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  1. Buddhaland Forum
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"Der Buddhismus steht der Welt gleichgültig gegenüber"

  • Bodo
  • 14. April 2011 um 00:04
  • Zum letzten Beitrag
  • brigittefoe
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    • 18. April 2011 um 00:36
    • #51
    Aiko:
    brigittefoe:

    werter drache,
    hab ich irgendwo schon mal gesagt,
    daß die Christen, diese so sinnvolle Meditationsform des Zazen nicht anbieten !


    Wie kommst du darauf? Es gibt seit vielen Jahren viele Angebote von Zazen für und bei Christen.

    Zitat


    ... und das ich mich nicht erklären muß, ist noch toller; kann ich nämlichst tatsächlich nicht.


    Klar doch - weil du nicht gemeinsam mit einem erfahrenden Lehrer praktizierst. Der würde dir sehr schnell zeigen, dass es nur ein Trick ist, zu meinen man könne nicht erklären. Du müsstest da schon zeigen, wie deine Erfahrung ist.
    Also hast du lieber gleich drauf verzichtet und redest dir ein, es gäbe im Christlichen kein Zen.

    Zitat


    Das hängt mit meiner meditativen Erfahrung zusammen, die ich einmal im Hause der Stille hatte,
    wo ein Schweigeretread von einer Woche stattfand -
    und einmal während intensiver Exerzitien.
    Ein intensives Erleben, wo gleichzeitig Phänomene erfahren werden, die nicht in Worte wiederzugeben
    sind, hat mir persönlich die Gewissheit gegeben, daß alles existieren kann in diesem unendlichen Raum.
    Ich wäre auch nicht im Buddhaland, hätte ich mich nicht von der Vorstellung eines Ich lösen können,
    nach diesem Ereignis.
    In einem einzigen Augenblick fallen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen und es
    gibt nur eine unbegrenzte Weite ohne Form. Diese mir so wundervolle, mein Herz erwärmende
    Vision, was immer es war, dafür reichen meine Worte nicht aus. Jedem wünsche ich eine solche
    Erfahrung; wie sie auch aussehen mag, denn viele Mystiker der unterschiedlichen Religionen
    beschreiben sie tatsächlich anders, haben aber einen gemeinsamen Konsens.
    Glückseligkeit.
    LG

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    Zitat


    Ja, wenn du dich so mit den Mystikern als Eins siehst - nur sind die da nicht stehen geblieben und auch diese Erfahrung ist kein Zazen - man nennt das Zen-Krankheit, wenn man bei diesem Erlebnis, dieser Erfahrung stehen bleibt und meint, alles wäre gut.

    _()_

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    Die Wolke des Nichtwissens ist mein Leitfaden -
    und wo sollte ich stehenbleiben ?
    Etwa bei dieser Erfahrung ?
    NEE, sie kann nicht ALL-ES sein, höchstens ein Einblick,
    ein momentaner Augenblick , mehr nicht.
    LG

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Aiko
    Gast
    • 18. April 2011 um 08:58
    • #52
    brigittefoe:


    Die Wolke des Nichtwissens ist mein Leitfaden -
    und wo sollte ich stehenbleiben ?
    Etwa bei dieser Erfahrung ?
    NEE, sie kann nicht ALL-ES sein, höchstens ein Einblick,
    ein momentaner Augenblick , mehr nicht.
    LG

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    Die Wolke des Nichtwissens ist eine ziemlich gute Anleitung für die Praxis, wenn man sie lesen kann und versteht.
    Die Erfahrung ist immer nur der momentane Augenblick.

    _()_

  • Simo
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    17. April 2011
    • 18. April 2011 um 10:17
    • #53

    Lieber Bodo,
    Ich denke nicht, dass der Buddhismus der Welt und dem Leid gleichgültig gegenüber steht. Das Leid ist da, da gibt es keinen Zweifel. Der Buddhismus sucht da eben nur nach einer langfristigen und sozusagen endgültigen Lösung :) nämlich dem beseitigen der Unwissenheit. Und das passiert eben durch Buddhas Lehre und Meditation. Der Buddha erkannte allerdings auch die vergängliche und illusorische Natur der Welt und der Wesen in ihr und riet deshalb diese Bedingte Welt nicht zu ernst zu nehmen :D. Da es die anderen Wesen allerdings tun und für sie somit das Leid sehr real ist sollte man ihnen natürlich helfen. Ganz wichtig : Mitgefühl, was nicht heißt mit feuchten Augen in einer Höhle zu sitzen, sondern auch harte Arbeit bedeutet. Ich denke vor allem an einem selbst, dass man immer mehr in der Lage ist anderen zu helfen.

