1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Mönchsregeln für Dummies

  • Milo01
  • 29. Juni 2010 um 22:23
  • Zum letzten Beitrag
  • Milo01
    Gast
    • 29. Juni 2010 um 22:23
    • #1

    Hallo an alle,
    ich habe nun schon einige male über bedingungen Mönch zu werden und die damit verbundenen Verhaltensregeln gelesen, dabei haben sich mir einige Fragen gestellt und ich hoffe hier jemanden zu finden, der/die mir diese näher erläutern kann.

    1. Mönche dürfen nach Mittag nicht mehr essen.
    In manchen Büchern habe ich gelesen, dass sie zwar nicht essen, jedoch neben Wasser auch Milch trinken dürfen?!
    Ein bekannter erzählte mir er war in einem Zen Kloster und sein Abt habe abends gerne und regelmäßig gezecht (und ich spreche nicht von Milch ;-)). Kann es sein, dass diese Ernährungsregeln von Schule zu Schule anders ausgelegt und eingehalten werden? Wenn ja, dürfen die dann auch Nachmittags essen?

    2. Ich habe gelesen, dass Mönche nicht die geringste Krankheit haben dürfen wenn sie ordoniert werden.
    Wie verhält e sich, wenn sich im nachhinein rausstellt, dass der Mönch eine bisher nicht erkannte Krankheit hat?
    Oder gibt es auch hier evtl verschiedene einstellungen der verschiedenen Schulen?

    3. Ich habe vor kurzem einen Bericht angaschaut. Dort waren einige Therevada Mönche zu sehen, die Handys bei sich hatten.
    Ist das ein Zugeständniss an die Neuzeit? Ich dachte immer ihr Besitz wäre auf 7 Gegenstände beschränkt.

    Ich muss zugeben, dass mich die Regeln für Mönche echt verwirrt.
    Danke für euere Hilfe


    Milo

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 29. Juni 2010 um 23:43
    • #2
    Milo01:


    Ich muss zugeben, dass mich die Regeln für Mönche echt verwirrt.


    Welche Regeln verwirren dich echt?

  • Kusala
    Gast
    • 30. Juni 2010 um 07:15
    • #3

    So wie es in folgenden Texten steht, gelten die ursprünglichen Vinaya Regeln auch heute.

    Das Mahāvagga
    Bhikkhu-Pātimokkha

    In manchen Schulen wird der Vinaya nicht praktiziert.

    Auswüchse gibt es in allen Traditionen.

    Dazu:
    Der zerbrochene Buddha
    und
    Sudu Hamduruwo -Weiße Buddhamönche

    Hier gibt es schon einen ähnlichen Thread: Vinaya Ordination

    Eine schöne Einführung in die Vinaya Regeln: Vinaya –die unbekannte Seite der Lehre des Buddha

    Mit Metta
    Kusala

  • Dorje Sema
    Gast
    • 30. Juni 2010 um 10:10
    • #4

    Regeln sind [auch] Regeln des »erwachten Herzgeistes«.
    Verständige verstehen dies ohne ihren Verstand zu bemühen,
    Unverständige lernen durch fragen und antworten.
    [ein bisschen schwanger geht nicht!]

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • maruk
    Punkte
    35
    Beiträge
    7
    Mitglied seit
    28. Juni 2010
    • 30. Juni 2010 um 14:09
    • #5

    die eigentliche frage die du stells ist "halten sich die mönche an ihre gelübte?" "muss ich mich an die mönchsgelübte halten wenn sich andere nicht daran halten?"

    Mönchsregeln werden aus diesem Grund nur novizen vermittelt. Die laiensanga soll nicht die Mönche beurteilen ob sie ihre regeln einhält. Generell gilt ja, etwas das viele sehr leicht zu vergessen scheinen : richte nicht über andere.... verzeiht miene textunsicherheit , aber ein wissender kann gerne die sutra hier einfügen wo das zur sprache kommt.

