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Majjhima Nikāya 55, Jīvaka Sutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 11. September 2026 um 13:52
  • Online
    Upasaka Dhammavicayo
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    • 11. September 2026 um 13:52
    • #1

    Jīvakas Frage an den Buddha:

    „Ehrwürdiger Herr, ich habe dieses gehört: ,Sie schlachten Lebewesen für den Mönch Gotama; der Mönch Gotama ißt wissentlich Fleisch, das für ihn zubereitet wurde, von Tieren, die um seinetwillen getötet wurden.'“

    Die Antwort des Buddha:

    „Jīvaka, jene, die so sprechen, sagen nicht das, was von mir gesagt worden ist, sondern stellen mich falsch dar, mit dem, was unwahr ist und der Wahrheit widerspricht.“


    Ich versuche das ganze Sutta zu erklären so wie ich es verstanden habe:


    Ich lese das Jīvaka Sutta als ein Gespräch, das nicht bei einer äußeren Regel stehen bleibt. Jīvaka, der Arzt, hat gehört, dass für den Buddha und die Mönche Tiere getötet würden und der Buddha solches Fleisch wissentlich esse. Er fragt nach. Der Buddha sagt: Wer das behauptet, gibt meine Worte falsch wieder. Dann nennt er drei Fälle. Wenn man sieht, hört oder auch nur vermutet, dass ein Tier für einen getötet wurde, isst man dieses Fleisch nicht. Wenn man das nicht sieht, nicht hört und nicht vermutet, darf man es annehmen. Damit ist klar: Es geht nicht um Fleisch als solches. Es geht um Wissen und Absicht. Kein Lebewesen soll wegen mir getötet werden. Ich soll nicht zum Töten beitragen.

    Danach zeigt der Buddha, wie ein Mönch mit Almosen lebt. Er hängt sich nicht an die Speise. Er wünscht sich nicht, dass man ihm auch morgen wieder etwas Gutes gibt. Er isst ohne Gier, ohne Verblendung, ohne sich in den Geschmack zu verlieren. Er sieht die Gefahr im Anhaften und kennt den Ausweg. Jīvaka fragt, ob ein Mönch, der so mit Nahrung umgeht, noch zum Wohl vieler wirkt. Der Buddha bejaht es. Das ist der tiefere Punkt. Essen ist notwendig. Der Geist kann dabei frei bleiben. Wer das übt, nimmt Nahrung an, ohne sich davon fesseln zu lassen.

    Dann kommt die liebende Güte. Der Buddha beschreibt, wie ein Mönch eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Freundlichkeit durchdringt, dann die zweite, die dritte, die vierte, oben, unten, überall. Er macht keinen Unterschied zwischen sich und anderen. Diese Güte ist weit, unermesslich, ohne Feindschaft, ohne Übelwollen. Jīvaka fragt nach Brahma, der in liebender Güte weilt. Der Buddha bestätigt: Wo Hass und Übelwollen nicht sind, da ist diese göttliche Wohnung. Das ist kein Ort. Es ist eine Haltung, die Mönch und Haushälter üben können.

    Am Ende nimmt Jīvaka Zuflucht zum Buddha, zum Dhamma und zur Sangha. Er hat verstanden. Für mich zeigt diese Lehrrede drei Dinge: sauberes Handeln beim Essen, ein freier Geist beim Empfangen, und ein weites Herz gegenüber allem, was lebt. Ich mache daraus kein Gesetz, das mich bindet. Ich schaue auf die Absicht im Herzen. Regeln helfen, solange sie den Geist nicht gefangen nehmen. Die eigentliche Übung ist, ohne Gier zu leben, ohne Hass zu leben, und niemanden auszugrenzen. Das ist für mich der Kern. 🙏

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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