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  1. Buddhaland Forum
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"Buddhismus praktizieren" ohne Kenntnis des Palikanon?

  • Geronimo
  • 16. April 2011 um 12:54
  • Zum letzten Beitrag
  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 14:41
    • #76
    Geronimo:
    bel:

    Genau. Und wie gut sprichst Du Englisch?

    "to remember, recollect, have memory of..." = "sich erinnern"

    Reicht das nicht?

    Nein, ganz und gar nicht. Vergleich doch mal die Einträge sorgfältig.

    _()_

  • Geronimo
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    2. April 2011
    • 17. April 2011 um 14:47
    • #77
    bel:
    Geronimo:

    "to remember, recollect, have memory of..." = "sich erinnern"

    Reicht das nicht?

    Nein, ganz und gar nicht. Vergleich doch mal die Einträge sorgfältig.

    _()_

    Das erste wird als erinnern übersetzt, das zweite als Wissen durch direkte Erfahrung.

    Ich sehe dich jetzt nun auf 6 Seiten so vorgehen und sehe noch immer nicht was du eigentlich sagen möchtest. Sag es doch klar ohne Gegenfrage.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Helmut9
    Gast
    • 17. April 2011 um 15:36
    • #78

    Praktizieren trotz Kenntnis der "heiligen" Texte, trotz Palikanon, trotz Wissenschaft , trotz Gebote, trotz Gelübten, nicht wegen ihnen.
    Mir ist bei dem Titel eingefallen, endlich, das ich das immer gemacht habe.
    Das schützte mich vor tieferen Fanatismus, fesselnden verfangen im Gestrüpp, ganz egal in welche Gruppierung oder Religion oder Ego.

    ()

  • Milou
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    • 17. April 2011 um 20:11
    • #79
    Sven:
    Erdmaus:

    Witzigerweise kann man diese Illusion von der "Wiedergeburt" auch schon innerhalb eines Lebens beobachten. Wir schauen auf ein Bild aus unserer Kindheit und sagen "Das bin ich". Dabei existiert dieses Kind gar nicht mehr.


    Es geht sogar noch viel schneller. Und dies zu Verstehen ist die Erfahrung des Vergänglichkeitsanblicks.

    Jeder einzelne (Bewusstseins-)Moment unterscheidet sich vom vorangegangenenem (es gibt keine zwei gleichen Momente). Geburt findet von Moment zu Moment statt. Doch bevor der einzelne Moment richtig da ist, stirbt er auch schon wieder, da er auch schon selbst die Prozesshaftigkeit in sich trägt.

    Gruß
    Sven

    Schöne Erklärung Sven und Mausi. Ich hatte auch schon angefangen darüber nachzudenken, ob man den Begriff Wiedergeburt auch auf dieses Leben anwenden kann. Da ja scheinbar, je nach Bedarf, alle buddhistischen Aussagen und Schriften auch im übertragenen Sinne interpretiert werden können, bekommt man nun den Buddhismus auch völlig ohne den Glauben an Übernatürliches hin.

    LG,

    Milou

    "... Wer jedoch nur Ochsenscheiße hat im Geist, der sieht nur Ochsenscheiße überall."

  • Erdmaus
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    • 17. April 2011 um 20:21
    • #80
    Zitat

    Schöne Erklärung Sven und Mausi. Ich hatte auch schon angefangen darüber nachzudenken, ob man den Begriff Wiedergeburt auch auf dieses Leben anwenden kann. Da ja scheinbar, je nach Bedarf, alle buddhistischen Aussagen und Schriften auch im übertragenen Sinne interpretiert werden können, bekommt man nun den Buddhismus auch völlig ohne den Glauben an Übernatürliches hin.

    Ganz bestimmt! Ich für mich bin zu dem Punkt gekommen zu sagen, dass kein einziger unüberprüfbarer Aspekt der Lehre notwendig ist.

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 20:32
    • #81
    Geronimo:

    Das erste wird als erinnern übersetzt, das zweite als Wissen durch direkte Erfahrung.
    Ich sehe dich jetzt nun auf 6 Seiten so vorgehen und sehe noch immer nicht was du eigentlich sagen möchtest. Sag es doch klar ohne Gegenfrage.

