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  1. Buddhaland Forum
  2. Tai

Beiträge von Tai

  • Verwirung

    • Tai
    • 5. November 2019 um 20:05
    Sili:

    im buddhismus diskutieren oder glauben wir häufig an wiedergeburt und karma und die lehre und alles was dazu gehört. Kann es aber sein das es eigentlich ab einem gewissen moment nicht so sehr darauf ankommt ob wir an das eine oder das andere glauben, sondern das der weg zur überwindung des leidens ganz einfach ist und wir uns einfach nur fon allem lösen (...) Das klingt Jett komisch aber wen wir einfach sind ohne zu urteilen oder zu erwarten das dan garnichts mehr leiden ist.

    :):like:Du bist ein/e Zen-Praktizierende/r

  • Zweifel?

    • Tai
    • 1. September 2019 um 17:00
    void:

    Ich verstehe dich so, dass für dich weltliche Zweifel ( Soll ich dies, soll ich das? Mach ich Buddhismus?) etwas sehr anderes sind, als der bei Boshan genannte "große Zweifel" der ja ein Zweifel am Ego ist. Das stimmt bestimmt. Ersteres ist ein Hindernis während Zweifel am Ego konstruktiv/heilsam ist.

    Aber es gibt auch eine Beziehung zwischen beidem.

    Weil es ja so ist, dass sich un unserem normalen Zweifel ja gerade unser springendes Unbefriedigtsein - unser Affengeist verbirgt. Zweifel ist ja von der Wortherkunft Zweifalt - also Zeugnis unserer Spaltung , an deren Grund so das grundlegende Ubefriedigtsein - Dukkha liegt. Von daher gibt es einen Weg vom alltäglichen Zweifel zum großen Zweifel.

    Ich finde es gut, dass ein Hindernis nichts sein muss was einen trennt, sondern selber wieder als Meditationsobjekt und Zugang dienen kann.

    Ich bin mir da nicht so sicher. Unter dem gemeinsamen Begriff 'Zweifel' begegnen wir hier zwei Haltungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Was wir normaler Weise unter (weltlichem) Zweifel verstehen, ist ein natürlicher, ja geradezu zwangsläufiger Bestandteil eines jeden eigenständigen Denkprozesses. Gewissermaßen ist der Zweifel Motor des eigenständigen Denkens.

    Der Große Zweifel des Zen bezeichnet dagegen einen so grundlegenden und allumfassenden Zweifel, dass nicht der Bruchteil einer Sekunde Zeit verbleibt, es in Gedanken zu fassen, begrifflich zu verstehen oder sonstwie zu relativieren. Der Große Zweifel entspricht einem Großen Erwachen.

    _()_

  • Rei Ko Sensei Michael Sabaß nach Verkehrsunfall verstorben

    • Tai
    • 16. August 2019 um 07:46

    _()__()__()_

  • gelebter Zen

    • Tai
    • 14. August 2019 um 22:48
    Sudhana:

    Aber was dann, beim "Lesen" geschieht - findet das wirklich "ausschließlich in meinem Gehirn statt"? Was geschieht - geschieht dies wirklich in irgendeiner Weise "ausschließlich"?

    Guter Hinweis.

    Ich verstehe es so, dass was immer ich in welchem Augenblick auch immer wahrnehme, mir vorstelle oder sonstwie erlebe, nicht von mir getrennt ist. Selbst, wenn ich mir vorstelle, es gäbe etwas von mir völlig Abgetrenntes (ein Anderes), so ist auch das lediglich eine Vorstellung, die ich in genau diesem Augenblick aufkommen lasse und die als solche natürlich ebenfalls Ausdruck dieses einen Geistes ist. Aus meiner Sicht macht es daher nicht wirklich Sinn, zwischen 'das bin Ich' und 'das ist Nicht-Ich' zu unterscheiden (ich hoffe, das beantwortet deine rhetorische Frage).

    Dass ich trotzdem munter Begriffe wie 'ich' oder 'andere' verwende, ist den Regeln und Möglichkeiten des begrifflichen Denkens und der sprachlichen Verständigung geschuldet. Schließlich sind auch alle anderen Begriffe, derer wir uns im Rahmen des begrifflichen Denken bedienen, sehr genau betrachtet nicht weniger irreführend als die Vorstellung vom Ich oder vom Anderen; sie alle abstrahieren von etwas, dem sie nur scheinbar entsprechen. Doch dass sich unsere 'Bücher' hierin vom Sutra der Berge und Flüsse unterscheiden, gilt auch nur, solange du den Worten auf den Leim gehst. Mit den richtigen Ohren gehört, plätschert selbst dieses eitle und überflüssige Geplapper von mir und uns allen genauso authentisch daher wie ein Furz oder der Nachtwind in den Bäumen vorm Fenster.

