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Zen-Zitate die mich berühren

  • nikaya
  • 24. Dezember 2007 um 14:12
  • Zum letzten Beitrag
  • nikaya
    Gast
    • 24. Dezember 2007 um 14:12
    • #1

    Hallo,
    da im Theravada-Forum ein ähnlicher Thread existiert und im Forum für tibetischen Buddhismus auch hier nun die Frage:
    Welche Zitate aus dem Zen gefallen euch am besten bzw. haben euch in der Praxis geholfen?

    Ich fange mal an mit Huang Po's "Der Geist des Zen":

    Zitat

    Der Geist des Zen
    Die Zen-Lehre des chinesischen Zen-Meisters Huang Po

    1. Der Meister sagte zu mir: Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar. Er ist weder grün noch gelb, hat weder Form noch Erscheinung. Er gehört nicht zu der Kategorie von Dingen, die existieren oder nicht existieren. Auch kann man nicht in Ausdrücken wie alt oder neu von ihm denken. Er ist weder lang noch kurz, weder gross noch klein, denn er überschreitet alle Grenzen, Maße, Namen, Zeichen und Vergleiche. Du siehst ihn stets vor dir, doch sobald du über ihn nachdenkst, verfällst du dem Irrtum. Er gleicht der unbegrenzten Leere, die weder zu ergründen noch zu bemessen ist.
    Der eine Geist allein ist Buddha, und es gibt keinen Unterschied zwischen Buddha und den Lebewesen, nur dass diese an Formen festhalten und im Aussen die Buddhaschaft suchen. Durch eben dieses Suchen aber verlieren sie sie. Denn sie benutzen Buddha, um Buddha zu suchen, und benutzen den Geist, um den Geist zu erfassen. Selbst wenn sie ein Aeon lang ihr Äusserstes leisten wuerden, sie könnten die Buddhaschaft doch nicht erreichen. Sie wissen nicht, dass ihnen in dem Augenblick, in dem sie das begriffliche Denken aufgeben und ihre Unruhe vergessen, Buddha erscheinen wird; denn dieser Geist ist Buddha und Buddha ist alle Lebewesen. Er ist nicht kleiner, wenn er sich in gewöhnlichen Dingen, noch grösser, wenn er sich als Buddha manifestiert.

    2. Da du im Grunde in jeder Hinsicht vollkommen bist, solltest du nicht versuchen, diese Vollkommenheit noch durch das Üben der sechs Paramitas (Barmherzigkeit, Vorschriften, Geduld, eifriges Streben, Meditation, Weisheit) und von unzähligen ähnlichen Übungen sowie das Sammeln von Verdiensten unzählig wie die Sandkörner des Ganges zu ergänzen. Wenn Gelegenheit für Übungen vorhanden ist, führe diese aus; wenn die Gelegenheit vorüber ist, gib Ruhe. Wenn du nicht vollkommen überzeugt bist, dass der Geist Buddha ist, sondern noch an Formen, Übungen und verdienstvollen Taten hängst, ist deine Art zu denken falsch und völlig unvereinbar mit dem Weg.
    Der Geist ist Buddha. Es gibt keine anderen Buddhas oder irgend einen anderen Geist. Er ist strahlend und fleckenlos wie die Leere und hat überhaupt keine Form noch Erscheinung. Den Geist für begriffliches Denken zu benutzen, bedeutet die Substanz lassen und sich an Formen binden. Der Ewig-Seiende-Buddha hat keine Gestalt und ist kein Gegenstand der Bindung. Die Übung der sechs Paramitas und Myriaden ähnlicher Übungen, die dazu führen sollen, ein Buddha zu werden, bedeutet ein stufenweises Voranschreiten. Der Ewig-Seiende-Buddha aber ist kein Buddha der Stufen. Erwachst du bloß zum Einem Geist, so gibt es nichts anderes mehr zu verwirklichen. Dies ist der wirkliche Buddha. Der Buddha und alle lebenden Wesen sind der Eine Geist und nichts anderes.