    Es nützt Dir zwar überhaupt nix, wenn ich Dir das sage - Du mußt Dich schon selber anstrengen, und das machst Du offensichtlich nicht.
    Um das zu einem Ende zu bringen:

    Wenn es um die Erinnerung an eine eigene direkte Erfahrung handelt, wird abhijanati verwendet. Beispielsweise erinnert sich der Buddha (im selben Sutta) an Begebenheiten seiner Kindheit, wie er z.B. unter einem Baum saß - also mit abhijanati.
    Es müßte auch abhijanati stehen, wenn er sich in dieser Weise an seinen Wohnort oder Beruf in "seinen früheren Leben" stehen. Tuts aber nicht - anussarati hat dagegen die Bedeutung "bear in mind"; "be aware" - also einer Sache bewusst, gewahr, gewärtig sein, dieses beachtend; berücksichtigend. Das ist eine völlig andere Art von Erinnern - im Deutschen wie im Englischen umfaßt "erinnern" auch dieses Bedeutungsfeld.
    Genau so kannst Du es von mir schon im Archiv nachlesen und in dem von mir verlinkten Artikel wirde es auch so erklärt.

    Lieber Geronimo - Du hast in Deinem ersten Beitrag sehr für Kenntnis des PK plädiert - aber Dich mit einem Text wirklich intensiv auseinanderzusetzten, dafür fehlt es Dir entweder Talent und/oder die notwendige Entschlossenheit, wie man schon an diesem einfachen Beispiel sieht. Letzteres kann man ändern oder man macht was anderes - ohne mit habverdautem PK tumzuwedeln. Viel Glück auf dem Weg.

    _()_

  • accinca
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    • 17. April 2011 um 20:37
    • #82
    bel:
    accinca:


    Und ist auch genau der Begriff der unserem "erinnern" entspricht
    auch wenn man es von "nachfolgen" ableiten kann.


    Nö, das wäre ganz klar abhijanati. ()_


    Es gibt unterschiedliche Schichten der Erinnerung bzw, des Gedächtnis.
    Im deutschen wird aber alles nur "erinnern" genannt. Trotzdem gibt
    es Unterschiede. Ein Unterschied ist in etwa wie wenn jemand unmittelbar
    weiß wie etwas war oder wenn jemand nachdenkt und sich dadurch erinnert.
    Was jeder Mensch weiß, viele Dinge sind gespeichert aber man kommt
    nicht immer dran. Das das Deutsche da ein Manko hat ist bedauerlich.
    Für die Texte ist aber auch egal, weil nach den Texten ist es ja ganz klar was
    gemeint ist. Er weiß jetzt da war ich, so war mein Name, usw, usw.

  • Geronimo
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    • 17. April 2011 um 21:07
    • #83
    bel:
    Geronimo:

    Das erste wird als erinnern übersetzt, das zweite als Wissen durch direkte Erfahrung.
    Ich sehe dich jetzt nun auf 6 Seiten so vorgehen und sehe noch immer nicht was du eigentlich sagen möchtest. Sag es doch klar ohne Gegenfrage.

    Es nützt Dir zwar überhaupt nix, wenn ich Dir das sage - Du mußt Dich schon selber anstrengen, und das machst Du offensichtlich nicht.
    Um das zu einem Ende zu bringen:

    Wenn es um die Erinnerung an eine eigene direkte Erfahrung handelt, wird abhijanati verwendet. Beispielsweise erinnert sich der Buddha (im selben Sutta) an Begebenheiten seiner Kindheit, wie er z.B. unter einem Baum saß - also mit abhijanati.
    Es müßte auch abhijanati stehen, wenn er sich in dieser Weise an seinen Wohnort oder Beruf in "seinen früheren Leben" stehen. Tuts aber nicht - anussarati hat dagegen die Bedeutung "bear in mind"; "be aware" - also einer Sache bewusst, gewahr, gewärtig sein, dieses beachtend; berücksichtigend. Das ist eine völlig andere Art von Erinnern - im Deutschen wie im Englischen umfaßt "erinnern" auch dieses Bedeutungsfeld.
    Genau so kannst Du es von mir schon im Archiv nachlesen und in dem von mir verlinkten Artikel wirde es auch so erklärt.

