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Fragen zum Karma

  • Novize
  • 23. Februar 2011 um 23:50
  • Zum letzten Beitrag
  • Novize
    Themenautor
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    Mitglied seit
    23. Februar 2011
    • 8. März 2011 um 14:28
    • #76

    An dieser Stelle möchte ich mich dann doch noch einmal ganz kurz einklingen, um eine weitere Frage zu stellen:

    Sven hat diesen Link zu den Lehrreden des Buddha gepostet. Das habe ich mir einmal durchgelesen und dabei kam mir Folgendes in den Sinn:
    Ist es wirklich so, dass (nach der Lehre des Karmas) alle fühlenden Wesen eigens dafür verantwortlich sind in welchen Umständen sie wiedergeboren werden und wie sie leben? Ein armer, kranker, gebrechlicher Mensch, der in einem Entwicklungsland ohne Chance auf ein besseres Leben leben muss, ist somit selbst an seiner misslichen Lage schuld, da er in einem früheren Leben schlechtes Karma angehäuft hat?

    Falls ja, so fällt mir dazu dann noch eine weitere Frage ein: Im Buddhismus gibt es ja keinen Gott. Wer aber richtet denn überhaupt über die Taten, die ein fühlendes Wesen begeht? Wer kategorisiert, ob jemand nun etwas schlechtes oder etwas gutes getan hat?

    Und wenn wir schon einmal beim Fragen sind: Was geschieht, wenn ich dem beispielhaften Mann aus dem Entwicklungsland aus Mitgefühl und Mitleid helfe und ihn unterstütze? Behindere ich dann nicht sein Karma daran sich frei zu entfalten? Verhindere ich dann nicht, dass er seine karmischen Konsequenzen trägt, die er ja selbst zu verantworten hat?

    Vielen Dank für eure Antworten und auch für die bisher geschriebenen Beiträge. Durchaus sehr lehrreich. :)

  • sumedha
    Gast
    • 8. März 2011 um 14:32
    • #77
    Sven:

    Heute weiß ich aus der Praxis, dass Wut, wenn sie ausreichend durch Vernunft kontrolliert/kanalisert wird, ein ausgezeichneter Energielieferant ist.


    könntest du vieleicht ein praktisches beispiel geben wie man Wut durch Vernunft kontrollieren kann?
    Wut ist in der Tat eine Emotion mit einem enorm kreativem potetial, aber wie die umwandlung durch einsatz des verstandes passieren soll, ist mir ein rätsel.
    vielen dank _()_

  • Dorje Sema
    Gast
    • 8. März 2011 um 16:36
    • #78

    Erstmal sehr lesenswerter Einblick um das was Buddha Shakyamuni unter kamma/karma verstand einzusehen,
    zum zweiten,
    es ist sehr lohnenswert darüber zu kontemplieren.


    *

    Zitat

    niganthā

    wtl: die Fessellosen, Ungebundenen.

    Dies ist eine Bezeichnung der Jaina-Mönche, d.i. der Mitglieder des von Buddhas Zeitgenossen Nāthaputta (oder Nātaputta) - auch Jina, der Sieger, und Mahāvīra, der große Held, genannt - gestifteten und noch heute bestehenden ältesten Mönchsordens der Welt.

    Die Lehre des Nāthaputta, d.i. der Jainas besagt, daß alles, was im Leben geschieht, alle Gefühle, Taten, Willensäußerungen usw., die Wirkung der in früheren Leben begangenen Taten ist.


    Im K heißt es:

    »Sie leugnen das karmisch aktive Gefühl (kamma-vedanā d.i. das mit karmisch heilsamen oder unheilsamen Taten verbundene Gefühl), ebenso das 'funktionelle Gefühl' (kiriya-citta) und glauben lediglich an das durch frühere Tat bedingte Gefühl (vipāka-vedanā).

    Von den acht Krankheitsursachen (s. A.IV.87) leugnen sie sieben, denn sie glauben eben, dass alle schmerzhaften Körpergefühle durch die in früheren Geburten begangenen Taten bedingt sind.

