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Absichtslosigkeit

  • Onda
  • 29. März 2012 um 21:09
  • Zum letzten Beitrag
  • Zorița Câmpeanu
    Gast
    • 30. März 2012 um 14:09
    • #26
    Axel Benz:


    Übrigens führen meiner Meinung nach die Analogien von Kampfkunst oder Qi Gong hier etwas in die Irre, weil es hier erstmal, nicht anders als beim Fahrrad fahren, um die Automatisierung von Bewegungsabläufen geht.


    lieber Axel, da muss ich dir leider widersprechen.
    automatisierung auf der bewegungsebene ist, so wie ich es verstehe, ein rein mechanischer prozess und das ist Qi Gong nicht!!!
    mag sein das die analogie hinkt oder in dem zusammenhang mit Zen unpassend ist aber im Qi Gong und in den Kampfkunsten geht es ab einer bestimmten erfahrungsebene um "handeln ohne zu handeln".
    ich sprech hier nicht von dem was in verschiedenen Qi Gong kursen allgemein angeboten wird. aber das ist sicher ein anderes thema :)

    _()_
    .

  • Matthias65
    Gast
    • 30. März 2012 um 18:14
    • #27
    bel:
    Matthias65:

    "Karma beschreibt das Gesetz von Ursache und Wirkung. Bei Handlungen spielt nicht nur die Handlung selbst eine Rolle, sondern auch die Absicht mit der die Handlung ausgeführt wird. Karma sagt also, das was du tust hat eine Wirkung und das was du nicht tust aber tun willst oder denkst, die Absicht hinter einer Tat hat auch eine Wirkung."


    Ja, Absicht produziert Karma, keine Absicht kein Karma - wie beim Buddha selbst.
    Das Problem ist nämlich, daß uns unsere Absichten keinesfalls so klar sind, wie wir meinen - es sind üblicherweise nur Vorstellungen und zwar falsche - hinter denen sich unsere wahren Absichten zu verstecken pflegen, das ist auch das, was "Verblendung" auszudrücken sucht.

    _()_

    Hallo Bel,

    wenn Du schreibst "üblicherweise" gebe ich Dir recht. Aber je länger wir uns alle mit Dharma auseinandersetzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorhang der Verblendung sich irgendwann mal hebt und es dahinter eine andere Bühne gibt, deren Welt wir mit Kinderaugen neu erschließen können.

  • bel
    Gast
    • 30. März 2012 um 18:58
    • #28
    Matthias65:
    bel:


    Ja, Absicht produziert Karma, keine Absicht kein Karma - wie beim Buddha selbst.
    Das Problem ist nämlich, daß uns unsere Absichten keinesfalls so klar sind, wie wir meinen - es sind üblicherweise nur Vorstellungen und zwar falsche - hinter denen sich unsere wahren Absichten zu verstecken pflegen, das ist auch das, was "Verblendung" auszudrücken sucht.

    Hallo Bel,

    wenn Du schreibst "üblicherweise" gebe ich Dir recht. Aber je länger wir uns alle mit Dharma auseinandersetzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorhang der Verblendung sich irgendwann mal hebt und es dahinter eine andere Bühne gibt, deren Welt wir mit Kinderaugen neu erschließen können.

    Na, was wäre denn keine Vorstellung? Unmittelbares Sehen. Das wird aber schon im nächsten Moment nur Vorstellung.
    Es ging um Absichtslosigkeit. Fällt ein Kind ins Wasser, springt man am besten "unmittelbar sehend" hinterher. Absicht/Vorstellung ist dabei völlig unnötig. Was man braucht , ist natürlich Entschlußkraft. Für einen jeweiligen Entschluß gibt es immer ne Menge Für und Wider, das meiste davon absolut läßlich, weil es bei genauerer Betrachtung dabei nur ums eigene Ego geht. Für das was übrigbleibt, bieten unsere Gelöbnisse Orientierungsgrundlage.