    Alles Gute,

    Simo

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • crazy-dragon
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    • 18. April 2011 um 21:58
    • #54
    brigittefoe:


    was meinst Du mit "Psalm" ?

    Du trägst quasi Dein Christentum vor Dir her, obwohl Du nur einiges davon akzeptierst. Aiko handhabt das anders. Vielleicht versteht die, was ich meine...Du bist Christin, die Zazen übt, Aiko ist Aiko.
    Lieber Gruß,
    c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

    Einmal editiert, zuletzt von crazy-dragon (19. April 2011 um 17:47)

  • Helmut9
    Gast
    • 18. April 2011 um 23:35
    • #55
    Aiko:
    brigittefoe:


    Die Wolke des Nichtwissens ist mein Leitfaden -
    und wo sollte ich stehenbleiben ?
    Etwa bei dieser Erfahrung ?
    NEE, sie kann nicht ALL-ES sein, höchstens ein Einblick,
    ein momentaner Augenblick , mehr nicht.
    LG

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    Die Wolke des Nichtwissens ist eine ziemlich gute Anleitung für die Praxis, wenn man sie lesen kann und versteht.
    Die Erfahrung ist immer nur der momentane Augenblick.

    _()_

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    Die Wolke war mir sofort verständlich, habe sie erst zwei Jahre nach Zen entdeckt. :)

  • Bishafu_2
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    • 19. April 2011 um 00:24
    • #56
    crazy-dragon:

    Geduld? Dich Witzbold sitze ich lässig auf einer Arschbacke aus... :D Außerdem genügen beim Wort " treffen " locker 2 ff, denn das 3. samt ! zeigen nur Deine Emotion... :P

    _()_ c.d.


    Na denn, dann sitz mal schön! Emotionen kommen und gehen. Stehst du ihnen gleichgültig gegenüber (als alter Zennie)?

  • BigR
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    2. Januar 2010
    • 19. April 2011 um 04:35
    • #57

    @ Onda

    Zitat

    Ist das nicht ein etwas schlichtes Bild, das du da vom Buddhismus zeichnest? Samsara schlecht - Nirwana gut? Wenn es Bestandteil der buddhistischen Geistesschulung ist, Aversionen und Anhaften zu überwinden, so wäre es doch widersinnig, Samsara "ablehnend" gegenüber zu stehen. Oder? Und wie ist es mit dem Mitgefühl? Das sich nur in Samsara (der konventionellen/historischen Wirklichkeit) wirkend entfalten kann?

    Das sehe ich genauso. Die Bewertung von die Welt ist gut oder schlecht oder Samsara ist gut oder schlecht ist aus meiner (und ich betone aus meiner persönlichen Sicht) kontraproduktiv. Wenn ich etwas schlecht finde dann hafte ich an dem Gedanken, dass es schlecht ist und wenn ich etwas überwinden will so werde ich es nie überwinden. Solange ich etwas will ist das alles eher Wunschdenken.

    Oftmals denken Menschen, dass sie etwas überwunden haben dabei flüchten sie nur und weichen dem ganzen aus. Wenn man sie dann damit konfrontiert leiden sie doch wieder darunter.

    mfg
    Rainer

    "Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt. "

  • Kusala
    Gast
    • 19. April 2011 um 05:20
    • #58
    BigR:

    Solange ich etwas will ist das alles eher Wunschdenken.

    Ein heilsames "Wollen" ist aber auf dem Weg unabdingbar. Den Pfad zu gehen setzt oftmals sehr viel (Viriya) Willenskraft und Anstrengung voraus.
    Ohne Willenskraft wird man "Rechte Anstrengung", "Rechte Achtsamkeit" und "Rechte Geistessammlung" nicht bewerkstelligen können.
    Siehe DER EDLE ACHTFACHE PFAD

    Den Weg und das Ziel gilt es nicht aus den Augen zu lassen.

  • Hanzze
    Gast
    • 19. April 2011 um 05:59
    • #59

    Kann man den Willen mit Willen überwinden? Gleich - gültig ist eigentlich ein schönes Wort. Vielleicht macht aber "gültig" gleich so schwer. Gibt es Gültigkeit ohne wollen? Verlieren die Dinge ohne wollen ihre Gültigkeit?

