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A.1.2. Die fünf geistigen Hemmungen (II,1-10)

  • Bambus
  • 16. Juni 2010 um 12:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Bambus
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    • 16. Juni 2010 um 12:20
    • #1

    [...]
    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, wodurch in dem Maße die unaufgestiegene Zweifelsucht zum Aufsteigen kommt und die aufgestiegene Zweifelsucht zu Wachstum und Entwicklung gelangt, wie unweises Nachdenken. Wer nämlich, ihr Mönche unweise nachdenkt, in dem kommt die unaufgestiegene Zweifelsucht zum Aufsteigen, und die aufgestiegene erlangt Wachstum und Entwicklung.
    [...]
    Kein besseres Mittel kenne ich, ihr Mönche, wodurch die unaufgestiegene Zweifelsucht nicht zum Aufsteigen kommt und die aufgestiegene Zweifelsucht schwindet, wie weises Nachdenken. Wer nämlich, ihr Mönche, weise nachdenkt, in dem kommt die unaufgestiegene Zweifelsucht nicht zum Aufsteigen und die aufgestiegene schwindet.
    [...]

    Zitat aus http://www.palikanon.com/angutt/a01_001-010.html#a_i2

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?

    Bekannt ist mir die Aussage des Buddha, dass z.B. Fragen nach dem Anfang und dem Ende allen samarischen Seins "Torheit" sind. Sind nur derartige Fragen im obigen Sutra gemeint? Oder geht es auch um alltägliche Fragen? Wo fängt die Zweifelsucht an, und wo hört sie auf? Gerade hier im Forum unterstellen manche Freunde des Mahayana (insgeheim) den schriftkundigen Theravadies ein gewissen Form von Zweifelsucht. Zu sehen ist das ja immer in den lebhaften Diskussionen. Sind das nur verletzte Eitelheiten oder spielt auch hier die Zweifelsucht hinein?

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • thecap
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    • 16. Juni 2010 um 14:04
    • #2
    Bambus:

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?

    Zitat

    Dvedhāvitakka Sutta - Zwei Arten von Gedanken

    2. "Ihr Bhikkhus, vor meiner Erleuchtung, als ich noch lediglich ein unerleuchteter Bodhisatta war, kam mir in den Sinn: 'Angenommen, ich teile meine Gedanken in zwei Klassen ein.' Auf die eine Seite brachte ich dann Gedanken der Sinnesbegierde, Gedanken des Übelwollens und Gedanken der Grausamkeit, und auf die andere Seite brachte ich Gedanken der Entsagung, Gedanken des Nicht-Übelwollens und Gedanken der Nicht-Grausamkeit."

    3. "Während ich so umsichtig, eifrig und entschlossen weilte, erschien ein Gedanke der Sinnesbegierde in mir. Ich verstand folgendermaßen: 'Dieser Gedanke der Sinnesbegierde ist in mir entstanden. Dies führt zu meinem eigenen Leid, zum Leid anderer und zum Leid beider; es beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg.' Als ich erwog: 'Dies führt zu meinem eigenen Leid', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid anderer', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid beider', verschwand es; als ich erwog: 'Dies beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg', verschwand es [1]. Wann immer ein Gedanke der Sinnesbegierde in mir erschien, gab ich ihn auf, entfernte ich ihn, beseitigte ich ihn."

    4. "Während ich so umsichtig, eifrig und entschlossen weilte, erschien ein Gedanke des Übelwollens in mir. Ich verstand folgendermaßen: 'Dieser Gedanke des Übelwollens ist in mir entstanden. Dies führt zu meinem eigenen Leid, zum Leid anderer und zum Leid beider; es beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg.' Als ich erwog: 'Dies führt zu meinem eigenen Leid', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid anderer', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid beider', verschwand es; als ich erwog: 'Dies beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg', verschwand es. Wann immer ein Gedanke des Übelwollens in mir erschien, gab ich ihn auf, entfernte ich ihn, beseitigte ich ihn."

    5. "Während ich so umsichtig, eifrig und entschlossen weilte, erschien ein Gedanke der Grausamkeit in mir. Ich verstand folgendermaßen: 'Dieser Gedanke der Grausamkeit ist in mir entstanden. Dies führt zu meinem eigenen Leid, zum Leid anderer und zum Leid beider; es beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg.' Als ich erwog: 'Dies führt zu meinem eigenen Leid', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid anderer', verschwand es; als ich erwog: 'Dies führt zum Leid beider', verschwand es; als ich erwog: 'Dies beeinträchtigt Weisheit, verursacht Schwierigkeiten, und führt von Nibbāna weg', verschwand es. Wann immer ein Gedanke der Grausamkeit in mir erschien, gab ich ihn auf, entfernte ich ihn, beseitigte ich ihn."

  • accinca
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    • 16. Juni 2010 um 14:54
    • #3
    Bambus:

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?


