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  1. Buddhaland Forum
  2. Mab

Beiträge von Mab

  • Ist Erleuchtung den Mönchen vorbehalten?

    • Mab
    • 18. März 2014 um 09:51

    Weil ichs grad gefunden habe, und dachte es passt ganz gut hierher:

    Zitat

    A.II.41 Hausvater und Hausloser

    Bei keinem von beiden lobe ich den schlechten Wandel, ihr Mönche, weder beim Hausvater noch beim Hauslosen. Der Hausvater oder der Hauslose, wenn er einen schlechten Wandel führt, hat eben infolge seines schlechten Wandels keinen Erfolg in der heilsamen Pfadlehre (*1).

    Bei beiden lobe ich den guten Wandel, beim Hausvater und beim Hauslosen. Der Hausvater oder der Hauslose, wenn er einen guten Wandel führt, hat eben infolge seines guten Wandels Erfolg in der heilsamen Pfadlehre.


    Quelle

  • Interview mit Bhikkhu Analayo

    • Mab
    • 9. März 2014 um 16:25

    Danke Aiko! Ich hab schonmal reingeschnuppert aber zum "Bildschirmlesen" ist mir das zu umfangreich, da krieg ich viereckige Augen ;).

  • Interview mit Bhikkhu Analayo

    • Mab
    • 9. März 2014 um 13:16

    Elliot,
    kannst du bei Zitat evtl. noch Analayo einsetzen, sowas Schlaues kann kaum von mir kommen ;).

    Liebe Grüße
    Mab

  • Hatte Buddha

    • Mab
    • 9. März 2014 um 13:12
    Zitat

    Wie dann nun der Erhabene Sonadando den Priester in lehrreichem Gespräche ermuntert, ermutigt, erregt und erheitert hatte, stand er von seinem Sitze auf und ging von dannen.

    Quelle: http://www.palikanon.com/digha/d04.htm

    Auf die Art und Weise wie er manchmal Gegenfragen stellt, lese ich da auch einen gewissen Humor heraus.

    So eine Kichererbse wie ich, war er aber sicherlich nicht :lol: .

  • Interview mit Bhikkhu Analayo

    • Mab
    • 9. März 2014 um 12:45

    Hallo Kusala,

    Kusala:

    Darf ich fragen, was genau "aufschlussreich" bzw. neu für Euch war,
    was Bhikkhu Analayo da sagte?

    ()

    Das waren viele Dinge für mich. Einmal das verschiedene Lehrer unterschiedliche Schwerpunkte auf ihre Quellen setzen. Entweder hauptsächlich Kommentare, oder hauptsächlich Sutten, oder eine Mischung aus Beiden. So kommen dann wohl die unterschiedlichen Herangehensweisen bei ein und demselben Thema zustande. Z.B. Anapanasati.

    Ich war mir immer nicht sicher, ob man aus den Sutten konkrete Meditationsanweisungen herauslesen kann und bin froh, dass Analayo theoretisch wie auch praktisch bestätigt, dass es geht.

    Die andere mögliche Bedeutung von Ekagata war mir auch neu. Ich habe bisher bei Anapanasati immer die Einspitzigkeit auf einen Punkt versucht und mit Worten gearbeitet um meine Konzentration aufrechtzuerhalten. Gestern Abend und heute früh, habe ich es mal etwas freier versucht und mir die 16 Schritte aus dem Anapanasati-Sutta zu Herzen genommen und versucht mich mal nach diesen zu richten. (Zumindest nach den ersten paar). Ich konnte sofort feststellen, dass einige Anspannung von mir abgefallen ist mit diesem Ansatz. Für einen Wirrkopf wie mich ist es ziemlich schwer sich auf einen kleinen Punkt zu konzentrieren. Mit einer breiteren einheitlichen Form der Achtsamkeit habe ich viel weniger Schwierigkeiten und die Flexibilität der Themen lässt auch keine Langeweile aufkommen, genau wie Analayo sagt. Für mich persönlich scheint das definitiv ein geeigneterer Ansatz zu sein.

    Analayo:

    Aber die Lehrreden sagen, dass man erst Samatha praktizieren kann und dann Vipassana, oder anders herum, oder Beides zusammen. Beide, Samatha und Vipassana entwickeln den Geist und die Beiden arbeiten zusammen, aber wie man sich mit ihnen befasst, hängt vom Individuum ab.


    Diese Debatte um Samatha und Vipassana hat mich immer sehr verwirrt. Was denn nun wichtiger sei. Seine Antwort finde ich sehr zufriedenstellend und zumindest für mich selber habe ich jetzt Klarheit in dieser Frage.

    Analayo:

    Die Darstellung der Achtsamkeit in den Lehrreden schlägt einen offenen, empfänglichen Zustand des Geistes vor in dem man die Dinge zu sich kommen lässt.


    Das ist für mich ganz was Anderes als des Bodysweeping bei Goenka z.B. mit dem ich nicht wirklich gut klargekommen bin. Hier wird aktiv untersucht, aber mich hat das eher wuschig gemacht. Als Vergleich, wie wenn ich durch den Wald renne um mir schnell jeden Baum anzugucken. Und wie ich Analayo verstehe, kann man sich auch auf den Hochsitz setzen und ganz in Ruhe schauen, was man so zu sehen bekommt. Das ist auch ein Ansatz, der mir viel eher liegt. Nicht dass Goenkas Technik nicht funktionieren würde, dass sagt Analayo ja selber, und das konnte ich von den Gesichtern der anderen Teilnehmer auch teilweise erahnen, aber es ist eben kein Ansatz, der für mich besonders gut funktioniert.

    Außerdem hatte mich beim Goenkakurs auch irritiert, dass es hauptsachlich um Empfindungsbetrachtung ging, und die anderen Satipatthanas kaum zur Sprache kamen. Das scheint ja ein bekanntes Phänomen zu sein nach Analayo.

    Analayo:

    Viele Lehrer sprechen von Achtsamkeit auf den Körper , aber die Leute reden nicht viel über die Betrachtungen der Gefühle, Geist und Dhammas, die auch im Satipatthana Sutta enthalten sind.

    Bewusst war mir auch nicht, dass jede Situation diese 4 Aspekte hat.

    Analayo:

    Aber wenn du irgendeine Erfahrung machst – wie jetzt hier zu sitzen – kannst du dir der körperlichen Aspekte bewusst sein, wie du dich fühlst wegen dem, was wir hier diskutieren; den Zustand des Geistes in in dem wir jeweils sind; und du kannst es im Licht der Lehre Buddhas betrachten. Jede Situation hat diese vier Aspekte und Achtsamkeit kann sich gegebenenfalls auf einen oder alle von diesen fokussieren.

