Nachtrag
Dieses getriggere und getriggert werden könnte man auch als Samsara bezeichnen, das man ja irgendwie hinter sich bringen will in dem man versucht aus dem Kreislauf auszutreten, ganz konkret, nicht metaphysisch.
Nachtrag
Dieses getriggere und getriggert werden könnte man auch als Samsara bezeichnen, das man ja irgendwie hinter sich bringen will in dem man versucht aus dem Kreislauf auszutreten, ganz konkret, nicht metaphysisch.
Eigentlich ist diese leidige Diskussion völlig sinnlos.
Wir wissen alle auch wenn es eine Wiedergeburt gäbe, dass wir nicht als uns selbst Wiedergeboren werden. Zumindest habe ich meine verstorbenen Grosseltern nicht mehr getroffen. Also was soll diese Diskussion.
Die Idee, dass ein himmlisches Konto existieren würde, welches wir als wiedergeborene in einem nächsten Leben einlösen können, teile ich nicht.
Aus einer biologischen Sicht, werden schon gewisse Gene und Charakteraigenschaften an die Nachkommen weitervererbt.
Ebenso werden Prägungen und Verhaltensweisen aus gesellschaftlichen Einflüssen zu einem gewissen Teil an Nachkommen weitergegeben. Z.B aufgrund der Vorbildfunktions des Umfelds.
Es gibt also schon eine gewisse Art von Wiedergeburt, aber nicht in dem Sinne ,wie man sich das im Allgemeinen vorstellt.
Wir starten mit Vergänglichkeit und Ichlosigkeit und über eine holistischen Trick fügt sich das dann zu einem Ganzen, dass dann fast schon wieder unvergänglich und das mit dem "Alles in Einem – Eines in Allem." klingt verdächtig nach Atman und Brahman.
Das Verdienst der alten budd. Denker besteht ja gerade darin, dass kein Atman und Braman nötig ist für das System. Deshalb sprechen sie von Leerheit.
Für den gewöhnlichen Puggala, der sich ein inneres Selbst einbildet, welches scheinbar seine persönlichen, autonomen und willentlichen Wünsche und Taten begeht ist nicht ersichtlich das diese nicht von einem privaten Ich gelenkt werden, sondern allesamt von der Umwelt getriggert werden und der oder die Puggala selber wieder anderes triggert.
Ich bin mir bewusst, dass diese Idee schwierig zu verdauen ist, da man ja in diesem Fall nur scheinbar autonom handelt. Das bedeutet auch, dass nicht das Individuum Entscheide fällt sondern die Allgemeinheit (da meine ich wirklich Alles), da alles miteinander verstrickt ist.
Aus diesem Grund verstehe ich den Begriff Ethik nicht, aber das ein anderes Thema
..Die Daseinsfaktoren, die die gesamte Erfahrungswelt der Person konstituieren, sind nicht nur leer von einem Selbst, sondern leer von jeglicher Eigenexistenz. Alle Wesen, ob verblendet oder erleuchtet, sind demnach im universellen Bedingungszusammenhang des pratityasamutpada untrennbar miteinander verwoben und in ihrer Leerheit, die daraus resultiert, letztlich nicht voneinander getrennt und unterschiedslos.
Es findet eine Universalisierung des Leerheitsaspekts statt.
Das kann ich nicht unterschreiben
Solange die Personen leben sind sie weder leer noch frei von jeglicher Eigenexistenz. In diesem Zustand sind sie auch voneinander getrennt. Sie interagieren untereinander aber nicht im Sinne einer Einswerdung sondern im Sinne einer gegenseitig getriggerten Weiterentwicklung.
Wohin diese Entwicklung führt wird vom Zufall gesteuert im Sinne des Trial and Error Systems. (https://de.wikipedia.org/wiki/Versuch_und_Irrtum ) Insofern würfelt "Gott" halt doch, denn er weiss selber nicht was am Schluss herauskommt.
Man kann dafür den Begriff Gott benutzen solange man damit nicht ein Wesen bezeichnet sondern eine Entität.
Alles anzeigenFalsche oder unheilsame Ansicht kann sich nur auf die vier edlen Wahrheiten beziehen - die erste Wahrheit ist dabei die Frage: was ist Leiden? Die rechte/heilsame Ansicht ist dann auch die Antwort auf die Frage dieses threads: was wird wiedergeboren - Leiden wird wiedergeboren.
Natürlich kann sich falsche Ansicht auch auf die vier edlen Wahrheiten beziehen. Das bedeutet dann ja, dass man sie dann noch nicht richtig verstanden hat. Falsche Ansicht hat aber noch sehr viel mehr Objekte.