    3. Der Geist gleicht der Leere, in der es keine Verwirrung und kein Böses gibt, wenn die Sonne sie durchkreist und in die vier Himmelsrichtungen erhellt. Denn wenn die Sonne aufsteigt und die ganze Welt erleuchtet, nimmt die Leere nicht an Glanz zu, und wenn sie niedergeht, wird die Leere nicht dunkler. Die Erscheinungen von Licht und Dunkel wechseln ab, das Wesen der Leere aber bleibt unverändert. Das gleiche gilt für den Geist des Buddha und der Lebewesen. Wenn du Buddha fuer eine reine, strahlende oder erleuchtete Erscheinung hälst, die Lebewesen aber für üble, dunkel und todgeweihte Gestalten, so werden dich diese Vorstellungen, die deinem Haften an Formen entstammen, von der höchsten Erkenntnis fernhalten, auch dann noch, wenn du so viele Aeonen durchschritten hast, wie es Sandkörner am Ganges gibt.
    Es existiert nur der eine Geist und kein Teilchen von irgend etwas anderem, an das man sich anklammern könnte. Denn dieser Geist ist Buddha. Wenn ihr Schüler auf dem Weg nicht zu dieser Geistessubstanz erwacht, werdet ihr den Geist mit begrifflichem Denken überlagern, den Buddha ausserhalb von euch selbst suchen und gebunden bleiben an Formen, fromme Übungen und anderes, was schädlich und keineswegs der Weg zur höchsten Erkenntnis ist.


    Quelle:http://www.zensite.de/Zensite/te1/huangpo.htm

  • JörgKarmaDorje
    Gast
    • 24. Dezember 2007 um 15:53
    • #2

    Liebe Freunde,

    hier einen Text aus [url]Buddhismus.im.Alltag

    Zitat

    SANDOKAI

    Die Harmonie von Verschiedenheit und Gleichheit ...

    Der Geist des grossen Weisen aus Indien wurde direkt von Westen nach Osten übermittelt. Menschen unterscheiden zwischen Dummen und Klugen, doch auf dem wahren Weg gibt es keine Patriarchen des Südens oder des Nordens. Die Quelle der Lehre ist rein und ohne Makel. Bäche die sich verzweigen fliessen in der Dunkelheit. An einer Idee zu haften ist Täuschung. Die Wahrheit zu erkennen ist auch nicht immer Erleuchtung. Die Sinne und ihre Objekte sind eng miteinander verbunden und gleichzeitig voneinander unabhängig. Doch trotz ihrer unendlichen Verbundenheit haben sie alle ihren eigenen Ort. Dinge unterscheiden sich in Wesen und Form. Im Geschmack, Klang und Gefühl manifestieren sich gut und schlecht. Im Dunkeln sind hochwertig und minderwertig nicht zu unterscheiden. Im Hellen wird der Gegensatz von rein und unrein deutlich. Die vier Elemente kehren zur ihrer Natur zurück, wie ein Kind zu seiner Mutter. Feuer erhitzt, Wind bewegt, Wasser nässt, Erde ist fest. Für die Augen gibt es Farbe und Form. Für die Ohren gibt es Klang. Für die Nase gibt es Geruch. Für die Zunge gibt es Geschmack. Jedes Phänomen entspringt der Wurzel, so wie Zweige und Blätter aus dem Stamm spriessen. Wurzel und Baumspitze kehren zu ihrer ursprünglichen Natur zurück. Hohe und niedrige Worte sind unterschiedlich. In der Helligkeit da ist tiefste Dunkelheit, hafte nicht an der Dunkelheit. In der Dunkelheit da ist Helligkeit, aber suche nicht nach der Helligkeit. Dunkelheit und Helligkeit wechseln einander ab wie beim Gehen der vordere und hintere Fuss. Jedes Phänomen hat seinen Wert. Ihr solltet darauf achten, wie die Wahrheit zum Ausdruck gelangt. Das Relative passt zum Absoluten wie ein Deckel zu seinem Behälter. Das Absolute und das Realtive entsprechen einander wie zwei Pfeile, die sich im Flug begegnen. Hörst Du die Worte, solltest Du die Quelle der Lehre verstehen. Entwickle keine eigenen Masstäbe. Erkennst du den Weg nicht mit deinen Augen, wie sollten dann deine Füsse um ihn wissen? In der Übung fortschreiten ist weder fern noch nah. Im Zustand der Täuschung bist du Berge und Flüsse davon entfernt. Ich fordere alle Sucher der Wahrheit ehrerbietig auf: Vergeudet eure Tage und Nächte nicht.