    Vielleicht kann man die allgemeine Gültigkeit als eine die der Logik entspricht bezeichnen und die tiefe Gültigkeit als eine die wirklich ist. Es ist friedlich wenn die Dinge als solches erkannt werden. Das Hindernis ist die Sicht, klare Sicht. *schmunzel*

    Kein Ismus wird je der Welt gleichgültig gegenüber stehen. Und dennoch gibt es den Weg in die "Gleichgültigkeit". Nein, Buddhismus steht der Welt nicht "gleichgültig" gegenüber. Gut oder schlecht?

  • BigR
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    • 19. April 2011 um 09:06
    • #60
    Zitat

    Ein heilsames "Wollen" ist aber auf dem Weg unabdingbar.

    Die Frage erscheint mir als interessant was jemand will wenn er sich ganz am Anfang befindet und sich mit Buddhismus beschäftigt. Wie kann also jemand den Wunsch haben zu verlöschen, zu verwehen wenn er gar nicht weiß was das heißt? Die meisten werden sich doch wohl gegen solche Gedankengänge wehren oder wie seht ihr das?

    Ich stimme Dir natürlich zu, dass man einen Willen braucht. Beobachte aber bei mir persönlich, dass ich sehr viel weiter komme wenn ich aufhöre mir bestimmte Weltbilder zu erschaffen. Allerdings vergegenwärtige ich mir oft, dass das Leben letztendlich leidvoll ist. Für mich ist das so aber davon lasse ich mich nicht zu sehr beeinflussen denn auch das sind letztendlich nur Hilfestellungen. Die aber auch hilfreich sein können. Man muss aber auch lernen richtig mit solchen Aussagen umzugehen.

    mfg
    Rainer

    "Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt. "

  • accinca
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    • 19. April 2011 um 09:20
    • #61
    BigR:
    Zitat

    Ein heilsames "Wollen" ist aber auf dem Weg unabdingbar.


    Die Frage erscheint mir als interessant was jemand will wenn er sich ganz am Anfang befindet und sich mit Buddhismus beschäftigt. Wie kann also jemand den Wunsch haben zu verlöschen, zu verwehen wenn er gar nicht weiß was das heißt? Die meisten werden sich doch wohl gegen solche Gedankengänge wehren oder wie seht ihr das?


    Es ist immer ungünstig den letzten Schritt vor dem ersten Schritt machen zu wollen.

  • Bishafu_2
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    • 19. April 2011 um 12:11
    • #62
    BigR:

    @ Onda

    Zitat

    Ist das nicht ein etwas schlichtes Bild, das du da vom Buddhismus zeichnest? Samsara schlecht - Nirwana gut? Wenn es Bestandteil der buddhistischen Geistesschulung ist, Aversionen und Anhaften zu überwinden, so wäre es doch widersinnig, Samsara "ablehnend" gegenüber zu stehen. Oder? Und wie ist es mit dem Mitgefühl? Das sich nur in Samsara (der konventionellen/historischen Wirklichkeit) wirkend entfalten kann?

    Das sehe ich genauso. Die Bewertung von die Welt ist gut oder schlecht oder Samsara ist gut oder schlecht ist aus meiner (und ich betone aus meiner persönlichen Sicht) kontraproduktiv. Wenn ich etwas schlecht finde dann hafte ich an dem Gedanken, dass es schlecht ist und wenn ich etwas überwinden will so werde ich es nie überwinden. Solange ich etwas will ist das alles eher Wunschdenken.

    Oftmals denken Menschen, dass sie etwas überwunden haben dabei flüchten sie nur und weichen dem ganzen aus. Wenn man sie dann damit konfrontiert leiden sie doch wieder darunter.

    Ja, dem stimme ich zu. Meist findet sich die Wahrheit zwischen den Extremen und ist von Person zu Person unterschiedlich.
    Gruß
    Bishafu

  • accinca
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    • 19. April 2011 um 13:28
    • #63
    BigR:

    Die Bewertung von die Welt ist gut oder schlecht oder Samsara ist gut oder schlecht ist aus meiner (und ich betone aus meiner persönlichen Sicht) kontraproduktiv. Wenn ich etwas schlecht finde dann hafte ich an dem Gedanken, dass es schlecht ist und wenn ich etwas überwinden will so werde ich es nie überwinden. Solange ich etwas will ist das alles eher Wunschdenken.