    Der Nachteil einer konkreten Technik, ist mAn ihre Steifheit, die zwar ein sicheres Geländer bietet, aber wie in meinem Fall auch zu Anspannung führen kann. Ich weiß noch nicht genau wie ich meditativ in Zukunft mit dem Satipatthana Sutta arbeiten werde. Dazu werde ich mir auf jeden Fall noch das Buch von dem ehrenwerten Analayo kaufen.
    In Sachen Anapanasati hat mir der Artikel aber unter Anderem schonmal sehr geholfen.

    Liebe Grüße
    Mab

  • Vipassana nicht für Schwerhörige?

    • Mab
    • 8. März 2014 um 12:06

    Hallo Moo,

    ich freue mich, dass du eine positive Antwort bekommen hast :) !

    Viel Freude (und hoffentlich nicht so viel Schmerzen) in Triebel!
    Das Essen dort ist übrigens vorzüglich ;).

    Liebe Grüße
    Mab

  • Interview mit Bhikkhu Analayo

    • Mab
    • 8. März 2014 um 12:00

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe kürzlich ein für mich aufschlussreiches Interview mit Bhikkhu Analayo gefunden. Einige Verwirrung hat sich dadurch bei mir verflüchtigt. Besonders warum Meditationslehrer häufig so unterschiedlich lehren.

    Seine Sicht der Dinge gefällt mir ausgesprochen gut. Deswegen habe ich das Interview von dieser Seite mit Genehmigung von Vishvapani übersetzt und euch gepostet.

    Ich hoffe, dass es für den ein oder Anderen ebenso aufschlussreich sein wird, wie für mich :).

    Liebe Grüße
    Mab

    (ich habe mich bemüht sehr gewissenhaft zu übersetzen. Für Fehlerfreiheit kann ich allerdings nicht garantieren)
    ______________________________________________________________________________________

    Meditation vom Buddha lernen: Ein Treffen mit dem Ehrw. Analayo

    Ich traf den in Deutschland geborenen Analayo vor einigen Jahren, als er ein Leben der intensiven Meditation und Studium in einem kleinen Retreat-Center in Sri Lanka führte. Er erzählte mir, wie sein Studium von des Buddhas originalen Meditationsanweisungen ihn dazu geleitet haben die etablierten Herangehensweisen der Praxis in Frage zu stellen.

    Seitdem hat er eine bejubelte Arbeit über das Satipatthana Sutta herausgebracht, des Buddhas Hauptlehre über Achtsamkeit, die volle Bhikkhu Ordination abgelegt, viele wegweisende Essays veröffentlicht über den Pali Buddhismus, besonders Vergleiche zwischen den Pali Suttas und den chinesischen Versionen, den Agamas und wurde ein weit respektierter Gelehrter und Wissenschaftler. Wie dieses Interview zeigt, ist er vor allem ein zutiefst hingebungsvoller Dharma Praktiker.

    Vishvapani: Wie bist du dazu gekommen als buddhistischer Mönch hier in Sri Lanka zu leben?

    Analayo: Ich habe Kampfkunst in Berlin gelernt und ich fand, dass die Disziplin eine Möglichkeit bot meinen Ärger auszudrücken und einzugrenzen, aber es konnte nicht die Wurzel des Problems angehen. Zusammen mit Kampfkunst lernte ich auch Soto-Zen-Meditation, und als ich feststellte das durch Praktizieren ein Teil meines Ärgers nicht mehr aufstieg, fing ich an mich sehr für Meditation zu interessieren. Ich reiste nach Asien und landete in Thailand wo ich einen Kurs in Achtsamkeit auf den Atem mit Ajahn Buddhadasa machte. Beim Zen wird dir gesagt nur zu sitzen, aber nicht mehr, und durch Buddhadasa's Anleitung erhielt ich nun einige Anweisungen in Meditation.

    Dann kam der Beginn der Regenzeit und der Brauch in Thailand ist für viele Leute Mönch zu werden für die drei Monate der Regenzeit. Also das ist, was ich getan habe und ich wohnte in einer Höhle auf einem Hügel, umgeben von Meer auf drei Seiten, und da hatte ich die Gelegenheit, ein sehr meditatives Leben zu leben.

    Sobald ich in Roben war, stellte ich fest, dass die monastische Lebensweise die Meditation unterstützt und so habe ich beschlossen sie fortzusetzen. Später kam ich nach Sri Lanka und blieb bei Godwin Samaratane, der ein ausgezeichneter Meditationslehrer war, und 1995 schickte er mich das Lewelle Meditationszentrum zu entwickeln. Hier haben wir ein Haupthaus mit einer kleinen Gemeinschaft, und wir haben mehrere Kutis auf dem Hügel gebaut , wo ich wohne und andere Besucher kommen können, um zu meditieren.

    Godwin brachte Aspekte der Meditation heraus, die in den Suttas sind (die Aufzeichnungen der Reden des Buddha, die in der Pali-Sprache aufgezeichnet sind) aber in Theravada-Tradition vernachlässigt wurden. Er hatte eine sehr aufgeschlossene Haltung, die Leere betont, konstruktiv mit Emotionen arbeitet, und der Entwicklung von Metta (Güte). Er wollte, dass ich wissenschaftlich untermauere was er tat, also hat er mich einem Universitätsprofessor vorgestellt und die Leute an der Universität sagten mir, das ich einen Doktortitel machen würde!

    V: Als engagierter Meditierender, was war deine Motivation für die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Studien?

    A: Ich wollte ein besseres Verständnis für die Lehre des Buddha, und ich hoffte mich dem Buddhismus von beiden Seiten anzunähern, von der Innenperspektive eines buddhistischen Mönchs und Meditierenden aus, und ihn auch wissenschaftlich zu betrachten. Als ein meditierender Mönch war das offensichtlichste Thema Satipatthana, die Entwicklung von Achtsamkeit, und ich fand heraus, dass es fast keine Forschung über Satipatthana oder das Satipatthana Sutta gibt, den Haupt kanonischen Text darüber.

    Das Buch, dass ich letztendlich geschrieben habe, ist nicht nur eine Bestätigung für Godwin’s Ansatz, sondern auch ein Versuch, zurück zu den Wurzeln zu gehen und zu fragen, was waren die Grundideen des Buddha? Was hat er mit Einsichtsmeditation gemeint? Was ist im Satipatthana Sutta geschrieben, und wie können andere Lehrreden das beleuchten?