    Lieber Geronimo - Du hast in Deinem ersten Beitrag sehr für Kenntnis des PK plädiert - aber Dich mit einem Text wirklich intensiv auseinanderzusetzten, dafür fehlt es Dir entweder Talent und/oder die notwendige Entschlossenheit, wie man schon an diesem einfachen Beispiel sieht. Letzteres kann man ändern oder man macht was anderes - ohne mit habverdautem PK tumzuwedeln. Viel Glück auf dem Weg.

    _()_

    Entschuldigung, aber ich wusste die ganze Zeit garnicht was du überhaupt wolltest. Ich sah nur Fragen und Gegenfragen ohne für mich ersichtlichen Bezug.
    Deine Aussage jetzt macht die Sache klar, aber ich kann nicht sehen
    welchen Nutzen diese Darlegung jetzt hatte, da ich gegen diese Darstellung
    überhaupt nichts einzuwenden habe.

    Das "ich" nicht einfach von Geburt zu Geburt wandere, ist doch verständlich.
    Es ist immer ein neuer Mensch, jedoch grundlegend bedingt durch die Taten in
    vorigen Leben, daher "sind die Wesen Erben ihrer Taten, Kinder ihrer Taten...", und somit sind auch die Erinnerungen an vorige Leben verschieden von den
    Erinnerungen innerhalb eines Lebens. Es gibt ja auch kein abgeschlossenes, unabhängiges Wesen an sich, sondern nur den Prozess "Wesen". Somit erschließen sich manche Sachverhalte leichter.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • accinca
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    • 17. April 2011 um 21:32
    • #84
    Geronimo:
    bel:

    Es nützt Dir zwar überhaupt nix, wenn ich Dir das sage - Du mußt Dich schon selber anstrengen, und das machst Du offensichtlich nicht.
    Um das zu einem Ende zu bringen:

    Wenn es um die Erinnerung an eine eigene direkte Erfahrung handelt, wird abhijanati verwendet. Beispielsweise erinnert sich der Buddha (im selben Sutta) an Begebenheiten seiner Kindheit, wie er z.B. unter einem Baum saß - also mit abhijanati.
    Es müßte auch abhijanati stehen, wenn er sich in dieser Weise an seinen Wohnort oder Beruf in "seinen früheren Leben" stehen. Tuts aber nicht - anussarati hat dagegen die Bedeutung "bear in mind"; "be aware" - also einer Sache bewusst, gewahr, gewärtig sein, dieses beachtend; berücksichtigend. Das ist eine völlig andere Art von Erinnern - im Deutschen wie im Englischen umfaßt "erinnern" auch dieses Bedeutungsfeld.
    Genau so kannst Du es von mir schon im Archiv nachlesen und in dem von mir verlinkten Artikel wirde es auch so erklärt.

    Lieber Geronimo - Du hast in Deinem ersten Beitrag sehr für Kenntnis des PK plädiert - aber Dich mit einem Text wirklich intensiv auseinanderzusetzten, dafür fehlt es Dir entweder Talent und/oder die notwendige Entschlossenheit, wie man schon an diesem einfachen Beispiel sieht. Letzteres kann man ändern oder man macht was anderes - ohne mit habverdautem PK tumzuwedeln. Viel Glück auf dem Weg.


    Deine Aussage jetzt macht die Sache klar, aber ich kann nicht sehen
    welchen Nutzen diese Darlegung jetzt hatte, da ich gegen diese Darstellung
    überhaupt nichts einzuwenden habe.

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    Genau, zumal ein Ich weder in dem einen noch in dem anderen Fall
    weder vorhanden noch nötig ist, kann auch dies keinen Unterschied machen.
    Und lasse dich nicht einschüchtern wegen eines angeblichen Mangels an
    Talent oder Entschlossenheit.