    _()_

  • Dorje Sema
    Gast
    • 30. März 2012 um 19:48
    • #29
    Zitat

    bel: Es ging um Absichtslosigkeit. Fällt ein Kind ins Wasser, springt man am besten "unmittelbar sehend" hinterher. Absicht/Vorstellung ist dabei völlig unnötig.

    Entschuldige bitte, allerdings muss 'man' auch schwimmen können ansonsten bringt 'man' die u.a. möglicherweise ›sogenannten Rettungsschwimmer‹ (noch) mit in Gefahr.
    -Absichtslose- Absicht ?

    añjalī अञ्जलि
    Dorje Sema

  • Axel Benz
    Gast
    • 30. März 2012 um 23:17
    • #30

    Und woher kommt die Absicht, absichtslos zu handeln?

  • bel
    Gast
    • 30. März 2012 um 23:35
    • #31
    Axel Benz:

    Und woher kommt die Absicht, absichtslos zu handeln?


    Absicht bezeichnet die Motivation der Handlung, Motivation ist aber trügerisch, sobald sie sich nicht auf das Unmittelbare beschränkt, dann beginnt nämlich sofort das Schachern und Rechnen. Deshalb schmiß schon der Große Bodhisattva Jeschua die Händler aus dem Tempel. Wenn man das einmal durchdrungen hat, braucht man nur noch Entschluß.

    _()_

  • Maybe Buddha
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    6. August 2011
    • 31. März 2012 um 00:26
    • #32
    Axel Benz:

    Und woher kommt die Absicht, absichtslos zu handeln?


    Da wären wir wieder beim Kamma... Es gibt wirken (gedanklich, mit Worten oder Taten) welches (neues) gutes oder schlechtes Kamma erzeugt. Und manches gute Kamma führt dazu (in zukunft) kein Kamma mehr zu erzeugen. Die Absicht, Absichtslosigkeit zu praktizieren (kein Kamma mehr zu erzeugen), erzeugt zwar neues (gutes) Kamma, allerdings wird dadurch dann das Nicht-Kamma-erzeugen kultiviert.

    So mein Verständnis....

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Axel Benz
    Gast
    • 31. März 2012 um 00:55
    • #33
    bel:


    Absicht bezeichnet die Motivation der Handlung, Motivation ist aber trügerisch, sobald sie sich nicht auf das Unmittelbare beschränkt, dann beginnt nämlich sofort das Schachern und Rechnen. Deshalb schmiß schon der Große Bodhisattva Jeschua die Händler aus dem Tempel. Wenn man das einmal durchdrungen hat, braucht man nur noch Entschluß.


    Und Absichtslosigkeit bezeichnet keine Motivation?
    Aber das geht sowieso an meiner Frage vorbei:Ich unterwerfe mich einem Geistestraining, einer Übung, einer Disziplin - wie auch immer - , um in der Lage zu sein, absichtslos zu handeln. Dieser Entschluss ist definitiv nicht absichtslos, die Folgen dieses Handeln sind es dann aber plötzlich?

    Wo ist eigentlich der Gegensatz der 'absichtslosen, spontanen Tat, die nicht schachert noch rechnet' zur ordinären Tat im Affekt? Ich ahne die Antwort schon... }:-)

    Und nur am Rande: Der 'Große Bodhisattva Jeschua' ernährte sich leider nicht wie die Lilien auf dem Felde, sondern von den Spenden aus den Ersparnissen der Kleingewerbetreibenden, die er dann publikumswirksam aus dem Tempel vertrieb.

  • Onyx9
    Gast
    • 31. März 2012 um 01:27
    • #34

    @ axel: " Wo ist eigentlich der Gegensatz der 'absichtslosen, spontanen Tat, die nicht schachert noch rechnet' zur ordinären Tat im Affekt? Ich ahne die Antwort schon... "

    Wo ahnst Du die Antwort? Warscheinlich eine, die von unseeliger "reiner" Leerheit spricht.

    Es gibt natürlich keinen erneuten Gegensatz. Die Gegensätze hast du schon aufgezeigt. Die Leerheit wird immer dann bemüht, wenn der Intellekt vor einem unlösbaren Dilemma steht , aber nicht dumm und entblöst auftreten will.