    _()_

    Tai

  • gelebter Zen

    • Tai
    • 14. August 2019 um 19:33
    sati-zen:

    Leben bedeutet aber mit dem eigenen Geist kreativ/schöpferisch Dinge hervorbringen,

    Das stimmt, denn von Augenblick zu Augenblick haben wir nichts anderes als genau diesen Geist, der wir selber sind. Daher macht es auch herzlich wenig Sinn, nach einem anderen Geist oder einem anderen Buddha zu suchen. Der einzige Buddha, den wir je finden können, ist niemals außerhalb von uns. Die Lehre des Buddha ist bildlich gesprochen wie ein Zeigefinger, der auf diesen Geist/Buddha, der wir nun mal sind, hinweist. In jedem Moment, in dem ich mich mit dieser Lehre beschäftige, ist alles, was in mir jemals geschehen kann, immernoch hundertprozentig dieser 'eigene' Geist. Deswegen ist es auch prizipiell völlig okay und mitunter extrem hilfreich, sich mit dieser Lehre zu befassen - sei sie nun vom historischen Buddha, von einem Zenmeister oder von der Bäckersfrau nebenan. Die Lehre des Buddha, ja nicht einmal die beliebigen Zufallsmeinungen von Frau Hinz und Herrn Kunz könnten jemals in der Lage sein, zu verhindern, dass wir der 'eigene' Geist sind, der wir nun mal sind. Wenn ich das Buch eines anderen Menschen lese, findet, was dabei geschieht, ausschließlich in meinem Gehirn statt. Was dabei zum Ausdruck kommt, ist immer noch hundertprozent dieser 'eigene' schöpferisch kreative Geist, der ich nun mal bin.

    _()_

    Tai

  • Koans im Selbststudium

    • Tai
    • 29. Juni 2019 um 14:25
    Aka Onyx 9:
    Tai:
    Aka Onyx 9:

    Auch unter einem Lehrer zu praktizieren wird als notwendiger Teil weitergegeben.Eingangs wurde sogar wieder dazu gedrängt.

    Da ging's aber um Koanarbeit.

    Kommt auf's selbe hinaus,Tai.

    Ich bin ja durchaus deiner Meinung, dass, wenn man die Praxisaspekte Wato und Koan (kor. Wha-Du und Kong-An, chin. Hua Tou und Kung An) - im Deutschen leider beide mit "Koan" übersetzt - getrennt betrachtet, zumindest die Wato-Praxis auch in räumlicher Distanz von einem Lehrer ausgeübt werden kann. Aber die Methode muss erst mal klar verstanden sein.

    Gerade das Eingangsposting dieses Threads ist ja ein gutes Beispiel dafür. Joshus Mu ist ja tatsächlich ein in der Wato-Praxis häufig verwendetes Koan. Aber in der Wato-Praxis mit Mu wird nicht gefragt "hat ein Hund die Buddhanatur?" sondern erstmal: "Warum antwortet Joshu auf diese Frage mit 'Mu'?" und zwar im Sinne von, warum, obwohl doch Buddha bereits gesagt hat, dass allen Wesen Buddhanur innewohnt. Aus dieser Frage wird mit der Zeit dann "Warum Mu?", dann schlicht "Mu" und schließlich wird auch dieses Mu bei intensiver Praxis einen nonverbalen Charakter annehmen. Diese hier angedeutete Entwicklung in der Wato-Praxis ist dabei ein intrinsischer Prozess, den man nicht intellektuell vorwegnehmen oder durch intelligente Herangehensweise überspringen kann. Eine Begleitung durch einen geeigneten Lehrer ist da erst mal sehr, sehr hilfreich.

    _()_

  • Koans im Selbststudium

    • Tai
    • 29. Juni 2019 um 13:56
    Aka Onyx 9:

    Es gab hier schon keine Antwort darauf....siehe weiter oben.

    Weisheit und Stromeintritt sind natürlich dehnbare Begriffe. Als Vorausetzung eines Lehrers für Koantraining würde ich daher vor allem erstmal eine entsprechende Koankenntnis ansehen. Wenn du selbst ein bisschen Erfahrung mit Koanarbeit hast, merkst du sehr schnell, wo jemand anfängt, (meist hochtrabenden) Unsinn über Koans zu verbreiten. Als blutiger Anfänger dagegen wird dir eh nichts anderes übrig bleiben, als im Prozess achtsam und wachsam zu bleiben und zur Not auch mal zum Vergleich in einer anderen Schule vorbeizuschauen.