    Das Buch spiegelt meine besondere Perspektive sowohl als Wissenschaftler als auch als Praktiker wieder. Wissenschaftler schweifen manchmal vom Thema ab ohne die Erfahrung der Praxis, sie können in Ideen gefangen werden, die weit weg von der eigentlichen Bedeutung sind. Auf der anderen Seite neigen Meditationslehrer dazu ihre Ideen und Erfahrungen auszudrücken ohne zurück zu den Quellen zu gehen, oder sie sind versunken in der Theravada-Tradition. Für traditionelle Theravadins sind die Suttas, die die Lehre Buddhas wiedergeben, und die Kommentare, die später geschrieben wurden, ein Block. Sie sehen alles durch die Augen von Buddhaghosa, dem Autor des Visuddhimagga (der wichtigste Kommentar), nicht bewusst, dass es eine historische Lücke von 800 Jahren zwischen dem Buddha und Buddhaghosa gibt. Also wollte ich diese trennen. Die Ideen und Techniken aus den Kommentaren können auch gut sein, aber es ist wichtig zu wissen, dass einige nicht vom Buddha gelehrt wurden.

    V: Wie würdest du Buddhas Ansatz zur Meditation charakterisieren, wie er in den Lehrreden erscheint?

    A: In den Lehrreden, wenn ein Mönch zu dem Buddha kommt und sagt, er will meditieren, gab der Buddha ihm für gewöhnlich ein Thema, wie, 'hafte an nichts an'. Der Mönch geht weg, und als er zurückkommt, ist er ein Arahant! (ein hoch Verwirklichter). Mit anderen Worten, der Buddha gibt ein allgemeines Muster, nicht eine präzise Technik, wie man sie im Visuddhimagga findet, dessen Ansatz wir übernommen haben. Wenn der Buddha über Konzentration redet, dann spricht er davon, was mit dem Geist passiert. Er sagt, dass, wenn pamojja (Freude) entsteht, der Geist auf natürliche Weise fröhlich wird, und daraus entsteht Glück, Gelassenheit, Ruhe und Konzentration. Also sollte man meditieren genießen und im Genießen selber, wird der Geist geeinigt.

    Zur gleichen Zeit hat der Buddha einen sehr klaren, analytischen Ansatz, und wenn er beispielsweise von "den fünf Hindernissen" spricht, deutet er auf bestimmte Erfahrungen, die spezifische Gegenmittel beinhalten. Aber das ist etwas Anderes als technische Anweisungen. Man könnte sagen, dass der Buddha weniger Meditation, als vielmehr die Fertigkeit des Meditierens, oder die Befähigung zum meditieren lehrte. Er war damit befasst das natürliche Potential des Individuums mitzureißen um den Geist auf der Basis einer klaren Unterscheidung zwischen dem was heilsam im Geist ist, und dem was unheilsam ist, zu erwecken, die nie verloren geht.

    V: Welchen Unterschied macht die Unterscheidung zwischen kommentarlichen- und Sutta-Ansätzen die Meditation betreffend, für das was du tust, wenn du meditierst?

    A: Als ein 'Ärger-Typ' dachte ich, es wäre wichtig Metta zu entwickeln. (liebende Güte). In Thailand folgte ich dem Visuddhimagga Ansatz des Sendens von Metta zu sich selbst, einem Freund, einer neutralen Person und einem Feind, und dem verbalisieren guter Wünsche. Ich fand, ich steckte fest in Vorstellungen und als ich mich den Suttas zu wand, sah ich, dass der Buddha nur sagte dass, 'mit einem Geist, voll mit Metta' (das ist eine Haltung oder ein Gefühl von Güte) 'strahlt er Metta in alle Richtungen'. Es gibt keine Verbalisierung, keine besonderen Menschen, nur diese Strahlung. Das machte eine unglaubliche Veränderung in meiner Praxis und von da an entwickelte es sich sehr stark.

    Ein weiteres Beispiel sind die Zähl-Methoden im Kommentar-Ansatz für die Achtsamkeit auf den Atem, die auch nicht in den Lehrreden zu finden sind. Das Anapanasati-Sutta beschreibt wie man in sechzehn Schritten bewusst werden kann auf den Atem, den Körper, die Gefühle, und auf das was im Geist passiert. Das dehnt dehnt sich darauf aus, die Vergänglichkeit des Atems zu sehen.

    Dies ist ein hervorragender Ansatz, um zu üben. Erst beruhigt man den Geist indem man überwiegend bei körperlichen Phänomenen bleibt. Dann wird man sich seines gesamten Selbst bewusst, wie es in der Meditation sitzt, und dann bemerkt man wie der Atem und der Körper ruhiger werden. Sobald das passiert, beruhigt sich auch die Denkaktivität und Freude steigt auf. Man ist sich dieser Veränderungen bewusst und unterstützt sie, und das bringt einen dann weg von der Denkaktivität des Geistes.

    Der Kommentar-Ansatz impliziert, eine stärkere Fokussierung der Aufmerksamkeit auf einen Punkt und schreibt vor, nur die wichtigsten Merkmale des physischen Atems zu kontemplieren - nicht die vielen anderen Dimensionen, die in der Lehrrede beschrieben werden. Weil man so wenig Material hat mit dem man arbeitet, kann die Praxis langweilig werden, also wandert der Geist, und man muss Zählen, als Futter für den Geist. Aber Zählen kann einen von der körperlichen Erfahrung des Atems wegbringen, hin zu konzeptuellen Vorstellungen über ihn. Wenn der Geist allerdings etwas hat, dass er mag, wird er dabei bleiben und das ist der Weg um in tiefe Konzentration zu kommen.

    V: Was ist die Bedeutung der einspitzigen Konzentration (ekagata), die gewöhnlich gelehrt wird um vollständig in die Vertiefungen zu gehen.

    A: Ekagata kann auch als 'Einigung des Geistes' übersetzt werden. Um meditative Versenkung zu entwickeln, geht es nicht so sehr darum, alles auf einen feinen Punkt zu begrenzen.Es ist eher, dass alles 'eins' wird. Wenn ich ein großes Objekt nehme und es herumbewege, hat man keine Schwierigkeiten ihm zu folgen; aber wenn man versucht bei einem Nadel-Punkt zu bleiben, ist es sehr schwierig und das kann Spannung erzeugen.

    Wenn man tiefer in die Meditation geht (in der Entwicklung der höheren Zustände meditativer Versenkung, als Jhana / Dhyana bekannt) braucht man einen Referenzpunkt. Aber um in Jhana einzutreten, muss man die fünf physischen Sinne loslassen. Die Erfahrung des Atems wird zu einem mentalen Äquivalent von ihm (ein Nimitta) keine gefühlte Erfahrung. Manchmal erfahren Meditierende ein Licht, welches ein Äquivalent des Atems ist, dass einen vollständig einhüllen kann. Oder das Nimitta kann eine Erfahrung des Glücks oder Metta sein, oder eben den Atem mental zu wissen, und der Geist wird eins damit.

    Ein wichtiger Begriff für meditative Versenkung ist Samadhi. Wir übersetzen das oft mit 'Konzentration', aber das kann eine gewisse Steifheit suggerieren. Vielleicht ist 'Einigung' eine bessere Wiedergabe, da Samadhi 'zusammenbringen' bedeutet. Tiefes Samadhi ist überhaupt nicht steif. Es ist ein Prozess des Loslassens von anderen Dingen hin zu einer geeinten Erfahrung.