    Es ist die Entschlossenheit, die die Absicht ablöst. Es gibt eine Anhöhe, die wir erklommen haben mit einem Ziel vor Augen. Da tun sich schon gewisse Dinge auf. Aber wir wissen, dies kann nicht die "Verwirklichung Buddhas" sein. Warum ? Weil wir noch geleitet werden, noch nicht frei sind, noch zurückfallen.An diesem Punkt, wenn man schon etwas Erfahrung hat, kommt die Entschlossenheit ins Spiel. Denn so intuitiv wie wir noch um das Beschädigtsein wissen, wissen wir auch, dass es ein Darüberhinaus geben muß. Diese Entschlossenheit ist dieselbe mit der sich Buddha zum "Finale" setzte. Sie beinhaltet eine gewisse Kapitualation. Sie erkennt die Abhängigkeit und Bedingtheit aller Dinge, unser Selbst. Wir müssen erst reflektieren, dass nichts in der Hand des Ego s liegt. Dann setzt man sich ohne selbstsüchtige Absichten.

  • bel
    Gast
    • 31. März 2012 um 08:51
    • #35
    Axel Benz:
    bel:


    Absicht bezeichnet die Motivation der Handlung, Motivation ist aber trügerisch, sobald sie sich nicht auf das Unmittelbare beschränkt, dann beginnt nämlich sofort das Schachern und Rechnen. Deshalb schmiß schon der Große Bodhisattva Jeschua die Händler aus dem Tempel. Wenn man das einmal durchdrungen hat, braucht man nur noch Entschluß.


    Und Absichtslosigkeit bezeichnet keine Motivation?


    Genau

    Axel Benz:

    Aber das geht sowieso an meiner Frage vorbei:Ich unterwerfe mich einem Geistestraining, einer Übung, einer Disziplin - wie auch immer - , um in der Lage zu sein, absichtslos zu handeln.


    Ne, das so funktioniert so nicht. Wer welche Absicht auch immer hegt, wird letztlich an dieser Absicht scheitern, ebenso an der Absicht absichtslos zu handeln. Das fortwährende Scheitern ist es dann, das Absicht abfallen läßt.

    Axel Benz:

    Wo ist eigentlich der Gegensatz der 'absichtslosen, spontanen Tat, die nicht schachert noch rechnet' zur ordinären Tat im Affekt? Ich ahne die Antwort schon.


    Der Unterschied ist: kein Affekt. War es das was Du ahntest?

    Axel Benz:

    Und nur am Rande: Der 'Große Bodhisattva Jeschua' ernährte sich leider nicht wie die Lilien auf dem Felde, sondern von den Spenden aus den Ersparnissen der Kleingewerbetreibenden, die er dann publikumswirksam aus dem Tempel vertrieb.


    Es soll auch "Kleingewerbetreibende" gegeben haben, die sich ihren Platz im Tempel nicht mit Bestechung der Priesterschaft erkauften, sondern einfach den Marktplatz nutzten.

    _()_

  • Axel Benz
    Gast
    • 31. März 2012 um 11:09
    • #36

    @Onyx, Bel
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass eure Bemerkungen nie (oder nur teilweise) meinen eigentlichen Punkt berühren. Ich denke, das liegt daran, dass ich meine Bedenken gegen die Begriffe Absicht/Absichtslosigkeit zu ungenau formuliere. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich im Moment entweder morgens mit Blick auf die Uhr schreibe, weil ich zur Arbeit muss, oder abends, wenn ich mich in der kurzen Zeit eher mit Doris unterhalten will und sowieso müde bin.

    @Onyx

    Onyx9:


    Wo ahnst Du die Antwort? Warscheinlich eine, die von unseeliger "reiner" Leerheit spricht.

    Es gibt natürlich keinen erneuten Gegensatz. Die Gegensätze hast du schon aufgezeigt. Die Leerheit wird immer dann bemüht, wenn der Intellekt vor einem unlösbaren Dilemma steht , aber nicht dumm und entblöst auftreten will.