  • Koans im Selbststudium

    • Tai
    • 29. Juni 2019 um 11:20
    Aka Onyx 9:

    Auch unter einem Lehrer zu praktizieren wird als notwendiger Teil weitergegeben.Eingangs wurde sogar wieder dazu gedrängt.

    Da ging's aber um Koanarbeit.

  • Koans im Selbststudium

    • Tai
    • 24. Juni 2019 um 10:16

    [lz] Zitat Aka Onyx 9:

    Letztlich geht es um die Selbstwesensschau und das Koan ist ein (Hilfsmittel).Und alle Koan führen auf eines zurück und das muss man gar nicht so bezeichnen.Es ist eine natürliche Frage und ein natürlicher "Zweifel".Natürlich kann man selbstständig damit arbeiten!

    Und das tue ich auch.Wie Tai(?).

    [/u]

    Da alle Koans letztlich auf die oder den Fragenden hinweisen, führen sie tatsächlich alle auf eines zurück. Deshalb besteht der Kern der (kor.:) Hwa-Du-Praxis (chin.: Hua Tou) darin, quasi Tag und Nacht mit einer solchen auf deine ursprüngliche Wesenssubstanz gerichteten Koanfrage zu arbeiten. „Was ist dies?“ oder „Mu“ werden hier meist als ein solches ˋLebenskoanˋ verwendet, während die Arbeit an diversen anderen Koan dabei hilft, das Hauptkoan besser zu fassen zu bekommen.

    Beide Formen der Praxis werden allerdings vom Zenmeister im Dokusan betreut. So wird dir z.B. je nach Reife deiner Haltung zum Hauptkoan ein für deine jeweilige Entwicklung geeignetes Nebenkoan zugewiesen.

    Sicher kannst du mit dem Lebenskoan auch über lange Zeiträume entfernt von deinem Lehrer praktizieren, aber hierzu ist es vor allem wichtig, die Methode von einem geeigneten Lehrer erst mal zu erlernen.

    Persönlich praktiziere ich Zen derzeit tatsächlich allein. Allerdings habe ich in der Vergangenheit u.a. 9 Jahre lang unter intensiver Anleitung eines Koreanischen Zenmeisters (etwa 3mal pro Woche plus Zeiten eigener Praxis zuhause, c.a. 90 Wochenend-Sesshins plus etwa 20 längere Sesshins — alle mit Dokusan) diese Methode ausführlich erlernt und ausgeübt.

    Dennoch gebe ich dir recht, wenn du der Meinung bist, dass diese Praxis auch in räumlicher Distanz zum Zenmeister durchführbar ist. Es ausschließlich ganz ohne Lehrer/in zu versuchen, würde ich auf lange Sicht nicht empfehlen.


    _()_

    Tai

  • Keine Zen-Gruppe in der Nähe, trotzdem praktizieren?

    • Tai
    • 12. Mai 2019 um 19:49

    Du kannst auch zuhause praktizieren und dir einen Lehrer von weiter weg suchen, den du dann eben nur gelegentlich besuchst. Wenn du auf diese Weise stark genug geworden bist, sind z.B. Sesshins ein besonders geeigneter Rahmen für solche Besuche.

    _()_

  • gelebter Zen

    • Tai
    • 8. April 2019 um 19:57
    Niemand:

    Da man im Zen außer der Sitzhaltung nicht viel vorgeschrieben bekommt ...

    Tatsächlich repräsentiert der Zen-Weg den Geist einer großen Freiheit. Es ist die Freiheit vom Korsett unseres zwanghaften Erzeugens begrifflicher Gedanken inklusive Vorlieben und Abneigungen, eben jener Haltung, die uns davon abhält, die Soheit der Dinge/unserer Selbst zu erkenen und anzunehmen.

    Von diesem das Zen durchdringenden Geist der Freiheit mal abgesehen wird dir in der traditionellen Zenpraxis keineswegs nicht viel vorgeschrieben, sondern es gibt dort im Gegenteil nicht viel, das die nicht vorgeschrieben wird: Wie du dich im Dharmaraum zu kleiden, wann wo wie zu verbeugen hast, welche Schalen beim Essensritual in welcher Reihenfolge wann wie zu reinigen sind usw. usf. Besonders während eines Sesshins ist diese Art von Formalismus besonders ausgeprägt. Das geht so weit, dass du über den Tag eigentlich gar nichts mehr entscheiden musst, da alles vorgeschrieben ist. Und gerade darin liegt wieder eine große Freiheit: Die Freiheit, dich ganz und gar deiner Praxis und deinem Koan hingeben zu können.