    V: Ich übe die fünf Stufen des Mettabhavana und ich finde , dass es einen bestimmten psychologische Wert in diesem Ansatz gibt.

    A: Ich sage nicht, dass der Kommentar-Ansatz falsch ist, nur, dass wenn er für einen nicht funktioniert, dass es eine Alternative gibt. Und egal welcher Praxis man folgt, sich bewusst zu sein, ob sie vom Buddha oder jemand anderem kommt.

    Ich kenne Leute, die sagen, dass das fünf-Stufen Mettabhavana oder die Achtsamkeit auf den Atem mittels Zählen für sie funktioniert. Das ist völlig OK. Ich versuche zu der Kommentar-Sicht hinzuzufügen und die Perspektiven zu erweitern, nicht die Leute zu bitten ihre Kommentarliteratur wegzuwerfen oder den Ansatz ihres Lehrers und nur auf mich zu hören. Ich habe die Goenka Technik zehn Jahre lang praktiziert und sehr gute Resultate erhalten damit. Aber ich würde nicht sagen, dass es die einzige korrekte Technik ist.

    In den Lehrreden sagt der Buddha nicht, dass es einen Weg für alle gibt. In der Theravada Tradition gab es viele Debatten über die Beziehung zwischen Samatha (Vertiefung) und Vipassana (Einsicht)als Ziele der Meditation. Aber die Lehrreden sagen, dass man erst Samatha praktizieren kann und dann Vipassana, oder anders herum, oder Beides zusammen. Beide, Samatha und Vipassana entwickeln den Geist und die Beiden arbeiten zusammen, aber wie man sich mit ihnen befasst, hängt vom Individuum ab.

    V: Die Breite dieses Ansatzes impliziert, sich selbst ausreichend zu kennen so dass man einen Kurs setzen kann.

    A: Der Prozess der Entwicklung von Einsicht ist eine Frage der Selbsterkenntnis und zu lernen, entsprechend zu handeln. Wenn man sich hinsetzt, um zu meditieren , muss man die Tendenz des Geistes spüren - was er braucht und was er tun will. Weiter gefasst, ich weiß, dass meine Tendenz hin zu Ärger ist und das bedeutet, dass ich Ruhe entwickeln muss um meine Persönlichkeit auszugleichen.

    V: Du legst großen Wert auf Achtsamkeit und auch auf einen breiten Überblick über ihre Auswirkungen.

    A: Die Darstellung der Achtsamkeit in den Lehrreden schlägt einen offenen, empfänglichen Zustand des Geistes vor in dem man die Dinge zu sich kommen lässt. Es ist anders als Konzentration (Samatha) wo Konzentration Fokus bedeutet und Achtsamkeit Breite bedeutet, aber ohne Achtsamkeit, kann man keine Konzentration entwickeln. Es ist auch eine wichtige Grundlage für die Einsichtsmeditation (Vipassana). Achtsamkeit hat viele Facetten. Viele Lehrer sprechen von Achtsamkeit auf den Körper , aber die Leute reden nicht viel über die Betrachtungen der Gefühle, Geist und Dhammas, die auch im Satipatthana Sutta enthalten sind. Aber wenn du irgendeine Erfahrung machst – wie jetzt hier zu sitzen – kannst du dir der körperlichen Aspekte bewusst sein, wie du dich fühlst wegen dem, was wir hier diskutieren; den Zustand des Geistes in in dem wir jeweils sind; und du kannst es im Licht der Lehre Buddhas betrachten. Jede Situation hat diese vier Aspekte und Achtsamkeit kann sich gegebenenfalls auf einen oder alle von diesen fokussieren.

    V: Wie hat das Studium dieser Suttas deine eigene Meditation beeinflusst?

    A: Es ist die Basis meiner Praxis. Bevor ich meine akademische Arbeit anfing, entschied ich, egal wie viele Stunden ich studiere, ich würde mehr Stunden meditierend verbringen. Deswegen hat es sechs Jahre gedauert meine Arbeit zu beenden. Ich würde nie den theoretischen Studien zuliebe den Kontakt mit meiner meditativen Praxis verlieren. Auf der anderen Seite, eine gute Kenntnis von Buddhas Lehren 'klärt den Pfad' weil es einem ermöglicht zu wissen, was man tut und dann erlebt man keinen Zweifel. Jetzt kann ich von verschiedenen Meditationslehrern lernen ohne verwirrt zu werden, weil ich weiß, welche Linien ich in meiner eigenen Praxis verfolge.

    Der Buddha hielt diese Gespräche die in den Suttas aufgezeichnet sind, weil er dachte, dass die Leute wissen sollten was sie tun. Meditation ist wie essen und das Wissen, das man aus den Suttas gewonnen hat ist wie die Verdauungssäfte, die es dem Körper ermöglichen die Nährstoffe zu verdauen. Die Beiden gehören zusammen, aber Meditation muss die Priorität haben. Eine Doktorarbeit zu schreiben wäre vielleicht ein Extrem. Aber das Studium informierter Quellen kann für alle hilfreich sein. Sie können einen Lichtstrahl auf die Praxis werfen und das kann sie inspirieren.

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 16:41

    Ich finde die Entwicklung dieses Threads mit seinen verschiedenen Ansichten sehr interessant. :)
    Erstaunlich, wie man über etwas so Alltägliches so unterschiedlicher Meinung sein kann. Ich gebe zu, ich bin gerade etwas verwirrt, daher werde ich hier fürs Erste aussteigen.
    Es war eine Freude mit euch darüber zu schnaken!

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 14:58
    Matthias65:
    Mab:

    Kannst du ein Beispiel nennen, wo die Ursache für einen Gedanken in der Vergangenheit liegt?

    Eigentlich überall dann wenn eine Person an ein bestimmtes Ereignis in der Vergangenheit anhaftet.
    Ein Freund beendet eine Beziehung: Die Freundin kommt nicht über den Verlust hinweg und denkt ständig an ihren Freund.
    Oder aber jemand stirbt: Der Trauernde denkt permanent an den Vertorbenen.
    Oder jemand gewinnt im Lotto: Das Ereignis ist schon längst vorbei aber die Gedanken kreisen sich um dieses Ereignis.

    Du nennst das Anhaften als Ursache, aber das Anhaften findet doch in der Gegenwart statt.
    Wäre es nicht so, wäre ja weder Verlust, noch Trauer, noch Heititei da ;).