    Von den drei vom Buddha gelehrten Taten (s. A.III.34) leugnen sie zwei, die bei Lebzeiten und die im nächsten Leben reifende Tat, und glaube bloß an die in einem späteren Leben reifende Tat.

    Von den vier Willensarten lehnen sie drei ab (nämlich den karmisch heilsamen, unheilsamen und den rein funktionellen Willen) und nehmen lediglich den Willen als Karma-Ergebnis (vipāka-cetanā) an.«

    M.56, M.58, niganthā

    Alles anzeigen

    und dazu ist dies dann überaus erhellend

    Zitat

    Drei Glaubensstandpunkte gibt es, ihr Mönche. Werden sie von Verständigen geprüft, untersucht und gründlich vorgenommen, dann ergibt sich, daß sie, selbst wenn man ihnen bloß der Tradition wegen folgt, in Untätigkeit enden. Welches sind diese drei Glaubensstandpunkte?

    1. Es gibt einige Asketen und Priester, die da behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles bedingt sei durch frühere [vorgeburtliche] Tat.
    2. Es gibt einige Asketen und Priester, die da behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles bedingt sei durch Gottes (*4) Schöpfung.
    3. Und es gibt einige Asketen und Priester, die behaupten und der Ansicht sind, daß, was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe oder weder Wohl noch Wehe, daß dies alles ohne Ursache und Grund geschieht.

    Jene Asketen und Priester nun, die da behaupten und der Ansicht sind, daß alles bedingt sei durch frühere Tat, diese habe ich aufgesucht und also gefragt:
    »Ist es wahr, Verehrte, daß ihr, wie es heißt, behauptet und der Ansicht seid: ...
    A.III.62 Die drei Glaubensstandpunkte - 1. Titthāyatanādi Sutta

    Viel Freude beim sinnieren!

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • Smaragd
    Gast
    • 8. März 2011 um 17:01
    • #79

    wut ist da. sie kostet kraft. niemals spendet sie kraft. wut muss nicht verschwinden. sie darf sein, ohne dass sie unsere handlungen beherrscht. sie ist nur eine welle.
    eine gute beziehung zum kind entsteht aus sich heraus, aus absichtslosigkeit, nicht aus einer handlung, die einem konzept entspringt.
    darin steckt auch schon das problem: "erziehung" ist immer konzept, von daher nie absichtslos. deshalb sind die ergebnisse mehr oder weniger verheerend. also besser: keine erziehung. dafür geistesruhe und selbstzügelung. letztendlich lernen wir am vorbild, da wir untrennbar miteinander verbunden sind.

  • Sven
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    • 8. März 2011 um 18:39
    • #80
    sumedha:

    könntest du vieleicht ein praktisches beispiel geben wie man Wut durch Vernunft kontrollieren kann?


    Im Grunde genommen wird jede Wut nicht nur duch Vernunft, sondern auch durch konditionierte Anpassungsprozesse etc. (buddhistische Geistesfaktoren: Scham/Scheu) kontrolliert.

    Das Beispiel aus dem Leben habe ich schon genannt im Beitrag an Hanzze genannt. Ich werde aber zusätzlich versuchen die geistigen Prozesse im buddhistischen Sinne zu erläutern, und dann den Unterschied, den ich dazu sehe.

    Buddhistisch:
    Der Wutprozess ist zwar selbst unheilsames Kamma, aber durch Achtsamkeit entsteht trotz vorangegangener Wut in folgenden geistigen Prozessen heilsames Kamma (Wäre dies nicht möglich, wäre auch eine Erlösung gar nicht möglich!). Die Kamma-Wirkung des unheilsamen Prozesses wird hierbei quasi zunichte gemacht. Das Ziel des Buddhismus ist aber natürlich, dass Wutprozesse gar nicht mehr erst entstehen.