Genauso ist es mit rechter Ansicht. Sie hat die vier edlen Wahrheiten zum Objekt. Schließlich beginnt jede edle Wahrheit damit, dass Buddha Sakyamuni erklärt, was zu erkennen ist. Sie hat aber auch die Faktoren des achtfachen Pfades zum Objekt. Jede Aussage zu den einen Faktoren in MN 117 beginnt ja damit, dass rechte Ansicht an erster Stelle steht. Darüber hinaus gibt es noch sehr viel mehr Objekte der rechten Ansicht.
Du hast ja MN 117 hier ein wenig erläutert und darauf hingewiesen, dass die Lehrrede mit der rechten Konzentration beginnt - und sie nennt die sieben weiteren Pfadglieder als unterstützende Faktoren.
MN 117:3. "Ihr Bhikkhus, was ist die Edle Richtige Konzentration mit ihren unterstützenden Faktoren und ihrer Ausstattung, nämlich Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise, Richtige Anstrengung und Richtige Achtsamkeit [2]? Die Einspitzigkeit des Geistes, die mit diesen sieben Faktoren ausgestattet ist, nennt man die Edle Richtige Konzentration mit ihren unterstützenden Faktoren und ihrer Ausstattung."
Über rechte Ansicht gibt es mit MN 9 eine spezielle Lehrrede, in der sich rechte Ansicht auf den achtfachen Pfad - was ist dukkha? etc. und auch auf die Kette des bedingten Entstehens bezieht.
Hier ist mal eine Zusammenstellung der Lehrreden, in denen rechte Ansicht erläutert wird:
https://www.palikanon.com/buddhbib/01wrt…wortbuddhas.htm
Helmut:Es bedarf auch der rechten Ansicht, um zu erkennen was in unsere nächste Existenz übergehen wird. Ich denke nicht, dass die Leiden in die nächste Existenz übergeht. Die Leiden, die wir in dieser Existenz erleben, sind vergänglich, sie vergehen, hören auf zu bestehen. Deshalb können sie auch nicht in die nächste Existenz hinüber gehen.
Was wir in die nächste Existenz mit hinüber nehmen, können allenfalls die noch nicht herangereiften karmischen Ursachen für Leid und Glück sein, die wir mittels unserer eigenen Handlungen angesammelt haben. Diese karmischen Ursachen sind aber Prägungen unseres Bewusstseins. Deshalb können sie nur dann in die nächste Existenz übergehen, wenn auch unser Bewusstseinskontinuum in die nächste Existenz übergeht und genau dies passiert.
Das ist jetzt spezifisches tibetisches Dharma.
Über "unsere" nächste Existenz gibt es nur Spekulatives - von dem mal abgesehen, was denn da "unser" sein soll. Vielleicht ist für die nächste Generation nur noch ein Trümmerfeld da. Wer weiß das schon.
Wenn aber Geburt Leiden ist, und Werden ebenfalls, dann ist auch Wiedergeburt und Wiederwerden Leiden. Und es geht nicht darum, ob mehr oder weniger, ob es aufwärts oder abwärts geht im Dasein - ob in der kommenden Existenz es den Wieder Gewordenen besser oder schlechter geht. Rechte Ansicht ist genau das zu sehen: Leiden wird [wieder] geboren in jeder Existenz.
Dass wir Leiden erleben ist von Bewusstsein bedingt - ohne Bewusstsein kein Leiden. Wenn also Bewusstsein auf die nächste Existenz überginge, dann ginge mit Sicherheit auch Leiden über - und damit sind wir bei den sankhara, den aktiven und passiven Gestaltungen, die Bewusstsein bedingen - diese Gestaltungen gehen auf die nächsten Existenzen über, als kulturelles, geistigen, physisches Erbe. Und das lässt sich nicht so einfach ausschlagen. Es bedarf sehr viel Anstrengung um die Verhältnisse um zu gestalten. Und dazu braucht es schon Bewusstsein - historisches z.B., um zu erfahren, wie denn das alles so geworden ist. Und da sind wir dann wieder bei dukkha angekommen - denn das einzige das wird und wieder wird ist Leiden.
Da kann man aber nicht davon weglaufen oder das verdrängen - es läuft einem ja nach und drängt sich von selbst auf - deshalb muss man sich dem Leiden stellen und aufhören, es zu verharmlosen oder zu verkleinern.
Rechte Ansicht ist zu sehen, dass Leiden alles ist. Die Unterscheidung von heilsam und unheilsam führt nicht aus dieser Totalität heraus. Man kann damit beginnen, aber man sollte sich nicht allzu lange damit aufhalten und lieber gleich der ganzen Wahrheit ins Gesicht sehen.