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 14:46

    Liebe Zorita,

    Ich meine ja nur, dass der Gedanke (im Jetzt) und die Erfahrung (in der Vergangenheit) nicht viel miteinander zu tun haben. Sondern dass Erinnerungen nur schale Abbilder des echten Erlebens sein können. Und selbst wenn sie sich thematisch um etwas Vergangenes drehen, es dennoch gegenwärtige Erlebnisse sind und den vergangen Moment in keiner Weise zurückholen können. Es ist immer wieder etwas Anderes.

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 14:24

    Hui, da habt ihr mir ja spannenden Stoff zum Nachdenken geliefert :)!
    Vielen Dank!

    @ Zorița:

    Zorița Câmpeanu:

    aber gedanken haben einen ursprung und den können sie so wie ich es verstehe nur aus dem vergangenen erleben haben.


    Hm, ich wollte ja auch nicht sagen, dass die Vergangenheit nie stattgefunden hat. Zu dem Zeitpunkt, wo sie stattfand hieß sie aber 'Gegenwart'. Zum Beispiel das leckere Abendessen. Wenn ich mich jetzt ans Abendessen von gestern erinnere, dann lag die Ursache vermutlich auch in der Gegenwart. Z.B. ein knurrender Magen. Oder dass ich Doris' Post gelesen habe, und deswegen an Abendessen denken musste.
    Ich bin mir aber nicht sicher ob das immer zutrifft, dass die Ursache/der Anlass in der Gegenwart liegt. Aber bisher kommt es mir so vor.

    Zorița Câmpeanu:

    der gedanke von jetzt trägt die erfahrung der vergangenheit in sich..


    Da bin ich mir auch nicht sicher. Ein Gedanke ist ja nur ein Abbild. Wie ein Foto, dass ich mir vom gestrigen Abendessen anschaue. Das Foto könnte ich zwar auch essen, aber es schmeckt bestimmt nicht so toll :).
    ___________________

    Matthias:

    Matthias65:

    Jeder Gedanke hat mindestens eine Ursache.
    Diese Ursache kann viele verschiedene Gründe haben.
    Manche davon liegen in der Vergangenheit.

    Kannst du ein Beispiel nennen, wo die Ursache für einen Gedanken in der Vergangenheit liegt?

    Matthias65:
    Mab:

    Wobei ich manchmal den Kompromiss mache und die Augen einen Schlitz weit offen lassen, so dass die Pupille noch hinter dem Lid ist.

    Uff - das würde bei mir nicht funktionieren, da würde ich total verkrampfen.


    Deswegen ist es ja auch gut, dass augenscheinlich mehrere Varianten möglich sind.
    __________________

    Doris:

    Doris Rasevic-Benz:

    Leider nicht wirklich.
    Ich habe es zum ersten Mal bei der Lektüre eines Buches von Chögyam Trungpa erkannt. Es war ein kleines Büchlein. Ich weiß es nicht mehr in welchem – für solche Details ist mein Gedächtnis nicht gemacht. Aber ich suche es gerne mal raus. Kann dauern bei mir (meine Familie sagt mir "orientalisches Zeitgefühl" nach :D )
    Es ist erst mal ein Erfahrungsding.
    Noch ein paar Stichworte: Manifestation, Bedingungen, Ungetrenntheit

    Ja, mager, ich weiß … Ich kann es wirklich nicht erklären. Das entzieht sich mir der Worte.

    Liebe Grüße
    Doris

    Sumi? Kannst Du das erklären?

    Klingt auf jeden Fall spannend. Ich bin immer offen für andere Ansätze :).
    _____________________

    @Aiko:

    Aiko:


    Was dir als Gedanke erscheint hat seinen physiologische Part im Körper - jedes Erleben hinterlässt eine Spur im Gehirn. Und Erinnerung, Gedächtnis entsteht dann so - über die Proteine, die die Bahnen bilden und Vernetzungen, Synapsen etc.
    Du erlebst überhaupt nicht so etwas wie Zeit. Zeit ist bereits ein sehr komplexes Gedankengebäude.

    Meinst du das so, dass ich nur Veränderung wahrnehmen kann, aber immer nur einen momentan Eindruck davon und sozusagen keine übergeordnete Wahrnehmung habe, die den ganzen Prozess auf einmal wahrnimmt?

    Euch allen Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 12:38
    Zorița Câmpeanu:
    Mab:

    Du hast aber trotzdem weder Vergangenheit, noch Zukunft erlebt. Nur einen Gedanken, und der fand in der Gegenwart statt.


    und woher kam er?
    _()_
    .

    Willst du auf Zeitreise hinaus? :)
    Ich hab keine Ahnung woher Gedanken kommen. Aber mMn wird jeder Gedanke im "hier und jetzt" gedacht.

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 12:36
    Doris Rasevic-Benz:

    Deshalb gibt es die drei Zeiten auch nicht. Das ist ein Konstrukt.
    Sehe ich so.

    Liebe Grüße
    Doris

    Kannst du das näher erläutern?

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 12:27
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    Gedanken sind eben oft Lügner. Sie können einem sogar vormachen, man erlebe Vergangenheit oder Zukunft.


    Das überzeugt mich nicht sehr.
    Wenn ich an das leckere Abendessen von gestern denke, dann ist das sehr real: Mir läuft das Wasser im Munde zusammen und ich freue mich darauf, es mal wieder zu kochen. :D

    Liebe Grüße
    Doris

    So etwas flüchtiges wie ein Gedanke hat sogar Auswirkungen auf deine Körperfunktionen. Das ist doch echt irre! (Nicht das es bei mir nicht so wäre, besonders bei leckerem Essen ;) ).
    Du hast aber trotzdem weder Vergangenheit, noch Zukunft erlebt. Nur einen Gedanken, und der fand in der Gegenwart statt.

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 5. März 2014 um 11:41

    Joram:

    Joram:

    Und doch empfinden viele, auch ich, die Aussage/Erinnerung: „zurück ins hier & jetzt“ wichtig.
    Wieso ist es wichtig dorthin wo wir sind, zurückzukommen?

    Ich sehe das auch so wie Helmut, dass wir in Wirklichkeit nie woanders sind (und auch sein können), als "hier und Jetzt".
    Den Unterschied mach der Grad der Achtsamkeit aus. Abschweifende Gedanken halten einen davon ab die Wirklichkeit zu erleben. Je weniger wir mit unserer Achtsamkeit bei dem sind, was gerade ist, desto weitschweifiger und ungesammelter ist der Geist. Und entsprechend weniger ist er in der Lage die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind.