    Das wir die mönchsregeln kennen, obwohl dieses nach der tradition nicht üblich ist und erst seit der neuzeit möglich gemacht wurde solltest du bitte eines im hinterkopf haben, diese regeln wurden alle erstellt um das gemeinschaftsleben der sanghas zu regeln, jegliche probleme zu vermeiden und erleuchtung zu erlangen.

    Ein mönch kann gezwungen sein zu arbeiten um sich seinen lebensunterhalt im westen zu sichern. Also geht er mit geld um, ein nono, er wird arbeitskleidung haben die sein eigen ist, auch ein nono er wird für den chef erreichbar sein müssen und ganz viele andere Gründe können dazu führen das diese regeln nicht eingehalten werden können.

    Ganz lustig zum Beispiel, ein mönch muss immmer als mönch erklennbar sein indem er seine robe trägt.. mach das mal wenn du arbeiten musst, arbeitsschutz etc.

    Um deine Mönchsregeln zu brechen bedarf es erheblich mehr als diese regeln "augenscheinlich" für laien nicht zu befolgen. Was dazu gehört wirst du von deinem lama/Meister erfahren oder kannst dir im netz raussuchen wenn du weisst wie. Ich empfehle dieses aber nicht zu tun.

    Wer wirklich mönch werden will, so die "alte" ansichtsweise, der wird aus liebe zu den anderen auch den mönchsstatus akzeptieren ohne zu wissen worauf er sich einlässt denn seine sehnsucht nach erleuchtung und anderen zu helfen ist so immens groß das er vor nichts zurückschreckt.

    wenn du diese einstelölung hast, wirf dich vor dem abt des klosters das du dir ausgesucht hast in den staub und bitte ihn dich anzunehmen. Kleiner tipp... einige traditionen erwarten das du drei mal bittest um deine entschlossenheit zu zeigen... aber boitte nicht drei mal ich will.. sondernn sag das was dich bewegt....

    maruk

  • maruk
    Punkte
    35
    Beiträge
    7
    Mitglied seit
    28. Juni 2010
    • 30. Juni 2010 um 14:17
    • #6

    oh und ganz vergessen, hier in den seiten findest du auch das kloster antaji der zen richtung , deren abt ist ein deutscher der, und jetzt kommt der hammer, als mönch verheiratet ist und 2 kinder hat soweit ich da sgesehen habe.

    Dieses ist möglioch weil die japanische regierung das heiraten erlaubt von mönchen.

    ich persönlich finde das einerseits gut, wenn mal ein familienvater mit eheproblemen oder ähnliches rat sucht, andererseits problematisch für die praxis da kinder und frau (eigene erfahrung) manches mal erhebliches leid erzeugen.

    Ich bewundere ihn für diese entscheidung, ein kloster leiten, familie zu haben und noch dharmataks und sesshins im ausland zu geben. ich könnte das persönlich nicht.

    maruk

  • Kusala
    Gast
    • 30. Juni 2010 um 16:02
    • #7
    maruk:


    Ein mönch kann gezwungen sein zu arbeiten um sich seinen lebensunterhalt im westen zu sichern.

    Dann ist es kein Mönch. Zumindest kein Ordinierter. 227 Regeln sind für einen männlichen Ordinierten einzuhalten.
    Darunter zählt >"kein Umgang mit Geld"< und auch >"wenig Geschäftigkeit"<

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 30. Juni 2010 um 16:52
    • #8
    maruk:


    Dieses ist möglioch weil die japanische regierung das heiraten erlaubt von mönchen.


    Das tun die Regierungen überall auch. Es geht sie schließlich auch nichts an.
    Aber Mönch im Orden des Buddha ist er deswegen noch lange keiner.