    _()_

    Tai

  • Vorstellungslos - Das Animittapañhā Sutta

    • Tai
    • 9. März 2019 um 11:10

    Ja, das bringt es auf den Punkt.

    (Da du nach unserer/meiner Interpretation fragst:)

    Käme ich allerdings zu meinem Meister mit dem Satz "nach einiger Zeit schenkte ich allen Vorstellungen keine Aufmerksamkeit und weilte in der vorstellungslosen Einigung des Gemütes" so würde er mir dies aus gutem Grund rechts und links um die Ohren schlagen.

    _()_

    Tai

  • Bodhidharma und der Kaiser

    • Tai
    • 3. Februar 2019 um 11:54
    Sungi:

    Wirklich viele Erklärungen über diese ganzen Zen Geschichten die auf nichts heraus laufen werden nicht wirklich erklärt, wahrscheinlich sollen sie einem auch nichts sagen.

    Hope223:

    Sungi ich bin deiner Meinung geworden :)

    Das kommt dann dabei heraus, wenn Leute, die sich als Zennis verstehen, zu erklären versuchen, was Zen und was Koans seien und vor allem, was sie nicht seien. Da wird immer wieder gerne behauptet, Zen oder Koans könnten interlektuell nicht gelöst werden, Zen sei zu gar nichts gut, Zen habe keine Bedeutung usw. Doch was ihr genau in dem Augenblick damit hier praktiziert und vorlebt, ist nichts anderes als eine intellektuelle Annäherung vom Feinsten - mag sie auch noch so sehr unter Vorzeichen der Verneinung stattfinden.

    Wenn jemand wie Hope223, der hier mit einer offenen, ehrlichen Frage zu uns kam, am Ende der Meinung ist, Zen/Koans liefen auf nichts hinaus und hätten uns nichts zu sagen, dann denkt ihr womöglich noch: "Ja, jetzt hat er eine Ahnung davon, was Zen ist (hämisch-überheblich-grins)". Wer von euch wirklich so denken sollte, zeigt damit meiner Aufassung nach nur, dass er es absolut nicht versteht (weil er viel zu viel versteht).


    [lz]

    Sungi:

    "Wirklich viele Erklärungen über diese ganzen Zen Geschichten die auf nichts heraus laufen werden nicht wirklich erklärt, wahrscheinlich sollen sie einem auch nichts sagen."[/lz]

    Im Gegenteil: Diese Geschichte soll dir alles sagen und sie läuft auf etwas ganz Konkretes hinaus. Die von Hope223 im Eingangspost angeführte Übersetzung ist allerdings kein bisschen geeignet, diese Botschaft rüberzubringen:


    [lz]

    Der Kaiser fragte: "durch welches Verdienst hast du Anrecht auf eine kaiserliche Audienz?"

    Bodhidharma antwortete: "Ich weiß es nicht."[/lz]

    Für einen chinesischen Verwaltungsassistenten des 6. Jahrhunderts mag das eine spannende Frage gewesen sein ... Hier nochmal die von void angeführte Übersetzung:


    [lz]

    Der Kaiser fragte weiter: Was ist das Uns gegenüber?

    Bodhidharma erwiderte: Ich weiß es nicht.[/lz]

    Wenn ich dich frage "Was bist du?" dann wirst du mir sicherlich allerhand darauf antworten können. Z.B. "Ich heiße soundso, bin ein Mensch, ein geistiges, ein fühlendes Wesen, bin meiner selbst bewusst usw."

    Jetzt sage ich: "Dein Name oder 'geistiges Wesen' etc. sind letztlich nur Benennungen. Es sind Vorstellungen, die du dir machst. Was aber bist du genau in dem Moment, in dem du dir diese Vorstellungen machst, wirklich? Wer bist du genau jetzt diesseits von Namen, Begriffen und spekulativen Vorstellungen?"

    Ja, es stimmt schon, das kannst du intellektuell nicht lösen. Das kannst nur du herausfinden und immer genau jetzt unmittelbar erfahren. Das ist es, was dir dieses Koan sagen will. Es zielt auf dich.

    _()_

    Tai

  • Ist das Zazen meditation oder mache ich etwas falsches?