Sagen wir es mal so: Wer leidet ist selber schuld jedenfalls aus Sicht des Buddhas
sind das die gleichen ?
Nein, denn das ist ja eine andere Blume -> Sie ist aus der alten Blume entstanden, hat sich dadurch verändert. Die alte Blume ist nicht wiedererstanden, es nicht mehr die gleiche Blume
Aber das Wichtigste ist für mich wie ihr damit umgeht mit dem was ich am Anfang dieses Beitrags geschrieben habe, ich möchte nicht permanent das Leben anderer Leben müssen sondern meines und das geht meiner Ansicht nach nur, wenn ich keinerlei Kontakte hätte.
Nja, diese Frage kann man nicht so einfach beantworten. Vielleicht hilft Dir dieser Artikel:
Alles anzeigenHierzu zu Zu und Abneigung mal ein Gedankenexperiment aus der Philosophie;
https://www.srf.ch/kultur/gesells…vbwpNGQCRxTHLuc
Man stelle sich vor; du wärst an einem Bahnhof und ein Zug würde mit rasender Geschwindigkeit daherkommen. Neben dir würde eine Weiche stehen und du hättest die Chance die Weiche zu stellen, um dem Zug in eine andere Richtung zu lenken. Nun stell dir vor, auf genau dieser Spur, an der sich der fahrende Zug befindet, steht dein eigenes Kind. Es weint, schreit nach dir. Es hat angst. Auf der anderen Seite steht eine zu dir unbekannte Person, angenommen auch ein Kind, es weint und hat auch angst. Die einzige Möglichkeit dein Kind zu retten wäre, wenn du die Weiche umstellst. Würdest du das tun, würde aber das andere Kind sterben, wenn nicht stirbt deines.
Was tust du?
Da habe ich die Wahl, weil es nicht real ist. Geschieht diese Situation habe ich keine Wahl, die Zeit ist zu kurz für Gedankenspiele. Ich werde so handeln wie ich genau dann handel. Ob meine Wahl richtig ist, können nur fremde Menschen beurteilen.
Das kann ich nicht, weil ich gehandelt habe und nicht nachgedacht.
Na was wohl, mein eigenes Kind retten !
Nein, ich habe keine Gedanken, nur irgendwas außer mir verändern zu können. Das wäre maßlose Überschätzung, aber ich teile den Optimismus derer, die ihn noch haben nicht.
Ich respektiere die Meinung anderer, obwohl sie sehr konträr zu meiner ist. Meine Sicht interessiert Niemanden, auch das nehme ich zur Kenntnis.
Eines nahen Tages werden alle erwachen und verstehen, dass sie sich in einer ganz anderen Welt als vor wenigen Jahren befinden. Die Geschichte der Gegenwart wird neu geschrieben.
Mir hat heute jemand empfohlen, ich solle einfach mehr Bier trinken oder Cannabis rauchen, vielleicht geht es mir dann ja besser. Das ist für mich eine ironische und sadistische Aussage gewesen, ich werde Beides nicht tun.
Ich gebe zu, dass jede/r, der in seiner eigenen Blase lebt es sicher deutlich einfacher hat, ich will mir hier kein Urteil bilden, jeder soll leben und denken, wie er mag.
Es ist besser seinen eigenen Weg zu gehen und nicht so sehr auf die Anderen zu schauen. Die Welt hat sich immer schon verändert. Das hat sogar Buddha erkannt:
Zu den zentralen Aussagen der Buddhalehre gehört die Vergänglichkeit alles Seienden.
erkannte der Buddha als die drei wesentlichen Daseinsmerkmale, denen jede Existenz unterworfen ist. Unter diesen nun scheint das Merkmal Vergänglichkeit die augenfälligste und am leichtesten zu begreifende Tatsache zu sein. Kein einsichtiger Mensch zweifelt an der Unbeständigkeit aller Dinge, und die Feststellung "Nichts hat ewigen Bestand" klingt fast schon banal, wird sie doch tagtäglich durch zahllose Erfahrungen immer wieder neu bestätigt. Demgegenüber wird das Daseinsmerkmal Leidhaftigkeit häufig nur als eine subjektive und nicht allgemeingültige Deutung des Daseinsbefindens verstanden, und das Merkmal Unpersönlichkeit schließlich entzieht sich fast völlig dem Verständnis des Weltmenschen.
Das Gefühl, dass Du beschreibt ist Dukkha. Du kannst nicht die Welt ändern, du kannst nur deine Einstellung gegenüber der "Welt" ändern.
Alles anzeigenWo bekommt man alle infos her.