    SANDOKAI
    CHIKUDO DAI SEN NO ... SHIN TO ZAI MITSU NI AI FUSU NIN KON NI RIDON ARI DO NI NAM BOKU NO SO NASHI REI GEN MYO NI KO KET TARI SHIHA AN NI RUCHU SU JI O SHU SURU MO MOTO KORE MAYOI RI NI KANO MO MATA SATORI NI ARAZU MON MON IS SAI NO KYO EGO TO FU EGO TO ESHITE SARANI AI WATARU SHIKARA ZAREBA KU RAI NI YOTTE JU SU SHIKI MOTO SHITSU ZO O KOTONI SHI SHO MOTO RAKKU O KOTO NI SU AN WA JO CHU NO KOTO NI KANAI MEI WA SEI DAKU NO KU O WAKATSU SHIDAI NO SHO ONOZU KARA FUKUSU KONO SONO HAHA O URU GA GOTOSHI HI WA NESSHI KAZE WA DO YO MIZU WA URU OI CHI WA KEN GO MANAKO WA IRO MIMI WA ON JO HANA WA KA SHITA WA KAN SO SHI KAMO ICHI ICHI NO HO NI OI TE NE NI YOTTE HABUN PUSU HOM MATSU SUBE KARAKU SHU NI KISU BESHI SON PI SONO GO O MOCHI U MEI CHU NI ATATTE AN ARI AN SO O MOTTE OKOTO NAKARE ANCHU NI ATATTE MEI ARI MEI SO O MOTTE MIRU KOTO NAKA RE MEI AN ONO ONO AI TAI SHITE HISU RUNI ZEN GO NO AYUMI NO GOTOSHI BAM MOTSU ONOZU KARA KO ARI MASANI YO TO SHO TO O YU BESHI JISON SUREBA KAN GAI GAS SHI RI O ZUREBA SEN PO SASO KOTO O UKETE WA SUBE KARAKU SHU O ESU BESHI MIZU KARA KIKU O RIS SURU KOTO NAKARE SOKU MOKU DO O ESE ZUNBA ASHI O HAKOBU MO IZU KUN ZO MICHI O SHIRAN AYUMI O SUSU MUREBA GON NON NI ARAZU MA YOTE SEN GA NO KO HEDA TSU SHIN DE SAN GEN NO HITO NI MOSU KO IN MUNA SHIKU WATARU KOTO NAKARE.


    (Meister Sekito Kisen [700-790])

    Alles anzeigen

    Alles Liebe

    JörgKarmaDorje

  • accinca
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    • 18. Januar 2008 um 03:32
    • #3
    nikaya:


    Ich fange mal an mit Huang Po's "Der Geist des Zen":
    Der Geist des Zen
    Die Zen-Lehre des chinesischen Zen-Meisters Huang Po

    1. Der Meister sagte zu mir: Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar....

    Dolle Sache so ein Geist. Hätte ich auch gerne einen von. :roll:
    Nur. mit dem Buddha haben solche sog. "Meister" nun wirklich nichts zu tun.

    mfg.
    accinca

    2 Mal editiert, zuletzt von accinca (18. Januar 2008 um 12:33)

  • Knoedel
    Gast
    • 18. Januar 2008 um 09:11
    • #4
    Zitat

    Dolle Sache so ein Geist. Hätte ich auch gerne einen von. :roll:

    Nur mit dem Buddha haben solche sog. "Meister" nun wirklich nichts zu tun.

    mfg.
    accinca

    Der Übergang vom "Traditionalisten" zum "Fundamentalisten" ist fließend.