    • Tai
    • 6. Januar 2019 um 18:43
    Markus:
    xiaojinlong:

    Buddhismus ist keine Therapie um Krankheiten zu heilen.

    Wieso nicht? Wenn's jemanden mit seinen psychischen Erkrankungen hilft ist das doch begrüßenswert.

    Es gibt tatsächlich Menschen, die sagen: "Nachdem ich mehrmals in meinem Leben halbwegs erfolglos die ein oder andere Form von Verhaltenstheraphie gemacht habe, hat letztlich meine buddhistische Praxis mir wirklich geholfen." Ich habe es aber auch erlebt, wie Leute mit psychischer Vorerkrankung, deren Zustand in den Wochen vorher noch halbwegs stabil war, unter der Beslastung eines Sesshins psychotische Schübe erlitten. Das war dann für alle Beteiligten recht belastend und besonders gut aufgefangen werden konnte es auch nicht.

    Zazen fordert eine schonungslose Offenheit - da kann, besonders bei Anfängern, schon einiges hochkommen. Budhistische Praxis bietet i.d.R. aber keinen therapeutischen Rahmen und die Rolle des Zenmeisters ist auch nicht die eines Therapeuten. I.d.R. wird sein/ihr Vorgehen darin bestehen, dir den Boden unter den Füßen wegzuziehen und dich auf dich selbst zurück zu stoßen. Für starke, entschlossene Menschen mag das genau der richtige Weg sein; Menschen mit psychischer Erkrankung (und auch andere) können damit aber schnell auch überfordert werden.

  • Ist das Zazen meditation oder mache ich etwas falsches?

    • Tai
    • 28. Dezember 2018 um 18:31
    Sanshin:

    ich bin mir ziemlich sicher das das was du als Satori bezeichnest meditation meint.

    Begriffe sind selbstverständlich immer polyvalent. Gerade der Begriff 'Meditaion' umfasst - je nach Kontext - ein sehr breites Bedeutungsspektrum. 'Satori' ist da schon etwas zenspezifischer. Hier mal ein Wiki-Zitat dazu:


    [lz]

    Satori ist die Erkenntnis vom universellen Wesen des Daseins, das auch als Urgrund oder Buddha-Natur bezeichnet wird. Es ist das Hauptmotiv des Zen-Buddhismus und kann nur durch persönliche Erfahrung verstanden werden. Auch wenn Satori der heute vorherrschenden Lehrmeinung zufolge blitzartig und unerwartet auftritt, geht dem Satoriereignis im Allgemeinen eine jahrelange Vorbereitungspraxis, zumeist durch Zazen, voraus. Einigen Lehrmeinungen zufolge wird Satori auch mit Zazen gleichgesetzt ...[/lz]


    Entspricht diese letzte Äußerung deinem Verständnis?


    [lz]

    ... Im Zen wird Satori konzeptionell als ein Bewusstsein erklärt, das nicht durch Eingriffe des unterscheidenden Intellekts beschränkt oder in seiner Sichtweite begrenzt wird.

    Quelle beider Textstellen: Wikipedia; Satori – Wikipedia[/lz]


    Diese Aussage im Wikitext entspricht der Bedeutung, auf die ich mich bei der Verwendung des Wortes 'Satori' in meinem obigen Text beziehe. Zitat:


    [lz]

    ... denn schon der kleinste Gedanke ist wunderbar geeignet, das Satori mit einem Wimpernzucken komplett wieder wegzuwischen.[/lz]

    _()_

    Tai

  • Ist das Zazen meditation oder mache ich etwas falsches?

    • Tai
    • 28. Dezember 2018 um 12:10
    Sanshin:

    Gibt es denn noch andere Objekte auf die man sich konzentrieren darf? Warum muss es unbedingt der Atem sein?

    Klar, aber schon das Wort "konzentrieren" deutet auf eine geistige Haltung hin, die eine gewisse mentale Unruhe und Unausgeglichenheit nach sich ziehen dürfte; beim Atem tritt das nur besonders deutlich zutage. Persönlich richte ich mich beim Zazen und idealer Weise auch im Alltag auf meine Koanfrage aus (Was ist dies? im Sinne von: Was ist dasjenige, das all dies wahrnimmt?). Tauchen dann Antworten, Assoziationen oder andere Gedanken auf, bin ich schon nicht mehr bei der Frage, mit anderen Worten: Ich verliere dann das Koan. Gelingt es aber, die Frage als Frage wach und innerlich offen aufrecht zu erhalten, entsteht etwas, das ich hier mal sehr unzureichend als geradezu überwältigendes Gewahrsein bezeichnen möchte. Da bedarf es dann all deiner Entschlossenheit und all deines Mutes, dies zuzulassen, denn schon der kleinste Gedanke ist wunderbar geeignet, das Satori mit einem Wimpernzucken komplett wieder wegzuwischen.