  • maruk
    Punkte
    35
    Beiträge
    7
    Mitglied seit
    28. Juni 2010
    • 30. Juni 2010 um 18:56
    • #9

    @ kusala
    ich kenne sogar noch ein paar mehr regeln wenn ich mich nicht irre (gerade nonnen haben ja ne menge mehr 8) ), es liegt ganz an der schule und ja definitiv mönch sein und broterwerb gehen durchaus einher, habe da mal im netz nen dharmatalk von ner nonne (vollordiniert seit anno toback oder so) gesehen die über ihre ordinierung und novizenzeit geredet hatte und mit geshe und allem drum und dran arbeiten musste weil die sangha sie nicht "ernähren" und supporten konnte wegen geldmangels. Tibetischer buddhismus war das und abgesegnet von einem noch viel höeren tibetischen Abt. kann auf wunsch gerne den namen nochmal nachschlagen.

    @accina
    ja ich verstehe deine aussage, da er jedoch als abt dort fungiert gehe ich davon aus das dieses so mit der sangha abgeklärt ist und deren ordinierungsregeln. warum das so ist, keine ahnung, ich selber bin verheiratet und habe kinder und kann mir NICHT vorstellen so ein leben führen zu können und bin dementsprechend für mich persönlich der meinung als mönch sollte ich nicht verheiratet sein.

    ich habe diese extremen beispiele auch nur deshalb gebracht um das weite spektrum der möglichkeiten aufzuzeigen das mienes wissens nach vorhanden ist um deutlich zu machen das man als nicht ordiniertes mitglied einer sangha vermeintliche "regelwiedrigkeiten" evtl. , so schräg sie auch sein mögen, aus der falschen sichtweise betrachtet.

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 30. Juni 2010 um 22:39
    • #10
    maruk:

    @accina ja ich verstehe deine aussage, da er jedoch als abt dort fungiert gehe ich davon aus das dieses so mit der sangha abgeklärt ist und deren ordinierungsregeln.


    der sangha in der Lehre des Buddha bestimmt nicht die Ordensregeln.
    Aber es gibt ja viele Orden und Lehren in der Welt, da ist sicher alles
    mögliche möglich.

  • Kusala
    Gast
    • 1. Juli 2010 um 07:51
    • #11

    Der sangha kann durchaus weitere Klosterinterne Regeln hinzufügen. Das ist üblich und legitim.

    Aber es bleibt auf jeden Fall bei den 227 Regeln für Mönche und 311 Regeln für Nonnen. Ansonsten ist es keine Hochordination.
    Als Novize (Samanera/i) hat man 10 Regeln und über 70 Übungsregeln. Aber auch dort ist weltliche Arbeit/Beruf ausgeschlossen.

    Dass einige Traditionen das anders machen ist bekannt. Es handelt sich dann aber nicht um Ordinierte in der Dhamma-Vinaya Tradition, wie es der Buddha vorgab und es bis heute vorgibt.

    Mit Metta
    Kusala

    Zitat

    Anguttara Nikaya X.48 Die zehn Betrachtungen des Mönches - 8. Pabbajitaabhiṇha Sutta

    Zehn Dinge, ihr Mönche, sollte der Mönch öfters bei sich erwägen. Welche zehn?

    »In veränderte Verhältnisse bin ich eingetreten«, das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Von anderen abhängig ist mein Lebensunterhalt.« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Ein anderes Benehmen muß ich zeigen.« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Habe ich mir selber Vorwürfe zu machen wegen meiner Sittlichkeit?« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Machen mir wohl verständige Ordensbrüder, nachdem sie mich geprüft haben, Vorwürfe wegen meiner Sittlichkeit?« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Von allem, was mir lieb und teuer ist, muß ich einmal scheiden und mich trennen.« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Eigner und Erbe meiner Taten (kamma) bin ich, meinen Taten entsprossen, mit ihnen verbunden, habe sie zur Zuflucht, und die guten und bösen Taten, die ich tue, werden mein Erbteil sein.« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Auf welche Weise verbringe ich wohl meine Tage und Nächte?« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen. »Liebe ich wohl einsame Orte?« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    »Habe ich wohl jene ungewöhnliche Errungenschaft des zur Heiligkeit befähigenden Erkenntnisblickes erreicht? Wenn mich in meiner letzten Stunde die Ordensbrüder darum befragen, werde ich da nicht verlegen sein?« Das sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    Diese zehn Dinge, o Mönche, sollte der Mönch öfters bei sich erwägen.