    Viele Grüße
    Knödel

  • accinca
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    • 18. Januar 2008 um 12:44
    • #5
    Knoedel:
    Zitat

    1. Der Meister sagte zu mir: Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar....
    Dolle Sache so ein Geist. Hätte ich auch gerne einen von. :roll:

    Nur mit dem Buddha haben solche sog. "Meister" nun wirklich nichts zu tun.

    mfg.
    accinca

    Der Übergang vom "Traditionalisten" zum "Fundamentalisten" ist fließend.

    Viele Grüße
    Knödel

    Aber zu einem indianischen Medizinmann würde diese
    "Mesiter" Vorstellung vom ewigen Geist passen.
    Womit ich natürlich nichts gegen Indianer gesagt haben will. :oops:

    mfg.
    accinca

  • Knoedel
    Gast
    • 18. Januar 2008 um 18:47
    • #6
    accinca:


    Aber zu einem indianischen Medizinmann würde diese
    "Mesiter" Vorstellung vom ewigen Geist passen.
    Womit ich natürlich nichts gegen Indianer gesagt haben will. :oops:

    mfg.
    accinca

    Die Glattheit deiner Erwiderungen kenn ich ja nun schon. Endlosschleife.

  • Boddhicitta
    Gast
    • 15. Februar 2008 um 09:49
    • #7

    Das Gewöhnliche HERZ ist der Weg. ( Nan Chuan chin. oder auch Nansen jap. oder auch Nam Tuyen vietn. ) :)

  • gruenkern
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    • 9. August 2008 um 23:49
    • #8

    40. Koan des Mumonkan:

    Zitat

    Meister Wei-shan diente anfangs unter der Jüngerschar des Pai-Chang als Koch. Pai-Chang wünschte, den Vorsteher für den Berg Ta-kuei auszuwählen. Er ging zusammen mit (Wei-shan und) dem Jünger vom Obersten Sitz vor die Jüngerschar und ließ beide sich äußern. Pai-chang nahm einen Wasserkrug, stellte ihn auf den Boden und fragte: "Nennt diesen nicht Wasserkrug, wie nennt ihr ihn denn?" Der Mönch vom Obersten Sitz sprach: "Man kann ihn nicht Holzschuhe nennen." Pai-Chang fragte darauf den Wei-shan. Wei-shan stieß mit dem Fuß den Wasserkrug um und ging hinaus. Da lachte Pai-Chang und sprach: "Der Mönch vom Obersten Sitz ist dem Wei-shan unterlegen." So befahl er diesem die Klostergründung.

    "If you can learn to make the mind still, it will be the greatest help to the world."
    (Ajahn Chah)

  • mirco
    Gast
    • 1. Februar 2010 um 22:48
    • #9

    .
    Wer hört?
    Dein physisches Sein hört nicht,
    Noch hört die Leere.
    Also, wer tut's?
    Streng Dich an, es herauszufinden.
    Leg den rationalen Intellekt zur Seite,
    Gib alle Techniken auf.
    Werde halt die Vorstellung vom Selbst los.

    Bassui

  • crazy-dragon
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    • 6. Februar 2010 um 22:39
    • #10

    " Die Menschen wissen nicht, wie nahe die Wahrheit ist...Sie suchen sie in der Ferne, wie traurig! Sie gleichen einem Mann, der mitten im Wasser steht und vor Durst jämmerlich schreit..."