    Meiner Auffassung nach ist es dieses Weilen in hellwacher, gegenstandsloser Soheit, die u.a. auch als 'Gedankenleere' bezeichnet wird. Verstehst du diesen Zustand als Zustand, als Soheit oder als Gedankenleere, so ist genau das aber schon wieder ein Gedanke bzw. die Verbalisierung einer gedanklichen Vorstellung.

    _()_

    Tai

  • DIe Atmung beim Zazen

    • Tai
    • 21. Dezember 2018 um 10:45

    Herzlich Willkommwn ZazenBeginner89,

    Meines Wissens gibt es keine einheitliche Zennatmung; die Anweisung hierzu sind in den verschiedenen Schulen zu unterschiedlich. Es gibt aber vielleicht so etwas wie eine übergreifende Haltung zur Atemkontrolle im Zen.

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man die korrekte Sitzhaltung im Zazen einnehmen sollte mit einer Haltung inetwa wie man sich in einen bequemen Sessel zurücksinken lässt. Ähnlich gilt dies auch für die Zenatmung. Die Art, wie wir atmen, spiegelt unwillkürlich unsern Geisteszustand wieder. Sind wir nervös und aufgeregt, wird auch unsere Atmung entsprechend flatterhaft, flach, stoßweise und unregelmäßig sein. In der Regel wird beim Zazen der Atem beruhigt indem (zum Beispiel durch die Ausrichtung auf das Koan) der Geist beruhigt wird.

    Es ist aber durchaus legitim, als eine Art Hilfsmittel im Zazen umgekehrt den Geist über die Ausrichtung auf den Atem zu beruhigen. Dies darf aber niemals in Form eines zwanghaften Forcierens geschehen, da ein solches Forcieren - selbst wenn es auf die Beruhigung des Atems gerichtet ist - zwangsläufig eine Beunruhigung des Geistes bedeutet, die sich wiederum in einem unruhigeren Atem widerspiegelt. Hier setzt meiner Auffassung nach das von dir angesprochene Problem an, dass eine Beobachtung des Atems oft schon eine Veränderung des Atems nach sich zieht. Willst du deinen Atem während der Zen Praxis in Richtung auf eine Zenatmung hin beeinflussen, sollte dies eher intuitiv als klar fokussiert geschehen. Das Einschwingen auf die Zenatmung beim Zazen ist daher eher ein Loslassen; ebenso wie das Aufgeben des zwanghaften Denkens während des Zazens ein Loslassen ist.

    _()_

    Tai

  • Zitatesammlung – Nydahl und der Islam

    • Tai
    • 13. November 2018 um 09:43
    Martin1980:

    Der Typ vom Zensplitter ist schon sehr fragwürdig, aber damit passt er gut zu Nydhal.

    Das überrascht mich jetzt. So wie ich es sehe, durchleuchtet der Zensplitter-Artikel die Problematik aus einer Perspektive buddhistischer Ethik, indem er gut recherchierte Quellen zusammenträgt und einige Gadenkenbrücken schlägt. Du musst ja die dort vertretenen Ansichten nicht teilen, aber es ist doch sauber gearbeitet und nachvollziehbar vorgetragen - was findest du an dem Autor fragwürdig? Und wie in aller Welt kommst du zu der Behauptung der Autor passe damit gut zu Nydhal?

    _()_

    Tai

  • Spezielle Frage zum japanischen Zen

    • Tai
    • 28. Oktober 2018 um 08:24
    Leonie:
    xiaojinlong:

    Oft wird sich dabei auf Huang Po berufen, der immer wieder davon gesprochen hat, dass Lehre und das beschäftigen mit derselben oberstes Gebot ist. Erwachen kann nicht einfach durch das durchführen guter Taten, das rezitieren von Sutren oder ähnliches erreicht werden.

    Erwachen kann allerdings auch nicht durch die Praxis oder durch die Lehre erreicht werden. Erwachen kann überhaupt nicht erreicht werden. Insofern hast du da Huang Po wohl falsch verstanden.

    xiaojinlong: Kann es sein, dass du 'Leere' statt 'Lehre' meintest? Da 'Leere' bzw. 'Leerheit' bei Huang Po quasi als Synonym für 'Geist/der eine Geist' gelesen werden kann, wäret ihr inhaltlich vielleicht nicht ganz so weit auseinander - von dem durch mal abgesehen. Auch dazu äußert sich Huang Po ja dezidiert.

