Ich halte den Punkt, den Abdurchdiemitte hier aufführt, für sehr berechtigt. Ich habe mich auch mal genau mit dieser Frage beschäftigt als ich mal eine Durststrecke überwinden musste und mal Zusatzenergie benötigte. Ich erinnere mich an einen Vortrag von Tenzin Peljor, bei dem er nebenbei von "freudiger Geschätigkeit" sprach. Er habe einem Mit-Mönchen bei irgendeiner Arbeit zugeschaut und eine positive Bemerkung zu diesem gemacht wie prima das bei ihm laufen würde. Der Mit-Mönch habe dann geantwortet, dass dies "freudige Geschäftigkeit" sei. Tenzin Peljor habe dann etwas gestutzt und dann zu sich hinein gesagt: "Ja, genau, das ist es: freudige Geschätigkeit".
Es scheint von Natur aus ein gewisser natürlicher Schaffensdrang und Freude an der Arbeit vorzuliegen. Problem ist aber, dass sich negative Dinge heranbilden können, die einem die Freude nehmen. Ich denke hier kommt dann der Punkt, an dem der Buddhismus hilfreich ist um zu optimieren. Ich habe schon Leute unter 40 gesehen, die der Arbeit in ihrem Beruf wie in Trance nachjagen als würde es nichts anderes in der Welt geben. Anhaftung in seiner klassischen Form. Folgt man den Lehren Buddhas, tut man etwas um achtsam zu bleiben, bleibt man von sowas verschont.
Ich würde sagen, dass es zu einem gewissen Maß eine "natürliche Anhaftung" gibt, die dann auch da ist, wenn man mal für einen Spurt besonders viel Energie braucht. Wer um sein Kind besorgt ist, wird es merken, wenn es über die Straße laufen will ohne zu schauen, ob da ein Auto kommt, und dann kommt dann auch noch wirklich ein Auto! Hier ist eine gewisse natürliche Anhaftung an das Kind da, die dem Überleben dient. Ich denke in gleichem Sinne ist das für die Existenzsicherung im Beruf auch in Ordnung. Es ist halt manchmal nur ein haarbreiter Unterschied und schon ist es nicht mehr "natürliche Anhaftung", sondern schon unheilsame. Deswegen muss man immer sehr aufpassen. Ah ja, jetzt fällt mir der buddhistische Begriff ein: "Hingabe".