Wo gibt es die Lehrer
Was waren Buddahs Lehren das was er weitergegeben hat, seine Erkenntnisse.
Wie fange ich mit der Religion an.
Was zum teufel muss / sollte ich tun.
Danke
Hier:
Majjhima Nikāya 2 (palikanon.com)
Ich möchte noch die Eingangsfrage beantworten:
Anhaften an einem Ich ?
Was ist damit genau gemeint?
Identifikation mit Identität. Also sich mit "seiner" Identität identifizieren.
Ich hatte für eine gewisse Zeit auch eine Zen-Phase durchgemacht.
Besonders angetan war ich von der Geschichte "der Ochse und sein Hirte", dabei besonders in Bezug auf die notwendige Zähmung desselben.
Ich deute die Geschichte so:
Der Ochse ist die innere psychische Urgewalt, die in uns weilt, kraftvoll, ungezähmt, unberechenbar und manchmal gewalttätig. Erst wer diese in sich findet, diese zähmt und transformiert findet wahren Frieden.
Ich denke, damit meint man, das jede/-r die Buddhanatur in sich selber finden muss.
Das ist ja auch normal, sich heranzutasten. Das gefällt mir ja am Buddhismus, sich an die Lehre, ohne gleich Dogmen zu übernehmen, heranzutasten.
Je offener je besser.
Der einzige andere buddhistische umfassende Wegweiser, von dem ich gehört habe, ist: Seung Sahn "Compass of Zen"
Hast du noch nie was vom 8-fachen Pfad gehört ?
Also das ist jetzt echt krass: Du behauptest also tatsächlich, dass der edle achtfache Pfad auflistet, welche verscheidenen Motivationen Buddhisten haben, welche Stufen der Meditation es gibt, welche Hindernisse es bei der Praxis gibt, welche unterschiedlichen Philosophien es bei den Buddhisten gibt usw. ?
Nein das behaupte ich nicht. Du hast recht der achtfache Pfad lehrt all das, was du aufgezählt hast nicht. Aber das wollte ich auch gar nicht alles wissen !
Mir genügte der 8-fach Pfad (magga) vollkommen. Nur dieser führt schliesslich zu Nibbana/Befreiung und das war mein eigentliches Ziel.
Ich weiss nicht, wie Jemand behaupten kann, der edle achtfache Pfad wäre eine umfassende Darstellung der Praxis. Das stimmt einfach nicht.
Naja, es gibt nicht die eine Praxis. Es gibt verschiedene, jede Tradition, jede buddhistische Schule lehrt ihren eigenen Weg .
Der achtfache Pfad ist meines Erachtens der direkteste und unverfälschte.
Der einzige andere buddhistische umfassende Wegweiser, von dem ich gehört habe, ist: Seung Sahn "Compass of Zen"
Hast du noch nie was vom 8-fachen Pfad gehört ?
ist das Ziel nicht einfach ein besserer Mensch zu werden? Mal so gesprochen ...
Naja jedem das Seine. Ich habe "Buddha" getötet nun bin ich frei. Bin ich nun ein besserer Mensch ?
Wichtig hier ist das Charakteristikum, dass Geburt, Krankheit, Tod, etc. unbefriedigend sind, Not, Ärger bringen, aber nicht sind.
Geburt ist nicht unbefriedigend, sonst würden gewisse nicht derart daran anhaften, sodass sie von ihrer "Wiedergeburt" träumen.
Um Leiden zu verstehen muss man zu erst sich selber verstehen ! Leiden entsteht ja in uns, in unseren Wünschen (wenn sie nicht in Erfüllung gehen), Leiden kommt nur scheinbar von aussen, in Wirklichkeit erschafft der Weltling ständig virtuelles "Leiden".
Buddhismus ist mehr Psychotherapie als Spiritualität, Religion, denn diese beiden sind auch selbst erschaffene Phantasiegebilde des nicht entwickelten und deshalb gefesselten Geistes, der statt Befreiung Leiden erschafft.
Ich habe mir erlaubt nicht alle Kommentare zu lesen. Aufgrund der Aufzeichnungen des Palikanons MUSS es eine Konkurrenz zwischen Hinduismus und Buddhismus gegeben haben. Es fragt sich nur ob diese bereits zu Zeiten des Buddhas oder erst viel später entstand. Buddha hat den Palikanon ja nicht geschrieben.
Ehrlich gesagt war ich vom Christentum enttäuscht weil alles eine verborgenen Gottesgrund hat und wenn ich nur fest an Gott glaube werde ich erlöst, egal wie gut oder schlecht ich bin. Bei sowas frage ich mich warum das Christentum nicht schon längst verschwunden ist.
Weil es die zweitbeste Lehre ist