    Alles anzeigen
  • Milo01
    Gast
    • 1. Juli 2010 um 13:37
    • #12

    Danke für eure Antworten,
    besonders an Kusala,dass erklärt mir meine Frage schon aureichend.
    LG
    Milo

  • Kat
    Punkte
    600
    Beiträge
    118
    Mitglied seit
    14. Juli 2009
    • 11. Juli 2010 um 11:16
    • #13
    Kusala:

    .

    Eine schöne Einführung in die Vinaya Regeln: Vinaya –die unbekannte Seite der Lehre des Buddha

    Mit Metta
    Kusala


    Kusala,

    ich danke dir für diesen Link. Ich habe es mir ausgedruckt und durchgelesen. Es war sehr lehrreich.

    *sichverneigt*


    Mit Metta


    Kat

    appamadena sampadetha!

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 23. Juli 2010 um 20:00
    • #14

    Namaste!

    Milo01:

    ich habe nun schon einige male über bedingungen Mönch zu werden und die damit verbundenen Verhaltensregeln gelesen, dabei haben sich mir einige Fragen gestellt und ich hoffe hier jemanden zu finden, der/die mir diese näher erläutern kann.


    Je nach Tradition gibt es verschiedene Regelwerke.

    Voll ordinierte Bhikkhus/Bhikkhunis nehmen ca. 250 bzw. über 300 Regeln.
    Es gibt aber auch Traditionen/Ordinationen (beispielsweise in Japan, Tibet, Korea), in denen Mönche/Nonnen (Achtung!: dann sind dies zwar Mönche/Nonnen, aber nicht Bhikkhus/Bhikkhunis) weniger Regeln einhalten müssen. Diese Mönche/Nonnen können dann z. B. auch nach 12 Uhr essen, Geld in die Hand nehmen, Sex haben und sogar heiraten.

    Milo01:


    1. Mönche dürfen nach Mittag nicht mehr essen.
    In manchen Büchern habe ich gelesen, dass sie zwar nicht essen, jedoch neben Wasser auch Milch trinken dürfen?!
    Ein bekannter erzählte mir er war in einem Zen Kloster und sein Abt habe abends gerne und regelmäßig gezecht (und ich spreche nicht von Milch ;-)). Kann es sein, dass diese Ernährungsregeln von Schule zu Schule anders ausgelegt und eingehalten werden? Wenn ja, dürfen die dann auch Nachmittags essen?


    Die Regel, nach Mittag keine feste Nahrung zu sich zu nehmen, ist in den Vinaya-Ordinationen enthalten. In den beiden japanischen Zen-Schulen (Sôtô Shû und Rinzai Shû) gehört diese Ordination nicht zur Grundlage, sondern man legt die 10 Hauptgelübde nach dem Brahmanetz-Sutra (Brahmajala-Sutra) ab. [Ich denke bei der Obaku Shû sieht das zwischenzeitlich ebenso aus, nur dass dort besonders viel Wert auf die strikte Einhaltung der Gelübde gelegt wird].

    Der Konsum von Alkohol stellt einen minderschweren Verstoß gegen die erste Nebenregel des Brahmanetz-Sutra dar und wahrscheinlich auch eine Übertretung der Tempel-/Klostervorschriften.

    vgl: http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=12&t=4051

    Zu den anderen beiden Punkten kann ich wegen mangelnder Kenntnis des Vinaya nichts sagen.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 23. Juli 2010 um 21:09
    • #15
    Benkei:

    Je nach Tradition gibt es verschiedene Regelwerke.


    Traditioneller weise fällt manchen dazu die Rede an die Kalamer aber nicht ein.

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 24. Juli 2010 um 12:26
    • #16

    Namaste!

    accinca:
    Benkei:

    Je nach Tradition gibt es verschiedene Regelwerke.