    Das ist in der Lehre anders. Wenn man sich als Lehrnachfolger
    etwas gutes wünscht ist nach der Lehre alles anders. Es gibt da
    sogar eine Lehrrede die heißt: "Wunsch um Wünsche" (Ākankheyyasutta)
    Die geht so:

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Wär' ich doch den Ordensbrüdern lieb und genehm, wert und gewichtig, dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, Ihr Mönche, ein Mönch:

    'Hätt' ich nur Kleidung, Nahrung, Lagerstatt und Arzneien für den Fall einer Krankheit', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Denen, die mir da Kleidung, Nahrung, Lagerstatt und Arzneien für den Fall einer Krankheit spenden, sollen diese Gaben hohes Verdienst bringen, hohe Förderung', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Die dahingegangenen, verstorbenen Blutsverwandten, die meiner in Liebe gedachten, sollen hohes Verdienst darum haben, hohe Förderung', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Der Unmutslust will ich Herr sein, mich soll Unmut nicht beherrschen, aufgestiegenen Unmut werd' ich siegreich überwinden', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Der Furcht und Angst will ich Herr sein, mich soll Angst und Furcht nicht beherrschen, aufgestiegene Furcht und Angst werd' ich siegreich überwinden', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Die vier Vertiefungen (jhāna), die das Herz erquicken, schon im Leben beseligen, könnt' ich doch diese sehnend erlangen, in ihrer Fülle und Weite', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Jene heiligen Erlösungen, die, jenseit der Formen, keinerlei Form behalten, die will ich leibhaftig erfahren und finden', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Könnt' ich doch nach Vernichtung der drei Fesseln den Stromeintritt (sotāpanna) gelangen, dem Verderben entronnen zielbewußt der vollen Erwachung entgegeneilen', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Möcht' ich doch nach Vernichtung der drei Fesseln, von Gier, Haß und Verblendung erleichtert, fast schon geläutert, nur einmal wiederkehren, nur einmal noch zu dieser Welt gekommen dem Leiden ein Ende machen', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Würd' ich doch nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln (samyojana) emporsteigen, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückkehren (siehe anāgāmí) nach jener Welt', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Geläng' es mir doch, auf mannigfaltige Weise Machtentfaltung (iddhi) zu erfahren: als nur einer etwa vielfach zu werden, und vielfach geworden wieder einer zu sein; oder sichtbar und unsichtbar zu werden; auch durch Mauern, Wälle, Felsen hindurchzuschweben wie durch die Luft; oder auf der Erde auf- und unterzutauchen wie im Wasser; auch auf dem Wasser zu wandeln ohne unterzusinken wie auf der Erde; oder auch durch die Luft sitzend dahinzufahren wie der Vogel mit seinen Fittichen; auch etwa diesen Mond und diese Sonne, die so mächtigen, so gewaltigen, mit der Hand zu befühlen und zu berühren, etwa gar bis zu den Brahmawelten den Körper in meiner Gewalt zu haben', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Wenn ich doch mit dem himmlischen Gehör, dem geläuterten, über menschliche Grenzen hinausreichenden, beide Arten der Töne hörte, die himmlischen und die irdischen, die fernen und die nahen', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Wär' es mir doch gegeben, der anderen Wesen, der anderen Personen Herz im Herzen zu schauen und zu erkennen, das begehrliche Herz als begehrlich und das begehrlose Herz als begehrlos, das gehässige Herz als gehässig und das haßlose Herz als haßlos, das irrende Herz als irrend und das irrlose Herz als irrlos, das gesammelte Herz als gesammelt und das zerstreute Herz als zerstreut, das hochstrebende Herz als hochstrebend und das niedrig gesinnte Herz als niedrig gesinnt, das edle Herz als edel und das gemeine Herz als gemein, das beruhigte Herz als beruhigt und das ruhelose Herz als ruhelos, das erlöste Herz als erlöst und das gefesselte Herz als gefesselt', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönch, ein Mönch:

    'Wär' ich doch imstande, mich an manche verschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, dann an drei Leben, dann an vier Leben, dann an fünf Leben, dann an zehn Leben, dann an zwanzig Leben, dann an dreißig Leben, dann an vierzig Leben, dann an fünfzig Leben,dann an hundert Leben,dann an tausend Leben, dann an hundertausend Leben, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenvergehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen-Weltenvergehungen, 'Dort war ich, jenen Namen hatte ich, jener Familie gehörte ich an, das war mein Stand, das mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende, dort verschieden trat ich anderswo wieder ins Dasein, da war ich nun, diesen Namen hatte ich, dieser Familie gehörte ich an, dies war mein Stand, dies mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende, da verschieden trat ich hier wieder ins Dasein', wär' ich doch also imstande, mich an manche verschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, mit je den eigentümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    'Hätt' ich doch das himmlische Auge, das geläuterte, über menschliche Grenzen hinausreichende, die Wesen zu sehn, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh' ich doch wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren, 'Diese lieben Wesen sind freilich in Taten dem Schlechten zugetan, in Worten dem Schlechten zugetan, in Gedanken dem Schlechten zugetan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, tun Verkehrtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf den Abweg, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in untere Welt, jene lieben Wesen sind aber in Taten dem Guten zugetan, in Worten dem Guten zugetan, in Gedanken dem Guten zugetan, tadeln nicht Heiliges, achten Rechtes, tun Rechtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf gute Fährte, in selige Welt', könnt' ich doch also mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Grenzen hinausreichenden, die Wesen erkennen, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh' ich doch wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:
    'Könnt' ich doch den Wahn versiegen und die wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten (nibbāna) mir offenbar machen, verwirklichen und erringen', dann soll er nur:

    vollkommene Sittlichkeit üben, (silisu pari-pūra-kārí)
    innige Geistesruhe erkämpfen, (ajjhatam (bei sich) ceto-samātha)
    der Vertiefung nicht widerstreben, (anuyutto (angejocht) a-nirā-kata-jjhāna)
    den Klarblick gewinnen, (vipassanāya-samannā-gato)
    ein Freund einsamer Orte sein. (brúhetā sunnā-gārānam)

    "'Bewahret Sittlichkeit, Mönche, bewahret Reinheit:

    Reinheit hegend und pflegend bewahret im Handel und Wandel; vor geringstem Fehl auf der Hut schreitet beharrlich weiter Schritt um Schritt': wurde das gesagt, so war es darum gesagt."

    Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

    Ergo - es kommt auf die richtigen Wünsche an.

  • Bishafu_2
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    • 19. April 2011 um 14:41
    • #64
    accinca:
    BigR:

    Die Bewertung von die Welt ist gut oder schlecht oder Samsara ist gut oder schlecht ist aus meiner (und ich betone aus meiner persönlichen Sicht) kontraproduktiv. Wenn ich etwas schlecht finde dann hafte ich an dem Gedanken, dass es schlecht ist und wenn ich etwas überwinden will so werde ich es nie überwinden. Solange ich etwas will ist das alles eher Wunschdenken.


    Das ist in der Lehre anders. Wenn man sich als Lehrnachfolger
    etwas gutes wünscht ist nach der Lehre alles anders. Es gibt da
    sogar eine Lehrrede die heißt: "Wunsch um Wünsche" (Ākankheyyasutta)
    Die geht so:

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    ...

    Alles anzeigen


    Hallo accina,
    es geht hier nicht um das "Wünschen" im Sinne deines Zitats, sondern um "Wunschdenken", welches eine Verleugnung der Realität darstellt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wunsch#Wunschdenken
    Natürlich kann man sich durch "Wünsche" im Sinne deines Zitas eine neue Realität schaffen, aber das verleugnet nicht die momentane Realität.
    Die Unterschiede sind fein ...
    Gruß
    Bishafu

  • accinca
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    • 19. April 2011 um 14:58
    • #65
    Bishafu_2:
    accinca:


    Das ist in der Lehre anders. Wenn man sich als Lehrnachfolger
    etwas gutes wünscht ist nach der Lehre alles anders. Es gibt da
    sogar eine Lehrrede die heißt: "Wunsch um Wünsche" (Ākankheyyasutta)
    Die geht so:

    "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch:

    ...

    Alles anzeigen


    Hallo accina,
    es geht hier nicht um das "Wünschen" im Sinne deines Zitats, sondern um "Wunschdenken", welches eine Verleugnung der Realität darstellt.

    Alles anzeigen


    Schön, daß du es sagst.

