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  1. Buddhaland Forum
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Chanten

  • Kasimir
  • 26. August 2011 um 20:11
  • Zum letzten Beitrag
  • Kasimir
    Gast
    • 26. August 2011 um 20:11
    • #1

    Ein Bekannter von mir ist in der SGI. Er sagte mir, dass das Chanten eine Mischung aus Meditation und Gebet ist. Wie ist das zu verstehen..?
    Meditation oder Gebet..? Und kann man auch still- in Gedanken chanten oder muss es immer laut erfolgen..?
    Was heißt Chanten, gibt es das nur im Nichiren Buddhismus oder auch in anderen Schulen..?

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 26. August 2011 um 21:47
    • #2

    Ich kenne das Chanten als ein Mantrasagen mit einer Melodie.
    "Eine Mischung aus Meditation und Gebet" klingt mir nach einem Erklärungsversuch, der nicht ganz trifft. ("Banane schmeckt nach einer Mischung aus Vanille und Honig - aber irgendwie noch anders...")

    Ich finde, durch die Melodie geht das Mantra noch besser ins Herz. Der Geist kann darauf "surfen" und wird auf den Inhalt des Mantras gelenkt.
    Die Buddhisten chanten nicht so viel wie die Hinduisten, stelle ich aus meinem Blickwinkel fest. Aber im tibetischen Buddhismus kommt es schon vor. Da wird aber nicht so fröhlich gegröhlt, sondern es ist mehr eine innige Sache mit feinen Melodien. Meist sind die Melodien in der Meditation von einem Lama entstanden und dann weiter überliefert worden.

    Die Hinduisten sagen, am besten sei es, ein Mantra laut zu singen und die Bedeutung des Mantras zu kennen. Aber ein leise gesungenes oder nur gedachtes Mantra entfalte trotzdem noch seine heilsame Wirkung.
    Mein Lehrer (tibetischer Lama) sagt, man soll keine Show aus seiner Praxis machen und nicht andere Leute auf der Straße damit belästigen. Wenn man z.B. in der Straßenbahn ist, hält er es für heilsamer, das Mantra nur in Gedanken zu chanten oder zu rezitieren.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Kasimir
    Gast
    • 27. August 2011 um 11:36
    • #3
    Zitat

    Ich finde, durch die Melodie geht das Mantra noch besser ins Herz. Der Geist kann darauf "surfen" und wird auf den Inhalt des Mantras gelenkt.


    Das finde ich auch- ist eingängiger und wirkungsvoller als ein gesprochenes Mantra. Man entwickelt dabei eine innere Schwingung.

    Zitat

    Aber im tibetischen Buddhismus kommt es schon vor. Da wird aber nicht so fröhlich gegröhlt, sondern es ist mehr eine innige Sache mit feinen Melodien. Meist sind die Melodien in der Meditation von einem Lama entstanden und dann weiter überliefert worden.


    Da gibt es bei youtube interessante Videos- mit dem Dalai Lama z.B. hört sich schon gut an..!

    Zitat

    Die Hinduisten sagen, am besten sei es, ein Mantra laut zu singen und die Bedeutung des Mantras zu kennen. Aber ein leise gesungenes oder nur gedachtes Mantra entfalte trotzdem noch seine heilsame Wirkung.


    Freut mich.

    Zitat

    Mein Lehrer (tibetischer Lama) sagt, man soll keine Show aus seiner Praxis machen und nicht andere Leute auf der Straße damit belästigen. Wenn man z.B. in der Straßenbahn ist, hält er es für heilsamer, das Mantra nur in Gedanken zu chanten oder zu rezitieren.


    Sehr feinsinnig.

  • Ryonin
    Gast
    • 29. August 2011 um 12:33
    • #4
    Zitat

    Ein Bekannter von mir ist in der SGI. Er sagte mir, dass das Chanten eine Mischung aus Meditation und Gebet ist. Wie ist das zu verstehen..?