    Traditioneller weise fällt manchen dazu die Rede an die Kalamer aber nicht ein.


    Hilf mir mal auf die Sprünge.
    Ich verstehe nicht, was Du damit sagen willst.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 24. Juli 2010 um 14:40
    • #17
    Benkei:

    Namaste!

    accinca:


    Traditioneller weise fällt manchen dazu die Rede an die Kalamer aber nicht ein.


    Hilf mir mal auf die Sprünge.
    Ich verstehe nicht, was Du damit sagen willst.
    < gasshô >Benkei

    Naja, war da nicht etwas mit Traditionen denen man nicht folgen solle der Tradition wegen?

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 24. Juli 2010 um 16:30
    • #18

    Namaste!

    accinca:
    Benkei:

    Ich verstehe nicht, was Du damit sagen willst.


    Naja, war da nicht etwas mit Traditionen denen man nicht folgen solle der Tradition wegen?


    So ist es. Gerade darin kann das Problem liegen.

    Bevor man sich für eine Ordination (welche auch immer) entscheidet, sollte man realistisch abwägen, ob man die gegebenen Gelübde auch tatsächlich einhalten kann, und auch, was ein Bruch der Gelübde bedeuten kann.

    Vielleicht wäre manch einer besser beraten damit, nicht die vollständige Vinaya-Ordination zu nehmen und hierzulande diverse Drahtseilakte mit Geld, Umgang mit Frauen und sonstigem Besitz anzustellen.
    Eine traditionsübergreifende Offenheit kann hier ein Schlüssel sein.

    Mönche und Nonnen japanischer Traditionen (Ordination nach dem Brahmajala-Sutra) nehmen gelegentlich zusätzlich die Vinaya-Ordination einer anderen Tradition, um dann als vollordinierte Bhikkhus/Bhikkhunis zu leben.
    Warum soll der Weg nur in eine Richtung offen sein?
    Für manch einen Bhikkhu, der regelmäßig die Gelübde bricht, aber nicht auf seinen Mönch-Status verzichten will, wäre dies vielleicht eine echte Alternative.

    Aber letztlich ist es ohnehin immer eine individuelle Entscheidung.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 24. Juli 2010 um 17:40
    • #19
    Benkei:


    ...Für manch einen Bhikkhu, der regelmäßig die Gelübde bricht, aber nicht auf seinen Mönch-Status verzichten will, wäre dies vielleicht eine echte Alternative.
    Aber letztlich ist es ohnehin immer eine individuelle Entscheidung.


    Das ist wahr. Andererseits warum sollte man auch buddhistischer Mönch werden
    wenn man doch nicht nach dem Vinaya leben will und wer will schon ein Mönch
    sein ohne ein Mönch zu sein? Wer als Mönch ordiniert und die Regeln nicht einhält
    und nicht mal einhalten will, ist trotzdem kein Mönch selbst wenn er das Gewandt trägt.
    Aber da soll es doch noch christliche Mönche oder manche tibetische geben. Wie wäre
    es damit? Auch zu Zeiten des Buddhas sind ja nicht alle, Mönche im Orden des Buddhas geworden.
    Am Anfang waren es ja sowieso nur ganz wenige. Alle anderen Mönch waren Mönche anderer
    Orden. Die Frage heißt für einen Nachfolger des Buddha doch nicht "wie will ich leben wenn
    ich Mönch bin" sondern wie kann ich so leben wie es der Buddha getan hat oder will ich gar
    nicht so Leben. - denn das dachte ich immer sei das Ziel des Mönch Seins. So zu leben wie
    der Buddha und die gleiche Befreiung, wenn möglich noch in diesem Leben erreichen, die
    gleiche Ablösung vom ganzen Dasein. Schließlich wird man nicht Mönch um von Laien als Mönch
    verehrt zu werden.

  • Dudjom
    Punkte
    2.120
    Beiträge
    420
    Mitglied seit
    25. Juli 2009
    • 24. Juli 2010 um 18:00
    • #20
    accinca:

    Schließlich wird man nicht Mönch um von Laien als Mönch verehrt zu werden.