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 21:44
    • #85
    accinca:

    Ein Unterschied ist in etwa wie wenn jemand unmittelbar
    weiß wie etwas war oder wenn jemand nachdenkt und sich dadurch erinnert.
    Was jeder Mensch weiß, viele Dinge sind gespeichert aber man kommt
    nicht immer dran. Das das Deutsche da ein Manko hat ist bedauerlich.


    Daß es am Deutschen liegt, ist doch ganz offensichtlich falsch, ich habe doch oben verschiedene deutsche Worte genannt, die man stattdessen verwenden kann - und sollte. Es bedaft dafür nur ein bissel Sprachkompetenz - zuerst in der eigenen Sprache.
    Es geht hier um "unmittelbare eigene Erfahrung" und nicht um den Modus der Erinnerung an diese Erfahrung - unmittelbar oder durch "Nachdenken".

    _()_

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 21:58
    • #86
    Geronimo:

    Das "ich" nicht einfach von Geburt zu Geburt wandere, ist doch verständlich.
    Es ist immer ein neuer Mensch, jedoch grundlegend bedingt durch die Taten in
    vorigen Leben,


    Das ist nur ne Behauptung, keinerlei Ableitung

    Geronimo:

    daher "sind die Wesen Erben ihrer Taten, Kinder ihrer Taten..."


    Was nix mit Wiedergeburt eines "neuen Menschen, jedoch grundlegend bedingt durch die Taten in
    (seinem) vorigen Leben" zu tun hat

    Geronimo:

    Es gibt ja auch kein abgeschlossenes, unabhängiges Wesen an sich, sondern nur den Prozess "Wesen". Somit erschließen sich manche Sachverhalte leichter.


    Weil es kein unabhängiges Wesen gibt und "Wesen" nur ein Prozess ist, ist es völlig zweitrangig, welchen Personen-Namen man diesem Prozess zuordnet. Ich bin deshalb auch Erbe Deiner Taten und Du der Erbe meiner Taten - das ist der entscheidende Punkt. Weil wir beide uns als Wesen in unserem Durst und Ergeifen nicht unterscheiden.

    _()_

  • Geronimo
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    2. April 2011
    • 17. April 2011 um 22:07
    • #87
    bel:
    Geronimo:

    Das "ich" nicht einfach von Geburt zu Geburt wandere, ist doch verständlich.
    Es ist immer ein neuer Mensch, jedoch grundlegend bedingt durch die Taten in
    vorigen Leben,


    Das ist nur ne Behauptung, keinerlei Ableitung

    Geronimo:

    daher "sind die Wesen Erben ihrer Taten, Kinder ihrer Taten..."


    Was nix mit Wiedergeburt eines "neuen Menschen, jedoch grundlegend bedingt durch die Taten in
    (seinem) vorigen Leben" zu tun hat

    Geronimo:

    Es gibt ja auch kein abgeschlossenes, unabhängiges Wesen an sich, sondern nur den Prozess "Wesen". Somit erschließen sich manche Sachverhalte leichter.


    Weil es kein unabhängiges Wesen gibt und "Wesen" nur ein Prozess ist, ist es völlig zweitrangig, welchen Personen-Namen man diesem Prozess zuordnet. Ich bin deshalb auch Erbe Deiner Taten und Du der Erbe meiner Taten - das ist der entscheidende Punkt. Weil wir beide uns als Wesen in unserem Durst und Ergeifen nicht unterscheiden.

    _()_

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    So verstehe ich es zumindest beim Studium des Palikanon.
    Hast du zu deiner letzten Aussage auch eine Lehrrede zur Hand,
    die die Bedeutung dessen zur individuellen Leidverringerung herausstellt,
    bzw. welchen praktischen Nutzen hätte diese Erkenntnis?

