Danke für diesen Thread, Sherry, denn er hat mir klar gemacht, dass bei mir da sehr viel Nachholbedarf in Sachen Dharmapraxis im Alltag besteht. Ich habe einen sehr stressigen und körperlich anstrengenden Job und grade während der Pandemie hat sich bei mir wohl ein gewisser "Reibeisen"-Charme gegenüber schwierigen Kunden entwickelt, vor allem jenen, die die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen umgehen oder aufweichen wollen. Ich bin froh, dass ich nicht mit irgendwelchen buddhistischen "Insignien" rumlaufe, denn ich wäre kein gutes Aushängeschild für den Buddhismus.
Ich bin wohl pandemiegeschädigt und vor allem genervt, weil ich nicht verstehe, warum man sich nicht an die Regeln halten kann. In Bayern haben wir immer noch FFP2-Pflicht und ich bin angewiesen, Kunden mit FFP1-Masken - von jenen, die schon wieder mit kramphaft vors Gesicht gezogenem Hemdkragen aufkreuzen ganz zu schweigen - darauf hinzuweisen, dass sie eine FFP2 tragen müssen. Wir bieten sogar um 1,50 € FFP2-Masken an, um ihnen entgegenzukommen, wenn sie behaupten, dass sie die Maske im Auto oder zuhause vergessen hätten, aber mindestens die Hälfte lehnt beleidigt ab und das kann ich einfach nicht verstehen. Und wenn wir dann angepflaumt werden, dann rutschen mir schon Sachen raus wie "Beschweren Sie sich beim Markus (Söder) und nicht bei mir" oder "Ist es denn so schwer, die richtige Maske zu tragen? Schauen Sie sich um, Sie sind der Einzige, der es nicht schafft"
Und auch das oben zitierte "Meine Dame..." kommt mir über die Lippen: "Meine Dame - so geht's nun wirklich nicht" (Hand statt Maske)
Hinzu kommt noch, dass meine Kollegen und ich uns da in eine Rolle gedrängt fühlen, die wir nicht einnehmen wollen. Ich bin schließlich kein Feldwebel oder Blockwart, aber manchmal fühle ich mich so und dann werde ich noch stinkiger auf den "Verursacher".
Es fällt mir da echt schwer, höflich und freundlich zu bleiben und ich weiß, dass ich da dran arbeiten muss und ich werde ab sofort verstärkt darauf achten.