    Hakuin Ekaku, 1686-1769

    Tag für Tag ein guter Tag

  • brigitte
    Gast
    • 27. März 2010 um 13:11
    • #11

    Es gibt da ein paar Zeilen aus einem Bühnenstück:
    "Was soll ich machen ?
    Was soll ich machen ? "
    Für mich gibt es keinen Unterschied zu fragen:
    "Was soll ich machen ?,
    weil ich sehe,
    dass nichts von Bedeutung ist.


    Kodo Sawaki

  • brigitte
    Gast
    • 7. Juli 2010 um 13:25
    • #12

    Der große Weg ist ohne Tor
    Tausend Straßen führen zu ihm.
    Wer dieses torlose Tor durchschreitet,
    wandert frei zwischen Himmel und Erde.

    Koan

  • Wohlwollen
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    21. Januar 2010
    • 8. Juli 2010 um 13:07
    • #13
    brigitte:

    Der große Weg ist ohne Tor
    Tausend Straßen führen zu ihm.
    Wer dieses torlose Tor durchschreitet,
    wandert frei zwischen Himmel und Erde.

    Koan

    Das ist ein Koan? Ich dachte immer ein Koan wird in Frageform geschrieben. :o

    Liebe Grüße,
    Wohlwollen :)

    Mögen alle Wesen frei sein von Gier, Hass und Verblendung.

  • brigitte
    Gast
    • 8. Juli 2010 um 13:11
    • #14
    Wohlwollen:
    brigitte:

    Der große Weg ist ohne Tor
    Tausend Straßen führen zu ihm.
    Wer dieses torlose Tor durchschreitet,
    wandert frei zwischen Himmel und Erde.

    Koan

    Das ist ein Koan? Ich dachte immer ein Koan wird in Frageform geschrieben. :o

    Liebe Grüße,
    Wohlwollen :)



    Da hast Du recht Wohlwollen,
    dieser 4-Zeiler steht am Anfang der
    Koanbeispiele aus meinem Buch: Zen-Weisheit von Manuela dunn Macetti
    LG

  • brigitte
    Gast
    • 8. Juli 2010 um 13:14
    • #15

    Aber hier eines:

    Goso sagte:
    "Ein Büffel geht am Fenster vorbei.
    Sein Kopf, seine Hörner und seine Beine
    gehen vorüber.
    Warum nicht auch der Schwanz ?"

  • Wohlwollen
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    • 8. Juli 2010 um 14:03
    • #16
    brigitte:

    Aber hier eines:

    Goso sagte:
    "Ein Büffel geht am Fenster vorbei.
    Sein Kopf, seine Hörner und seine Beine
    gehen vorüber.
    Warum nicht auch der Schwanz ?"

    Danke für die Erklärung, Brigitte. :)

    Liebe Grüße,
    Wohlwollen _()_

    Mögen alle Wesen frei sein von Gier, Hass und Verblendung.

  • Benkei
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    • 31. Juli 2010 um 11:35
    • #17

    Namaste!

    Zwei Auszüge aus dem "Tigerbericht":

    Zitat

    Lass los. Vergiss vergangenes Unglück; und vergiss auch vergangenes Glück. Sieh das Unheil jetzt; fühle das Glück jetzt. Freu Dich, trauere – und lass los. Geh weiter, handle und tu Dein bestes in allem was Du tust und tu es ganz: mit allen Sinnen, und mit Deinem ganzen schattenlosen, spurlosen Denken. Kein Stempel; keine Unterschrift, keine Urkunde, keine Gedenktafel – da ist nichts besonderes, nirgendwo.[...]
    Lass los. Sieh und höre, und freue Dich und leide und geh weiter – ohne Spur. Sei wie ein gutes Holzfeuer. Brenne lichterloh. Mach keinen Rauch. Lass keine verkohlten Reste zurück. Verbrenne ganz und gar. Brenne vollkommen aus. Werde zu Asche. Holz ist Holz und Asche ist Asche und das eine ist nicht das andere. Der Vorgang des Verbrennens ist nicht umkehrbar. Sei Holz, wenn Du Dich entzündest und werde zu reiner Asche, wenn Du verbrennst.