    Ich weiß nicht, ob es die 'unselige reine Leerheit' alleine ist. Es ist eher die generelle Idee, dann, wenn's spannend wird, einen Bewusstseinszustand aus dem Hut zu zaubern, der mit (klinisch-)psychologischen und naturwissenschaftlichen Modellen nicht mehr zu erklären ist. Nicht, dass ich glaube, alles sei (im Moment) naturwissenschaftlich zu erklären, aber Erklärungen sollten nicht im Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen stehen...

    Onyx9:

    Es ist die Entschlossenheit, die die Absicht ablöst. Es gibt eine Anhöhe, die wir erklommen haben mit einem Ziel vor Augen. Da tun sich schon gewisse Dinge auf. Aber wir wissen, dies kann nicht die "Verwirklichung Buddhas" sein. Warum ? Weil wir noch geleitet werden, noch nicht frei sind, noch zurückfallen.An diesem Punkt, wenn man schon etwas Erfahrung hat, kommt die Entschlossenheit ins Spiel. Denn so intuitiv wie wir noch um das Beschädigtsein wissen, wissen wir auch, dass es ein Darüberhinaus geben muß. Diese Entschlossenheit ist dieselbe mit der sich Buddha zum "Finale" setzte. Sie beinhaltet eine gewisse Kapitualation. Sie erkennt die Abhängigkeit und Bedingtheit aller Dinge, unser Selbst.


    Okay.

    Onyx9:

    Wir müssen erst reflektieren, dass nichts in der Hand des Ego s liegt. Dann setzt man sich ohne selbstsüchtige Absichten.


    Weil wir jetzt nicht mehr 'geleitet werden, noch nicht frei sind, noch zurückfallen'? Was ist da passiert? Feenstaub im Gehirn? Zumindest meiner Erfahrung nach ist Entschlossenheit alles andere als ein Selbstläufer: Sie muss immer wieder 'aktualisiert' werden. Dadurch, dass ich weiß, dass 'nichts in der Hand des Egos liegt', ist meiner Erfahrung nach noch wenig erreicht. Dieses Wissen muss in Handlungen übersetzt werden, und wenn ich dich recht verstehe, übernimmt diese 'Übersetzung' jetzt nicht mehr das böse Ego, sondern...? Alleine der rein physische Vorgang des 'Sich Setzens' erfordert einige zielgerichtete Aktivitäten, da dieser Vorgang nicht plötzlich und wundersam vom autonomen Nervensystem übernommen wird.

    bel:


    Ne, das so funktioniert so nicht. Wer welche Absicht auch immer hegt, wird letztlich an dieser Absicht scheitern, ebenso an der Absicht absichtslos zu handeln. Das fortwährende Scheitern ist es dann, das Absicht abfallen läßt.


    In der Psychologie kennen wir die Schwierigkeiten von Kindern, denen von Eltern, Erziehern usw. immer wieder suggeriert wird, dass sie nur scheitern können. Die lassen dann auch irgendwann 'alle Absicht abfallen' und werden apathisch. Das meinst du mit Sicherheit nicht.
    Welche Instanz ist es, die es ermöglicht, die Erfahrung des fortwährenden Scheiterns in einen größeren Rahmen einzuordnen und so daraus einen erstrebenswerten Zustand (zumindest als Übergangsstadium) zu machen?

    bel:
    Axel Benz:

    Wo ist eigentlich der Gegensatz der 'absichtslosen, spontanen Tat, die nicht schachert noch rechnet' zur ordinären Tat im Affekt? Ich ahne die Antwort schon.


    Der Unterschied ist: kein Affekt. War es das was Du ahntest?


    In eurer Beschreibung der 'absichtslosen Tat' erkenne ich jedenfalls den Affekt minus der emotionalen Zustände, die mit ihm gemeinhin einhergehen. Welche Instanz zieht diese emotionalen Zustände bei der 'absichtslosen Tat' ab?