    Gedanken sind eben oft Lügner. Sie können einem sogar vormachen, man erlebe Vergangenheit oder Zukunft.
    Deswegen üben wir uns ja auf diese kleinen Schelme aufzupassen, damit sie uns nicht noch mehr verwirren, als wir eh schon verwirrt sind.;)

    Liebe Grüße
    Mab

    Matthias:

    Schön das wir uns verstehen :).
    Danke für den langen Auszug. Das ist aber schon fast wieder ein neues Thema.
    Übrigens meditiere ich mit geschlossenen Augen. Ich habe Beides probiert und kenne die Vor-, und Nachteile (in meinem bescheidenen Rahmen). Halbgeschlossen lenkt mich einfach zu sehr ab. Ein Sinnestor weniger um das ich mir Gedanken machen brauche. Wobei ich manchmal den Kompromiss mache und die Augen einen Schlitz weit offen lassen, so dass die Pupille noch hinter dem Lid ist. Das hat den Vorteil 'weniger Schläfrigkeit' (wobei das bei mir auch mit geschlossenen Augen nicht problematisch ist) und gleichzeitig weniger Ablenkung.

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 4. März 2014 um 21:37
    Matthias65:
    Mab:

    Während der Medi ist es mAn ratsam zu versuchen auch diese Sinneskontakte zum aufhören zu bringen, also nicht zu denken.

    Hallo Mab,

    das, finde ich, ist eine irreführende Vorstellung von Meditation. Es geht nicht darum, bei der Meditation nicht zu denken, sondern die Gedanken achtsam zu beobachten, sie nicht zu bewerten, sie vorüberziehen zu lassen wie Wolken am Horizont und immer wieder sich auf sein Meditationsobjekt zu besinnen.

    Hallo Matthias,

    ich finde nicht, dass sich unsere Aussagen widersprechen. Die Folge von dem, was du beschreibst, ist, dass irgendwann der Strom der Gedanken zeitweilig zum Stillstand kommt, und etwas außerhalb der Sinneskontakte erlebt werden kann.


    Ich hab noch einen interessanten Artikel zum Thema Gegenwart von dieser Seite gefunden:

    Zitat

    Wie lange dauert die Gegenwart?

    Wie wird in der Relativitätstheorie der Zeitbegriff Gegenwart, also das unmittelbare JETZT, der Zustand in dem wir uns ja ausschließlich befinden, beschrieben? Ist Gegenwart zeitlos, oder wäre eine Frage: "Wie lange dauert Gegenwart?" berechtigt? Wenn man z.B. drei Schritte macht, ist beim zweiten Schritt der erste doch schon Vergangenheit und der dritte noch Zukunft, egal wie schnell man geht.


    In den heutigen Theorien, inklusive der Relativitätstheorie (aber mit Ausnahe der Loop-Quantengravitation, siehe unten) ist die Zeit kontinuierlich - das heisst, es gibt keine "kleinsten" Zeiteinheiten, die Zeit "läuft" einfach. Somit ist das "JETZT" von beliebig kurzer Dauer, die Gegenwart dauert nicht, sondern ist ein einziger Punkt auf der Zeitlinie.

    In der Theorie der Loop-Quantengravitation jedoch ist die Zeit "gequantelt" - so wie es bestimmte kleinste Einheiten von Energie gibt, die ein Lichtteilchen (Photon) haben kann, gibt es in dieser Theorie eine kleinste Zeiteinheit. Das heisst, die Welt "springt" stetig von Zeiteinheit zu Zeiteinheit. Diese Zeiteinheit ist aber so klein, dass wir sie bisher nicht bemerkt haben. Sollte sich aber die Loop-Quantengravitation als richtig herausstellen, dann könnte man künftig angeben, wie lange die "Gegenwart" dauert - nämlich exakt eine solche kleinste Zeiteinheit lang. Es gäbe keine Prozesse, die schneller als diese kleinste Zeiteinheit ablaufen könnten.

    Liebe Grüße
    Mab

  • „im Hier & Jetzt“ Leben?

    • Mab
    • 4. März 2014 um 21:21

    Hallo Joram,

    Man kann Vergangenheit und Zukunft unmöglich erleben. Erleben geht nur in der Gegenwart.
    Wenn ich mich jetzt erinnere, wie ich heute morgen aufgestanden bin, erlebe ich nicht die Vergangenheit, sondern eine Vorstellung von Vergangenheit, die aber keine Vergangenheit, sondern Gegenwart ist.
    Das Selbe wenn ich mir vorstelle wie ich nacher ins Bett gehe. Möglicherweise genau zu der Uhrzeit, die ich mir vornehme, aber vielleicht kommts auch ganz anders und ich lese mich hier im Forum fest. Wieder nur eine Vorstellung, die entweder eintritt (in der Gegenwart) oder auch nicht, aber nicht das Erleben von Zukunft ist.

    Vorstellungen, egal ob von Vergangenheit oder Zukunft gehören meines Wissens nach buddhistischer Terminologie zu den Sinneskontakten. Während der Medi ist es mAn ratsam zu versuchen auch diese Sinneskontakte zum aufhören zu bringen, also nicht zu denken. Was nicht heißen soll, dass Kontemplation nicht auch ihre Wichtigkeit hat. Aber um etwas außerhalb der Sinneskontakte wahrzunehmen ist es eben mAn nötig die Sinneskontakte temporär zum Aufhören zu bringen.
    Vielleicht kommt man damit auch der geheimnisvollen Gegenwart und ihrer Dauer auf die Schliche :).
    Vielleicht ist es sogar 'Nichts' wie du schonmal gesagt hast.

    Auf Wiki steht jedenfalls:

    Zitat

    Neue neurologische und psychologische Studien lassen vermuten, dass das Gehirn die Gegenwart in Einheiten zu etwa 2,7 Sekunden verarbeitet.

    Liebe Grüße
    Mab

    P.S.: Heute war morgen schon gestern :lol:

  • Zugang zum Buddhismus - Anfänger fragen

    • Mab
    • 28. Februar 2014 um 12:29

    Hallo Rastlos87,

    Hier findest du gute Audiovorträge von Ayya Khema (Theravada). Besonders ganz unten Suttenerklärungen "Tiefsinnige Fragen" sind sehr aufschlussreich und erklären den edlen 8 fachen Pfad. Ich denke die Erklärungen sind recht neutral gehalten, so dass alle Schulen damit einverstanden wären. Aber es empfiehlt sich natürlich sich alle Schulen anzuschauen. ;)

    Rastlos87:

    Wie kann ich den Buddhismus in mein westliches Leben integrieren wenn das überhaupt geht?


    Ich denke, dass ist überhaupt nicht problematisch. Buddhismus zu praktizieren geht hauptsächlich in deinem Inneren vonstatten.
    Du brauchst auch keine Buddhafiguren aufstellen und Räucherstäbchen anzünden. Wenn es dir hilft, kannst du das machen, aber es ist kein Muss um den Buddhaweg zu gehen.

    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg! _()_

    Liebe Grüße
    Mab

  • Vipassana nicht für Schwerhörige?