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

    2 Mal editiert, zuletzt von Geronimo (17. April 2011 um 22:13)

  • accinca
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    • 17. April 2011 um 22:10
    • #88
    bel:
    accinca:

    Ein Unterschied ist in etwa wie wenn jemand unmittelbar
    weiß wie etwas war oder wenn jemand nachdenkt und sich dadurch erinnert.
    Was jeder Mensch weiß, viele Dinge sind gespeichert aber man kommt
    nicht immer dran. Das das Deutsche da ein Manko hat ist bedauerlich.


    Daß es am Deutschen liegt, ist doch ganz offensichtlich falsch, ich habe doch oben verschiedene deutsche Worte genannt, die man stattdessen verwenden kann - und sollte. Es bedaft dafür nur ein bissel Sprachkompetenz - zuerst in der eigenen Sprache.
    Es geht hier um "unmittelbare eigene Erfahrung" und nicht um den Modus der Erinnerung an diese Erfahrung - unmittelbar oder durch "Nachdenken".


    Er erinnerte sich also gar nicht daran sondern sieht unmittelbar
    was er damals alles so gemacht und welchen Beruf er hatte?

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 22:18
    • #89
    accinca:
    bel:


    Daß es am Deutschen liegt, ist doch ganz offensichtlich falsch, ich habe doch oben verschiedene deutsche Worte genannt, die man stattdessen verwenden kann - und sollte. Es bedaft dafür nur ein bissel Sprachkompetenz - zuerst in der eigenen Sprache.
    Es geht hier um "unmittelbare eigene Erfahrung" und nicht um den Modus der Erinnerung an diese Erfahrung - unmittelbar oder durch "Nachdenken".


    Er erinnerte sich also gar nicht daran sondern sieht unmittelbar
    was er damals alles so gemacht und welchen Beruf er hatte?

    "er" doch nicht wie Du denkst, sondern ein Prozess "Wesen" gleich ihm, wie dieser Prozess eben jetzt, vorher und nachher in jedem Augenblick vielfach potenziert, immer wieder abläuft - dessen wurde er im Erwachen gewahr.

    _()_

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 23:30
    • #90
    Geronimo:

    Hast du zu deiner letzten Aussage auch eine Lehrrede zur Hand,
    die die Bedeutung dessen zur individuellen Leidverringerung herausstellt,
    bzw. welchen praktischen Nutzen hätte diese Erkenntnis?

    "Persönliche Leidverringerung gibt es nur auf Kosten anderer.
    Mal abgesehen davon, daß der Buddha vollständige Befreiung vom dukkha lehrte, kann es Leid"verringerung" nur für alle geben.
    Und wenn man das nicht begreift, hat man auch nicht wirklich begriffen, was es heißt "kein isoliertes ICH", nämlich mit allen verbunden - dann kann es auch aus diesem Grunde keine persönliche Leidverringerung geben, von Befreiung ganz zu schweigen.

    Prominente Sutta: A.III. 66 Die Rede an die Kālāmer

    _()_

  • accinca
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    • 17. April 2011 um 23:37
    • #91
    bel:
    accinca:


    Er erinnerte sich also gar nicht daran sondern sieht unmittelbar
    was er damals alles so gemacht und welchen Beruf er hatte?


    "er" doch nicht wie Du denkst, sondern ein Prozess "Wesen" gleich ihm, wie dieser Prozess eben jetzt, vorher und nachher in jedem Augenblick vielfach potenziert, immer wieder abläuft - dessen wurde er im Erwachen gewahr.


    Erstens weiß du überhaupt nicht was "Du" denkt und zweitens
    sprach ich nicht von Erwachen. Wie z.B. aus D1 hervorgeht, gibt es
    auch die Möglichkeit von Erinnerungen an frühere Leben ganz ohne Erwachung.