    Meine unterschiedliche Ansicht dazu:
    Gegen den Wutprozess habe ich nichts, da er zwar am Anfang zugegebenermaßen unheilsame Impulse (Impulsion = Kamma) liefert, aber, wenn der Geist geschult ist, auch in einem müden Geist als Energielieferant (Adrenalin steht zur Verfügung) der Achtsamkeit dienen kann. Ohne Wut wäre bei einer wichtigen Handlung eventuell sonst aus Schlappheit keine Handlung erfolgt. So werden durch Wut wichtige Dinge gut in Gang gesetzt (natürlich nur solange der Geist auch geschult ist, damit umzugehen).

    Gruß
    Sven

  • sumedha
    Gast
    • 8. März 2011 um 18:50
    • #81
    Sven:
    sumedha:

    könntest du vieleicht ein praktisches beispiel geben wie man Wut durch Vernunft kontrollieren kann?


    Im Grunde genommen wird jede Wut nicht nur duch Vernunft, sondern auch durch konditionierte Anpassungsprozesse etc. (buddhistische Geistesfaktoren: Scham/Scheu) kontrolliert.

    Das Beispiel aus dem Leben habe ich schon genannt im Beitrag an Hanzze genannt. Ich werde aber zusätzlich versuchen die geistigen Prozesse im buddhistischen Sinne zu erläutern, und dann den Unterschied, den ich dazu sehe.

    Buddhistisch:
    Der Wutprozess ist zwar selbst unheilsames Kamma, aber durch Achtsamkeit entsteht trotz vorangegangener Wut in folgenden geistigen Prozessen heilsames Kamma (Wäre dies nicht möglich, wäre auch eine Erlösung gar nicht möglich!). Die Kamma-Wirkung des unheilsamen Prozesses wird hierbei quasi zunichte gemacht. Das Ziel des Buddhismus ist aber natürlich, dass Wutprozesse gar nicht mehr erst entstehen.

    Meine unterschiedliche Ansicht dazu:
    Gegen den Wutprozess habe ich nichts, da er zwar am Anfang zugegebenermaßen unheilsame Impulse (Impulsion = Kamma) liefert, aber, wenn der Geist geschult ist, auch in einem müden Geist als Energielieferant (Adrenalin steht zur Verfügung) der Achtsamkeit dienen kann. Ohne Wut wäre bei einer wichtigen Handlung eventuell sonst aus Schlappheit keine Handlung erfolgt. So werden durch Wut wichtige Dinge gut in Gang gesetzt (natürlich nur solange der Geist auch geschult ist, damit umzugehen).

    Gruß
    Sven

    Alles anzeigen

    ich finde in dem ganzen text nichts ausser einem gedankengebeude...hab noch keine statik geprüft :D
    meine frage war nach einem konkreten beispiel, wie man wut durch die vernunft / verstand kontrolliert :)
    wäre nett wenns möglich wäre.
    LG

  • Sven
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    • 8. März 2011 um 19:13
    • #82
    Dorje Sema:

    Erstmal sehr lesenswerter Einblick um das was Buddha Shakyamuni unter kamma/karma verstand einzusehen, ...


    Besten dank für den Beitrag. Er handelt von den Jains, die alles für Kamma halten. Ich denke es Bedarf der Erläuterung, um den Unterschied im Buddhismus zu sehen. Ich möchte dies aber nur an den unterschiedlichen Willensarten (besser cetana) tun.

    Die vier Arten von cetana und ihr Auftreten im Bewusstseinsprozess (bhavanga-bewusstsein der Einfachheit wegen wegegelassen):
    1) cetana-vipaka (karmagewirkter "Wille")
    Dieser tritt im Leben nur auf wenn ein Objekt über eines der 5 Sinnestore hereingelassen wurde und das Objekt vom Bewusstsein noch nicht voll erkannt wurde (also bis zum Feststellbewusstsein).