  • Nicht-Ich und Wiedergeburt

    • Tai
    • 9. Oktober 2018 um 10:44
    IkkyuSan:

    Und wer erlebt das Erleben?

    Genau dasjenige, das diese Frage stellt, das genau jetzt diese Antwort liest.

    Im Zen wird es auch der 'Eine Geist' genannt, weil alles, was du je erlebt hast, genau jetzt erlebst und jemals erleben oder dir vorstellen kannst, prinzipiell nicht getrennt sein kann von dir. Dasjenige, das alles, was du erlebst, erlebt, ist in deiner Wirklichkeit absolut, allgegenwärtig und allumfassend. So allumfassend, dass jeder Versuch, es in dualen Begriffen handhabbar zu machen, zwangsläufig dazu führt, sich in einem Wirrwar von Illusionen zu verheddern. Denn indem du sagst "dieses oder jenes bin ich", schließt du gleichzeitig etwas anderes aus, das genau betrachtet eigentlich auch nicht getrennt von dir ist.

    In diesem Sinne wird in den Mahayana-Schulen und -Sutren davon gesprochen, dass unser Ich eine Illusion sei. Mit 'Ich' oder 'Selbst' ist dabei immer die Vorstellung, die wir uns von uns selber machen, gemeint. Keineswegs ist das als eine Art nihilistischer Glaubenssatz zu verstehen, dass es dasjenige, das alles erlebt, was du erlebst, in Wirklichkeit nicht gäbe. So heißt es z.B. im Diamant-Sutra, Kapitel 3, dass ...


    [lz]

    ein Bodhisattva*, der die Vorstellung von einem Selbst, die Vorstellung von einer Person, die Vorstellung von einem fühlenden Wesen oder die Vorstellung von einer Lebensspanne hat, kein (wahrer) Bodhisattva ist.[/lz]

    * hier, wie auch in anderen Mahayana-Sutren und -Schulen, wird der Begriff 'Bodhisattva' unter anderem auch im Sinne von 'Schüler des Buddhaweges' verwendet.

    _()_

    Tai

  • Fragen zu den Bodhisattvas

    • Tai
    • 8. Oktober 2018 um 13:01

    Hallo Sungi,

    im Zen werden die Großen Bodhisattvas m.E. keineswegs als externe Wesen oder Gottheiten, sondern als Aspekte deiner eigenen Buddhanatur verstanden. Hier ein Zitat von Zen-Meister Huang Po, dem Lehrer von Zen-Meister Lin Chi (jap. Rinzai); aus Huag Po, Geist des Zen, 5. Kapitel; Hervorhebung von mir:


    [lz]

    Manjushri Bodhisattva verkörpert das Gesetz der wirklichen und unbegrenzten Leere, Samantabhadra die unerschöpflichen Tätigkeiten diesseits und jenseits der Sphäre der Formen. Avalokiteshvara repräsentiert grenzenloses Mitgefühl, Mahasthama grenzenlose Weisheit. Vimalakirti in der Bedeutung ‚Fleckenloser Namen’ die Form, die sich vom wahren Wesen der Dinge in keiner Weise unterscheidet. Alle Eigenschaften der großen Bodhisattvas wohnen dem Menschen inne und sind nicht vom Einen Geist zu trennen. Erwache zu diesem und sie sind da.[/lz]

    _()_

    Tai

  • Texte wie sich zum Sterben bereitzumachen

    • Tai
    • 11. September 2018 um 08:07

    Danke Anandasa!

    Der Link funktioniert allerdings bei mir nicht.

    _()_

    Tai

  • Buddhas Meinungen

    • Tai
    • 9. September 2018 um 13:38
    Sudhana:

    Ich bin kein großer Freund solcher Verfallstheorien ...

