkeit nichts gewinnen. Es wird sich nur als verlorene Zeit herausstellen.

  • Wie man Freundlichkeit kultiviert, wenn andere Menschen einen verrückt machen

    • Anandasa
    • 9. August 2021 um 10:31

    Ich bin jetzt etwas spät in diesen Thread eingestiegen, habe all die Artikel nicht lesen können, weil zu viele, und vielleicht wurde schon gesagt, was mir dazu einfällt.

    Ich weiß nicht, ob Freundlichkeit in jedem Falle das Richtige ist. Für den Regelfall, dass einige Leute halt nerven, aber sich im Großen und Ganzen auf einem rechten Weg halten, mag das angemessen sein. Bei Kollegen, die schräge Sachen machen (um beruflich schneller voran zu kommen u.ä.) weiß ich nicht, ob Freundlichkeit das richtige Gegenmittel ist. Solchen Leuten bin ich weder freundlich, noch unfreundlich gesinnt, sondern neutral. Weil ich mich von solchen Leuten nicht verrückt machen lasse. Dazu gehört auch, dass ich mich erst gar nicht mit ihnen beschäftige. Ich habe besseres zu tun. Also bin ich neutral.

    Die schlechten Taten werden sich aufsammeln. Mit der Zeit sind sie in ihrer Gier in einen schlechten Geisteszustand geraten, der sie plagen wird. Echte Freunde sind keine mehr da, etc. Das ist ihr eigenes Karma, das sie selbst verschuldet haben. Ich bin daran nicht Schuld und muss dem nichtFreundlichkeit entgegenbringen. Ich habe für solche Leute vielleicht Mitgefühl, aber erst, wenn sie selbst zu leiden anfangen, vorher sind sie für ihre Taten ganz einfach selbst verantwortlich, und nicht mein Problem.

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 18. Juli 2021 um 18:24

    Ich habe jetzt gerade von ihr eine Antwort via LinkedIn bekommen:


    [lz]

    You are right ! I should just continues as always, I just have this obsession for years, I should let it pass, but is not easy[/lz]

    Wenn sie weiß, dass es eine Obsession ist, ist das schon die halbe Miete. Meine Arbeitskollege von damals hat es sich zu leicht gemacht, nicht daran gedacht, was er lostreten könnte oder hat sogar eine konsum-mäßiger Haltung gehabt. Man sieht nun wie dies für die Zeit danach für schlechte Nachwirkungen/Karma zur Folge hatte. Für ihn selbst hatte dieser leichtfertige Umgang mit anderen Menschen auch für sein eigenes Privatleben wohl auch keine gute Folgen.

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 17. Juli 2021 um 09:13
    Igor07:

    Anandasa . ...

    Man kann darüber sehr gut nachdenken.... oder?

    Das passt doch zum deinen Thema....

    LG._()_:heart:

    Das ist eine sehr schöne Parabel, Igor. Danke dafür :)

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 16. Juli 2021 um 13:54
    Aravind:

    Finde ich hilfreich! Allerdings ist es ja noch viel schlimmer. Wir haften an der Illusion, der Phantasie von schönen Dingen an.

    Die Gestaltungen, Illusionen und Phantasien heben nach meiner Beobachtung erst dann so richtig ab, wenn irgendein Mangel gesehen wird, der beseitigt werden muss. Bei der Bekannten, von der ich am Anfang geschrieben habe, war es die Armut bzw. das harte Alltalgsleben in Mexiko.

    Ich hatte auch mal so eine Plage, durch eine Phantasie, die tatsächlich über ein Jahr angehalten hat. Ich wusste genau, dass das Unsinn ist, konnte mich aber nicht komplett davon lösen, so dass es immer wieder angefangen hat. Dann las ich im Internet dieses Satz, dass Sentimentalität die Unfähigkeit sei zu vergessen sei. Das hat mich dann wirklich geheilt, denn genau das war es nämlich.

    Ich habe mal bei einem Sonntagsausflug ein Kloster besichtigt, das eine schöne Kirche hatte. An der Wand hinter dem Altar war ein Mosaik aufgebracht von Jesus mit ausgebreiteten Armen. Dieses Bild erinnerte mich an die Christus-Statue in Rio de Janeiro, die auch ausgebreitete Arme hat. Ich fand den Christus am Kreuz angeschlagen hängend immer nur schrecklich. Ich schaute mir im Internet Bilder von Rio de Janeiro an. Landschaftlich ist die Stadt einfach wunderschön. Ich mochte auch schon seit einiger Zeit die Bossa Nova, die aus Rio stammt. Das Brasilianische Portugiesisch aus Rio de Janeiro wie in den Bossa Nova-Stücken klingt einfach wunderschön.

    Dann erinnerte ich mich an eine frühere Arbeitskollegin, die aus Brasilien war und in Rio studiert hatte. Als ich nicht mehr bei der Firma war, wollte ich sie mal treffen, weil ich gehört hatte, dass die Firma von damals verkauft worden ist, und sie zu denen gehört hat, die haben gehen müssen. Sie war wirklich gut und ich wollte schauen, dass ich mit meinen Kontakten ihr helfen kann. Dazu kam es dann nicht mehr, weil ich umgezogen bin weit weg. Als ich aber im Internet die Bilder von Rio angeschaut habe, kam das alles wieder hoch. Ist fast 20 Jahre her. Und ich Id...t fing zu träumen an von dieser Arbeitskollegin und dem schönen Rio de Janeiro, dem Bossa Nova, der Christus-Statue. Da ich sie gar nicht wirklich gekannt habe, war natürlich eh klar, dass das alles Unsinn ist. So habe ich es unterdrückt, aber es wirklich losgeworden bin ich erst durch "Sentimentalität ist die Unfähigkeit zu vergessen" und das Wissen, dass ich eine sentimentale Ader habe.

    Diese Gestaltungen werden manchmal auch durch Dinge ausgelöst, die nur sehr schwer als unheilsam erkannt werden können. Was soll an Bossa Nova und der Christus-Statue in Rio denn schlecht sein? Es sind halt die gedanklichen Verknüfungen mit anderen Dingen, die eine Assoziationskette bilden und die Träume dadurch richtig zum Abheben bringen. Das kann sehr subversiv, still und leise vor sich gehen, was schwer zu bemerken ist. Ich denke man braucht da auch Erfahrung, so dass man gewarnt ist, dass scheinbar harmlose Dinge subversiv ein unheilsames Element in sich tragen können, weswegen man erstmal einen Bogen darum macht und das Ergreifen vermeidet.

  • Nicht an schönen Dingen anhaften: Reales Beispiel

    • Anandasa
    • 14. Juli 2021 um 22:53

    Danke für all die Antworten. Freut mich, dass es doch kein "Fehler" war diese Geschichte aufzuschreiben. Ich frage mich, ob man dieser Bekannten noch etwas mit auf dem Weg geben kann. Ich fürchte, dass es vergebens sein wird, weil sich die Anhaftung an diese Gestaltung mit dem Kollegen von damals sich jetzt schon über 20 Jahre hält.

    Ich würde ihr noch diese Sache schreiben, dass Sentimentalität die Unfähigkeit ist zu vergessen. Das halte ich noch für eine hilfreiche Mitteilung. Ist sehr plakativ und unmittelbar einleuchtend. Danach werde ich die Sache nicht weiter verfolgen. Wird vermutlich nur zu ständigen Wiederholungen kommen.

    Wenn noch jemand etwas hilfreiches hat, das ich der Bekannten mitgeben könnte, wäre das noch sehr willkommen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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