    2) u. 3) cetana-javana (heilsamer und unheilsamer "Wille")
    Dieser tritt auf nachdem das Bewusstsein das Objekt erkannt hat und auf das Objekt reagiert (also nach dem Feststellbewusstsein. Im Arahat sind diese catana-javana nur noch funktionell/kiriya)

    4.) cetana-kiriya (funktioneller "Wille")
    Im Weltling ging es nur 2 Bewusstseinsarten, die diese Willenart beinhalten, das Sinnestorhinwendungsbewusstsein (dieses bestimmt, ob ein Objekt am Sinnestor überhaupt hereingelassen wird) und das Geisttorhinwendungsbewusstsein, welches mit dem sogenannten Feststellbewusstsein identisch ist, da am Geisttor keinerlei Untersuchung des Objektes mehr erfolgen muss.

    Dieses Feststellbewusstsein (vothapana), (dieses Bewusstsein wird auch oft als manasikara bezeichnet, da manasikara hier seine wichtigste Funktion yoniso/ayoniso ausübt) bestimmt, wie wir auf ein Objekt reagieren (also heilsam oder unheilsam).

    Sind wir hier jetzt frei in unserer Entscheidung?
    Zu dieser wichtige Sache habe ich dann einen burmesischen Experten (Aggamahapandita) etwa so befragt, da hiermit eine Art von Freiheit vom Kamma postuliert wird:
    "Heißt das, dass dieses Bewusstsein und die folgenden nicht bedingt entstehen?" Natürlich hat er die "Falle" erkannt :) und geantwortet :"Nicht durch kammische Bedingungen, sondern durch andere Bedingungen!".

    Befriedigend fand ich das natürlich nicht, sagt dies doch letztendlich, dass es keine Freiheit gibt, sondern nur, dass nicht alles durch Kamma bestimmt wird.


    Dorje Sema:

    Von den acht Krankheitsursachen (s. A.IV.87) leugnen sie sieben, denn sie glauben eben, dass alle schmerzhaften Körpergefühle durch die in früheren Geburten begangenen Taten bedingt sind.


    Schade die Quelle A.IV.87 scheint nicht zu stimmen, weiß jemand die richtige?

    Gruß
    Sven

  • Sven
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    • 8. März 2011 um 19:21
    • #83
    sumedha:


    meine frage war nach einem konkreten beispiel, wie man wut durch die vernunft / verstand kontrolliert :)
    wäre nett wenns möglich wäre.
    LG

    In der Praxis ist das z. B. für Eltern wichtig, die, obwohl sie von der Arbeit müde etc. sind druch die Energie, Ihrem Kind trotzdem noch Grenzen setzen können, und so dem Kind letztendlich die Sicherheit, die es braucht, geben.[/quote]

    Außerdem tritt es häufig bei Zivilcourage auf (um z. B. die Polizei zu verständigen, anstatt einfach vorbeizugehen). Empörung (leichte Wut) kann hier die notwendige Energie aktivieren.

    Gruß
    Sven

  • Smaragd
    Gast
    • 8. März 2011 um 19:39
    • #84

    wenn wut kontrolliert werden kann, dann sage einfach "wut verschwinde" wenn sie kommt. oder "wut erscheine nicht".
    dann schreibe ein buch und werde millionär.

  • sumedha
    Gast
    • 8. März 2011 um 19:46
    • #85
    Sven:

    In der Praxis ist das z. B. für Eltern wichtig, die, obwohl sie von der Arbeit müde etc. sind druch die Energie, Ihrem Kind trotzdem noch Grenzen setzen können, und so dem Kind letztendlich die Sicherheit, die es braucht, geben.

    Außerdem tritt es häufig bei Zivilcourage auf (um z. B. die Polizei zu verständigen, anstatt einfach vorbeizugehen). Empörung (leichte Wut) kann hier die notwendige Energie aktivieren.