    Zitat

    Das Leben gleicht dem Überqueren eines Flusses. Und das Ziel eines jeden ist es, das andere Ufer zu erreichen. Jenes Ufer aber ist etwas ganz anderes als der Strom, den es zu durchqueren gilt. Drüben angelangt, sollst Du völlig frei sein von der Mühsal der Durchquerung.
    Ziel eines jeden Lebens ist es also sich nach und nach vollkommen von den Verhaftungen an dieses Leben frei zu machen.
    Leben und Sterben heißt: seinen Weg gehen, zum Endlosen Ende. Abschied nehmen, nichts zurücklassen, nichts mitnehmen. Einfach fortgehen. Ohne Gepäck. Zur rechten Zeit. Im Einklang mit sich selbst und den Dingen. Auf die beste Weise, nichts wollend, nichts wissend, ohne Spur, mit leeren Händen. Nichts besonderes.
    Leben und Sterben heißt: vergessen und vergessen werden; sich mit Leere füllen.

    Aus: "Der Tigerbericht" von Dietrich Wild, übermittelt von Shunryu Suzuki Roshi (erhältlich als Buch und als Hörbuch; Zitat aus dem Hörbuch geschrieben).

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • sumedha
    Gast
    • 31. Juli 2010 um 15:28
    • #18

    Ein Zen-Einsiedler saß am Ufer eines Flusses, als er von einem jungen Mann beim Zazen gestört wurde.
    Der junge Mann kniete nieder und sagte:
    »Meister, ich will euer Schüler werden.«
    »Weshalb?«, fragte der Meister.
    »Weil ich Befreiung finden will.«
    Da sprang der Meister plötzlich auf, packte den jungen Mann am Genick, zerrte ihn zum Fluß und hielt seinen Kopf unter Wasser. Der junge Mann zappelte, doch der Meister ließ nicht locker.
    Nach einer Weile ließ er den jungen Mann endlich los. Der Mann spie Wasser aus, das er geschluckt hatte, und rang nach Luft. Minuten später hatte er sich beruhigt.
    »Was wolltest du am meisten, als ich deinen Kopf unter Wasser hielt?« fragte der Meister.
    »Luft«, sagte der junge Mann.
    »Gut«, sagte der Meister. »Geh dorthin zurück, wo du hergekommen bist, und komm dann wieder zu mir, wenn du die Befreiung genauso sehr willst, wie du eben Luft wolltest.«
    Quelle: mir unbekannt

  • brigitte
    Gast
    • 1. August 2010 um 01:15
    • #19

    Bodhidharma saß mit dem Gesicht zur Wand in Meditation.
    Der zukünftige zweite Patriarch stand im Schnee.
    Er schnitt seinen Arm ab, zeigt ihm Bodhidharma und jammerte:
    "Mein Geist hat keinen Frieden erlangt.
    Bitte, Meister, bringt meinen Geist zur Ruhe".
    Dieser antwortete:
    "Bring den Geist her, dann werde ich ihn für dich beruhigen."
    Der zweite Patriarch gab zurück:
    "Ich habe meinen Geist gesucht, konnte ihn aber nicht finden."
    "Siehst du, dann habe ich ihn schon zur Ruhe gebracht",
    sagte Bodhidharma.

  • Ryonin
    Gast
    • 27. August 2010 um 23:09
    • #20

    Seit ich alt bin, habe ich Buddha-Dharma ganz vergessen
    allein im stillen Garten stehend zähle ich die heruntergefallenden Pflaumen

    Shinchi Hisamatsu

  • Ryonin
    Gast
    • 2. September 2010 um 23:45
    • #21

    Jenseits der Begierde


    Im Streben, die Wildnis zu verlassen
    Wirst du zum Teil dessen was wild ist.