    Das dürfte hierzulande kaum eine Motivation sein, in andern Ländern mag dagegen so eine Motivation durchaus eine Grundlage haben.
    Aber die Motivation des (zu was auch immer) "Dazugehören-wollens" mag auch hierzulande eine Rolle spielen.
    Ach ... im Grunde lässt sich alles, was nach außen hin makellos erscheint, mit nicht angemessener Motivation tun.
    Aber was andere tun sollte einem nicht Anlass zu negativer Spekulation sein, wenn es dem Anschein nach der Lehre entspricht. Wichtig ist doch nur, was man selber tut und welches die Motivation dabei ist. Nur das zählt.

    LG

    Alle fühlenden Wesen wollen Glück und kein Leid.
    "Es gibt nichts 'Absolutes' im Buddhismus. Wenn es etwas 'Absolutes' geben würde, dann wäre es 'Mitgefühl'." (HHDL)
    oṃ vajrapāṇi hūṃ phaṭ

  • Benkei
    Reaktionen
    77
    Punkte
    4.707
    Beiträge
    904
    Mitglied seit
    8. Mai 2008
    • 24. Juli 2010 um 18:06
    • #21

    Namaste!

    accinca:

    Andererseits warum sollte man auch buddhistischer Mönch werden
    wenn man doch nicht nach dem Vinaya leben will und wer will schon ein Mönch
    sein ohne ein Mönch zu sein?


    Wie Du vielleicht schon gemerkt hast, unterscheide ich bewusst die Begriffe Bhikkhu/Bhikkhuni (speziell, für Mönche und Nonnen, welche die vollständige Vinaya-Ordination angenommen haben) und Mönch/Nonne (unspeziell -also allgemeiner- für buddhistische (und ggf. auch sonstige) Geistliche, die einem Orden angehören und Gelübde genommen haben). Bhikkhus sind Mönche, aber Mönche müssen nicht zwangsläufig Bhikkhus sein ;)

    accinca:

    Wer als Mönch ordiniert und die Regeln nicht einhält und nicht mal einhalten will, ist trotzdem kein Mönch selbst wenn er das Gewandt trägt.


    De Fakto mag das stimmen, wenn er aber trotzdem weiterhin seine Robe trägt und damit Unfug anstellt, dann wirt das trotzdem ein schlechtes Licht auf "echte" Mönche.
    Und auch Falschen, bzw. "Nicht-Mönche" werden Gaben in die Schale gegeben.

    accinca:

    Aber da soll es doch noch christliche Mönche oder manche tibetische geben. Wie wäre es damit? Auch zu Zeiten des Buddhas sind ja nicht alle, Mönche im Orden des Buddhas geworden.
    Am Anfang waren es ja sowieso nur ganz wenige. Alle anderen Mönch waren Mönche anderer Orden.


    Ja, die Auswahl ist groß, wie schon Meister Wu-men sagte: "Der Große Weg ist ohne Tor; zahllose Straßen gibt es."

    accinca:

    Die Frage heißt für einen Nachfolger des Buddha doch nicht "wie will ich leben wenn ich Mönch bin" sondern wie kann ich so leben wie es der Buddha getan hat oder will ich gar nicht so Leben. - denn das dachte ich immer sei das Ziel des Mönch Seins. So zu leben wie der Buddha und die gleiche Befreiung, wenn möglich noch in diesem Leben erreichen, die gleiche Ablösung vom ganzen Dasein. Schließlich wird man nicht Mönch um von Laien als Mönch verehrt zu werden.


    Die Befreiung ist zweifellos das Ziel.
    Dafür muss man keine Vinaya-Ordination oder irgendeine andere annehmen.
    Man muss schlicht den WEG gehen, den Mittleren Edlen Achtfachen Pfad, der aus drei Teilen besteht, nämlich Ethik, Praxis und Erkenntnis.

    < gasshô >

    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download