  • Onyx9
    Gast
    • 31. März 2012 um 12:04
    • #37

    Es ist die wahre Natur aller Dinge; ab einem gewissen Grad der Praxis wirkt sie wie ein Magnet. Die Einheit in der Vielfalt.
    Wenn Du aber alle spirit. Wirkweisen naturwissenschaftlich legimatisiert haben willst, muß ich passen.
    Die Lere geht ja weit über den gewöhnlichen menschlichen Intellekt hinaus.

    Liebe Grüße ! Nancy aus Bärlin :D

  • bel
    Gast
    • 31. März 2012 um 12:26
    • #38
    Axel Benz:
    bel:


    Ne, das so funktioniert so nicht. Wer welche Absicht auch immer hegt, wird letztlich an dieser Absicht scheitern, ebenso an der Absicht absichtslos zu handeln. Das fortwährende Scheitern ist es dann, das Absicht abfallen läßt.


    In der Psychologie kennen wir die Schwierigkeiten von Kindern, denen von Eltern, Erziehern usw. immer wieder suggeriert wird, dass sie nur scheitern können. Die lassen dann auch irgendwann 'alle Absicht abfallen' und werden apathisch. Das meinst du mit Sicherheit nicht.


    Wie Du vielleicht schon gehört hast, ist man im Zen ziemlich sparsam mit irgendwelchen Erklärungen, geschweige Suggestionen. Man macht einfach die Erfahrung, und dann sieht man, daß man damit nicht allein ist.

    Axel Benz:

    Welche Instanz ist es, die es ermöglicht, die Erfahrung des fortwährenden Scheiterns in einen größeren Rahmen einzuordnen und so daraus einen erstrebenswerten Zustand (zumindest als Übergangsstadium) zu machen?


    Wat fürne Instanz? "Man", der diese Erfahrung macht. Nicht das Scheitern ist "erstrebenswert", das passiert einfach. Es ist doch so: Man hat ne Idee von vorgeblich Erstrebenswerten und erkennt, das das Erstrebte so wie vorgestellt prinzipiell nicht zu erreichen ist. Das ist doch die Definition von Dukkha. Je nach Temperament rennt man öfter mit dem Kopf gegen die Mauer, irgendwann läßt man es aber. Das ist doch der natürliche Lauf der Dinge.

    Axel Benz:

    In eurer Beschreibung der 'absichtslosen Tat' erkenne ich jedenfalls den Affekt minus der emotionalen Zustände, die mit ihm gemeinhin einhergehen. Welche Instanz zieht diese emotionalen Zustände bei der 'absichtslosen Tat' ab?


    Also bei mir heißt "Affekt" ein aufschäumendes Gefühl - ohne dieses gibt es keinen Tat aus dem Affekt. Und was Du unter "Instanz" verstehtst, solltest Du vielleicht auch noch einmal erklären. Vielleicht meinst Du das "konventionelle Ich", hm, das Du vielleicht auf "das böse Ego" reduzierst, aber das "ich" gibt es auch anders, im Zen nennen wir es "ohne Rang und Namen"

    _()_

  • hedin
    Gast
    • 31. März 2012 um 12:32
    • #39

    Wollen, Absicht, Absichtslosigkeit

    Absicht ist m.E. gleich „Wollen“, einem der 7 Geistfaktoren, die jedes Sinnenbewußtsein begleiten.

    Absicht/Wollen ist ständig in Funktion und erzeugt je nach dem ob das gewollte Objekt heilsam oder unheilsam ist, entsprechendes ursächliches Karma. Solange Kontakt vorhanden ist entsteht Absicht/Wollen und somit auch Karma.
    Im Samsara unaufhörlich….
    Nicht-Wollen oder Absichtslosigkeit kann es m.E. nur im dualistischen Sinne geben, das bedeutet, wenn dies nicht gewollt wird, dann muss es etwas gegensätzliches geben, das gewollt werden kann.
    Gibt es nun etwas was im samsarischen Sinne, weder gewollt noch nicht gewollt werden kann, dann handelt es sich hier um „Leerheit“, oder anders ausgedrückt, um dem Zustand in der letztendlichen Wirklichkeit.

    hedin

  • bel
    Gast
    • 31. März 2012 um 12:59
    • #40
    hedin:

    Wollen, Absicht, Absichtslosigkeit

    Absicht ist m.E. gleich „Wollen“, einem der 7 Geistfaktoren, die jedes Sinnenbewußtsein begleiten.

