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Satipatthana wurde Laienanhängern nicht gelehrt

  • Geronimo
  • 12. November 2011 um 22:15
  • Zum letzten Beitrag
  • Geronimo
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    • 12. November 2011 um 22:15
    • #1

    Wusstest ihr das der Buddha Satipatthana garnicht für Laienanhänger gelehrt hat? Das Buch "Der Buddha sprach nicht nur für Mönche und Nonnen." hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich zitiere mal aus dem Kanon M143 :

    "15. Nach diesen Worten weinte der Haushälter
    Anāthapiṇḍika und vergoß Tränen. Da fragte
    ihn der ehrwürdige Ānanda: "Brichst du
    zusammen, Haushälter, bist du am
    Verzweifeln?"
    "Ich breche nicht zusammen, ehrwürdiger
    Ānanda, ich bin nicht am Verzweifeln. Aber
    obwohl ich dem Lehrer und den Bhikkhus, die
    wert der Hochachtung sind, lange Zeit
    gehuldigt habe, habe ich nie zuvor solch einen
    Vortrag über das Dhamma gehört."
    "Solch ein Vortrag über das Dhamma,
    Haushälter, wird weißgekleideten
    Laienanhängern nicht gegeben. Solch ein
    Vortrag über das Dhamma wird jenen
    gegeben, die in die Hauslosigkeit gezogen sind
    [2] ." "

    Ziemlich interessant da Satipatthana ja 'ne ziemlich weit verbreitete Praxis ist.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Kusala
    Gast
    • 12. November 2011 um 22:39
    • #2
    Geronimo:

    Ziemlich interessant da Satipatthana ja 'ne ziemlich weit verbreitete Praxis ist.

    Meinst Du?

    Gehen wir mal ganz an den Anfang ;)

    "Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen Körper betrachtet? Da setzt sich ein Bhikkhu nieder, nachdem er in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist; nachdem er die Beine gekreuzt, den Oberkörper aufgerichtet und die Achtsamkeit vor sich verankert hat, atmet er völlig achtsam ein, achtsam atmet er aus.

    Wenn er lang einatmet, versteht er: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.' So wie ein geschickter Drechsler oder sein Gehilfe versteht, wenn er eine lange Drehung macht: 'Ich mache eine lange Drehung;' oder wie er versteht, wenn er eine kurze Drehung macht: 'Ich mache eine kurze Drehung;' genauso versteht ein Bhikkhu, wenn er lang einatmet: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.'"

    Wer von den geneigten Lesern hier hat die Konzentration so auf den Atem, ohne Unterbrechung während der formalen Medi zu achten??

    Wiederum, ihr Bhikkhus, ist ein Bhikkhu einer, der wissensklar handelt beim Hingehen und Zurückgehen; der wissensklar handelt beim Hinschauen und Wegschauen; der wissensklar handelt beim Beugen und Strecken der Glieder; der wissensklar handelt beim Tragen der Robe und beim Umhertragen der äußeren Robe und der Schale; der wissensklar handelt beim Essen, Trinken, Kauen und Schmecken; der wissensklar handelt beim Entleeren von Kot und Urin; der wissensklar handelt beim Gehen, Stehen, Sitzen, Einschlafen, Aufwachen, beim Reden und Schweigen

    Wer von den geneigten Lesern achtet so den ganzen Tag auf sein gehen, stehen, seine Kleidung usw.??

    Usw., usw.

    Liebe Grüße
    Kusala

  • Geronimo
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    • 12. November 2011 um 23:10
    • #3

    Aber genau das wird doch heute häuslich lebenden immer wieder gelehrt. Der Buddha hat da einen anderen Weg eingeschlagen und verschiedenen Lebenswegen verschiedenes ans Herz gelegt.

    Haushälter hatten da einfach andere Kapazitäten und (geistige) Möglichkeiten als hauslose Mönche und Stromeintritt war ja offenkundig auch im Haus möglich ohne spezielle Achtsamkeitspraxis.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
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  • accinca
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    • 12. November 2011 um 23:13
    • #4
    Kusala:


    Wenn er lang einatmet, versteht er: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.'"

    Wo hier "verseht er" steht, muß es eigentlich heißen "weiß er" oder "nimmt er wahr". (pajānāti)

  • accinca
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    • 13. November 2011 um 03:59
    • #5
    Geronimo:

    Wusstest ihr das der Buddha Satipatthana garnicht für Laienanhänger gelehrt hat? Das Buch "Der Buddha sprach nicht nur für Mönche und Nonnen." hat mich darauf aufmerksam gemacht.

    Das hieße wohl, entgegen dem Buchtitel, der Buddha lehrte
    (die ganze Lehre) nur für Mönche. Das könnte man fast ein "Eigentor" nennen.

    Natürlich weiß man das der Buddha den Laienanhänger
    nicht einmal völlige Enthaltsamkeit gelehrt und auch viele anderen
    Übungen nicht wie z.B. Sinneszügelung oder die Überwindung des
    sinnlichen Begehrens usw. usw. Nur einmal in der Woche wurden
    Laien ermuntert so zu leben wie ein Mönch. Den Rest der Zeit sollten
    sie die fünf silas einhalten.

    Das bedeutete aber nicht, das interessierte Laien nicht wußten
    wie die Mönche lebten, was sie taten und was ihre Übungen
    und ihre Lehre ist.
    Es gab ja sogar Laien welche schon einmal für einige Zeit Mönche
    waren und es gab sogar Laien welche Nichtwiederkehrer waren.
    Aber die Übungen hatten sie freiwillig übernommen ohne vom
    Buddha dazu aufgefordert worden zu sein. Das Anapindika davon
    nichts wußte, läßt darauf schließen, daß er sehr mit anderen Dingen beschäftigt war.

  • Kusala
    Gast
    • 13. November 2011 um 07:34
    • #6

    Ich stimme accinca bei beiden Beiträgen voll und ganz zu. :)

  • monikamarie
    Gast
    • 13. November 2011 um 09:14
    • #7

    Auch ich stimme Accinca voll und ganz zu und danke für die präzise Erklärung.
    _()_ Monika

  • Bambus
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    • 15. November 2011 um 07:45
    • #8
    Kusala:


    Wer von den geneigten Lesern hier hat die Konzentration so auf den Atem, ohne Unterbrechung während der formalen Medi zu achten??

    ...

    Wer von den geneigten Lesern achtet so den ganzen Tag auf sein gehen, stehen, seine Kleidung usw.??

    Und welcher Mönch hat diese Konzentration, diese Achtsamkeit?

    Die aufgezeigten Fähigkeiten sind (ein) Ziel der Praxis, nicht die Voraussetzung.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • Kusala
    Gast
    • 15. November 2011 um 07:58
    • #9

    Zumindest hat ein Ordinierter bessere Voraussetzungen. Allein schon durch den Vinaya. So war es zumindest mal vom Buddha gedacht.

    Wobei man sich jetzt nicht an den "Business-Mönchen" orientieren sollte, die hier so in good cold Germany (und in Asien) zum Größtenteil rum laufen.
    Es gibt auch die Anderen :). Wenn auch nur noch vereinzelt.

    Auch mag es manche Laien geben, die gute Lebensumstände vorfinden, sodass sie Geistesruhe den ganzen Tag üben können.

    Liebe Grüße
    Kusala

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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