  • Kapitulation
    Gast
    • 17. April 2011 um 23:42
    • #92

    @bell
    Die Formulierung "mit allen verbunden" würde ich kritisch sehen, da die Frage auftaucht, wer da mit allen verbunden ist. Es ist Nicht-Ich 1 (erlebter
    Ich-Pol als Individuum) mit Nicht-Ich 2 (Gegenpol, der als Außenwelt interpretiert wird). Aber wie auch immer: Beides Nicht-Ich, beides unwesentlich, beides letzten Endes zu überwinden. Leidverringerung für mich heißt für die anderen nichts, da nicht das Nicht-Ich befreit wird, dieses wird überwunden, transzendiert.
    Was wird wiedergeboren? Das bißchen Wurzel, das der körperliche Tod hat stehen lassen (vinnana/citta), dieses entwickelt sich dann wieder neu unter den karmischen Bedingungen. Da vinnana aber -wie alle anderen khandha auch- Nicht-Ich ist, wird immer nur Nicht-Ich wiedergeboren. Aber der Erwachte kann diesen Anhaftungsprozess über unzählige Jahre zurück verfolgen und denkt sich vielleicht: "Mann, was war ich doch blöd all die Weltzeitalter lang, in denen ich dies für mein Selbst hielt."

  • bel
    Gast
    • 17. April 2011 um 23:51
    • #93
    Kapitulation:

    Mit allen verbunden würde ich kritisch sehen, da die Frage auftaucht, wer da mit allen verbunden ist.


    Ist doch kein Problem - etwas was konventionell mit einem einen Namen belegt wird.

    Kapitulation:

    Leidverringerung für mich heißt für die anderen nichts, da nicht das Nicht-Ich befreit wird, dieses wird überwunden, transzendiert.


    Das ist bei mir Befreiung/Überwindung. Verringerung ist etwas graduelles.

    Kapitulation:

    Was wird wiedergeboren? Das bißchen Wurzel, das der körperliche Tod hat stehen lassen (vinnana/citta), dieses entwickelt sich dann wieder neu unter den karmischen Bedingungen.


    Ah, wo soll die Wurzel inzwischen sein, wenn nama-rupa nicht mehr existert. Vinnana kann nicht frei flottieren :)

    _()_

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (18. April 2011 um 00:08)

  • Kapitulation
    Gast
    • 17. April 2011 um 23:54
    • #94

    vinnana startet den neuen Lebensprozess und bestimmt dieses dadurch maßgeblich qualitativ mit. In der Debes/Schäfer-Interpretation heißt es das Herz - welches natürlich auch anatta ist - "wandert" weiter in ständiger Veränderung, aber immer bedingt durch Vorheriges.

  • bel
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:07
    • #95
    Kapitulation:

    vinnana startet den neuen Lebensprozess und bestimmt dieses dadurch maßgeblich qualitativ mit. In der Debes/Schäfer-Interpretation heißt es das Herz - welches natürlich auch anatta ist - "wandert" weiter in ständiger Veränderung, aber immer bedingt durch Vorheriges.


    Vinnana startet nix, sondern ist durch namarupa bedingt (D15)

    _()_

  • Kapitulation
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:25
    • #96

    Nein, das ist falsch, umgekehrt ist es richtig.

    Aus der Voraussetzung Bewusstsein entsteht "Name und Körper", so habe ich gesagt. Das ist so zu verstehen: Wenn nämlich das Bewusstsein nicht in einen Mutterschoß hinabstiege, würde dann in diesem Mutterschoß "Name und Körper" entstehen?
    Gewiss nicht, Herr (D15,21)

  • Kapitulation
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:29
    • #97

    Drei Dinge sind erforderlich, damit ein Wesen zustande kommt: Eine empfängisbereite Mutter, ein Vater und ein Geist (gandhabba).
    M38 und M93
    Verglichen mit D15, 21 steht gandhabba für vinnana. Richtig?!

  • berndschneider
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:44
    • #98