    Absicht/Wollen ist ständig in Funktion und erzeugt je nach dem ob das gewollte Objekt heilsam oder unheilsam ist, entsprechendes ursächliches Karma. Solange Kontakt vorhanden ist entsteht Absicht/Wollen und somit auch Karma.
    Im Samsara unaufhörlich….
    Nicht-Wollen oder Absichtslosigkeit kann es m.E. nur im dualistischen Sinne geben, das bedeutet, wenn dies nicht gewollt wird, dann muss es etwas gegensätzliches geben, das gewollt werden kann.
    Gibt es nun etwas was im samsarischen Sinne, weder gewollt noch nicht gewollt werden kann, dann handelt es sich hier um „Leerheit“, oder anders ausgedrückt, um dem Zustand in der letztendlichen Wirklichkeit.

    hedin

    «Der Wille, Götterkönig, wurzelt in der Erwägung, entwickelt sich aus der Erwägung, entsteht aus der Erwägung, erwächst aus der Erwägung: Erwägung muß sein, damit Wille erscheint, Erwägung muß nicht sein, damit Wille nicht erscheint.»

    «Die Erwägung aber, o Würdiger, wo wurzelt die, woraus entwickelt sie sich, woraus entsteht sie, woraus erwächst sie? Was muß sein, damit Erwägung erscheint, und was muß nicht sein, damit Erwägung nicht erscheint?»

    «Die Erwägung, Götterkönig, wurzelt in der Reihe der Geistesformationen (sankhāra), entwickelt sich aus der Reihe der Geistesformationen, entsteht aus der Reihe der Geistesformationen, erwächst aus der Reihe der Geistesformationen: die Reihe der Geistesformationen muß sein, damit Erwägung erscheint, die Reihe der Geistesformationen muß nicht sein, damit Erwägung nicht erscheint.

    DN21

  • Hanzze.
    Gast
    • 4. April 2012 um 16:52
    • #41

    Ja ohne rechte Absicht kommt man jedenfalls nie zur Absichtslosigkeit. *schmunzel* Die Tugendglieder die dann folgen natürlich mit eingenommen. Aber man kann sich so etwas natürlich auch erträumen, wird sicher für ein paar Extrarunden halten.

  • Elliot
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    • 4. April 2012 um 19:40
    • #42
    Charlie:

    Anders gefragt: Lügt der Praktizierende, der wähnt, ohne Absicht zu praktizieren, sich nicht selbst in die Tasche?

    Zitat

    "Und wo hören diese unheilsamen Absichten ohne Überbleibsel auf? Ihr Aufhören ist dargelegt: da tritt ein Bhikkhu ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind. Hier geschieht es, daß unheilsame Absichten ohne Überbleibsel aufhören [5]."

    [...]

    "Und wo hören diese heilsamen Absichten ohne Überbleibsel auf? Ihr Aufhören ist dargelegt: da tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind. Hier geschieht es, daß heilsame Absichten ohne Überbleibsel aufhören [6]."

    (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m078z.html)


    Viele Grüße
    Elliot

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    Elliot

  • accinca
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    • 4. April 2012 um 23:14
    • #43

    "Was ist aber, Baumeister, üble Gesinnung? ("Absicht", akusalasaṅkappā)
    Sinnende Lust,
    sinnender Groll,
    sinnende Wut:
    das heißt man, Baumeister, üble Gesinnung.
    Und woher, Baumeister, kommt diese üble Gesinnung?

    Spricht man von ihrer Herkunft, so hat man zu sagen:
    aus der Wahrnehmung kommt sie her. (Saññāsamuṭṭhānātissa)
    kāmasaññā
    byāpādasaññā
    vihiṃsā saññā,

    Welcher Art ist die Wahrnehmung?