  • BigR
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    • 19. April 2011 um 16:48
    • #66

    accinca, ist es nicht so, dass wenn sich jemand wünscht zu erlöschen und Nirvana anstrebt dieser nicht schon sehr weit sein muss? Ich habe noch vor 2 Jahren zu jemandem gesagt, dass ich keine Erleuchtung anstrebe. Heute bind ich mir relativ sicher, dass ich genau dies tue. Ob ich das schaffe steht auf einem anderen Blatt aber irgendwann ist man vermutlich „so weit“ dass es eben kein Zurück mehr gibt... Man muss weitermachen!

    mfg
    Rainer

    "Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt. "

  • Dorje Sema
    Gast
    • 19. April 2011 um 17:48
    • #67

    Bitte schön hier ist das angesprochene
    M. 6. Wunsch um Wünsche - Ākankheyya Sutta

    Zitat

    BigR: accinca, ist es nicht so, dass wenn sich jemand wünscht zu erlöschen und Nirvana anstrebt dieser nicht schon sehr weit sein muss?

    Nun ich heiße zwar nicht accinca,
    aber;
    wie weit soll den weit sein ?
    IMHO: Ein gewisses Maß an Vertrauen in und zum Buddha den Dharma die Sangha [ariya],
    [siehe Zuflucht]
    als auch Geistesruhe sollte schon vorhanden sein,
    zudem das einhalten der fünf silas.
    Der Rest ergibt sich bei regelmäßiger Praxis zumeist spontan ohne das man ein gelehrter
    Intellektueller Überflieger werden brauch,
    weil die belehrt 'man' dann,
    eben ganz pragmatisch.
    Aber bitte nicht die eigene Anstrengung & Aspiration dabei aus den Augen verlieren.
    Dann klappt das auch mit den Wünschen !
    Dir alles gute und heilsame BigR

    Sarva mangalam

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • accinca
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    • 19. April 2011 um 18:23
    • #68
    BigR:

    accinca, ist es nicht so, dass wenn sich jemand wünscht zu erlöschen und Nirvana anstrebt dieser nicht schon sehr weit sein muss? Ich habe noch vor 2 Jahren zu jemandem gesagt, dass ich keine Erleuchtung anstrebe. Heute bind ich mir relativ sicher, dass ich genau dies tue. Ob ich das schaffe steht auf einem anderen Blatt aber irgendwann ist man vermutlich „so weit“ dass es eben kein Zurück mehr gibt... Man muss weitermachen!


    Ja es ist wie auf einer Reise zwar ist das Endziel das eigentliche Ziel,
    aber es gibt eben auch Zwischenziele. Eines ist z.B. das lückenlose
    einhalten der Silas (Tugend). Ein anderes die Überwindung der Eßlust
    auch wenn es sonst nur Langeweile gibt und alles trostlos erscheint.
    Oder das durchhalten des Soldaten (Kriegers). Beim langweiligen Wachen
    und aufpassen ohne einzuschlafen achtsam zu sein. Oder die
    Überwindung aller fünf Hemmungen zeitweise oder dauerhaft. Ist
    man so weit hat man das mühseligste hinter sich. In der längeren
    Sammlung in D 2 gibt es eine Aufzählung mit dem Nahmen
    "Lohn der Asketenschaft". Das sind alles Ziele in der Lehre.

  • Sven
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    • 19. April 2011 um 21:19
    • #69
    BigR:

    Wie kann also jemand den Wunsch haben zu verlöschen, zu verwehen wenn er gar nicht weiß was das heißt? Die meisten werden sich doch wohl gegen solche Gedankengänge wehren oder wie seht ihr das?


    Schon die Frage ist eigentlich falsch oder zumindest so gestellt, falsch zu verstehen. Es gibt den zwar Wunsch vom Leiden frei zu sein, aber niemanden, der diesen hat!

    Es verlöscht kein Jemand/Selbst. Dieser Jemand/Selbst ist nur eine Illusion. Das Verlöschen oder Vernichten eines Selbst schießt über das Ziel hinaus und ist falsche Ansicht.

    Was verlischt ist Folgendes (verlischt der Reihe nach):
    1. Geistige Momente die unheilsame Karma-Folgen haben (also "Zustände", die Gier, Hass oder Verblendung enthalten).
    2. Andere geistige Momente die Karma-Folgen haben (heilsames Karma, Arhats erzeugen überhaupt keine Karma-Folgen mehr.)
    3. Und schlußendlich Geisteszustände, die Karma-Folgen selbst sind (nach dem physischen Tod des Arhats).