    Das Problem liegt meiner Einschätzung nach vor allem, darin, dass solche Theorien bereits auf einer falschen Prämisse aufbauen, indem sie nahelegen, es gäbe da eine reine Lehre, die sich mit der Zeit immer mehr verändert und so allmählich verfällt. Doch noch während und indem diese Lehre das erste Mal ausgesprochen wurde, hat sie bereits eine Veränderung erfahren, die alle potentiell nachfolgenden Veränderungen bei Weitem in den Schatten stellt; nämlich die von einer Erfahrung in ein verbalisierbares Konzept. Dieses Konzept, also Buddhas Lehre hat dabei in sich selbst überhaupt keine Bedeutung, sondern gewinnt diese nur in dem Maße, in dem jeder einzelne von uns es sich in einer ähnlich quantensprungartigen Transformation wiederum als Erfahrung zu eigen macht. Prinzipiell kann und konnte zu keiner Zeit eine in begrifflichem Denken (bzw. sprachlich) konstruierte Lehre je hundertprozentig adäquat eine nicht duale Erleuchtungserfahrung wiedergeben. Es kann in diesem Sinne also gar keine reine Lehre auf sprachlicher Ebene geben. Dass die Lehre auf sprachlicher Ebene zahlreichen Veränderungen unterworfen ist, entspricht daher auch keineswegs einem Verfall. Wenn man die Lehre als Fingerzeig auf unsere Buddhanatur beschreiben möchte, dann zeigt dieser Finger heute noch genauso auf uns wie vor 2500 Jahren.

    _()_

  • Wer bin „ich“ ? Was bin „ich“ ?

    • Tai
    • 25. August 2018 um 16:58
    marc23:

    Ich würde auch am liebsten gerade nicht mehr denken und sprechen, weil da doch auch immer das "ich" spricht oder denkt und damit doch nur noch mehr Gedankenkonstrukte entwickle ? Jeder Gedanke kommt doch aus meinem "Ich" ?

    Genau wie Ziele und Träume, die mir jeden morgen geholfen haben besser aus dem Bett zu kommen, sind doch nur Konstrukte, die ich am besten fallen lassen sollte ?

    Denken und Sprechen sind ebenfalls Ausdruck deiner wahren Natur und als solche völlig okay. Unser Problem besteht lediglich darin, dass wir Menchen dazu neigen, vor lauter Denken den Denkenden zu vergessen bzw. nicht mehr in seiner Ganzheit zu erfahren, anzunehmen und auszuhalten. Sofern du das, was du bist, in seiner Soheit annimmst, ist es völlig egal, ob du dabei gerade redest, denkst oder im Samadhi auf dem Sitzkissen weilst. Das Sitzen in Stille bietet lediglich besonders gute Vorraussetzungen dafür, bei "sich" zu bleiben.

    _()_

  • Wer bin „ich“ ? Was bin „ich“ ?

    • Tai
    • 25. August 2018 um 16:48
    marc23:

    Hallo zusammen,

    für mich bricht gerade irgendwie eine Welt zusammen. Wie könnt ihr denn damit leben mit dieser Erkenntnis, dass es kein "ich" gibt ? Mir nimmt das gerade irgendwie so sämtlichen Ansporn mein Leben zu leben. Ohne ein "Ich" sind wir doch alle nur Roboter ohne Emotionen und Gefühl, ohne einen Sinn für Vergangenheit und Zukunft. Mir erscheint das Leben plötzlich total sinnlos und wie ein Traum. All meine Ziele und Pläne wie sich irgendwann vielleicht mal selbstständig zu machen, einen Marathon zu laufen oder eine Familie zu gründen wirken jetzt sinnlos. Wie kommt ihr denn mit dieser Erkenntnis klar ? :(

    Hallo Marc,

    ich glaube, da hast du etwas missverstanden.

    Derjenige, der alles erlebt, was du erlebst, ist deine immer unmittelbar gegebene einzigartige Wahrheit. Lediglich das gedankliche Konzept von einem "Ich" mit allen daran hängenden Vorstellungen, Vorlieben, Abneigungen usw. kann dem, was du bist, nicht wirklich gerecht werden. Das gedankliche Konzept davon, dass es kein "Ich" gäbe, wird dir natürlich genauso wenig gerecht.

    Geh mal in einen Wald und vergleiche das Phänomen um dich herum dann mit dem Wort "Wald" oder der gedanklichen Vorstellung von "Wald". So ist es zu verstehen, wenn im Buddhismus davon die Rede ist, dass es kein "Ich" gäbe.

    Ich praktiziere seit über zwanzig Jahren mit der Wer-bin-ich/Was-ist-dies-Frage. Die Antwort auf die Frage sollte idealer Weise keine gedankliche Vorstellung, sondern immer eine unmittelbare Erfahrung sein. Diese Erfahrung bist du. Tauchen trotzdem Gedanken auf, hilft dir die Frage, wieder zu der unmittelbaren Erfahrung zurückzukehren; etwa in dem Sinne: Wer hat jetzt gerade diesen Gedanken usw.?

    _()_

    Tai

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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