    Die Wahrnehmung ist eben gar vielfältig, mannigfach, unterschiedlich;
    die Wahrnehmung, die Lust empfindet, Groll empfindet, Wut empfindet,
    da kommt die üble Gesinnung her.

    Und wo, Baumeister, geht diese (aus der Wahrnehmung kommende)
    üble Gesinnung ohne Überrest unter?

    Spricht man von ihrem Untergange, so gilt es, Baumeister, dass der Mönch,
    gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender
    ruhegeborener seliger Verzückung, in der Weihe der ersten Vertiefung weile:
    da geht jene üble Gesinnung ohne Überrest unter.

    Wie aber wandelt man, Baumeister, dem Untergang übler Gesinnung entgegenzugehn?

    Da weckt' Baumeister, der Mönch seinen Willen, dass er unaufgestiegene üble,
    unheilsame Dinge nicht aufsteigen lasse, er müht sich darum, mutig bestrebt,
    rüstet das Herz, macht es kampfbereit;

    weckt seinen Willen, dass er aufgestiegene üble, unheilsame Dinge vertreibe,
    er müht sich darum, mutig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit;

    weckt seinen Willen, dass er unaufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen lasse,
    er müht sich darum, mutig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit;

    weckt seinen Willen, dass er aufgestiegene heilsame Dinge sich festigen, nicht
    lockern, weiterentwickeln, erschließen, entfalten, erfüllen lasse, er müht sich darum,
    mutig bestrebt, rüstet das Herz, macht es kampfbereit.

    Also wandelt man, Baumeister, dem Untergang übler Gesinnung entgegenzugehn. .... M 78

  • Onyx9
    Gast
    • 5. April 2012 um 00:15
    • #44

    Nun, dazu muß man ersteinmal imstande sein jene üblen Dinge zweifelsfrei als solche zu klassifizieren
    und das geht nur aus dem ersten Jhana, einer klaren, natürlichen, weisen Sicht heraus,
    die ohne jegliche rationale Dualismen auskommt.

  • accinca
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    • 5. April 2012 um 08:58
    • #45
    Onyx9:

    Nun, dazu muß man ersteinmal imstande sein jene üblen Dinge zweifelsfrei als solche zu klassifizieren und das geht nur aus dem ersten Jhana, einer klaren, natürlichen, weisen Sicht heraus,
    die ohne jegliche rationale Dualismen auskommt.


    Üble Dinge kommen zweifelsfrei aus Gier, Haß und Verblendung des Geistes/Herzens.
    Das kann man auch schon ohne erstes Jhana erkennen.

  • Elliot
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    • 5. April 2012 um 22:31
    • #46

    Die körperlichen Vertiefungen sind schlichtweg nicht vereinbar mit unheilsamen Absichten, da für sie die fünf Hindernisse überwunden sein müssen:

    Zitat

    "Freund, in der ersten Vertiefung sind fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten. Wenn da ein Bhikkhu in die erste Vertiefung eingetreten ist, ist Sinnesbegierde überwunden, Übelwollen ist überwunden, Trägheit und Mattheit ist überwunden, Rastlosigkeit und Gewissensunruhe ist überwunden und Zweifel ist überwunden; und es treten anfängliche Hinwendung des Geistes, anhaltende Hinwendung des Geistes, Verzückung, Glückseligkeit und Einspitzigkeit des Geistes auf. Auf diese Weise sind in der ersten Vertiefung fünf Faktoren überwunden und fünf Faktoren sind darin enthalten." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m043z.html)


    Das vielleicht nicht so offensichtliche ist, dass ab der zweiten Vertiefung mit dem Aufgeben der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes dann auch sämtliche heilsamen Absichten aufgegeben sind, also insgesamt Absichtlosigkeit eintritt.