    Da diese Momente zuvor alle als Leiden erkannt werden und auch erkannt wird, dass da keine Person existiert, werden auch keine wehrenden Momente mehr im Geiste entstehen.

    Gruß
    Sven

  • Onda
    Gast
    • 19. April 2011 um 21:32
    • #70
    Sven:


    Da diese Momente zuvor alle als Leiden erkannt werden und auch erkannt wird, dass da keine Person existiert, werden auch keine wehrenden Momente mehr im Geiste entstehen.

    wehrenden?
    währenden?

  • BigR
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    • 20. April 2011 um 04:20
    • #71
    Zitat

    Schon die Frage ist eigentlich falsch oder zumindest so gestellt, falsch zu verstehen. Es gibt den zwar Wunsch vom Leiden frei zu sein, aber niemanden, der diesen hat!

    Es verlöscht kein Jemand/Selbst. Dieser Jemand/Selbst ist nur eine Illusion. Das Verlöschen oder Vernichten eines Selbst schießt über das Ziel hinaus und ist falsche Ansicht.

    Dass ist doch Haarspalterei, Sven denn wer weiß schon, dass der Jemand/Selbst eine Illusion ist und ich würde vorsichtig mit solchen Schlussfolgerungen sein, dass das Selbst eine Illusion ist. Gerade nämlich zum Zeitpunkt wo man das weder erkannt hat noch überwunden hat. Dann ist das Selbst nämlich da und es rein vom Glauben oder rein mechanisch zu leugnen kann auch ein Schuss sein der nach hinten los gehen kann. Oder hast Du die Jemand/Selbst Illusion schon überwunden? ;)

    mfg
    Rainer

    "Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt. "

  • Geronimo
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    • 20. April 2011 um 10:41
    • #72

    Wie wäre es denn, wenn man "verlöschen wollen" einfach durch 'inneren Frieden suchen/anstreben" ersetzt? Denn genau darum geht es doch. Man möchte doch zu Beginn erstmal einfach nur ein bisschen mehr innere Ruhe und Frieden erlangen, um dem ganzen Stress des andauernden Strebens und Müssens ein bisschen entgegenwirken zu können. Dann, nach ein paar Jahren vielleicht, ahnt man, entdeckt man, spürt man, das dieser innere Frieden sogar weitaus befriedigender und köstlicher sein könnte/kann, als alle äußeren Freuden, die man bis dahin kennengelernt hat. Und so beginnt die wahre Reise.

    Du wirst nun vieles anders bewerten, ob eine Handlung z.B. Frieden und Ruhe, innen wie außen, entwickelt, oder ob sie das eher nicht tut. Du weißt den innerrn Frieden jetzt wirklich zuschätzen, und dadurch verstärkt sich dieser Prozess immer weiter, bis du irgendwann wirklich sehen kannst was Frieden, in seiner reinsten Form, tatsächlich bedeutet.

    Erlöschen ist so ein ungünstiges Wort für den Unerfahrenen. Es schafft schnell unangenehne Assoziation. Frieden ist da doch besser geeignet, denn es ist tatsächlich nur das: wahrer Frieden.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

    2 Mal editiert, zuletzt von Geronimo (20. April 2011 um 10:48)

  • Hanzze
    Gast
    • 20. April 2011 um 10:47
    • #73
    Onda:

    wehrenden?
    währenden?

    Gibt es da einen Unterschied?

  • Geronimo
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    • 20. April 2011 um 10:50
    • #74
    Hanzze:
    Onda:

    wehrenden?
    währenden?

    Gibt es da einen Unterschied?

    ... sich zur Wehr setzen und "eine gewisse Zeit andauernd" sind schon verschiedene Dinge.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Sven
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    • 20. April 2011 um 11:00
    • #75
    Onda:
    Sven:


    Da diese Momente zuvor alle als Leiden erkannt werden und auch erkannt wird, dass da keine Person existiert, werden auch keine wehrenden Momente mehr im Geiste entstehen.

    wehrenden?
    währenden?

    Gemeint war "wehrenden" im Sinne von Abwehren, da der Fragesteller dies schrieb:

    Zitat

    Die meisten werden sich doch wohl gegen solche Gedankengänge wehren ...

    Gruß
    Sven

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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