    • Mab
    • 28. Februar 2014 um 11:57

    Mir ist noch eingefallen, ein Grund warum du noch keine Antwort auf deine Frage (aus Triebel) bekommen hast, könnte sein, dass die Leute, die die Registrierung machen häufig freiwillige Helfer sind, die gar nicht vor Ort in Triebel sind. Vielleicht musste der/die Helfer/in erstmal in Triebel nachfragen und dabei kam es dann zur Verzögerung. Ich würde an deiner Stelle vielleicht nochmal nachhaken.

    Allgemein muss ich sagen, dass ich die Belehrung über Tonband auch nicht gerade optimal finde. Aber für den Fall das kein geeigneter Lehrer vor Ort ist und unter dem Aspekt Dhamma einer großen Anzahl von Menschen zu vermitteln, ist es wohl eine akzeptabele Lösung.

    Fragen kann man die Assistenzlehrer auch, aber aufgrund der Masse der Schüler ist keine Zeit für ausführliche Gespräche, leider.
    Ich kann nur jedem ans Herz legen sich vorher schon eingehend mit der Buddhalehre auseinanderzusetzen und auch im Nachhinein. Sonst ist man vor Ort wahrscheinlich ziemlich geplättet und schaltet auf Durchzug. Die Dhamavorträge sind nicht schlecht, soweit ich es beurteilen kann, aber ich war froh, dass ich nicht ganz unwissend hineingeworfen wurde. Goenka formuliert manche Sachen etwas drastisch für meinen Geschmack.

    Liebe Grüße
    Mab

  • Vipassana nicht für Schwerhörige?

    • Mab
    • 27. Februar 2014 um 22:30

    Hallo Moo,

    Eigentlich hast du Recht, die inhaltlichen Sachen, die Dhamma Vorträge kann man sich auch gut im Vorhinein anlesen, die muss man nicht unbedingt im Kurs vermittelt kriegen, obwohl es zwischendurch auch eine gute Motivation sein kann.
    Die Meditationsanweisungen sind inhaltlich eigentlich gar nicht so viel Input, aber ich habe es als sehr hilfreich empfunden die Anweisungen immer wieder bei Beginn der Meditation wiederholt zu bekommen. Außerdem lernt man ja die ersten Tage jeden Tag etwas Neues. Da wäre es schon gut, wenn du vor Ort nochmal zur Erinnerung was zum nachlesen bekommen kannst.

    Aber es geht sicher auch ohne. Ich hoffe dir kann noch jemand einen Tipp geben, was die Anweisungen als Text angeht.

    Ich wünsche dir sehr dass es bei dir klappt mit Triebel und dass die Erfahrung für dich eine Lohnende wird.

    Liebe Grüße
    Mab

  • Hilfe zur Meditation, Fragen zur Meditation und Zazen

    • Mab
    • 23. Februar 2014 um 17:40

    Hallo Sidat,

    Ich habe auch so wie du angefangen und aus Büchern gelernt und den Atem als Meditationsobjekt benutzt. Nur dass ich nicht gezählt habe, sondern in Gedanken "Ein" beim Einatmen und "Aus" beim Ausatmen gesagt habe. Es gibt noch andere Hilfen, die beim Konzentrieren auf den Atem helfen können. Es ist aber egal welche du verwendest. Wenn das Zählen bei dir funktioniert, dann ist das super.

    Wenn du an einem Punkt angekommen bist, wo nur ein wenig Willenskraft aureicht um die Achtsamkeit wieder auf den Atem zu lenken, dann ist es mAn besser, wenn du das Hilfsmittel weglässt und versuchtst ohne beim Atem zu bleiben. Es kann aber sehr lange dauern bis das geht, also versuch es nicht auf Krampf.

    Nach 9 Jahren mit dieser Methode habe ich vor Kurzem mal einen Vipassana-Meditations-Kurs gemacht. Da geht man mit der Achtsamkeit durch den Körper und versucht die Empfindungen am Körper zu spüren.
    Ich denke, es ist gut über andere Methoden Bescheid zu wissen. Ich bin nicht sicher ob es bessere oder schlechtere Methoden gibt. Nach meinem Empfinden ist dem nicht so, aber dass muss wohl jeder für sich selber herausfinden.

    Ich denke mit dem Atem bist du auf jeden Fall auf einer soliden Basis und du scheinst ja auch auf Anhieb gut damit zurechtzukommen. Das ist wunderbar!

    Zur Sitzhaltung. Es ist auf jeden Fall sinnvoll einen geraden Rücken und Nacken beizubehalten. Das ist besser für die Knochen und es fördert die Konzentration. Mit der Zeit (zumindest wars bei mir so) findet man eine stabile Position, und muss nicht ständig darauf achten nicht in sich zusammenzufallen.

    Ich wünsche dir viel Ausdauer und Freude bei deiner Meditation :)!

    Liebe Grüße
    Mab

  • Vipassana nicht für Schwerhörige?

    • Mab
    • 23. Februar 2014 um 16:51

    Hallo Moo,

    ich bin seit kurzem von meinem ersten Vipassana-Kurs in Triebel zurück. Weitere Kurs-Erfahrungen mit anderen Vipassana-Traditionen habe ich bisher nicht.
    Ob es die Texte auf Papier gibt, weiß ich leider nicht. Aber zum Vorbereiten wäre es sicherlich ohnehin viel zu viel Input.
    Vielleicht könnte dir dort vor Ort ein Kurshelfer, immer wenn die anderen das Tonband hören, einen geschriebenen Text geben. Die Assistenzlehrer dürfen meines Wissens gar nicht selbstständig lehren, sondern stehen nur für Fragen zur Verfügung.

    Vipassana-Kurse gibt es in Deutschland mitunter im Buddhahaus im Allgäu.

    In der Schweiz gibts noch den lieben erbreich, der auch Vipassana/Satipatthana Kurse macht hier
    Da will ich auch mal einen machen :).

    Andere Anlaufstellen wüsste ich jetzt leider nicht.

    Ich hoffe es ergibt sich für dich eine Möglichkeit. Ich wünsche dir alles Gute! _()_

    Liebe Grüße
    Mab

  • Angst vor dem Buddhismus Angst vor der Wahrheit?

    • Mab
    • 22. Februar 2014 um 19:43

    Hallo Sidat,

    Sidat:


    Wenn ich das richtig verstanden habe heißt das man soll an den Dingen nicht mehr anhaften auch nicht an Menschen die man liebt?
    Jetzt habe ich die Sorge das ich das irgendwann Verinnerlichen und meine Familie sozusagen verliere?