    Gruß
    Sven


    hallo Sven, gewollt oder ungewollt sprechen wir aneinander vorbei.
    ein konkretes beispiel wie du deine Wut mit vernunft und verstand umwandelst, denn diese behauptung hast du ausfgestellt, nur das wollte ich wissen.
    :)

  • Dorje Sema
    Gast
    • 8. März 2011 um 20:09
    • #86

    Grüß Dich ganz recht herzlich Sven,

    Zitat

    Was es aber an Krankheiten gibt, die in der Galle, dem Schleim oder dem Wind ihren Ursprung haben, oder durch deren Verbindung entstehen, oder solche, die durch Luftwechsel, ungeregelte Lebensweise, Verletzungen oder als Karma-Ergebnis entstehen, von solchen Krankheiten bleibt er stets verschont, und nie ist er krank. Die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, die gewinnt er nach Wunsch, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit. Durch Versiegung der Triebe erreicht er noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Insofern, ihr Mönche, ist man ein unter den Asketen unvergleichlicher Asket. Wollte man einen, ihr Mönche, mit Recht einen unvergleichlichen Asketen nennen, so kann man eben mich, ihr Mönche, einen unvergleichlichen Asketen nennen. Denn ich benutze stets nur auf Bitten die Gewänder, nie aber ungebeten; ich genieße nur auf Bitten die Almosenspeise, nie aber ungebeten; ich benutze stets nur auf Bitten eine Lagerstatt, nie aber ungebeten; ich benutze stets nur auf Bitten Arzneimittel, nie aber ungebeten. Die Ordensbrüder aber, mit denen ich zusammenlebe, erweisen sich mir in Taten, Worten und Gedanken stets freundlich, nie aber unfreundlich. Sie machen mir stets nur freundliche Anerbieten, nie aber unfreundliche. Was es aber an Krankheiten gibt, die in der Galle, dem Schleim oder dem Wind ihren Ursprung haben, oder durch deren Verbindung entstehen, oder solche, die durch Luftwechsel, ungeregelte Lebensweise, Verletzungen oder als Karma-Ergebnis entstehen, von solchen Krankheiten bleibe ich stets verschont und bin nie krank. Die vier Vertiefungen, die erhaben-geistigen, gegenwärtiges Wohl gewährenden, die gewinne ich nach Wunsch, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit. Durch Versiegung der Triebe habe ich noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht, sie selber erkennend und verwirklichend. Wollte man also einen mit Recht einen unvergleichlichen Asketen nennen, so kann man mich, ihr Mönche, einen unter den Asketen unvergleichlichen Asketen nennen.A.IV.87 Die vier Asketen - 7. Putta Sutta

    (Es handelt sich bei markiertem um karmische Krankheiten im Gegensatz zu den vier bzw. sechs Elementaren Krankheiten)

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • Sven
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    • 8. März 2011 um 22:36
    • #87
    sumedha:

    hallo Sven, gewollt oder ungewollt sprechen wir aneinander vorbei.
    ein konkretes beispiel wie du deine Wut mit vernunft und verstand umwandelst, denn diese behauptung hast du ausfgestellt, nur das wollte ich wissen.
    :)

    Dann habe ich mich leider ungenau ausgedrückt, sorry.
    Selbstverständlich meine ich die Resultate/die Folgen der Wut, die nicht wie behauptet immer unheilsam sein müssen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch heilsam sein können.
    Das war mir wichtig.

    Gruß
    Sven

    "The wisdom of the Buddha is currently trapped within the religion of Buddhism." Sam Harris
    (Die Weisheit Buddhas is gegenwärtig in der Religion des Buddhismus gefangen.)

  • Sven
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    • 8. März 2011 um 22:48
    • #88
    Novize:

    Ist es wirklich so, dass (nach der Lehre des Karmas) alle fühlenden Wesen eigens dafür verantwortlich sind in welchen Umständen sie wiedergeboren werden und wie sie leben? Ein armer, kranker, gebrechlicher Mensch, der in einem Entwicklungsland ohne Chance auf ein besseres Leben leben muss, ist somit selbst an seiner misslichen Lage schuld, da er in einem früheren Leben schlechtes Karma angehäuft hat?


    So ist es.


    Novize:

    Falls ja, so fällt mir dazu dann noch eine weitere Frage ein: Im Buddhismus gibt es ja keinen Gott. Wer aber richtet denn überhaupt über die Taten, die ein fühlendes Wesen begeht? Wer kategorisiert, ob jemand nun etwas schlechtes oder etwas gutes getan hat?


    Niemand. Es wird eine Art Naturgesetz angenommen.