    Das Wort, das hier mit "unweisem Nachdenken" übersetzt wurde, heißt: ayonisomanasikāra
    im Gegensatz zu yonisomanasikāra. Wörtlich bezeichnet es einmal das oberflächliche Denken
    das auf den vordergründigen Schein reinfällt und diesem nachgeht und einmal das auf die wahren
    Ursachen und Zusammenhänge gerichtete "mit dem Geist arbeiten" bzw. Denken und Betrachten.

  • mirco
    Gast
    • 17. Juni 2010 um 00:28
    • #4
    accinca:

    Wörtlich bezeichnet es einmal das oberflächliche Denken das auf den vordergründigen Schein reinfällt und diesem nachgeht und einmal das auf die wahren Ursachen und Zusammenhänge gerichtete "mit dem Geist arbeiten" bzw. Denken und Betrachten.

    Also ist weises Erwägen (yoniso manasikaara) ein Erwägen/Denken/Ergründen
    in Vergegenwärtigung/Gewahrsein der Bedingten Entstehung und der Vier Edlen Wahrheiten.

    Metta, immer,
    Mirco :)

  • accinca
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    • 17. Juni 2010 um 10:09
    • #5

    Genau.

  • Bambus
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    • 17. Juni 2010 um 17:04
    • #6
    accinca:
    Bambus:

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?


    Das Wort, das hier mit "unweisem Nachdenken" übersetzt wurde, heißt: ayonisomanasikāra
    im Gegensatz zu yonisomanasikāra. Wörtlich bezeichnet es einmal das oberflächliche Denken
    das auf den vordergründigen Schein reinfällt und diesem nachgeht und einmal das auf die wahren
    Ursachen und Zusammenhänge gerichtete "mit dem Geist arbeiten" bzw. Denken und Betrachten.

    Vielen Dank. Deine Erklärung bringt mir etwas mehr Klarheit.

    Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

    Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.

  • accinca
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    • 17. Juni 2010 um 19:01
    • #7
    Bambus:
    accinca:


    Das Wort, das hier mit "unweisem Nachdenken" übersetzt wurde,
    heißt: ayonisomanasikāra im Gegensatz zu yonisomanasikāra.
    Genau bezeichnet es zum einen das oberflächliche Denken das auf
    den vordergründigen Schein reinfällt und diesem nachgeht und
    zum andern das auf die wahren Ursachen und Zusammenhänge
    gerichtete "mit dem Geist arbeiten" bzw. Denken und Betrachten.

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    Vielen Dank. Deine Erklärung bringt mir etwas mehr Klarheit.

    Alles anzeigen


    Gut, allerdings in der Praxis besteht dabei oft ein Problem und das liegt darin,
    daß das Nichtwissen oder Unwissen verhindert, daß z.B. bei oberflächlicher
    Geistestätigkeit (wo das Denken dem sinnlich begehrlichen oder unerwünschtem
    hinterher rennt) das Bewußtsein dieser Tatsache fehlt oder noch sehr gering ist.
    Dafür, wie tief das reicht, ist oft gar kein Bewußtsein vorhanden.

    Einmal editiert, zuletzt von accinca (18. November 2010 um 15:55)

  • Wasserglas
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    • 17. November 2010 um 15:27
    • #8

    Da kann ich accinca nur zustimmen: Um sich bewusst zu werden, was weise und nicht weise ist, muss man das nicht-weise unterscheiden vom weisen- und woher das Wissen nehmen, solange man verstrickt in nicht-weise Gedanken grübelt?

  • accinca
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    • 18. November 2010 um 16:02
    • #9
    Wasserglas:

    Da kann ich accinca nur zustimmen: Um sich bewusst zu werden, was weise und nicht weise ist, muss man das nicht-weise unterscheiden vom weisen- und woher das Wissen nehmen, solange man verstrickt in nicht-weise Gedanken grübelt?


    Genau das ist das Problem. Der Buddha empfiehlt zur Lösung dieses
    Problems je nachdem den Umgang mit edlen Freunden bzw. das Hören
    und Nachdenken über die Lehre und das tiefe Betrachten und Beobachten
    bestimmter Dinge des Daseins.

  • Dorje Sema
    Gast
    • 18. November 2010 um 17:24
    • #10

    Dann definiere doch erst mal bitte einer Weisheit als was ist Weise [weise], wie Buddha es verlautbaren ließ bzw. wie wird dass, durch wen, wie verstanden.
    Da mir dies hier zu ungenau und unpräzise als Aussage ist, siehe hier

    Zitat

    accinca: Genau das ist das Problem. Der Buddha empfiehlt zur Lösung dieses
    Problems je nachdem den Umgang mit edlen Freunden bzw. das Hören
    und Nachdenken über die Lehre und das tiefe Betrachten und Beobachten
    bestimmter Dinge des Daseins.

    Danke

    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema

  • accinca
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    • 18. November 2010 um 21:18
    • #11
    Dorje Sema:

    Dann definiere doch erst mal bitte einer Weisheit als was ist Weise [weise], wie Buddha es verlautbaren ließ bzw. wie wird dass, durch wen, wie verstanden.
    Da mir dies hier zu ungenau und unpräzise als Aussage ist, siehe hier


    Zumal gerade in diesem Text der Begriff der Weisheit gar nicht verwendet wird.
    Hier mit "Weisheit" zu übersetzen ist eigentlich schon grobe Beschreibung für
    den Palibegriff den ich oben schon erklärt hatte.