    Es ist hauptsächlich eine innere Arbeit das Anhaften aufzugeben. Außen wird das in der Regel kaum jemand mitbekommen. Es ist eine innere Arbeit die auf richtigem Verstehen beruhen muss. Liebe die mit Anhaften einhergeht ist immer egobezogen. Man identifiziert sich mit Etwas, oder jemandem und wenn dieses Etwas kaputt geht, zum Beispiel das Auto, dann entsteht Leiden. Es ist aber Naturgesetz, dass alles irgendwann kaputt gehen muss oder sterben muss. Alles was entsteht muss auch wieder vergehen.
    Das ist eine ziemlich unangenehme Wahrheit, weswegen wir gewohnheitsmäßig mit Ablehnung darauf reagieren. Ablehnung ist die Kehrseite von Anhaften und führt genauso zu Leiden. Deswegen wäre es weise auch das Ablehnen sein zu lassen.
    Weder zu versuchen wollen das Unvermeidliche aufzuhalten noch darüber betrübt zu sein, in dem Bewusstsein, dass alles sich ständig verändert.

    Die Liebe die jenseits von Anhaften ist, ist darüberhinaus noch viel stärker, als die Liebe, die in Abhängigkeit entsteht. Es ist eine Herzensqualität, die man entwickeln kann und die einem dann unabhängig der Umstände und Personen zur Verfügung steht. Es ist ein reines Geben ohne Erwartung einer Gegenleistung. Das ist beglückender als alles was man nur irgend als Gegenleistung bekommen könnte.
    Es kann natürlich nicht schaden, wenn man jemanden hat, der einen auch zurückliebt. Man kann dann diese gegenseitige Liebe als Nährboden verwenden um sie auf andere Menschen auszuweiten.

    Sidat:

    Dann ist da auch die Sache mit dem Nibba, es wird immer nur beschrieben was das Nibba ist und irgendwie habe ich das Gefühl das nibba ist nichts?


    Nibbana wird häufig als Freiheit von Gier, Hass und Unwissenheit beschrieben. Man kann versuchen sich vorzustellen wie das wohl sein könnte, aber letztendlich muss man wohl zu dem Schluss kommen, das Gier Hass und Unwissenheit eindeutig leidverursachend sind und dass es nur sinnvoll sein kann diese üblen Wurzeln zu tilgen und dass eine Tilgung ein Aufhören des Leidens bedeuten muss. Und ein Aufhören des Leidens is sicher was Dolles ;).

    Sidat:

    Auch verstehe ich die Sache mit dem Kammer nicht richtig, was soll es mir bringen für mein späteres ich durch Verzicht vorzusorgen wenn ich in meiner späteren Wiedergeburt gar nicht mehr weiß wer ich vorher war?


    Eine gute Frage :D!
    Kamma hat auch Einfluss auf dein jetziges Leben. Und dieses Leben ist es, um dass du dir Gedanken machen solltest. Kamma ist ein vieldiskutiertes Thema hier im Forum und es gibt verschiedene Ansichten dazu. So wie ich es verstanden habe, zählt beim Kamma allein die Absicht. Seine Absichten sollte man sehr genau prüfen, denn häufig ist man sich ihrer gar nicht erst bewusst, oder der Geist erfindet glaubwürdige Ausreden für weniger gute Taten.
    Ich bleibe mal bei der Terminologie Gut und Schlecht, weil ich sie im Sinne einer Verminderung von Gier, hass und Unwissenheit gebrauche. Alles was GHU vermindert ist gut, alles was es vermehrt ist schlecht und erzeugt eine Dynamik, d.h. die Folgen werden dementsprechend in ähnlicher Qualität zutage treten in irgendeiner Form, zu irgendeiner Zeit. Möglicherweise erst in einem nächsten Leben.

    Dass das rechte Handeln irgendwann intuitiv geschieht und keine Begrifflichkeiten mehr benötigt, wie Ji'un Ken es wahrscheinlich meint, ist etwas, dass sich evtl. später einstellt, oder auch nicht. Das ist wohl typabhängig.

    Zitat


    Ich finde die Vorstellung meine Familie aufzugeben und einfach ins nichts zu verschwinden gar nicht freudvoll oder harmonisch sonder angst erfüllend.


    Nur Anhaften und Unwissenheit wird aufgegeben. Das Ich kann nicht verschwinden, denn es hat nie existiert.
    Es ist doch Wahnsinn, was wir Menschen für einen Aufwand betreiben dieses vermeintliche Ich bei Laune zu halten und versuchen es ständig zu bestätigen. Und wenn mal jemand unser Ich nicht bestätigt, uns anfeindet, oder nicht beachtet 'Oh großes Drama!'. Wie kann etwas, dass uns so fest, so selbstverständlich (man sollte mal über dieses Wort nachdenken ;) ) erscheint, so abhängig von andauernder Bestätigung sein?

    Liebe Grüße
    Mab

  • Die 4 großen Anstrengungen -

    • Mab
    • 1. Februar 2014 um 09:28
    ZENtrifugalkraft:

    Mein Küchenmädchen MAB ist faul,

    ZENtrifugalkraft:

    (also ehrlich Mab, wie kannst du nur;)


    :lol: Danke für den Schmunzler am Morgen!

    Den Rest muss ich erstmal sacken lassen. Ich glaube das Komplexitätslevel hat sich grad erhöht, da brauchen einfache Küchenmädchen schonmal etwas länger ;).

  • Die 4 großen Anstrengungen -

    • Mab
    • 31. Januar 2014 um 20:25

    Wow :shock:!
    Woher hast du dieses neurowisschenschaftliche Fachwissen? Hast du damit beruflich zu tun? Ich finds extrem interessant das zu lesen.

    ZENtrifugalkraft:

    Vielleicht habe ich ja zuviel Milimeterpapier gefrühstückt, da mir aber Glaube gänzlich und Praxis ziemlich fehlt, helfen mir solch Kategorisierungen, um mich zu klären.


    Vom Glauben rät der Buddha ja auch ab, von Zweifelsucht ebenso. Selber erkennen ist die Devise.
    Ich denke du machst das ziemlich geschickt. Ist sicherlich nicht jedermanns Sache das alles so aufzudröseln, aber wenn du merkst, dass es dir Klarheit verschafft, dann ist es bei dir anscheinend die richtige Methode.
    Vielleicht wäre die Beschäftigung mit den khandha etwas für dich. Hab ich selber bisher immer vernächlässigt, muss ich zugeben.

    ZENtrifugalkraft:

    Unbewusste Teilgedanken laufen idR so schnell und so massiv-paralell ab, das wir uns ihnen kaum widmen können.


    Unbewussten Gedanken kann man sich doch eigentlich überhaupt nicht widmen, deswegen sind sie doch unbewusst, oder? :)
    Ich habe das leider grad nur sehr düster im Gedächtnis, aber ich glaube der Buddha hat gesagt, dass Gedanken niemals gleichzeitig da sein können.
    Nur manchmal sehr schnell hintereinander. Erfahrungsgemäß kann ich auch nicht sagen, dass ich schonmal 2 gleichzeitige Gedanken beobachten konnte.

    Was meinst du mit Blockaden und Stagnation?
    Meinst du wenn sich die Gedanken im Kreis drehen?

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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