    Novize:

    Was geschieht, wenn ich dem beispielhaften Mann aus dem Entwicklungsland aus Mitgefühl und Mitleid helfe und ihn unterstütze? Behindere ich dann nicht sein Karma daran sich frei zu entfalten? Verhindere ich dann nicht, dass er seine karmischen Konsequenzen trägt, die er ja selbst zu verantworten hat?


    Ja, ob man ihm vielleicht noch voller Mitgefühl eine Klatschen sollte, damit er's schneller hinter sich hat. :)
    So, ist es aber nicht gemeint. Du solst liebevoll mit demjenigen umgehen.

    Trotzdem wirkt natürlich immer latent mit, ob du denkst, es ist seine Schuld oder er hat Pech gehabt und die Gene und der Geburtsort waren ungünstig.
    Also Kamma versus Biologie und Biotop

    Gruß
    Sven

  • sumedha
    Gast
    • 9. März 2011 um 00:00
    • #89
    Sven:
    sumedha:

    hallo Sven, gewollt oder ungewollt sprechen wir aneinander vorbei.
    ein konkretes beispiel wie du deine Wut mit vernunft und verstand umwandelst, denn diese behauptung hast du ausfgestellt, nur das wollte ich wissen.
    :)

    Zitat

    Dann habe ich mich leider ungenau ausgedrückt, sorry.
    Selbstverständlich meine ich die Resultate/die Folgen der Wut, die nicht wie behauptet immer unheilsam sein müssen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch heilsam sein können.
    Das war mir wichtig.

    Gruß
    Sven

    ich versuche es noch mal, hast du es selbst erfahren?

  • Smaragd
    Gast
    • 9. März 2011 um 00:18
    • #90

    ach, du heilige schabracke.
    auf welcher unisinniversiät wird denn das gelehrt?

  • Sven
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    • 10. März 2011 um 11:11
    • #91
    sumedha:

    ich versuche es noch mal, hast du es selbst erfahren?


    Ja, oft und letztendlich wegen der Fragestellung auch sehr genau untersucht. Es gab sogar einen direkten Vergleich mit einer anderen Person, die nicht handelte und sich quasi der "unterlassenen Hilfeleistung" strafbar machte (Ich werde hier aber diese sehr persönlichen Erfahrungen nicht berichten).

    Was ich eigentlich damit sagen möchte: Klar möchten wir einfache Verhaltensregeln, die immer richtig sind, die uns Orientierung bieten. Und zu sagen bestimmte Emotionen sind immer unheilsam (ob nun Wut oder Angst) gibt uns klare Richtlinien. Somit können wir bestimmte Dinge abhaken, brauchen über sie nicht mehr nachzudenken, vereinfachen den Weg, bringen uns nicht in eine grübelnde Sackgasse.

    Wir sollten aber solche Ansichten genau prüfen. Und das Ergebnis meiner Prüfung ist anders. Das Leben lässt sich nicht so in einfache Regeln quetschen, wie es der Buddhgist gerne hätte. Im Allgemeinen ist das zwar richtig, aber im speziellen Einzelfall gibt es eben Gründe für Wut, Angst, Lüge etc.

    Der Theravada schießt mit seiner Aussage, dass Erleuchtete quasi Teile ihres Emotionsspektrums verlieren, meines Erachtens über das Ziel hinaus.

    Gruß
    Sven

  • Hanzze
    Gast
    • 10. März 2011 um 11:21
    • #92

    Wenn du so nahe wie moeglich an die Wurzel der Emotion heran kommst sie schon zum Zeitpunkt des Entstehens erkennst, kannst du sie aufhalten und als unwahr erkennen. Auch in allen anderen Traditionen und wahrscheinlich ganz speziell im Diamantweg, übt man sich darin die Phase des Entstehens und Erkennens immer weiter und weiter zu verkürzen. Es gibt keine Emotion aus sich heraus.
    Es gibt viele Ursachen fuer Wut, Zorn und Arger, aber nie einen Grund. Sie sind sozusagen Bodenlos. Schaumblasen.