  • Wasserglas
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    16. November 2010
    • 14. Dezember 2010 um 17:51
    • #12

    Ist mir gerade eingefallen: nicht-weise im Sinne von "zu Leiden führend", "nicht-zur-Leidenserlösung-führend"...
    Das ist doch die Definition, nach der du gefragt hattest, Dorje Sema.

    Wie es verstanden wird? Durch Achtsamkeit.

    liebe Grüße von
    Wasserglas

  • Kapitulation
    Gast
    • 9. April 2011 um 23:48
    • #13

    http://www.buddhanetz.org/dharma/manasikara.pdf

    Hier ist ein link zu dem Thema, der das Thema sehr tief, unterhaltsam und anschaulich erklärt. Den Text lese ich immer wieder gern und er ist untermauert mit vielen Zitaten aus dem Palikanon.

    An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen: Yoniso manasikara sieht die Daseinesmerkmale (tilakkhana) in den Objekten klar und deutlich und so ist auch unsere Gesinnung (sankappa) dementsprechend heilsam für uns und auch unsere Mitwesen.
    Bei ayoniso manasikara ist das Gegenteil der Fall. Alles erscheint so verlockend und schön bunt, dauerhaft erfüllend und "hinter" den Dingen scheint irgendetwas zu sein, zu stecken, ein Geheimnis, bestimmt, da muss doch etwas sein...

  • Erdmaus
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    • 10. April 2011 um 11:02
    • #14
    Zitat

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?

    Weise ist derjenige, der über die Dinge selbstständig und tiefgründig nachdenkt und unweise ist es, wenn man einfach Textstellen aus uralten Schriftrollen (Palikanon) zitiert um irgendwas zu begründen. Auch das Argument " Weil der Buddha es so sagte" ist kein Argument für einen sinnigen Gedanken. Die Sinnigkeit muss durch eigenes Nachdenken überprüft werden - und zwar mit offenem Ergebnis! --> Ganz wichtig. Nicht auf den Gedanken kommen, man habe falsch nachgedacht, weil das Ergebnis sich nicht mit dem Überlieferten deckt. Es gibt nämlich so schlaue Leute, die einem dann sagen, man müsse nur lange genug überprüfen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass das Überprüfte richtig ist :lol: Sowas nennt man "Scheinüberprüfung" ohne offenes Ergebnis. Sowas ist fürn Ar*** ^^

    Nehme nur das an, was du selbst kritisch überprüft hast. Was dieser Überprüfung nicht standhält, das verwerfe. Eine unbequeme Sache, aber notwendig und jeder muss es letztlich für sich selbst durchführen.

  • accinca
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    • 10. April 2011 um 11:41
    • #15
    Erdmaus:
    Zitat

    Was genau ist hier mit weisem und unweisem Nachdenken gemeint?


    Weise ist derjenige, der über die Dinge selbstständig und tiefgründig nachdenkt und unweise ist es, wenn man einfach Textstellen aus uralten Schriftrollen (Palikanon) zitiert um irgendwas zu begründen. Auch das Argument " Weil der Buddha es so sagte" ist kein Argument für einen sinnigen Gedanken. Die Sinnigkeit muss durch eigenes Nachdenken überprüft werden - und zwar mit offenem Ergebnis! --> Ganz wichtig. Nicht auf den Gedanken kommen, man habe falsch nachgedacht, weil das Ergebnis sich nicht mit dem Überlieferten deckt. Es gibt nämlich so schlaue Leute, die einem dann sagen, man müsse nur lange genug überprüfen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass das Überprüfte richtig ist :lol: Sowas nennt man "Scheinüberprüfung" ohne offenes Ergebnis. Sowas ist fürn Ar*** ^^
    Nehme nur das an, was du selbst kritisch überprüft hast. Was dieser Überprüfung nicht standhält, das verwerfe. Eine unbequeme Sache, aber notwendig und jeder muss es letztlich für sich selbst durchführen.

    Das trifft aber nur unter bestimmten Bedingungen zu und setzt
    bestimmte Bedingungen voraus. Sind diese nicht vorhanden sollte
    man das eigene Untersuchen und Beurteilen lieber auf später verschieben.
    Ist man nämlich trotz aller Selbstüberzeugung nicht in der Lage manche
    Dinge mit den Fähigkeiten eines Buddha so wie sie sind, zu erkennen
    und zu Duschschauen weil man glaubt ja viel schlauer zu sein, kann
    dies nur nach hinten los gehen. (siehe Schlangengleichnis M22)
    Darum geht es in der Lehre des Buddha zuerst und vor allem anderen
    darum, die Trübungen und Befleckungen bzw. Begehren und Hass, Ärger, Aggression usw. abzubauen. Diese seelische Entwicklung dient der
    Übungsweg der dann auch zu Weisheit führen kann.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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