    Streben, nicht mehr zur Ergreifen,
    Ist selbst wieder ergreifen.

    Wie nun erlangst du die Herrschaft
    Und transzendierst die Begierde?

    Öffne nur jene Augen-
    Die in deinem Schädel wurzeln.

    Hung-chih Cheng-chüeh
    (1091 - 1157)

  • Dorje Sema
    Gast
    • 3. September 2010 um 04:22
    • #22

    Ikkyu, der Zen-Meister, war schon als Junge sehr klug. Sein Lehrer besaß eine wertvolle Teeschale, eine seltene Antiquität. Es geschah, daß Ikkyu diese Schale zerbrach, und er war sehr bestürzt darüber. Als er Schritte seines Lehrers hörte, hielt er die Stücke der Schale hinter sich. Der Meister erschien, und Ikkyu fragte: «Warum müssen die Menschen sterben?»
    «Das ist natürlich», erklärte der alte Mann. «Alles muß sterben und lebt eben gerade so lange.»
    Ikkyu zeigte die zerbrochene Schale und meinte: «Es war Zeit für Eure Schale zu sterben.»

    Quelle ist mir unbekannt aber ein Volltreffer

  • brigittefoe
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    22. September 2010
    • 7. Oktober 2010 um 12:11
    • #23

    Nächtlicher Regen

    Bevor er sich in die Berge zurückzog, reiste Zen-Meister Ranryo durch die Welt.
    Ohne Unterschied besuchte er den kaiserlichen Hof und das Land, Städte und Dörfer,
    Weinstuben und Bordelle. Als man ihn fragte, warum er dies tue, antwortete der Meister:
    "Mein Weg ist dort, wo ich mich gerade befinde. Da gibt es keine Lücke."

    Später zog Ranryo sich in die Berge zurück, wo er eine einfache Hütte errichtete
    und ein karges Leben führte, während er weiterhin Zen übte.
    Da er nächtliche Regen liebte, steckte er Räucherwerk an und saß bis in die frühen Morgenstunden wach,
    wenn es draußen regnete. Da man ihn in den Bergdörfern nicht kannte, nannte man ihn den
    "Nachtregenmönch". Das gefiel ihm, und so machte er "Nächtlicher Regen" zu seinem Pseudonym.
    Als ein Besucher ihn eines Tages fragte, was besser sei, Zen-Meditation oder die Anrufung des
    Buddha Amida nach der Reinen-Land-Lehre, antwortete Ranryo mit einem Gedicht:

    Zen-Meditation und der Buddha-Name
    sind wie zwei Berge.
    In einer Welt finden sich
    höhere und niedrigere Fähigkeiten.
    Bei der Ankunft jedoch
    sieht jeder gleichermaßen den Mond über dem Gipfel.
    Schwer haben es nur jene, die keinerlei Glauben haben
    und beim Aufstieg leiden.

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • sumedha
    Gast
    • 8. Januar 2011 um 21:54
    • #24

    Der Teufel hat von dir Besitz ergriffen? Nimm ihm seine Beute wieder ab!

    Hör auf zu quengeln. Leb in der Gegenwart, an diesem Tag, in diesem Moment. Was bleibt dir denn anderes übrig, als an diesem Ort dein Bestes zu tun?
    All die ganzen Jahre bist du Einkaufen gegangen mit deinen Gefühlen, bist auf die Schnauze gefallen, warst eifersüchtig und hast mit Händen und Füßen um dich geschlagen. Jetzt setz dich einfach hier hin. Wie lange nur bist du herumgeirrt, bis du endlich an diesen Punkt gelangt bist? Nun ist das verzweifelte Suchen endlich vorbei: Hierin liegt der Frieden und die Gelassenheit, die uns von Zazen geschenkt werden.
    Bei unserer Praxis ist es genauso wie beim Schilf-Jäten: Wenn du nicht ganz dabei bist, wirst du dir die Hand an den Gräsern schneiden. Wenn du dagegen das Schilfgras vollkommen geistesgegenwärtig bei der Wurzel packst, ist es nicht weiter schwierig. Je mehr ein Mensch von sich gibt, desto anständiger sieht er aus.
    Ist es nicht seltsam, dass die Menschen immer mir ihrer Kraft sparen wollen? Jemandem wie mir, der über keine besonderen Talente verfügt und auch nicht besonders intelligent ist, dazu noch weder Geld noch Eltern hat, dem bleibt nichts, als alles von sich selbst zu geben. Insofern habe ich mit diesem Leben Glück gehabt. Denn welches Glück könnte größer sein als das, sich in Umständen zu befinden, die einen zwingen, alles von sich zu geben?