    Ich versteh es so, das man es mit den gängigen spirituellen Praktiken vergleicht. Meiner Meinung nach ist es aber beides nicht. Ein Gebet richtet sich an ein höheres Wesen und Meditation ist es auch nicht.

    Zitat

    Und kann man auch still- in Gedanken chanten oder muss es immer laut erfolgen..?

    Man kann auch still chanten, wird es als formelle Praxis aber laut tun. Beides hat eine eigene Art von Kraft und Schönheit. Gerade beim lauten gibt es sowohl noch die Wirkung des lauten Gesangs auf den Körper als vielleicht noch stärker als beim stillen rezitieren das Lauschen auf den Gesang.

    Zitat

    Was heißt Chanten, gibt es das nur im Nichiren Buddhismus oder auch in anderen Schulen..?

    Chanten oder rezitieren gibt es in allen buddhistischen Schulen, Sutenrezitationen z.B., aber auch Namensrezitationen (man denke z.B. an das Kido im koreanischen Zen). Das besondere am Nichirenbuddhismus und Teilen des Amidabuddhismus aus formaler Sicht ist es aber, daß sie diese nichtmeditative Praxis in des Zentrum gestellt haben, also dahin, wo in den anderen Schulen oft die Meditation steht. Andererseits ist es aus meine Sicht so, das in allen das Anvertrauen im Zentrum steht, das Anvertrauen ans Nembutsu im Amida-Buddhismus, an Gohonzon und Nam myoho renge Kyo und Sutrarezitation im Nichirenbuddhismus, an Zazen im Zen, ans Vipassana im Theravada.

  • Benkei
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    • 1. Mai 2013 um 18:17
    • #5

    Den anwesenden Anhängern des Reinen Landes schlug er vor, ihre Übung dahingehend zu ändern, dass die Anrufung des Buddha-Namens [Nenbutsu] oder der ersten Zeile des Lotos-Sutra [Daimoku] der Konzentration auf ein Koan ähnlich würde, ohne jede Erwartung einer „Erlösung von außen“.

    In Erinnerung an die Hingabe seiner Mutter in der Nichiren-Schule erarbeitete Hakuin eine detaillierten Meditationskurs für Nichiren-Anhänger, der natürlich nichts anderes war als eine Variation des Themas Koan-Praxis:

    „Die Praxis des Lotos-Sutra [Daimoku] besteht von heute an darin, entschlossen, ohne Rücksicht auf Freude und Schmerz, Trauer und Freude, ob im Schlaf oder wachend, stehend oder liegend, ohne Unterbrechung allein den Titel des Sutra zu intonisieren: Namu-Myoho-Renge-Kyo. Ob du diesen Titel als Stütze oder als Quelle der Kraft verwendest, du musst ihn rezitieren mit der brennenden Sehnsucht, unfehlbar das wahre Gesicht des Lotos zu sehen. Mache jedes Einatmen und jedes Ausatmen zum Titel des Sutra … Dann wirst du zur großen Sache der wahren Meditation erwachen … Du wirst unmittelbar vor dir, dort, wo du stehst, das wahre Gesicht des Lotos erblicken, und in diesem Augenblick werden Körper und Geist abfallen.“

    aus: "Zen Rebellen, Radikale und Reformer" von Perie Besserman und Manfred B. Steger

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Couchkissenbikkhu
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    • 14. Oktober 2013 um 10:21
    • #6

    n Freund von mir is Rastafari, die chanten auch immer fleissig ihre Vibes :D
    Für die ist n Vibe nicht einfach ein Textstück, sondern auch eine mit Hingabe ins Universum / zu Gott//Jah / zu dir gesendete Fürbitte.
    Ein ganz bekanntes (ist ja schon bald ein Klischee...) Beispiel ausm Buddhismus ist das Om, das wird dann auch "gechantet".

    wenn du es nicht verstanden hast
    habe ich es nicht richtig erklärt
    Verzeihung _()_

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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