    Man kann Energie nur transformieren, nicht aber auflösen. Eine Art ist es sie zum Ruhen zu bringen, eine andere sie in Heilvolle zu transformieren.

  • Onda
    Gast
    • 10. März 2011 um 11:44
    • #93

    Svens Überlegungen zum Karma-Konzept finde ich sehr anregend.
    Hier ein paar Absätze, die mir besonders gefallen haben:

    Zitat

    Nicht Karma bestimmt hier, sondern Status und Reproduktionsbedingungen und dies hat biologische Ursachen. Das ist zwar total ungerecht und deshalb nicht so schön wie Karma, welches immerhin indirekt eine Art iniverselle Gerechtigkeit verspricht, aber evolutionär gesehen durchaus zweckmäßig und von Leuten, die nicht an irgendwelchen religiösen Dogmen festhalten auch leicht einsehbar.
    ….

    Heute sind die damaligen Karmainterpretationen natürlich naiv. So werden Krüppel aufgrund schlechter Taten im vorhergehenden Leben als Krüppel geboren. Im Palikanon kann man diese naiven Dinge genau nachlesen z. B. wann man schön wiedergeboren wird und wann nicht. Solch rückständige Ansichten sind für die heutigen buddhistischen Völker durchaus nachteilig.

    Schließlich geht es doch darum (jedenfalls mir), die Dinge zu sehen, wie sie sind und nicht wie man es vor 2500 Jahren geglaubt hat. Falsches Einschätzen von Ursache und Wirkung bringt immer Probleme mit sich, und sein Leben auf ein Fundament eines falschen Glaubens zu stellen, beruhigt zwar den Mensch, aber er muss dann letztendlich mehr leiden.

    Die negativen Folgen und Auswirkungen des Karmaglaubens (übrigens aller Religionen) lassen sich doch in den asiatischen Ländern gut beobachten (Rückständigkeit inbegriffen).

    ….

    Mir ging es eigentlich darum, darzulegen, dass durch den Karmaglauben (wie er tatsächlich stattfindet) genau wie der Glaube an die Hölle der christlichen Kirche, obwohl diese dort auch wirklich an die Hölle glauben, kaum eine Verhaltensänderung stattfindet.

    Ich begründe dies mit der Bestrafung, die zu weit weg liegt und der Belohnung, die sehr nah ist. Beispiel: Man ist Zucker/Bonbons und putzt sich nicht sofort die Zähne, obwohl man vielleicht höllische Angst vor den Zahnarzt hat!

    Alles anzeigen
  • Hanzze
    Gast
    • 10. März 2011 um 11:58
    • #94

    Man sucht immer einen anderen der schuldig ist, und wenn man dann einen zweiten findet der einem recht gibt kann man damit zubringen die Probleme im Aussen zu suchen.

  • accinca
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    31. Dezember 2007
    • 10. März 2011 um 12:22
    • #95
    Onda:

    Svens Überlegungen zum Karma-Konzept finde ich sehr anregend.


    Wen wunderts?
    Alles andere hätte mich jetzt auch verwundert.
    Nur mit der (primitiven) Lehre Buddhas hat es nun nichts.
    Der achtfache Pfad eines jeden Nachfolger des Buddha fängt
    ja bekanntlich mit der Übung in rechter Ansicht an. Und das
    bedeutet:
    "Da besitzt einer die rechte Erkenntnis, die richtige Einsicht:
    'Das Spenden, das Almosen- und Opfergeben ist nicht wertlos zwecklos.
    Es gibt eine Frucht, ein Ergebnis guter und schlechter Handlungen.
    Diese Welt ist eine Tatsache und die nächste Welt ist eine Tatsache.
    Es gibt Vater und Mutter; es gibt geistgeborene Wesen. Es gibt in der
    Welt Asketen und Priester, von rechtem, von vollkommenem Wandel,
    die diese und die nächste Welt aus eigener Erkenntnis und Erfahrung
    erklären können. Das, ihr Mönche, gilt als Bewährung in der Erkenntnis." (an vielen Stellen)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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