    Dass man den Pali-Kanon nicht unbedingt braucht, kann ich ganz einfach erklären. In der Mahayana-Schule des Zen sind noch als Pfeiler sila (Gebote), samadhi (meditative Versenkung) und prajna (Weisheit) von Bedeutung. Die sila kennt hierzulande im Grunde jeder als guten Benimm und an denen muss explizit von vielen Menschen entweder wenig gearbeitet werden oder man kann sich den Sinn (z.B. andere nicht anzulügen) auch so klarmachen. Die Meditation wird im Zen als voller Lotussitz angestrebt, und mit geradem Rücken, schon da wird man unter Anhängern des Palikanon anderes finden. Im Grunde kann man auf diese Haltung auch über Yoga usf. kommen, da braucht man den Buddhismus nicht für. Auch die Techniken der Atembeobachtung und der Umgang mit Gedanken und Begriffen unterscheiden sich von Schule zu Schule, jedenfalls wäre man auch ohne Dogen Zenji darauf gekommen, über Gegensätze hinauszugehen und ohne andere Zen-Meister, nicht an Gedanken festzuhalten. Bleibt die Weisheit, aber jeder von uns dürfte weise Menschen kennen, die keine Buddhisten sind oder nicht meditieren und dennoch zu ähnlichen Anschauungen wie buddhistische Meister gelangen (nehmen wir Laotse, Alan Watts). So könnte man weiter dekonstruieren, um festzustellen, dass diejenigen, die den Verzicht auf den Pali-Kanon für unmöglich halten, ein Stützkorsett brauchen, weil sie psychisch anders gestrickt sind als manch freier Zen-Geist. Ein Zen-Buddhist kann rechtes Verhalten, rechte Versenkung usf. allein über die Zen-Praxis erfassen. Aus dieser Praxis entsteht die Verwirklichung der Gebote und die Weisheit, keineswegs entseht aber samadhi durch bloßes Einhalten der Gebote, noch entsteht daraus zwangsläufig Weisheit. Dass sich die großen Zen-Meister zuweilen auch mit dem Palikanon beschäftigten, ist da kein Gegenargument, denn man kann bei praktisch allen aufzeigen, was sie gelesen haben und was nicht, auch in Bezug auf Mahayana-Sutren. Davon hing dann ihr eigenes Lehren maßgeblich ab. Insofern waren sie sehr menschlich. Steht uns ein umfassenderes Instrumentarium zur Verfügung (mehr Texte und Zeit zum Lesen, neue Erkenntnisse), werden wir anders lehren. Nur an der Vorstellung der meditativen Versenkung als Kern des Pfades hat sich nichts geändert. Was schließlich Weisheit ist, kann nur schwer ermessen werden (eigentlich nur von Weisen selbst). Dies ist natürlich eine typische Zen-Sicht: Die Wahrheit liegt außerhalb der Schriften, der Pfad ist ein (meditativer) Übungsweg.

  • bel
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:48
    • #99
    Kapitulation:

    Drei Dinge sind erforderlich, damit ein Wesen zustande kommt: Eine empfängisbereite Mutter, ein Vater und ein Geist (gandhabba).
    M38 und M93
    Verglichen mit D15, 21 steht gandhabba für vinnana. Richtig?!

    Nein. Für "Lebenskraft" (M43). Ist ein vedisches Bild.
    Man muß schon D15 lesen.
    _()_

  • bel
    Gast
    • 18. April 2011 um 00:57
    • #100
    Kapitulation:

    Nein, das ist falsch, umgekehrt ist es richtig.

    Aus der Voraussetzung Bewusstsein entsteht "Name und Körper", so habe ich gesagt. Das ist so zu verstehen: Wenn nämlich das Bewusstsein nicht in einen Mutterschoß hinabstiege, würde dann in diesem Mutterschoß "Name und Körper" entstehen?
    Gewiss nicht, Herr (D15,21)

    Tja, nur ist hier okkamati grob falsch übersetzt. Im PTS-Wörterbuch ausdrücklich mit Beispiel illustriert.
    Senkt sich etwa Schlaf von irgendwo außen her hinab? Nein, es ist eine interne Veränderung.
    So muß man auch okkamati übersetzen.

    Es ist mehr als deutlich in D15 dagestellt, daß sich namarupa und vinnana gegenseitig in jedem Moment bedingen. Sie entstehen auch im selben Moment. Das ist eine untrennbare Einheit. Oder anders gesagt, getrennt existiert nix von dem.
    Zerfällt namarupa, zerfällt auch vinnana.
    Zerfällt vinnana, zerfällt namarupa.

    _()_

    3 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (18. April 2011 um 01:09)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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