    Kodo Sawaki

  • sumedhâ
    Gast
    • 25. März 2011 um 14:15
    • #25

    Die ewige Illusion: Ich...

    Gachi ist die Ignoranz. Du weißt nicht, warum du geboren wurdest. Bevor du dir der Sache bewusst warst, wurdest du hinaus geworfen in die Welt. Dein Leben ist ziellos, wie eine lange Irrfahrt durch die Nacht. Du weißt nichts, und selbst das was du nicht. Deshalb ist diese Ignoranz so heimtückisch.

    Gaken ist deine eigene Meinung. Du hälst dich für schlau. Jeder von uns glaubt an seinen Verstand, an sein persönliches Urteil. So fängt der Streit an.

    Gaman ist der Vergleich mit den anderen: Wer von uns beiden ist der Bessere? Das ist auch der Grund, weshalb Sport heute so populär ist. Die Komazawa Universität hat ein Baseballfeld, das so hell beleuchtet ist, dass die Studenten im Wohnheim nebenan nicht das Licht einschalten müssen, um Bücher zu lesen. Die ganze Nacht durch bleibt das Flutlicht angeschaltet. Gewöhnliche Menschen machen ein schläfriges Gesicht, wenn es nicht um Sieg oder Niederlage geht. Sport selbst ist nichts Schlechtes. Es liegt nur in der Natur des Menschen, dass er sich ständig reckt und wissen will, wer denn jetzt der Grössere ist. Aber das ist kindisch.

    Shakyamuni Buddha sagte: „Die ganze Welt ist meine Existenz, und die leidenden Wesen darin sind alle meine Kinder.“
    Shakyamuni Buddha geht es nicht um Gewinn und Verlust. Amithaba Buddha spricht vom Licht, das das ganze Universum ungehindert erleuchtet. Er sagt auch: Grenzenloses Leben. Wie gesagt muss es uns darum gehen, den Menschen nach dem Ebenbild Gottes zu erschaffen. Dafür ist es wichtig, besseres zu tun als mit den anderen zu vergleichen, wer es ein paar Zentimeter höher oder weiter schafft. Das Kriterium muss bei Shakamuni oder Amithaba liegen.

    Ich habe mal ein Photo von einem riesigen Sumo-Ringer gesehen, der nach einem verlorenen Kampf anfing zu weinen. Schade um das viele Fett! Wen interessieren schon Sieg oder Niederlage? Wenn du verlierst, verliere einfach. Als Ryôkan von einem Verwandten, dem Haus und Hof abgebrannt waren, um Rat gefragt wurde, wie er dem Unglück entfliehen könne, meinte Ryôkan: „Im Unglück sollst du unglücklich sein, wenn du stirbst, musst du einfach nur sterben. Auf diese Weise kannst du jedem Unglück entkommen.“ Wie kindisch es doch ist, sich da über Sieg oder Niederlage aufzuregen.

    Am Schluss kommt Gaai, die Selbstliebe. Du magst dich selbst am allerliebsten. Für dich ist nicht alles gleich: Nein, das hier, du selbst, ist das Allerwichtigste.

    Sawaki Rôshi

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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