    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • accinca
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    • 6. April 2012 um 00:12
    • #47
    Elliot:

    Das vielleicht nicht so offensichtliche ist, dass ab der zweiten Vertiefung ....dann auch sämtliche heilsamen Absichten aufgegeben sind, also insgesamt Absichtlosigkeit eintritt.Elliot


    Hinsichtlich der fünf Hemmungen, insbesondere hinsichtlich
    kāmasaññā, byāpādasaññā und vihiṃsāsaññā trift das natürlich zu.
    Eine völlige Absichtslosigkeit gibt es aber erst mit der vollendeten Heiligkeit.

  • Onyx9
    Gast
    • 6. April 2012 um 01:41
    • #48
    accinca:
    Onyx9:

    Nun, dazu muß man ersteinmal imstande sein jene üblen Dinge zweifelsfrei als solche zu klassifizieren und das geht nur aus dem ersten Jhana, einer klaren, natürlichen, weisen Sicht heraus,
    die ohne jegliche rationale Dualismen auskommt.


    Üble Dinge kommen zweifelsfrei aus Gier, Haß und Verblendung des Geistes/Herzens.
    Das kann man auch schon ohne erstes Jhana erkennen.

    Aber nicht überwinden.

  • Elliot
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    • 6. April 2012 um 10:13
    • #49
    accinca:

    Eine völlige Absichtslosigkeit gibt es aber erst mit der vollendeten Heiligkeit.


    Dass es außerhalb der Vertiefungen so etwas wie anhaltende völlige Absichtslosigkeit geben kann, halte ich aber für unrealistisch. So etwas beispielweise ist ja alltäglich:

    Zitat

    Als es Morgen war, zog sich der Erhabene an, nahm seine Schale und äußere Robe und ging um Almosen nach Rājagaha hinein. Da dachte der Erhabene: "Es ist noch zu früh, um in Rājagaha um Almosen umherzugehen. Wie wäre es, wenn ich zum Wanderasketen Sakuludāyin im Pfauenpark, dem Park der Wanderasketen ginge?" (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m079z.html)


    Und das würde ich als absichtsvolles reflektiertes Handeln bezeichnen, ohne das ein Überleben auch gar nicht möglich wäre, selbst wenn hier wohl "richtige Absicht" zugrunde liegt:

    Zitat

    "Und was, Freunde, ist Richtige Absicht? Absicht der Entsagung, Absicht des Nicht-Übelwollens und Absicht der Nicht-Grausamkeit - dies wird Richtige Absicht genannt." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m141z.html)


    Insofern kann richtige Absicht auch recht komplexe Ausmaße annehmen, beispielsweise:

    Zitat

    "Ebenso, Prinz, Worte, die der Tathāgata als unwahr, falsch und nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig und nützlich erkennt, aber die anderen unwillkommen und unangenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt. Worte, die der Tathāgata als unwahr und falsch erkennt, aber die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht. Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig, und nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt. Warum ist das so? Weil der Tathāgata Mitgefühl für die Wesen hat." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m058z.html)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • accinca
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    • 6. April 2012 um 12:28
    • #50
    Elliot:
    accinca:

    Eine völlige Absichtslosigkeit gibt es aber erst mit der vollendeten Heiligkeit.


    Dass es außerhalb der Vertiefungen so etwas wie anhaltende völlige Absichtslosigkeit geben kann, halte ich aber für unrealistisch. Elliot


    Ich nicht. Natürlich würde ich jemand der sich
    gerade für den Almosengang fertig macht nicht
    gerade als absichtslos bezeichnen. Aber nicht jeder Heilige
    der sich gerade nicht in Vertiefung befindet ist auf dem Almosengang.
    Die Vertiefungen sind Hilfsmittel und gehören zum achtfachen rechten
    Pfad. Trotzdem wird die Erwachung nicht in den Vertiefungen erlangt.
    Die fünf Hemmungen können auch ohne aktuell in Jhana zu sein aufgehoben sein.
    Entscheidend für die Erwachung ist der durchdringende Wahrheitsblick
    und die dadurch bedingte völlige Ablösung die auf Reinheit gegründet ist.
    Diese Reinheit kann durch eine frühere Vertiefung vollendet sein.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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